Copyright: ZDF / Gordon Mühle
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Totengebet

Thriller nach dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Herrmann

Vor der Tür von Rechtsanwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) steht eine junge US-Amerikanerin, die nach dem Tod ihres Stiefvaters ihren leiblichen Vater sucht. Sie ist aus New York nach Berlin gekommen, um herauszufinden, was im Sommer Anfang der 1990er Jahre an der Universität Boston passiert ist. Das war der Sommer, in dem Vernau dort studierte.
Dann gibt es einen Toten und die junge Frau ist verschwunden. Die Spuren führen Vernau nach New York und zur Uni nach Boston.

  • ZDF, Montag, 14. Januar 2019, 20.15 Uhr / Der Fernsehfilm der Woche

Texte

Die "Vernau"-Reihe – ein Neuanfang
Von ZDF-Redakteur Daniel Blum

Mit Figuren, die ihren Ursprung in Romanen haben, ist es für LeserInnen und ZuschauerInnen so eine Sache. Oft verfehlt die für den Film gewählte Besetzung der Hauptrolle die Vorstellungen, die sich LeserInnen schon in ihrem Kopf gebildet haben. Je umfangreicher die Fangemeinde einer Romanreihe ist, desto heikler für die filmische Umsetzung. Manchmal freilich gibt es auch Glücksfälle im Gewerbe dieser "Verkörperungen". Um einen solchen Glücksfall handelt es sich aus unserer Sicht ohne Zweifel bei der Verfilmung der Romane von Elisabeth Herrmann, allesamt veritable Bestseller, die sich um den charmanten Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau drehen: Vernau ist Jan Josef Liefers und Jan Josef Liefers ist Vernau. Damit sei nicht unterstellt, dass es besonders viele Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Rolle gäbe, aber durchaus, dass es sich bei diesem herausragenden Schauspieler einfach um die ideale Besetzung für diese Figur handelt. Man könnte es auch so ausdrücken: Wenn Liefers Vernau spielt, bekommt das Publikum einen Liefers zu sehen, der in dieser Rolle die besten und überzeugendsten Facetten seiner Schauspielkunst ausspielen kann.

Vor dem Spiel kommen aber auch beim Film das Buch und die Regie. Der kreative Kern bei der Entwicklung der Filme waren und sind von Anfang an die Produzenten Jutta Lieck-Klenke und Dietrich Kluge – bessere Komplizen für erzählerisch und produktionell hochwertiges Programm sind kaum denkbar. Das wirkliche Leben hat dem Ganzen aber der Regisseur eingehaucht: Neudeutsch würde man sagen, dass Carlo Rola der "Creator" der "Vernau-Reihe" für das Fernsehen war. So entstand von 2012 bis 2015 jedes Jahr eine neue Roman-Verfilmung unter seiner Regie: "Das Kindermädchen" (2012), "Die letzte Instanz" (2014), "Der Mann ohne Schatten" (2015), "Die siebte Stunde" (2016). Jeder Film war Handarbeit, ein Einzelstück und erschien jeweils unter dem Titel des Romans – ausnahmsweise ohne einen verbindenden Reihentitel. Meist im Januar ausgestrahlt, bescherten die Filme dem Sender einen außergewöhnlichen Zuschauerzuspruch. Der unerwartete und jähe Tod von Carlo Rola im Jahr 2016 raubte der ganzen Unternehmung allerdings für eine ganze Zeit das leidenschaftliche Herz. Ein einfaches "Weiter so" unter neuer Regie war nicht möglich.

Und an dieser Stelle kommt wieder der Hauptdarsteller ins Spiel. Jan Josef Liefers war es, der unsere Aufmerksamkeit auf einen Regisseur lenkte, dessen Name in der Branche zwar bekannt ist, dessen Arbeit durch seinen langjährigen Arbeitsort und Hauptwohnsitz in den USA aber aus dem hiesigen Fokus geraten war: Josef Rusnak. Ihm haben wir zu verdanken, dass dem Vernau-Krimi mit Ruhe wieder filmische und erzählerische Leidenschaft eingehaucht wurde. Zusammen mit dem visuell höchst aufregenden Kameramann Ralf Noack (auch dies eine Empfehlung von Jan Josef Liefers) hat Rusnak ein neues, vielversprechendes Kapitel in Sachen Vernau aufgeschlagen. Der Titel "Totengebet" suggeriert ein Ende. Für uns ist es ein Anfang, der uns und den Zuschauern neue Seiten einer höchst lebendigen Figur zeigt. Joachim Vernau lebt.

Stab, Besetzung, Inhalt

Montag, 14. Januar 2019, 20.15 Uhr / Der Fernsehfilm der Woche
Totengebet
Nach dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Herrmann

Drehbuch_____André Georgi, Josef Rusnak
Regie_____Josef Rusnak
Kamera_____Ralf Noack
Casting_____Rebecca Gerling
Szenenbild_____Marcus A. Berndt
Kostüm_____Nana Kolbinger
Musik_____Mario Grigorov
Schnitt_____Dirk Grau
Herstellungsleitung_____Roger Daute
Produktion_____Network Movie Film- und Fernsehproduktion, Hamburg
Produzenten_____Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge
Redaktion_____Daniel Blum
Sendelänge_____90 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller
Joachim Vernau_____Jan Josef Liefers
Marie-Louise Hoffmann_____Stefanie Stappenbeck
Rachel Cohen_____Mercedes Müller
Rebecca Cohen_____Claudia Michelsen
Hildegard Vernau_____Elisabeth Schwarz
Hüthchen_____Carmen-Maja Antoni
Prof. Dr. Michael Collins     Thomas Heinze

Detective Lankster_____Tyron Ricketts
Thorsten Vaasenburg_____Rainer Strecker
Rudolf Scholl-Weissenborn Gustav Peter Wöhler
Und als Gast: Friedrich Liechtenstein

Inhalt
Rechtsanwalt Joachim Vernau glaubt, nichts könne ihn mehr überraschen. Doch dann steht vor der Tür der Kanzlei eine junge Frau, die nach dem Tod ihres Stiefvaters ihren leiblichen Vater sucht. Rachel Cohen ist aus New York nach Berlin gekommen, um herauszufinden, was im Sommer Anfang der 1990er Jahre passiert ist. Der Sommer, in dem Vernau die Uni in Boston besuchte und, wie drei andere Kommilitonen auch, in Rachels verstorbene Mutter verliebt war. Vernau macht sich mit der jungen Frau auf den Weg, um seine ehemaligen Kommilitonen zu finden.

Die Suche führt sie zunächst in die Berliner Synagoge zu Rudolf Scholl-Weissenborn. Am selben Abend noch wird Rudolf in seiner Buchhandlung ermordet gefunden und Rachel verschwindet spurlos. Vernau ist plötzlich in eine Morduntersuchung verwickelt und macht sich auf den Weg in die USA. Die Spuren führen ihn nach New York und zur Uni in Boston. Dort wird er mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Vernau will herausfinden, was damals wirklich passiert ist. Und dann ist sein Leben in Gefahr, weil offensichtlich jemand vermeiden will, dass nach so vielen Jahren die Wahrheit ans Licht kommt.

Statements von Regisseur Josef Rusnak, Kameramann Ralf Noack und Hauptdarsteller Jan Josef Liefers

Josef Rusnak über seinen Film "Totengebet":
"Totengebet" war für alle Beteiligten ein wundervolles Abenteuer. Nicht nur für unseren Berliner Anwalt Joachim Vernau, den es diesmal als Anwalt in eigener Sache nach Boston und New York verschlägt, sondern auch ganz persönlich für mich als Regisseur und Co-Autor.
Vorurteile, Missverständnisse und ein tragisches Ereignis in der Vergangenheit bringen eine Detektivgeschichte ins Rollen, die tief ins Herz unserer Protagonisten reicht. Jan Josef Liefers, Mercedes Müller, Thomas Heinze und Claudia Michelsen sind in Topform und geben unserer kleinen Geschichte Größe und hinreißende, emotionale Szenen.

Ralf Noack über seine Kameraführung:
Vernaus Reise in die Vergangenheit entdecken wir durch seine Augen. Ob das Bekannte oder das Fremde, die Kamera ist sein ständiger Begleiter. Platz zum Luftholen erleben wir mit den Figuren, um dann umso tiefer in die Geschichte einzusteigen. Figuren und Orte fließen gleichberechtigt zusammen und erzeugen gemeinsam die Welt dieses Filmes.

Jan Josef Liefers über den Neustart der Vernau-Krimis
Eine lose Reihe, wie die um den Anwalt Joachim Vernau, über lange Zeit hochzuhalten, ist keine einfache Aufgabe. Ihr dann nach vier erfolgreichen Folgen und sechs ins Land gegangenen Jahren frische Impulse zu geben und ein filmisch sowie erzählerisch neues Niveau zu erschließen, das ist ein seltener Glücksfall. Dank Josef Rusnak, Ralf Noack und allen Beteiligten ist uns das gelungen.
Die Zeit geht immer weiter, nur in Reihen und Serien bleibt sie manchmal stehen. Ich freue mich auf einen erwachseneren Vernau, einen zwischenmenschlich gefühlvollen wie spannenden Film und auf die Reaktionen unserer alten und hoffentlich auch neuen Fans.

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Fotos über: Telefon: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/totengebet

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