In der Schwebe

ZDF/Das kleine Fernsehspiel - Vierteilige Reihe "100% Leben"

Um der Armut zu entfliehen, trainieren Felix und Eunice in den Bergen Kenias Marathonläufe. Sportmanager Volker Wagner holt sie für die Jagd nach Siegen und Geld eine Saison lang nach Europa. ZDF/Das kleine Fernsehspiel zeigt am Montag, 23. November, 00.10 Uhr, den letzten Dokumentarfilm aus der vierteiligen Reihe "100% Leben".

  • ZDF, Montag, 23. November 2015, 00.10 Uhr

Texte

The Long Distance- Montag, 2. November 2015, 23.55 Uhr

Freitag, 27. November 2015, 8.30 Uhr ZDFinfo, unter dem Titel "Runner's High - Kenianische Lauftalente in Europa"

 

Dokumentarfilm

Stab

Buch und Regie: Daniel Andreas Sager
Kamera: Julia Hönemann, Daniel Andreas Sager, Carina Neubohn
Ton: Frank Schubert
Schnitt: Nadine Müller
Musik: Hannah von Hübbenet, Marcel Walter
Sounddesgin: Tobias Scherer
Producer: Simon Riedl
Produktion: Eine Produktion der Filmakademie Ludwigsburg in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel Redaktion Burkhard Althoff
Länge: 89:23 Min.

Deutsch sowie Englisch, Swahili, Kalenjin und Russisch mit deutschen Untertiteln.

 

Protagonisten

Volker Wagner, Eunice Chelagat Lelay, Felix Kiprotich und weitere.

 

Förderer

Caligari Förderpreis 2013 und Docuvillage International Mentorship


Preise

Simon Riedl gewann für "The Long Distance" den mit 10 000 Euro dotierten First Steps NO FEAR Award 2015 für Nachwuchsproduzenten.

 

Inhalt

Langstreckenläufe gehören zu den härtesten Disziplinen der Welt. Bei professionellen Marathonläufen geht es nach über 40 Kilometern Distanz um Sekunden. Sekunden, die über viel Geld entscheiden. Der Laufsport ist ein Geschäft geworden, dem lotterieähnliche Züge anhaften. Die Preisgelder der großen Läufe liegen im fünfstelligen Bereich. Um an diese Beträge zu gelangen, muss man Weltklasse sein. Oder erfolgreicher Athletenmanager.

Der 63-jährige Volker Wagner ist Athletenmanager. Er bringt Menschen aus Afrika nach Deutschland und lässt sie auf Läufen antreten. Wenn sie gewinnen, bekommt er seinen Teil ab. Wagner hat den Handel mit afrikanischen Athleten im deutschen Laufsport erfunden. Er hat kenianische und äthiopische Läufer von der Straße nach ganz oben gebracht. Mit ihnen hat er alle großen Marathonläufe gewonnen: New York, Tokio, London, Berlin. Seine Athleten waren auf den Olympischen Spielen vertreten und haben 13 Weltrekorde aufgestellt. Läuferinnen wie Tegla Loroupe oder Joyce Chepchumba hat er zu Weltstars und Millionären gemacht.

Volker Wagner war selbst ganz oben, bis konkurrierende Manager sein System erkannten und es perfektionierten. Sie betraten die Welt des Laufsports mit mehr Geld, größeren Sponsoren und Skrupellosigkeit. Seit zehn Jahren sind große Erfolge für Wagner ausgeblieben. Immer wieder werden seine besten Läufer von anderen Managern abgeworben.

Aber aufhören will er nicht. Sein neues kenianisches Laufteam soll wieder einen Weltstar hervorbringen. Zum Team gehören auch die 28-jährige Eunice Lelay Jeglat und der 25-jährige Felix Kiprotich. Sie leben im kenianischen Rift Valley in kleinen Lehmhütten. In einer Höhe von über 3000 Metern führen sie mit ihren Familien ein Leben in Armut. Mit Wagner verbindet sie nicht nur ein Athletenvertrag, sondern auch das Ziel viel Geld zu verdienen und damit ihr Leben völlig zu verändern. Eunice und Felix laufen um ein lebenswertes Leben. Mit dieser Saison – so hoffen sie alle – wird es gelingen.

 

"Ein befremdliches Gefühl"

Statement von Autor und Regisseur Daniel Andreas Sager

 

In den letzten Jahren reiste ich durch viele verarmte Länder in verschiedenen Teilen der Welt. Immer wenn ich nach Europa zurückkehrte, überkam mich ein befremdliches Gefühl. Diese innere Auseinandersetzung war Ausgangspunkt für einen Film, der einen außereuropäischen Blick auf unsere Art zu leben beinhalten sollte. Im Läuferhandel fand ich diese Problematik inbegriffen und weitere taten sich auf.

Das Prinzip des Wettlaufes ist so alt wie die Menschheit. Die Frage nach dem schnellsten Menschen scheint tief in ihr verankert zu sein. Eine griechische Legende ließ den Marathon mit seinen 42,195 Kilometern Distanz zu dessen Königsklasse werden. Allein das Leistungsvermögen des Körpers entscheidet über Gewinner und Verlierer. Kraft, Ausdauer und der Kampf gegen die Schmerzen, lassen den Schnellsten zum Sieger werden und viel Geld verdienen.

Die ausdauernd schnellsten Menschen der Welt stammen vor allem aus den Höhengebieten der ostafrikanischen Länder, wie Kenia, Äthiopien oder Simbabwe. Das stabile Klima bietet das ganze Jahr über perfekte Trainingsbedingungen. Aber auch die wenig ausgebaute Infrastruktur, die das Fortbewegungsmittel ‚Fuß’ von klein auf gezwungenermaßen in den Alltag der Menschen integriert, fördert die Kondition.

Kenia und Äthiopien brachten die Weltstars des Laufsports hervor. Jetzt träumt eine ganze Generation junger Ostafrikaner davon, durch Marathonläufe in Europa, Amerika oder Asien einen Weg aus der Armut zu finden. Für sie ist der Marathonsport, was für Nordafrikaner das Flüchtlingsboot ist.

Die Lauftalente trainieren gemeinsam in den Hochebenen, wie dem kenianischen Rift-Valley, der Region um Eldoret, wo wir "The Long Distance" gedreht haben. Jeden Morgen laufen die Sportler 21 Kilometern, wobei der Trainingseffekt durch die Höhenlage verstärkt wird. Die besten Sportler werden von europäischen Sportmanagern kurzzeitig nach Europa eingeladen, wo sie sich in den verschiedenen Trainingscamps aufhalten. In Afrika trainieren und leben sie gemeinsam, um in Europa dann gegeneinander anzutreten.

Das Fortschreiten der Globalisierung verkettet zunehmend menschliche Schicksale verschiedener Kontinente. Unterschiedlichste Perspektiven treffen auf ganz engem Raum aufeinander – kollidieren, harmonieren und verschieben Mächteverhältnisse. In dem System des Marathon- und Laufgeschäfts fand ich diese Begebenheiten in extremer Form. Dem wollte ich nachgehen.

Läufer und Manager verschiedener Herkunft haben zwar dasselbe Ziel: sie wollen Geld verdienen, aber ihre Perspektiven sind grundverschieden. Was für viele Ostafrikaner die Suche nach einem Weg aus der Armut ist, scheint für einige europäische Manager der Eifer nach Ruhm und Reichtum.

In "The Long Distance" widme ich mich daher bewusst beider Perspektiven, um Zusammenhänge und Abhängigkeiten zweier Welten sichtbar zu machen. Der Film ist eine Untersuchung der Globalisierung in der menschlichen Begegnung. Aber so unterschiedlich die Perspektiven dann auch sein mögen, bleibt dem Menschen im Umgang mit kleinen wie großen Nöten eines gemein: die Hoffnung.

 

Biografie von Autor und Regisseur Daniel Sager

Daniel Andreas Sager wurde 1985 in Berlin geboren und wuchs in Moskau auf. Nach seinem Abitur studierte er Ethnologie und Philosophie in Leipzig. Hier leitete er im Kino Prager Frühling das Kurzfilmfestival "Junges Kino" bis er das Regiestudium an der Filmakademie Ludwigsburg begann. Nach dem Grundstudium erhielt er das Baden-Württemberg Stipendium und studierte ein Jahr an der Filmschule UCINE in Buenos Aires. 2013 nahm er mit einem Stipendium der Filmakademie BW an der Drehbuch Masterclass Docu-Village in Haifa, Israel teil. "The Long Distance" ist sein Diplomfilm an der Filmakademie Ludwigsburg. Er arbeitet als freier Autor, Regisseur, Journalist sowie als Kameramann und lebt in Berlin.

Biete. Suche - Montag, 9. November 2015, 00.10 Uhr

Dokumentarfilm

Stab

Buch und Regie: Romy Steyer
Kamera: Willi Böhm
Ton: Elmar Szücs
Sounddesign: Rainer Heesch
Producer/Produzent: Sebastian Naumann
Produktion: Monochrom Film
Redaktion: Milena Bonse, Diana Kraus
Länge: 85 Min.

 

Protagonisten

Barbara, Lina, Lucas und Peter

 

Inhalt

Lina möchte gerne den Vater ihrer Kinder kennenlernen, bevor sie 30 wird. Auf einer Online-Plattform werden ihr nach Auswertung eines wissenschaftlichen Persönlichkeitstests über 800 passende "Singles mit Niveau" vorgestellt. Peter hat schon einige Damen über eine kostenfreie Singlebörse getroffen, doch bisher konnte ihn noch keine überzeugen. Aktuell chattet er mit Elena aus Sibirien, die ihn bald besuchen will.

Lucas prüft regelmäßig über eine App mit Radarfunktion, ob sich sein "Romeo" in der Nähe befindet. Doch unter den meist halb nackten Kandidaten suchen die wenigsten ebenfalls eine feste Partnerschaft. An die große Liebe glaubt Barbara schon lange nicht mehr. Sie lebt in einer offenen Beziehung mit einem polyamoren Mann und sucht auf einer Plattform für "stilvolle Erotik" nach gelegentlichen Begegnungen. "BIETE.SUCHE" erzählt in vier miteinander verwobenen Episoden von der modernen Partnersuche im Internet.

 

Biografie von Regisseurin Romy Steyer

Regisseurin Romy Steyer wurde 1982 in Sangerhausen, Deutschland geboren. Ab 2003 studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg Regie/ Dokumentarfilm. Währenddessen nahm sie an einem Studentenaustausch mit der Marubi Film School in Tirana/ Albanien teil. 2010 schloss sie ihr Studium mit ihrem Diplomfilm "Kopfkino" ab. Es folgte ihr Debütfilm "Egal was ich tue, sie lieben es", in dem sie vom Erwachsenwerden dreier YouTube-Stars erzählt. Danach führte sie bei einer der vier Folgen der ZDF-Pilotreihe "House of Love" Regie. In ihrem aktuellen Film "Biete.Suche" setzt sie sich erneut mit der Netzkultur auseinander und geht dem Thema Liebe in Zeiten zunehmender Digitalisierung nach.

MAMMON – Per Anhalter durch das Geldsystem - Montag, 16. November 2015, 00.05 Uhr

Dokumentarfilm

Stab

Buch und Regie: Philipp Enders
Kamera: Frank Raatschen
Schnitt: Ivan Morales Jr.
Musik: Loy Wesselburg
Ton: Frank Raatschen, Moritz Böttcher
Sounddesign: Gustav Scholda, Manuel Meichsner
Produzenten: Jonas Katzenstein, Maximilian Leo
Produktion: augenschein Filmproduktion GmbH
Redaktion: ZDF/Das kleine Fernsehspiel, Arte
Länge: 85 Min.

 

Förderer

Film- & Medienstiftung NRW GmbH, nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen /Bremen mbH

 

Protagonisten

Philipp Enders, Michael Brand-Bam, Tomáš Sedláček, Christina von Braun, Erik Becker, Benoît Cœuré, Frei Betto, Giacomo Corneo, Mark Davis, Christian Felber

 

Inhalt

Auf seiner Reise begegnet Enders unterschiedlichsten Geld-Experten, wie der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun, dem Daytrader Philipp Schröder, dem EZB-Direktor Benoît Cœuré, Börsenmakler Dirk Müller alias "Mister Dax", dem Wirtschaftsphilosophen Tomas Sedlacek oder dem Ökonomen Robert H. Frank. Seine App hilft ihm, komplexe Phänomene wie Derivatehandel, Inflation, Goldstandard oder Leitzins – verständlich animiert und  aufbereitet – zu verstehen.

Nach und nach legt Philipp Enders auf seiner Reise ein System von Abhängigkeiten frei, die ihn auch zu alternativen Formen wie der Sozialwährung oder dem Aktienmarktsozialismus führt. Denn am Ende scheint die Krise des Finanzsystems auch eine Chance auf Veränderung zu bieten. "Mammon" erzählt mit einem Augenzwinkern von den Mechanismen, die hinter dem "schnöden Mammon" stecken.

 

Biografie von Autor und Regisseur Philipp Enders

Philipp Enders (*1980, Stuttgart) absolvierte vor seinem Filmstudium eine Ausbildung zum Mediengestalter und studierte Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg. Von 2003 bis 2009 war er Student im Bereich Film an der Kunsthochschule für Medien Köln, 2006/2007 ging er mit einem Stipendium an die Internationale Filmhochschule Kuba (EICTV). Sein Abschlussfilm ist die mehrfach preisgekrönte Dokumentation MAN STIRBT.

 2010 gründete er gemeinsam mit Patrick Doberenz und Moritz Grund die Gegenschuss Filmproduktion und produzierte 2011 den dokumentarisch-fiktionalen Film ALICE 5.0 für ZDF/Das kleine Fernsehspiel und 2013 den Dokumentarfilm HELDENSOHN für ZDF/arte. 2012 war er sowohl Stipendiat des AV-Gründerzentrums NRW als auch der Documentary Campus Masterschool. Philipp Enders lebt und arbeitet als freier Filmemacher, Produzent und Cutter in Köln.

In der Schwebe- Montag, 23. November 2015, 00.10 Uhr

Dokumentarfilm

Stab

Buch und Regie: Miguel Müller-Frank
Kamera: Driss Azhari
Schnitt: Nicole Schmeier
Ton: Shinya Kitamura, Adrian Schwegler
Sounddesgin: Shinya Kitamura
Produzenten: Erik Winker, Martin Roelly, Andreas Brauer      
Produktion: HUPE Film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und Kunsthochschule für Medien Köln
Redaktion: Jörg Schneider
Länge: ca. 71 Min.

 

Protagonisten

Kilian und Thomas  

 

Inhalt

Kilian (24) und Thomas (26) sind erfolgreiche Pokerspieler und Teil einer Clique von jungen und befreundeten Spielern, die sich in der Szene kennen gelernt haben.

Zusammen reisen sie zu Turnieren. Zwischen Live- und Onlinepoker wechselnd, leben sie im täglichen Auf und Ab des Spiels, einer Welt zwischen Gewinn und Verlust. Zeit über ihren Lebensweg nachzudenken bleibt kaum.

Es gibt immer das nächste Turnier, die nächste Pokersession, die ansteht. Auch in der gemeinsamen WG in Wien scheint sich das Leben nur um das Spiel zu drehen. Der Film zeichnet ein Porträt der Beiden und taucht dabei ein in eine regelrechte Parallelwelt ein, in der Sieg und Niederlage oftmals ganz dicht beieinander liegen.

 

Biografie von Regisseur Miguel Müller-Frank

Miguel Müller-Frank wurde 1989 in Palma de Mallorca geboren. Im Jahr 2009 stellte er seinen Debütfilm "Zwischen Welten" fertig. Danach folgten die Dokumentarfilme "Nachtfragmente" (2010) und "Wahrer Anfang" (2012). Seit 2013 studiert er Filmregie an der Kunsthochschule für Medien.

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