Terra X: Spione im Tierreich 3

Dokumentation

Der dritte Teil der Dokumentation "Spione im Tierreich" wartet wieder mit einer außergewöhnlichen Filmtechnik auf: Ultrarealistische Tierroboter ausgestattet mit Minikameras, so genannte Animatroniks, wurden bei Wildtieren ausgesetzt. Die technischen Wunderwerke imitieren Aussehen, Duft und Verhalten der Tiere so genau, dass sie von den meisten "Artgenossen" akzeptiert wurden. Durch diese außergewöhnlichen Kameraperspektiven kommen die Zuschauer den Wildtieren hautnah.

  • ZDF, Sonntag, 19. August 2018, 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 18. August 2018

    Texte

    Bei den Erdmännchen Afrikas, den Mangusten, erlebt ein "Undercover-Artgenosse", wie clever diese Tiere gegen eine vermeintliche Speikobra vorgehen, die ebenfalls ein Animatronik ist. Zwischen den Küken und den Eiern eines Straußengeleges können die Zuschauer über eine Minikamera in einem künstlichen Ei den spektakulären Täuschungstanz der Straußenmutter beobachten, die mit diesem Trick einen Leoparden vom Nest weglockt. Durch lebendig scheinende Reiher- und Schildkröten-Imitate können die Zuschauer zwischen den Beinen einer Elefantenherde beobachten, wie die Rüsseltiere ihre Jungen gegen angreifende Wildhunde in Schutz nehmen, die ihrerseits die Dickhäuter von den unterirdischen Bauten mit den Hundewelpen fernhalten wollen. Als Käfermade in einem morschen Baumstamm getarnt dokumentiert eine Roboterkamera den raffinierten Werkzeuggebrauch einer Neukaledonienkrähe bei der Nahrungssuche.

    Ob als Buschbaby verkleidet beim Beobachten organisierter Beutezüge von Schimpansen gegen Paviane, ob als "haariger Agent" beim Belauschen von Präriehunden im Kampf gegen eine Klapperschlange oder als Pinguin in der Antarktis – die Kameras der Spionageroboter sind stets direkt dabei, die Animatroniks interagieren sogar mit ihrem lebendigen Gegenüber.

    Animatroniks im Einsatz bei "Terra X: Spione im Tierreich"
    Von ZDF-Redakteur Michael Leja

    Animatroniks – möglichst lebensecht aussehende, elektro-mechanisch bewegte Figuren – gibt es schon lange. Der Begriff kombiniert die englischen Wörter animation (= Lebhaftigkeit, Bewegung) und electronic (= Elektronik). Berühmte Kinohelden wie Godzilla, T-Rex und viele Figuren aus Jurassic Park waren Animatroniks. Die Realisation derartiger Kunstwesen wird im Fiction-Bereich mittlerweile weitestgehend durch computergenerierte Bilder (CGI) übernommen. Animatroniks, gekoppelt mit ausgeklügelten Kamera-Systemen, in Tierdokumentationen einzusetzen, gilt hingegen als geradezu revolutionär.

    Der britische Tierfilmer, Regisseur und Produzent John Downer belauschte bereits in "Lions – Spy in the Den" (2000) das intime Rudelleben von Löwen mittels einer ferngesteuert fahrbaren, als Felsblock getarnten Kamera. Seither werden solche Kameraroboter auch "BoulderCam" (boulder = Felsblock) genannt. Downer verfeinerte seine BoulderCams für seine folgenden Produktionen weiter. So kamen schließlich in "Trek – Spy on the Wildebeest" (2007) als Schildkröte und Krokodil getarnte Kameras zum Einsatz. Downer bezeichnet solche Animatronik-Kameras als "Spy Creatures". Mit ihnen ist es ihm möglich, die Objektive hautnah bei den Tieren zu positionieren – auch in Bewegung. Dadurch entstehen ungewöhnliche Aufnahmen aus dem Blickwinkel der Beobachtungsobjekte – authentisch und nicht verfälscht durch eventuelle, durch die Anwesenheit des Filmteams entstehende, Störeffekte.

    Mit "Spy in the Wild" (2017) hat John Downer in Zusammenarbeit mit dem Animatronik-Designer John Nolan die Entwicklung bislang auf die Spitze getrieben. John Nolan schuf für die vierteilige BBC-Sendereihe mehr als 30 verschiedene "Spy Creatures" – ultra-realistische Animatroniks, die optisch, olfaktorisch und manche auch akustisch von ihren lebendigen Pendants kaum zu unterscheiden sind. Intensive Bewegungsstudien gingen der Konstruktion voraus. Anschließend wurden das metallene Innenskelett und die Außenhaut hergestellt. Bis zu 36 Stellmotoren sorgen für die arttypischen Bewegungsweisen bis zur Gesichtsmimik. Die Entwicklung einer einzigen "Spy Creature" nahm mehrere Monate in Anspruch. Am höchst entwickelten Animatronik, einem erwachsenen Orang-Utan in Lebensgröße, arbeiteten zwölf bis 14  Spezialisten für Modellierung, Engineering, Programmierung, Mimik, Haut, Fell, Farbe etc. Manche der täuschend echt wirkenden Roboter konnten während der Dreharbeiten mit ihren lebendigen Artgenossen kommunizieren. Fast alle wurden von den Tieren zumindest nicht als störend wahrgenommen, oft sogar mit Interesse untersucht und manchmal anscheinend als Ihresgleichen akzeptiert. So entstanden einmalige Aufnahmen, die mit anderen Kameras nicht möglich gewesen wären.

    Das ZDF zeigt mit "Spione im Tierreich" die besten und überraschendsten Storys des BBC-Vierteilers "Spy in the Wild" von John Downer.

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

    Weitere Informationen

    Die Sendung ist ab Samstag, 18. August 2018, in der ZDFmediathek abrufbar.

    Vier Clips, Making-ofs und drei Bilderserien sind sendungsbegleitend in der ZDF-Mediathek unter terra-x.zdf.de abrufbar: https://bit.ly/2muRcUB

    terrax.zdf.de

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über presseportal.zdf.de/presse/terrax

    Impressum

    ZDF Hauptabteilung Kommunikation
    Presse und Information
    Verantwortlich: Alexander Stock
    E-Mail: pressedesk@zdf.de
    © 2018 ZDF

    Ansprechpartner

    Name: Magda Huthmann
    E-Mail: huthmann.m@zdf.de
    Telefon: (06131) 70-12149