500. Sendung "Frontal 21"

ZDF-Politmagazin feiert zudem 14. Geburtstag

Jede Woche 45 Minuten investigative, kritische und konfrontative Berichterstattung zur Primetime: Das bietet dienstags um 21.00 Uhr "Frontal 21" im ZDF. Am 31. März 2015 steht die 500. Sendung des Politmagazins auf dem Programm. Und nur drei Tage später kann der 14. Geburtstag gefeiert werden: Am 3. April 2001 lief die erste Ausgabe von "Frontal 21". Rück- und Ausblick auf eine Qualitätsadresse für hintergründige Informationen im deutschen Fernsehen.

  • ZDF, Dienstag, 31. März 2015, 21.00 Uhr

Texte

500. Sendung "Frontal 21"

Dienstag, 31. März 2015, 21.00 Uhr im ZDF

"Frontal 21" feiert am 31. März 2015 die 500. Magazin-Sendung.

Hinzu kommen in bisher 14 Sendejahren:
13 "Frontal 21"-Dokumentationen sowie vier große "Frontal 21"- Reportagen zur Bundestagswahl.

Am 3. April 2001 lief die erste Sendung "Frontal 21". Der Name knüpft an das Vorgängerformat "Frontal" an, das von 1993 bis 2000 das ZDF-Programm mitprägte. Die 21 steht für die Sendezeit 21 Uhr und für das 21. Jahrhundert.

Ein Moderator, zwei Moderatorinnen in 14 Jahren "Frontal 21":

Theo Koll vom 3. April 2001 bis 20. Januar 2009

Hilke Petersen vom 24. Februar 2009 bis 22. April 2014

Ilka Brecht seit 6. Mai 2014

Zwei Redaktionsleiter in 14 Jahren "Frontal 21":

Claus Richter von Januar 2001 bis Dezember 2013

Christian Dezer seit Februar 2014

Der Berichterstattung notwendige Tiefe verschaffen
Von Redaktionsleiter Christian Dezer 

"Frontal 21" ist das hintergründige, investigative und konfrontative Magazin des ZDF. Kritische Berichterstattung stellt ein Kernelement des öffentlich-rechtlichen Fernsehens dar. "Frontal 21" steht dafür.

Hintergründig orientierter Journalismus braucht gründliche Recherchen, belegbare Fakten, qualitative hochwertige Bilder und gute, lebensnahe Beispiele. In diesem Rahmen gibt es unterschiedliche Formen der Berichterstattung: Angefangen beim klassischen Magazinstück über die personalisierte Reporter-Erzählform bis hin zur reinen Reportage oder zur O-Ton-Collage.

Bei "Frontal 21" finden auch längere Beiträge ihren Platz, wenn es das Thema hergibt. Denn das verschafft der Berichterstattung die notwendige Tiefe: Recherchierte Inhalte lassen sich so besser darstellen. Aber ebenso gut kann der zeitlich kürzere Beitrag ein Qualitätsstück sein, das gerade durch die scharfe Fokussierung überzeugt.

Wir leben in einer Zeit der immer schnelleren Informationsvermittlung. Da bekommen Hintergrundanalyse und Sachverhalts-Aufklärung noch größere Bedeutung. Wir wollen den Weg der vertiefenden Berichterstattung entsprechend weitergehen. "Frontal 21" hat dazu wöchentlich 45 Minuten in der besten Sendezeit, in der Primetime, zur Verfügung – und damit 15 Minuten mehr als die einzelnen vergleichbaren Magazine der ARD. Dieses Mehr an Zeit wollen wir auch künftig als unser Alleinstellungsmerkmal nutzen.

Wiedererkennbarkeit und Formattreue sind dafür ebenso wichtig wie überraschende neue Elemente oder auch der Tempowechsel in der Berichterstattung. Deswegen haben wir – neben der Fortführung des längst etablierten satirischen "Toll!"-Formats – zum Beispiel vor einem knappen Jahr die neue Rubrik "Die Zahl" eingeführt, eine Rubrik, in dem ein Thema in spezieller Form knapp abgehandelt werden kann. Das schafft den Raum, Position zu beziehen und Meinung zu zeigen. Insgesamt bietet "Frontal 21" einen Mix aus langen Analysen oder Reportagen, kurzen Rubriken und klassischen Magazin-Beiträgen.

Investigation hat Hochkonjunktur – und das ist auch gut so. Wir sind sehr froh, dass der hintergründigen und kritischen Berichterstattung wieder – oder immer noch – ein solcher Stellenwert beigemessen wird. Wir werden in den kommenden 500 Sendungen daran weiterarbeiten, beides zu liefern: Hintergründiges, aber auch das herausragende und auffällige Investigativstück.

Und das ist nur möglich durch ein hochmotiviertes "Frontal 21"-Team, das Woche für Woche Magazinausgaben in großartiger Qualität auf den Sender bringt – präsentiert von einer exzellenten Journalistin, die mit klugen Texten die Haltung unseres Magazins und der Redaktion zum Ausdruck bringt.

"Die richtige Adresse für hintergründige Information"
Interview mit "Frontal 21"-Moderatorin Ilka Brecht 

Am 31. März 2015 läuft die 500. Sendung von "Frontal 21", drei Tage später steht der 14. Geburtstag der Sendung an. Ein Grund zu feiern?

An dem Dienstag, an dem die 500. Sendung läuft, berichten wir darüber, was ansteht, was wir aufdecken und zeigen müssen. Aber wir gönnen uns auch einen kleinen Rückblick und haben bereits geschaut, was es für Themen in unserer ersten Sendung gab und ob diese noch 14 Jahre später weiterzudrehen sind – ich kann bereits verraten, dass wir da auch fündig geworden sind. Ansonsten bin ich stolz darauf, dass ich, die ich noch nicht einmal ein Jahr als Moderatorin von "Frontal 21" aktiv bin, die 500. Sendung moderieren darf. "Frontal 21" wird 14 Jahre alt, ist also gerade mitten in der Pubertät, und dennoch machen wir durchgehend erwachsenen Journalismus.

Wie lassen sich denn die Themen charakterisieren, die "Frontal 21" aufgreift?

Unsere Themen sind relevant, sie betreffen immer viele Menschen. Wir erklären Hintergründe von dem, was in der Politik auf der Tagesordnung steht. Wir decken Missstände auf und haben dabei durch unseren wöchentlichen Senderhythmus die Chance, nachzuhalten, wie sich die Themen weiterentwickeln.

Ist es für die Wiederkennbarkeit eines Investigativ-Magazins wichtig, dass es über feste Rubriken verfügt?

Gerade in dieser Zeit und nach den Anschlägen in Paris sind wir besonders stolz darauf, dass wir am Ende unserer Sendung stets eine meinungsfreudige Satire haben. "Toll!" stellt mittlerweile ein Markenzeichen dar. Wir haben zudem mit "Die Zahl" eine neue Rubrik, in der unsere Reporter Position beziehen und ihre Meinung zu einem Sachverhalt ausdrücken können. Unsere Rubrik "Nachgehakt" bietet die Möglichkeit, die Ergebnisse unserer Berichterstattung nachzuhalten. Das ist deswegen wichtig, weil viele Zuschauer auf unsere Beiträge über Missstände so reagieren, dass sie gegen das Skandalöse etwas tun möchten. Und wenn wir zeigen können, dass unsere Berichte auch mal etwas zum Besseren bewirken, ist das eine gute Sache und eine wichtige Information für unsere Zuschauer.

Welche Themen aus den zurückliegenden 500 Sendungen werden denn besonders mit "Frontal 21" verbunden?

Es sind ganz unterschiedliche Themen, die "Frontal 21" ausmachen. Wir haben große Stärken, wenn wir auf aktuelle Ereignisse hintergründig eingehen können, als Beispiel sei Nine Eleven genannt, die Attentate auf das World Trade Center in New York. Dazu haben wir in der Folge viel Hintergrund geliefert, uns intensiv mit amerikanischen Foltergefängnissen und geheimen CIA-Flügen befasst. Unser Standbein sind aber innerdeutsche Themen und Recherchen, wie etwa die Müllskandale in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, die wir aufdecken konnten. Dort ergeben sich durch illegal verbuddelten Müll gigantische Umweltbelastungen – und kein Mensch hat sich drum gekümmert, nur wir.

Blicken wir in das fortlaufende Jahr 2015: Welche Themen wird "Frontal 21" in den kommenden Wochen und Monaten voraussichtlich aufgreifen?

Da gibt es eine breite Palette. In diesem Jahr steht eine der größten Reformen im Gesundheitswesen an – die Krankenhäuser sollen reformiert werden. Da schauen wir genau hin, weil der Verdacht besteht, dass die Politik dort zu kurz greift. Der NSU-Prozess, die Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds, aber auch politische Bewegungen wie Pegida werden uns beschäftigen. Wir werden auch weiter auf das Asylrecht schauen. Uns gehen die Themen jedenfalls nicht aus.

Wenn Sie einem Zuschauer, der mit "Frontal 21", noch nicht vertraut ist, erklären müssten, warum er da dienstags um 21.00 Uhr das ZDF einschalten sollte – was sagen Sie?

Wenn die Zuschauer dienstags um 21 Uhr das ZDF einschalten, sind sie an der richtigen Adresse für hintergründige Informationen, für das Aufklären von Missständen in unserer Gesellschaft. Dass unser Investigativmagazin zur Primetime läuft, darauf sind wir stolz, zumal wir wahrlich kein Erholungs-Fernsehen sind, sondern die Zuschauer mit unseren Berichten über Missstände auch belasten. Wer dienstags um 21 Uhr "Frontal 21" einschaltet, bekommt das, was über die Aktualität hinausgeht. Er weiß, was hinter den Nachrichten noch so alles steckt und was los ist in diesem Land und in dieser Zeit.

Und was wünschen Sie sich für die kommenden 500 Sendungen?

Ich wünsche mir, dass "Frontal 21" so bleibt, wie es ist. In dieser schnellen digitalen Welt, in der man sich mit ein paar Klicks Informationen zusammensuchen kann, ist es wichtig, dass ein Magazin wie "Frontal 21" in die Tiefe geht.

Mit Ilka Brecht sprach Thomas Hagedorn.

Biografische Angaben zur "Frontal 21"-Moderatorin und zum "Frontal 21"-Redaktionsleiter

Ilka Brecht, Jahrgang 1965, arbeitet seit 2005 für "Frontal 21" im ZDF – zunächst als Chefin vom Dienst und seit März 2014 als stellvertretende Redaktionsleiterin und Moderatorin (Premiere am 6. Mai 2014). Seit 22 Jahren ist die gebürtige Hamburgerin journalistisch aktiv – zunächst als Redakteurin bei Spiegel TV und seit 1997 als NDR-Reporterin für "Panorama", "Extra drei", "Tagesschau", "Tagesthemen", "Weltspiegel" unter anderem. Zwischen 2000 und 2005 war die studierte Geisteswissenschaftlerin Redakteurin und Chefin vom Dienst bei "Panorama" und berichtete aus den ARD-Studios in London und Stockholm.

Christian Dezer, Jahrgang 1960, leitet seit Februar 2014 das Politmagazin "Frontal 21". Zuvor hatte der gebürtige Essener als Leiter der Redaktion Dokumentationen das ebenfalls investigative Format "ZDFzoom" verantwortet. Der Diplom-Journalist arbeitet seit 1988 für das ZDF, zunächst als Nachrichtenredakteur, später als Reporter in Inlands- und Auslandsstudios des ZDF. Ab 2001 leitete er die Redaktion des ZDF-"auslandsjournals", ab 2003 die Redaktion "Reportagen und Dokumentationen" in der damaligen ZDF-Hauptredaktion Innen, Gesellschafts- und Bildungspolitik. 

Die 13 "Frontal 21"-Dokumentationen

Im Folgenden sind die 13 "Frontal 21"-Dokumentationen aufgeführt, die auf dem Sendeplatz dienstags um 21.00 Uhr ausgestrahlt wurden. Nicht aufgelistet sind die "Frontal 21"-Dokumentationen, die wie "Auferstanden aus Ruinen – Von der SED zur Linkspartei" (Erstsendung: 19.08.2009) oder "Offene Schleuse – Fischer und die VISA-Affäre" (Erstsendung: 24.04.2005) auf anderen Sendeplätzen im ZDF oder in ZDFinfo ausgestrahlt wurden – wie zuletzt etwa "Tomys letzte Reise - Kinderflucht aus Hitlers Reich" (Erstsendung ZDFinfo: 25.01.2015) oder "Schattenkrieger - Die deutsche Untergrund-Truppe 'Stay behind'" (Erstsendung ZDFinfo: 25.03.2014).

Neuer Kalter Krieg – Was wirklich hinter der Ukrainekrise steckt
Film von Dietmar Bartz und Reinhard Laska (Erstsendung: 17.03.2015)

Die große Samwer-Show – Die Milliarden-Geschäfte der Zalando-Boys
Film von Christian Esser und Birte Meier (Erstsendung: 26.08.2014)

Brauner Terror – Blinder Staat: Die Spur des Nazi-Trios
Film von Ulrich Stoll (Erstsendung: 26.06.2012)

Die leise Revolution – Zukunft Elektroauto
Film von Hans Koberstein und Joe Sperling (Erstsendung: 19.07.2011)

Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR
Film von Herbert Klar und Ulrich Stoll (Erstsendung: 14.09.2010)

Der große Bluff – Die falschen Versprechen der Atompolitik
Film von Steffen Judzikowski und Christian Rohde (Erstsendung: 13.07.2010)

Sterben für Afghanistan – Deutschland im Krieg
Film von Stefan Aust und Claus Richter (Erstsendung: 16.03.2010)

Wettlauf um die Welt – Aufbruch aus der Krise
Film von Stefan Aust und Claus Richter (Erstsendung: 28.07.2009)

Das Milliardenspiel – Wer verzockte unser Geld?
Film von Reinhard Laska und Christian Rohde (Erstsendung: 21.07.2009)

Das Pharmakartell – Wie wir als Patienten betrogen werden
Film von Christian Esser und Astrid Randerath (Erstsendung: 09.12.2008)

Fluchtburg Liechtenstein – Das Geldversteck der Reichen
Film von Herbert Klar und Ulrich Stoll (Erstsendung: 25.03.2008)

Das Kartell – Im Würgegriff der Energiekonzerne
Film von Steffen Judzikowski und Hans Koberstein (Erstsendung: 14.08.2007)

Die Alten-Republik Deutschland – Eine Reise durch ein schrumpfendes Land
Film von Thomas Reichart und Christian Rohde (Erstsendung: 16.01.2007)

Auszeichnungen für "Frontal 21"

Am 11. November 2014 wurden  die "Frontal 21"-Autoren Steffen Judzikowski und Hans Koberstein bei der Vergabe des Berliner Journalistenpreises "Der lange Atem" für ihre beharrlichen Recherchen zum Thema "Energiewende und Energiemarkt" ausgezeichnet.

Am 12. Mai 2014 erhielten Christian Rohde und Jörg Göbel von "Frontal 21" den Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe in der Kategorie Fernsehen für ihren Beitrag "Schmerzen auf Rezept".

2011 wurden Steffen Judzikowski und Christian Rohde für die "Frontal 21"-Dokumentation "Der große Bluff – Die falschen Versprechen der Atompolitik" mit dem Preis der Agentur für Erneuerbare Energie ausgezeichnet.

2010 waren die "Frontal 21"-Autoren  Werner Doyé und Andreas Wiemers gleich zweimal für den Grimme-Preis nominiert: Sowohl für ihre Mockumentary "Der schwarze Kanal kehrt zurück" als auch für ihre Rubrik "Toll!“. Bereits 2009 hatten die beiden Autoren für ihren "satirischen Jahresrückblick 2008" eine Grimme-Preis-Nominierung erhalten. In der Grimme-Preis-"Kategorie Spezial" waren die beiden Autoren auch in den Jahren 2007 und 2008 für ihre satirische Kolumne "Toll!" nominiert.

2009 wurden die "Frontal 21"-Autoren Astrid Randerath und Christian Esser mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis für ihre Fernsehdokumentation "Das Pharmakartell" ausgezeichnet.

2009 belegten die "Frontal 21"-Autoren Reinhard Laska und Christian Rohde den dritten Platz beim Deutschen Wirtschaftsfilmpreis – mit ihrer Dokumentation "Das Milliardenspiel – Wer hat unser Geld verzockt?"

2008 wurden Steffen Judzikowski und Hans Koberstein für die "Frontal 21"-Dokumentation "Das Kartell – Deutschland im Griff der Energiekonzerne" mit dem Otto-Brenner-Preis ausgezeichnet.

2008 erhielten Steffen Judzikowski und Hans Koberstein den BAUM-Umweltpreis.

2007 wurde "Frontal 21" mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet

2006 wurde "Frontal 21" mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet.

2005 erhielt Theo Koll – "stellvertretend für die redaktionelle Gesamtleistung" – den Bayerischen Fernsehpreis "Blauer Panther" für seine Moderation von "Frontal 21".

Fotohinweis und Impressum 

Fotos von Ilka Brecht im "Frontal 21"-Studio und mit der 500 im Hintergrund sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131/716100 oder unter http://pressefoto.zdf.de/presse/frontal21

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E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
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