Copyright ZDF / Julia Terjung
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Kolleginnen - Das böse Kind

Der Mord an einem 18-jährigen bringt die Ermittlerinnen das erste Mal zusammen: Irene (Caroline Peters), die sich nach der Trennung von ihrem Mann (Götz Schubert) noch einmal neu erfinden muss, und Julia (Natalia Belitski), ausgerechnet die fünfzehn Jahre jüngere Geliebte von Irenes Mann. Dass der der zuständige Staatsanwalt ist, macht die Zusammenarbeit nicht einfacher. Ein Beweisstück führt Irene und Julia in die Vergangenheit zu einem Fall, bei dem Irene die Ermittlungen leitete. Der Fall hat seelische Wunden hinterlassen, und nun kommen alte Fragen mit unerwarteter Wucht zurück. Das ZDF sendet den neuen Samstagskrimi am 29. Januar 2022. 

  • ZDF, Samstag, 29.01.2022, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 22. Januar 2022, für ein Jahr

Texte

Stab und Besetzung

Stab

Regie: Vanessa Jopp
Buch: Anette Simon
Kamera: Hans Fromm
Ton: Kai Lüde-Martens, Andreas Mücke-Niesytka
Szenenbild: K.D. Gruber
Schnitt: Brigitta Tauchner
Musik: Alex Komlew
Komposition Songs: Loy Wesselburg
Produktionsleitung:  Roman Gustke
Produktion: Real Film Berlin
Produzenten: Katrin Goetter, Michael Lehman
Redaktion: Matthias Pfeifer
Lange: ca. 89 Min.

Besetzung

Inrene Gaup - Caroline Peters
Julia Jungklausen - Natalia Belitski
Hans Gaup - Götz Schubert
Wiebke Lohrmann - Petra Hartung
Ernst Wiesner - Karsten Mielke
Ede Koschinski - Cino Djavid
Gudrun Enzensberger - Karoline Eichhorn
Schamane Keanu - Marek Harloff
Emma Lennartz - Emilie Neumeister
Nati - Madeleine Tanfal
Joachim Helmholdt - Helmut Mosshammer
Yvonne Lennartz - Kathrin Wehlisch
Frau Walser - Ursula Doll
Dag Enzensberger - Luis Heutling
Karl Roth - Hendrik Heutmann
und andere

Inhalt

"Kolleginnen" erzählt die Geschichte von Irene Gaup (Caroline Peters), die sich mit Ende 40, nach der Trennung von ihrem Ehemann Hans (Götz Schubert), noch einmal neu erfinden muss und dabei die Erfahrung macht, dass man das frühere Leben nicht so einfach ablegen kann. „Wer bin ich?“ ist für sie eine ganz reale Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Jahrelang hat Irene nach Tätern und Komplizen, Opfern und Zeugen gesucht. Jetzt ist sie auf der Suche nach sich selbst und der, die sie einmal war. Die neue Kollegin ist ausgerechnet Julia (Natalia Belitski), die fünfzehn Jahre jüngere Geliebte ihres Mannes. Dass der der zuständige Staatswalt ist, macht die Zusammenarbeit nicht einfacher. Genau wie Irene ist auch Julia auf der Suche. Nur sucht sie nicht die, die sie einmal war, sondern die, die sei einmal sein will.

Der Mord an einem 18-jährigen jungen Mann bringt die beiden Ermittlerinnen das erste Mal zusammen. Die Leiche wird auf dem abgelegenen Pfisterhof an der Grenze zu Brandenburg gefunden. Auf dem Selbstversorgerhof scheint aber niemand den Jungen zu kennen. Was aber macht ein 18-jähriger aus Berlin-Wedding dort? Ein Beweisstück führt Irene und Julia direkt in die Vergangenheit und zu einem vier Jahre zurückliegenden Vermisstenfall. Die damals 13-jährige Emma Lennartz wurde mit Wehen in ein Krankenhaus eingeliefert und verschwand nach der Geburt ihrer kleinen Tochter spurlos, mitsamt ihrem Kind. Die Ermittlungen leitete damals Irene Gaup, die der Fall nie losgelassen und Wunden hinterlassen hat. Nun kommen alte und neue Fragen mit unerwarteter Wucht zurück: Ist Emma noch am Leben? Hält sie sich möglicherweise auf dem Pfisterhof versteckt? Hat Emma die Tat begangen oder schwebt sie möglicherweise selbst in Gefahr?

Klassischer Fehlstart
Vorwort der Redaktion

Ermittler-Duos gibt es viele in der Krimilandschaft. Frauen-Doppel darunter aber nur wenige. Nun kommen zwei neue Kommissarinnen. "Kolleginnen" müssen die beiden so unterschiedlichen Frauen Irene und Julia aber erst werden. Ihr Zusammentreffen beim ersten gemeinsamen Fall ist ein klassischer Fehlstart. Ungünstiger konnte der Zeitpunkt aber auch nicht sein: Während die berufserfahrene, empathische Ermittlerin Irene nach der privaten Trennung und getrieben durch neue Hinweise in ihrem persönlichsten und schmerzhaftesten ungelösten Fall in ein Burnout zu fallen droht, kracht die forsche, ehrgeizige und kantige junge Ermittlerin Julia in ihr berufliches und privates Leben – ausgerechnet als neue Frau an der Seite ihres Ex-Mannes, des Staatsanwaltes Hans.

Doch der vielleicht erwartete Zickenkrieg bleibt aus. Die beiden starken Frauenfiguren definieren sich eben nicht in erster Linie über den Mann an ihrer Seite, sondern über ihre eigene Persönlichkeit, ihre Haltungen und Lebensentwürfe. Beziehungen werden von der Autorin Annette Simon als veränderlich und fragil erzählt, lassen sich nicht einfach an- oder ausschalten.

Das Auffällige an dieser neuen Reihe ist die enge Verquickung von persönlichen und beruflichen Geschichten. Die eigene Erfahrung hilft den Kommissarinnen hinter die psychologischen Motive der Tatverdächtigen zu kommen. Wir freuen uns, für die "Kolleginnen" die so außergewöhnlichen Schauspielerinnen Caroline Peters und Natalia Belitski gewonnen zu haben.

Matthias Pfeifer, Redaktionsleiter Fernsehspiel II

Schwieriges Dreieck
Producer's Note

"Kolleginnen" vereint zwei starke Frauenfiguren, die, wie wir alle, ihren Weg durchs Leben jeden Tag neu finden müssen. Zwei Frauen, die nicht nur das gelebte Leben, sondern auch ihre Lebensentwürfe unterscheiden, die aber dennoch eine Gemeinsamkeit haben: Sie lieben und liebten den gleichen Mann, wenn auch jede auf ihre eigene Art. Der Dreh- und Angelpunkt der Reihe: ein sich immer wieder in seinen Kräften verschiebendes Dreieck, Ort der wohligen Vertrautheit und des unbequemen Hinterfragens, alles auf einmal.

Der große Coup des ersten Films "Das böse Kind" sind die darstellerischen Leistungen von Caroline Peters und Natalia Belitski im Zentrum der Geschichte. Die präzise Grundlage hierfür ist das die Unwägbarkeiten des Lebens auslotende Drehbuch von Annette Simon, und die starke, schnörkellose Handschrift von Regisseurin Vanessa Jopp, die uns mal schonungslos, mal feinfühlig am Fall und am Leben der Ermittlerinnen teilhaben lässt. Vier Frauen, die von Frauen erzählen.

Mit dem Dreh für den ersten Film der Reihe sind wir mitten in den Anfängen der Pandemie gelandet – und es gab plötzlich sehr viele Fragen, die so gar nichts mit der Entstehung eines Films zu tun haben und unser Leben und die Produktion bestimmten. Das war wohl die schwierigste Aufgabe in diesem Moment – die Nähe zum Film und zu unserer Geschichte nicht zu verlieren. Unser besonderer Dank gilt hier den beiden Hauptdarstellerinnen und der Regisseurin Vanessa Jopp, die unter nicht einfachen Umständen einen sehr besonderen Auftakt zu einer Reihe haben entstehen lassen.

Produzentin Katrin Goetter und Produzent Michael Lehmann

Fragen an ...
Caroline Peters (Irene Gaup), Natalia Belitski (Julia Jungklausen) und Götz Schubert (Hans Gaup)

Frau Peters, Sie spielen die Ermittlerin Irene Gaup, die nicht nur mit ihren aktuellen privaten Umbrüchen kämpft, sondern durch die Ermittlungen auch mit alten Wunden konfrontiert wird. Wie würden Sie Irene Gaup beschreiben und was hat Sie daran gereizt, in diese Ermittlerinnenrolle zu schlüpfen?

Caroline Peters: Die Rolle ist im ersten Teil sehr, sehr ernst. Sie ist getrieben von einem Cold Case und der Aufarbeitung ihrer sehr verwahrlosten Beziehung zu ihrer Mutter. Eine Frau, die durch eine Retraumatisierung geht und sich dann selbst am eigenen Schopf herauszieht. Das hat mir gut gefallen. Und warum nicht mal eine ernste Ermittlerin spielen, dachte ich mir.

Frau Belitski, Ihre Figur, Julia Jungklausen, stößt als sehr forsche und extrem ehrgeizige Ermittlerin zum Team. Wie haben Sie sich Zugang zu der Figur verschafft?

Natalia Belitski: Das geht im besten Fall schon beim ersten Lesen der Drehbücher los. Ich spüre wie sich die Figur von innen anfühlt, wie sie die Welt aus Ihrer Sicht wahrnimmt. Dann kommen die äußeren Faktoren hinzu. Ich stelle mir vor, wie sie klingt, wie sie sich bewegt. Später kommen theoretische Überlegungen, warum wird jemand so wie er ist, wo kommt so ein Mensch her, was hat sie erlebt. Das Wichtigste jedoch bleibt immer der erste Moment, das Erspüren.

Herr Schubert, Ihre Figur Staatsanwalt Hans Gaup steckt in der Klemme. Seine junge Lebenspartnerin wird ausgerechnet seiner Ex-Frau als neue Kollegin zugeteilt. Ist für Sie Hans Gaup ein typischer Mann in der Midlife-Crisis?

Götz Schubert: Dass beide Frauen möglicherweise beruflich miteinander zu tun bekommen, daran hat auch Hans Gaup sicherlich schon mal gedacht, aber die Beziehung mit seiner Ex ist nicht wegen einer Affäre oder einer Midlife-Crisis auseinander gegangen. Das Paar hat sich einvernehmlich getrennt. Hier wurde nicht betrogen oder hintergangen. Und die neue Beziehung besteht nicht wegen Eitelkeiten oder Selbstbestätigung des Mannes. Es sind zwei selbstbestimmte Menschen, die zusammen sind, weil sie sich verliebt haben. Die Lage ist also ernster, als es auf den ersten Blick scheint, und das Beziehungsgeflecht komplexer, aufregender und näher dran am Leben.

Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an diesem Format?

Caroline Peters: Es ist eine Krimireihe, die sehr viel mit Emotionen zu tun hat. Weniger mit Kriminalität, Gewalt und Sensationen. Die Gefühle und die psychologische Spannung stehen im Vordergrund. Was die Gesichter und Handlungen der Menschen uns erzählen können, wenn wir sie nur genau genug beobachten. Es ist weniger handlungsgetrieben als charaktergesteuert.

Auch hinter der Kamera war eine starke Frau an Bord, Regie führte Vanessa Jopp. Kannten Sie sich bereits und wie war die Zusammenarbeit?

Caroline Peters: Ich kannte Vanessa Jopp nicht aus der Zusammenarbeit, aber ich habe ihre Arbeit seit ihrem ersten Film "Vergiss Amerika" verfolgt. Mir hatte ihr Erstling damals sehr gut gefallen und ich habe immer gehofft, dass es irgendwann zu einer Zusammenarbeit kommt. Jetzt war ich sehr glücklich mit dem gemeinsamen Set-Leben und ihrer Art, Geschichten zu erzählen. Nun wünsche ich mir noch, irgendwann in einer Komödie von ihr dabei zu sein, das kann sie nämlich auch sehr gut.

Natalia Belitski: Nein, ich kannte Vanessa vor dieser Arbeit nicht. Bei einem der ersten Treffen bei ihr zu Hause kam laute Musik durch die geschlossene Tür, sie machte mir tanzend auf und sagte, sie müsse sich erst mal erden. Da musste ich wirklich sehr schmunzeln und dachte, hoffentlich fängt nicht jeder Drehtag so an. Es blieb nur bei diesem einen Tanz, den ich der sehr sympathischen, warmen Seite von Vanessa zugeordnet hatte. Die Arbeit am Set war sehr konzentriert, nah an uns als Schauspielerinnen und ein großes Miteinander, immer auf Augenhöhe mit allen Beteiligten im Team, das war sehr angenehm.

Julia Jungklausen und Irene Gaup sind starke Frauenfiguren mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Lebensentwürfen. Abgesehen von der spannenden Krimihandlung, um welche größeren Themen bewegt sich die Krimireihe „Kolleginnen“?

Natalia Belitski: Wie Sie schon sagen, um zwei unterschiedliche Persönlichkeiten und Lebensentwürfe, die aufeinanderprallen und miteinander umgehen müssen. Hinzu kommt eine interessante private Dreieckskonstellation, die sich die beiden nicht ausgesucht haben und die eine Menge Konfliktpotential hätte.

Frau Belitski, dies ist nicht Ihre erste Rolle als Ermittlerin. Was hat Sie speziell an dem Projekt gereizt?

Natalia Belitski: Ich glaube, es ist meine zweite Ermittlerrolle und als Kommissarin tatsächlich die erste. Ich fand sowohl die Figur der Julia, mit ihren unangepassten Ecken und Kanten, als auch die Konstellation von zwei Frauen als Ermittlerteam sehr reizvoll. Außerdem sind die verschiedenen Fälle meiner Meinung nach sehr außergewöhnlich und dramaturgisch spannend aufgebaut.

Götz Schubert, Sie und Ihre Schauspielkolleginnen befinden sich einem spannenden Dreiecksverhältnis. Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Caroline Peters und Natalia Belitski beschreiben?

Götz Schubert: Wir kannten uns alle vier nicht wirklich und tun das jetzt auch noch nicht voll und ganz, aber das Interesse aneinander ist geweckt. Da sind große Schnittmengen und offene Fragen und ich hoffe, das bleibt so. Wir haben uns auf eine Reise begeben, die keine schnellen Antworten liefern wird. Behutsam erfahren wir etwas mehr voneinander, die Figuren und die Menschen, und mal schauen, wo uns das noch hinführt. Die Vorbereitung und die Arbeit an diesem Film war auf alle Fälle schon mal eine schöne erste Begegnung und die Kamera war dabei.

Ohne zu viel zu verraten, was erwartet den Zuschauer in der nächsten Folge?

Natalia Belitski: Etliche interessante Charaktere, denen man folgen möchte. Ein sehr spannender, ungewöhnlicher Kriminalfall. Eine düstere Atmosphäre und trotzdem der ein oder andere Moment, in dem man hoffentlich auch mal kurz auflachen muss.

Caroline Peters: Es geht in die Tiefen der russischen Berliner Unterwelt und ein bisschen findet man auch "Ein Fenster zum Hof" von Hitchcock wieder. Der Fall ist im zweiten Teil sehr stark, die Ermittlerinnen treten etwas in den Hintergrund für diese Folge und lassen den komplizierten Fall um eine Tat ohne Leiche sich entfalten.

Götz Schubert: Das Dreieck gerät ins Trudeln und der Kriminalfall geht an die Nieren. 

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