Max (August Zirner), ZDF/Copyright: Mathias Bothor
Max (August Zirner), ZDF/Copyright: Mathias Bothor

Was uns nicht umbringt

Free-TV-Premiere

Der Psychotherapeut Max (August Zirner) muss neben den Problemen seiner Patienten auch sein turbulentes Privatleben meistern. Als er sich zudem in eine liierte Patientin verliebt, gerät seine Welt ins Wanken.

  • ZDF, Karfreitag, 2. April 2021, 21.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Donnerstag, 1. April 2021, 10.00 Uhr - Freitag, 9. April 2021, 23.59 Uhr

    Texte

    Stab und Besetzung

    Buch und Regie   Sandra Nettelbeck
    KameraMichael Bertl
    Musik Volker Bertelmann  
    TonErik Seifert
    SchnittKimberly Knight
    SzenenbildThomas Freudenthal
    KostümbildPeri de Braganca, Helen Nordmann
    MaskeNica Faas, Yasmin Iqbal
    CastingSabine Schwedhelm
    ProduktionSommerhaus Filmproduktion (Jochen Laube, Fabian Maubach) in Koproduktion mit cine plus Filmproduktion (Frank Evers, Helge Neubronner) und RuhrsoundStudios (Guido Zettier), gefördert durch Filmförderung FFHSH, Filmstiftung NRW, MFG Baden Württemberg, BKM
    HerstellungsleitungMichael Jungfleisch
    ProduktionsleitungClaudia Schurian
    RedaktionCaroline von Senden, Alexandra Staib
    Länge

    124 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller*innen
    MaxAugust Zirner
    Sophie  Johanna ter Steege
    Loretta    Barbara Auer
    Fritz   Oliver Broumis
    Sunny    Jenny Schily
    Hannes Bjarne Mädel
    Mark  Christian Berkel
    Henriette  Victoria Mayer
    Isabelle    Deborah Kaufmann
    Ben  Mark Waschke
    Fabian   David Rott
    David Peter Lohmeyer
    Laurie Lauren Lee Smith
    EleonorLeonie Hämer
    Lars          Kristo Ferkic
    Esther Marie Jecke
    und andere

    Inhalt

    Der Psychotherapeut Max muss neben den Problemen seiner Patienten auch sein turbulentes Privatleben meistern. Als er sich zudem in eine liierte Patientin verliebt, gerät seine Welt ins Wanken.

    Die spielsüchtige Geräuschemacherin Sophie versucht eigentlich, ihre scheiternde Beziehung zu retten. Unterdessen verstricken sich jedoch die Leben von Patientin und Therapeut zunehmend miteinander. Aber auch die anderen Patienten benötigen dringend Max' Rat.

    Fritz, ein Pilot mit Flugangst, oder Mark, ein lustloser Bestattungsunternehmer, sowie seine hypochondrische Schwester Henriette suchen regelmäßig therapeutische Unterstützung bei Max, der gleichzeitig seine eigenen Sorgen verarbeitet. Dabei kann ihm sein neuer, besonders schwermütiger Hund nicht helfen.

    Auch Loretta, Max' Ex-Frau und Mutter der zwei gemeinsamen Töchter, liegt regelmäßig unangemeldet auf seiner Therapiecouch.

    Die zwangsgestörte Zoowärterin Sunny und ihren Kollegen Hannes verbindet neben der gemeinsamen Arbeit eine unausgesprochene Liebe. Aber auch Max' und Sunnys Leben hängen überraschenderweise zusammen, was seine vertraute Welt abermals aus den Angeln hebt.

    Inmitten aller Nuancen der Sinnkrisen und Herzensangelegenheiten, zwischen den Höhen und Tiefen des Lebens, zwischen Tod und Liebe, scheinen sich die verschiedenen Menschen alle früher oder später im Behandlungszimmer von Max wiederzufinden: Denn die Welt ist klein, aber die Probleme groß.

    "Es geht viel mehr um Sehnsucht als um Unglücklichsein" - Interview mit Sandra Nettelbeck

    Was war die Grundidee zu "Was uns nicht umbringt"?

    Die erste Idee war tatsächlich der Titel. Er hat mir so gut gefallen, dass ich mir dazu einen Film ausdenken wollte. Und er legt das Kollektive ja schon vor: Es geht um eine Gruppe von Menschen, die trotz ihrer elementaren Unterschiede auch viele Gemeinsamkeiten haben, sei es altersbedingt oder sozial bedingt, weil sie Kinder, Neurosen, Haustiere haben, Krankheiten oder Verwandte. Es verbindet sie mehr, als es zunächst den Anschein hat – und beim Therapeuten laufen alle Fäden zusammen. Denn welcher Ort ist besser, um Menschen in der Krise zu begegnen, als das Behandlungszimmer eines Therapeuten?

    Es geht um verschiedene Facetten des Unglücklichseins – irgendwo zwischen Liebe und Tod. Wie findest du deine Geschichten?

    Wir denken uns die Gefühle, von denen wir erzählen, ja nicht aus – die kennt jeder. Liebe, Angst, Schmerz, Wut, Enttäuschung, Glück. Meine Geschichten drehen sich immer um die Gefühle, die mich zu der Zeit am meisten beschäftigen, sie müssen emotional von dem erzählen, was mich bewegt und womit ich mich auskenne, sei es nun in Gestalt eines Piloten mit Flugangst, einer trauernden Schriftstellerin oder einer zwanghaften Zoowärterin. Ich finde aber, es geht in "Was uns nicht umbringt" viel mehr um Sehnsucht als um Unglücklichsein. Es geht um das Wagnis, die Hoffnung nicht aufzugeben, egal wie alt wir sind, wie viel wir schon erlebt haben oder wie oft wir schon enttäuscht wurden. Und das ist ein Grundgedanke, der natürlich aus meinem eigenen Leben kommt.

    Etwas, das die Figuren verbindet, ist, dass sie nicht aus ihrer Haut können. Ist das womöglich ein typisches Problem der "50something"?

    Nein, es ist eher so, dass viele von uns in diesem Alter typischerweise nochmal aus ihrer Haut müssen, ob es uns nun passt oder nicht. Damit das Leben eine Chance hat, nicht alles um einen herum einschläft, trostlos oder eintönig wird oder ungeliebt. Dass das mit 50 nicht mehr so einfach ist wie mit 20, ist klar. Aber gerade deshalb ist es natürlich auch interessanter. Weil es eine viel größere Herausforderung ist und in der Regel viel Mut verlangt.

    Gab es eine Figur, die am Anfang stand und um die herum du die anderen Geschichten entwickelt hast?

    Der Therapeut stand von Anfang im Zentrum dieses Reigens. Alle Fäden sollten auf die eine oder andere Weise bei ihm zusammenlaufen. Trotzdem habe ich die einzelnen Geschichten zunächst getrennt geschrieben, alles andere wäre schlicht unmöglich gewesen.

    Was ist die besondere Herausforderung eines Episodenfilms?

    Ganz klar die Struktur. Was im Buch funktioniert, funktioniert im Schnitt oft überhaupt nicht. Ein Film hat seine eigenen Gesetze, eine eigene Dynamik, und nur der Film selbst kann verraten, was funktioniert und was nicht. Das Nervenaufreibende während des Schnitts ist, dass man an einer Stelle eine Sache umstellen kann, und das dann auf eine ganz andere Stelle eine ungeplante Wirkung hat. Der Schmetterlingseffekt. Nichts ist vorhersehbar, man muss alles ausprobieren. Ob es funktioniert, weiß man erst, wenn man den Film im Ganzen schaut.

    Hast du eine Lieblingsfigur?

    Nein, das kann ich nicht sagen. Aber ich glaube, Hannes, gespielt von Bjarne Mädel, ist von allen der Beneidenswerteste. Vielleicht auch der Liebenswerteste. Er weiß so genau, was er will und wen er liebt, und hat keine Angst zu sagen, was er denkt, nichts steht ihm im Weg. Ich bewundere ihn, und deshalb kriegt er auch das Mädchen, das sich partout nicht kriegen lassen wollte.

    Verändert ein Hund die Stimmung am Set?

    Auf jeden Fall. Buddy kam aus dem Büro nebenan und freute sich eigentlich nur, mit uns zusammen zu sein. Leider neige ich dazu, mehr auf den Hund zu achten als auf die Schauspieler – das ist nicht immer so günstig. Die Herausforderung hier war, dass August Zirner keine Bindung zu dem Hund aufbauen durfte – was weder für August noch für den Hund eine leichte Aufgabe war. Aber er hat seine Sache ganz toll gemacht, der Hund. August natürlich auch.

    "Was uns nicht umbringt" versammelt die Crème de la Crème deutscher Schauspieler. Hattest du die Besetzung beim Schreiben schon vor Augen?

    Ein Teil der Rollen war den Schauspielern auf den Leib geschrieben: August, Oliver, Barbara, Christian, Jenny. Das war ein schönes Privileg und hat beim Schreiben sehr geholfen. Johannas Rolle war ursprünglich für Sophie Rois geschrieben, sie musste leider ganz kurz vorm Dreh absagen. Aber dann kam Johanna, buchstäblich über Nacht, und sie hat nochmal eine ganz andere Farbe in den Film gebracht, sie hat die Rolle schlicht neu erfunden. Und uns gerettet!

    Das Interview führte Christine Deggau (Auszug aus dem Presseheft zum Kinostart 2018).

    "Ein Mensch in dieser Welt zu sein, ist ganz schwer" - Interview mit August Zirner

    Bei Ihrer Figur, dem Therapeuten Max, laufen alle Fäden zusammen. Ihre Funktion in diesem Episodenfilm ist also ganz zentral. Ist das eine besondere Verantwortung?

    Für den Therapeuten wäre es eine besondere Verantwortung. Für den Schauspieler ist es ein besonderes Vergnügen. Als Therapeut hat man – und das ist ja unter anderem das Thema des Films – eine besondere Verantwortung für all die Menschen, die man begleitet. Das Problem des Therapeuten Max ist, dass er zu viel Anteil nimmt, dass ihn die Verantwortung überfordert.

    Liegt das vielleicht daran, dass dieser Max mit seinem eigenen Leben schon überfordert ist und oft gar nicht so genau weiß, wie er den anderen helfen soll?

    Es gibt im Englischen den Begriff "compassionate", der trifft es für mich am allerbesten. Max ist "mitfühlend". Natürlich passiert gerade sehr viel mit ihm und um ihn herum. Aber das geht uns ja nicht anders als dieser von Sandra Nettelbeck erfundenen Figur. Man sitzt da und freut sich seines Lebens und weiß andererseits, was alles auf der Welt geschieht. Man versucht also permanent den Spagat zwischen der Freude des Daseins und der Besorgnis um das große Ganze. Ein Mensch in dieser Welt zu sein, ist ganz schwer. Und das wird an Max deutlich.

    "Was uns nicht umbringt" ist die dritte Zusammenarbeit mit Sandra Nettelbeck. Was zeichnet sie als Regisseurin aus?

    Sandra spricht mich an. Ich bin ja sonst eher ein Quatschmacher und Komödiant. Dieses Verspielte ist auch ein wichtiger Teil meiner Bühnenexistenz. Sandra aber ruft den etwas konzentrierteren August hervor.

    Verändert ein Hund das Klima am Set?

    Ich selbst bin ja mit Hunden aufgewachsen, am Set aber ist das noch mal etwas ganz Besonderes. Alles dreht sich um den Hund. Für einen so narzisstischen Schauspieler wie mich ist das ganz furchtbar.

    Das Interview führte Christine Deggau (Auszug aus dem Presseheft zum Kinostart 2018).

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