Copyright: ZDF / [F] Stanislav Honzik/ Getty iStock/ [M] KNSK
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Schatten der Mörder – Shadowplay

Vierteilige internationale Thriller-Serie

Packender Thriller zur deutschen Zeitgeschichte an vier aufeinanderfolgenden Abenden im ZDF: Max McLaughlin (Taylor Kitsch) soll 1946 im kriegszerstörten Berlin in der amerikanischen Besatzungszone eine Polizeieinheit aufbauen. Ihm zur Seite wird die deutsche Polizistin Elsie (Nina Hoss) gestellt. Ziel der beiden ist es, den "Engelmacher" (Sebastian Koch), der Frauen bei Abtreibungen hilft und sie dann für seine kriminellen Machenschaften einsetzt, zu Fall zu bringen. Gleichzeitig will Max seinen Bruder Moritz (Logan Marshall-Green) stellen, der einen tödlichen Privatkrieg gegen entflohene Naziverbrecher führt.

  • ZDF, Ab Freitag, 30. Oktober 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Freitag, 30. Oktober 2020, 10.00 Uhr, für sechs Monate

Texte

Von Schatten und Licht

"Schatten der Mörder – Shadowplay" zeigt, was übrig bleibt vom Krieg. Wozu Menschen fähig sind. Ruinenschluchten und moralische Abgründe. Versehrte, verstörte, zerstörte Menschen, die aus den Trümmern eine Zukunft aufbauen wollen und von den Schatten ihrer Vergangenheit gejagt werden. "Schatten der Mörder – Shadowplay" zeigt auch, dass es keinen Schatten ohne Licht gibt. Und dass wir die Zukunft den Lichtgestalten verdanken, die sich den Schatten entgegenstellen.

Simone Emmelius
Hauptredaktionsleitung Internationale Fiktion

Stunde Eins

"Schatten der Mörder – Shadowplay" erzählt von Berlin im brütend heißen Sommer 1946: Eine überhitzte Stadt – gleichzeitig am Abgrund und im Aufbruch. Ein rechtsfreier Raum, in dem sich das Verbrechen krakengleich ausbreitet.

Jeder in dieser Geschichte hat Schatten, die ihn jagen – und jeder hat immer wieder zu entscheiden, ob er sich auf die Seite der Schatten oder auf die des Lichts stellt: Die Polizistin Elsie Garten, die eine bessere Welt aufbauen will und alles tun würde, um ihren internierten Mann zu retten, der "Engelmacher" Gladow, der den zahllosen vergewaltigten Frauen hilft und sie damit für seine Untergrundarmee rekrutiert, der amerikanische Vizekonsul Tom Franklin, der seine Position für kriminelle Geschäfte nutzt, und – im Zentrum – die beiden amerikanischen Brüder Max und Moritz, die durch traumatische Kindheitserlebnisse aneinandergekettet scheinen: der eine Polizist, der andere erbarmungsloser Nazi-Jäger.

Inspiriert von dem Kinderbuch "Max und Moritz – eine Bubengeschichte in sieben Streichen" führt Autor und Regisseur Mȧns Mȧrlind den Zuschauerinnen und Zuschauern von Streich zu Streich immer intensiver vor Augen, was der Krieg aus den Menschen macht.

Die völlig am Boden liegende Stadt Berlin ist gleichermaßen Terrain und Symbol unversöhnlicher, widerstreitender Interessen und Wertesysteme. Die Ambivalenz aus aufgeladener Atmosphäre der durch die vier Mächte geteilten Stadt und aufkeimender Hoffnung auf einen Neuanfang aus Ruinen findet seinen Ausdruck im präzisen Spiel des hochrangigen internationalen Casts: von Nina Hoss über Michael C. Hall, Tuppence Middleton und Taylor Kitsch bis Sebastian Koch.

Eine besondere Herausforderung für die Produktionsfirma von Rola Bauer und Tim Halkin (Tandem Productions) bestand darin, für das bis auf die Grundmauern zerstörte Berlin ebenso authentische wie emblematische Schauplätze zu identifizieren und zu gestalten.

Entstanden ist mit "Schatten der Mörder – Shadowplay" ein zeithistorischer Thriller, eine Geschichte von Mord und Sühne, Schuld und Verrat, die weit über ihre Zeit hinausweist.

Wolfgang Feindt
Redaktion Spielfilm und Serie - Koproduktion

Stab, Besetzung, Inhalt

Regie    Mȧns Mȧrlind, Björn Stein
Drehbuch       Mȧns Mȧrlind
Kamera     Erik Sohlström
Montage      Sven Budelmann (1, 2, 4), Sidney Wolinsky (2),
Tony C. Kearns (3), Björn Stein (4)
Ton       Pavel Rejholec
Musik       Nathaniel Mechaly
Music Supervision       Kai Schoormann
Szenenbild        Niels Sejer (1, 2), Martin Văckář (2, 3, 4)
Kostümbild      Michaela Horáčková-Hořejší
Produzent        Rick McCallum
Executive Producers         Jim Gillespie, Mȧns Mȧrlind, David Davoli, Steven Thibault,
Aaron L. Gilbert, Rola Bauer, Jonas Bauer, Tim Halkin, 
Fredrik Ljungberg, Nanna Mailand-Mercado
Redaktion      Wolfgang Feindt, Frank Seyberth
Länge       4 x ca. 110 Minuten

 

Eine Gemeinschaftsproduktion von Tandem Productions und Bron Studios in Koproduktion mit dem ZDF sowie in Zusammenarbeit mit Creative Wealth Media, Nordic Entertainment Group und Canal+

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Max McLaughlin   Taylor Kitsch
Tom Franklin   Michael C. Hall
Moritz McLaughlin    Logan Marshall-Green
Elsie Garten     Nina Hoss
Claire Franklin   Tuppence Middleton
Karin Mann   Mala Emde
Dr. Hermann Gladow 
("Der Engelmacher")
   Sebastian Koch
Gad   Maximilian Ehrenreich
Marianne   Anne Ratte-Polle
Alexander Izosimov     Ivan Gvera
Leopold Garten    Benjamin Sadler
Cassandra    Cloe Heinrich
Grey Man    Jan Budar
Green Eyes   Lena Urzendowsky
Trude    Lena Dörrie
Bob Travis     Roy McCrerey
Otto Oberlander    Rafael Stachowiak
Fina     Marie Schöne
Helena    Amelie Wedell
Major General WrightDoug Allen
Karl Heinlein    Martin Wuttke
Berta Spiel      Petra Hartung
und andere

 

Der New Yorker Polizist Max McLaughlin kommt im Sommer 1946 ins kriegszerstörte Berlin, um in der amerikanischen Besatzungszone eine Polizeieinheit aufzubauen. Dabei gerät er nicht nur mit kriminellen Schwarzmarkthändlern und korrupten Diplomaten aneinander, sondern muss sich auch den Schatten seiner Vergangenheit und damit seinem älteren Bruder Moritz stellen, der einen brutalen Privatkrieg gegen entflohene Naziverbrecher führt.

Der Amerikaner Max McLaughlin konnte nicht für sein Vaterland gegen Nazideutschland in den Krieg ziehen. Nach Kriegsende sieht er seine Chance gekommen, einen Beitrag zum politischen Aufbau zu leisten. Er soll in der amerikanischen Besatzungszone, nach dem Vorbild des New York Police Departement, eine schlagkräftige Polizeieinheit für Berlin aufbauen. Gleichzeitig erhofft er sich, seinen als vermisst gemeldeten Bruder Moritz zu finden, der als GI gegen die Nazis gekämpft hat.

Als Max in Berlin auf eine Truppe von unausgebildeten Frauen und Waisenkindern trifft, die mit Tischbeinen bewaffnet versucht, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten, staunt er allerdings nicht schlecht. Unterstützung für seinen Auftrag erhält er von Kommissarin Elsie Garten, deren Mann Leopold ebenfalls als vermisst gilt.

Schon bald bekommt es die ungewöhnliche Polizeieinheit mit einem Doppelmord an zwei GIs zu tun. Hinter dem Verbrechen steckt der Schwarzmarktkönig Hermann Gladow, genannt "Der Engelmacher", der zahllosen vergewaltigten Frauen mit illegalen Abtreibungen hilft und diese so für seine Untergrundarmee rekrutiert. Die ebenso intelligente wie verzweifelte Karin ist eine von ihnen. Bald steigt sie in der Organisation auf und wird zu Gladows rechter Hand.

Eine andere grausame Mordserie möchte Max hingegen so weit als möglich vor seiner Polizeitruppe verheimlichen: Immer wieder tötet ein Unbekannter untergetauchte Nazis nach dem Muster der Max-und-Moritz-Streiche von Wilhelm Busch, und sehr schnell erkennt Max darin das Werk seines Bruders Moritz.

Schatten der Mörder - Shadowplay (1) 
(Freitag, 30. Oktober 2020, 20.15 Uhr)

Der New Yorker Polizist Max McLaughlin reist 1946 in die geteilte Stadt Berlin, um bei der Errichtung einer Zivilpolizei nach amerikanischem Vorbild zu helfen.

Max ist Tom Franklin unterstellt, dem US-Vizekonsul in Berlin, dessen kapriziöse britische Frau Claire sich sofort zu Max hingezogen fühlt. Ihr Auftreten bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, ihr Hass auf die Deutschen und ihre hemmungslosen Flirts machen sie zu einer schillernden Persönlichkeit. Max ist bezaubert, spürt aber gleichzeitig die Gefahr, die von ihr ausgeht.

Auf deutscher Seite arbeitet er mit Hauptkommissarin Elsie Garten zusammen, deren Mann in einem russischen Kriegsgefangenenlager interniert ist. Ihre Einsatztruppe besteht im Wesentlichen aus Frauen und Waisenkindern, denen Stuhlbeine als Schlagstöcke dienen und die ihr Revier in einer stillgelegten Bank bezogen haben. Gleichzeitig ist er auf der Suche nach seinem vermissten Bruder Moritz, mit dem er durch ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit unheilvoll verbunden ist. 

Aber auch die Russen machen Probleme: Nur mit Mühe gelingt es Max und Elsie, russische Soldaten, die dem skrupellosen russischen Offizier Izosimov unterstellt sind, davon abzuhalten, auf wehrlose deutsche Zivilisten zu schießen. Dieser schreckt auch vor Folter nicht zurück, um dem jüngsten Mitglied der Polizeitruppe, dem jüdischen Waisen Gad, die Informationen zu entreißen, um Elsie Garten für seine Zwecke – und damit gegen die Amerikaner – zu instrumentalisieren.

In einem anderen Teil der Stadt bittet die von GIs vergewaltigte Karin den Berliner Arzt und Verbrecherkönig Gladow, genannt "Der Engelmacher", um eine illegale Abtreibung – und um Unterstützung bei der Rache an ihren Peinigern. Der Preis: die Mitarbeit in seiner gefährlichen Untergrundorganisation. Beginnend mit dem Vergeltungsmord an den GIs und gefolgt vom Mord an einer zufälligen Augenzeugin, wandelt sich Karin sukzessive vom wehrlosen Opfer zur skrupellosen Täterin.

Nicht nur der Doppelmord an den GIs beschäftigt Max, sondern auch ein anonymer Hinweis, der ihn zu den Leichen eines ehemaligen Nazis und seiner Familie in einem verlassenen Gebäude führt. Die grauenvolle Tat mutet wie eine mörderische Inszenierung des ersten Streichs aus dem deutschen Kinderbuch "Max und Moritz" an, mit dem die beiden amerikanischen Brüder glückliche Erinnerungen an ihre deutsche Mutter verbinden. Und tatsächlich: Hinter der Tat verbirgt sich Max' Bruder Moritz, der damit grausame Rache an untergetauchten Nazis nimmt.

Als Moritz sich zu erkennen gibt, fordert er den Treueschwur ein, den er einst seinem kleinen Bruder abgerungen hat: Max soll gemeinsam mit ihm auf Rachefeldzug gehen. 

Schatten der Mörder - Shadowplay (2) 
(Samstag, 31. Oktober 2020, 20.15 Uhr)

Max bekommt Druck von seinem Vorgesetzten und US-Vizekonsul in Berlin Tom Franklin, den Mord an den GIs so schnell wie möglich aufzuklären. Er selbst ist getrieben von der Suche nach seinem Bruder Moritz, von dem er fürchtet, dass er erneut zuschlägt.

Und tatsächlich sucht Moritz die Fahrradladenbesitzerin Berta Spiel in ihrem Geschäft auf und entführt sie. Berta war Aufseherin im Lager Dachau und Moritz will durch sie Informationen über ihre ehemaligen Hintermänner herausbekommen.

In der Zwischenzeit vernehmen Max und Elsie gemeinsam Karin –ohne zu ahnen, wie nah sie damit der Mörderin der GIs sind. Direkt nach ihrer Befragung taucht Karin jedoch in den Berliner Untergrund ab. Sie flüchtet zum "Engelmacher" und bietet ihm ihre aktive Mitarbeit in seiner Organisation an. Sie erhält von ihm als ersten Auftrag die Aufgabe, gemeinsam mit Marianne Informationen in den Ostsektor zu schleusen. Dort werden die beiden Frauen jedoch von russischen Soldaten attackiert und Marianne wird schwer verletzt. Parallel observiert die Polizeitruppe das Hotel "Alt-Bayern", in dem "Der Engelmacher" ein Bordell betreibt, da sie hofft Karin dort zu finden.

Max trifft auf Moritz' ehemaligen Kommandeur General Wright. Der berichtet ihm von den traumatischen Erlebnissen bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau, die Moritz nachhaltig verändert hätten. Und wieder erhält Max von seinem Bruder Moritz eine persönliche Botschaft. Diese führt ihn zu einer Lagerhalle, in der er die tote Berta Spiel findet, die ihren Verbrennungen erlegen ist. Die Vorgehensweise erinnert fatal an den zweiten Streich aus dem Kinderbuch "Max und Moritz".

Elsie trifft sich mit dem russischen Offizier Izosimov, der ihr die Gelegenheit gibt, ihren Mann Leopold wiederzusehen – unter der Bedingung, dass sie ihm Informationen über Max verschafft. Elsie willigt ein und beginnt ihren Kollegen zu observieren.

Doch dann wird Max von der Nakam verschleppt, einer jüdischen Geheimorganisation, die ihrerseits einen Rachefeldzug gegen abgetauchte Nazis führt und hierfür auch Max gewinnen will. 

Schatten der Mörder – Shadowplay (3)
(Sonntag, 1. November 2020, 22.15 Uhr)

Das Katz- und Mausspiel der beiden Brüder zieht immer engere Kreise. Max findet zwar nicht Moritz selbst, aber zumindest dessen Unterschlupf: Er hat sich in einem Bootshaus verschanzt, in dem er sein jüngstes Opfer malträtiert hat – Oberlander, einen ranghohen Nazioffizier.

Der jüdische Hilfspolizist Gad hat in der Zwischenzeit herausgefunden, dass sich Karin tatsächlich im Hotel "Alt-Bayern" aufhält. Als Max und Elsie sie festnehmen wollen, feuert Karin mit einem Flakgeschütz auf die Polizeitruppe. Es gelingt ihr, im entstandenen Tumult zu fliehen und den "Engelmacher" rechtzeitig vor der Polizei zu warnen. Um sich selbst zu schützen, überredet dieser Karin, die verletzte Marianne zu töten. Sie sei zu schwach für die Flucht. Karin tut, was der diabolische Charismatiker ihr abverlangt – und verrät damit nicht nur ihre einzige Freundin, sondern letztlich auch sich selbst.

Claire besucht Max in seinem Hotelzimmer und macht ihm deutlich, dass sie mehr von ihm will. Noch widersteht Max ihrem Charme und fokussiert sich auf die Suche nach seinem Bruder. Als die beiden endlich aufeinandertreffen, liefern sich die Brüder einen erbarmungslosen Kampf. Sie schlagen aufeinander ein. Max bleibt bewusstlos am Boden liegen und Moritz flieht. Als Max zu sich kommt, liegt Oberlander tot neben ihm. Wie im Reflex entsorgt Max die Leiche. Doch dabei muss er sich eingestehen, dass sein Bruder nicht mehr zu retten ist und er ihn nicht länger schützen darf.

Da Karin und "Der Engelmacher" glauben, dass die Polizei Beweise gegen sie in der Hand hat, planen sie einen Angriff auf die Polizeiwache – einen Angriff, den niemand überleben soll.

Leopold wiederum versucht aus der russischen Gefangenschaft zu fliehen und verletzt sich dabei schwer. Elsie bittet Izosimov, ihren Mann dennoch freizulassen. Als Gegenleistung bietet sie ihm an, weiterhin mit ihm zu kooperieren. Noch in derselben Nacht versucht Leopold zusammen mit anderen Gefangenen erneut zu fliehen. Ein Erschießungskommando tötet alle Flüchtlinge. Nur Leopold bleibt am Leben.

Bei einer Party in Franklins Haus gibt Max schließlich doch den Annäherungsversuchen von Claire nach. Weder er noch Claire ahnen, dass sie dabei von Franklin beobachtet werden. Und dann taucht auf der Party auch noch Moritz auf – in amerikanischer Uniform. Keiner der Anwesenden nimmt besondere Notiz von ihm. Moritz' Ziel ist es weiterhin, seinen Bruder auf seine Seite zu ziehen. Max räumt ihm eine letzte Chance ein.

Schatten der Mörder - Shadowplay (4)
(Montag, 2. November 2020, 22.15 Uhr)

Moritz hat in Oberlanders Haus Dokumente gefunden, die belegen, dass sein Vorgesetzter, Konsul Franklin, Altnazis unterstützt, indem er ihnen gefälschte Papiere verschafft und ihre Strafverfolgung vereitelt. Im Gegenzug fordert Franklin dafür gestohlene Kunstgegenstände. In seiner fanatischen Kunstliebe ist er sogar bereit, für dieses unmoralische Tauschgeschäft zu töten.

Max wird mittlerweile von Claire bei seinen Ermittlungen unterstützt. So gewährt sie ihm Zugang zum Keller ihrer Villa und in der Tat finden sich dort viele bedeutende Kunstwerke. Claire ist am Boden zerstört als sie realisiert, dass ihr Mann mit Nazis kooperiert, die während des Kriegs ihre Familie ausgelöscht haben. Sie beschließt Franklin zu verlassen und nach London zurückzukehren.

Max und Moritz streiten währenddessen, was mit Franklin geschehen soll. Moritz will ihn erschießen, während Max dafür eintritt, Franklin vor Gericht zu stellen. Am folgenden Tag verkleidet sich Moritz als Chauffeur und entführt Franklin und Claire in ihrem Auto.

Elsie macht sich große Sorgen um den Gesundheitszustand ihres Ehemanns. Zwar konnte Leopold dem russischen Erschießungskommando entkommen, doch ist er weiterhin dem Tod nah, da sich seine Tuberkulose von Tag zu Tag verschlimmert.

Karin und "Der Engelmacher" proben, wie sie die Bombe in der Polizeiwache deponieren sollen. Ihre Gehilfin Trude erweist sich als zu nervenschwach, woraufhin "Der Engelmacher" sie kaltblütig tötet. Dann drängt er Karin, die Bombe selbst zu platzieren. Der perfide Plan des "Engelmachers" geht auf: Die Bombe geht hoch, die Polizisten flüchten und die Gefolgsleute des "Engelmachers" schießen die flüchtenden Beamten nieder. Doch Karin wird erkannt. In letzter Minute entgeht sie dem polizeilichen Zugriff. Max trifft gerade noch rechtzeitig ein, um zusammen mit Elsie die Angreifer in die Flucht zu schlagen. Eine Attentäterin, die schwer verletzt am Boden liegt, verrät Elsie den Aufenthaltsort des "Engelmachers". Max und Elsie spüren den "Engelmacher" schließlich auf und bringen ihn zum Verhör auf die Polizeiwache. Dieser fordert ein Gespräch mit dem ranghohen, amerikanischen Agenten Bob Travis. Seine Forderung wird erfüllt und es gelingt ihm so, sich eines juristischen Zugriffs zu entziehen. Er ist nun ein kostbares Faustpfand unter dem Schutz der US-Regierung.

Noch hält Moritz Claire und Franklin in einem Bauernhof außerhalb Berlins gefangen, auf dem die Brüder mit ihrer Mutter aufwuchsen. Max folgt ihm und kann Claire und Franklin aus der Obhut des Bruders retten. Es kommt zum packenden Showdown zwischen den Brüdern.

Die Rollenprofile

Max McLaughlin
(Taylor Kitsch)

31 Jahre alt, aufgewachsen in Brooklyn, in dritter Generation im NYPD. Seine Mutter war eine deutsche Immigrantin, er hat einen großen Bruder, Moritz. Eines Abends, als Max neun war, kam sein Vater betrunken nach Hause und hatte einen Streit mit Max’ Mutter. Er bedrohte sie mit seiner Dienstwaffe und ein Schuss löste sich, welcher sie auf der Stelle tötete. Max lief zu seiner toten Mutter, was seinen Vater noch mehr provozierte, sodass er die Waffe auf Max richtete. Er schoss erneut, aber Moritz warf sich in die Schussbahn, fing die Kugel ab und rettete somit das Leben seines kleinen Bruders. Der Vater beging daraufhin Selbstmord. Ein traumatisches Erlebnis, welches die Brüder im Guten und Schlechten bis heute verbindet.

Max heiratete früh ein Mädchen aus der Nachbarschaft, aber die Verbindung hielt nicht lange. Er trägt etwas in sich, das ihn davon abhält, das Leben zu genießen, sich auf Beziehungen einzulassen. Heute hat Max wenig Kontakt zu seiner Frau, aber sie kümmern sich gemeinsam um ihren zehnjährigen Sohn Jimmy. Max schreibt jede Woche einen Brief und telefoniert regelmäßig mit ihm.

Dank seiner Mutter spricht Max recht gut Deutsch. Sie gab ihren Söhnen auch deutsche Namen, abgeleitet von den berühmten Brüdern Max und Moritz, die für ihre bösartigen Streiche berüchtigt sind.

Max reist mit der Einstellung eines blauäugigen Idealisten nach Berlin und ist dort für den Wiederaufbau der Berliner Polizei im amerikanischen Sektor verantwortlich. Aber es gibt auch einen persönlichen Grund für Max, nach Berlin zu kommen: Er vermutet dort seinen seit langer Zeit vermissten Bruder.

 

Elsie Garten
(Nina Hoss)

Ende 30, geboren und aufgewachsen in Berlin. Zerrissen wie die Stadt Berlin. Ihr Ehemann Leopold wird in Russland vermisst. Aber Elsie vermutet, dass er noch am Leben ist. Sie hat Recht: Er wird in Berlin in einem Gefangenenlager festgehalten. Elsie wird für die Russen spionieren, damit sie ihren Ehemann zurückbekommt.

Um mehr Essensmarken zu erhalten, arbeitete Elsie zunächst als Trümmerfrau. Dann kam ihr die Idee, sich bei der Polizei zu bewerben, und sie stieg dort schnell auf. Diese Arbeit bringt genauso viel Geld, ist aber körperlich nicht so anstrengend. Heutzutage glaubt Elsie, dass sie ein besseres Berlin schaffen kann, ein neues Berlin, erbaut auf der Asche der Ruinen.

Wie in den meisten Polizeibezirken Berlins arbeiten auch in Elsies Bezirk hauptsächlich Frauen. Elsie ist die Leiterin der Sektion, ihr Bezirk liegt im amerikanischen Sektor.

Elsies hehres Ziel ist es, eine bessere Zukunft zu schaffen, für sich und ihren Ehemann, von dem sie tief in ihrem Inneren weiß, dass sie ihn wiedersehen wird. Aber der Preis, den sie dafür zahlen muss, ist hoch.

 

Tom Franklin
(Michael C. Hall)

45 Jahre. Amerikanischer Vizekonsul. Eloquent und schlau. Er studierte Jura in Stanford, weil es seine Familie so wollte. Kunst, weil er es so wollte. Auch die Entscheidung nach Deutschland zu gehen, fällte er gegen den Willen seiner Familie.

Franklins offizielle Arbeit in Berlin, seine Stelle als Vizekonsul, ist eher repräsentativ, aber seine eigentliche Mission ist Spionage. Seine Aufgabe besteht darin, den russischen Sektor zu kontrollieren. Sein Vorgehen ist von reinem Selbstinteresse geprägt. Berlin ist der perfekte Ort für ihn.

Tom Franklin ist Max' offizieller Vorgesetzter. Er ermutigt Max, Informationen für ihn zu sammeln, die er für seine Spionagearbeit verwenden kann.

Franklin ist mit Claire verheiratet. Ihre Beziehung ist ein wenig die Jahre gekommen, was auch am dominanten Auftreten von Franklin liegen mag.

 

Claire Franklin
(Tuppence Middleton)

35 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Sussex, England. Wie es wirklich in ihr aussieht, weiß niemand. Einerseits genießt sie das Leben in der Upperclass, andererseits erkennt man die große Einsamkeit in ihr.

Partys und Glamour, die Gründerin des Clubs amerikanischer Hausfrauen in Berlin, immer ein Lächeln und einen flotten Spruch auf den Lippen: Sie ist die perfekte Gastgeberin, die aber zu viel trinkt und zahlreiche Affären eingeht. Als Claire Max kennenlernt, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen.

Claires Vater und ihre beiden Brüder wurden alle im Krieg getötet, während sie selbst in Washington D.C. mit Franklin zusammenkam. Sie hat den Krieg nur von jenseits des Atlantiks erlebt, aber ihre Brüder und ihr Vater standen ihr nah und ihr Hass auf die Deutschen sitzt tief. Diese dunkle Seite, die ihren Charakter prägt, tritt zu Tage, als sie realisiert, dass ihr Ehemann Tom Ex-Nazis bei der Flucht hilft.

 

Moritz McLaughlin
(Logan Marshall-Green)

35 Jahre alt. Max' älterer Bruder. Soldat der amerikanischen 45. Infanteriedivision. Als vermisst gemeldet, aber mit eigener Agenda aktiv auf Berlins Straßen: Er spürt Altnazis auf, an denen er sich rächen will und tötet sie.

Sein Gerechtigkeitsgefühl ist biblisch und unerbittlich, hochgradig pathologisch. Ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit und der Krieg haben ihn zerstört.

Die Bildergeschichten von Max und Moritz liefern ihm die Grundlage für seine grausamen Rachetaten. In seiner verdrehten Weltsicht hofft er, dass Max ihn auf seinem Schlachtzug begleiten wird.

 

Karin
(Mala Emde)

25 Jahre alt. Vor dem Krieg arbeitete Karin als Bedienung in einem Bierhaus in Neukölln. Sie war ein rundum optimistisches und fröhliches Mädchen. Dann kam der Krieg und im Anschluss die Besatzung der Alliierten. Einsam und ein wenig naiv lernt sie zwei sympathische amerikanische Soldaten in einer Bar kennen. Doch die beiden entpuppen sich als brutale Vergewaltiger. Nur knapp entgeht sie dem Tod und muss dann auch noch erfahren, dass sie schwanger ist.

In ihrer Not entscheidet sich Karin, einen Mann zu kontaktieren, von dem sie bislang nur Gerüchte gehört hat: den "Engelmacher", der Frauen bei der Abtreibung hilft. Sie weiß, dass sie dafür einen Preis zahlen muss, ahnt aber nicht, wie hoch dieser sein wird. Karin entwickelt sich immer mehr vom Opfer zur Täterin. Die bescheidene Kellnerin aus Neukölln wird zu einer der wichtigsten Handlangerinnen für den "Engelmacher", indem sie ihm hilft, sein Imperium zu erweitern und zu sichern.

 

Hermann "Engelmacher" Gladow
(Sebastian Koch)

Mitte 50. Arbeitet in allen Sektoren. Brutal. Intelligent. Mitfühlend. "Der Engelmacher" ist Berlins Al Capone und seine Expertise erstreckt sich auf Raub, Entführungen, Schwarzmarkt, Mord und Prostitution. Er hat ein Team von 70 Leuten und die meisten von ihnen sind Frauen. Er ist diskret und nur wenige wissen, wer er wirklich ist – ausgenommen die Leute, die für ihn arbeiten. Er ist eine Legende in Berlin und alle nennen ihn "Engelmacher".

Vor dem Krieg war er Gynäkologe. Sein Spitzname leitet sich aus dem Umstand ab, dass er Frauen bei Abtreibungen hilft, die sie sich meist nicht leisten können. Für seinen Service fordert er von den Frauen Gefälligkeiten. Diese Gefälligkeiten decken das gesamte Spektrum seiner kriminellen Machenschaften ab: von Prostitution, Schmuggel und Spionage bis hin zum Mord. "Engelmacher" ist so komplex wie die Stadt Berlin – er ist ein Schurke, zeigt aber auch sehr viel Mitgefühl mit den Opfern. Dieses Mitgefühl sichert ihm die Loyalität seiner Leute.

"Die Streiche von Max und Moritz sind 
die treibende Kraft dieser Geschichte"

Kurzinterview mit Mȧns Mȧrlind

Kurz zusammengefasst: Was erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer bei "Schatten der Mörder – Shadowplay?" 

"Schatten der Mörder – Shadowplay" ist eine dramatische, emotionale und spannende Reise in das Berlin des Jahres 1946 und zu den gebrochenen Menschen, die dort leben.

Was war Ihre Inspiration? Woher stammt diese Geschichte?

Ich wollte schon immer etwas über diese Zeit machen. Ich glaube, dass man viele Kriegsfilme und viele Filme über den Kalten Krieg gesehen hat. Aber die Zeit direkt nach Kriegsende, die wurde noch nicht so oft verfilmt. Es war eine Zeit, die ich für eine ungeheuer interessante halte, weil ich Situationen mag, wenn sie am Tiefpunkt sind, wenn man am dunkelsten Punkt angelangt ist. Es ist sehr interessant, zu sehen, was mit den Menschen passiert, was sie tun, wie sie sich verhalten. Es bringt das Beste und das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein. Berlin 1946 war die Verbrechenshauptstadt der Welt: Es gab 200.000 Vergewaltigungen, es gab 3000 Morde, und in Berlin gab es damals sogar Gerüchte über Kannibalismus und so weiter. Ich dachte, dass dies ein interessantes Umfeld ist, um etwas über Menschlichkeit zu erzählen. Ich denke, wenn man etwas erzählen will, das die Menschen auf positive Weise berührt, tut man das am besten im Dunkeln, sonst wird es seicht und schlecht. Wenn die Umgebung aber hart und dunkel ist, dann ist es einfacher, das Licht zu sehen.

Kannten Sie die Geschichte von Max und Moritz?

Manchmal passiert es beim Schreiben, dass man zwei völlig unterschiedliche Ideen zusammenführt. Ich hatte also diese Idee zu Berlin '46, und dann fiel mir ein, dass ich 2013 oder 2014 mit meiner Familie in Berlin war. Wir gingen in das Restaurant "Max und Moritz", und ich sah mir an den Wänden all diese seltsamen Kinder-Cartoon-Dinger an und fragte: "Was ist das?" Jemand erklärte mir, es sei der erste Comic überhaupt, er stamme aus dem späten 19. Jahrhundert und diese Kinder spielten bösartige Streiche in einem deutschen Dorf. Und ich dachte: "Wow, niemand hat die Geschichte zu einem Film oder einer Fernsehserie gemacht." Dann habe ich es irgendwie ausgeblendet, aber im Gedächtnis behalten. Als ich klarer über Berlin '46 nachdachte, und wie ich die Geschichte erzählen möchte, ohne dass es nur wie eine historische Serie aussieht, wurde mir klar, es ist die Geschichte von Max und Moritz, und die Brüder sind Amerikaner, aber die Mutter ist Deutsche, und das ist die Story, die uns in die Welt von "Schatten der Mörder – Shadowplay" bringt – das ist die treibende Kraft der Geschichte.

Diese Zeit, direkt nach dem Krieg, 1946, ist ein unterrepräsentierter Teil der Geschichte. Wie aufwändig war die Recherche?

Ich recherchiere immer extrem viel, aber ich habe noch nie so viel recherchiert wie für dieses Projekt. Einige Figuren stammen direkt aus der Recherche, wie zum Beispiel der Untergrundboss, der "Engelmacher" genannt wird. Er entstand einfach aus der Tatsache, dass es in Berlin so viele Vergewaltigungen gab, aber keine funktionierenden Krankenhäuser, keine Ärzte. Engelmacher ist also dieser Typ, der den Frauen hilft, weil ihnen sonst niemand hilft. Sie kommen zu ihm, er ist Gynäkologe. Er gibt ihnen Penizillin und nimmt Abtreibungen vor, und dann hat er die Frauen in der Hand. Diese Figur ist also jemand, der sich direkt aus meinen Recherchen abgeleitet hat. Ich hatte keine Ahnung, dass ich ihn erschaffen würde, nachdem ich das alles gelesen hatte. In der Serie kommen keine Vergewaltigungen vor, wir erzählen die Nachwirkungen von all dem.

Sie führen gemeinsam mit Björn Stein Regie. Wie kam es dazu?

Björn und ich sind Freunde, seitdem wir acht oder neun Jahre alt sind, und wir arbeiten seit 15 Jahren als Team zusammen. Wir haben beide zunächst allein angefangen, dann haben wir ein Projekt bekommen, bei dem wir sagten: "Lass' uns das zusammen machen." Einer der Gründe war: Weil wir es können, und man sich nicht an die Regel halten muss, dass es nur einen Regisseur geben kann. Ich glaube, das war einer der Gründe zu sagen, lass' es uns mit zwei Regisseuren machen. Bei Teams kümmert sich normalerweise einer um die Schauspieler, der andere um die Kamera – aber wir mögen beide beides, also wechseln wir uns täglich ab. Was bedeutet, wenn ich Regie führe, ist Björn mein bester Freund, und er hilft mir einfach und bringt mir Kaffee und gibt mir Ideen und am nächsten Tag ist es andersherum. Wir machen die ganzen Planungen, die Besprechungen, die Regieanweisungen und die Proben etc. zusammen, und wir machen die ganze Nachbearbeitung und die Spezialeffekte und die Musik und so weiter zusammen, aber am Set sind wir jeden zweiten Tag dran.

Was war die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung, das Einzige, wovor ich Angst hatte, war, wie wir Berlin 1946 porträtieren werden, weil ich es nicht im Studio drehen wollte. Denn das Studio stellt sich immer als Fälschung heraus. Ich wollte eine Geschichte erzählen, bei der ich das Gefühl habe, dass ich nichts tue, über das deutsche Zuschauer und Zuschauerinnen sagen: "So sah es nicht aus, das ist nicht richtig". Mein Verlangen, mein Anspruch auf Realismus war wirklich hoch, und ich wusste, dass wir das Berlin von damals nicht nachbauen können. Wir fanden all diese echten Ruinen, in denen wir unsere zerstörten Städte schufen, und als ich verstand, dass das alles funktioniert, wurde eigentlich alles sehr einfach. Das war meine größte Angst, der X-Faktor.

Außerdem wollten wir ein sehr warmes, verschwitztes, sommerliches Berlin – vergleichbar mit nichts, was wir bisher gesehen hatten. Bisher wurde die Nachkriegszeit immer kalt und blau und grau dargestellt. Und wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter. Wir hatten ein paar Regentage, aber dann drehten wir stattdessen eine Innenszene. Ich könnte mich darüber beschweren, dass es ein paar bewölkte Szenen gibt, aber von acht Stunden Filmmaterial, ein paar Szenen mit Wolken – das ist okay.

Quelle: Auszüge aus EPK-Material

Audio-Interview mit Sebastian Koch

Audio-Interview mit Nina Hoss

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