Copyright: ZDF/Anjeza Cikopano
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Nebel im August

Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Robert Domes

"Nebel im August" erzählt als erster Spielfilm eine authentische Geschichte über eines der größten Tabus der deutschen Geschichte: das nationalsozialistische Euthanasie-Programm.

  • ZDF, Sonntag, 27. Januar 2019, 22.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Samstag, 26. Januar 2019, 10.00 Uhr

Texte

Stab, Besetzung und Inhalt

Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Robert Domes
Free-TV-Premiere, Deutschland/Österreich 2016

RegieKai Wessel
Buch   Holger Karsten Schmidt
KameraHagen Bogdanski
SchnittTina Freitag
SzenenbildChristoph Kanter
KostümeEsther Amuser
MusikMartin Todsharow
ProduktionCollina Filmproduktion
ProduzentUlrich Limmer
Co-ProduzentenDanny Krausz, Kurt Stocker, Rodolphe Buet, Kalle Friz, Isabel Hund
RedaktionCaroline von Senden
Längeca. 116 Minuten

                      

Die Rollen und ihre Darsteller

Ernst Lossa  Ivo Pietzcker
Dr. Walter VeithausenSebastian Koch
Paul HechtleThomas Schubert
Schwester SophiaFritzi Haberlandt
Edith KieferHenriette Confurius
Max WittBranko Samarovski
OjaDavid Bennent
NandlJule Hermann
JosefNiklas Post
Christian LossaKarl Markovics
und andere

                      

Inhalt

Süddeutschland, Anfang der 1940er Jahre: Als physisch und psychisch kranke Menschen durch das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten massenhaft getötet werden, stellt sich ein Junge gegen ein mächtiges System.

"Nebel im August" erzählt als erster Spielfilm eine authentische Geschichte als Spielfilm über eines der größten Tabus der deutschen Geschichte: Euthanasie im "Dritten Reich".

Ernst ist ein aufgeweckter, aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als "nicht erziehbar" eingestuft. Wegen seiner rebellischen Art wird er, vollkommen gesund, in eine Nervenheilanstalt abgeschoben. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass dort unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Doch während der Anstaltsleiter mit Stift und Papier über Leben und Tod seiner teils psychisch oder physisch behinderten Insassen entscheidet, setzt sich Ernst zur Wehr, findet Freunde, verliebt sich und sabotiert die Maßnahmen des Euthanasieprogramms. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner großen Liebe. Doch Ernst befindet sich in Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden auch über Leben und Tod der Kinder.

Regisseur Kai Wessel wurde für "Nebel im August" im Januar 2016 mit dem Bayerischen Filmpreis für die beste Regie sowie im Juni 2016 mit dem "Friedenspreis des Deutschen Film – Die Brücke" ausgezeichnet.

"Filmisch ist das Thema noch unterbelichtet"

Statements von Produzent Ulrich Limmer und Regisseur Kai Wessel

Ulrich Limmer

Vor acht Jahren schickte mir Robert Domes' Agentin das Buch "Nebel im August". Ich war sofort fasziniert von diesem Ernst Lossa – und ganz besonders von seinem Foto. Es hat mich seither verfolgt. Ich bin mit Autor Holger Karsten Schmidt zu Robert Domes gefahren, und wir haben Michael von Cranach kennengelernt, der das Schicksal Ernst Lossas entdeckt hatte. Schnell war klar, dass wir diesen Film machen wollen. Und je mehr ich in die Thematik eingetaucht bin, umso unfassbarer fand ich die Geschichte. Ich wusste, dass es ein steiniger Weg werden würde, diesen Film zu machen – aber ich wollte und musste diese Herausforderung annehmen.

Kai Wessel

Wir wollten einen packenden, bewegenden Film drehen, der authentisch und wahrhaftig erzählt und filmische Kraft hat. Wir wollten in dem Film die besondere Fähigkeit von Kindern in den Vordergrund stellen, mit den schlimmsten Lebenssituationen umzugehen. Ich habe schon einige Filme über das Dritte Reich gemacht, gerade über die letzten Jahre. Seit den 1980ern ist sehr viel transparent gemacht worden. Vorher war es ein absolutes Tabu. Erst eine spätere Generation hat aufgedeckt, was wirklich passiert ist. Aber filmisch ist das Thema NS-Euthanasie noch unterbelichtet. Der Film berührt auch auf drastische Weise die Frage, wie eine Gesellschaft mit Behinderung und Anderssein umgeht. Er fordert uns dazu auf, Behinderung nicht als ein Ungenügen, sondern als Verschiedenheit wahrzunehmen, die wir schützen und bejahen.

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