"heute"-Moderator Christian Sievers führt durch die Sendung "Leben in der Pandemie – Ein Jahr Corona-Krise". Foto: ZDF/Jana Kay
"heute"-Moderator Christian Sievers führt durch die Sendung "Leben in der Pandemie – Ein Jahr Corona-Krise". Foto: ZDF/Jana Kay

Wir und das Virus – Gesichter der Pandemie

Live aus Berlin mit Christian Sievers

Ein Jahr nach dem ersten Corona-Shutdown in Deutschland zieht das ZDF in dieser Live-Sendung mit "heute"-Moderator Christian Sievers und Gesprächsgästen eine Zwischenbilanz: Wie hat sich die Gesellschaft im zurückliegenden Jahr verändert? Die Sendung rückt die Opfer in den Fokus: Was macht diese Pandemie mit Infizierten, Überlebenden, Angehörigen der Verstorbenen? Live im Studio kommen Betroffene zu Wort. Politikerinnen und Politiker sowie Expertinnen und Experten werden mit deren Aussagen konfrontiert.

  • ZDF, Dienstag, 23. März 2021, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Dienstag, 23. März 2021, 20.15 Uhr

    Texte

    Sendetermin und Stab

    Dienstag, 23. März 2021, 20.15 Uhr, ZDF

    Wir und das Virus – Gesichter der Pandemie

    Live aus Berlin mit Christian Sievers

    Produktion: Gruppe 5
    Redaktion: Anna Schilling, Wolfgang Zimmermann
    Länge: ca. 88 Minuten

    Wir und das Virus – Gesichter der Pandemie

    Ein Jahr nach dem ersten Corona-Shutdown in Deutschland werden die Opfer in den Fokus gerückt: Was macht diese Pandemie mit Infizierten, Überlebenden, Angehörigen der Verstorbenen? Betroffene kommen live im Studio zu Wort.

    Was bedeutet eine solche Jahrhundert-Krise für die Wirtschaft? Wer hat finanziell nicht überlebt? Wie hat sich die Gesellschaft verändert? In "Leben in der Pandemie – Ein Jahr Corona-Krise" zieht das ZDF eine Zwischenbilanz.

    Im Studio stellen sich verantwortliche Politiker den Fragen und Vorwürfen der Betroffenen. Und der Blick wird nach vorne gerichtet: Wie geht es weiter – sind die Impfungen das Licht am Ende des Tunnels

    "Der Hauptaspekt liegt auf den Menschen hinter den Zahlen"
    Interview mit Moderator Christian Sievers

    Seit einem Jahr wissen wir alle, was exponentielles Wachstum bedeutet, was ein R-Wert oder Inzidenzwert ist. Seit einem Jahr haben wir unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert, waren viel spazieren und haben Arbeit und Schule von zu Hause aus erledigt. Trotzdem haben sich in diesem Jahr allein in Deutschland laut RKI 2,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert und fast 74.000 Menschen (Stand 17.03.) sind an oder mit dem Virus gestorben. Christian Sievers widmet sich am Dienstag, 23. März 2021, 20.15 Uhr in der ZDF-Live-Sendung „Wir und das Virus – Gesichter der Pandemie“ den Opfern. Gäste sind Menschen, die selbst infiziert waren, Angehörige von Verstorbenen und wirtschaftlich Betroffene sowie Politikerinnen und Politiker.

    Ihre Live-Sendung nächste Woche hat den Titel „Wir und das Virus – Gesichter der Pandemie“. Wie war denn Ihr Corona-Jahr im Rückblick?

    (lacht) Das ist eine sehr gute Frage. Schrecklich war es im Rückblick. Und doch nicht so schrecklich wie für viele, viele andere. Man staunt immer wieder, an wie viel man sich gewöhnt. Mein Corona-Jahr war, was das Arbeiten angeht, zunächst erstmal sehr einsam. Ich sitze seit fast genau einem Jahr in einem Raum, der eigentlich mal dafür da war, um Anzüge, Krawatten und Hemden zwischenzulagern. Und jetzt sitze ich da auch mit drin. Der hat den Vorteil, dass ich ganz alleine bin und vier Wände drum rum gebaut sind. Aber er hat natürlich nichts von dem Quirligen eines Newsrooms, den wir normalerweise haben, wo man über den kleinen Dienstweg über die Tische hinweg etwas zuruft und sich zu spontanen Konferenzen verabredet. Sondern ich sitze hier quasi isoliert und gehe dann runter ins Studio, wo alle Masken tragen und darf für 20 Minuten am Tag die Maske mal abnehmen, nämlich dann, wenn wir im Fernsehen sind.

    Was wird Ihre Sendung von den vielen Talk-Sendungen des vergangenen Jahres unterscheiden?

    Also erstmal finde ich den Namen ganz aussagekräftig: „Wir und das Virus“. Neulich hat jemand zu mir gesagt: Warum habt ihr das nicht umgekehrt genannt, das Virus und wir, wäre das nicht geradezu höflicher gewesen? Dann sage ich: Nein, wir wollten auf gar keinen Fall das Virus ganz nach vorne stellen. Das sagt eigentlich schon, worauf der Hauptaspekt der Sendung liegt, nämlich auf den Menschen hinter den Zahlen, auf den Gesichtern der Pandemie und auf deren Erlebnissen. Und was wir zeigen wollen ist einfach: Das sind nicht einfach nur Daten, statistische Werte, sondern das sind alles menschliche Schicksale. Und wir nehmen uns wirklich Zeit. 90 Minuten im Hauptabendprogramm, um mit den Menschen zu reden, die all das durchmachen, die all das erdulden. Aber die auch in dieser Pandemie immer wieder neue Wege finden, um sich selbst zu motivieren und auch so ein bisschen Hoffnung zu behalten oder sogar Hoffnung anderen Menschen zu geben.

    Warum ist es wichtig, die Geschichten von Betroffenen der Pandemie zu hören?

    Ich glaube, dass wenn man Geschichten von anderen Menschen hört, dass es einem auch selbst hilft. Einzuordnen, wo man selbst steht, es gibt einem vielleicht auch neue Aspekte zu sehen: Hey, so schlecht geht‘s mir doch gar nicht. Es gibt einem vielleicht Anregungen zu sagen, da ist etwas, wo ich mir durchaus eine Scheibe von abschneiden kann, da gibt mir jemand wieder neue Hoffnung. Und natürlich ist auch das Mitfühlen mit anderen Schicksalen etwas zutiefst Menschliches. Insofern glaube ich, dass das der Kern von alldem ist. Zu hören, wie es anderen geht, sich gewissermaßen zusammenzuschließen und sich auch Zeit dafür zu nehmen zuzuhören und das Ganze nicht hektisch hintereinander in kürzester Zeit versuchen rüberzubringen, sondern auch ausgeruht darüber zu sprechen.

    Gibt es einen Betroffenen, dessen persönliche Geschichte Sie besonders bewegt?

    Oh, da gibt es mehrere. Wir haben einen Herrn in der Sendung, den es wirklich hart erwischt hat, der sehr, sehr lange im Koma lag, bei dem die Ärzte seinen Angehörigen gesagt haben: Kommt vorbei, nehmt Abschied, das wars. Und der sich in einer unglaublichen Art aufgerappelt hat und der jetzt von sich sagt: Ich bin ein Stehaufmännchen, ich komme immer wieder. Der geht jetzt mit einer Fröhlichkeit durchs Leben, das kann man kaum fassen, wenn man bedenkt, was er hinter sich hat. Er sagt, ich fange jetzt ein neues Leben an und er hat sich auch ganz konkrete Geschichten vorgenommen für das neue Leben. Da freue ich mich ganz besonders drauf, was er zu erzählen hat. Dieser Herr strahlt so viel Lebensmut und Zuversicht aus, dass man sich davon eine Scheibe abschneiden kann.

    Wie sind Sie und Ihr Team bei der Auswahl der Politikerinnen und Politiker und der Expertinnen und Experten vorgegangen?

    Wir wollen auf jeden Fall den Schwerpunkt auf die Erlebnisse der Menschen setzen: wir und das Virus, und mit wir meinen wir zunächst mal uns alle. Dann ist es aber, glaube ich, schon wichtig, in einem zweiten Schritt oder auf einer zweiten Ebene die handelnden Personen, die Mächtigen, wenn man so will, die Entscheidungsträger damit zu konfrontieren und da nochmal nachzuhaken. Wir haben in der Sendung die wahrscheinlich beste Spezialistin in Deutschland, was Long-Covid-Erkrankungen angeht, also die Langzeit und die Spätfolgen der Erkrankung. Sie kann uns dazu nochmal ganz konkrete Einblicke geben und die auch an die Politik ihre Hinweise und ihre Forderungen hat. Wir haben aber auch die verantwortlichen Minister da für Finanzen und Gesundheit, Scholz und Spahn. Und wir hoffen auch noch sehr auf einen der Impfstoffentwickler, die uns gerade das Fünkchen Hoffnung bringen, auf das wir alle so sehnlichst gewartet haben.

    Wird es in Ihrer Sendung auch um Menschen gehen, die durch Corona in wirtschaftliche Not geraten sind?

    Ja, auch das ist natürlich ein wichtiger Faktor. Das ist ja etwas, das wir alle mehr oder weniger stark merken. Selbstverständlich geht es um das Problem: Wie schafft man es, seine wirtschaftliche Existenz durch diese Krise zu bekommen? Wir haben einen Herrn in der Sendung, der ein Reisebüro und ein Busunternehmen besitzt. Und bei dem kommt zusätzlich zu all den ohnehin schon vorhandenen Sorgen und Nöten, was Gesundheit angeht und den Umgang mit dem Virus, eben noch die Frage: Schaffe ich es rein wirtschaftlich über den nächsten Tag? Auch dieser Mensch ist keiner, der verzweifelt, der aufsteckt und der sagen würde: Das wars. Sondern auch einer, der unglaublich viel Power hat, aber der auch unglaublich viele Sorgen und ganz viele und ganz konkrete Fragen an die Politik hat. (0:46)

    Wie hat sich aus Ihrer Sicht die Gesellschaft im vergangenen Jahr verändert?

    Ich glaube, das kann man abschließend noch gar nicht so sagen. Ich erlebe auch privat ein Auf und Ab bei den Menschen. Wir hatten mal so Phasen, wo man eigentlich dachte: So, jetzt sind wir kurz davor. Im Moment habe ich den Eindruck, sind wir wieder in einer ganz schwierigen Phase. Es kommt mir manchmal vor wie Nebel, der sich einfach nicht lichten will. Eine Phase, bei der man auch durch die Länge des Ganzen mit sich hadert und nicht mehr so genau weiß, was jetzt die konkreten nächsten Schritte sind. Auf der anderen Seite gibt es natürlich zumindest diese Impf-Hoffnung, auch wenn es da jedes Mal Rückschläge gibt. Und es gibt andere Länder, wo wir sehen, wie durchaus einiges vorangehen kann. Umso wichtiger ist es jetzt zu sagen: Leute, wir müssen darauf achten, dass wir das auch gewuppt bekommen.

    Hand aufs Herz, hätten Sie im Frühjahr 2020 gedacht, dass wir zwölf Monate später Corona noch immer nicht besiegt haben, ja sogar uns mitten in der dritten Welle befinden?

    Nein, auf gar keinen Fall! Also wirklich nicht. Ich kann mich erinnern, ganz am Anfang habe ich zwei Wochen-Pläne gemacht, so nach dem Motto, das dauert jetzt zwei Wochen. Aus heutiger Sicht komplett naiv, aber so war das damals tatsächlich. Es gibt auch noch einen Urlaubsflug, den habe ich jetzt, glaube ich, das vierte Mal verschoben. Beim letzten Mal habe ich schon so verschoben, dass ich dachte: Also das ist jetzt wirklich total sicher, da kannst du nichts mit falsch machen. Und es klappt jetzt schon wieder nicht. Also es ist tatsächlich so, dass diese Pandemie, was Zeitplanung angeht, unglaublich viel von uns fordert. Und gleichzeitig zeigt es, und deswegen schmunzle ich selbst über mich, wie viel Hoffnung man letztendlich hat.

    Was vermissen Sie persönlich eigentlich am meisten seit einem Jahr?

    Also übergeordnet würde ich sagen: Sorglosigkeit. Ich ertappe mich dabei, wie ich manchmal alte Filme sehe und denke: Oh, die stehen da aber ganz schön eng beieinander. Und da denke ich mir: Christian, das ist ja ganz schlimm. Also wenn du schon so denkst, was hat das mit dir gemacht? Da wünsche ich mir dringend diese Sorglosigkeit zurück, mit der man Menschen umarmt hat, mit der man in vollgepackte Cafés und Kneipen reingegangen ist und das Einzige, was man sich gefragt hat, wie lustig wird der Abend und nicht wie gefährlich wird der Abend. Diese Sorglosigkeit wünsche ich mir dringend zurück. Und vielleicht ein bisschen konkreter: worauf ich auch totale Sehnsucht habe, ist das Meer. Ich habe immer eine Sehnsucht nach dem Meer, die habe ich immer in dem Moment, indem ich das Meer verlassen muss schon und jetzt ist sie halt besonders ausgeprägt, weil ich so lange schon kein Meer mehr gesehen habe. Das muss ich dringend ändern.

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