Präsident Emmanuel Macron mit seiner Frau Brigitte im Mai 2017. Foto: ZDF/Christophe Morin
Präsident Emmanuel Macron mit seiner Frau Brigitte im Mai 2017. Foto: ZDF/Christophe Morin

ZDFzeit: Mensch Macron!

Aufsteiger, Reformer, Europäer

Emmanuel Macron ist der jüngste Präsident, den Frankreich je hatte. Die Blitzkarriere des 39-Jährigen hat viele Erwartungen geweckt: die Spaltung des Landes überwinden, die Wirtschaftsprobleme lösen und Europa retten. Macron wird als Reformer gefeiert, aber auch als arroganter Aufsteiger verachtet. "ZDFzeit" zeigt den Menschen hinter dem Politiker und bietet ein vielschichtiges Bild vom "Aufsteiger, Reformer, Europäer".

  • ZDF, Dienstag, 28. November 2017, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Dienstag, 28. November 2017

    Texte

    Sendetermin und Stab

    Dienstag, 28. November 2017, 20.15 Uhr, ZDF
    Mittwoch, 29. November 2017, 01.00 Uhr, ZDF

    ZDFzeit: Mensch Macron!
    Aufsteiger, Reformer, Europäer

    Film von Anne Kauth und Bernd Reufels

    Kamera: Tiemo Fenner
    Produktion: kelvinfilm
    Redaktion: Ulrike Grunewald
    Redaktionsleitung: Ursula Schmidt
    Länge: ca. 45 Minuten

    Mensch Macron! – Aufsteiger, Reformer, Europäer

    Frankreichs Polit-Superstar Macron erhitzt die Gemüter: gefeiert als Reformer, verachtet als arroganter Aufsteiger. "ZDFzeit" zeigt den Menschen hinter dem Politiker.

    So sehr alle Welt seine Blitzkarriere bewunderte, so wenig Persönliches gab er bisher preis. Zwar lotete die Boulevardpresse die Ehe zu seiner Ex-Lehrerin aus, doch was verbirgt sich hinter der Fassade des jungenhaften Überfliegers?

    Der jüngste Präsident Frankreichs

    Macron ist der jüngste Präsident, den Frankreich je hatte. Manche vergleichen ihn mit Napoleon, wieder andere mit dem Sonnenkönig Ludwig XIV. Noch vor drei Jahren kannte ihn niemand. In atemberaubenden 16 Monaten hat er seine Partei "La République En Marche" gegründet – und zur stärksten Kraft im Land gemacht. Er hat Frankreich aus der politischen Lethargie gerissen und hält viel beachtete Reden über die Zukunft Europas. Wer ist der Mann, der all dies vermochte – obwohl er sich für die unpopuläre Lockerung des Kündigungsschutzes einsetzt? Und wie lange wird der Zauber halten?

    Macron und Trump

    Es war eine Szene, wie sie die Franzosen lieben: Emmanuel Macron, der frisch gewählte Präsident, beim Händedruck mit Donald Trump – der Amerikaner will die Hand zurückziehen, doch der Hobbyboxer Macron drückt noch ein bisschen fester zu, lächelnd, fast schon triumphierend. Eine wohl kalkulierte Inszenierung, wie Macron hinterher einräumt. Der junge Staatschef weiß um die Macht der Bilder.

    Anders als sein Vorgänger achtet er peinlich genau darauf, was von ihm zu sehen und zu hören ist. Plaudereien mit den Hauptstadtjournalisten, das hat er bei seinem Vorgänger Hollande beobachten können, können schnell nach hinten losgehen. Seit Macron Präsident des Landes ist, hat er erst wenige Interviews gegeben. Stattdessen twittert er lieber oder stellt Filme seiner Auftritte bei Facebook ein. "Er ist ein Kontrollfreak, er kontrolliert sich selbst und andere. Und überlässt nichts dem Zufall", sagt Marc Endeweld, Biograf des Präsidenten.

    Der Hoffnungsträger

    Die Erwartungen, die der 39-Jährige selbst geweckt hat, sind riesig: die Spaltung des Landes überwinden, die Wirtschaftsprobleme lösen und nebenbei noch Europa retten. An der Sorbonne hält er im September eine viel beachtete Rede, wie die Zukunft der Gemeinschaft aussehen könnte. Die erforderliche Mehrheit für sein innenpolitisches Reformprogramm hat er bei den Parlamentswahlen im Juni bekommen – doch die Feuerprobe steht noch aus. Im September gingen bereits Hunderttausende Franzosen auf die Straße, um gegen Lockerungen im Arbeitsrecht zu demonstrieren. An den gut organisierten Gewerkschaften und der Macht der Straße sind in Frankreich die Reformpläne so mancher Präsidenten gescheitert.

    Der Macher

    Macron ist ein Macher: "Ich setze um, was ich im Wahlkampf versprochen habe, nicht mehr und nicht weniger", sagt der Präsident in einem Interview mit dem ZDF. "Die Menschen haben sich zu sehr an Politiker gewöhnt, die Ankündigungen machen und diese dann nicht umsetzen." Er hat es eilig, sein Land umzukrempeln und es zukunftsfähig zu machen. Doch die Frage ist, wie viele seiner Landsleute er dabei mitnehmen kann.

    Die ersten Fehler

    Immer wieder gibt es Momente, in denen klar wird, dass dem jungen Präsidenten die Lebenswelt der unteren sozialen Schichten eher fremd ist. Fast hilflos sitzt er weinenden Arbeiterinnen gegenüber, die die Schließung ihres Werkes beklagen und um ihre Zukunft fürchten. Auch erste Fehler und Ungeschicklichkeiten schleichen sich ein beim von vielen als "Überflieger" gelobten Macron. Er bringt seine Landsleute durch verbale Fehltritte gegen sich auf: Im Streit um die Reform hatte Macron gesagt, er werde sich von "Faulenzern" nicht aufhalten lassen. Seit der Ankündigung seiner Regierung, die Reichensteuer weitgehend abzuschaffen, wird ihm vor allem vom linken Lager vorgeworfen, "Präsident der Wohlhabenden" zu sein.

    Die "ZDFzeit"-Doku 

    Wie wurde Emmanuel Macron zum jüngsten Präsidenten seines Landes? "ZDFzeit" zeichnet den Werdegang des Ausnahmetalentes nach: vom brillanten Überflieger zum Präsidenten der Republik. Seine Beobachter und Weggefährten bescheinigen dem jungen Mann auf dem Weg nach oben ein außergewöhnliches Maß an "strategischer Intelligenz". Keine Station auf dem Weg zum Präsidentenamt lässt er ungenutzt. Er knüpft sein Netzwerk und pflegt die Kontakte, die ihm später auf dem Weg nach oben nützlich sind.

    Jene, die Macrons Weg einmal gekreuzt haben, beschreiben sein großes Talent zur Verführung. "Er besitzt die Fähigkeit, seinem Gegenüber das Gefühl zu geben, nur er allein existiere in diesem Moment. Er passt sich auf phänomenale Weise an sein Gegenüber an und übernimmt seine Argumente. Macron ist ein Chamäleon."

    "ZDFzeit" zieht Bilanz: Was ist aus dem Hoffnungsträger Macron geworden? Enge Wegbegleiter, Freunde und Gegner zeichnen ein vielschichtiges Bild des Menschen Emmanuel Macron.

    Infos zur "ZDFzeit"

    Auf dem Sendeplatz "ZDFzeit" sind am Dienstag um 20.15 Uhr große Primetime-Dokumentationen zu sehen. Neben investigativen, politischen und historischen Filmen werden dort auch verbrauchernahe Themen präsentiert. Hinzu kommen informative Einblicke in die Geheimnisse von Staatsmännern wie in "Mensch Putin!", "Mensch Schröder!" oder "Mensch Erdogan". Am Dienstag, 7. November 2017, 20.15 Uhr ist erstmals "Mensch Trump!" im ZDF zu sehen.

    "ZDFzeit" bietet seit Januar 2012 jährlich rund 35 Produktionen auf dem Sendeplatz am Dienstagabend.    

    Die "ZDFzeit"-Redaktion leitet seit dem 1. Oktober 2015 Ursula Schmidt.

    Fotohinweis

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfzeit

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