Copyright: SPK / ART+COM, 2015
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ZDF-Partnerschaft für Museumsinsel und Humboldt Forum

Ein Spot mit den Schauspielern Anna Loos und Christian Berkel sowie der Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali wirbt für den Besuch der weltberühmten Berliner Museumsinsel und macht neugierig auf das geplante Humboldt Forum.

Er ist Teil der erfolgreichen Medienpartnerschaft zwischen ZDF und Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die 2001 begann. Im Rahmen der Vereinbarung begleiten das ZDF und 3sat publizistisch die Arbeiten zur Erhaltung und Sanierung der weltberühmten Berliner Museumsinsel und das benachbarte Humboldt Forum im wiederaufgebauten Stadtschloss.

Texte

Unsere globale Welt auf einer Insel
Das ZDF und sein Engagement für eine große Sache
von ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut

6.000 Jahre Menschheitsgeschichte auf einer Insel – mitten in Berlin versammelt sich auf der Museumsinsel das Erbe unserer Zivilisation. Die Museumsinsel in Berlin spielt in der Weltliga der Museen eine herausragende Rolle. Bereits seit dem Jahr 2001 unterstützt das ZDF ein gewaltiges Vorhaben, das spektakulärste Aufbauprojekt, das nach der deutschen Einheit in Angriff genommen wurde. Auf der größten Kulturbaustelle im Herzen Europas werden fünf Kunsttempel Zug um Zug saniert oder wieder aufgebaut. Und gleich nebenan entsteht heute das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss.

Ein Unterfangen, so kühn und so weitblickend, wie es sich auf der Museumsinsel die Gründerväter nicht besser hätten ausmalen können. Die Museumsinsel und bald auch das Humboldt Forum verwirklichen die besten Traditionen der deutschen Bildungsgeschichte, nämlich die Künste und Kulturen der Welt für möglichst viele Besucher zu erhalten, zu erforschen und zugänglich zu machen. Die Gründer der Museumsinsel wünschten sich einen Ort, an dem Bildung, Wissenschaft und Kunst zum Motor der Gesellschaft werden sollte. Diese idealistische Hoffnung prägte einst unsere Kulturnation und sollte auch heute noch gelten. Das ZDF als öffentlich-rechtlicher Fernsehveranstalter fühlt sich einem solchermaßen verstandenen Bildungsauftrag verpflichtet. Das ZDF setzt sich dafür ein, dass die Museumsinsel und das Humboldt Forum zu kulturellen Kraftzentren unseres Landes werden und begleitet die Sanierungs- und Wiederaufbauarbeiten bis mindestens 2020.

 Die "Insel der Schätze" ist ein herausragendes Symbol für das wiedervereinigte Deutschland. Das große Wiederaufbau- und Sanierungsprojekt führte Kuratoren und Handwerker aus Ost und West zusammen, seit 1945 verstreute Kunstsammlungen sind wieder in den Museen der Insel vereinigt.

Und heute? Das Humboldt Forum wird ganz neue, zukunftsweisende Formen der musealen Kommunikation mit den Besucherinnen und Besuchern finden. Die außereuropäischen Kulturen werden hier präsentiert. Das wiederaufgebaute Schloss wirbt mit seinen Kunstschätzen für ein besseres Verständnis der Kulturen, schaut hinaus in die Welt.

Das möchten wir unterstützen. Mit unseren Mitteln, den Mitteln des Fernsehens.

Ein attraktiver Spot ist entstanden, in denen die wunderbaren Schauspiel-Stars Anna Loos und Christian Berkel, sowie unsere Kollegin Dunja Hayali die Hauptrollen spielen. Ich bin sehr dankbar für ihre Unterstützung. Die Medienpartnerschaft mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist eine ebenso schöne wie wichtige Aufgabe für uns, für das ZDF und seine Partnerkanäle, und sie wird es bleiben, noch viele Jahre.

Grußwort
von Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Das ZDF ist seit vielen Jahren ein Chronist unserer Arbeit. Ich freue mich sehr, dass wir unsere klassisch gewordene Medienpartnerschaft mit neuen Ideen, Formaten und Perspektiven fortsetzen. Neben der Museumsinsel und dem Humboldt Forum wird auch das Geschehen am Kulturforum mit dem neu zu errichtenden Museum des 20. Jahrhunderts in den Fokus gerückt.

Der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bedeutet diese Medienpartnerschaft sehr viel. Für uns ist sie auch eine willkommene Möglichkeit, die Besucher von morgen mit unserem Kosmos des Wissens vertraut zu machen.

Blick zurück, Blick nach vorne
ZDF-Medienpartnerschaft für Museumsinsel und Humboldt Forum
von Werner von Bergen, ZDF-Beauftragter Medienpartnerschaft Museumsinsel

Die Museumsinsel in Berlin ist Europas größte und schönste Kultur-Baustelle. Ein Jahrhundertprojekt. Seit 2001 haben ZDF und 3sat die Wiederherstellung der Museumsinsel begleitet und publizistisch unterstützt; hinzu kam später das Humboldt Forum – und jetzt geht es weiter.

2001 fing alles an, das ZDF ließ sich von der Dimension dieses einmaligen Aufbauprojekts anstecken. Ein lange gefährdetes preußisches Kulturparadies, fünf bröckelnde, teilweise zerstörte Museen im Zeichen der aufgeklärten Gebrüder Humboldt. 1830 wurde auf der Insel in der Spree als erstes Museumsgebäude das heutige "Alte Museum" eröffnet, 1856 das "Neue Museum", 1876 die "Alte Nationalgalerie", 1904 das heutige "Bode-Museum" und 1930 das "Pergamonmuseum". Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme, unterzeichnete 2001 für das ZDF den Vertrag mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz über eine Medienpartnerschaft zugunsten der Museumsinsel und übernahm einen Sitz im renommierten Kuratorium zur Rettung des Insel-Ensembles. 2006 ist die Medienpartnerschaft unter der Leitung von Markus Schächter, dem damaligen ZDF-Intendanten, als Nachfolgeprojekt des ZDF-Engagements für die Dresdner Frauenkirche entscheidend intensiviert worden. Und nun, auf Anregung von Thomas Bellut, stand eine weitere Verlängerung unseres Engagements an. Am 22. Juni 2016 hat der ZDF-Intendant in Berlin gemeinsam mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, die enge Medienkooperation bis ins Jahr 2020 verlängert. Zur Museumsinsel tritt das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss, ein aufregendes Zukunftsprojekt.

Die "Insel der Schätze" ist ein nationales Großvorhaben, ein Mega-Projekt. Seit 2001 begleitet das ZDF gemeinsam mit 3sat die Sanierung und den Wiederaufbau des UNESCO-Weltkulturerbes jährlich in Form eines 45-Minuten-Features der ZDF-Kulturredakteurin Carola Wedel. In ihren Langzeitreportagen konnte nicht nur die Wiedereröffnung von drei Museen gefeiert werden, 2001 die "Alte Nationalgalerie", 2006 das "Bode-Museum" und 2009 das "Neue Museum". Das "Alte Museum" und das "Pergamonmuseum" haben selbstverständlich auch "ihre" Filme bekommen.

Die Dokumentationen gingen aber auch problematischen kulturpolitischen Themen nach, wie dem Schicksal der im Krieg verschwundenen oder requirierten Objekte der Beutekunst. Spät kam zum Beispiel heraus, dass Schliemanns Goldfunde aus Troja nicht etwa verbrannt waren, sondern im Moskauer Puschkin-Museum versteckt wurden. Auch die Zukunft des unmittelbar der Museumsinsel benachbarten Schlossplatzes mit der teilweisen Rekonstruktion des Preußenschlosses war und ist ein wichtiges Thema. Wie etwa können in dem dort geplanten Museum der außereuropäischen Kulturen Kunstgegenstände gezeigt werden, die für indigene Völker heilig sind? Müssen sie vor dem Publikum verborgen oder gar zurückgegeben werden? Wird hier, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Museumsinsel, ein Museum der Zukunft entstehen?

Die Museumsinsel als Fernsehstar: Unzählige Berichte und Reportagen in den aktuellen Sendungen und Magazinen des ZDF und 3sat haben über Eröffnungen, Ausstellungen, Probleme und Ziele des Jahrhundertprojekts berichtet.
"Retten Sie mit Ihrem Besuch die Insel der Schätze!", mit diesem Slogan haben uns prominente Unterstützer 2006 geholfen. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Super-Model Nadja Auermann und der Schauspieler Oliver Korittke nahmen sich die Zeit, um mit dem ZDF einen verführerischen Trailer rund um Nofretete und Co. zu produzieren. Die anfangs zögerlichen Museumsfachleute fanden die optischen Ergebnisse letztlich auch so "sexy" und zeitgemäß wie wir im ZDF. Klar, dass die Insel auch im Netz ausführlich besichtigt werden kann, unter museumsinsel.zdf.de.

Das ZDF-Engagement wird nicht nur bei der Stiftung als deutlich sichtbarer Public Value-Akzent erkannt. Dies mag als ein besonders positiver Aspekt unserer Aktivitäten gelten. Manches Mal hatte die ZDF-Berichterstattung auch ganz praktische Effekte: So ist es 2003 mit der publizistischen Unterstützung des ZDF gelungen, Druck auf die Politik zu machen und einen Planungsstopp für das Pergamonmuseum zu verhindern. Später konnten ZDF-Berichte mit dabei helfen, dass das dringend benötigte neue Eingangsgebäude nicht, wie ursprünglich geplant, am Ende aller Maßnahmen etwa 2025, sondern bereits jetzt für die Besucher gebaut wird. Millionenschwere Zukunftsträume, die nun wahr werden. Stück für Stück kommen die Arbeiten voran.

Und wie geht es im ZDF weiter? Zwei Terra X-Dokumentationen werden sich in den nächsten Jahren in der Primetime mit der Insel beschäftigen, mit der Geschichte der Entstehung unserer Zivilisation, sowie mit den Forschern und Entdeckern und ihren Schätzen, die hier zu bewundern sind. 3sat entwickelt neue, junge Formate, die die Museumsinsel von einer ganz neuen Seite betrachten werden. Ende 2016 berichtet Carola Wedel über Stararchitekt David Chipperfield und dessen elegantes, neues Eingangsgebäude, die James-Simon-Galerie. Und das ZDF hat einen verführerischen Werbespot zugunsten seines Insel-Engagements produziert. Charmant und glaubwürdig wird der Spot dafür sorgen, dass die Museumsinsel und das Humboldt Forum bei einem großen Publikum landen.

Unser Medienpartner, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ist ein riesiges Reich voller unvergleichlicher Meisterwerke und Archivalien. Auch jenseits von Museumsinsel und Humboldt Forum wird es viel zu berichten geben. Wie geht es weiter auf dem Kulturforum, was wird aus dem geplanten Museum für die Kunst des Zwanzigsten Jahrhunderts? Wie sehen Archive der Zukunft aus, was soll wie für immer erhalten bleiben? Fragen, die wir uns in den nächsten Jahren stellen wollen. Weiter geht’s!

AKTUELLE Sendetermine in ZDF, 3sat und ZDFinfo

2017

3sat: 16. Dezember 2017, 21.45 Uhr (Wiederholung)
Die Indianer kommen – Indigene Völker im Berliner Humboldtforum
Film von Carola Wedel

Die Begegnung mit der Welt der Indigenen ist eine große Herausforderung für die Ausstellungsmacher im neuen Berliner Stadtschloss. Groß sind die Erwartungen an diesen "völlig neuartigen Ort zur Begegnung der Kulturen der Welt". Inwieweit werden die indigenen Völker, die hier vorkommen sollen, an den Ausstellungen mitwirken können?
Die Dokumentation "Die Indianer kommen!" zeigt Beispiele: Besuche von indigenen Gruppen aus Venezuela und Kolumbien, die im Ethnologischen Museum in Berlin, in tief bewegenden Momenten, erstmals den Objekten ihrer Vorfahren begegnen. Aber auch das Leben von Indigenen. Der Film erzählt von dem einzigen, noch existierenden Indianerstamm im Hochland Südamerikas, der es geschafft hat, seine hochgeistige Kultur genauso zu erhalten und zu leben wie vor 400 Jahren: die Kogi in der Sierra Nevada de Santa Marta. Dabei geht es auch um 2 Masken der Kogi, die sich in den Depots des Ethnologischen Museums Berlin befinden, und die sie gerne zurück haben möchten. ZDF-Autorin Carola Wedel und ihr Kamerateam hatten die außergewöhnliche und äußerst seltene Gelegenheit, bei den Kogi drehen zu dürfen. Eine Reise in unwegsames und kaum je betretenes Gebiet, die gleichzeitig der Versuch einer Annäherung ist und von den Schwierigkeiten berichtet, die diese so andere Welt für uns und das Berliner Schloss Humboldt Forum bedeuten.

 

3sat, 16.12.2017, 22.30 Uhr (Erstausstrahlung)
Den Humboldts auf der Spur – Berlin-Paris und zurück
Film von Carola Wedel (15 Min.)

Bénédicte Savoy und David Blankenstein sind zahlreichen Objekten auf der Spur, die sie in einer großen Ausstellung über die Gebrüder Humboldt im Deutschen Historischen Museum Berlin 2019 präsentieren wollen. Carola Wedel begleitet die beiden Forscher bei ihren Recherchen in Frankreich und Deutschland.
Hunderte Objekte hat Alexander von Humboldt von seinen Reisen um die Welt mitgebracht - vor allem nach Paris, wo er über 30 Jahre lebte. Darunter auch problematische Funde wie menschliche Überreste. Auch er, der vehement gegen Sklaverei war und die Kulturen der Indianer hochschätzte, hat also, wie viele Forscher und Abenteurer, damals Gräber geplündert. "Es geht nicht um Schuld" , sagen die beiden Forscher, "es geht um die Frage, wie wir heute damit umgehen, wenn Kulturen spüren, dass ihnen etwas verloren gegangen ist".

Auch in Berlin hat man inzwischen begonnen, umzudenken und Teile der Sammlungen auf ihre Provenienz zu durchforschen. Ein zeitaufwendiges und kostenintensives Unterfangen. Ob diese Anstrengungen die Kritiker des Humboldtforums zufriedenstellen werden, darf bezweifelt werden. Für den Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins, Unterstützer der Initiative "No Humboldt 21", steht fest: "Wenn man so ein großes Projekt wie das Humboldtforum machen will, dann muss man sich mit der Gewaltgeschichte des Kolonialismus beschäftigen, bevor man sagt:Wir wollen hier Beute ausstellen." Wie könnte das im Konkreten aussehen?
Die Autorin blickt mit diesem Film einmal weg von der Berliner Diskussion nach Paris, um zu sehen, wie dort mit dem postkolonialen Diskurs umgegangen wird. Und zeigt eindrücklich, wie aufwendig und detailliert die Recherchen zur Vorbereitung einer großen Ausstellung sein können.

 

2018:

ZDF: N.N.
3sat: voraussichtlich Sa., 28.April 2018, 22.25 Uhr (Erstausstrahlung)
ZDFinfo: N.N.
Die Paten – Die Gebrüder Humboldt und ihr Forum
Ein Film von Carola Wedel (45 Min.)
Aus der Reihe: Jahrhundertprojekt Museumsinsel

Inhalt folgt

"Ein Ort für die Seele und den Geist"
Fragen an Christian Berkel, Dunja Hayali und Anna Loos

Die Schauspieler Anna Loos und Christian Berkel sowie die
ZDF-Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali waren dankenswerterweise bereit, im Herbst 2016 bei einem Spot zugunsten von Museumsinsel und Humboldt Forum mitzuwirken.

Was ist für Sie das Reizvolle an der Museumsinsel?

Dunja Hayali: Die Verschiedenheit, die Vielfalt, das Bunte, das Stille, das Alte, das Neue, das Wachrüttelnde, das Sinnliche und dass sich Menschen aus aller Welt dort begegnen, die zumindest vorübergehend das gleiche Interesse haben. Und es möglicherweise durch ein zufälliges Gespräch teilen.

Christian Berkel: Dass meine Heimatstadt Berlin, die ja bis zum Mauerfall eine ganz eigene Insel war, auch eine Museumsinsel hat, berührt mich. Ein Kosmos für die Kunst mitten im Ozean Berlin.

Anna Loos: Die Verbindung von Architektur und Kultur.

Christian Berkel: Mir gefällt David Chipperfields respektvoller Zugriff auf diesen Ort. Ich entdecke erst seit kurzer Zeit die Kunst der Antike und bin von ihren Zeugnissen tief beeindruckt.

Haben Sie persönlich Lieblingsstücke oder Lieblingsorte auf der Museumsinsel?

Anna Loos: Den Kolonnadengang vor dem Alten Museum.

Dunja Hayali: Ort? Im Sommer sitze ich gerne auf der Wiese vor dem Alten Museum. Den Berliner Dom im Blick, die Kunst hinter einem und den Himmel über Berlin über einem.
Lieblingsstück? Gibt es so nicht. Ich finde die Kunst aus dem arabischen Raum – und da natürlich besonders die aus dem Irak – spannend, da es die Heimat meiner Eltern ist. Aber am Ende ist der Reiz der Museumsinsel doch die Vielfalt und die Verschiedenheit

Christian Berkel: Vielleicht ist es die Alte Nationalgalerie, weil sie untrennbar mit der wechselhaften Geschichte Berlins und meiner Familiengeschichte verbunden ist. Jeden Sonntag ging mein Großvater mit seinen Kindern für mehrere Stunden in die Nationalgalerie. Aber auch, weil ihre Sammlung die Romantik, besonders Caspar David Friedrich und Adolf Menzel, den Impressionismus und den Beginn der Moderne auf eine Weise vereint, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert.

Worauf freuen Sie sich beim Humboldt Forum?

Anna Loos: Darauf, dass es mit seinem Angebot an Sammlungen, Fachbibliotheken und Veranstaltungsräumen Kunst, Kultur und Wissenschaft verbinden wird, was so einzigartig ist.

Dunja Hayali: Auf die Mischung aus Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur. Und auf den Dialog zwischen den Kulturen. Gerade in unseren Zeiten ist er wichtiger denn je, und den will das Humboldt Forum ja bieten.

Was war Ihr Antrieb, für den ZDF-Spot zugunsten von Museumsinsel und Humboldt Forum zur Verfügung zu stehen?

Anna Loos: Die Museumsinsel ist ein Ort für die Seele und den Geist, solche Orte gilt es in der heutigen Zeit zu fördern und zu schützen.

Dunja Hayali: Kunst ist ein genauso verbindendes Element wie zum Beispiel der Sport. Die Leidenschaft verbindet und deshalb gilt es die Kunst und ihren Wert über die Kunstwerke hinaus zu bewahren und eben zu bewerben.

Christian Berkel: Unsere Zeit wird immer schnelllebiger. Diese Insel und ihre Museen bieten Möglichkeiten und Räume zum Innehalten, zum Verweilen, zum Krafttanken und zur Inspiration. Wer sich darauf einlässt, geht verändert daraus hervor. Dass das ZDF darauf aufmerksam machen will, ist sehr schön.

 

Die Fragen stellte Birgit-Nicole Krebs

Projekt "Langzeitdokumentation" seit 2001
Filme von Carola Wedel über Museumsinsel und Humboldt Forum

Teil der Medienpartnerschaft ist die Langzeitdokumentation "Jahrhundertprojekt Museumsinsel" von ZDF und 3sat, die seit 2001 jährlich ausgestrahlt wird. Filmemacherin und ZDF-Kulturjournalistin Carola Wedel berichtet über die Veränderungen in Berlins historischer Stadtmitte, wo sich die Museumsinsel und das benachbarte Humboldt Forum zu einer in Europa einzigartigen Museumslandschaft entwickeln.

2001
Die Rückkehr der Großen Meister – Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie

Wie ein Koloss hängt sie über den prachtvollen Gebäuden der Berliner Museumsinsel: die "Casa Bartholdy", eines der bedeutendsten deutschen Kunstwerke des 19. Jahrhunderts. Nach fünf Jahren "im Exil" kommen diese Fresken ebenso in die Alte Nationalgalerie zurück wie Menzels "Eisenwalzwerk", das noch vor kurzem in London die Queen beeindruckt hat. Auch die wertvollen Werke großer Künstler von Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel bis zu Max Liebermann und den Expressionisten kehren jetzt heim. Viele davon aus Depots und Werkstätten.125 Jahre nach ihrer Gründung wird die Alte Nationalgalerie restauriert und modernisiert 2001 festlich wiedereröffnet.
1876 wurde sie zum Symbol des eben Nation gewordenen Deutschlands. Im Jahr 2001 ist sie wieder Symbol: diesmal für das Zusammenwachsen von Ost und West. Die Dokumentation "Die Rückkehr der großen Meister" erzählt von der Geschichte der Alten Nationalgalerie, die sich immer dagegen gewehrt hat, von den Mächtigen für ihre politische Ziele missbraucht zu werden und macht deutlich, warum der Wiederaufbau der Museumsinsel in der neuen alten Hauptstadt Berlin eine nationale Aufgabe ist.

2002
Die neue Museumsinsel: Der Mythos – der Plan – die Vision

Sie sind alle noch vorhanden: Tausende überlange Baumstämme, die im morastigen Untergrund die Gebäude der Museumsinsel tragen. Als im September 2001 die Bodenbeschaffenheit für das neue Eingangsgebäude analysiert wurde, stießen Archäologen auf vollständig erhaltene, zehn bis 20 Meter lange Eichenpfähle, kräftig genug, um auch der neuen Museumsinsel Fundament zu geben. Neben dem neuen Eingangsgebäude wird sie von einer archäologischen Promenade, die vier der Museen miteinander verbindet, von neu gestalteten Freiflächen, offenen begehbaren Höfen, den glänzend restaurierten Museen selbst und vielen überraschenden architektonischen Ausblicken geprägt sein. Carola Wedel erzählt in ihrer Dokumentation die Entstehungsgeschichte der Insel und ihrer Gebäude, berichtet von den Bau- und Umbauarbeiten in den Jahren 2001 und 2002 und stellt das Gesamtkonzept für die Zukunft vor.

2003
In den Katakomben des Pergamonmuseums

Dunkel und geheimnisvoll ist es in den Katakomben des Pergamonmuseums. Tausende antiker Skulpturen und vorderasiatischer Architektursegmente, ägyptischer Köpfe und islamisch-arabischer Schrifttafeln: ein schier unerschöpfliches Reservoir von Kunstobjekten aus 6.000 Jahren Menschheitsgeschichte, die ans Tageslicht wollen. Vor über 130 Jahren, am 9. September 1878, begannen in Pergamon deutsche Archäologen mit ihren Grabungen, deren sensationelle Funde dem Haus später seinen Namen gaben. Der Film beleuchtet die Geschichte des weltberühmten Pergamonmuseums und seine Restaurierung.

2004
Visionen für ein Museum von morgen

Carola Wedel berichtet vom Stand der Dinge auf der Museumsinsel. Der Film vergleicht, wie andere große Sammlungen auf die Anforderungen und Wünsche der Besucher eingehen. Mit Blick auf Ideen für die Museen von morgen wird auch auf die Diskussion um die immer spektakulärer werdende Museumsarchitektur eingegangen. Im Pressetext von damals prognostizierte man: "Wenn 2009 das Neue Museum wieder öffnet und Nofretete auf die Museumsinsel zurückkehrt, werden hier bis zu drei Millionen Besucher erwartet. Viel zu viele für so ein fragiles Gebäude. Ein neues Eingangsgebäude soll für Entlastung sorgen. Aber der Bund hat einen Planungsstopp verhängt, denn das Gebäude soll 60 Millionen Euro kosten. Wenn der Bund nicht bald grünes Licht gibt beziehungsweise nicht noch Ideen oder Investoren für seine Realisierung gefunden werden, steht das Projekt, die vollständige Wiederherstellung der Museumsinsel mit dem Berlin Cube und der archäologischen Promenade zur Disposition."

2005
Nofretete und das Geheimnis von Amarna

Nofretete, der wohl schönste Schatz der Staatlichen Museen Berlin, ist auch heute noch eine der geheimnisvollsten Figuren des alten Ägypten. 1913 kam die weltberühmte Büste an die Deutschen, 1924 wurde sie im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel erstmals öffentlich ausgestellt. Als Kairo sie zurückforderte, begann ein jahrelanges Tauziehen. Mitte der 1930er Jahre wollte Hermann Göring die Büste dann tatsächlich nach Ägypten zurück schicken, doch ein Machtwort Hitlers durchkreuzte seinen Plan. Dennoch blieb die Schöne vom Nil nur kurze Zeit die Attraktion der Museumsinsel. Bereits ab Herbst 1939 wurden die Museen geschlossen, die Kunstwerke in Sicherheit gebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Büste Nofretetes dann lange Zeit im Ägyptischen Museum in Charlottenburg zu sehen.
Doch wer war Nofretete? Wer war ihre Familie, was waren ihre Aufgaben, welche Rolle spielte sie neben ihrem Mann, dem jungen, umstrittenen König Echnaton? Diesen Fragen geht Wedel in ihrem Film nach, sie befragt internationale Ägyptologen und rollt die Geschichte, der Auseinandersetzung um die Rechtmäßigkeit an dem Besitz der Büste auf.

2006
Schatzkammer der Könige – Das Bode-Museum

Nach acht Jahren Sanierung wurde das Bode-Museum 2006 neu eröffnet. Damit war ein weiteres großes Kapitel der Wiederherstellung der Museumsinsel Berlin abgeschlossen. "Das Schloss des wilhelminischen Barocks" mitten in der Spree, ursprünglich nach Kaiser Friedrich benannt und am 18. Oktober 1904 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet, wurde in den letzten acht Jahren für 152 Millionen Euro generalsaniert und modernisiert. Das Jahr 2006 steht ganz im Zeichen der Wiedereinrichtung: Neben der einmaligen Münzsammlung und vielen Kostbarkeiten der Kunstkammern der Preußischen Könige sorgen vor allem großartige Skulpturen für Aufmerksamkeit, darunter Werke von Tilman Riemenschneider und Donatello.
Der Film verfolgt die Entstehungsgeschichte des Hauses und die fieberhaften Vorbereitungen vor der Wiedereröffnung. Außerdem porträtiert Wedel die Persönlichkeiten, die die Geschichte des Bode-Museums geprägt haben – darunter Gründungsdirektor Wilhelm von Bode und Kaiserin Viktoria, die Witwe Kaiser Friedrichs III. – und zeigt Highlights unter den Kunstschätzen.

2007
Die verlorenen Schätze der Museumsinsel – Raubgut und Beutekunst

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm die Rote Armee zahlreiche Kulturgüter als Trophäen mit nach Russland. Einige dieser Kulturgüter wurden zurückgegeben, andere sind immer noch nicht nach Deutschland zurückgekehrt. Hierzu zählen unter anderen der Schatz des Priamos, das Eberswalder Gold und das Gold der Merowinger. Die Objekte existieren noch, sie lagern in Moskauer Geheimdepots. Einmalige, unersetzliche Fundstücke, die jedenfalls völkerrechtlich Deutschland zustehen. Doch nach einem Duma-Gesetz von 1998 gehören die Schätze heute Russland. Die Staatlichen Museen Berlin haben jahrelang mit russischen Museen zusammengearbeitet, um zumindest das Gold der Merowinger ans Tageslicht zu holen.
Der Film begleitet den Prozess der Zusammenarbeit bis hin zu den Ausstellungseröffnungen im Puschkin Museum Moskau, im Frühjahr und in der Eremitage in St. Petersburg, im Sommer 2007, wo zahlreiche Objekte aus dem Altbestand des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte gezeigt wurden. Darüber hinaus vollzieht Carola Wedel den Weg der Beutekunst nach Russland nach.

2008
Die Welt auf einer Insel – Visionen für den Berliner Schlossplatz

Der Berliner Schlossplatz hat Geschichte geschrieben. Jetzt soll von dort aus die Zukunft mit gestaltet werden. Genau an dem Tag, an dem das letzte Treppenhaus vom Palast der Republik abgetragen wurde, begann ein neues Kapitel der Geschichte: Am 28. November 2008 wurde in einem Wettbewerb über die künftige Erscheinung dieses Orts entschieden. In seinem Zentrum soll das Humboldt Forum stehen, benannt nach Alexander von Humboldt, dem Weltreisenden, Naturforscher und Humanisten.
Der Film zeigt, wie es zu dieser Entscheidung kam und erklärt erste Überlegungen, was in der Zukunft im Humboldt Forum zu sehen sein soll. Carola Wedel blickt zurück bis zum Ausgangspunkt des Ganzen, den Kunst- und Naturalienkammern des Berliner Schlosses, die dort Vergangenheit und Zukunft verbinden sollen.

2009
Eine Ruine wird zum Juwel – Das Neue Museum

Sie galt als die "schönste Ruine Berlins", fragil und von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gezeichnet. So stand das Neue Museum fast 60 Jahre, kaum geschützt vor Wind und Wetter, auf der Museumsinsel. Seit Sommer 2003 wurde es behutsam restauriert und die zerstörten Teile durch moderne Elemente ersetzt. Der Film dokumentiert die neun Jahre dauernde, spannende Wiederherstellung des Museums, welches die weltbekannte Büste der Nofretete sowie einen überlebensgroßen slawischen Gott beherbergt und in dem die weltweit einmaligen, begehbaren altägyptischen Opferkammern des Manofer zu sehen sind. Die Kamera zeigt, wie gewaltige Architekturteile aus Marmorzement durch das 45 Meter hohe Dach eingeflogen wurden, oder wie Hunderte von Restauratoren jeden Millimeter des denkmalgeschützten Hauses bearbeitet haben, um ihm den alten Glanz zurückzugeben.

2010
Nachts allein mit Nofretete

Wenn abends die Besucher das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel verlassen, kehrt um ihre prominenteste Bewohnerin, die ägyptische Königin Nofretete, noch lange keine Ruhe ein. Techniker prüfen Lichtanlagen, Heizung und Sicherheitstechnik, Restauratoren untersuchen mögliche Beschädigungen durch die Gäste, Putzkolonnen bereiten alles vor für den neuen Tag. Das Neue Museum hat sieben Tage in der Woche geöffnet. Pflege und Erhaltung können also ausschließlich in den Schließzeiten von 18.00 Uhr abends bis 10.00 Uhr morgens stattfinden. Der Film dokumentiert diese Zeitspanne in einer Nacht im November 2010. Im Mittelpunkt stehen die Menschen hinter den Kulissen, die Museumswächter in den Sälen, die Garderobenfrauen und die Hausmeister, die Sicherheitsbeauftragten, die Handwerker. Menschen, die dazu beitragen, dass das Neue Museum funktioniert.

2011
Schätze des Islam

Nach dem Bode-Museum und dem Neuen Museum wird auch das Pergamonmuseum restauriert und modernisiert. Der Nordflügel steht als erster Bauabschnitt auf dem Programm. 2019 soll hier das Museum für islamische Kunst mit einer neuen Konzeption wiedereröffnet werden. Mit sogenannten Themenräumen will man erreichen, dass sich die Besucher unter anderem in eine Moschee oder einen orientalischen Garten versetzt fühlen. Geschichte soll lebendig werden. Dabei wird der Reichtum dieser Kultur über einen Zeitraum von 1.200 Jahren und von Spanien bis Indien und vom Iran bis nach Marokko wiedererstehen. Auch Eindrücke und Begegnungen, die während des arabischen Frühlings, auf verschiedenen Reisen in den Nahen und Mittleren Osten gesammelt wurden, sollen in das Museum einfließen. Der Film dokumentiert die Entwicklung von Ideen für das neue Pergamonmuseum, er beschäftigt sich nicht nur mit der umstrittenen Aufstellung, sondern auch mit der Organisation von Sponsorengeldern und der Beschaffung von Kunstwerken. Außerdem dokumentiert der Film, wie das Museum plant, ein neues, jüngeres und auch muslimisches Publikum erreichen zu können.

2012
Der Mann, der Nofretete verschenkte – James Simon, der vergessene Mäzen

Vor über 100 Jahren wurde die Gipsbüste der Nofretete in der Wüste von Amarna entdeckt. Heute lockt die Schöne Tausende von Besuchern auf die Museumsinsel nach Berlin. Doch wie und durch wen kam sie da hin? Kaum jemand weiß, dass die Grabungen, die Nofretete ans Tageslicht holten, von einem jüdischen Baumwollgroßhändler aus Berlin finanziert wurden. James Simon (1851-1932) gab beträchtliche Teile seines Vermögens für Kunst und Schenkungen an die Museumsinsel aus. Der Film zeichnet den Lebensweg Simons lebendig und sehr anschaulich nach. Carola Wedel lässt Historiker, Museumsdirektoren und familiäre Nachfahren zu Wort kommen und präsentiert einige der herausragenden Kunstwerke, die Berlin dem großen Mäzen zu verdanken hat.

2013
Unterwegs zu den Kulturen der Welt – Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist das größte, aber auch umstrittenste Bauprojekt der Bundesrepublik. Zwei Drittel der Deutschen sind gegen den von Franco Stella entworfenen Bau. Das neu entstehende Preußenschloss gilt vielen als das falsche historische Zitat in der Mitte des vereinten, neuen Deutschland. Dennoch wurde am 12. Juni 2013 der Grundstein gelegt. Und obwohl der Bau bereits aus dem Boden wächst, weiß kaum jemand genau, was hier – im sogenannten Humboldt Forum – ab 2019 gezeigt werden soll. Der Film zeigt eine Momentaufnahme aus dem Jahr 2013. Carola Wedel begleitet den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Herrmann Parzinger, bei einer virtuellen "Begehung" des Hauses. Außerdem werden die Innenarchitekten vorgestellt, und die zukünftigen Nutzer erklären ihr Konzept: Das Forum soll zu einem ganz neuartigen, faszinierenden und einmaligen Ort der "Kulturen der Welt" werden.

 2014
Geheimnisvolles Turfan – von der Seidenstraße zum Humboldt Forum

Am Rande der chinesischen Wüste Taklamakan liegt die Oase Turfan mit den archäologischen Stätten Gaochang und Bezeklik, sowie die Oase Kucha mit den Tausend-Buddha-Höhlen von Kizil. Die Orte sind für ihre uralten phantastischen Wandmalereien weltberühmt. Entdeckt wurden die Höhlen von den Berliner Forschern Albert Grünwedel und Albert von Le Coq, die anschließend die darin enthaltenen Kunstschätzte nach Berlin trans­portierten. Seitdem galten die deutschen Wissenschaftler in China als Kunsträuber. Nun nähern sich Deutschland und China in bedeutenden, gemeinsamen Forschungsprojekten über diese Objekte an. Die Turfan-Expeditionen sollen eines der aufsehenerregendsten Ausstellungskapitel im neu geplanten Berliner Humboldt Forum werden. Der Film begleitet Klaas Ruitenbeek, den Direktor des Museums für Asiatische Kunst Berlin, auf eine außergewöhnliche Reise durch die Region Xinjiang.

2015
Die Indianer kommen: Indigene Völker im Berliner Humboldt Forum

Die Begegnung mit der Welt der Indigenen ist eine große Herausforderung für die Ausstellungsmacher im neuen Berliner Stadtschloss. Groß sind die Erwartungen an diesen "völlig neuartigen Ort zur Begegnung der Kulturen der Welt". Inwieweit werden die indigenen Völker, die hier vorkommen sollen, an den Ausstellungen mitwirken können?
Die Dokumentation "Die Indianer kommen!" zeigt Beispiele: Besuche von indigenen Gruppen aus Venezuela und Kolumbien, die im Ethnologischen Museum in Berlin, in tief bewegenden Momenten, erstmals den Objekten ihrer Vorfahren begegnen. Aber auch das Leben von Indigenen. Der Film erzählt von dem einzigen, noch existierenden Indianerstamm im Hochland Südamerikas, der es geschafft hat, seine hochgeistige Kultur genauso zu erhalten und zu leben wie vor 400 Jahren: die Kogi in der Sierra Nevada de Santa Marta. Dabei geht es auch um 2 Masken der Kogi, die sich in den Depots des Ethnologischen Museums Berlin befinden, und die sie gerne zurück haben möchten. ZDF-Autorin Carola Wedel und ihr Kamerateam hatten die außergewöhnliche und äußerst seltene Gelegenheit, bei den Kogi drehen zu dürfen. Eine Reise in unwegsames und kaum je betretenes Gebiet, die gleichzeitig der Versuch einer Annäherung ist und von den Schwierigkeiten berichtet, die diese so andere Welt für uns und das Berliner Schloss Humboldt Forum bedeuten.

2016
Ein Eingang für die Ewigkeit – Stararchitekt David Chipperfield
baut in Berlin

Seit der Wende gab es die Idee, neben den fünf weltberühmten Häusern auf der Museumsinsel etwas Neues entstehen zu lassen: Ein modernes Eingangsgebäude. Doch wie das UNESCO-Welterbe modernisieren ohne den Charme der Historie zu zerstören?
Mehrere Wettbewerbe gab es, immer wieder finanzielle Engpässe und Planungsstopps, ein Volksbegehren gegen den modernen Bau und schließlich auch noch eine extrem schwierige Baustelle. Aber David Chipperfield und sein Team haben durchgehalten – 23 Jahre lang.
1993, als alles begann, war er noch ein Newcomer heute ist er einer der Toparchitekten weltweit. Sein neues Eingangsgebäude soll in Zukunft Millionen Besucher aufnehmen und zu den fünf historischen Gebäuden führen. Ein Neubau mit zentralen Servicebereichen, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen, großer Terrasse und neuem Hof. Ein Gebäude mit einer eigenen Formensprache, das so David Chipperfield, die Außenwirkung der Insel verändern wird:
Die ZDF-Autorin Carola Wedel hat David Chipperfield über viele Jahre mit der Kamera begleitet und auch in seinem Londoner Hauptquartier besucht.

2017
Den Humboldts auf der Spur: Berlin-Paris und zurück
(15 Min.)

Bénédicte Savoy und David Blankenstein sind zahlreichen Objekten auf der Spur, die sie in einer großen Ausstellung über die Gebrüder Humboldt im Deutschen Historischen Museum Berlin 2019 präsentieren wollen. Carola Wedel begleitet die beiden Forscher bei ihren Recherchen in Frankreich und Deutschland.
Hunderte Objekte hat Alexander von Humboldt von seinen Reisen um die Welt mitgebracht - vor allem nach Paris, wo er über 30 Jahre lebte. Darunter auch problematische Funde wie menschliche Überreste. Auch er, der vehement gegen Sklaverei war und die Kulturen der Indianer hochschätzte, hat also, wie viele Forscher und Abenteurer, damals Gräber geplündert. "Es geht nicht um Schuld" , sagen die beiden Forscher, "es geht um die Frage, wie wir heute damit umgehen, wenn Kulturen spüren, dass ihnen etwas verloren gegangen ist".

Auch in Berlin hat man inzwischen begonnen, umzudenken und Teile der Sammlungen auf ihre Provenienz zu durchforschen. Ein zeitaufwendiges und kostenintensives Unterfangen. Ob diese Anstrengungen die Kritiker des Humboldtforums zufriedenstellen werden, darf bezweifelt werden. Für den Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins, Unterstützer der Initiative "No Humboldt 21", steht fest: "Wenn man so ein großes Projekt wie das Humboldtforum machen will, dann muss man sich mit der Gewaltgeschichte des Kolonialismus beschäftigen, bevor man sagt:Wir wollen hier Beute ausstellen." Wie könnte das im Konkreten aussehen?
Die Autorin blickt mit diesem Film einmal weg von der Berliner Diskussion nach Paris, um zu sehen, wie dort mit dem postkolonialen Diskurs umgegangen wird. Und zeigt eindrücklich, wie aufwendig und detailliert die Recherchen zur Vorbereitung einer großen Ausstellung sein können.

360-Grad-Video: Museumsinsel mit Baustelle des neuen Eingangsgebäudes

Stararchitekt David Chipperfield baut derzeit in Berlin. Das neue Eingangsgebäude, die James Simon Galerie, soll ab Herbst 2018 die fünf weltberühmten Häuser der Museuminsel miteinander verbinden. Das Neue Museum mit Nofretete, das Bodemuseum mit seinen bedeutenden Werken der christlichen Kunst, das Pergamonmuseum, die Alte Nationalgalerie und Schinkels klassizistischen Bau das Alte Museum.

Mitten im historischen Ambiente entsteht eine spektakuläre Architektur aus unserer Zeit. Noch ist die Baustelle des neuen Eingangsgebäudes nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber der virtuelle Rundgang in 360 Grad auf https://vr.zdf.de/museumsinsel/ macht es möglich. Und gibt großartige Blicke auf die neun Meter hohen Kolonnaden frei, in die Tiefe der Räume unter dem Grundwasserspiegel und hinunter auf die Schiffe, die die Museumsinsel passieren.

Das siebenminütige-360 Grad Video ergänzt die ZDF/3sat-Dokumentation von Carola Wedel: "Ein Eingang für die Ewigkeit – Stararchitekt David Chipperfield baut in Berlin" (2016) in der Reihe "Jahrhundertprojekt Museumsinsel".

Die Museumsinsel Berlin und das Humboldt Forum
Eine Chronologie

Die Museumsinsel liegt im alten Berlin auf der nördlichen Spitze der Spreeinsel. Friedrich Wilhelm II. verfolgte hier Ende des 18. Jahrhunderts den Plan, ein Museum für die Ausstellung antiker und neuzeitlicher Kunstschätze zu errichten. Knapp zehn Jahre später, 1810, wurde in einer Kabinettsorder von Friedrich Wilhelm III. bestimmt, "eine öffentliche, gut gewählte Kunstsammlung" anzulegen.

1830 Am 3. August wird nach sechs Jahren Bauzeit das "Königliche Museum", das heutige "Alte Museum", am Lustgarten eröffnet. Baumeister: Karl Friedrich Schinkel.

1841 beginnt die Geschichte der Berliner Museumsinsel: König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen verfügt, "die ganze Spreeinsel hinter dem Museum zu einer Freistätte für Kunst und Wissenschaft" umzubauen.

1859 eröffnet das "Neue Museum" nach Plänen von Friedrich August Stüler.

1876 eröffnet die "Alte Nationalgalerie", geplant von F.A. Stüler und vollendet von seinem Schüler Johann Heinrich Strack.

1904 kommt das "Kaiser-Friedrich-Museum" (heute: Bode-Museum) hinzu, nach Plänen des Architekten Ernst Eberhard von Ihne.

1930 wird das heutige "Pergamonmuseum" nach 23 Jahren Planungs- und Bauzeit eröffnet. Architekt Alfred Messel stirbt 1909, der Stadtrat und Freund Ludwig Hoffmann übernimmt die Bauausführung.

1939 Die Häuser der Museumsinsel werden kriegsbedingt geschlossen.

1943-1945 Wichtige Kunstwerke werden geschützt oder ausgelagert. Der zweite Weltkrieg hinterlässt schwere Schäden an und in den Museen. Nach dem Ende werden weitere Kunstwerke durch die Besatzungsmächte, vor allem die Russen und Amerikaner, abtransportiert.

1945-1989 Bausicherungsmaßnahmen und Restaurierungsarbeiten werden durchgeführt. Die Sowjetunion gibt 1958 einen Teil der Werke zurück.

1993/94 Der erste Wettbewerb für die Restaurierung des Neuen Museums (und Ergänzungsbau) findet statt und bedeutet den diesbezüglich ersten Auftritt des 1997 zur Sanierung beauftragten Architekten David Chipperfields.

1999 wird der "Masterplan Museumsinsel" beschlossen. Kernstück sind die alle Häuser verbindende "Archäologische Promenade" und ein neues Eingangsgebäude. Als planende Architekten werden O. M. Ungers (Pergamonmuseum), Hilmer+Sattler+Albrecht (Altes Museum), David Chipperfield (Neues Museum), Heinz Tesar/Christoph Fischer (Bode-Museum) und HG Merz (Alte Nationalgalerie) gewonnen.

Die Museumsinsel wird von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

2001 Beginn der Medienpartnerschaft von ZDF/3sat mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Neueröffnung der "Alten Nationalgalerie".

2003 Das Land Berlin zieht sich aus der Finanzierung der Umbaukosten zurück. Der Bund übernimmt die alleinige Finanzierung.

2005 zieht Nofretete von Charlottenburg zurück auf die Museumsinsel.

2006 wird das "Bode-Museum" wieder eröffnet.

2007 Richtfest des "Neuen Museums".
Architekt David Chipperfield stellt seinen überarbeiteten Entwurf der James-Simon-Galerie vor, dem künftigen Eingangsgebäude der Museumsinsel.

2008 50-jähriges Jubiläum der Rückgabe von Beutekunstwerken der Sowjetunion an die DDR.
Prof. Dr. Hermann Parzinger wird Nachfolger von Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Amtsantritt von Prof. Dr. Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin als Nachfolger von Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster.

2009 Wiedereröffnung des "Neuen Museums", Nofretete kehrt in ihr angestammtes Museum zurück.

2011 Haushaltsausschuss des Bundestags beschließt die Finanzierung einer partiellen Rekonstruktion des Schlosses und der Außenfassaden entsprechend der Kubatur des Schlüter-Baus (6. Juli: Haushaltsausschuss des Bundestages will vollständige Schlossrekonstruktion).

Eröffnung der Humboldt Box. Als Schaufenster auf das bedeutendste Kulturprojekt Deutschlands informiert die Box über den Wiederaufbau der barocken Fassaden des Berliner Schlosses und über zukünftige Inhalte des Humboldt Forums. Das Humboldt Forum soll ab 2019 in dem dann fertiggestellten Stadtschloss Künste und Wissenschaft in einen Dialog treten lassen, die außereuropäischen Sammlungen neu präsentieren.

2011 Gründung der "Schlossbauhütte" als Ort für die architektonischen und bildhauerischen Rekonstruktionen der Schmuckelemente der barocken Fassaden.

2012 Das Archäologische Zentrum gegenüber der Museumsinsel ist in Betrieb. Um auf der Museumsinsel neue Ausstellungsflächen zu gewinnen, werden Verwaltungs-, Depot- und Werkstattflächen sowie Bibliotheken und Archive für Forschungen zur Antike dorthin ausgelagert.

Beginn der noch andauernden Grundinstandsetzung des Pergamonmuseum.

Bundesminister Dr. Peter Ramsauer, Staatsminister Bernd Neumann und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit starten die Gründungsarbeiten und die Herstellung der Baugrube für das Berliner Schloss – Humboldt Forum.

Bundespräsident Joachim Gauck übernimmt die Schirmherrschaft über die Stiftung Berliner Schloss – Humboldt Forum.

2013 Bundespräsident Joachim Gauck legt den Grundstein für das Berliner Schloss – Humboldt Forum.

Grundsteinlegung für das neue Eingangsgebäude zur Museumsinsel: die James-Simon-Galerie. Der Neubau von David Chipperfield soll entscheidende zentrale Servicefunktionen mit Kartenverkauf, Café, Garderoben, Museumsshop etc. für die Museen übernehmen und Ausstellungsflächen bieten.

Dem Mäzen James Simon (1851-1932) verdanken die Staatlichen Museen zu Berlin zahlreiche hochkarätiger Werke wie die Nofretete und das Ischtar-Tor.

2015 Richtfest für das Berliner Stadtschloss – Humboldt Forum. Der fertiggestellte Rohbau wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den britischen Museumsexperten Neil MacGregor zum Leiter der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums berufen. Neben MacGregor werden Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und der Kunsthistoriker Horst Bredekamp der Intendanz angehören.

2016 Zur Vorbereitung des kulturellen Betriebs hat die Stiftung Berliner Schloss – Humboldt Forum die Humboldt Forum Kultur GmbH gegründet.

Die Humboldt Forum Kultur GmbH wird zusammen mit der Gründungsintendanz den kulturellen Betrieb des Humboldt Forums aufbauen und Kulturveranstaltungen im Vorfeld der Eröffnungsphase durchführen.

Richtfest der James-Simon-Galerie.

Am 22. Juni unterzeichnen ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut und Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Verlängerung der Kooperation bis 2020.

Die Eröffnung der James-Simon-Galerie ist für 2018 vorgesehen.

Online-Informationen

https://zdf.de

https://museumsinsel.zdf.de

https://vr.zdf.de/museumsinsel/

https://vr.zdf.de

https://3sat.de

www.preussischer-kulturbesitz.de

www.museumsinsel-berlin.de/masterplan/projektion-zukunft/

www.sbs-humboldtforum.de

Einzelne Filme sind in der ZDF-Mediathek unter dem Suchbegriff Jahrhundertprojekt Museumsinsel zu finden: https://zdf.de/ZDFmediathek

Der Spot ist für akkreditierte Nutzer unter https://trailer.zdf.de zum Download entsprechend der Nutzungsbedingungen erhältlich.

Fotohinweis

Fotos über ZDF Presse und Information Telefon: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/spkmedienpartnerschaft

Weitere Informationen

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