Coyright: ZDF / Ivan Maly
Coyright: ZDF / Ivan Maly

Hüftkreisen mit Nancy

Komödie

Max Krenke ist ein mäßig erfolgreicher Journalist, der, mit Krisen konfrontiert, sein Leben wohl oder übel neu ordnen muss. Ausgerechnet an seinem 40. Geburtstag ereilt ihn die fristlose Kündigung. Schlagartig sieht er sich mit den Scherben seines Selbstbilds konfrontiert. Max beschließt, seiner Frau den Jobverlust erst einmal zu verschweigen, und sitzt sinnlose Tage auf einer Parkbank ab. Bis er Nancy begegnet, einer engelsgleichen jungen Frau, der er in einen alten Bodybuilding-Club folgt.

  • ZDF, "Hüftkreisen mit Nancy", Donnerstag, 23. Mai 2019, 20:15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Donnerstag, 9. Mai 2019, ab 10:00 Uhr

Texte

Stab & Besetzung

Buch: Johann A. Bunners und Martin Dolejš, nach dem gleichnamigen Roman von Stefan Schwarz

Regie: Miko Zeuschner

Kamera: Konstantin Kröning, Maximilian Lips                              

Musik: First Take Studios, Biber Gullatz, Moritz Freise

Tonmeister: Erich Lutz                 

Szenenbild: Karin Bierbaum        

Schnitt: Annemarie Bremer, Janina Gerkens

Kostümbild: Bettina Weiß

Maskenbild: Stephanie Adam, Aylin Ergün         

Casting: Heta Mantscheff                   

Herstellungsleitung: Susa Kusche              

Produktionsleitung: Thorsten Peil

Produktion: ZIEGLERFILM Baden-Baden GmbH

Produzent: Marc Müller-Kaldenberg     

Producer: Pascal Nothdurft       

Redaktion: Thorsten Ritsch                     

Länge: ca. 90 Minuten

 

Max: Felix Knopp

Tina: Rebecca Rudolph

Fred: Rudolf Kowalski

Niklas: Alessandro Schuster

Nancy: Helen Woigk

Marie: Ziva-Marie Faske

Carola: Ruth Reinecke

Jan König: Paul T. Grasshoff

Murat: Imad Mardnli

Ronny: Tim Ricke

Ben: Timur Bartels

Dannwitz: Axel Wandtke

Therapeut: Thomas Bading

Lilou: Julia Thurnau

und andere

Inhalt

Max Krenke, einst hoffnungsvoller Journalist, hat es sich bei einem drittklassigen Blatt gemütlich gemacht; als Ehemann und Familienvater hält er das Hamsterrad des Alltags am Laufen. Bis er ausgerechnet an seinem 45. Geburtstag fristlos gekündigt wird. Plötzlich sieht er sich mit den Scherben seines Selbstbilds konfrontiert sieht. Max beschließt, seiner Familie den Jobverlust erstmal zu verschweigen und sitzt seine Tage sinnlos auf einer Parkbank ab. Bis ihm engelsgleich Nancy im Park erscheint. Nancy ist 24, Fitnesstrainerin in einem Fitnessstudio, das nicht aus der modernen Welt zu sein scheint und eigentlich nur von einer kleinen Gruppe "Muskelberge" besucht wird. Doch Nancy hat die Jungs fest im Griff und packt Max bei seinem Ehrgeiz. Mit Entengang und Hüftkreisen schafft es Max, nach und nach wieder zu sich selbst zu finden – zum alten Max und vielleicht auch zum Sinn des Lebens ... zumindest zum  Sinn seines Lebens.

Die Umwege und Erkenntnisse eines von der Midlifecrisis geplagten Mannes können sehr schmerzhaft sein. Und Max' Frau Tina muss sich fragen, ob die belebende Beziehung ihres Mannes zu seiner jungen Fitnesstrainerin wirklich rein platonisch ist. Max selbst ist davon zumindest eine Weile überzeugt. Irgendwann weiß Max es aber selbst nicht mehr. Vielleicht müsste er wirklich einen Schlussstrich ziehen und noch einmal neu anfangen. Immerhin geht es um die zweite Hälfte seines Lebens.

"Follow your heart!“ - Statement von Regisseur Miko Zeuschner

Was hat Sie gereizt, "Hüftkreisen mit Nancy" zu inszenieren?

Gereizt hat mich die Vielschichtigkeit des Drehbuches. Ich habe schnell begriffen, dass man mit dieser Vorlage eine Tragikomödie mit Tiefgang erzählen kann, und hatte sehr schnell eine Vorstellung vom Tonfall des Filmes. Mir war klar, dass er für mich nur funktionieren könnte, wenn man ihn in einem lakonischen, ironischen Tonfall inszeniert – eine Gratwanderung. Denn nur ein falscher Ton bei einem der Schauspieler kann diesen Film kaputt machen. Erfreulicherweise ist es uns geglückt, und es gibt keine "falschen Töne". Schon der Titel gefiel mir. Er hatte für mich etwas Skurriles, Unerwartetes, und ich fand ihn schräg. Auch der Musikaspekt hat mich angesprungen. Da ich selber früher Musiker war, hat mich besonders gereizt, einen "Musikfilm" zu machen. Ich fand es toll, dass Max in dem Film einen Streifzug durch die Popmusik der letzten 40 Jahre macht und seinem großen Idol John Ash nacheifert, für den ich mit unserem Komponisten selber die Vorlage für seinen Song "Follow your heart" entworfen habe.

Und apropos "Follow your heart": Vor einigen Jahren war ich selber in einer (Midlife)-Krise und bin den Jakobsweg gewandert. Zum Ende meiner Reise traf ich vor der Kathedrale von Santiago de Compostela auf ein Filmteam, das den Film "The Way" mit Martin Sheen in der Hauptrolle drehte. Ich habe Martin Sheen gefragt, wie man sich nach so einem langen Filmleben seinen Enthusiasmus bewahrt und er sagte: "Follow your heart". Als ich diesen Satz bei "Hüftkreisen mit Nancy" las, dachte ich: "Der Film passt zu Dir!". Kurz darauf ging ich in Berlin essen, und an meinem Tisch hatte jemand eine Serviette mit einem Kugelschreiber bekritzelt. Was stand da wohl drauf? "Follow your heart!" Da war klar: Diesen Film muss ich machen.

"Das Tragischkomische einer Midlifecrisis" - Interview mit Felix Knopp (Max)

Was hat Sie an der Komödie "Hüftkreisen mit Nancy" gereizt?

Der größte Reiz an diesem Projekt war, zum ersten Mal im Film ganz offen dem Komödiengenre zu begegnen. Das ist immer eine Herausforderung. Auch im Theater. Wie schaffe ich es, nicht im Klamauk zu landen und dennoch ohne Bremse mutig loszulegen? Das Tragikomische einer Midlifecrisis, wie in diesem Film, ist natürlich ein hilfreiches Themenfeld. Die Figur Max ist gar nicht richtig bei sich. Er merkt es noch nicht mal, nervt damit sein ganzes Umfeld, bekommt das auch immer deutlicher gespiegelt und gerät dadurch in eine tiefe Krise. Diese bringt ihn aber dazu, sich Stück für Stück zu mehr Authentizität zu entwickeln. Er kommt wieder zu sich. Der Weg dieser Identitätskrise birgt schon einige Komik, und die haben wir, habe ich, versucht zu erwischen.

Was hat Felix Knopp mit Max Krenke gemeinsam, was unterscheidet die beiden? Wurde durch die Dreharbeiten auch bei Ihnen persönlich der Sportgeist geweckt?

Ich habe schon vorher Sport gemacht, kann mich aber noch lebhaft an die ersten Besuche im Fitnessstudio erinnern. Ich habe mich da sicher nicht sehr anders als die Figur Max Krenke gefühlt. Eine wichtige Gemeinsamkeit ist die Liebe zur Musik. Ich hab' auch früher Platten gesammelt, Musikzeitschriften gelesen und meine sogenannten Idole gehabt. Der Unterschied ist aber, dass ich dann selbstirgendwann Musik gemacht habe. Das "Anhimmeln" kam zur Ruhe, und ich stand dann selber mit Band auf der Bühne. Ich muss mich schon unmittelbar selber ausdrücken können. Musikkritiker oder sowas wäre immer undenkbar für mich gewesen.

Bei welcher Szene mussten Sie so viel lachen, dass sie erst nach mehreren Takes im Kasten war?

Eine der Binsenweisheiten ist ja: Es gibt nichts Unlustigeres als an einer Komödie zu arbeiten. Ich glaube, man lacht wirklich mehr, wenn man zehn Mal dieselbe Drama-Szene dreht. Zur Erleichterung, als Gegengewicht. Bei der Komödie bist Du dauernd mit Timing, Pointe und sehr genauen Abläufen beschäftigt. Es verwundert ja nicht, dass Charlie Chaplin und viele andere große Komiker ganz schlimme Diktatoren am Set gewesen sein sollen. Komödie ist vor allem harte Arbeit. Aber ich muss sagen, dass ich bei diesem Dreh mehr gelacht habe, als ich vorher dachte.

"Das war nicht ohne" - Interview mit Helen Woigk (Nancy)

Was hat Sie an der Komödie "Hüftkreisen mit Nancy" gereizt?

Das Drehbuch hat mich gleich berührt: Nancy ist eine junge Frau mit großen Träumen, immer lebensfroh und optimistisch – das hatte es mir direkt angetan. Und natürlich habe ich mich auf das Tanzen gefreut und mich ein wenig vor ihrer Fitness gefürchtet. Ich treibe Sport und tanze schon immer gern, aber für diesen Dreh habe ich ein anderes Level erreicht. Personal Coaching und persönlicher Tanztrainer haben mich richtig herausgefordert, das war nicht ohne und hat endlos Spaß gemacht. Ich wünschte, ich hätte sie langfristig behalten können.  

Was hat Helen Woigk mit Nancy gemeinsam?

Wir sind beide Optimisten, voller Energie, mitfühlend und gern für Menschen da, die wir ins Herz geschlossen haben. Ich liebe es wie Nancy, mich auszutoben und mich immer weiter zu bewegen.

Nancy hilft Max, körperlich wieder fit zu werden, und begeistert mit ihrem Hüftschwung – was sind Ihre drei persönlichen Tipps, um fit zu bleiben?

Finde deine richtige Sportart. Ob Gerätetraining, Schwimmen, Crossfit, Zumba-Dance oder Ballsport; suche dir einen Sport, der Spaß macht, dich motiviert und auch mal herausfordert! Und ganz wichtig: dranbleiben.

Mut zur Uneitelkeit - Interview mit Rebecca Rudolph (Max’ Ehefrau Tina)

Was hat Sie an der Komödie "Hüftkreisen mit Nancy" gereizt?

Bereits beim ersten Lesen habe ich viel schmunzeln und auch manchmal laut lachen müssen. Der Humor der Autoren hat sich mit meinem getroffen, und Bilder und Situationskomik sind vor meinem inneren Auge beim Lesen entstanden. "Hüftkreisen mit Nancy" lebt letztendlich von einer etwas überhöhten Alltagskomik, die eine Bodenständigkeit und Beiläufigkeit und gleichzeitig Mut und "Uneitelkeit" verlangt. Mut, sich auch ein bisschen lächerlich und verletzlich zu machen. Diese Art von überhöhtem Humor und Alltäglichkeit gefällt mir. Ich fand auch sehr reizvoll, dass es Szenen gab, in denen sich das Paar ausführlich aneinander abarbeitet, sowie Szenen, in denen die Familie gemeinsam isst und währenddessen Konflikte verhandelt, was mir persönlich gut gefällt. Und in "Hüftkreisen mit Nancy" geht es um Midlifecrisis und Familie. Fragen, die aufgeworfen werden, wie: Was wird aus der Familie, wenn man sie für selbstverständlich hält? Oder was, wenn ein Glied der Kette plötzlich bricht?

Wie würden Sie Tina beschreiben? Gibt es Gemeinsamkeiten mit Rebecca, und was unterscheidet die beiden?

Tina ist eine sehr bodenständige Frau. Sie ist pragmatisch, stark, loyal und liebenswert und auch verletzlich. Sie ist eine Macherin. Doch gleichzeitig auf eine Art und Weise auch sehr weit von sich selbst entfernt und sehr abhängig von ihrer Familie - der Aufgabe, die Familie zusammenzuhalten und für das Wohl aller zu sorgen. Ohne ihre Familie hat sie keine Aufgabe mehr. Sie gesteht sich ihre eigenen Bedürfnisse nicht ein. Ich habe definitiv einen gewissen Pragmatismus mit der Rolle Tina gemeinsam, spätestens seit ich selbst Mutter bin. Auch den Part der Macherin, die gerne mal schnell Dinge an sich reißt, "Ach komm', das mach ich schnell auch noch", kenne ich und auch die unangenehmen Konsequenzen davon. Außerdem teile ich die Liebe zu Schokolade mit Tina. Auch die Liebe zum Tanzen habe ich mit ihr gemeinsam. Wobei die Liebe bei Tina eine geträumte, herbeigesehnte Liebe ist. Ich habe mit 17 Jahren auf Cuba meine Leidenschaft für das Tanzen entdeckt. Vom Salsa bin ich zum Tango-Argentino und dann zurück zum Afro-Dance und senegalesischem Sabar. Da ich teils in einer afro-deutschen Familie groß geworden bin und in einer lebe, wurde bei uns zu Hause viel westafrikanische Musik gespielt. Die Musik und diese Art zu Tanzen haben mich absolut geprägt. Eine weitere Leidenschaft von mir ist Yoga. Uns unterscheidet definitiv, dass ich Wert auf gesundes Essen lege und sehr gerne koche. Tina ist ja eher so ein Fastfood-Junkie bzw. ein "Spagetti- und Pizza-Typ". Ich bin eher der "Bio-Nachhaltigkeits-Junkie“.

Bei "Hüftkreisen mit Nancy" werden die Lachmuskeln ganz schön strapaziert. Wie war die Stimmung am Set?

Am Set hat eine offene und freundliche Stimmung geherrscht. Miko, Felix und ich haben viel gelacht, vor allem während der Proben und der Besprechungen zu den Bettszenen, da diese sehr absurd sind und wir erstmal rausfinden mussten, wie wir das überhaupt erzählen wollen. Wir mussten uns sozusagen ein bisschen "locker lachen". Auch die Tage am Set mit der Familie - Mann, Kinder und Vater - waren oft sehr heiter. Wir waren eine schöne Film-Familie. Ich hatte einen spätpubertären Mann, einen lustig-melancholischen Vater (Rudolf Kowalski), zwei tolle Kinder - eine kleine Dancing Queen (Ziva Marie) und einen pubertären Sohn (Allessandro Schuster) - und eine Mutter (Ruth Reinecke) in ihren besten Jahren. Besonders schön war auch der Dreh in der Pflegeeinrichtung. Mit den Bewohnern (um die 90 Jahre) beim Tanztee und mit DJ Tanzbär. Unvergesslich!

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