Copyright: ZDF / F_Oliver Feist_David Bank_M_Marcel Weisheit
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Letzte Spur Berlin – 10. Staffel

Zwölf neuen Folgen der Krimiserie

Die zehnte Staffel beginnt mit einem Paukenschlag: Oliver Radek (Hans-Werner Meyer), Leiter der Vermisstenstelle, wird angeschossen und ringt im Krankenhaus um sein Leben. Für sein Team, Mina Amiri (Jasmin Tabatabai), Lucy Elbe (Josephin Busch) und Alexander von Tal (Aleksandar Radenković), muss die Arbeit dennoch weitergehen, und Mina übernimmt vorübergehend die Leitung. Denn auch in der neuen Staffel müssen sie spannende und komplizierte Fälle rund um die Suche nach verschwundenen Personen lösen.

  • ZDF, Ab 12. März 2021, freitags, 21.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab 5. März 2021, 10.00 Uhr

Texte

Eine Erfolgsgeschichte
Von Johannes Frick-Königsmann, HR Fernsehfilm/Serie II

Mit der zehnten Staffel "Letzte Spur Berlin" kann die Krimiserie aus der Weltstadt ein bemerkenswertes Jubiläum feiern. Zu den über 100 Folgen kommen dieses Jahr zwölf weitere Episoden des "Hoffnungskrimis", wie ihn Serienerfinder Orkun Ertener nennt, hinzu. Von Anfang an dabei und nicht wegzudenken: Hans-Werner Meyer und Jasmin Tabatabai als prägende Ermittler, die mit ihrem ganz eigenen Stil und immer der Hoffnung nachspürend spurlos verschwundene Menschen zu finden und zu retten versuchen.Pressemappe

Stab und Besetzung

Letzte Spur Berlin
10. Staffel der Krimiserie mit 12 neuen Folgen

ZDF: Ab Freitag, 12. März 2021, 21.15 Uhr
ZDFmediathek: Ab 5. März 2021, 10.00 Uhr

Stab

Idee und Konzept_____Orkun Ertener
Buch_____Jens-Frederik Otto, Kai Gero Lenke, Tomasz E. Rudzik, Sandra Lüpkes, Jürgen Kehrer, Daniel Douglas Wissmann, Etienne Heimann, Robert Hummel, Jan Ricken, Roderick Warich, Katja Zimmermann, Oliver Pankutz, Silke Schwella
Headautoren_____Jan Ricken, Roderick Warich
Regie_____Florian Kern, Uwe Janson, Peter Ladkani, Martina Plura
Kamera_____Heinz Wehsling, Birgit Dierken, Namche Okon, Monika Plura
Musik_____Dirk Leupolz
Ton_____Thomas Landgraeber, Turgay Uygur
Szenenbild_____Ralf Küfner
Kostüm_____Beate Scheel
Maske_____Gerda Ziegler
Schnitt_____Trevor Holland, Ingo Ehrlich, Thomas Zachmeier, Wiebke Henrich
Casting_____Dorothee Weyers
Produktion_____Odeon Fiction, Berlin
Produzent_____Marcus Mende
Producer_____Dr. Lutz Groth, Annett Walter
Herstellungsleitung_____Thomas Höbbel
Produktionsleitung_____Catharina Bürger
Redaktion_____Dominik Kempf, Johannes Frick-Königsmann
Länge_____12 x 45 Minuten

Die durchgehenden Rollen und ihre Darsteller*innen

Kriminalhauptkommissar
Oliver Radek_____Hans-Werner Meyer
Kriminalhauptkommissarin
Mina Amiri_____Jasmin Tabatabai
Kriminalkommissarin
Lucy Elbe_____Josephin Busch
Kriminaloberkommissar     
Alexander von Tal_____Aleksandar Radenković

Als Gast:

Nele Mueller-Stöfen

Episodendarsteller*innen der 10. Staffel:

Bea Brocks, Heikko Deutschmann, Jakob Diehl, Hendrik Duryn, Farina Flebbe, Thekla Hartmann, Alexander Held, Peter Jordan, Patrick Kalupa, Stephan Kampwirth, Petra Kleinert, Ulrike Krumbiegel, Matthias Matschke, Nele Mueller-Stöfen, Sonsee Neu, Valerie Niehaus, Mina-Giselle Rüffer, Kai Scheve, Rike Schmid, Laura Tonke, Steve Windolf und viele andere         

Inhalt

In der zehnten Staffel löst das Team der Berliner Vermisstenstelle wieder spannende und komplizierte Fälle bei der Suche nach verschwundenen Personen. Dafür tauchen die Ermittler tief in die Leben der Vermissten und von deren Angehörigen ein.

Die neue Staffel beginnt mit einem Paukenschlag: Nachdem der Leiter der Vermisstenstelle beim LKA Berlin, Oliver Radek, erfährt, dass sich sein Bruder Jürgen im Gefängnis das Leben genommen hat, wird er selbst angeschossen. Im Krankenhaus ringt er um sein Leben. Für sein Team, Mina Amiri, Lucy Elbe und Alexander von Tal, muss die Arbeit dennoch weitergehen. Mina übernimmt vorübergehend die Leitung der Vermisstenstelle.

Auch als Radek wieder zurück ist auf seinem Posten, bleibt es unruhig in der Abteilung. Alexanders neue Freundin sorgt dafür, dass er und Mina den Stand ihrer Beziehung klären und sich der Frage stellen müssen, ob ihre kurze Affäre jetzt doch Konsequenzen für ihre Arbeit in der Vermisstenstelle haben wird. Lucy hingegen hat erneut Ärger mit ihrer Mutter Renate, die ihre 16-jährige Enkelin Robin bei sich aufgenommen hat: Gemeinsam betreiben die beiden ein einträgliches, aber nicht legales Geschäft. Lucy will verhindern, dass ihre Nichte vollends ins kriminelle Milieu abrutscht.

Die einzelnen Folgen

Freitag, 12. März 2021, 21.15 Uhr
Tag X – Teil 1
Buch: Jens-Frederik Otto
Regie: Florian Kern
Mit: Steve Windolf, Alexander Held, Bea Brocks, Stephan Kampwirth u.a.

Während Radek (Hans-Werner Meyer) vom Selbstmord seines Bruders Jürgen (Stephan Kampwirth) erfährt, verschwindet Mirko Drews (Steve Windolf), Elitesoldat der Bundeswehr und Schwiegersohn in spe von General Opitz (Alexander Held), kurz nach seiner Rückkehr aus Afghanistan spurlos. Verschiedene Indizien deuten darauf hin, dass er von den Taliban umgedreht wurde und jetzt einen Terroranschlag plant. Radek (Hans-Werner Meyer) kommt dem Soldaten schließlich auf die Spur – dann fällt ein Schuss und Radek wird lebensgefährlich verletzt.

Freitag, 19. März 2021, 21.15 Uhr
Tag X – Teil 2
Buch: Jens-Frederik Otto
Regie: Florian Kern
Mit: Steve Windolf, Alexander Held, Bea Brocks, Stephan Kampwirth u.a.

Während Radek (Hans-Werner Meyer) nach seiner schweren Schussverletzung im Koma liegt und um sein Leben ringt, mehren sich die Anzeichen dafür, dass der verschwundene Bundeswehrsoldat Mirko Drews (Steve Windolf) nicht Täter, sondern Opfer ist. Mina (Jasmin Tabatabai), Lucy (Josephin Busch) und Alex (Aleksandar Radenković) kommen einer Gruppe von Verschwörern auf die Spur, die mit einem Attentat die innere Ordnung Deutschlands destabilisieren wollen. Sie wollen Mirko als Sündenbock benutzen, der dabei ums Leben kommen würde.

Freitag, 26. März 2021, 21.15 Uhr
Rückkehr
Buch: Kai Gero Lenke
Regie: Florian Kern
Mit: Rike Schmid, Kathleen Morgeneyer, Jürg Plüss, Julius Gause, Maximilian Dirr u.a.

Thea Wedekind (Rike Schmid) arbeitet als Chefcroupier und verschwindet während ihrer Schicht in der Spielbank. Ihr Partner Holger (Jürg Plüss) hat dafür keine Erklärung. Als Radek (Hans-Werner Meyer) und sein Team herausfinden, dass Thea Jetons unterschlagen und Holger ihnen nicht die Wahrheit gesagt hat, wird klar, in welchem Dilemma die junge Frau steckt. Sie hat sich dadurch in Lebensgefahr gebracht. 

Freitag, 9. April 2021, 21.15 Uhr
Am seidenen Faden
Buch: Jan Ricken, Roderick Warich
Regie: Uwe Janson
Mit: Thekla Hartmann, Jakob Diehl, Emilia von Heiseler, Paul Boche, Nele Mueller-Stöfen u.a.

Eigentlich wollte das Model Marie Benting (Thekla Hartmann) vor ihrem großen Auftritt nur kurz eine Zigarette rauchen. Doch dann sie taucht zu der für sie und den Modedesigner Michael Pohl (Jakob Diehl) existenziell wichtigen Show nicht auf. Der Verdacht richtet sich zunächst gegen einen Unbekannten, der Mina (Jasmin Tabatabai) und Alex (Aleksandar Radenković) in Maries Wohnung entkommt. Dann gerät zudem Pohl ins Visier, der Maries Vertrauen gnadenlos ausgenutzt hat.

Freitag, 16. April 2021, 21.15 Uhr
Verbaut
Buch: Tomasz E. Rudzik
Regie: Uwe Janson
Mit: Kai Scheve, Christian Beermann, Marie Hacke, Amel Taci, Nele Mueller-Stöfen u.a.

Kurz nach einer Zollkontrolle auf seiner Baustelle verschwindet der Bauunternehmer Jens Bonitz (Kai Scheve). Die Ermittler fragen sich, ob sein Bruder und Bauleiter Peter Bonitz (Christian Beermann) hinter seinem Rücken Schwarzarbeiter beschäftigt hat. Oder steckt Jens selbst dahinter und ist nicht der Saubermann, als den ihn seine Tochter Emma (Marie Hacke) darstellt? Währenddessen stellt sich Alex' (Aleksandar Radenković) Beziehung zu seiner neuen Freundin Anne (Nele Mueller-Stöfen) als komplizierter als gedacht heraus.

Freitag, 23. April 2021, 21.15 Uhr
Heckenkrieg
Buch: Jürgen Kehrer, Sandra Lüpkes
Regie: Uwe Janson
Mit: Petra Kleinert, Heikko Deutschmann, Martina Schöne-Radunski, Svenja Beneke, Michael Kind, Nele Mueller-Stöfen u.a.

Auf dem Sommerfest des Kleingartenvereins "Harmonia" kommt es zum Schlagabtausch zwischen der Vorsitzenden Ulla Koske (Petra Kleinert) und dem großkotzigen Manfred Neumaier (Heikko Deutschmann). Kurz danach fehlt von Neumaier jede Spur. Seine Frau (Svenja Beneke) ist fest davon überzeugt, dass die anderen Kleingärtner ihren Mann loswerden wollen.

Freitag, 30. April 2021, 21.15 Uhr
Kleine Blume
Buch: Daniel D. Wissmann
Regie: Peter Ladkani
Mit: Farina Flebbe, Samuel Girardi, Julie Burkardt, Marco Hofschneider, Nele Mueller-Stöfen u.a.

Ein anonymer Anrufer meldet, dass das Camgirl "Kleine Blume" (Farina Flebbe) mitten in einer "Private Session" verschwunden ist. Die Ermittler finden schnell heraus, dass der Anrufer Adrian Kröger (Samuel Girardi) heißt und dass seine Aussage stimmt. Dann wird eine Leiche gefunden – doch es ist nicht das Camgirl.  

Freitag, 7. Mai 2021, 21.15 Uhr
Nähe
Buch: Etienne Heimann
Regie: Peter Ladkani
Mit: Laura Tonke, Hendrik Duryn, Frederic Balonier, Bianca Nawrath, Nele Mueller-Stöfen u.a.

Nachdem Patrick Seegant (Frederic Balonier) sich mit einem Vorwand seiner Freundin Emily (Bianca Nawrath) entzogen hat, macht sie sich auf die Suche nach ihm, findet aber nur seinen Rucksack. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit einem Streit, in dessen Verlauf Patricks Stiefvater Wolfgang (Hendrik Duryn) ihn aus der elterlichen Wohnung geworfen hatte. Sie stoßen dann aber auf ein dunkles Familiengeheimnis, dessen Enthüllung für Patrick tödlich zu werden droht.

Freitag, 14. Mai 2021, 21.15 Uhr
Weißer Wahn
Buch: Robert Hummel
Regie: Peter Ladkani
Mit: Philip Birnstiel, Kristin Alia Hunold, Joachim Foerster, Leonard Kunz, Valerie Niehaus u.a.

Felix Hermsdorf (Philip Birnstiel), Gründer eines Start-ups und ein echter Überflieger, wird nach einem Streit mit einem Unbekannten von seiner Mutter (Valerie Niehaus) als vermisst gemeldet. Erste Ermittlungen legen den Verdacht nahe, dass er Opfer seines Kokainkonsums geworden ist. Als Radek (Hans-Werner Meyer) und sein Team allerdings herausfinden, was eigentlich hinter dem Start-up steckt, geraten auch Felix' Geschäftspartner und seine Freunde Zoe (Kristin Alia Hunold), Sergej (Leonard Kunz) und Yunus (Joachim Foerster) ins Visier – ein persönliches Motiv hat jedenfalls jeder von ihnen.

Freitag, 21. Mai 2021, 21.15 Uhr
Stille Wasser (Arbeitstitel)
Buch: Jan Ricken, Roderick Warich
Regie: Martina Plura
Mit: Matthias Matschke, Peter Jordan, Sonsee Neu, Ulrike Krumbiegel, Mina-Giselle Rüffer u.a.

Obwohl der frühere Psychotherapeut und Gerichtsgutachter Thomas Kampe (Peter Jordan) nach einer existenziellen Krise eigentlich auf einem guten Weg war, befürchten sein Freund Ralf Beiersdorfer (Matthias Matschke) und seine Noch-Ehefrau Sofia (Sonsee Neu) das Schlimmste: Denn Kampe ist verschwunden, und mit ihm eine alte Pistole. Will er seine Schuldgefühle wegen der zu positiven Begutachtung eines Sexualstraftäters dadurch verarbeiten, dass er das Recht in die eigenen Hände nimmt? Währenddessen wird Lucy (Josephin Busch) alarmiert: Ihre Nichte Robin (Mina-Giselle Rüffer), die bei Lucys Mutter Renate (Ulrike Krumbiegel) lebt, wurde mit Drogen erwischt.

Freitag, 28. Mai 2021, 21.15 Uhr
Klimakid (Arbeitstitel)
Buch: Oliver Pankutz, Katja Zimmermann
Regie: Martina Plura
Mit: Louie Betton, Sascha Nathan, Regine Zimmermann, Ulrike Krumbiegel, Mina-Giselle Rüffer u.a.

Ausgerechnet an dem Tag, an dem der 17-jährige Klimaschützer Finn Berger (Louie Betton) eine Rede vor dem Bundestag halten soll, verschwindet er auf dem Weg zu seinem Onkel Mathias (Sascha Nathan), einem Bundestagsmitglied. Ein erster Verdacht richtet sich gegen den Besitzer eines Autohauses, den Finn mehrfach attackiert hatte. Bei den weiteren Ermittlungen zeichnet sich aber immer deutlicher ab, dass der unter der Angst vor dem Klimawandel leidende junge Mann zwischen Radikalisierung und Anpassung schwankt und eine Verzweiflungstat plant.

Freitag, 4. Juni 2021, 21.15 Uhr
Sorgenkind (Arbeitstitel)
Buch: Silke Schwella
Regie: Martina Plura
Mit: Katrin Röver, Patrick Kalupa, Benedikt Jenke, Hildegard Schroedter, Ulrike Krumbiegel, Mina-Giselle Rüffer u.a.

Janina Winter (Katrin Röver) hatte das Krankenhaus nur kurz verlassen, doch als sie zurückkommt, ist das Bett ihres 12-jährigen Sohnes Luis (Benedikt Jenke) leer. Ein erster Verdacht richtet sich gegen Melanie (Hildegard Schroedter), seine Krankenschwester. Den Ermittlern entgehen aber auch die Spannungen zwischen Janina und ihrem Ex-Mann Richard (Patrick Kalupa) nicht, Luis' Vater. Bis herauskommt, dass der Junge telefonisch Kontakt zu einem älteren Mann hatte.

"Im Wettlauf gegen die Zeit"
Statement von Produzent Marcus Mende

Ein Mensch verschwindet, scheinbar ohne Vorwarnung und ohne ersichtlichen Grund. Umgehend setzt sich unser vierköpfiges Ermittler-Team in Bewegung und versucht, diesen Menschen aufzuspüren – im Wettlauf gegen die Zeit. Auf den ersten Blick löst das Team von "Letzte Spur Berlin" dabei einen Kriminalfall, auf den zweiten Blick dechiffrieren die Ermittler gleichwohl den Charakter des Verschwundenen. Wir erfahren, welche komplexe Persönlichkeit hinter einem abstrakten Aktenzeichen steht. Nach und nach zeichnet sich ab, wer dieser vermisste Mensch ist, in welchem Beziehungsgefüge er lebt und worin die Verbindung zu dem anderen Menschen besteht, der letztlich für dessen Verschwinden verantwortlich ist. Gelingt es dem Ermittler-Team, dieses Missing Link, die Verbindung zwischen Opfer und Täter aufzuspüren, kommt der Fall zu einem guten Ausgang. Der Verlust eines Menschen ist abgewendet, er kehrt zurück in sein Leben. In dieser Hoffnung, die jeder einzelnen Folge innewohnt, liegt für mich eine der großen erzählerischen Stärken von "Letzte Spur Berlin".

Eine weitere Stärke zieht diese Serie aus ihrem Handlungsort. Berlin, dieses stadtgewordene Sozialexperiment, in dem unzählige Milieus, Szenen und Kulturen mal aufeinanderprallen, mal nebeneinanderher leben oder auch zu etwas gänzlich Neuem verschmelzen. Wo sonst finden sich so viele gesellschaftlich relevante Themen aus dem Jetzt, sei es die Ausbeutung von Arbeitsmigranten auf Großbaustellen, die Radikalisierung rechter Gruppierungen, Abtreibungstourismus aus dem benachbarten Polen, Koks-Taxis im Nightlife, um nur einige der aktuellen Stoffe zu nennen. Die Nähe zu den Figuren, das Verständnis für deren Handeln und nicht zuletzt die komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen der vier Ermittler untereinander machen "Letzte Spur Berlin" zu einer Serie, die genau wie ihr Schauplatz sich stetig wandelt und in den Bann zu ziehen vermag.

Über den Hoffnungskrimi
Statement von Autor und Serienerfinder Orkun Ertener

Ein Krimi, haben wir gelernt und geübt, beginnt mit einem Mord, einem Schwerverbrechen. Die Welt liegt in Scherben, die nicht mehr gekittet werden können. Was wir am Ende allenfalls bekommen, ist die Lösung eines Rätsels, Gerechtigkeit, vielleicht Sühne. Der Verlust jedoch bleibt unwiederbringlich. Als Autor war meine Leitfrage, die zur Entwicklung von "Letzte Spur Berlin" führte: Was, wenn es um mehr als ein spannendes Rätsel ginge, um viel mehr? Um die potenzielle Rückkehr einer vermissten Person. Um die Möglichkeit einer Heilung. Das Prinzip der Aufklärung bliebe bestehen, würde aber durch das Prinzip Hoffnung ergänzt, um eine emotionale Dimension, die unser Mitgefühl vergrößert und unser Herz noch stärker zum Schlagen bringt.

Niemand konnte ahnen, dass das zehnjährige Jubiläum dieses Hoffnungskrimis in eine Zeit fällt, in der wir alle besonders viel Zuversicht in der Ungewissheit brauchen. "Wenn Sie mich fragen, ob ich Hoffnung verbreiten möchte", hat der Schriftsteller Julian Barnes einmal gesagt, "so ist die Antwort: mit äußerster Vorsicht." Was "Letzte Spur Berlin" betrifft, möchte ich ergänzen: und mit größter Spannung und größtem Vergnügen.

Fragen an die Schauspieler
Jasmin Tabatabai,Hans-Werner Meyer, Josephin Busch und Aleksandar Radenković

Jasmin Tabatabai und Hans-Werner Meyer, Sie sind von Anfang an dabei und haben die Entwicklung Ihrer Charaktere über die vergangenen zehn Staffeln durch Höhen und Tiefen und viele spannende Fälle hinweg begleitet. Was bedeutet dieses Jubiläum für Sie?

Hans-Werner Meyer (Oliver Radek): Wir haben es geschafft! Als wir mit der Serie anfingen, hat unser damaliger Produzent Ronald Gräbe prophezeit, dass es gut zehn Jahre laufen könne. Deshalb widme ich dieses Jubiläum ihm und allen, die das Baby aus der Taufe gehoben und es das Gehen gelehrt haben. So eine Serie ist ein eigener Kosmos, der wächst und sich entwickelt. Teil davon zu sein und es mit zu prägen, ist ein einmaliges Erlebnis.

Jasmin Tabatabai (Mina Amiri): "Letzte Spur Berlin" begann als Experiment ­– nämlich als Krimi ohne Morde – und es war anfangs überhaupt nicht klar, ob dieses neue Format von den Zuschauer*innen akzeptiert wird. Umso schöner ist es, dass wir es geschafft haben, ein fest etablierter Bestandteil des Freitagabends im ZDF und somit des Feierabends vieler Menschen zu werden. Keine Selbstverständlichkeit und großer Grund zur Freude. Unter anderen Umständen würden wir jetzt eine fette Party feiern.

"Letzte Spur Berlin" ist bei den Zuschauern sehr beliebt. Was macht die Serie für Sie aus?

Hans-Werner Meyer: Spannende Vermisstenfälle werden in großer Verdichtung erzählt und rückwärts aufgefädelt. Sie werden gewissermaßen skizziert und nicht groß und episch auserzählt. Dabei werden die Zuschauer von vier Ermittlern an die Hand genommen, die sie im Laufe der Jahre immer besser kennenlernen, weil den skizzenhaften Fällen die horizontal erzählten Lebenswelten der Protagonisten gegenüberstehen.

Jasmin Tabatabai: Wir sind vielleicht eher eine Dramaserie als ein Krimi – bei aller Spannung. Aber das menschliche Schicksal der Verschwundenen steht bei uns im Mittelpunkt. Außerdem spielt natürlich Berlin eine Hauptrolle bei uns. Diese Stadt hat so viele Gesichter – manchmal denke ich, wir werden es nie schaffen alle Facetten zu zeigen, auch weil Berlin sich so rasend schnell wandelt. 

Aleksandar Radenković (Alexander von Tal): Spannung, Relevanz und ein Happy End. Unsere Serie kommt in 99 Prozent der Fälle ohne Mord und Totschlag aus und ist dabei trotzdem mitreißend. Die Suche nach einem geliebten Menschen ist meiner Meinung nach noch dramatischer als die Suche nach einem Mörder. Umso schöner dann das Happy End. Zudem behandelt jede Folge ein anderes gesellschaftsrelevantes Thema. So ist die "Letzte Spur Berlin" letzten Endes nicht nur gute Unterhaltung, sondern bietet auch die Möglichkeit, andere Umstände und Lebensweisen unseres Zusammenlebens kennenzulernen. 

Josephin Busch (Lucy Elbe): Ich finde "Letzte Spur Berlin" besonders, weil wir Menschen suchen, die noch am Leben sind, die man also im besten Falle rechtzeitig finden kann, bevor ihnen etwas zustößt. Das finde ich sehr spannend und hoffnungsvoll. Zudem gefällt mir das Stilmittel der Flashbacks. Und wir haben immer eine grandiose Besetzung vor und hinter der Kamera, dadurch hat die Serie eine sehr hohe Qualität auf allen Seiten, das gefällt mir!

Oliver Radek und Mina Amiri sind von Beginn an, Lucy Elbe seit der fünften und Alexander von Tal seit der siebten Staffel im Hauptermittler-Team von "Letzte Spur Berlin". Beschreiben Sie kurz Ihre Rolle und was das Team als Ganzes auszeichnet.

Hans-Werner Meyer: Radek ist ein Chef, der von der Effizienz flacher Hierarchien überzeugt ist. Ebenso überzeugt ist er von der Heiligkeit des Lebens. Jedes verlorene Leben ist eines zu viel. Diese Überzeugung und seine Vorliebe für maßgeschneiderte Anzüge lassen ihn möglicherweise aus der Zeit gefallen erscheinen, aber wenn wir ehrlich sind, sehnen wir uns nach solchen Führungsfiguren, die so etwas wie einen moralischen Kompass besitzen. Nichtsdestotrotz hat er seine Dämonen und Schattenseiten. Obwohl er von der Notwendigkeit verbindlicher Regeln überzeugt ist, ist er auch bereit, sie zu brechen, wenn es sein muss, und die Konsequenzen zu tragen. Oder es passiert ihm einfach, weil er auch nur ein Mensch ist. Die Kollegen im Ermittlerteam wiederum überzeugen mich durch ihre Ernsthaftigkeit, ihre Menschlichkeit und immer wieder auch durch ihren Humor. Ich jedenfalls mag sie und fühle mich ihnen verbunden wie einer Familie.

Jasmin Tabatabai: Mina ist eine starke, kluge und empathische Frau, die um ihren Wert weiß. Sie ist loyal und es ist ihr wichtig, dass man ihr gegenüber auch loyal ist. 

Aleksandar Radenković: Alex, der eigentlich zur Mordkommission wollte, sehr emotional ist, das Herz dabei am rechten Fleck hat und öfter einmal mit dem Kopf durch die Wand will, ist sehr froh ein Mitglied der Vermisstenstelle zu sein. Der andere Aleks auch. Und ohne jetzt in unendliche Lobhudeleien zu verfallen: Wir sind nicht nur vor der Kamera ein gutes Team, sondern auch hinter der Kamera, wenn die "letzte Klappe" fällt, sehr gute Freunde. 

Josephin Busch: Lucy Elbe kommt "von der Straße", aus sehr einfachen Verhältnissen, aus Neukölln. Sie musste hart kämpfen, um da zu landen, wo sie jetzt ist, hat jedoch nie die Augenhöhe zu anderen Menschen verloren, die dies nicht geschafft haben. Lucy ist über die Jahre immer professioneller und erwachsener geworden, aber sie konnte stets ihre direkte Art und Herzlichkeit erhalten. Sie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie ihr Herz auf der Zunge trägt, emotional an die Geschichten angebunden ist, aber auch immer eine gewisse Leichtigkeit verbreitet. Und Lucy ist die Einzige im Team, die so richtig schön berlinert.
Das Team zeichnet sich dadurch aus, dass jeder seine speziellen Kompetenzen und Fehler hat, wir uns aber alle sehr gerne haben und auch dadurch am Ende immer sehr gut zusammenarbeiten.

An welchen Fall und welche Momente aus den vergangenen Jahren bei "Letzte Spur Berlin" erinnern Sie sich besonders gerne?

Hans-Werner Meyer: Da gibt es viele. Angefangen mit der Folge "Terrorist" aus der ersten Staffel, in der Radeks Konflikt mit seinem Vater erzählt wird, der jetzt wieder aufgegriffen wird. Einige der Zweiteiler habe ich sehr gemocht, die Folge "Sommersonnenwende" über ein von einem Rechtspopulisten dominiertes Dorf in Brandenburg. Die Folge "Kokon" aus einer der ersten Staffeln gehört immer noch zu den besten, die wir je gemacht haben. Aber besonders freue ich mich auf die ersten Folgen der Jubiläumsstaffel, weil dort ein neues Erzählmittel angewendet wird.

Jasmin Tabatabai: "Sommersonnenwende" war ein wirklich bemerkenswerter Fall. Schön war, dass wir im schönsten Sommerwetter lange vor den Toren Berlins in der Natur gedreht haben und nicht, wie sonst üblich, im stickigen Präsidium. Außerdem mag ich es persönlich immer gerne, wenn unsere Kommissare persönlich von den Fällen tangiert werden und wenn bei ihnen privat viel passiert. Ist einfach spannender, als immer nur brav zu ermitteln. 

Aleksandar Radenković: Definitiv an Alexander von Tals unverarbeitete Familientragödie durch den Tod seiner Schwester. Die Schuldfrage, mit der sich Alex seit seiner Kindheit herumquält, die Manipulation durch seinen Psychologen, die schlechte Beziehung zu seiner Mutter – all das hat viel Spaß gemacht zu spielen, da es sich über mehrere Staffeln erstreckte und immer wieder Alex' berufliches sowie privates Handeln beeinflusste. Solch ein horizontales Erzählen über mehrere Staffeln ist in deutschen Fernsehproduktionen eher selten und umso spannender für einen Schauspieler. Und dann natürlich noch #alexina – die Beziehung zwischen Alex und Mina, die noch nicht zu Ende erzählt ist.

Josephin Busch: Ich denke sehr gerne an die fünfte Staffel zurück, die meine erste Staffel war, denn da kam Lucy Elbe ganz frisch von der Polizeischule und war noch der totale Rookie. Das hat viel Spaß gemacht. Ich denke auch gerne an die ersten Folgen der siebte Staffel zurück, als Marc Lohmann ausgestiegen ist und Alexander von Tal dazu kam, das waren auch emotionale Folgen für meine Figur, denn Lucy und Alex mochten sich am Anfang ganz und gar nicht. Sowas fetzt immer, wenn man im Team emotionale Dinge zu spielen hat.

Ihr Rollen erfordern immer wieder auch körperlichen Einsatz: Wie halten Sie sich privat fit?

Hans-Werner Meyer: Ich laufe und mache regelmäßig Yoga. Aber wirklich fit hält mich der tägliche "Nahkampf" in der Familie.

Jasmin Tabatabai: Ich liebe Yoga und gehe einigermaßen regelmäßig laufen. Und während der Dreharbeiten versuche ich auf Alkohol zu verzichten. 

Aleksandar Radenković: Ich bin ein begeisterter Triathlet: schwimmen, laufen, Fahrrad fahren, bis man nicht mehr kann und noch weiter. Im Juni 2020, nach einjähriger Vorbereitung hätte ich am Ironman in Frankfurt teilnehmen sollen. Leider wurde das Rennen wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Verschoben ist aber nicht aufgehoben. Aufstehen, weiterlaufen und nur über den nächsten Schritt nachdenken. 

Josephin Busch: Durch die Dreharbeiten und dann mache ich ab und zu etwas Pilates. Außerdem spiele ich ja, wenn nicht grade Corona ist, auch in Musicals und Theaterstücken. Zuletzt durfte ich die Sally Bowles in "Cabaret" in Hamburg spielen, da musste ich sehr viel tanzen und das hält mich zusätzlich fit.

Ohne zu viel zu verraten: Auf welche Highlights und Entwicklungen in Staffel 10 dürfen sich die Zuschauer schon jetzt freuen?

Hans-Werner Meyer: Schatten aus der Vergangenheit, familiäre und amouröse Verwicklungen, Nahtoderfahrungen, Drogenexzesse und handfeste Konflikte innerhalb des Ermittlerteams.

Jasmin Tabatabai: Mina muss sich einigen emotionalen Herausforderungen stellen in dieser Staffel. Es gibt Konflikte. Aber mehr würde tatsächlich zu viel verraten.

Aleksandar Radenković: Es wird definitiv sehr emotional, eine Achterbahn der Gefühle, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Und wer jetzt denkt, ich spreche nur von unseren Vermisstenfällen, der irrt. Es wird ein sehr herausforderndes Jahr für unser Team. Auch untereinander! Mehr darf ich an dieser Stelle aber wirklich nicht spoilern.

Josephin Busch: Es passiert viel innerhalb des Teams, was für große Konflikte sorgt, Lucy ist davon am wenigsten betroffen, wird allerdings am Ende der Staffel mal wieder von ihren Wurzeln eingeholt.

Und abschließend noch ein Blick in die ferne Zukunft, wenn Sie sich etwas wünschen dürften: Wo stehen ihre Rollenfiguren beruflich und privat im Jahr 2030?

Hans-Werner Meyer: Mina Amiri ist Chefin, Oliver Radek füttert Tauben als Pensionär, Lucy Elbe hat doch noch ein Kind bekommen und Alexander von Tal die Seiten gewechselt und ist Teil der schwedischen Mafia geworden. Nein, im Ernst, eine Zukunft, die ich jetzt schon voraussehen könnte, möchte ich mit Radek nicht erleben.

Jasmin Tabatabai: Mina hat sich nicht wirklich zur Ruhe gesetzt und betreibt eine erfolgreiche Privatdetektei im Herzen von Berlin.

Aleksandar Radenković: Das Jahr 2020 hat mich gelehrt, dass Zukunftspläne ganz schnell unbedeutend werden. Unser aller Leben hat sich von einem auf den anderen Moment grundlegend verändert. Das macht mich demütig. Familie, Gesundheit und Bescheidenheit sind für mich Tugenden, die in unserer schnelllebigen Gesellschaft leider immer mehr zu kurz kommen, beziehungsweise nicht mehr geschätzt werden. Ich würde uns allen wünschen, dass wir die "Rollen" und Verhaltensweisen, die jeder Mensch für sich und andere täglich spielt, öfter mal reflektieren und uns bewusst werden, dass nur der jetzige Moment tatsächlich das ist, was wirklich zählt.

Josephin Busch: So weit kann ich gar nicht denken.... Berufskrankheit! Alles ist möglich!

Die Fragen stellte Simone Bachofner.

Daten und Fakten

- Drehstart mit dem Arbeitstitel "Spurlos" 2011

- Ausstrahlung der ersten sechs Folgen mit dem Titel "Die letzte Spur" ab Freitag, 20. April 2012, 21.15 Uhr

- Seit Herbst 2012 neuer Titel: "Letzte Spur Berlin"

- Dreharbeiten zur 10. Staffel bis Februar 2021

- ab Sommer 2021 Dreharbeiten zur 11. Staffel

- Anzahl bisher produzierter Folgen: 114 Folgen à 45 Minuten und 2 Folgen à 90 Minuten

- Fast 600 Ausstrahlungen insgesamt in ZDF und ZDFneo

- Quotendurchschnitt der 13 Erstsendungen 2020 im ZDF:

4,72 Millionen Zuschauer und 14,5 Prozent Marktanteil

- Quotendurchschnitt der 12 Erstsendungen 2019 im ZDF:

4,11 Millionen Zuschauer und 14 Prozent Marktanteil

Weitere Informationen

Fotosüber ZDF Presse und Information Telefon: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/letztespurberlin

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