Copyright: ZDF/Georges Pauly
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Wir bleiben Freunde

Herzkino

Doro kann mal wieder nicht Nein sagen und nimmt ihren Ex-Mann als Pflegefall auf Zeit bei sich zu Hause auf. Volker hat Arm und Bein in Gips, liegt fortan auf dem Sofa im ehemals gemeinsamen Haus und fühlt sich überaus wohl. Doro aber ist hin- und hergerissen zwischen liebevoller Fürsorge für Volker und ihrem neuen Freund Moritz. "Wir bleiben Freunde" zeigt auf komödiantische Art und Weise, was sich Frauen im Familienalltag so alles zumuten (lassen) und geht der Frage nach, wann eigentlich die Verantwortung für einen Menschen aufhört, den man mal geliebt hat.

  • ZDF, Pfingstsonntag, 23. Mai 2021, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 15. Mai 2021, 10.00 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Buch   Gabriele Kreis
RegieHansjörg Thurn
BildgestaltungUwe Schäfer
MusikStefan Wulff, Hinrich Dageför
TonMatthias Wolf
SchnittTatjana Schöps
SzenenbildAndrea Steinlandt
KostümbildAstrid Möldner
ProduktionRelevant Film Produktion GmbH, Hamburg
ProduzentinHeike Wiehle-Timm
ProducerinPaula Lichte
Herstellungs- und Produktionsleitung Peter Nawrotzki
RedaktionSilvia Hubrich
Länge

ca. 89 Minuten

Die Rollen und ihr Darsteller*innen
Dorothee HeitmannUlrike Kriener
Volker Heitmann Henry Hübchen
Moritz Fichte  Marcel Hensema
Katinka TabelBrigitte Zeh
Sybille Salenbach Johanna Gastdorf
Alex Tabel Dietmar Horcicka
Paul HeitmannMarius Borghoff
Max Timm Gianni Meurer
Toni     Charlotte Crome
Renata  Maria Wardzinska
Antonia Tabel Alva Zeh
Jakob Tabel Zacharias Zeh
ReginaDana Golombek
SanitäterJasper Diedrichsen
und andere

Inhalt

Doro kann mal wieder nicht Nein sagen, und so nimmt sie ihren Ex-Mann Volker als Pflegefall auf Zeit bei sich zu Hause auf. Dabei ist sie gerade frisch verliebt in Moritz. Kann das gut gehen?

Volker hat Arm und Bein in Gips, liegt fortan auf dem Sofa im ehemals gemeinsamen Haus und fühlt sich überaus wohl. Doro aber ist hin- und hergerissen zwischen liebevoller Fürsorge für Volker und ihrem neuen Freund Moritz. Der findet den Ex immer unerträglicher. Dabei sollen es nur fünf Tage sein, die der ziemlich bewegungsunfähige Volker bei Doro verbringt. Danach geht sie mit Moritz auf Reisen. Das war der Deal mit ihrer Tochter Katinka, sonst hätte sie ihn gar nicht aufgenommen. Volkers Wohnung hat keinen Fahrstuhl, und Regina, seine Freundin und damaliger Trennungsgrund, ist im Urlaub. Also blieb nur Doro. Irgendwie sind sie ja immer noch Familie.

Doch wie geht man um mit den verletzten Gefühlen, der alten Vertrautheit, den eingefahrenen Verhaltensweisen, die im Miteinander wieder hochkommen? Volker jedenfalls fühlt sich schnell wieder heimisch und genießt Doros Pflege.

Das entgeht auch Moritz nicht. Er will Doro nicht unter Druck setzen, zu frisch ist noch ihre Beziehung, aber er spürt deutlich, dass Volker Doro zurückerobern will.

Doros erwachsene Kinder Katinka und Paul sehen das erneute Zusammenleben der Eltern mit ganz unterschiedlichen Augen: Tochter Katinka wünscht sich nichts mehr, als dass die beiden wieder ein Paar werden. Ihr Bruder Paul dagegen war heilfroh, dass sich seine Mutter endlich von seinem Vater emanzipiert hat. Und Doro sitzt zwischen den Stühlen und versucht, es allen recht zu machen – bis es ihr irgendwann reicht.

"Wir bleiben Freunde" zeigt auf komödiantische Art und Weise, was sich Frauen im Familienalltag so alles zumuten (lassen) und geht der Frage nach, wann eigentlich die Verantwortung für einen Menschen aufhört, den man mal geliebt hat.

Interview mit Ulrike Kriener

Die Idee zu dieser Geschichte stammt von Ihnen. Was fanden Sie besonders reizvoll zu erzählen?

Die Idee kam durch eine Beobachtung im Bekanntenkreis. Ein älteres Ehepaar hatte sich nach langjähriger Ehe getrennt – zu einem Zeitpunkt, wo man dachte, jetzt haben sie es wirklich geschafft. Mich hat interessiert, was geschieht, wenn einer von ihnen krank wird. Sind durch die späte Trennung alle Fäden zerschnitten, oder tragen die guten gemeinsamen Jahre auch noch nach der Trennung weiter?

Ihre Figur Dorothee Heitmann hatte sich nach jahrelanger Trennung von ihrem Mann neu eingerichtet, als der Ex plötzlich wieder in ihr Leben platzt. Sie grenzt sich nicht ab, fällt in alte Muster zurück. Kennen Sie das auch aus Ihrem Leben?

Das Zurückfallen in alte Muster kennt jeder. Solange wir Eltern haben, bleiben wir Kinder und umgekehrt. Auch wenn unsere Kinder längst erwachsen sind, bleiben sie unsere Kinder. So ist es auch bei Doro. Sie fällt in vertraute Muster zurück, aber nun meint sie, nach sieben Jahren Trennung neue Seiten an ihrem Ex-Mann zu sehen.

Dorothee ist ein Familienmensch. Was ist das, und sind Sie auch einer?

Ein Familienmensch ist bereit, für seine Beziehungen viel zu tun. Aber wenn die Familie groß ist, kann das anstrengend werden. Doro ist auf jeden Fall jemand, der sofort "hier" ruft, wenn andere Hilfe benötigen. Ich glaube, das gilt für mich auch. Zu meiner Familie, die nicht allzu groß ist, kommen Wahlverwandtschaften, meine Freunde und Freundinnen.

Man hofft ja, dass es einem auch im Alter gut geht. Haben Sie Angst vor Abhängigkeit im Alter?

Ja, auf jeden Fall. Mein Ziel ist es, so lange wie möglich unabhängig zu bleiben. Ich sehe es an meinem 90-jährigen Vater, dem es sehr schwergefallen ist, seine Abhängigkeit und seine Schwäche anzuerkennen. Und was ich von ihm gelernt habe, ist: Man sollte auf jeden Fall versuchen, ein freundlicher alter Mensch zu werden. Das erleichtert die Verbindung zu Pflegern und Pflegerinnen ungemein.

Manche Frauen definieren sich über ihren Status und darüber, im Leben gebraucht zu werden. Können Sie damit etwas anfangen?

Mit Status kann ich nichts anfangen, aber das Gefühl, gebraucht zu werden, Lebenssinn aus einer erfüllenden Arbeit abzuleiten, ja, damit kann ich viel anfangen.

Sind Sie eine Romantikerin? Wenn ja, wie äußert sich das?

In meiner Sehnsucht nach Verbindung, die schwere Zeiten überdauert.

Wir bleiben Freunde – glauben Sie, dass es möglich ist, diesen Vorsatz nach einer Trennung umzusetzen? Und halten Sie es für erstrebenswert?

Auf jeden Fall, und ich weiß, dass es geht. Allerdings sollte man sich dafür von Schuldzuweisungen gelöst haben.

"Wir bleiben Freunde" ist eine der ersten Produktionen, die kurz nach dem ersten Lockdown unter besonderen Hygienebedingungen gedreht wurde. Wie haben Sie die Arbeit erlebt?

Als sehr dankbar. Unsere Produzentin ist ein hohes Risiko eingegangen mit diesem Projekt, das wussten alle im Team und wollten unseren Film beschützen und gut zu Ende führen. Schon deshalb war die Atmosphäre am Set ganz anders als ich es bisher erlebt habe.

Die Fragen stellte Karin Jensen.

Interview mit Henry Hübchen

In der Rolle des Volker Heitmann können Sie praktisch nur sitzend oder liegend agieren. Hat sie das herausgefordert?

Das war ein Grund, das Rollenangebot anzunehmen. Aus der Beschränkung ergeben sich oft überraschende Spielsituationen. Ich mag das: Einschränkungen durch Fantasie produktiv zu machen. Da hatte ich in Hans-Joerg Thurn einen echten Partner.

Haben Sie Angst vor Abhängigkeit im Alter?

Nicht wirklich, weil ich ein großer Verdränger bin. Ich hoffe, dass ich immer selbstständig und selbstbestimmt bleibe. Wenn nicht, müssen die Erben ran.

Volker hat seine Frau für eine jüngere verlassen, doch im Moment der Schwäche stellt er fest, dass die neue Beziehung die "Quality Points" der alten nicht aufwiegen kann. Er käme gerne zu Dorothee zurück. Verstehen Sie ihn? Ist das nicht auch eine Frage des männlichen Stolzes?

Was ist das, männlicher Stolz? Ich habe keine Ahnung. Was unterscheidet ihn vom weiblichen Stolz? Vielleicht gibt es jetzt auch schon diversen Stolz. Stolz ist Stolz, ist Würde und Gelassenheit, kann aber auch in Überheblichkeit und Arroganz münden. Ich versuche, die Figuren immer zu verteidigen, also auch zu verstehen.

Ihre Figur ist ein charmanter Macho, kein Familienmensch. Wo würden Sie sich einordnen?

Ein liebenswerter, charmanter Familienmacho.

Sind Sie ein Romantiker? Wenn ja, wie äußert sich das?

Ja, Romantiker und vor allem Melancholiker mit einem Schuss Wehmut. Ein Gefühl zarter Traurigkeit und bittersüßer Freude, manchmal auch von Heiterkeit und Zufriedenheit begleitet. Da bestehe ich drauf. Das äußert sich zu Weilen in Oblomov-artigem Müßiggang

Wir bleiben Freunde – glauben Sie, dass es möglich ist, diesen Vorsatz umzusetzen?

Das glaube ich nicht, das weiß ich. Manchmal braucht es Zeit, denn Zeit heilt Wunden.

"Wir bleiben Freunde" ist eine der ersten Produktionen, die kurz nach dem ersten Lockdown unter besonderen Hygienebedingungen gedreht wurde. Wie haben Sie die Arbeit erlebt?

Sehr gut organisiert. Es war eine schöne Arbeit. Die Produzentin Heike Wiehle-Timm hat ihr Bestes gegeben und das Team ebenso. Danke dafür.

Die Fragen stellte Karin Jensen.

Interview mit Brigitte Zeh

Sie haben für "Wir bleiben Freunde" zum ersten Mal gemeinsam mit Ihren Kindern vor der Kamera gestanden. Wie war das für Sie?

Wunderschön. Ich kannte den Regisseur Hansjörg Thurn bereits und wusste, ich kann ihm die Kinder anvertrauen. Wir haben die gemeinsame Zeit mit dem tollen Team sehr genossen.

Und wie fanden Alva und Zacharias die gemeinsame Arbeit?

Ich habe Zacki gerade gefragt – er sagt, er würde es wieder tun. Er hat mich auch immer kurz vor dem Take ermahnt, ich solle mich bitte konzentrieren. Wirklich, beide hatten großen Spaß. Und Alva hat ganz nebenher ihre Liebe zum Kostümbild entdeckt. Allerdings denken sie jetzt, jeder Dreh läuft so schön. Die nehmen mich nicht mehr ernst, wenn ich auch mal erschöpft von der Arbeit an einem anderen Projekt nach Hause komme.

Mussten Sie neben den Dreharbeiten auch Hausaufgaben beaufsichtigen?

Zum Glück waren Sommerferien. Mit dem Homeschooling- Training, das wir notgedrungen mittlerweile haben, hätten wir das aber auch hingekriegt.

Ihre Figur, Katinka Tabel, wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihre Eltern wieder zusammenkommen. Ist das nicht eine sehr romantische Vorstellung?

Nun ja. Ich denke, Katinka hat auch als Kind immer versucht, die Vermittlerin zwischen den Eltern zu sein. Und diese Rolle nie abgelegt – wie ein kleiner Soldat, der nicht kapiert, dass die Schlacht längst vorbei ist. Vielleicht auch, weil ihre Eltern selbst nicht ganz abgeschlossen haben. Katinka bekommt in unserer Geschichte auch die Chance zu wachsen und loszulassen.

Katinka möchte für ihre Eltern da sein, was ihr aber nicht gelingt, weil in ihrem eigenen Leben auch eine Menge los ist. Können Sie sie verstehen? Kennen Sie diesen Zwiespalt auch?

Auch hier ist Katinka ein Spiegel ihrer Mutter, die auch erstmal lernen muss, bei sich selbst zu Hause zu sein. Wir verzetteln uns ja auch manchmal absichtlich, nicht wahr? Persönlich finde ich es keinen so großen Zwiespalt, eher eine Herausforderung. Je mehr ich "bei mir" bin, desto mehr kann ich auch für andere da sein.

Die Fragen stellte Karin Jensen.

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