Thomas Stark (Vladimir Burlakov), Julia Bachleiner (Lavinia Wilson) und ihr Chef (Oliver Stokowski). Copyright: ZDF/Jacqueline Krause-Burberg
Thomas Stark (Vladimir Burlakov), Julia Bachleiner (Lavinia Wilson) und ihr Chef (Oliver Stokowski). Copyright: ZDF/Jacqueline Krause-Burberg

Mordkommission Königswinkel

Liebe bis über den Tod

Der Lech spült eine Leiche an. Für Hauptkommissarin Julia Bachleitner (Lavinia Wilson) ist schnell klar, dass der Ermordete ein Journalist der lokalen Zeitung ist. Zur gleichen Zeit wird Hauptkommissar Thomas Stahl (Vladimir Burlakov) aus der Haft entlassen und kehrt in sein altes Team zurück. Für die Klärung des Falls soll Julia mit ihm zusammenarbeiten.

  • ZDF, Montag, 10. Juli 2017, 20.15 Uhr

    Texte

    Ein ungleiches Ermittlerteam

    Julia Bachleitner und Thomas Stark sind die ermittelnden Kommissare in der Mordkommission Königswinkel. Im schönen Allgäu gehen die beiden auf Verbrecherjagd. Das kollegiale Verhältnis ist zunächst empfindlich gestört, denn Thomas Stark hat wegen einer Mordanklage im Gefängnis gesessen. Nur aus Mangel an Beweisen ist er wieder freigesprochen. Die Kollegen aber bleiben misstrauisch, als er seinen Dienst wieder antritt. Man sagt ihm Kontakte zur im Allgäu aktiven italienischen Mafia nach. Wie sehr kann Julia ihrem Kollegen wirklich trauen?

    Lavinia Wilson und Vladimir Burlakov spielen in dem Pilotfilm für eine angedachte Reihe unter der Regie von Thomas Nennstiel mit Präzision und Sensibilität ein ungleiches Ermittlerteam vor besonderer Kulisse.

    Gabriele Heuser
    Hauptredaktion Fernsehfilm / Serie I – Fernsehspiel I

    Stab, Besetzung und Inhalt

    Buch            Jürgen Werner
    Regie       Thomas Nennstiel
    Kamera       Reiner Lauter
    Szenenbild         Myriande Heller
    Musik       Enjott Schneider
    Schnitt        Andreas Althoff
    Produktionsleitung      Peter Schiller
    Produktion          JoJo Film, Wiesbaden
    Produzenten      Dr. Eberhard Jost
    Redaktion        Gabriele Heuser
    Länge       ca. 89 Minuten

     

    Die Rollen und ihre Darsteller

    Julia Bachleitner        Lavinia Wilson
    Thomas Stark      Vladimir Burlakov
    Rainer Kessler        Frederic Linkemann
    Dieter Kronach     Cornelius Obonya
    Magnus Bachleitner       Johannes Zirner
     Peter Breitkreuz      Thomas Unger
    Polizeidirektor Mehringer       Hannes Jaenicke
    Francesco Danesi     Peter Schorn
    Karl Bichler      Oliver Stokowski
    und andere

     

    Die Polizeiinspektion Füssen liegt im sogenannten "Königswinkel" im malerischen Allgäu. Hier arbeitet Julia Bachleitner als Hauptkommissarin für die Mordkommission.

    Hauptkommissar Thomas Stark stößt wieder neu dazu, nachdem er drei Jahre lang unschuldig im Gefängnis gesessen hat. Julia soll ein Auge auf Thomas haben. Die Kollegen glauben immer noch nicht an seine Unschuld. Ihm werden Kontakte zur italienischen Mafia nachgesagt. Ist Thomas Stark vielleicht doch ein Mörder?

    Oliver Kronach, ein Zocker und umtriebiger Rechtsanwalt, hat Thomas Stark aus dem Gefängnis geholt. Am Tatort wurden DNA-Spuren manipuliert – Thomas ist wieder frei. Aber seine alten Polizeikollegen in Füssen mauern. Sie lehnen Thomas ab und misstrauen ihm. Auch Julia.

    Da wird ein Lokaljournalist ermordet aufgefunden. Thomas und Julia ermitteln gemeinsam. Der Journalist hat an einer brisanten Geschichte über die im Allgäu tätige italienische Mafia recherchiert. Wer hat ihn ermordet? Ins Visier gerät der italienische Restaurantbesitzer Francesco Danesi, ein alter Schulkamerad von Thomas. Und es bleibt nicht bei einem Mord. Thomas findet die Leiche von Claudia Schäfer, der Ehefrau des ermordeten Journalisten. Sie wurde erschlagen. Der Bauer Peter Breitkreuz, Schwager der Mordopfer, hat einen USB-Stick des Journalisten mit wichtigen Informationen.

    Thomas Stark und Julia Bachleitner recherchieren fieberhaft, finden aber lange keine brauchbare Spur, die zum Mörder führen könnte. Doch dann hilft den beiden der Zufall. Dabei gerät Julia Bachleitner in Lebensgefahr.

    "Der Königswinkel ist mir sehr vertraut"

    Interview mit Vladimir Burlakov

    Sie spielen häufig zwielichtige Charaktere – und in diesem Film einen Hauptkommissar. Wie spannend ist es für Sie, mal die Seite zu wechseln?

    Es ist schon toll, die Perspektive zu wechseln und sozusagen auf der anderen Seite des Verhörtisches zu stehen. Aber auch Thomas Stark ist kein einfacher Charakter, denn er wird ja verdächtigt, Mafiakontakte zu haben und in den Mord an seinem Kollegen verstrickt zu sein. Er ist früh Vater geworden, selber noch jung, und die Jahre im Gefängnis waren für ihn eine Zeit des Erwachsenwerdens. Einerseits verkörpert Thomas Stark Seriosität, andererseits sind da die Gefahren seiner Vergangenheit. Und nach seiner Entlassung steigt er sofort wieder in den Beruf ein, aber nicht alle Kollegen glauben an seine Unschuld. Ein guter Typ, es war auf jeden Fall eine Herausforderung, diese vielschichtige Figur zu spielen.

    Genau, von einigen Kollegen bekommt Thomas Stark deutlich gezeigt, dass sie ihn nicht mehr im Team haben wollen. Haben Sie ähnliche Situationen schon mal erlebt, dass Sie sich nicht willkommen fühlten?

    Ja, als Kind. Wir kamen aus Russland nach Deutschland, und in der vierten Klasse wurden meine Schwester und ich in den Pausen von Mitschülern als Ausländer und Russen-Mafia beschimpft. Normalerweise freut man sich ja auf die Pausen, wir nicht. Wir haben es erduldet und es irgendwann unserer Mutter erzählt. Sie wollte sich sofort in der Schule beschweren, aber das hätten wir voll peinlich gefunden. Als uns die Typen wieder in der Pause belästigten, stürmte meine Mutter aus dem Gebüsch und schrie ihnen auf russisch zu: "Die russische Mafia überlegt nicht lange, die russische Mafia handelt." Ab da war Ruhe (lacht).

    Stichwort "Familie": Wie wichtig ist sie Ihnen? Können Sie nachvollziehen, dass Thomas mit seiner Familie bricht, um sie nicht unnötig zu belasten?

    Ja, ich kann Thomas’ Verhalten verstehen. Da beim Mord an seinem Kollegen die Mafia im Spiel war und er nicht weiß, welche Methoden sie noch anwenden, will er seine Familie schützen. Meine eigene Familie ist mir sehr wichtig, also meine Zwillingsschwester, meine Mutter, meine Oma und mein Stiefvater. Vor allem mit meiner Schwester bespreche ich vieles. Sie arbeitet ebenfalls in der Filmbranche – als Maskenbildnerin und Friseurin – und wir würden uns total freuen, mal gemeinsam am Set zu arbeiten.

    Im Film gibt es von Anfang an Spannungen zwischen Thomas Stark und Julia Bachleitner. Wie war Ihre erste Begegnung mit der Julia-Darstellerin Lavinia Wilson?

    Über gemeinsame Freunde kannten wir uns bereits, aber beruflich sind wir uns das erste Mal beim Casting für die "Mordkommission" begegnet. Ich war sofort begeistert, wie gut und leicht wir zusammenarbeiten konnten. Gemeinsam mit Regisseur Thomas Nennstiel haben wir schon intensiv an der Figur Thomas Stark gearbeitet, so, als wären es bereits die Dreharbeiten und nicht erst das Casting. Es war absolut großartig. Lavinia ist eine wunderbare Kollegin, so wahrhaftig, man bekommt künstlerisch so viel von ihr, das spornt an, und man kann gut damit spielen. Schon die Takes beim Casting liefen super. Ich mag und schätze sie sehr – anders als im Drehbuch.

    Wie gefällt Ihnen als Wahl-Berliner das Allgäu?

    Ich bin in München aufgewachsen und habe bereits als Kind diese Gegend intensiv kennengelernt. Da mein Stiefvater Reiseführer ist und kleine individuelle Touristengruppen leitet, habe ich viel gesehen. Der Königswinkel ist mir sehr vertraut, und die Landschaft ist schon schön. Aber ich bin bekennender Großstädter, liebe Berlin und kann mir absolut nicht vorstellen, später mal auf dem Land zu leben.

    Das Interview führte Sylvia Wolf.

    "Die Zusammenarbeit mit dem Team hat Lust auf mehr gemacht"

    Interview mit Lavinia Wilson

    Sie spielen erstmals eine Kommissarin. Was ist das Besondere an Julia Bachleitner?

    Julia Bachleitner hat zwei Seiten: einerseits die ehrgeizige, fokussierte Ermittlerin, andererseits die Politikergattin mit Hang zum Luxus. Ihre Polizeikollegen haben sie ständig im Verdacht, mit ihrem Mann und seinen Kompagnons zu klüngeln. Sie streitet das natürlich vehement ab. Eine spannende Ausgangssituation. Figuren sind für mich dann interessant, wenn sie Widersprüche mit sich bringen, wie echte Menschen im Leben auch. Sie müssen nicht unbedingt sympathisch sein.

    Also eine Rolle mit viel Potential?

    Mit Julia gibt es eine interessante Frauenfigur, die es nicht allen recht machen will, das gefällt mir. Und ich will nicht zu viel verraten, aber der Film endet mit einem Cliffhanger, der sie ordentlich durchschütteln wird.

    Mit Füssen haben wir einen schönen und geheimnisvollen Drehort gefunden. Die hübsche Kulisse mit den Bergen und den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau erlaubt tolle Aufnahmen und bietet gleichzeitig die idyllische Fassade, hinter der wir Abgründe aller Art entdecken können. Thomas Nennstiel ist ein sehr präziser und fein beobachtender Regisseur, die Zusammenarbeit mit dem Team und den anderen Schauspielern hat Lust auf mehr gemacht.

    Mit ihrem verurteilten Kollegen Thomas Stark steht Julia von Anfang an auf Kriegsfuß. Warum?

    Julia hat es nicht nötig, Krieg zu spielen, aber Thomas gibt ihr allen Grund, ihm zu misstrauen.

    Vor der Kamera spielen Sie beide ein Ermittler-Duo wider Willen. Wie war denn die Chemie hinter der Kamera?

    Gerade bei Gegenspielern muss die Chemie stimmen, sonst wird das Zusammenspiel flach und langweilig. Wir verstehen uns blendend, und Vladimir ist ein sehr genauer und phantasievoller Schauspieler. Und lustig noch dazu!

    Sind Sie persönlich ebenfalls ein Krimifan? Was lesen Sie oder sehen Sie gern im Fernsehen?

    Krimis lese oder sehe ich eher selten, ich bin zart besaitet, man glaubt es kaum. Gerade lese ich Didier Eribon. Fernsehen gucke ich meistens auf dem Computer, regelmäßig Jan Böhmermann und John Olivier. Die Nachrichtenprogramme der Öffentlich-Rechtlichen sind unerreicht. Und neuerdings gibt es zum Glück auch im deutschen Fernsehen immer mehr spannende Spielfilme und Serien, ich bin gespannt auf die nächsten Monate.

    Haben Sie sich in Vorbereitung auf Ihre Rolle auch mit echter Polizeiarbeit beschäftigt?

    Ich habe Schießtraining absolviert, auch wenn ich im aktuellen Fall nicht abdrücke, muss der Umgang mit der Waffe selbstverständlich wirken. Und ich habe Sachbücher von echten Kriminalkommissaren gelesen.

    Als Kommissarin und Ehefrau eines vielbeschäftigen Landrats kann Julia nur wenig private Stunden mit ihrem Mann genießen. Sie selbst haben zwei kleine Kinder, ihr Mann Barnaby Metschurat ist ebenfalls Schauspieler – wie managen Sie Ihr Privatleben, welche Prioritäten gibt’s da?

    Family first. Und alles andere wird hin organisiert, da sind wir mittlerweile gut eingespielt.

    Das Interview führte Sylvia Wolf.

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