Terra X: Abenteuer Freiheit

Dreiteilige Dokumentationsreihe

Einfach mal raus, den Alltag hinter sich lassen und auf vier Rädern das Leben in einer fernen Region erkunden. Die Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit ist so alt wie die moderne Zivilisation selbst. In drei Folgen begleitet die neue dreiteilige "Terra X"-Reihe "Abenteuer Freiheit" drei Familien, die den Sprung ins Ungewisse gewagt haben, bei ihren abenteuerlichen Reisen auf der Seidenstraße, am Polarkreis und auf der legendären Panamericana. Die drei Filme lassen die Zuschauer teilhaben an ihren abenteuerlichen Expeditionen.

  • ZDF, ab 9. August 2020, sonntags, 19.30 Uhr

Texte

Abenteuer Freiheit
Vorwort von Prof. Peter Arens, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Geschichte und Wissenschaft

Mit unserer Reihe "Abenteuer Freiheit" betreten wir wieder einmal "Terra X"-Neuland, diesmal Terra Incognita der besonderen Art: Erstmals begleiten wir diejenigen, die normalerweise unsere "Terra X"-Sendungen schauen, bei ihren eigenen Expeditionen, machen unsere Zuschauer zu Filmhelden. In den Anfangszeiten von "Terra X" verfolgte unser Publikum gebannt die geschichtsmächtigen Entdecker und waghalsigen Abenteuerprofis auf ihren "Expeditionen ins Unbekannte" (so der Untertitel von "Terra X" in den 80er Jahren), auch weil sich nur ganz wenige solche Weltreisen leisten konnten. Jetzt sind es nicht Marco Polo, Roald Amundsen oder Alexander von Humboldt, sondern die Schmitts, Ellen und Jonas und die von Bargens, aus der Mitte unserer Gesellschaft, die die spektakuläre Ausfahrt off the road in die Ferne wagen. Aus einem großen Bewerberfeld haben wir uns ihre drei Reisen ausgesucht: auf der Seidenstraße nach Saudi Arabien und Oman, nach Norwegen und zum finnischen Teil Lapplands und last not least auf der Panamericana bis zu den Anden und zum Amazonas.

Das Wort "Abenteuer" wurde im Mittelalter geprägt und orientiert sich am englischen "adventure", französischen "aventure" oder spanischen "aventura". Hiermit waren (abenteuerliche) Ereignisse gemeint, die dem Reisenden widerfuhren, worauf er nicht gefasst war, die ihm sozusagen entgegen kamen (lateinisch "ad-venire). Und genau das suchen auch unsere modernen Reisenden: Landschaften, die in keinen Reiseführern stehen, spannende Begegnungen mit gänzlich unvertrauten, vielfältigsten Menschen, und kleine Abenteuer im Großen, wozu natürlich dramatische Fahrzeughavarien wie im Wüstensand versackte Vans gehören. Man plant die Reise sehr präzise und will dennoch nicht wissen, was geschehen wird.

Und besteht hierin nicht der eigentliche Gewinn des Reisens? Reisen ist in Verruf geraten, durch Ressourcenverbrauch zu Luft und zu Wasser, doch überwiegen nicht die positiven Aspekte des Reisens? Der kulturelle Austausch, der Abbau von Vorurteilen, der Aufbau von Vertrauen und Toleranz: Reisen bestimmen das Bild, wie wir die Welt sehen, und ein auf diese Weise erworbenes Weltbild kann kein schlechtes sein. "Reisen bildet", "der Weg ist das Ziel" – bekannte Kalendersprüche, aber sind sie deswegen falsch? Die Lehrer haben der jungen Familie Schmitt ein Jahr frei gegeben, weil sie sagen, so viele Erkenntnisse wie während dieser faszinierenden Reise könne ihnen die Schule niemals bieten.

Auf das Abenteuer Freiheit besinnen sich in unserer industriellen, technisierten Wohlstandsgesellschaft immer mehr Menschen, die alles einmal hinter sich lassen wollen – diese inneren und äußeren Reisen will die neue "Terra X"-Reihe erkunden. Es ist paradox: Trotz unseres relativen Reichtums empfinden viele von uns ein Gefühl der Enge und des Drucks, und so sehnen wir uns nach neuen Horizonten. Abenteuer als Wonnetraum aus Flucht und Ferne, so hat es ein Schriftsteller einmal wunderbar formuliert. Aber ist es wirklich eine Flucht? Wenn man diese drei Filme sieht, ihre Menschen in der überwältigenden Natur, im improvisierten Spielen unterwegs mit ihren Kindern, bei warmherzigen Begegnungen mit Einheimischen, beim Lagerfeuer mit Wetterleuchten nördlich des Polarkreises, in ihren herrlich verrückten, selbst umgebauten Offroad-Fahrzeugen, mit denen sie sich nicht selten verirren, das alles gefilmt von Drohnen aus der Vogelperspektive in arabischen Wüsten, an skandinavischen Küsten und über dem Toten Meer, dann trifft der scheinbar naheliegende Begriff vom Eskapismus die Sache nicht mehr. Dann bekommt die Flucht eine ganz andere Bedeutung: nämlich als Flucht in die Wirklichkeit, in das wahre Leben.

Stab

Autor und Regie

Almut Faass (Folge "Unterwegs auf der Seidenstraße")
Timo Gramer (Folge "Unterwegs am Polarkreis")
Gerrit Jöns-Anders (Folge "Unterwegs am Polarkreis", Folge "Unterwegs auf der Panamericana")
Andreas Sawall (Folge "Unterwegs auf der Panamericana")
Inga Turczyn (Folge "Unterwegs am Polarkreis") 

Kamera

Ivan Castaneira (Folge „Unterwegs auf der Panamericana“)
Jasper Engel (Folge „Unterwegs am Polarkreis“)
Jürgen Heck  (Folge „Unterwegs am Polarkreis“, Folge „Unterwegs auf der Panamericana“)
Ralf Heinze (Folge „Unterwegs am Polarkreis“)
Rasmus Sievers  (Folge „Unterwegs am Polarkreis“, Folge „Unterwegs auf der Seidenstraße“) 

Schnitt

Andreas Bremer (Folge "Unterwegs auf der Panamericana")
Hauke Ketelsen (Folge "Unterwegs am Polarkreis", Folge "Unterwegs auf der Seidenstraße")
Ole Werner (Folge "Unterwegs auf der Seidenstraße") 

Sprecher: Götz Bielefeld
Grafik: Richard Sako
Komponist: Matthias Rehfeld
Produktionsleitung: Patrick Fuchs (SPIEGEL TV)
Produzent: Kay Siering (SPIEGEL TV)
Redaktionelle Mitarbeit: Martina Müller
Redaktion: Johannes Geiger, Friederike Haedecke
Leitung der Sendung: Peter Arens
Länge: 43'30''

Folge 1: Unterwegs auf der Seidenstraße

Sonntag, 9. August 2020, 19.30 Uhr

Terra X: Abenteuer Freiheit
Dreiteilige Dokumentation

1. Unterwegs auf der Seidenstraße

In der ersten Folge bricht Familie Schmitt – bestehend aus Thorben, Michi und den beiden Kindern Romy (6) und Levi (4) – in einem kleinen Dorf in Oberfranken auf, um mit ihrem selbst ausgebauten LKW die Welt zu entdecken: den Mittleren Osten, Russland, die Mongolei und China – eine Reise auf den Spuren der legendären Seidenstraße. Gut 40.000 Kilometer in zwei Jahren.

Der Zuschauer lernt Familie Schmitt in Israel am Toten Meer kennen und begleitet sie in eine der spektakulärsten Salzhöhlen der Welt. Ins Nachbarland Jordanien ist es nur ein Katzensprung. Im Wadi Rum, dem legendären Schauplatz von "Lawrence von Arabien", erfährt die Familie die große Gastfreundschaft der Einheimischen – und keiner ahnt, welche Türen das noch für sie öffnen wird.

Saudi-Arabien darf die Familie nur schnell durchqueren – so die strengen Auflagen der Behörden. Doch dann bekommen die Schmitts statt des Transitvisums ein Einreisevisum, als erste Touristen dürfen sie das streng muslimische Land bereisen. Aus vier Tagen werden vier Monate. Sie erleben uralte Vulkanlandschaften und die Einsamkeit der Rub al Khali – der größten Sandwüste der Welt. Als ihr LKW, der "Frosch", im Wüstensand stecken bleibt, sind sie völlig auf sich allein gestellt. Fast droht die Traumreise zum Albtraum zu werden.

Das Königreich Oman wird zum Winterquartier und lockt mit uralten Weihrauchplantagen, Traumstränden und Delfinen im Indischen Ozean. Die Freiheit scheint grenzenlos. Doch zur selben Zeit breitet sich in China das Coronavirus aus.

Zitate der Protagonisten aus Folge 1

Michi Schmitt

"Alles Neue beginnt mit einem Knall. Die Böller am Jahreswechsel, das klirren von Geschirr bei dem Polterabend, der Schrei eines Babys nach der Geburt. Und bei uns mit einem lauten Schlag im Motor nach nur 300 Kilometern. Totalschaden, mitten auf der Autobahn. Keine Weiterreise möglich. Wir hatten so viel Energie und Zeit und Geld in diese Reise gesteckt. Die ganzen Monate davor so viel gearbeitet, geplant und vorbereitet. Gerade die letzten Wochen waren nochmal wahnsinnig anstrengend. Dann fährt man endlich los und denkt an alles - nur nicht an einen Motorschaden. Das war erst einmal ein Schock, den wir aber schnell verdaut haben. So etwas hält uns nicht auf, wir kehren auf keinen Fall um. Ein Abschleppunternehmer hat uns dann mit auf sein Gelände genommen und gemeint, wir können so lange bleiben, wie nötig. Thorben konnte dann den "Frosch" in der Werkstatt reparieren und ganz umsonst das Werkzeug benutzen. So hatten wir eigentlich schon in Deutschland die erste nette Begegnung.

Ein magischer Moment war die Salzhöhle in Israel. Wir hatten nur unsere Stirnlampen, die die engen, pechschwarzen Gänge beleuchtet haben. Teilweise konnte man ganze Strecken nur auf dem Bauch vorwärtsrobben, meterlang, und ist immer wieder mit dem Helm an die Decke gestoßen. Das war nicht nur körperlich sehr anstrengend, sondern vor allem mental. Nicht daran zu denken, wie viele Tonnen Gestein über dem Hohlraum lasten, in dem man gerade steckt und aus dem man nicht einfach so herauskann. Aber dafür sind wir am Ende des Ganges, vielleicht nach zwei bis drei Stunden, mit einer unglaublichen Pracht belohnt worden: Auf einmal öffnen sich riesige Hallen, voll von Stalagtiten und Stalagmiten aus purem, weißem Salz, gewachsen in Jahrhunderten. Das war unglaublich schön. Überrascht hat mich, dass Romy und Levi überhaupt keine Angst hatten, sondern viel Freude am Klettern und Entdecken, und wie man im Dunkeln unter dem Berg das Zeitgefühl verliert.

Viele fragen mich, warum machst du das? Eigentlich ist das ganz einfach zu beantworten. Mein inneres Kind hat den Entdeckerdrang behalten. Ich liebe es einfach, wenn wir im LKW fahren, um die Kurve biegen und sehen: 'Mensch, jetzt schaut es wieder anders aus'. Das macht mich unwahrscheinlich glücklich und ich möchte mich immer wieder aufs neue von der Welt überraschen lassen.

Wenn man wirklich immer nur in seiner Welt lebt und diese nicht verlässt, entwickelt man automatisch Angst vor dem Fremden. Weil man es ja nicht kennt. Für uns ist es wunderschön, wenn wir in Kontakt kommen und einfach so ein bisschen was über die Menschen und ihr Leben erfahren. Das möchte ich meinen Kindern zeigen, und nicht nur davon erzählen. Dass die Welt nicht nur aus der Stadt oder aus dem Dorf besteht, in dem sie leben. Sondern, dass sie viel größer ist. Und dass es so viele verschiedene Modelle gibt, wie Menschen leben.

Wir sind als Familie unterwegs. Wenn eins der Kinder sagen würde, es hätte keine Lust mehr, würden wir sofort umkehren. Wir versuchen immer, die Kinder zu integrieren. Nach dem Aufstehen fahren wir nicht sofort los und halten erst nach acht Stunden wieder an, sondern gestalten das einfach kindgerecht. Damit die Kinder nicht zu kurz kommen und spielen können."

Thorben Schmitt

"Romy würde dieses Jahr eigentlich eingeschult werden. Wir haben eine Beurlaubung bekommen vom Schulleiter. Er meint: Das Leben sei die beste Schule. Das sehen wir ähnlich. Zum Beispiel der Ausflug ans Tote Meer. Ich glaube, ein Kind versteht leichter, wie sich das mit dem Salzgehalt verhält, wenn es selbst drin liegt und auf dem Wasser schwebt, als wenn man versucht, das mit kleinen Experimenten in einem Glas oder irgendwie auf Textebene beizubringen.

Wir haben uns bewusst gegen ein Haus und Verpflichtungen und für das Reisen entschieden. Unser LKW hat alles, was ein Zuhause braucht. Die Technik, die wir installiert haben, reicht, um ein paar Wochen autark an einem Ort zu bleiben. Aber das Reisen ist kein Urlaub, das vergessen die Leute manchmal. Es ist unser Alltag, unsere Art zu leben, und wenn wir solange unterwegs sind, kämpfen wir genauso mit Unwägbarkeiten wie andere Familien auch.

Mein Traum war es immer, Saudi-Arabien näher kennenzulernen. Ein Land, von dem man wenig weiß, weil man dort als Individualtourist nicht hinkommt. Wir hatten uns monatelang um ein Transitvisum bemüht. Bis kurz vor unserer geplanten Einreise war nicht klar, ob wir es bekommen würden. Und dann hieß es, wir müssten Saudi-Arabien in maximal vier Tagen durchqueren. Unser Ziel war der Oman. Vier Tage bedeuteten Tag und Nacht durchzufahren, sonst hätte der Frosch das nicht gepackt. Dann erhielten wir auf der Botschaft in Jordanien die Info, dass ab sofort Touristenvisa ausgegeben werden und plötzlich waren wir die ersten westlichen Touristen, die mit dem Fahrzeug nach Saudi-Arabien einreisen durften. Was dann kam, war wie ein Märchen aus 1000 und einer Nacht: Wir waren Fremde und wurden wie Freunde empfangen. Eine Essenseinladung folgte der nächsten. Sie haben uns mit Geschenken überschüttet, vor allem die Kinder. Wir haben Einblicke in das Leben der Menschen bekommen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Bis zuletzt haben wir gehofft, dass wir die Reise fortsetzen können. Wir kannten die Situation, dass mal ein Land dicht gemacht wurde oder dass mal eine Woche eine Straße gesperrt war. Aber dass weltweit ein kompletter Shutdown ist, das trifft uns natürlich extrem hart. Wir wollen frei reisen, Neues sehen und Kontakt zu Einheimischen haben. Das alles ist uns jetzt erstmal genommen."

Folge 2: Unterwegs am Polarkreis

Sonntag, 16. August 2020, 19.30 Uhr

Terra X: Abenteuer Freiheit
Dreiteilige Dokumentation

2. Unterwegs auf der Seidenstraße

In der zweiten Folge zieht es Jonas und Ellen, zwei junge "digitale Nomaden" aus Thüringen, in den hohen Norden. Mit ihrem ausgebauten Jeep geht es über den nördlichen Polarkreis hinaus ins tiefe Lappland. Eine Reise in die raue Wildnis, die mit atemberaubenden Naturerlebnissen belohnt wird.

Ellen und Jonas wandern auf den Spuren der ersten Entdecker. Nach 1700 Kilometern erreicht das Paar die Hardangervidda in Norwegen, die größte Hochebene Europas. Das Hochplateau wurde in der letzten Eiszeit von gewaltigen Gletschern geformt. Mit rund 15 000 Tieren gibt es hier die größte wild lebende Rentierherde Norwegens.

Auf der Insel Senja entdecken die Abenteurer weiße Strände und türkisfarbene Fjorde, in denen sich Wale tummeln. Die Region ist bekannt für ihr raues Wetter. Ellen und Jonas erleben, wie schnell sich die Landschaft durch plötzlich aufziehende Regenschauer in einen Morast verwandelt, in dem sich sogar der allradgetriebene Geländewagen festfährt.

Nördlich des Polarkreises, nach mehr als 4000 gefahrenen Kilometern, erreichen sie den finnischen Teil Lapplands. Im September, dem "Ruska"-Monat, verfärbt sich der boreale Nadelwald praktisch über Nacht in ein leuchtendes Gelb. In den dunklen Herbstnächten verwandeln tanzende Polarlichter den Himmel in ein atmosphärisches Feuerwerk.

Doch der Herbst sorgt nicht nur für farbenprächtige Naturphänomene, sondern auch für klirrende Kälte. Mitten in der einsamen Taiga steht die Expedition von Ellen und Jonas vor dem Aus – denn ihr alter Geländewagen, den sie liebevoll "Rakete" nennen, hat keine Standheizung.

Zitate der Protagonisten aus Folge 2

Wer wir sind?

"Wir sind Ellen und Jonas und haben bis vor Kurzem eine vierjährige Weltreise mit unserem rollenden Zuhause, einem Land Rover Defender, genannt "Rakete", gemacht. Über Russland, die Mongolei und China sind wir bis nach Südostasien gefahren. Lange verweilten wir in Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia und Indonesien. Schließlich verschifften wir unser Reisegefährt nach Australien, wo wir weitere eineinhalb Jahre das Outback unsicher machten. Nun sind wir zurück in Deutschland, wo wir uns auf einem Berg im Thüringer Wald niedergelassen haben. Doch damit ist unsere Reise nicht vorbei, sondern nur die eine. Langzeitreisen, wenn auch nicht am Stück, wird weiterhin ein wichtiger Bereich in unserem Leben bleiben. Zum Glück befinden wir uns mitten auf einem Kontinent mit vielen spannenden Ländern und Kulturen, atemberaubenden Landschaften und abenteuerlichen Reisezielen: Europa. Einen Teil der großen weiten Welt konnten wir bereits erleben. Nun wollen wir entdecken, was bei uns noch so vor der Haustür liegt. Nach einem Jahr Reisepause machen wir den Anfang in Skandinavien."

Warum diese langen Reisen?

"Je kürzer die Reise, desto mehr haben wir das Gefühl, zu konsumieren: Eindrücke, Attraktionen, Erlebnisse. Es ist schwierig, sich auf einen Ort zu konzentrieren, sich damit wirklich zu verbinden und diesen zu begreifen, wenn das Ende der Reise von Anfang an im Nacken sitzt. Wenn die Zeit knapp ist, dann überfüllt man diese zu gerne mit Plänen und Zielen. Doch für uns dient das Reisen dazu, genau diese Denkmuster nach und nach ablegen zu können. Etwas, das im Hamsterrad des Alltags meistens verloren geht.

Durch eine längere Auszeit lernen wir, uns treiben zu lassen, anstatt ständig nach "mehr" und "weiter" zu streben. Wir begreifen, dass wir uns nicht beeilen müssen, um irgendetwas zu erreichen. Wir müssen nirgendwo ankommen. Es ist nicht so, dass wir durch die viele Zeit mehr Sehenswürdigkeiten erleben, vielleicht sogar im Gegenteil. Dafür gewinnt die Reise eine andere Tiefe, eine andere Intensität. Für uns macht genau das den Unterschied. Es ist ein Gefühl, wir nennen es die absolute Freiheit.

Auch würde ich behaupten, dass erst dieses freie Reisen den Raum zum Entdecken schafft. Und die zufälligen Entdeckungen, irgendwo auf dem Weg, können zu Abenteuern werden. So etwas kann man nicht einfach planen. Und vielleicht ist uns genau deswegen ganz egal, wo wir sind und wohin wir fahren. Denn das Reisen, was es für uns zumindest bedeutet, beginnt im Kopf."

Ellen:

"Polarlichter sind das Faszinierendste, was die Natur zu bieten hat auf dieser Welt."

"Wenn man nicht über seine Komfortzone hinausgeht, dann erlebt man auch nichts."

"Dieses Gefühl zu realisieren, wir müssen ja nix, wir haben keinen Zeitdruck, wir müssen nirgendwo ankommen. Das zu begreifen, ist ein Prozess, den man erstmal durchlaufen muss."

"Ich denke mir auch oft: Man lebt nur einmal. Und es kommt mir dann auf einmal wie Verschwendung vor, die ganze Zeit in vier Wänden zu leben und nichts von dieser wunderbaren Welt entdecken zu können. Also, ich will das auch alles sehen und entdecken und erleben."

Jonas:

"Wir leben im Auto, arbeiten als digitale Nomaden, also einfach am Computer, brauchen keinen Arbeitsplatz oder Büro, versuchen, möglichst wenige Versicherungen abzuschließen oder andere Fixkosten zu haben, sodass wir eine ganz gute Planungssicherheit haben, wie lange wir mit dem Geld, das wir haben, hinkommen." 

"Als Entdecker fühle ich mich schon sehr oft. Aber ich würde nicht sagen, dass das etwas herausragend Tolles und Erstrebenswertes für Jedermann ist. Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Für uns ist es eine ganz wichtige Quelle von Motivation und Glück." 

"Das Staunen haben wir total verlernt in unserer Gesellschaft. Es ist ja alles ein bisschen sensationsgetrieben, und jedes Erlebnis, jeder Urlaub muss irgendwie sensationell werden. Jeder Berg, den ich besteige, muss immer höher werden. Alles muss extremer werden, damit es für Instagram taugt. Tatsächlich versuchen wir, uns auch über Kleinigkeiten freuen zu können und das zu bewahren."

Folge 3: Unterwegs auf der Panamericana

Sonntag, 23. August 2020, 19.30 Uhr

Terra X: Abenteuer Freiheit
Dreiteilige Dokumentation

3. Unterwegs auf der Panamericana

In der dritten Folge lässt sich die sechsköpfige Familie von Bargen aus Norddeutschland auf ein großes Reiseabenteuer ein. An Bord des selbst ausgebauten LKWs: die Eltern, Timm und Michaela, mit ihren vier Kindern Lotta (17), Paula (14), Karl (11) und Max (9). Sie wollen auf der legendären Panamericana von Kanada bis Feuerland fahren. Ein Trip über 18.000 Kilometer durch unwegsames Gelände, voller unvorhersehbarer Hindernisse aber auch unvergesslicher Erlebnisse. 

Einfach auf und davon, den Alltag für viele Monate gegen ein großes Abenteuer tauschen. Die wilde Natur der kanadischen Pazifikküste, das paradiesische Costa Rica und die majestätischen Anden – Sehnsuchtsorte, die eine sechsköpfige Familie aus Kiel auf ihrer Reise über 18.000 Kilometer entlang der Traumstraße Panamericana kennenlernen darf. Ein Jahr hat Tim an "Roger" gebastelt und geschraubt, um aus dem Lastwagen ein rollendes Zuhause für seine Familie zu machen. Michaela, Timm und ihre Kinder sind ohne festes Rückreisedatum unterwegs, um sich so ihren Traum von Freiheit zu erfüllen. 

Nachdem Familie von Bargen den einzigartigen Urwald der kanadischen Westküste hinter sich gelassen hat, führt sie der Weg durch die kalifornische Mojave-Wüste quer durch Mittelamerika in das paradiesische Costa Rica. Die Sechs folgen der Landbrücke, die sich hier vor drei Millionen Jahren schloss und eine einmalige Artenvielfalt entstehen ließ. Hautnah erlebt die Familie die Eiablage der Meeresschildkröten. Aus den geplanten sechs Wochen in Costa Rica werden sechs Monate, denn Timm muss sich einer Bandscheibenoperation unterziehen. Der tägliche Schulunterricht mit den Eltern muss pausieren, die Kinder besuchen in dieser Zeit eine internationale Schule. Nach der Zwangspause zieht sie die Neugier auf neue Entdeckungen weiter. 

"Roger" kämpft sich über staubige Sandpisten und enge Dschungelpfade durch den wilden Norden Kolumbiens. Inmitten der abgelegenen Berglandschaft besucht die Familie einen Stamm der Kogui-Indianer, die nur selten Kontakt mit der Außenwelt haben. Die Kogui begreifen sich als Hüter der Welt, die ohne materiellen Besitz versuchen, die Welt im Gleichgewicht zu halten. Die deutsche Familie erlebt eine beeindruckende Parallelwelt, die besonders für die Kinder zuvor kaum vorstellbar war. Auf dem Weg von Kolumbien nach Ecuador erreichen die Familie schlechte Nachrichten - alle Landesgrenzen werden aufgrund des Corona-Ausbruchs geschlossen. In letzter Minute überqueren sie die Grenze nach Ecuador und finden im Camp eines deutschen Auswanderers Unterschlupf. In Quarantäne macht die Familie das Beste aus dem neuen Alltag. Weil ihr LKW nicht aus dem Camp hinausfahren darf, konstruiert Timm einen Anhänger für das Quad, das im Bauch von Roger immer mit dabei ist. Das wendige kleine Geländefahrzeug wird zum neuen Fortbewegungsmittel für die täglichen Dinge des Lebens. 

Nach zwei Monaten können sie ihre Reise endlich fortsetzen und erkunden auf den Spuren Alexander von Humboldts die magische Welt der Anden. Entlang der "Avenida de los Volcanes" geht es zu einigen der höchsten Feuerbergen der Erde, um kurze Zeit später im südlichen Ecuador in die abenteuerliche Dschungel-Welt des Amazonas einzutauchen.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information Telefon: 06131 – 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax 

Weitere Informationen

"Terra X" in der ZDFmediathek: terra-x.zdf.de

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