Die Bundeswehr und ihre Minister: Manfred Wörner mit Kanzler Helmut Kohl. Foto: ZDF/Bundeswehr-Mediendatenbank
Die Bundeswehr und ihre Minister: Manfred Wörner mit Kanzler Helmut Kohl. Foto: ZDF/Bundeswehr-Mediendatenbank

Deutschlands Krieger

Sechsteilige ZDFinfo-Reihe über die Bundeswehr und ihre Minister

Die Bundeswehr besteht seit sechs Jahrzehnten: Im November 1955 wurden die ersten 101 Freiwilligen vereidigt, im November 1956 erfolgte die Aufstellung von zunächst sieben Divisionen, ab 1957 kamen die ersten Wehrpflichtigen hinzu. Die sechsteilige Reihe "Deutschlands Krieger" blickt auf "die Bundeswehr und ihre Minister", auf Helmut Schmidt, Manfred Wörner, Karl-Theodor zu Guttenberg, Franz-Josef Strauß, Gerhard Stoltenberg und Rudolf Scharping. Drei Folgen hatten bereits Premiere. Die Filme über Franz Josef Strauß, Gerhard Stoltenberg und Rudolf Scharping sind erstmals am Samstag, 14. Januar 2017, 18.45 Uhr in ZDFinfo zu sehen.

  • ZDF info, Samstag, 14. Januar 2017, 18.45 Uhr

    Texte

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister

    Die sechsteilige Reihe "Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister" präsentiert ZDFinfo mit Blick auf das 60-jährige Bestehen der Bundeswehr. Die Doku-Reihe über die Geschichte der Bundeswehr porträtiert sechs Verteidigungsminister und die speziellen Anforderungen ihrer Amtszeit: Franz Josef Strauß, Verteidigungsminister von 1956 bis 1962, Helmut Schmidt, Verteidigungsminister von 1969 bis 1972, Manfred Wörner, Verteidigungsminister von 1982 bis 1988, Gerhard Stoltenberg, Verteidigungsminister von 1989 bis 1992, Rudolf Scharping, Verteidigungsminister von 1998 bis 2002, Karl-Theodor zu Guttenberg, Verteidigungsminister von 2009 bis 2011. Alle sechs hatten einem Auftrag: Deutschland und seine Bürger vor dem Feind im Osten, vor großen Fluten und vor dem internationalen Terrorismus zu schützen.

    So unterschiedlich die Herausforderungen für die Minister, so unterschiedlich auch ihr Amtsverständnis. Mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Stil haben sie das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr geprägt, manchmal weit über ihre Amtszeit hinaus. Andere wiederum sind am Ende grandios gescheitert: Sie mussten ihre Truppe in schweren Zeiten führen, sich immer wieder aufs Neue einer pazifistisch geprägten Gesellschaft stellen. Oder sie hatten mit zahlreichen Skandalen und Affären zu kämpfen. Die Reihe zeigt, welche Spuren die sechs Minister in der Bundeswehr, aber auch in Politik und Gesellschaft hinterlassen haben.

    Am Mittwoch, 30. November 2016, 20.15 Uhr waren erstmals die drei Folgen über Helmut Schmidt, Manfred Wörner und Karl-Theodor zu Guttenberg in ZDFinfo zu sehen. Die Bundeswehr hat den Filmemachern für diese Doku-Reihe Einblicke in ihr Archiv gewährt. Hinzu kommt zeithistorisches Material aus dem ZDF-Archiv. Exklusive Interviews ordnen die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln ein und geben Zeugnis von der Arbeit der Bundesminister.

    Mit Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg führten die Filmemacher ein exklusives Interview – es ist das erste lange TV-Interview nach seinem Rücktritt 2011. In der Dokumentation über zu Guttenbergs Ministerzeit der Jahre 2009 bis 2011 kommen auch dessen Nachfolger, der heutige Bundesinnenminister Thomas de Maizière, sowie der ehemalige Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan zu Wort.

    Für alle sechs Dokumentationen wurden Weggefährten der jeweiligen Verteidigungsminister interviewt – Kontrahenten wie Anhänger oder Freunde. So konnten zum Beispiel Manfred Wörners damaliger Adjutant, der Vier-Sterne-General Klaus Reinhardt, und Wörners ehemaligen Pressereferentin Gaby Allendorf für Interviews gewonnen werden.

    Sendetermine und Stab

    Samstag, 14. Januar 2017, 18.45 Uhr, ZDFinfo
    Freitag, 20. Januar 2017, 13.30 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Franz Josef Strauß

    Film von Cordula Stadter

     

    Samstag, 14. Januar 2017, 19.30 Uhr, ZDFinfo
    Freitag, 20. Januar 2017, 16.30 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Gerhard Stoltenberg

    Film von Björn Platz

     

    Samstag, 14. Januar 2017, 20.15 Uhr, ZDFinfo
    Freitag, 20. Januar 2017, 17.15 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Rudolf Scharping

    Film von Björn Platz

     

    Dienstag, 6. Dezember 2016, 1.15 Uhr, ZDFinfo
    Freitag, 20. Januar 2017, 15.00 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Helmut Schmidt

    Film von Björn Platz

     

    Dienstag, 6. Dezember 2016, 2.00 Uhr, ZDFinfo
    Freitag, 27. Januar 2017, 20.15 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Manfred Wörner

    Film von Cordula Stadter

     

    Dienstag, 6. Dezember 2016, 2.45 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Karl-Theodor zu Guttenberg

    Film von Cordula Stadter

     

    Samstag, 14. Januar 2017, 18.45 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Franz-Josef Strauß

    Film von Cordula Stadter

     

    Samstag, 14. Januar 2017, 19.30 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Gerhard Stoltenberg

    Film von Björn Platz

     

    Samstag, 14. Januar 2017, 21.00 Uhr, ZDFinfo

    Deutschlands Krieger
    Die Bundeswehr und ihre Minister: Rudolf Scharping

    Film von Björn Platz

     

    Produktion: CineCentrum
    Redaktion: Martina Schindelka, Susanne Krause-Klinck
    Länge: 6 x 45 Minuten

     

    Wiederholungstermin der ersten drei Folgen: Dienstag, 6. Dezember 2016, 1.15 Uhr in ZDFinfo

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister: Franz Josef Strauß

    Franz Josef Strauß – der Polterer und Polarisierer. Sein hitziger Charakter sollte die Nation spalten. Die Bundeswehr schmiedete er in ihren Anfangsjahren jedoch zusammen – in Zeiten, als der Wiederbewaffnung nach Kriegsende noch Ablehnung entgegenschlägt.

    Die Doku-Reihe über die Geschichte der Bundeswehr porträtiert sechs Verteidigungsminister und die speziellen Anforderungen ihrer Amtszeit. Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt, Manfred Wörner, Gerhard Stoltenberg, Rudolf Scharping, Karl-Theodor zu Guttenberg – alle mit einem Auftrag: Deutschland und seine Bürger zu schützen - schützen vor dem Feind im Osten, vor großen Fluten, vor dem internationalen Terrorismus.

    So unterschiedlich die Herausforderungen der Minister, so unterschiedlich auch ihr Amtsverständnis. Mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Stil haben sie das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr geprägt, manchmal weit über ihre Amtszeit hinaus - andere wiederum sind am Ende grandios gescheitert. Sie mussten ihre Truppe in schweren Zeiten führen, sich immer wieder aufs Neue einer pazifistisch geprägten Gesellschaft stellen. Sie hatten mit zahlreichen Skandalen und Affären zu kämpfen, weisen aber auch beachtliche Erfolge auf.

    Waren sie Marionette oder Macher? Kriegstreiber oder Pazifist? Reformer oder Verwalter? Anführer oder Drückeberger? Schwergewicht oder Luftikus? Die Reihe zeigt, welche Spuren die Minister in der Bundeswehr, aber auch in Politik und Gesellschaft hinterlassen haben.

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister: Helmut Schmidt

    Von den turbulenten Anfängen bis heute haben die deutschen Verteidigungsminister die Truppe entscheidend geprägt. Helmut Schmidt war der erste Sozialdemokrat an der Spitze. Er wollte das Amt erst nicht und übernahm es nur nach heftigem Drängen von Bundeskanzler Willy Brandt. Dann aber legte er los. Auffallend waren das unerschütterliche Selbstvertrauen und die ausgeprägte Führungsstärke des neuen Verteidigungsministers.

    1971 rebellierten die Wehrpflichtigen – sie wollten sich nicht die Haare schneiden lassen! Und sie bekamen Rückendeckung durch entsprechende Gerichtsurteile. Die erzwungene Kurzhaarfrisur sei ein Verstoß gegen die Menschenwürde, so die Richter. Die Führung der noch jungen, deutschen Armee musste sich mitten im Kalten Krieg mit fettigen Haaren, Hygieneproblemen, und Verletzungsrisiken herumärgern. An der Spitze der Bundeswehr stand zu dieser Zeit ein Mann, der als Macher und Hardliner innerhalb seiner Partei galt: Helmut Schmidt. Er führte die Truppe  in einer Zeit, die von der Ost-West Konfrontation, dem Vietnamkrieg und der Friedensbewegung geprägt war. Helmut Schmidt selbst war im Dritten Reich Oberleutnant der Wehrmacht und im Ostfeldzug dabei. Im Gegensatz zu vielen seiner Genossen lehnt er das Militär nie ab.

    Als Schmidt im Oktober 1958 an einer Wehrübung der frisch gegründeten Bundeswehr teilnahm, gab es heftige Proteste in der SPD. Noch während der Übung wurde er von den Genossen aus dem Vorstand der Bundestags-Fraktion ausgeschlossen. Die Begründung: Er sei ein Militarist. Die Sozialdemokraten verstanden sich damals als Partei des Widerstands gegen die Nazis. Und der junge Helmut Schmidt mit seinem offenen Bekenntnis zur Bundeswehr passte da nicht ins Bild.

    Das hinderte den Hamburger aber nicht daran, innerhalb kürzester Zeit zum verteidigungspolitischen Fachmann seiner Partei aufzusteigen und sich auch international den Ruf eines herausragenden Strategen zu erarbeiten. Für Helmut Schmidt war die Hardthöhe ein Karrieresprungbrett: Nach einer kurzen, aber bewegten Amtszeit wurde er Superminister für Wirtschaft und Finanzen – und kurz darauf dann Bundeskanzler. Die Bundeswehr und die militärischen Verflechtungen Deutschlands hatte er aber auch da fest im Blick.

    Der Film zeichnet ein Bild der Bundeswehr und ihres Verteidigungsminister in einer bewegten Zeit der Jahre 1969 bis 1972. Er zeigt die großen und kleinen Probleme, mit denen sich die Truppe und ihr Minister herumschlagen mussten. Und er gibt seltene Einblicke in historisches Material aus den Filmarchiven der Bundeswehr.

    Interviewpartner

    Herfried Münkler, Jahrgang 1951, Professor für Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin, Autor von "Kriegssplitter" (2015).

    Theo Sommer, Jahrgang 1930, langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit", unter Helmut Schmidt Leiter der Abteilung Planung im Bundesverteidigungsministerium.

    Helge Hansen, Jahrgang 1936, General a.D., unter anderem ehemaliger Inspekteur des Heeres.

    Fides Krause-Brewer, Jahrgang 1919, ehemalige ZDF-Korrespondentin in Bonn.

    Wolf-Dieter Poschmann, Jahrgang 1951, langjähriger ZDF-Sportmoderator und Wehrpflichtiger 1971.

    Jan Hofer, Jahrgang 1951, "Tagesschau"-Sprecher und Wehrpflichtiger 1971

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister: Manfred Wörner

    Im Kalten Krieg der 80er Jahre schien die Bundeswehr Spielball der Supermächte zu sein. Dem entgegen setzte Bundeskanzler Helmut Kohl den willensstarken Militärexperten Manfred Wörner als Verteidigungsminister (1982-1988). Dieser sollte die Bundeswehr durch die kritische Zeit führen – er profilierte sich in diesem Amt für den Aufstieg zum bisher einzigen deutschen NATO-Generalsekretär.

    Die Dokumentation beleuchtet die Rolle der Bundeswehr unter Führung Manfred Wörners. Wie haben sich seine Erfahrungen als Kriegskind und Bundeswehr-Jet-Pilot auf seine Politik ausgewirkt? Und wie schaffte er den Spagat zwischen Aufrüstung, Friedensdemonstrationen und schließlich dem Tauwetter im Kalten Krieg unter Gorbatschow?

    Der Kanzlersturz Helmut Schmidts 1982 war für Manfred Wörner ein Glücksfall. Denn mehr als zehn Jahre hatte er schon im Verteidigungsausschuss auf seinen Traumjob hingearbeitet, bis ihn der neue Kanzler Helmut Kohl schließlich zum Verteidigungsminister berief. Überzeugt vom NATO-Doppelbeschluss wollte er das "Gleichgewicht des Schreckens" wahren und der atomaren Bedrohung im Osten selbst Atomwaffen entgegenstellen. Wörner traute den Sowjets zeitlebens nicht über den Weg. Als sie auf- und nicht abrüsteten, ließ auch der Minister Atomraketen vom Typ Pershing-II in Deutschland stationieren. Dagegen gingen Hundertausende im ganzen Land auf die Straßen – eine heterogene Friedensbewegung, für die Wörner zum Feindbild mutierte. Aus diesen Protesten wuchs eine neue politische Kraft heran: die Grünen.

    Die Bundeswehr war in diesen Zeiten "out" – damals verweigerten den Dienst an der Waffe so viele junge Männer wie nie zuvor. Das stürzte die Truppe in eine personelle Krise. Wörner versuchte, diese unkonventionell zu lösen: Wenn Not am Mann sei, sollten Frauen ran! Obwohl ein Großteil der Öffentlichkeit und Wörners eigene Fraktion Frauen in der Truppe ablehnten, ebnete der Minister mit diesem Vorstoß den Weg für Frauen in die Bundeswehr. Das Etikett "konservativer Hardliner", das dem standfesten Schwaben zeitlebens anhaftete, wurde er so allerdings nicht los. Im Gegenteil – er bestätigte es mit seinem größten Fehltritt: der Kießling-Affäre.

    Als das Gerücht die Runde machte, Deutschlands oberster Vier-Sterne-General Günter Kießling sei homosexuell, entließ ihn der Minister. Der düpierte Kießling wendete sich an die Presse und trat einen Skandal los. Minister und Republik rätselten und recherchierten fortan im Kölner Homosexuellen-Milieu und fanden doch keine Beweise für den Verdacht. Alles deutete auf eine Intrige hin, die nicht nur Kießling, sondern auch Wörner zu stürzen drohte. Nur mit Mühe und schwer beschädigt überstand der Minister diesen Skandal.

    In exklusiven Interviews, etwa mit Wörners damaligem Adjutanten, dem Vier-Sterne-General Klaus Reinhardt, und mit Wörners ehemaliger Pressereferentin und heutigen Managerin von Stefan Raab, Gaby Allendorf, sowie mit Filmmaterial, überwiegend aus dem Archiv der Bundeswehr, illustriert und analysiert diese Dokumentation ein Stück bewegender Zeitgeschichte: die Bundeswehr unter Manfred Wörner.

    Interviewpartner: 

    Herfried Münkler, Jahrgang 1951, Professor für Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin, Autor von "Kriegssplitter" (2015).

    Gaby Allendorf, Jahrgang 1959, Pressereferentin von Manfred Wörner (1987 bis 1988), Geschäftsführerin der Allendorf Media GmbH, unter anderem Managerin von Stefan Raab.

    Kai Diekmann,Jahrgang 1964, von 1983 bis 1985 freiwilliger Wehrdienst in der "Redaktion der Bundeswehr", Chefredakteur der BILD-Zeitung von 2001 bis 2015), heute Gesamt-Herausgeber der BILD-Gruppe.

    Klaus Reinhardt,Jahrgang 1941, Vier-Sterne-General a. D. des Heeres, früherer Befehlshaber des Heeresführungskommandos, des NATO-Kommandos Joint Headquarters Center und der KFOR-Friedenstruppe im Kosovo. Von 1983 bis 1986 Adjutant von Manfred Wörner.

    Udo Röbel,Jahrgang 1950, Journalist und Autor, 1984 stellvertretender Chefredakteur des Kölner Express, bekannt für seine Arbeit in der Kießling-Affäre (1984) und dem Geiseldrama von Gladbeck (1988).

    Lothar Rühl,Jahrgang 1927, Journalist und Politikwissenschaftler, von 1982 bis 1989 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Vertrauter Manfred Wörners.

    Helmut Simon,Jahrgang 1952, Kriminalkommissar a. D., recherchierte im Falle Kießling im Kölner Homosexuellen-Milieu.

    Hans-Christian Ströbele,Jahrgang 1939, Rechtsanwalt und Gründungsmitglied Bündnis 90/Die Grünen.

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister: Gerhard Stoltenberg

    Die Hardthöhe war Gerhard Stoltenbergs drittes Ministerium. Er war ein politisches Schwergewicht. Der einzige CDU-Politiker aus dem Norden, der es bis in die Bundesregierung geschafft hat. Unter seiner Führung verlor die Bundeswehr alte Feinde und gewann neue Freunde. Es war die Zeit des großen Umbruchs. Am Ende auch für ihn. Stoltenberg war durch und durch Zivilist und eigentlich der geborene Finanzexperte.

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister: Rudolf Scharping

    Rudolf Scharping wollte nie Verteidigungsminister werden. Doch unter seiner Führung wurde die Bundeswehr zu einer Armee im Auslandseinsatz. Das Ende seiner Amtszeit war wenig ruhmreich.

    Am 27. Oktober 1998 übernahm Rudolf Scharping die Führung der Bundeswehr. Er war der erste sozialdemokratische Verteidigungsminister, der die Bundeswehr in einen Krieg führte – den Kosovo-Krieg.

    Deutschlands Krieger – Die Bundeswehr und ihre Minister: Karl-Theodor zu Guttenberg

    Die Dokumentation präsentiert das erste lange Fernsehinterview von Karl-Theodor zu Guttenberg nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister 2011. Offen spricht er darin über seine Amtszeit von 2009 bis 2011 und die Gründe für seine umstrittenen Entscheidungen. Der Film analysiert, welche Auswirkungen zu Guttenbergs Politik auf die Bundeswehr hatte und bis heute hat.

    Zu Guttenberg ist der erste Politiker, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit klarstellte: "Es herrschen kriegsähnliche Zustände in Teilen Afghanistans." Als er mit 38 Jahren 2009 zum jüngsten Verteidigungsminister Deutschlands berufen wurde, war die Bundeswehr schon seit fast acht Jahren im Norden Afghanistans im Kampf gegen die Taliban stationiert. "Krieg" durfte das völkerrechtlich nicht heißen, sondern "Stabilisierungseinsatz", obwohl sich die Bedrohungslage für die Truppen vor Ort seit 2006 dramatisch verschärft hatte.

    So holte den Minister bei Amtsantritt das schwere Erbe seines Vorgängers Franz Josef Jung ein: die Kundus-Affäre. Als im September 2009 auf Befehl des deutschen Oberst Klein US-Kampfbomber zwei Tanklastzüge bombardierten, starben nach NATO-Schätzungen über 119 Menschen – darunter viele Zivilisten. Guttenberg stärkte Oberst Klein den Rücken, musste allerdings selbst Fehler in seiner Informationspolitik einräumen. Verantwortlich machte er dafür jedoch Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und suspendierte ihn. Schaden tat ihm das kaum, längst war er ein Polit-Star. Seine Popularität wollte er dafür einsetzen, das angeschlagene Image seiner Truppe und ihres Afghanistan-Einsatzes aufzupolieren. Das machte ihn vor allem bei seinen Soldaten zum Sympathieträger.

    Öfter als jeder seiner Amtsvorgänger reiste zu Guttenberg nach Afghanistan, nannte seine Soldaten "Helden" und scheute sich nicht, Verwundete zu besuchen und bei Trauerfeiern für die Gefallenen das Wort zu ergreifen. Eine traurige Zäsur markierte dabei das Karfreitagsgefecht am 2. April 2010, bei dem drei Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 373 aus Seedorf starben. Mit Maik Mutschke, der selbst bei dem Gefecht schwer verwundet wurde, taucht diese Dokumentation auch in die persönliche Situation der Soldaten vor Ort ein.

    Die mediale Omnipräsenz Guttenbergs bot viel Angriffsfläche. Im Interview mit dem TV-Moderator Johannes B. Kerner beleuchtet der Film insbesondere die Kontroverse um die Talk-Sendung "Kerner Spezial" (SAT.1) aus Masar-i-Scharif.

    Dennoch: Guttenberg hatte politische Durchschlagskraft, vor allem bei der Bundeswehrreform. Er besiegelte das Ende der Wehrpflicht und den Übergang zu einer Freiwilligenarmee. Die Durchführung musste er allerdings seinen Nachfolgern überlassen. Denn mit seinem Krisenmanagement in einem mysteriösen Todesfall auf der Gorch-Fock und zuletzt in der Plagiats-Affäre rund um seine Doktorarbeit verstrickte sich der Minister in immer neue Widersprüche, die ihn schließlich zum Rücktritt zwingen.

    Die Dokumentation präsentiert exklusive Interviews mit Karl-Theodor zu Guttenberg, seinem Nachfolger Thomas de Maizière, dem ehemaligen Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und vielen anderen Entscheidungsträgern und Soldaten. Der Film analysiert damit ein wichtiges Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte: die Bundeswehr unter Karl-Theodor zu Guttenberg.

    Interviewpartner:

    Karl-Theodor zu Guttenberg,Jahrgang 1971, Bundesminister der Verteidigung von 2009 bis 2011, seit 2011 Berater der EU-Kommission im Rahmen der "No-disconnect"-Strategie, gründete 2013 "Spitzberg Partners", eine Investment- und Beratungsfirma in New York.

    Thomas de Maizière, seit Dezember 2013 Bundesminister des Inneren, Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenbergs als Bundesminister der Verteidigung (2011 bis 2013).

    Herfried Münkler,Jahrgang 1951, Professor für Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin, Autor von "Kriegssplitter" (2015).

    Maurizio Gambarini,Jahrgang 1964, Fotograf und ehemaliger "BILD am Sonntag"-Foto-Chef (2015 bis 2016), begleitete zu Guttenberg auf mehreren Reisen.

    Johannes B. Kerner,Jahrgang 1964, ZDF-Moderator, reiste 2010 für die Sendung "Kerner-Spezial" (SAT.1) zusammen mit Karl-Theodor zu Guttenberg in das Bundeswehr-Camp Marmal nach Masar-i-Scharif, Afghanistan.

    Julian Reichelt,Jahrgang 1980, Kriegsreporter und seit Februar 2014 Chefredakteur von Bild.de, enthüllte zusammen mit seinem Kollegen Jan Meyer den Feldjägerbericht und das Video aus der Bordkamera der Kampfjets, die im September 2009 die Tanklastzüge in Kundus bombardierten.

    Maik Mutschke,Jahrgang 1985, Afghanistan-Veteran, im Karfreitagsgefecht 2010 bei Isa Chel schwer verwundet, Berufssoldat und Mitglied der Deutschen-Paralympischen-Mannschaft im Sportschießen mit dem Luftgewehr.

    Wolfgang Schneiderhan, Jahrgang 1946, Generalinspekteur der Bundeswehr (2002 bis 2009), von Karl-Theodor zu Guttenberg suspendiert, da er ihm angeblich wichtige Dokumente zu den Vorfällen in Kundus "vorenthalten" hat.

    Ben-Jack Drese, Jahrgang 1990, ehemaliger Offiziersanwärter auf dem Segelschulschiff Gorch Fock (Crew VII/2010), Augenzeuge des Todes von Sarah Lena Seele am 7. November 2010.

    Achim Winkler, Fregattenkapitän und Sprecher des Presse- und Informationszentrums der Marine in Kiel, ehemaliger Ausbilder auf der Gorch Fock.

    Infos zu ZDFinfo

    ZDFinfo setzt seinen Wachstumskurs weiter fort: Im Monat September 2016 hatte der Digitalsender einen Marktanteil von 1,2 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Im Jahr 2015 erreichte ZDFinfo 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. 2014 lag der Marktanteil noch bei 0,9 Prozent. Auch bei den Zuschauern gesamt hatte sich der Anteil im vergangenen Jahr erhöht: von 0,9 Prozent (2014) auf 1,0 Prozent (2015). 

    Der Digitalsender mit hochwertigen Dokumentationen aus den Themenfeldern Zeitgeschichte, Politik, Wissen und Service hat dabei von seinem stetig wachsenden Programmangebot profitiert. Pro Monat starten etwa 50 neue ZDFinfo-Dokus. 

    Robert Bachem, Leiter des Programmbereichs ZDFinfo, Gesellschaft und Leben: "Es freut mich, dass wir mit hochwertigem und anspruchsvollem Doku-Programm jüngere Zuschauergruppen für die ZDF-Programmfamilie zurückgewinnen können. Gerade Menschen, die mitten im Leben stehen, schätzen unser Programmangebot, bei dem man immer etwas lernt. Mit diesem klaren Profil wollen wir weiter erfolgreich sein."

    Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

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    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/krieger

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