Terra X: Magie der Märchen

Zweiteilige Dokumentationsreihe

Jeder kennt sie vom Vorlesen, aus Bilderbüchern und Verfilmungen: Die Märchen aus der Kindheit. Ursprünglich gar nicht für Kinder gedacht, sind sie, losgelöst von Raum und Zeit, Sinnbilder für moralische Werte. Zu den berühmtesten gehören die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. "Terra X" verfolgt ihre Spuren mit Wissenschaftlern und an Orten, die für das Verständnis der Märchen eine Schlüsselfunktion haben. Spielszenen und aufwendige Computeranimationen rekonstruieren die jeweiligen Lebenswirklichkeiten, die in den Märchen von "Frau Holle" und "Hänsel und Gretel" ihren Niederschlag gefunden haben.

  • ZDF, ab 4. Oktober 2020, sonntags, 19.30 Uhr

    Texte

    Einleitung, Sendedatum, Stab

    Jeder kennt sie vom Vorlesen, aus Bilderbüchern und Verfilmungen: Die Märchen unserer Kindheit. Ursprünglich gar nicht für Kinder gedacht, sind Märchen fest in unserer Erinnerung verankert. Losgelöst von Raum und Zeit sind sie Sinnbilder für moralische Werte. Oft geht es um den Kampf "Gut gegen Böse". Zu den berühmtesten gehören die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Sie sind über 200 Jahre alt, ihre Vorläufer reichen aber noch viel weiter zurück. Lange wurden Märchen vor allem mündlich weitergegeben. Dabei haben die Lebenswelten der Menschen Eingang in die Erzählungen gefunden. Hoffnungen und Ängste, Aberglaube, die harte Realität – diese und andere Erfahrungen sind wie Jahresringe Teil der Märchen geworden. So entstanden nicht nur Geschichten, die mit großem Erfolg immer wieder neu erzählt wurden. Dabei wuchs auch ein Speicher an Erinnerungen – ein kulturelles Gedächtnis der Menschheit. In den Märchen der Brüder Grimm gibt es demnach reiche Schätze zu entdecken. Wenn man sie richtig zu lesen versteht und die Spuren aufgreift, dann kommt man zu realen Ereignissen oder zur Befindlichkeit und zum Lebensgefühl von Menschen, die vor vielen Generationen gelebt haben. Doch die Spuren sind verschlüsselt.

    "Terra X" verfolgt die Spuren im Verbund mit Wissenschaftlern und an Orten, die für das Verständnis der Märchen eine Schlüsselfunktion haben. Spielszenen rekonstruieren die jeweilige Lebenswirklichkeit, die in den Märchen von "Frau Holle" und "Hänsel und Gretel" ihren Niederschlag gefunden hat. Aufwendige Computeranimationen zeigen die poetische und magische Vorstellungswelt der Märchen. Ihren weltweiten Erfolg verdanken sie nämlich vor allem dem Zauber, der jedem Märchen innewohnt. 

    Claudia Moroni, Redaktion "Terra X"

    Sonntag, 4. und 11. Oktober 2020, jeweils 19.30 Uhr

    Terra X: Magie der Märchen
    Zweiteilige Dokumentation

    1. Frau Holle und ihre versunkene Welt
    2. Hänsel und Gretel auf der Spur

    Buch: Ingo Helm
    Regie: Volker Schmidt-Sondermann
    Kamera: Ralf Gemmecke
    Redaktion: Claudia Moroni
    Länge: 43‘30‘‘

    Folge 1: Frau Holle und ihre versunkene Welt

    Sonntag, 4. Oktober 2020, 19.30 Uhr

    Terra X: Magie der Märchen

    Zweiteilige Dokumentationsreihe

    1. Frau Holle und ihre versunkene Welt 

    Film von Ingo Helm und Volker Schmidt-Sondermann

    In der ersten Folge der neuen "Terra X"-Reihe "Magie der Märchen" betreten die Autoren die mythische Welt der Frau Holle und zeigen, wie die germanische Sagenfigur ins Märchen kam.

    Der Brunnen als Tor in die fantastische Welt der Frau Holle. Sie belohnt die Fleißigen und bestraft die Faulen. Wie kein anderes Märchen offenbart die Erzählung, wie nachhaltig die bürgerliche Moralvorstellung des 19. Jahrhunderts das Frauenbild prägte. 

    Frau Holle lässt es schneien, wenn sie die Betten aufschüttelt – das hat wohl jeder schon einmal gehört und sich gewundert: Wie kann das sein? Im Märchen stecken aber noch mehr Geheimnisse, die nicht auf den ersten Blick zu entschlüsseln sind. Eines davon ist der Brunnen – ein mit vielfachen Bedeutungen aufgeladener Ort. Am Brunnen sitzen in der germanischen Mythologie die Nornen, die für die Menschen den Schicksalsfaden spinnen. Im Märchen der Brüder Grimm ist er das Durchgangstor in eine andersartige, fantastische Welt. Doch auch in der realen Welt spielt der Brunnen eine zentrale Rolle. Brunnen sorgen seit jeher für das lebensnotwendige Wasser. Über Jahrhunderte trafen sich am Brunnen vor allem die jungen Frauen. Der Ort war eine Börse für Gerüchte und ein Fokus des sozialen Lebens.

    "Frau Holle" ist vor allem eine Geschichte über zwei junge Frauen: Goldmarie und Pechmarie. Es ist das einzige bekannte Märchen, in dem nur Frauen vorkommen. Wie sahen ihre Lebenswelten aus, ihre Lebensentwürfe und Optionen? 

    Das Märchen entstand in der Form, wie es heute bekannt ist, in der Biedermeierzeit. Die Geschichte von der fleißigen Goldmarie und der faulen Pechmarie sollte eine Art moralische Leitlinie für die sittsame Frau sein. Für Dienstmädchen gab es später sogar ein Handbuch mit präzisen Verhaltensregeln. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Bürgertums landeten immer mehr junge Frauen vom Land in den Haushalten der wohlhabenden Städter. Im Märchen ist der Schauplatz das magische Reich von Frau Holle. Dort treffen zwei Welten aufeinander: die übermächtige Frau Holle und zwei ganz normale Mädchen, die auf die Probe gestellt werden.

    Frau Holle selbst hat ihren ersten Auftritt erst spät im Märchen. Sie ist eine rätselhafte Figur. Wer eigentlich dahinter steckt, darüber streiten sich die Forscher. Einigkeit besteht darin, dass sie auf uralte weibliche Gottheiten zurückgeht. Die altrömische Diana, die germanische Freya – viel spricht dafür, dass Frau Holle mit diesen und weiteren in eine Reihe zu stellen ist. Eine Erklärung gibt es aber dafür, dass die Erinnerung an diese mythische Figur sonst weitgehend verschwunden ist: Die Mönche, die vor über tausend Jahren im heutigen Deutschland das Christentum verbreiteten, haben gründliche Arbeit geleistet. Auch in der damals neuen Religion gab es eine weibliche Figur, die im Volk bald große Verehrung genoss: die Mutter Maria. Im fränkischen Amorbach und in Würzburg kann man sehen, wie Stätten heidnischer Göttinnen umgewidmet und an ihrer Stelle Kapellen für die Mutter Gottes gebaut wurden. Nur im Alpenland hat eine späte Ausprägung des heidnischen Kultes überlebt: Im "Perchtenlauf", der zum Jahreswechsel bis heute große Zahlen von Besuchern anzieht.

    Folge 2: Hänsel und Gretel auf der Spur

    Sonntag, 11. Oktober 2020, 19.30 Uhr

    Terra X: Magie der Märchen

    Zweiteilige Dokumentationsreihe

    2. Hänsel und Gretel auf der Spur 

    Film von Ingo Helm und Volker Schmidt-Sondermann

    "Hänsel und Gretel" gilt als das bekannteste aller Grimm-Märchen. Der Film folgt den mutigen Kindern auf ihrem gefährlichen Weg durch den Wald und spürt auf, welche Alltags-, Tatsachen- und Geschichtskerne in dem Märchen verborgen sind.

    Die Geschichte von "Hänsel und Gretel" beginnt mit einem Schock: Zwei Kinder werden von ihren Eltern im Wald ausgesetzt. Es herrscht Not, eine große Teuerung und als Folge eine Hungersnot. Erfahrungen, die sich den Menschen tief ins Gedächtnis eingeprägt und sich im Märchen niedergeschlagen haben.

    Das Märchen erzählt von einer Holzhackerfamilie – arm und missachtet, wie viele andere in diesem einst weit verbreiteten Beruf. Menschen vom unteren Ende der sozialen Stufenleiter haben Krisen und Notzeiten naturgemäß am härtesten erfahren. Die Kinder von Holzfällern mussten mitarbeiten. Sie wussten alles über den Wald. Aber von der Möglichkeit durch Bildung aufzusteigen waren sie weit entfernt. Überall herrschte Mangel. Das Märchen erzählt von den verzweifelten Versuchen, diesem Strudel zu entkommen. So enthält jedes der Motive im Märchen Nachrichten aus der Wirklichkeit. Mit wenigen Strichen wird die Lebenswelt der Kinder skizziert. Der Wald, in den sie gehen, steht für alles Bedrohliche. Dort gibt es wilde Tiere und unbekannte Gefahren. Aber der Wald kann auch zum Zufluchtsort werden. Und in der Zeit der Romantik, die auch Jacob und Wilhelm Grimm geprägt hat, wird der Wald zum Reich der Fantasie idealisiert. 

    Das Hexenhäuschen aus Kuchen und Zucker, die Hexe und ihre Hinterlist – all das kann jedes Kind mühelos verstehen. Spannend wird es, wenn es um die konkrete Bedeutung der Hexen geht: einsame, alte Frauen, die am Waldrand wohnten und zum Opfer der Hexenverfolgungen wurden, die erst kurz vor der Lebenszeit der Brüder Grimm ein Ende fanden. Und dann gibt es im Märchen einen weiteren Schock: Die Hexe will Hänsel fressen. Gab es so etwas wirklich? Die meisten Berichte über Kannibalismus, die in den Archiven liegen, sind übertrieben – Fake News, die zum Beispiel während des Dreißigjährigen Krieges verbreitet wurden, um den Gegner zu verleumden oder um das eigene Elend deutlich zu machen. Aber die Angst, dass es wirklich passieren könnte, reichte oft schon aus, um die Menschen in Atem zu halten. 

    Ist dieses Thema zu brutal für Kinder, also ganz unangebracht im Märchen? Nein, denn Kinder können das Geschehen im Märchen aus sicherer Distanz beobachten und nacherleben. Sie lernen dabei, wie andere Kinder große Gefahren und höchste Not meistern. Am Ende gewinnen sie – wie Hänsel und Gretel – Selbstvertrauen und Sicherheit. Auch diese Art von Ermutigung gehört zur Magie der Märchen.

    "Märchen geben Orientierung in einer komplexen Welt" 
    Interview mit Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho

    Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho ist Erzählforscherin mit Schwerpunkt auf der Gattung der Märchen. Seit Mitte der 1980er Jahre hat sie an vielen Universitäten im In- und Ausland Kulturanthropologie unterrichtet. Heute lehrt sie an der Universität Jena und gibt die Fachzeitschrift "Märchenspiegel" heraus. Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho ist Expertin in der zweiteiligen "Terra X"-Dokumentation "Magie der Märchen".

    Warum sind Märchen auch heute noch so beliebt?

    Märchen sind gesellschaftsutopische Modelle. Sie versprechen eine wunderbare Zukunft und eine gerechte Welt, in der alles seine Ordnung hat, in der klar ist, wer gut oder schlecht ist. Ein weiterer Grund ist, dass man jedes Märchen psychologisch deuten kann. Das ist im Augenblick sehr angesagt. Und: Märchen geben Orientierung in einer Welt, die immer komplexer wird. Das ist sicher auch ein wichtiger Grund, warum Märchen immer noch so erfolgreich sind.

    Werden durch Märchen Vorbilder generiert?

    Unbedingt werden im Märchen Vorbilder kreiert. Denken Sie doch bitte nur mal an moderne Filme wie "Pretty Woman". Der Film ist nichts anderes als ein Aschenputtel-Märchen. Märchen liefern auch jede Menge gesellschaftliche Rollenvorbilder. In Frau Holle ist es die biedermeierliche Rollenvorstellung der tugendhaften Frau im Haushalt. Und bei Hänsel und Gretel ist das Vorbild darin zu sehen, dass die Bedrohung durch die Hexe an irgendeinem Punkt eine Grenze erreicht, wo jedes Kind begreift, dass es jetzt aktiv werden und sich selbst helfen muss, um nicht unter zu gehen. Und als Gattung sind Märchen Vorbilder für alle Fantasy-Geschichten, Liebesstories, Manga-Comics und alle anderen pseudoneuen Gattungen.

    Wie aktuell ist das Märchen von Hänsel und Gretel?

    Das Märchen von Hänsel und Gretel ist insofern sehr heutig, als es auch heute sehr viele Fälle von vernachlässigten Kindern gibt. Das ist eine Form von Brutalität, wie sie im Märchen erzählt wird. Wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr füttern, sie vergessen oder wegsperren, dann sind das aktuelle Themen, die man auch auf "Hänsel und Gretel" herunterbrechen kann, wenn man will. Dieses Herunterbrechen ist das, was Märchen zeitlos und aktuell macht. Und das ist ihr Erfolgsprogramm. Märchen wird es auch noch in hundert Jahren geben, ein bisschen anders, aber immer noch.

    Viele Märchen wie auch "Hänsel und Gretel" gelten als unglaublich brutal und für Kinder ungeeignet. Jagen sie Kindern unnötig Angst ein?

    Märchen sind keine Ponyhof-Geschichten. Märchen sind die schlimmsten Geschichten, die ich kenne. Da wird keine Gemeinheit ausgespart. Dazu muss man wissen: Ängste bei Kindern entstehen ab einem bestimmten Lebensjahr, ohne dass man das verhindern kann. Wenn Kinder im Märchenalter mit Märchen konfrontiert werden, helfen sie ihnen, diese Ängste zu kanalisieren, in Bilder umzusetzen und schlussendlich auch mit ihren Ängsten fertig zu werden. Denn das Märchen geht – mit wenigen Ausnahmen – immer gut aus. 

    Enthalten Märchen Botschaften aus der Wirklichkeit – wieviel konkrete Geschichte steckt in ihnen?

    Wenn Märchen keine Lebenswirklichkeit enthielten, dann würden wir Märchen nicht auch als sozialhistorische Quellen betrachten. Immer wieder sind durch die jahrhundertelange, mündliche Tradierung reale Lebensverhältnisse einer bestimmten Epoche ins Märchen eingeflossen und haben die einzelnen Geschichten entsprechend gefärbt oder sogar verändert. Bei "Hänsel und Gretel" zum Beispiel ersetzten die Grimms die Mutter durch eine Stiefmutter, weil sie das biedermeierliche Familienmodell des 19. Jahrhunderts nicht verletzen wollten. Denn eine Mutter setzt ihre Kinder nicht schutzlos im Wald aus, eine Stiefmutter kann das schon eher tun. Die historischen Hintergründe versuchen wir Forscher zu entdecken, zu entschlüsseln und zu deuten. Ohne die sozialhistorische Geschichte hinter den Geschichten wären Märchen für mich nicht so interessant.

    Frau Holle ist eine sehr rätselhafte Figur, die viel Raum zur Interpretation bietet. Weiß die Forschung, welcher Volksglaube hinter Frau Holle steckt?

    Es wird gesagt, Frau Holle sei ein Survival aus germanischer Vorzeit. Manche gehen sogar noch weiter und sagen, sie sei die ganz große Urmutter. Davon halten wir Wissenschaftler nicht viel, denn das ist sehr schwer nachweisbar. Nun hat Frau Holle einige Züge der nordischen Schicksalsgöttinnen, und sie trägt Züge der Frau Perchta. Aber dass Frau Holle diese bestimmte germanische Sagengestalt ist, kann man nicht sagen. Wenn Frau Holle auch heute noch eine mächtige weibliche Gestalt bleiben soll, dann wird man sie wahrscheinlich am ehesten als Wettermacherin – ich sage nur "Stichwort Klimadebatte" – sehen.

    Die Fragen stellte Claudia Moroni.

    Prof. Dr. Holger Erhardt ist Professor für Germanistik mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Werk und Wirkung der Brüder Grimm an der Universität Kassel. Er war Fachberater der zweiteiligen "Terra X"-Dokumentation "Magie der Märchen".

    Was hat die Brüder Grimm dazu bewegt, Märchen zu sammeln?

    Seit dem Ausgang des Mittelalters galt in Europa die griechisch-römische Antike als kulturelles Vorbild. Erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts kam es zu einem Wechsel dieser Sichtweise, indem man sich auf die Ursprünge der eigenen Kultur zurückbesann. Hier zeichneten sich besonders die Brüder Grimm aus, die ihren Blick aus literaturwissenschaftlicher Sicht auf die deutsche Frühgeschichte richteten und überlieferte Zeugnisse in der Volkspoesie aufsuchten. Im Vorwort der Kinder- und Hausmärchen schrieben sie, dass vom "Reichthum deutscher Dichtung […] nichts lebendig sich erhalten [habe als] Volkslieder, und diese unschuldigen Hausmärchen."

    Was wollten die Grimms mit den Kinder- und Hausmärchen bei den Lesern bewirken?

    Zum einen wollten die Brüder Grimm diese mündlichen Erzählungen bewahren, und damit der "Geschichte der Poesie einen Dienst erweisen", zum anderen hofften sie, "daß ein eigentliches Erziehungsbuch daraus werde", wie sie im Vorwort zur zweiten Band der Sammlung 1815 schrieben.

    Lässt sich feststellen, welche die ältesten Vorlagen für "Frau Holle" oder "Hänsel und Gretel" sind?

    Von beiden Märchen lassen sich die ältesten Überlieferungen im Pentamerone (1634/36), einer Märchensammlung des Neapolitaners Giambattista Basile nachweisen. Erzählzüge von "Frau Holle" finden sich dort im Märchen "Die drei Feen" beziehungsweise "Die zwei Kuchen", von "Hänsel und Gretel" im Märchen "Nennillo und Nennella".

    Immer wieder kann man lesen, dass die Grimms die Namen ihrer Beiträger*innen vertuscht haben sollen? Wie war es tatsächlich?

    In ihren Anmerkungen zu den einzelnen Märchen verzeichneten sie in der Regel die Herkunftsorte beziehungsweise -regionen zum Beispiel "Aus Hessen" oder "Aus dem Paderbörnischen". Dies war nicht dem Bestreben geschuldet, die einzelnen Beiträgerinnen und Beiträger zu verschweigen, sondern der Auffassung, dass sich bestimmte Märchen in bestimmten Gegenden erhalten haben. Im zweiten Band der Sammlung wurde eine Beiträgerin, Dorothea Viehmann aus Niederzwehren bei Kassel, namentlich erwähnt und hervorgehoben, weil sie viele und besonders alte Märchen erzählt hat. Gelegentlich wurden in späteren Auflagen auch einzelne Beiträgernamen genannt, doch erst 1895 teilte der Sohn Wilhelm Grimms die Namen einiger wichtigster Beiträger mit. Bis heute sind noch immer nicht alle Beiträger ermittelt.

    Worin besteht die besondere Leistung der Grimms?

    Die besondere Leistung der Brüder Grimm als Märchensammler besteht darin, dass ihre Kinder- und Hausmärchen im Gegensatz zu den anderen zeitgenössischen Sammlungen einen sehr hohen Anteil mündlicher Beiträge aufweisen.

    Warum sind ausgerechnet die Grimm-Märchen so berühmt geworden?

    Durch die sprachliche Überarbeitung Wilhelm Grimms erhielten die Kinder- und Hausmärchen einen unverwechselbaren, typischen Märchenton, der ganz wesentlich zu ihrer weltweiten Popularität beigetragen hat.

    Die Fragen stellte Claudia Moroni.

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