Copyright: ZDF/[F] Hannale Majaniemi/[M] Yellow Film TV
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Arctic Circle – Der unsichtbare Tod

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Deutsche Erstausstrahlung der fünfteiligen Krimireihe mit lina Kuustonen, Maximilian Brückner, Clemens Schick und Pihla Viitala in den Hauptrollen. Die Eigenproduktion der finnischen Streaming-Plattform Elisa Viihde ist die erste deutsch-finnische Krimireihe im ZDF-Programm. Regie führte Hannu Salonen.

  • ZDF, Ab Sonntag, 16. Februar 2020, 22.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Jede Folge ab dem Tag des Sendetermins

Texte

Wettlauf um Leben und Tod

Eine Viruserkrankung ist die Folge einer Virusinfektion. Diese wiederum entsteht, wenn Viren aktiv oder passiv in den menschli­chen Organismus eindringen und sich dort vermehren. Für den Menschen gibt es harmlose, aber auch extrem gefährliche Virus­infektionen, die zum Tod führen.

Mitten in den Tiefen Lapplands geschehen mysteriöse Morde an russischen Prostituierten, die eine weltweite Virusepidemie auslö­sen könnten. Die Opfer sind mit einem seltsamen Virus, einer Kombination aus einem Herpes- und einem sexuell übertragba­ren, dem sogenannten Jemen-Virus, infiziert.

Die finnische Polizistin Nina Kautsalo und der deutsche Viren-Ex­perte Dr. Thomas Lorenz, ein ungewöhnliches Ermittlerduo, ge­raten im Laufe ihrer Nachforschungen in ein undurchsichtiges Netz von kriminellen Machenschaften. Für Nina erreichen die Mordfälle eine sehr persönliche Dimension, als sich herausstellt, dass ihre ältere Schwester Marita mit dem Virus infiziert ist. Eine verzweifelte Suche nach dem möglichen Auslöser der viralen Be­drohung beginnt und damit ein Wettlauf um Leben und Tod.

Der deutsch-finnische Regisseur Hannu Salonen stellt mit dieser thematisch hochbrisanten und komplexen Produktion, die von arktischen Landschaftsbildern geprägt ist, wieder einmal mehr seine hohe Genrekompetenz unter Beweis. Überzeugende Dar­steller, allen voran Maximilian Brückner, Iina Kuustonen, Clemens Schick und Aleksandar Jovanovic machen die Reihe zu einem echten Programmhighlight.

Silvia Lambri, Wolfgang Feindt
Hauptredaktion Internationale Fiktion

Stab und Besetzung

Regie   Hannu Salonen
Drehbuch     Joona Tena
Kamera        Mikael Gustafsson
Schnitt     likka Hesse
Musik        Vladislav Delay
Ton       Pekka Karjalainen
Szenenbild     Antti Nikkinen
Kostüme        Susse Roos, Emmi Leeve
Maske      Kaisa Pätilä
Produzenten       Olli Haikka, Jarkko Hentula,
Moritz Polter, Milla Bruneau
Produktion       Yellow Film & TV production,
in Koproduktion mit Bavaria Film und Elisa Viihde
Redaktion       Silvia Lambri, Wolfgang Feindt
Länge      5 x ca. 90 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Nina Kautsalo      lina Kuustonen
Thomas Lorenz       Maximilian Brückner
Marita Kautsalo      Pihla Viitala
Niilo Aikio      Janne Kataja
Elina Kautsalo     Susanna Haavisto
Reino Ylikorpi      Taneli Mäkelä
Venla      Venla Ronkainen
Raunola        Jari Virman
Irina     Anna Ackerman
Hanna Lorenz      Lilli Salonen
Marcus Eiben    Clemens Schick
Jaakko Stenius    Kari Ketonen
Drako    Chike Ohanwe
Gunilla     Lorenz Maria Ylipää
Jens Mathiesen    Joi Johannsson
EskoMiko Leppilampi
Sari Nikander   Inka Kallén
Lazar Cevikovic       Aleksandar Jovanovic
Evgenya       Anastazia Trizna
und andere

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (1)
(Sonntag, 16. Februar 2020, 22.15 Uhr)

Nina Kautsalo, Polizistin und alleinerziehende Mutter einer Toch­ter mit Down-Syndrom, lebt in ihrer kleinen Heimatstadt Ivalo im finnischen Lappland.

Auf der Suche nach Wilderern findet sie mit ihrem Kollegen Aikio eine bewusstlose Frau, die in einem Verschlag auf einem Hof gefangen gehalten wird. In der gleichen Nacht entdecken die bei­den Polizisten die Leichen von zwei russische Prostituierten, die in der Nähe einer Farm verscharrt wurden.

Bei der entführten Frau handelt es sich um die russische Prosti­tuierte Evgenya. Eine Fahndung nach dem Hofbesitzer Raunola beginnt. Während Nina Kautsalo mit ihrem Kollegen Aikio auf Streife ist, passt ihre Mutter Elina auf ihre Tochter Venla auf.

Im Lauf der polizeilichen Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Blutprobe der entführten russischen Prostituierten einen unbe­kannten Erreger enthält: Es handelt sich um das seltene und töd­liche Jemen-Virus, das Fehlgeburten, fatale Missbildungen und schließlich den Tod zur Folge hat.

Der Vorfall wird in Helsinki dem Europäischen Zentrum für Krank­heitskontrolle (ECDC) gemeldet und dort wird der deutsche Viro­loge Dr. Thomas Lorenz damit betraut. Lorenz informiert seinen Vorgesetzten und trifft Stenius, den Abteilungsleiter des National Bureau of Investigation (NBI). Der Virologe wird allein nach Ivalo geschickt, um die Situation vor Ort zu beurteilen: Da das jemeni­tische Virus zusammen mit einer harmlosen Herpes-9-Infektion übertragen wird, besteht Lorenz' erster Auftrag darin, alle Herpes-Patienten auf das jemenitische Virus untersuchen zu lassen.

Vor Ort werden Nina und Aikio angewiesen, ortsansässige Her­pes-9-Patienten ausfindig zu machen. Die Polizistin wird Dr. Lorenz als Ansprechpartnerin zugewiesen. Als Nina herausfindet,

dass ihre Schwester Marita an Herpes erkrankt ist, analysiert Dr. Lorenz Maritas Blutprobe und stellt fest, dass sie das jemeniti­sche Virus in sich trägt.

Unterdessen spüren Nina und Aikio den mysteriösen Wilderer Reidar auf, der Irina, eine weitere russische Prostituierte, gefan­gen hält.

Im Lauf der Ermittlungen klärt Dr. Thomas Lorenz Nina, Aikio und ihren Chef Ylikorpi über das jemenitische Virus auf: Alle schwan­geren Frauen in der Region müssen getestet werden. Nina und Thomas untersuchen die Infektionskette des Virus genauer. In der Zwischenzeit wird Ninas Schwester Marita unter Quarantäne ge­stellt.

Kurz darauf reist Dr. Lorenz zurück nach Helsinki, um sein For­schungsteam zusammenzustellen. In Lappland wird der Wilderer Reidar ermordet aufgefunden. Nina vermutet, dass es eine Ver­bindung zwischen Reidar und dem Hofbesitzer Raunola gibt. Letzterer taucht kurz darauf in der Polizeistation auf und bedroht Nina.

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (2)
(Sonntag, 23. Februar 2020, 22.15 Uhr)

Nina Kautsalo kann den Hofbesitzer Raunola auf der Polizeista­tion in Ivalo überwältigen. Sie überredet ihn, sich ihr anzuver­trauen, und bietet ihm im Gegenzug Polizeischutz an.

Dieses Versprechen bringt Raunola dazu, die Morde an Reidar und den beiden Prostituierten zu gestehen. Dr. Thomas Lorenz kehrt unterdessen nach Ivalo zurück, wo sein Team mit der um­fassenden Untersuchung schwangerer Frauen beginnt. Bisher sind Ninas Schwester Marita und die Prostituierte Evgenya die einzigen bestätigten Träger des jemenitischen Virus und werden im Krankenhaus in Ivalo behandelt.

In der Zwischenzeit wird Raunola in einem Polizeiwagen in den Süden Lapplands transportiert. Der Transport wird überfallen und Raunola entführt. Unterdessen kommt Gunilla, Dr. Thomas Lorenz' Ehefrau, überraschend nach Ivalo, weil sie eine Affäre zwischen ihrem Mann und Nina vermutet.

Zeitgleich beginnt im russischen Murmansk ein Mann namens Maxim, den verschleppten Raunola gewaltsam zu verhören. Er soll für Lazar Cevikovic arbeiten, der wiederum von dem vermö­genden Amsterdamer Pharma-Unternehmer Marcus Eiben gejagt wird. Eiben taucht in Ivalo auf und trifft auf Dr. Lorenz. Die beiden kennen sich über das Europäische Zentrum für Krankheitskon­trolle (ECDC). Ein Mitarbeiter von Eiben, Drako, baut in der Zwi­schenzeit eine geheime Basis für Forschungszwecke in der Wild­nis Lapplands auf.

Parallel dazu befragen Nina und Thomas Marita. Sie erzählt ihnen widerwillig, dass sie durch ihre Arbeit an einer Hotelbar die Be­kanntschaft eines Gastes aus Malta gemacht und eine längere Af­färe mit ihm hatte. Hat er Marita mit dem Virus infiziert?

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (3)
(Sonntag, 1. März 2020, 22.15 Uhr)

Eine schwangere Frau aus einer lokalen religiösen Glaubensge­meinschaft kommt nach Ivalo ins Krankenhaus, und Dr. Thomas Lorenz bringt ihr Baby zur Welt. Sowohl die Mutter als auch das missgebildete Baby sterben bei der Geburt. Beide werden positiv auf das jemenitische Virus getestet.

Der Ehemann der verstorbenen Frau gibt zu, bei einer der beiden Prostituierten gewesen zu sein. Daraufhin fordert Dr. Lorenz, dass alle Mitglieder der religiösen Gemeinschaft getestet werden, aber Ninas Chef Ylikorpi verweigert die Untersuchung – ohne nä­here Gründe zu nennen.

Nach Helsinki zurückgekehrt, beauftragt Thomas' Ehefrau Gunilla ihren Anwalt, die Scheidung einzureichen. Thomas möchte das der gemeinsamen Tochter Hanna zuliebe verhindern.

In Murmansk willigt Raunola – nachdem er mehrfach gefoltert wurde – ein, Lazar Cevikovic bei einer geheimen Mission zu helfen. Mit einem Schneemobil kehrt Raunola nach Finnland zurück. Die Prostituierte Irina erzählt Nina von ihren Erfahrungen als Oli­garchen-Partygirl in Murmansk und davon, wie sie und drei an­dere Mädchen als Sexsklavinnen heimlich nach Finnland gebracht wurden. Auch Esko, Ninas Ex-Mann, scheint in den Frauenhandel verwickelt zu sein, denn in seinem Lkw werden weitere russische Prostituierte entdeckt.

Im Laufe der Ermittlungen kommen sich Nina und Dr. Lorenz im­mer näher. Sie verlieben sich ineinander.

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (4)
(Sonntag, 8. März 2020, 22.15 Uhr)

Die Prostituierte Evgenya erwacht aus dem Koma und flieht, be­vor sie von Nina Kautsalo und deren Vorgesetzte Stenius und Ylikorpi über die russischen Schleuser befragt werden kann.

Kurz darauf wird sie von der Polizei aufgefunden: im Eis erfroren. Die Befragung von Ninas Ex-Mann Esko ist erfolglos.

Als Nina Kautsalo im Haus des getöteten Wilderers Reidar nach Spuren sucht, wird sie von Raunola überrascht. Er fesselt sie, setzt das Haus in Brand und lässt Nina im brennenden Gebäude zurück. Die Polizistin schafft es in letzter Minute, sich zu befreien.

Kurze Zeit später taucht Raunola im Krankenhaus von Ivalo auf, um seine in Murmansk verabredete Mission zu erfüllen: Er soll die Prostituierte Irina ermorden. Dr. Thomas Lorenz kann das in letzter Sekunde verhindern, aber Irina wird schwer verletzt und kämpft um ihr Leben.

In der Zwischenzeit bemüht sich der Pharma-Mogul Marcus Eiben, Thomas in die bevorstehende geheime Operation einzu­weihen.

Marita flieht aus der Quarantäne und versteckt sich in ihrem Haus. Dort wird sie von Raunola aufgegriffen und entführt. Nina findet sie schließlich am Flughafen von Ivalo, tötet Raunola und bringt ihre Schwester in die Obhut ihrer Mutter Elina.

Dr. Thomas Lorenz und Nina erhalten von Marcus Eiben ent­scheidende Informationen: Während des Bosnienkrieges war ei­ner Gruppe serbischer Soldaten das Jemen-Virus verabreicht worden. Sie hatten den Auftrag erhalten, so viele bosnische Frauen wie möglich zu vergewaltigen, um auf diese Weise das Virus unter der bosnischen Bevölkerung zu verbreiten. Der Plan konnte jedoch bis zum Kriegsende nicht vollständig ausgeführt werden. Nur einer der serbischen Soldaten, Lazar Cevikovic, überlebte

Cevikovic konnte das Virus jedoch auf eine Bosnierin übertragen. Diese Frau wurde später Marcus Eibens Ehefrau. Das Virus wurde erst entdeckt, als sie im Kindbett starb. Seitdem ist Eiben von Rache zerfressen und setzt alles daran, Lazar Cevikovic zu finden.

Thomas Lorenz hat zudem privaten Kummer: Im Sorgerechtsstreit um seine Tochter Hanna unterliegt er seiner Frau Gunilla.

Als Ninas Tochter Venla in Ivalo einen Krampfanfall hat und ins Koma fällt, stellt sich heraus, dass Marita ihre Nichte mit dem Jemen-Virus infiziert hat.

Dr. Lorenz und Nina Kautsalo treffen sich mit Marcus Eiben und beschließen, in geheimer Mission zusammenzuarbeiten.

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (5)
(Sonntag, 15. März 2020, 22.15 Uhr)

Der Zustand von Ninas Tochter Venla verschlimmert sich dras­tisch. Sie benötigt dringend eine Lebertransplantation. Als Spen­der kommt nur Venlas Vater Esko in Frage.

Zeitgleich machen sich Marcus Eiben, Nina Kautsalo und Dr. Thomas Lorenz mit Schneemobilen auf den Weg ins russische Murmansk, um Lazar Cevikovic zu finden. Sie spüren ihn in sei­nem Versteck auf und nehmen ihn gefangen. Als Nina und Dr. Lorenz aus Finnland die Nachricht über Venlas schlechten Ge­sundheitszustand erfahren, eilen sie sofort zurück. Nina baut da­bei einen schweren Unfall mit ihrem Schneemobil und wacht im Krankenhaus auf. Sie erfährt, dass Venla operiert wurde und ihr Zustand stabil ist. Ihr Exmann Esko hat einen Teil seiner Leber gespendet, um seine Tochter zu retten.

Kurz darauf macht Dr. Thomas Lorenz bei der Untersuchung von Cevikovics Blutproben eine folgenreiche Entdeckung.

Rollenprofile

Nina Kautsalo (lina Kuustonen) ist eine junge, ambitionierte Poli­zistin, die in der kleinen Stadt Ivalo im finnischen Lappland lebt und arbeitet. Sie ist scharfsinnig, eigensinnig und hasst es, dass ihr Talent für die Aufklärung von geringfügigen Verbrechen ver­schwendet wird. Insgeheim träumt Nina davon, eine anspruchs­vollere Position in einer größeren Stadt zu bekommen. Aber als alleinerziehende Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom ist sie auf ein gutes Netzwerk angewiesen und arbeitet daher bei der örtlichen Polizei von Ivalo. Ninas Vorgesetzter Ylikorpi weiß je­doch, wie überqualifiziert und unersetzlich sie ist. Sie ist seine Stellvertreterin; er vertraut ihr voll und ganz, damit sie ihre eige­nen Ermittlungen durchführen kann. Die Polizistin ist eine gute Mutter, obwohl sie manchmal das Gefühl hat, zu wenig präsent für ihre Tochter zu sein. Das Leben mit einem Kind mit besonde­ren Bedürfnissen ist anspruchsvoll. Dank Ninas Mutter, Elina kann Nina ihren Job mit ihrer Mutterrolle unter einen Hut bekom­men. Ihre beste Freundin ist ihre Schwester Marita, die ebenfalls in Ivalo lebt. Obwohl Marita die ältere ist, trägt Nina immer die Verantwortung. Nina sehnt sich seit ihrer Trennung von Venlas Vater Esko nach einer neuen Beziehung. Sie möchte jemanden finden, der ihr ebenbürtig ist.

Dr. Thomas Lorenz (Maximilian Brückner) ist ein deutscher Spit­zenforscher. Er arbeitet für das ECDC in Helsinki und konzentriert sich auf die Erforschung seltener und gefährlicher Viren. Lorenz ist viel gereist und an schwierige Umstände gewöhnt. Er ist ver­heiratet mit der Finnin Gunilla. Sie ist der Grund, warum Thomas nach Helsinki gezogen ist. Die gemeinsame Tochter Hanna ist 13 Jahre alt. Thomas liebt sie abgöttisch. Aber seine Ehe mit Gunilla steckt in einer schweren Krise: Gunilla ist wahnsinnig eifersüch­tig, unberechenbar in ihrem Verhalten, zuweilen gewalttätig. Thomas größte Angst besteht darin, Hanna zu verlieren. Da er Ausländer ist, würde er in einem Sorgerechtsstreit immer den Kürzeren ziehen. Lorenz ist ein eher besonnener und empathi­scher Mensch. Dank einer EU-Finanzierung und der großzügigen Unterstützung des Pharma-Moguls Marcus Eiben avanciert Thomas zum weltweit führenden Experten für das seltene und äußerst gefährliche Jemen-Virus.

Marita Kautsalo (Pihla Viitala), Ninas ältere Schwester, ist unzu­verlässig, psychisch instabil und bekommt ihr Leben nicht in den Griff. Als sie jünger war, hatte Marita ein ernsthaftes Drogen­problem, das zum Bruch mit ihrer Mutter Elina führte. Seitdem versucht Nina, Marita zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen und ein geregeltes Leben zu führen. Als Marita einen sympathi­schen, gutaussehenden Mann aus Malta getroffen hatte, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Nach einem Jahr Beziehung ver­schwand dieser jedoch wortlos, und für Marita brach eine Welt zusammen. Als sich herausstellt, dass Marita mit dem tödlichen Jemen-Virus infiziert ist, scheint auch das Leben ihrer Schwester Nina aus den Fugen zu geraten.

Marcus Eiben (Clemens Schick), auf den ersten Blick ein sehr vermögender CEO und Mehrheitseigner eines großen Amsterdamer Pharmaunternehmens, unterhält eine eigene Wohl­tätigkeitsorganisation zur besseren Betreuung behinderter Kinder und unterstützt vor allem die Erforschung des Jemen-Virus finan­ziell sehr großzügig. Auf den zweiten Blick ist Marcus Eiben aber ein verbitterter und gebrochener Mann, der um jeden Preis Rache für seine ermordete Frau und sein Kind nehmen will. Während des Bosnienkrieges hatte sich ein jugendlicher und idealistischer Marcus Eiben freiwillig bei der kroatischen Armee gemeldet. Dort hatte er die junge Ariadne kennengelernt, in die er sich unsterb­lich verliebte. Bald darauf hatte ein serbisches Kommando, an­geführt von dem brutalen Lazar Cevikovic, das Geschwader von Marcus Eiben überfallen. Der wurde schwer misshandelt, wäh­rend Cevikovic Ariadne wiederholt vor Marcus Augen vergewal­tigte. Nach dem Krieg hatten Marcus und Ariadne geheiratet. Sie wurde schwanger. Am Ende der Schwangerschaft traten schwere Komplikationen auf, und Ariadne brachte ein stark deformiertes Kind zur Welt, und Mutter und Kind starben. Die Autopsie ergab, dass es sich bei der Todesursache um ein völlig unbekanntes Virus handelte, das sich später als der Jemen-Erreger herausge­stellte. Cevikovic hatte Ariadne mit dem tödlichen Virus infiziert.

Nordic Noir wird zu Nordic White

Statement von Produzent Moritz Polter

Das Besondere an "Arctic Circle" ist das Zusammenspiel von Wärme und Kälte. Einerseits die atemberaubend schöne, eisige Landschaft des Polarkreises, die zum Tatort eines Kriminalfalls wird, anderseits eine Atmosphäre von Liebe, Wärme und Hingabe, die unsere star­ken Hauptfiguren schaffen. Den Außentemperaturen von bis zu minus 40 Grad und den Schneestürmen beim Dreh in Lappland trotzend, nimmt unser Regisseur Hannu Salonen den Zuschauer mit auf eine visuell kraftvolle, intensive Reise in eine Welt voller Wi­dersprüche und Extreme. "Nordic Noir" wird durch die vielen Sze­nen im Schnee und das außergewöhnliche Licht am Polarkreis zu "Nordic White".

"Der dritte Hauptdarsteller ist die Landschaft"

Interview mit Maximilian Brückner

Herr Brückner, worin lag der Reiz für Sie, diese Rolle zu spielen?

In Lappland zu drehen, war für mich die totale Herausforderung. Ich mag den Norden wahnsinnig gerne. Regisseur Hannu Salonen hatte im Vorfeld schon angekündigt, dass der Dreh kein Pappen­stiel werde, und dass man sich darüber im Klaren sein sollte, wenn man zum Casting komme. Auf so etwas stehe ich total: bei Minus-Temperaturen im Schnee zu drehen. Das hat für mich den Reiz erhöht. Grundsätzlich aber fand ich schon die Story über ein Virus, das ausbricht, total interessant. Für mich ist ein gutes Drehbuch immer Basis für die Entscheidung, eine Rolle anzu­nehmen. Ich hatte wahnsinnig Lust darauf, mit Hannu Salonen diesen Scandi Noir-Thriller zu drehen.

Einsame Landschaft, Schnee und sehr frostige Temperaturen – wie waren die Drehbedingungen dann tatsächlich?

Die Drehbedingungen waren teilweise sehr hart. Einen Drehtag hatten wir bei minus 40 Grad, und da entsteht ein ganz prakti­sches Problem: Bei solchen Temperaturen kann man einfach nicht mehr reden. Man hat eine Szene und merkt am Ende des Takes, dass einem das Gesicht einfriert und das Mundwerk schlicht nicht mehr funktioniert. Daher mussten wir schauen, dass man mit den Takes richtig schnell ist. Aber die Tage, an denen es so kalt war, waren die Ausnahme. Was ich an "Arctic Circle" rich­tig mag – und das war auch ein Ziel von Hannu Salonen – ist, dass die Kälte, das Frostige, diese Landschaft beim Zuschauen erlebbar ist. Man spürt, dass alles echt ist.

Beschreiben Sie uns Ihre Figur näher…

Thomas Lorenz ist ein Virologe, der in Helsinki lebt und mit ei­ner Frau verheiratet ist, mit der er sich überhaupt nicht versteht, die einen schwierigen Charakter hat. Er steht zwischen Familie und Arbeit und verliebt sich in die Polizistin, mit der er vor Ort in Lappland zusammenarbeitet. Mit ihr verfolgt er die Spur des Vi­rus, das sich immer weiter ausbreitet – eine unglaubliche Ge­schichte, in die er einfach so reinfällt. Aber Thomas Lorenz ist Analytiker und es gelingt ihm, sich zu behaupten. Die Liebesge­schichte mit Nina dagegen passiert unbewusst.

Sie sprachen eingangs von "Scandi Noir-Thriller". Woran ma­chen Sie das fest?

Natürlich ist "Arctic Circle" ein Genre-Mix. Das Interessante ist aber, dass ein Virus gezielt als Waffe eingesetzt wird. Das ist ein krasser Ansatz, dass Menschen versuchen, Viren zu entwickeln, die ganze Volksstämme auslöschen können, und dabei auch noch denken, dass solche Prozesse regulierbar sind. Das hier ist Fik­tion, aber ein durchaus mögliches reales Szenario. Ich finde, auch das macht den Reiz für die Zuschauer und Zuschauerinnen aus – eine Idee, von der man annimmt, dass das wirklich so pas­sieren könnte. Scandi Noir in jedem Fall auch, weil es sich hier nicht um einen Action-Film handelt, sondern weil mit wenigen Mitteln Spannung erzeugt wird. "Arctic Circle" hat diese Einfach­heit, diese Schlichtheit, das ist ganz klein und trotzdem sehr stark erzählt. Und dann darf man nicht vergessen – Iina Kuustonen und ich spielen die Hauptrollen –, dass der dritte Hauptdarsteller die Landschaft ist. Das ist einem beim Dreh erst einmal nicht so be­wusst, aber wenn man das Ergebnis sieht, lebt die Reihe sehr stark davon.

Viren als Waffe – fühlt man sich bei einem solchen Thema herausgefordert, über die Zukunft nachzudenken?

Natürlich. Die Möglichkeit besteht immer, und es gibt Länder, wo alles möglich ist. Aber im Moment steht für mich die Klimakrise im Vordergrund und macht mir mehr Angst.

Sie haben nicht zum ersten Mal auf Englisch gedreht. Wie sind Sie damit zurechtgekommen?

Ja, das war nicht das erste Mal. Ich habe für Steven Spielberg schon auf Englisch gedreht. Es ist natürlich etwas anderes als in der eigenen Sprache zu drehen. Englisch unterscheidet sich sehr deutlich in der Intonation vom Deutschen. Da ich einen Deutschen spiele, der in Finnland lebt, musste ich gottseidank nicht akzent­frei reden – das hätte ich auch gar nicht gekonnt. Aber ich habe mich richtig gut vorbereitet, und es hat wahnsinnig Spaß ge­macht. Im Laufe der Dreharbeiten geht einem das dann auch in Fleisch und Blut über. Man denkt dann nicht mal mehr darüber nach, wenn man Szenen mit einem deutschen Kollegen dreht. Clemens Schick ist da noch erfahrener als ich, da er schon einige internationale Projekte gemacht hat. Und ich lern' dann auch von solchen Kollegen, wie sie mit den Dingen umgehen. Clemens und ich haben seit diesem Dreh eine wunderbare Freundschaft, die ich nicht missen möchte.

Auf welche Weise haben Sie die Menschen in Lappland ken­nengelernt?

Auf die schönste, die man sich vorstellen kann. Ich wurde wahn­sinnig toll aufgenommen von den Finnen. Die Menschen dort sind sehr herzlich. Finnland ist ein kleineres Land, da hat man weniger Geld. Das mochte ich sehr, weil da mehr improvisiert wird als bei uns und daraus schöne Sachen entstehen. Am Set hatten wir zum Beispiel einen rosa Bus, der vorher eine fahrende Bücherei war. Der wurde für uns umgebaut. Dort waren Maske, Kostüm und un­ser Aufenthaltsraum untergebracht. Wir hatten alle Trailer, aber die wurden dann wieder abbestellt, weil jeder in dem Bus sein wollte. Ein rosa Bus in der weißen Wüste – ein völlig absurdes Bild. Helsinki hat seinen ganz eigenen Zauber. Man hat weniger Tageslicht und viel weniger Zeit am Tag, zu drehen. Ich mochte die Dämmerung dort sehr.

Audio-Töne von Maximilian Brückner und Clemens Schick

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