Zwei verlorene Schafe

Komödie

Schauspielerin Rebecca (Andrea Sawatzki) ist trotz aller Leidenschaft für ihren Beruf chronisch pleite. Da kommt ihr das Jobangebot des Bischofs, einem alten Schulfreund, gerade Recht: Sie soll seinen Sohn Pfarrer Thaddäus (Franz Hartwig) coachen. Ein wichtige Aufgabe, denn ausgerechnet der Sohn des Bischofs ist Berlins schlechtester Pfarrer! Rebecca erkennt sofort, dass bei Thaddäus Hopfen und Malz verloren ist. Doch bis zum Reformationstag muss Thaddäus predigen können wie der Heiland selbst und dabei soll Rebecca nun helfen – oder sie geht leer aus.

  • ZDF, Donnerstag, 20. Oktober 2016, 20:15 Uhr

Texte

Inhalt

Rebecca will einfach nicht verstehen, wieso ihre Karriere als Schauspielerin trotz aller Leidenschaft, Anstrengung und Opfer den Bach runtergegangen ist. Sie hat immer mehr gegeben als alle anderen, hat sich gegen ihre Familie entschieden, um sich voll ihrem Traum zu widmen – doch wo steht sie jetzt? Das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Sohn ist dermaßen beschädigt, dass sie nicht einmal miteinander reden können. Und chronisch pleite hangelt sie sich von einem Job zum nächsten.

Mit umso größerem Enthusiasmus stürzt sie sich daher in ihr neues Engagement: Die Hauptrolle als Pfarrerin in einem kleinen Kellertheater, leider unbezahlt, da keine Fördermittel. Um trotzdem über die Runden zu kommen und gleichzeitig für ihre Rolle zu recherchieren, übernimmt sie auf Bitten des Bischofs, einem alten Schulfreund, den Job als Coach seines Sohnes Thaddäus. Ein wichtige Aufgabe, denn ausgerechnet der Sohn des Bischofs ist Berlins schlechtester Pfarrer! Rebecca erkennt sofort, dass bei Thaddäus Hopfen und Malz verloren ist. Er hat keinen Draht zu seinen "Schäfchen" und ist absolut unbegabt, was das Predigen betrifft. Doch bis zum Reformationstag muss Thaddäus predigen können wie der Heiland selbst und dabei soll nun Rebecca helfen – oder sie geht leer aus.

Stab und Besetzung

Zwei verlorene Schafe
Komödie
Donnerstag, 20. Oktober 16, 20.15 Uhr

Stab

Buch                                  Edda Leesch
Regie                                 Sylke Enders
Kamera                              Christian Pirjol
Ton                                     Kai Nicolas Theißen
Szenenbild                         Marin Brünner
Schnitt                               Katharina Schmidt
Musik                                 Bert Wrede
Produktionsleitung             Dirk Funke
Producerin                         Yella Yari Fenner
Produzentinnen                 Carmen Stozek, Kirsten Hager
Produktion                         Hager Moss Film GmbH, München
Redaktion                          Thorsten Ritsch
Länge                                89 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller

Rebecca Fritz                     Andrea Sawatzki
Thaddäus Gerlach              Franz Hartwig
Sina                                    Steffi Kühnert
Michael Gerlach                 Oliver Breite
Isabelle Stanew                  Sandra von Ruffin
Agnes Möller                       Margit Bendokat
Marco                                  Marlon Kittel
Max Strehlow                      Chiron Elias Krase
Hans Stanew                      Matthias Brenner
Leo Fritz                             Johannes Heinrichs
Frau Strehlow                     Heike Schober
Franz Fleckenstein             Frank Leo Schröd
und andere

"Als Schauspieler muss man kämpfen können"
Fragen an Schauspielerin Andrea Sawatzki

Was hat Sie am Drehbuch überzeugt?

Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich noch nie etwas von Priester-Coaching-Seminaren gehört und fand die Idee ganz großartig. Unser Redakteur Thorsten Ritsch hatte vor vielen Jahren eine VHS Kassette darüber auf dem Sperrmüll gefunden und sich lange mit dem Gedanken getragen, daraus mal einen Spielfilm zu machen. Zum Glück hat es geklappt.

Was für ein Gefühl ist es, als Schauspielerin eine Schauspielerin zu verkörpern? Konnten Sie manchmal Parallelen entdecken?

Das ist sozusagen "Heimatland". Die Schauspielerei und das ganze Drumherum kenne ich in- und auswendig. Auch die Sorge der Rebecca, irgendwann gar kein Geld mehr mit dem Beruf zu verdienen, ist mir vertraut. Durststrecken gab es früher einige, da muss man dann sehen, wie man seine Miete anderweitig eintreibt.

Was ist der besondere Reiz, eine Frau wie Rebecca zu spielen?

Rebecca ist eine starke Person. Sie ist eine Kämpferin. Und sie kann es nicht leiden, wenn Leute sich gehenlassen und jammern. Das finde ich beeindruckend.

Dieses Kämpferische – können Sie das nachvollziehen?

Als Schauspieler muss man kämpfen können, vor allem mit den eigenen Dämonen, sonst schafft man den Job nicht.

Welches sind Ihre Lieblingsszenen?

Ach, da gibt es viele! Am meisten mag ich aber die Kneipenszene, wo sich Rebecca die Kante gibt, und die Szenen, in denen sie versucht, Thaddäus etwas beizubringen und auf Granit beißt.

Rebecca hat eigentlich kein Privatleben, kann selbst beim Essen mit ihrem Sohn nicht abschalten. Wie gut können Sie abschalten?

Da finde ich Rebecca schon ziemlich fanatisch. Ich denke, wenn sie auch mal loslassen könnte, hätte sie mehr Erfolg in ihrem Beruf.

Im Film mögen sich die beiden "verlorenen Schafe", Rebecca und Thaddäus, anfangs überhaupt nicht. Wie gut haben Sie sich mit Franz Hartwig während der Dreharbeiten verstanden?

Franz und ich hatten sehr viel Spaß miteinander. Da er vom Theater kommt, kann er super improvisieren. Er ist ein großer Komödiant!!!

Bei Rebecca hat das Berufliche oberste Priorität. Sie selbst haben zwei Söhne, Ihr Mann, Christian Berkel, ist ebenfalls Schauspieler. Wie groß ist die Gefahr, dass das Berufliche auch ins Private übergeht?

Bei uns daheim wird wenig über den Beruf gesprochen, wenn die Kinder dabei sind. Das interessiert sie nicht. Und es gibt abends beim Essen interessantere Gesprächsthemen, zum Beispiel über das echte Leben (lächelt).

Hatten Sie persönlich je Zweifel an Ihrem Schauspieler-Traum?

Ans Aufhören habe ich nie gedacht. Ich liebe meinen Beruf über alles.

Die Fragen stellte Jutta Bök

"Der Beruf des Pfarrers ist dem des Schauspielers gar nicht so unähnlich"
Fragen an Schauspieler Franz Hartwig

Was hat Sie am Drehbuch überzeugt?

Ich liebe Filme, in denen es darum geht, dass A etwas nicht kann und B ihm dabei hilft, der oder die Beste darin zu werden. So wie bei "Karate Kid" oder "The King’s Speech". Ganz ähnlich ist die Story ja bei uns, nur dass das Ende nicht ganz so absehbar ist. Außerdem hat das Buch Humor, bleibt aber gleichzeitig nicht an der Oberfläche. Am meisten hat mich aber meine Figur Thaddäus überzeugt.

Thaddäus hadert mit sich selbst, seinem Beruf und irgendwie mit der ganzen Welt. Wie haben Sie Zugang zu dieser Rolle gefunden?

Mir fällt es persönlich leichter, Figuren zu spielen und zu kreieren, die möglichst weit von mir selbst weg sind. Soll heißen: So weit die Figur am Anfang meiner Rollenarbeit auch von mir weg zu sein scheint, kommt sie mir am Ende auf einmal erschreckend nahe, bis sie von mir nicht mehr zu unterscheiden ist. Wir sind uns also vielleicht doch gar nicht so unähnlich.

Haben Sie sich näher mit dem Beruf eines Pfarrers beschäftigt und hatten Sie Kontakt zu einem echten Pfarrer?

Ja, ich hatte Kontakte zu einigen Pfarrern. Vor allem habe ich aber verschiedene Kirchen und Gottesdienste besucht, auch um zu lauschen, wie man es eben nicht machen sollte. Was außerdem sehr hilfreich war, ist meine gute Bibelkenntnis, obwohl ich nicht getauft bin. Ich interessiere mich für Religionen. Stolz macht es mich, dass ein Bibelzitat, welches ich in einer Szene für passend hielt, es bis in den fertigen Film geschafft hat. Es lautet: "Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen." (Anmerk.: Neues Testament, Brief des Paulus an die Epheser Kapitel 5 Vers 24).

Was müsste Ihrer Meinung nach ein Pfarrer unternehmen, damit sich die leeren Kirchenbänke wieder füllen?

Ich befürchte, dass es nicht an einem einzelnen Pfarrer liegt, dass die Gottesdienste so spärlich besucht sind. Da gibt es noch weit mehr Gründe. Aber tatsächlich bringt es schon sehr viel, wenn ein Pfarrer weiß, von was er spricht und weiß, wie er es vorzutragen hat, damit die "Message" auch vom Rezipienten verstanden wird. Vor allem ist aber Haltung zu dem, was er tut und sagt, das Wichtigste, körperlich als auch mental. Der Beruf des Pfarrers ist nämlich dem des Schauspielers gar nicht so unähnlich – nur, würde ich so spielen, wie Thaddäus am Anfang predigt, hätte ich bald keine Jobs mehr.

War es schwer, so eintönig zu predigen, wie Sie es in Ihrer Rolle als Pfarrer Thaddäus mach

Das war tatsächlich die größte Herausforderung. Ich selbst bin aus Dresden und habe viel Zeit in Sprecherziehung investieren müssen. Damit habe ich immerhin einen sächselnden Thaddäus vermieden. Ich habe den eintönigen Singsang der Predigt wie ein Lied geübt, denn ich wollte es unbedingt vermeiden, mich als Franz über Thaddäus lustig zu machen. Ich wollte ihm einen ernst gemeinten Dilettantismus verleihen.

Hatten Sie je Zweifel an Ihrem Beruf so wie Thaddäus an seinem?

Sehr oft oder besser gesagt, immer wieder. Aber das sind nur natürliche Phasen, die rasch vorüber gehen. Generell habe ich aber noch nie so substantiell an dem gezweifelt, was ich tue, so wie Thaddäus an der Existenz Gottes zweifelt. Immerhin ist das Theater, an dem ich arbeite, fast immer voll.

Wie waren die Dreharbeiten mit Andrea Sawatzki, wie empfanden Sie die Szenen mit ihr als strengem Coach?

Schon beim Casting war ich erstaunt, wie professionell und freundlich Andrea ist. Sie gab mir schon dort das Gefühl, dass sie sich mit mir als ihrem Gegenspieler wohl fühlt. Mir ging es genauso. Bei den Dreharbeiten hat sich das bestätigt. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, es wurde viel gelacht, auch dank des grandiosen Teams! Nur bei den körperlich etwas aktiveren Coaching-Szenen, Stichwort Seilziehen, musste ich mich etwas zurückhalten, sonst hätte ich Andrea womöglich durch die ganze Kirche geschleift.

"Geht mutig und stark Euren Weg“, predigt Thaddäus am Schluss. Könnte das auch Ihr Lebensmotto sein?

Ich habe kein konkretes Lebensmotto, es gibt aber ein anderes schönes Bibelzitat im Film, welches ich gern mit dieser Arbeit in Verbindung bringe: "Und siehe, es war sehr gut".

Die Fragen stellte Jutta Bök

"Jeder Drehtag eine Inspiration"
Statement von Sandra von Ruffin

Am Drehbuch und an meiner Rolle hat mir vor allem die Zaghaftigkeit der Annäherung zwischen Thaddäus und Isabell gefallen, die durch viele, sehr feine Zwischentöne erzählt wird. Die Zusammenarbeit mit allen Kollegen am Set – vor allem mit Franz Hartwig und Andrea Sawatzki – war besonders herzlich, vielseitig, humorvoll und unterstützend, dass jeder Drehtag eine Inspiration war.
Für mich persönlich war es eine große Ehre und besondere Freude, mit Sylke Enders zusammen zu arbeiten, weil ich ein großer Fan ihrer Filme bin und sie großartig und einzigartig finde.

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