Kevin (Fabian Busch) und Bente (Katja Studt), Copyright: ZDF / Christine Schroeder
Kevin (Fabian Busch) und Bente (Katja Studt), Copyright: ZDF / Christine Schroeder

Ausgerechnet Sylt

Komödie

Eigentlich hasst Projektmanager Kevin (Fabian Busch) die Insel Sylt, denn als Teenager war er dort sehr unglücklich. Aber diesen Herbst wird er mit seiner Tochter dort Urlaub machen und nebenbei noch einen wichtigen Geschäftsabschluss tätigen. Seine Firma will Luxusferienwohnungen bauen – unglücklicherweise auf dem Grundstück, das der bekannten Gentrifizierungsgegnerin und Rettungsschwimmerin Bente (Katja Studt) gehört. Und genau in diese Bente war Kevin einst unsterblich verliebt.

  • ZDF, Donnerstag, 3. Mai 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Mittwoch, 2. Mai 2018, 10.00 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Buch   Sebastian Andrae, Florian Gärtner und Susanna Salonen
RegieSusanna Salonen
Kamera Thomas Plenert
KostümbildStefanie Jauß
MaskeCarola Wetzel, Susanne Genevriere
TonUlla Kösterke
MusikStefan Wulff und Hinrich Dageför
SzenenbildBärbel Menzel
SchnittStefan Oliveira-Pita
CastingMai Seck Casting
ProduktionNord Film GmbH, Kiel
HerstellungsleitungSybille Maddauss
ProduktionsleitungChristoph Heitmann
ProduzentJohannes Pollmann
RedaktionThorsten Ritsch
Länge

ca. 90 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller
Bente Katja Studt
KevinFabian Busch
LillyPaula Hartmann
Eddi    Martin Brambach
Assistentin MaklerbüroMaureen Havlena
Peer Linus Düwer
Caro    Katrin Ingendoh
Stine Katrin Wichmann
Jens      Robert Schupp
Griet Petra Kelling
Christian König Marc Ben Puch
Polizist Ole   Christoph Jöde
und andere

Inhalt

Eigentlich hasst der überarbeitete Projektmanager Kevin die Insel Sylt; als Teenager war er dort sehr unglücklich. Aber diesen Herbst wird der Enddreißiger mit seiner Tochter auf der Insel Ur­laub machen – mit dem Ziel, noch nebenbei einen wichtigen Ge­schäftsabschluss zu tätigen. Auf einem Grundstück will seine Firma Luxusferienwohnungen bauen. Unglücklicherweise gehören dieses Grundstück und das alte Friesenhaus darauf der bekann­ten Gentrifizierungsgegnerin und Rettungsschwimmerin Bente. Zu allem Überfluss war Kevin als Teenager in genau diese Bente unsterblich verliebt.

Nachdem Bente Kevin das Leben rettet und ihn aus dem Wasser zieht, ist der Kontakt hergestellt. Unter dem Vorwand, Architekt zu sein, versucht Kevin Bente zum Verkauf zu bewegen. Zum Dank für seine Beratung lädt sie ihn ein, die Insel neu zu erkun­den. Während Kevin nun erst recht erkennt, welch großartige Frau aus Bente geworden ist, sieht er plötzlich, wie nah die Insel daran ist, auch die letzten Reste ihrer Ursprünglichkeit zu verlie­ren.

Es knistert zwischen den beiden und als Kevin – um nicht aufzu­fliegen – eine nächtliche Protestaktion unterstützt, landen sie mit­einander im Bett. Als der unausweichliche Notartermin kommt, dem Kevin vergeblich fernzubleiben versucht, erkennt Bente schlagartig, dass dieser sie belogen und hintergangen hat. Wie zum Trotz verkauft sie ihr altes Haus. Es scheint so, als ob die junge Liebe an dieser Stelle auch schon wieder zu Ende ist. Doch Bente hat nicht mit Kevins Kampfgeist gerechnet.

Interview mit Katja Studt

Sie verkörpern die Gentrifizierungsgegnerin Bente, die mit Leib und Seele gegen den Ausverkauf von Sylt kämpft – ein Thema, das Menschen nicht nur auf der Insel bewegt. Was kostet Wohnen? Wem gehört die Insel, die Stadt, das Land? Wie sehen Sie das als Hamburgerin?

Es ist absurd, was Immobilien größtenteils kosten. In Hamburg ist es für die meisten schier unmöglich geworden, eine Wohnung oder ein Haus in gutem Zustand und in einer guten Lage zu erwerben, selbst der Mietspiegel ist meist astronomisch hoch. Gerade Familien mit Kindern sind oft lange auf der Suche, und es gehört viel Glück dazu, das passende Objekt zu bekommen. Auf Sylt ist es besonders heikel, da viele Immobilien im Besitz von Leuten sind, die dort ihre Urlaube verbringen, und die meiste Zeit des Jahres dann leer stehen, und die "echten" Sylter sind gezwungen, ihren Wohnsitz aufs Festland zu verlegen. Es ist eine große Ungerechtigkeit, die eine Stimme braucht.

Was ist Bente für eine Frau?

Bente ist eine bodenständige, autarke Frau mit Ecken und Kanten, die für ihre Überzeugungen eintritt und es nicht nötig hat, mit allen Liebkind zu machen. Sie ist natürlich, nahbar, liebenswert und weiblich, ohne das "sexy Kätzchen" zu mimen. Sie befindet sich an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie sich neu sortieren muss, und da kommt unverhofft die Liebe in Form von "das Herz kennt keine Logik" dazu, und ihr Leben krempelt sich quasi um. Ich wünsche mir mehr solche Frauenfiguren in Fernsehen und Kino , die eine eigene Geschichte mitbringen und in jeder Lebensphase erzählenswert sind. Es gibt ja kein Verfallsdatum für Lebenserfahrung. Menschen werden mit ihren Geschichten im Alter einfach spannender, und ein Gesicht mit Linien und Falten erzählt auf wunderbar uneitle Weise vom Leben.

Bente hat nie woanders als auf Sylt gelebt. Wie heimatverbunden sind Sie persönlich?

Meine Heimatverbundenheit mit Hamburg ist schon sehr stark. Ich bin öfter umgezogen, habe lange in Berlin und auch im Ausland gelebt, und es waren tolle Jahre, aber wirklich zuhause fühle ich mich nur hier. Immer, wenn ich mit dem Zug am Hauptbahnhof einfahre, stellt sich so ein wohliges Kribbeln im Bauch ein, weil ich mich freue, wieder in "meiner" Stadt zu sein.

Sylt ist für viele die schönste Insel Deutschlands. Wie haben Sie die Insel erlebt?

Sylt ist zweifelsohne wunderschön und facettenreich und generationsübergreifend immer wieder eine Reise wert. Die größte Herausforderung besteht darin, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Danach kann man sich seinen Urlaub sehr abwechslungsreich gestalten – Sylt hat einerseits traumhafte Sandstrände, unberührte Dünenlandschaften und Natur und, wenn man will, viel Ruhe. Andererseits kann man sich aber auch dem bunten Trubel hingeben, findet eine tolle Auswahl an Restaurants et cetera vor. Mein Tipp: Rauf aufs Leihfahrrad und mit dem Wind im Rücken die Insel erkunden. Wirklich verfahren kann man sich nicht, und irgendwie trifft man immer jemanden, den man kennt.

Sie sind alleinerziehende Mutter, haben ein schulpflichtiges Kind und eins im Kindergartenalter. Wie schaffen Sie es, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen?

Den Spagat zwischen Beruf und Familie, gerade auch als alleinerziehendes Elternteil, kann man nur mit Hilfe schaffen, und er stellt eine tägliche Herausforderung dar. Neben Angeboten wie Hort et cetera ist es wichtig, dass man über ein gutes und engmaschiges Netzwerk verfügt. Dazu gehören zum Beispiel Großeltern, Freunde, Babysitter oder auch mal eine Kinderfrau. Ich finde auch die Solidarität unter Müttern im Alltag großartig und nicht zu unterschätzen – da wäscht oft eine Hand die andere.

Kennen Sie das Gefühl, noch mal etwas komplett Neues anfangen zu wollen?

Ja, das kenne ich gut. Vor ein paar Jahren habe ich mich als Unternehmerin selbstständig gemacht, weil ich das große Bedürfnis hatte, etwas Neues auszuprobieren und habe mich in alles reinarbeiten müssen, da ich keine Ahnung vom Einzelhandel hatte. Ich habe diese Zeit als immense Bereicherung empfunden. Als ich dann das erste Kind bekam, waren zwei Berufe einer zu viel, und ich wollte mich ganz auf das Abenteuer Muttersein einlassen.

Das Interview führte Alexa Rothmund

Interview mit Fabian Busch

Sie spielen den Immobilienmanager Kevin, einen Workaholic, der selbst den Urlaub mit seiner Tochter nutzt, um beruflichen Geschäften nachzugehen. Wie wichtig ist Ihnen persönlich die Work-Life-Balance?

Die ist mir sehr wichtig. Natürlich versuche ich irgendwie einen Kompromiss zu finden – ich muss schließlich eine Familie ernähren. Dennoch bleibt mir bei diesem wunderbaren Beruf zwischen den Dreharbeiten meist viel Zeit mit meiner Familie. Allerdings ist es manchmal schwierig. Es gibt diese Filme, die will man unbedingt machen, und man ist dann für Monate weg. Andererseits ist die Zeit mit den Kindern unwiederbringlich.

Kevin erhält unverhofft die Chance, sein Leben noch mal komplett umzukrempeln. Kennen Sie das Gefühl, noch mal etwas Neues anfangen zu wollen?

Gott sei Dank gar nicht. Ich weiß, das ist ein riesiges Privileg, und ich weiß es sehr zu schätzen. Ich bin sehr glücklich – im Privaten und Beruflichen. Natürlich gibt es Dinge, die würde man gern ausprobieren, aber was hindert einen daran? Man muss ja nicht immer das große Ganze in Frage stellen.

Was bedeutet Ihnen Heimat?

Das sind meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde – sprich alles.

Sylt ist für viele die schönste Insel Deutschlands. Wie haben Sie die Insel erlebt?

Da ich nur zehn Tage dort war und jeden Tag von früh bis spät gearbeitet habe, konnte ich die Insel nicht wirklich kennenlernen. In Erinnerung sind mir auf jeden Fall der imposante Weststrand und die wunderschöne Gegend rund um den Ellenbogen geblieben.

Wäre es für Sie reizvoll, auf Sylt Ihren Urlaub zu verbringen?

Nein. Ich fühle mich eher am Mittelmeer zu Hause. Aber ich kann jedem empfehlen, einmal bei sechs Grad, Wind und Regen in der Nordsee zu baden – das erfrischt.

Das Interview führte Christiane Diezemann

 

 

 

 

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