Terra X: Die Reise der Menschheit

Dreiteilige Dokumentation mit Dirk Steffens

Menschen wandern, seit es sie gibt. Ohne Migration gäbe es die Welt nicht, wie wir sie kennen. Denn mit den Menschen wandert alles: Know-how und Kapital, Sprache und Religion, Gene und Krankheiten, Pflanzen und Tiere. In drei Teilen zeichnet "Terra X"-Moderator Dirk Steffens die Reise der Menschheit nach, unterstützt von dokumentarischen Spielszenen und aufwendigen Computeranimationen. Er trifft Migrationsexperten, Historiker und experimentelle Archäologen, deren Forschungsgegenstand die immerwährende Reise ist.

  • ZDF, Sonntag, 29. April, 6. und 13. Mai 2018, jeweils 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, alle drei Folgen ab Sonntag, 29. April 2018

Texte

Die Reise der Menschheit – ein Blick in die Geschichte
Vorwort von Prof. Peter Arens und Friederike Haedecke

Derzeit leben weltweit 255 Millionen Menschen nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden. Hinter dieser aktuellen UN-Statistik verbergen sich Abermillionen Einzelschicksale und Lebensgeschichten. Von Menschen, die fliehen mussten vor Krieg und Elend. Die vertrieben wurden aus religiösen oder politischen Gründen. Darunter sind aber auch hoffnungsvolle Kapitel von Menschen, die aufbrachen, weil sie die Neugierde und die Abenteuerlust antrieb. Alle eint die immerwährende Hoffnung, dass das Leben im Land hinter dem Horizont sicherer, einfacher oder vielleicht auch nur anders sein wird.

Migration ist eines der drängendsten aktuellen Probleme der Welt. Und doch erleben wir heute, historisch betrachtet, keine außergewöhnliche Situation. Für Migrationsforscher ist der aktuelle Anteil von Migranten an der Weltbevölkerung eher durchschnittlich. Im 19. Jahrhundert verließen allein 50 Millionen Menschen Europa, um in den USA ihr Glück zu suchen. 25 Millionen Menschen verschob die Gründung Pakistans auf dem Subkontinent, die Muslime und Hindus räumlich voneinander trennte. Und hierzulande mussten nach dem Zweiten Weltkrieg etwa zwölf Millionen Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach Westdeutschland umsiedeln.

Keine Migrationsphase ist wirklich mit einer anderen vergleichbar, dafür sind die historischen Voraussetzungen zu unterschiedlich. Doch für die jeweiligen Menschen ist die Situation wohl immer ähnlich. Der schmerzhafte Verlust der Heimat, das mühsame Gewöhnen an neue Sitten, oftmals das Erlernen einer neuen Sprache. Den Kraftakt eines Neuanfangs müssen alle leisten. Doch nicht allen gelingt er. Und oft kommt auch die Erfahrung von Gewalt und Tod hinzu. Denn häufig in der Geschichte geht die Ankunft von Neuen mit der Vertreibung der Alteingesessenen einher.

Den Blick in die Geschichte wählen heißt nicht, die aktuellen Probleme zu relativieren. Die Rückschau des "Terra X"-Dreiteilers zeigt vielmehr – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben – an historischen Beispielen die häufigsten Faktoren, die zu größeren Migrationen führten: Die Menschen zogen los aus politischen Gründen oder aus religiösen. Aufgrund von Vertreibung oder aus freien Stücken. Einzeln und in Gruppen, angezogen von besserem Klima oder reicheren Wildbeständen, vertrieben von Not oder Naturkatastrophen. Jede Migrationswelle musste ihre Anforderungen in ihrer Zeit bestehen. Denn die Geschichte des Homo sapiens ist die Geschichte seiner ewigen Reise, der Homo sapiens war immer ein "Homo migrans", wie die Historiker sagen. Das heißt: Seit es uns Menschen gibt, bewegen wir uns und werden es auch immer tun.

Dirk Steffens, der seit Jahren für "Terra X" in der Welt unterwegs ist, nimmt die Zuschauer mit auf die "Reise der Menschheit". In Südamerika, Japan, Ghana, New York oder Berlin trifft er Historiker, Genetiker und Sprachforscher, die sich seit Jahren mit Kapiteln der großen Migrationswellen befassen. Steffens, familiär seit vielen Generationen in Norddeutschland ansässig, lässt sein Genom entschlüsseln, um der Frage nach seinen "Verwandten" in aller Welt auf den Grund zu gehen. "Die Menschen erscheinen zunächst so verschieden", sagt Dirk Steffens. "Es gibt so viele Kulturen, Sprachen, Aussehen. Aber letztlich sind wir uns doch alle so ähnlich, denn wie wir aussehen, was wir essen und wie wir leben, ist das Ergebnis der langen Reise der Menschheit."

Prof. Peter Arens, Leiter der Hauptredaktion "Geschichte und Wissenschaft"
Friederike Haedecke, Leiterin der Redaktion "Terra X"

Sendedatum, Stab

Samstag, 21. April 2018, alle drei Folgen ab 20.15 Uhr, ARTE
Sonntag, 29. April, 6. und 13. Mai 2018, jeweils 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Die Reise der Menschheit
Dreiteilige Dokumentation mit Dirk Steffens

1. Der Aufbruch
2. Fremde Welten
3. Welt in Bewegung

Buch: Susanne Utzt, Cristina Trebbi
Regie: Christian Twente, Cristina Trebbi, Stefan Schneider
Kamera: Martin Christ, Fabian Spuck, Torbjörn Karvang, Jens Boeck
Moderator: Dirk Steffens
Schnitt: Josef van Ooyen, Claudia Spoden, Fabian Wienke
CGI: Reality Media
Musik: Paul Rabiger
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Jochen Oltmer
Produktionsleitung Gruppe 5: Sabine Eisner
Produktionsleitung ZDF: Cora Szielasko-Schulz, Freda Wiethoff
Produzent: Alexander Hesse
Redaktion ZDF: Friederike Haedecke, Johannes Geiger
Leitung der Sendung: Prof. Peter Arens
Länge: jeweils 43‘30

1. Der Aufbruch

Samstag, 21. April 2018, 20.15 Uhr, ARTE
Sonntag, 29. April 2018, 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Die Reise der Menschheit
Dreiteilige Dokumentation mit Dirk Steffens

1. Der Aufbruch

Die Reise der Menschheit beginnt, als es dem Homo sapiens vor etwa 60.000 Jahren gelingt, Afrika zu verlassen und überall auf der Erde heimisch zu werden. Was ihn antrieb, die Welt zu erkunden, ist nicht bekannt. Vielleicht Hunger, Neugier oder die Hoffnung auf ein besseres Leben?

Etwa 2000 Generationen brauchte der Mensch, um alle bewohnbaren Kontinente zu besiedeln. Mit 50 Kilometern pro Generation, so schätzen Forscher, überwand er Berge, Meere, Wüsten und Flüsse, immer auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen für sich und seine Nachkommen. Die unterschiedlichen Gemeinschaften entwickelten spezifische Fähigkeiten, um sich ihrer jeweiligen Umwelt anzupassen. Sie hatten kaum Berührungen miteinander, und doch lief vieles auf den Kontinenten nahezu gleichzeitig ab. Ab etwa 10.000 v. Chr. begannen die Menschen, Siedlungen zu gründen, Pflanzen zu kultivieren und Nutztiere zu halten.

Doch die Sesshaftwerdung bedeutete nicht das Ende der Reise. Neue Techniken machten neue Landschaften urbar, die Menschheit wuchs und damit der Kontakt, den die Gruppen untereinander hatten. Es entstanden beeindruckend große Handelsnetze. In der Bronzezeit beschleunigte die Gier nach Rohstoffen diese Entwicklung. Fachleute, die sich mit der begehrten Metallverarbeitung auskannten, durchreisten ganz Europa, um als Bergleute oder Händler ihr Leben zu bestreiten. Der sogenannte "Bogenschütze von Amesbury" beispielsweise wurde nahe des Steinkreises von Stonehenge beerdigt. Die Analyse seiner Leiche zeigt aber, dass er ursprünglich aus der Alpenregion stammte. Vermutlich war er ein Handwerker, den die Großbaustelle Stonehenge dorthin geführt hatte.

Mit der Entstehung des Römischen Reiches ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. erreichte die Mobilität der Bewohner einen neuen Höhepunkt. Nun gab es einen Großraum mit guter Infrastruktur. Es wurde in einer einheitlichen Währung bezahlt und einheitliches Recht gesprochen. Nie zuvor war es so leicht, seinen Wohnsitz zu verlegen. Teil dieses gesicherten Raumes zu sein, war Ziel Hunderttausender. Sie wanderten in Massen ein, leisteten Militärdienst und wurden so zu römischen Bürgern. Andere wurden als Sklaven dorthin verschleppt und hatten erstaunliche Möglichkeiten, sozialen Aufstieg zu erleben. Die Durchlässigkeit der Grenzen und die Einbindung anderer waren über Jahrhunderte Garant für die Stabilität des Reiches, brachten es schließlich wohl aber auch zu Fall.

Was folgte, war die Völkerwanderung, die heute "Transformationszeit" genannt wird. Sie war eine Kettenreaktion, in deren Verlauf zahllose Völker ihre Lebensräume über Tausende Kilometer verschoben. Der großen Menschenmenge war das Römische Reich, das zugleich mit einer innenpolitischen Krise rang, irgendwann nicht mehr gewachsen und zerbrach.

In den nachfolgenden Jahrhunderten vermischten sich Kulturen, Religionen und Ethnien immer schneller. Große Kulturen entstanden in Europa, aber auch auf den anderen Kontinenten, ohne dass die Menschen voneinander wussten. Das änderte sich erst, als Königin Isabella von Spanien Ende des 15. Jahrhunderts eine folgenschwere Entscheidung traf.

2. Fremde Welten

Samstag, 21. April 2018, 21.05 Uhr, ARTE
Sonntag, 6. Mai 2018, 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Die Reise der Menschheit
Dreiteilige Dokumentation mit Dirk Steffens

2. Fremde Welten

Als Christoph Kolumbus 1492 amerikanischen Boden betrat, setzte er eine völlig neue Migrationsbewegung in Gang. Die Europäer brachten fast alle 500 Millionen Menschen, die damals die Welt bevölkerten, direkt oder indirekt in Bewegung. Wo immer in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika oder Australien Europäer siedelten und herrschten, importierten sie Pflanzen und Tiere, Religion und Sprache, aber auch Krankheiten.

Die Folgen waren dramatisch: 100 Jahre nach Kolumbus waren mehr als 90 der 100 Millionen Ureinwohner Amerikas tot, vor allem durch importierte Viren, gegen die sie nicht immun waren. Den Kolonialisten fehlten nun Arbeitskräfte. So zog eine Katastrophe die nächste nach sich: Mehr als 12 Millionen afrikanische Sklaven wurden in die "Neue Welt" verschleppt. Viele Forscher glauben, dass die Deportation ganzer Generationen junger Menschen bis heute für die Probleme Afrikas mitverantwortlich sei.

Mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts drängten die Europäer auch nach Osten, gründeten etwa die Niederländische Ostindien-Kompanie. Für ihre Handelsstützpunkte im heutigen Indonesien wurden fast eine Million junger Europäer als Arbeitskräfte angeworben, die meisten Deutsche auf der Suche nach Wohlstand. Wer die lange Reise und die harte Arbeit überlebte, kehrte in seine Heimat zurück Migranten auf Zeit.

3. Welt in Bewegung

Samstag, 21. April 2018, 22.00 Uhr, ARTE
Sonntag, 13. Mai 2018, 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Die Reise der Menschheit
Dreiteilige Dokumentation mit Dirk Steffens

3. Welt in Bewegung

Die industrielle Revolution katapultierte die Welt im 19. Jahrhundert in eine neue Phase. Das Zeitalter der Massenmigration war angebrochen, erleichtert durch völlig neue Arten von Verkehrsmitteln und Kommunikation. Die Eisenbahn beschleunigte das Reisen auf den Kontinenten. Das Dampfschiff ermöglichte transkontinentale Reisen selbst für weniger Vermögende.

Zwischen 1850 und 1950 wanderten etwa 50 Millionen Europäer in die USA aus. Viele bewegte die Hoffnung auf mehr politische Freiheit und auf ein Leben ohne Not und Entbehrungen. Auch die Bewegungen auf den anderen Kontinenten nahmen nie dagewesene Ausmaße an. Die Frage war nun: Wer darf rein, und wer muss draußen bleiben? Gesetze, Grenzen und Behörden, die Ein- und Auswanderung regeln sollten, gewannen zunehmend an Bedeutung.

Der Nationalismus wurde zur prägenden Ideologie des 19. Jahrhunderts. Grob umrissene Interessensgebiete oder Vielvölkerreiche wichen Nationalstaaten, die sich über klare Grenzen definierten.

Die Weltkriege und deren katastrophale Folgen setzten im 20. Jahrhundert unzählige Menschen in Bewegung. Die Vertreibung der Juden aus Europa durch die Nationalsozialisten, die Verschiebung von mehr als 12 Millionen Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten nach Westdeutschland oder die Umsiedlung von 25 Millionen Muslimen infolge der Trennung von Indien und Pakistan waren riesige Massenmigrationen der Geschichte.

Auch heute sind viele Menschen unterwegs: 255 Millionen Menschen leben nach aktuellen Angaben der UN nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden. Nur ein Teil von ihnen ist aus ihrer Heimat geflohen. Die überwiegende Anzahl migrierte aus anderen Gründen. Für Migrationsforscher ist die Zahl gemessen an der Weltbevölkerung nicht außergewöhnlich hoch, denn es hat immer Migrationsbewegungen gegeben. Die Welt in ihrem heutigen Zustand ist das Resultat der immerwährenden "Reise der Menschheit".

"Der nächste logische Schritt sind andere Planeten"
Interview mit Moderator Dirk Steffens

Sie sind bekennender Weltreisender und haben den "Terra X"-Zuschauern schon viele interessante Länder nahegebracht. Warum jetzt das Thema "Die Reise der Menschheit"?

Es hat auf diesem Planeten noch nie zuvor eine Art gegeben, die sich so erfolgreich über alle Klimazonen und Kontinente ausgebreitet hat wie der Mensch. Seit es uns gibt, sind wir auf Wanderschaft. Und diese permanente Migration hat uns geprägt: wie wir sprechen, wie wie leben, was wir essen, wie wir wohnen, wie wir aussehen, wie Reiche entstehen und verschwinden, woran wir glauben, sogar aktuelle gesellschaftliche Fragen. Fast alles, was uns ausmacht, was uns umtreibt, hat mit Migration zu tun. Ich glaube, es ist nicht übertrieben festzustellen, dass Migration ein Wesensmerkmal menschlicher Existenz ist. Und da stellen sich für einen Wissenschaftsjournalisten natürlich tausend Fragen: Warum gehen Menschen auf Wanderschaft, was treibt sie an, welche Folgen hat das für diejenigen, die sich auf den Weg machen, für diejenigen, die zurückbleiben, und natürlich auch diejenigen, die plötzlich neue Nachbarn haben? Ein paar dieser Fragen versuchen wir in unserer "Terra X"-Reihe zu beantworten. Das war ein wirklich spannender Forschungstrip rund um die Welt.

Was hat Sie an der "Reise der Menschheit" am meisten überrascht?

Dass "we are family" kein Hippie-Spruch, sondern eine biologisch-gesellschaftliche Tatsache ist. "Genetisch sind wir alle Afrikaner", hat mir ein Biochemiker erklärt. Wir Mitteleuropäer tragen das Erbe von Neandertaler und frühem Homo sapiens in uns, wir sind Nachfahren von Einwanderern aus Anatolien und aus der asiatischen Steppe. Die Grenzen von Nationen entsprechen nicht den genetischen Verwandtschaftsverhältnissen, unsere europäischen Sprachen gehen auf eine gemeinsame Ursprache zurück. Die gesamte Migrationsgeschichte der Menschheit ist in der DNA jedes Einzelnen verewigt, wie in einem Fraktal, bei dem aus einer Form eine größere entsteht, die genauso aussieht wie ihre Bestandteile. Das ist faszinierend. Und zeigt, wie lächerlich jeder rassistische Versuch ist, Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu bewerten.

Was haben Sie über sich selbst gelernt?

Dass ich ein ganz typischer Europäer bin: Bei mir haben sich Erbanlagen gemischt, die typisch für Deutschland und Skandinavien sind. Hinzu kommen ein bisschen Frankreich, Balkan, Mittelmeer, etwas Jüdisches und noch ein paar andere Faktoren. Eine DNA, wie sie sich in der ganz überwiegenden Mehrheit aller Mitteleuropäer findet. Und dann haben wir bei unseren Recherchen auch entfernte Verwandte von mir gefunden, die auf eine Migrationsgeschichte zurückblicken und heute in Australien oder Amerika leben. Auch das ist ganz typisch. Insofern habe ich gelernt: Ich bin absolut durchschnittlich.

Kennen Sie so etwas wie Fernweh?

Wenn man es zusammenrechnet, habe ich etwa die Hälfte der vergangenen 25 Jahre auf Reisen verbracht. Unterwegs zu sein, ist für mich also der Normalzustand und den mag ich. Für Vorurteile anderen Kulturen gegenüber lässt so ein Leben natürlich keinen Raum. Meine Erfahrung: Die Quote von angenehmen und unangenehmen Mitmenschen ist kulturübergreifend in etwa gleich. So wie es keine menschlichen Rassen gibt, existieren eben auch keine allgemein sympathischen oder unsympathischen Völker. Solche Kategorisierungen passen auf Individuen, nicht auf Gesellschaften. Aber trotz dieser globalen Verbundenheit, die ich durch meinen Beruf verspüre, habe ich ein ausgeprägtes Heimatgefühl. Ich komme aus Norddeutschland, das ist meine Heimat, dorthin sehne ich mich zurück, wenn ich Heimweh habe. Dort möchte ich alt werden. Die Sehnsucht auszuwandern konnte sich bei meinem unsteten Lebenswandel nie entwickeln. Meine Frau hat das, als es um die Wahl des Wohnortes ging, mal so formuliert: "Ist doch egal, wo du nicht bist." Da ist was dran. Ich bin sehr gerne unterwegs, komme aber genauso gerne wieder nach Hause.

Warum verlassen Menschen ihre Heimat?

Die Ursachen sind so alt wie die Menschheit selbst: Not, Gewalt, Hoffnung. Vereinfacht lässt sich jede Migration auf einen oder eine Kombination dieser Gründe zurückführen. Wenn Nahrungsmittel oder Lebensraum knapp werden, machen sich Menschen auf den Weg. Wenn sie unterdrückt werden, verlassen Menschen ihre Heimat. Oder weil sie sich für ihr eigenes Leben neue Chancen versprechen. Egal, ob man an deutsche Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, die Versklavung der Afrikaner in Amerika oder die Eroberung der Neuen Welt durch die Spanier denkt: Es sind immer diese wenigen Gründe. Und daraus kann man auch lernen, dass das Schicksal jeden Menschen zu einem Migranten machen kann. Wer sich das klar macht, hat natürlich auch einen anderen Blick auf Menschen aus anderen Gegenden der Welt.

Der Mensch hat innerhalb von 2000 Generationen die gesamte Erde bevölkert. Welche Leistung hat Sie dabei am meisten beeindruckt?

Dieses unglaubliche Tempo, in dem der Homo sapiens den kompletten Planeten erobert hat. Als würde eine große Urkraft uns antreiben. Im Moment ist das technisch zwar noch unmöglich, aber eigentlich wäre nun die Auswanderung auf andere Planeten der nächste logische Schritt. Sobald wir die Möglichkeit dazu haben, werden wir es auch tun. Weil es unserer Natur entspricht, weil wir Migranten sind.

Die Fragen stellte Johannes Geiger

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und unter https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

Weitere Informationen

terra-x.zdf.de

Alle drei Folgen der "Terra X"-Dokumentationsreihe "Die Reise der Menschheit" sind ab Sonntag, 29. April 2018 in der ZDFmediathek unter terra-x.zdf.de abrufbar.

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