Copyright: ZDF / Gordon Timpen
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Stralsund - Schattenlinien

Der Samstagskrimi

Auf dem Strelasund explodiert eine Yacht, ein Mann wird getötet. Grund für die Explosion ist ein fern gezündeter Sprengsatz. Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und ihre Kollegen geraten im Zuge ihrer Ermittlungen in einen Rachefeldzug, der sie in ein verdrängtes Kapitel der DDR führt: Spezialkinderheime zur Disziplinierung.

  • ZDF, Samstag, 26. Januar 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 25. Januar 2019, ab 10.00 Uhr

    Texte

    Stab und Besetzung

    Buch   Olaf Kraemer 
    RegieMarkus Imboden
    KameraCarl-Friedrich Koschnick
    SzenenbildClaus Kottmann
    TonmeisterChristoph Köpf
    MusikOliver Kranz
    CastingSandra Köppe
    KostümbildFrank Bohn
    MaskeChristiane Greve, Jörg Dreydoppel
    SchnittMarco Baumhof
    ProduktionNetwork Movie, Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG, Köln
    ProduzentWolfgang Cimera
    ProducerFlorian Strebin
    HerstellungsleitungAndreas Breyer
    ProduktionsleitungRalph Retzlaff
    RedaktionMartin R. Neumann
    Länge

    88:30' Minuten

    Rollen/Darsteller
    Nina Petersen                    Katharina Wackernagel
    Karl Hidde                          Alexander Held
    Karim Uthman                    Karim Günes
    Caroline Seibert                 Therese Hämer
    Techniker Stein  Andreas Schröders
    Thomas Jung    Johannes Zirner
    Annegret Böhring     Angela Roy
    Sven Böhring  Wolf-Dietrich Sprenger
    Dirk Wegener  Marek Harloff
    Mike Voss Sebastian Hülk
    Martin Krenn Markus Boysen
    und andere

    Inhalt

    Auf dem Strelasund explodiert eine Yacht. Britta Böhring überlebt, ihr Gatte Jan Böhring, Sohn einer Hoteliersfamilie, wird getötet. Ermittlerin Nina Petersen fällt bei ihren Recherchen auf, dass Annegret

    Böhring mit ihrem Verlust umgeht, als hätte sie von dem Tod ihres Sohnes bereits gewusst. Grund für die Explosion ist ein fern gezündeter Sprengsatz – ein gezielter Anschlag?

    Was niemand weiß: Annegret Böhring, der ehemalige Kinderheimleiter Richard Dorn und der Ex-Stasimann Martin Krenn werden anonym erpresst. Doch die Bedrohten schweigen eisern gegenüber den Ermittlern und ihren Familien. Stattdessen beauftragen sie den Ex-Stasimann Krenn mit der "Erledigung der Sache".

    Nina Petersen ermittelt, dass Annegret Böhring zu DDR-Zeiten unter ihrem Mädchennamen Anna Engels Ärztin in einem Kinderheim tätig war, in das junge Menschen, die sich den Normen des Arbeiter- und Bauernstaates nicht fügen wollten, zur "Umerziehung" eingewiesen wurden. Schikane, Demütigung und Gewalt waren an der Tagesordnung. Nach der Wende hatte sich Annegret Böhring, wie die anderen Erpressten auch, in Stralsund eine neue Existenz aufgebaut

    Als ein Unbekannter versucht, die verletzte Britta Böhring im Hospital zu töten, spitzt sich die Lage weiter zu. Stein findet einen Film in Brittas Mobiltelefon – aufgenommen kurz vor der Explosion. Hidde identifiziert in dem Film Lichtzeichen, die er vom Militär kennt.

    Die Ermittler sind sich sicher, dass sie in einen Rachefeldzug geraten sind, der sie in ein verdrängtes Kapitel der DDR führt: Spezialkinderheime zur Disziplinierung. Ein paar der ehemaligen Heimkinder leben in Stralsund. Nina Petersen, Seibert und Hidde operieren auf einem psychologischen Minenfeld.

    Das Team

    Nina Petersen (Katharina Wackernagel)

    Nina Petersen ist eine energische Polizeikommissarin, die sehr prag­matisch mit Verbrechern umgeht. Ihre Gegner sind unberechenbare, brutale, zu allem entschlossene Täter, die fast immer auch eine per­sönliche Rechnung zu begleichen haben. Mit starkem Willen und Scharfsinn und unter ständigem Zeitdruck kniet sich Nina Petersen in die Fälle. Oft muss sie im Kampf für die Opfer ihre persönlichen Gren­zen überschreiten und droht dabei selbst unter die Räder zu geraten.

    Karl Hidde (Alexander Held)

    Karl Hidde, Hauptkommissar, ist zu jung, um schon der Rente entge­genzufiebern, und zu alt, um sich herumkommandieren zu lassen. Er hat nichts dagegen, dass er bei der Besetzung der Chefposition stän­dig übersehen wird. Aber dann soll der jeweilige Vorgesetzte ak­zeptieren, dass er seinen eigenen Kopf hat und seine eigenen Wege geht. Seit Karl sich von seinen Verletzungen nach dem Bombenan­schlag erholt und mit seiner Beinprothese arrangiert hat, nutzt er jede Gelegenheit zum Außendienst.

    Caroline Seibert (Therese Hämer)

    Caroline Seibert, Hauptkommissarin, ist die neue Leiterin der Stralsunder Kripo. Von allen Teammitgliedern verlangt sie höchste Einsatzbereitschaft – vor allem von Nina. Im persönlichen Umgang ist Caroline Seibert nicht einheitlich. Ihre Haltung wechselt zwischen hart und kritisch und dann wieder zwischen empathisch und aufbauend. Die Verbrechensaufklärung ist ihr wichtig – die eigene Karriere verliert sie dabei nicht aus den Augen. Ohne eine feste Partnerschaft, oder Familie zieht Caroline Seibert wechselnde Affären vor. Eine Frau, die sich nimmt, was sie will.

    Karim Uthman (Karim Günes)

    Karim Uthman ist vom SEK zur Mordkommission Stralsund gestoßen. Mutter und Vater, die aus Marokko stammen, arbeiteten beide als Ärzte. In den ersten Jahren nach dem Abi versuchte er noch, in die Fuß­stapfen der Eltern zu treten, ging aber dann zur Polizei. Über seinen Entschluss und die Verwerfungen, die er in seiner Familie hinterließ, redet Karim nicht gern. Karim, der ansonsten über ein fröhliches, abenteuerlustiges Temperament verfügt, beherrscht mehrere Kampf­sportarten, ist Experte für Waffen und Kampfstoffe und schon deshalb eher ein Mann der Taten als der Worte.

    Thomas Jung (Johannes Zirner)

    Thomas Jung, war ebenfalls lange Jahre beim SEK, bis er sich für eine "Auszeit" als Sicherheitsberater nach Afghanistan versetzen ließ. Nach seiner Rückkehr aus dem Krisengebiet wurde Jung zum Berater für besondere Gefahrenlagen, machte sich als Sprengstoffexperte und Verhörspezialist einen Namen. Seine zurückhaltend-kompetente Art hat ihm den Anschluss an Nina Petersens Team leicht gemacht. Nur Karl Hidde steht dem Neuen skeptisch gegenüber. Nina selbst impo­niert nicht nur sein fachliches Know-how – auch der Mann dahinter gefällt ihr.

    Interview mit Autor Olaf Kraemer

    Wie sind Sie auf den Stoff gestoßen?

    Ich habe mich schon länger für die Jugendwerkhöfe der DDR interessiert, regelrechte "Kinder-Gulags", in denen sexueller Missbrauch und Misshandlungen an der Tagesordnung waren. Ich habe mich gefragt, was aus diesen jungen Menschen nach der Wende geworden ist, als sowohl Täter als auch Opfer plötzlich in der gleichen Stadt nebeneinander wohnten.

    Wo und wie haben Sie recherchiert?

    Im Rahmen von Polizeiseminaren und durch psychologische Experimente kam heraus, dass Resilienz – also die individuelle Fähigkeit, Traumata zu verarbeiten – entscheidend ist bei der Bewältigung solcher Schicksale. Was den einen zerstört, kann den anderen wachsen lassen. In "Schattenlinien" sind es zwei Jungen, die durch ihre Erfahrung wie Brüder wurden und von denen einer sagt: "Ich hole uns die Gerechtigkeit, die uns der Staat nicht geben will. Auch für meinen Bruder." Doch der andere droht daran zu zerbrechen.

    Beruht die Geschichte auf einem realen Ereignis?

    In den "Forschungen zur DDR-Gesellschaft" stieß ich auf Aussagen von 14- und 15-Jährigen, die von der Staatssicherheit zur Prostitution gezwungen wurden, und im Archiv des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes gibt es Videos, die westliche Freier mit ostdeutschen Prostituierten zeigen, die dann zur Erpressung verwandt wurden.

    Gibt es einen konkreten Fall, eine Verbindung zur Realität, die Sie in "Schattenlinien" verarbeiten?

    Nein, der Fall ist fiktiv und beruht auf der Freundschaft zweier Jungen, die das gleiche ganz anders erlebt und verarbeitet haben. Mir war wichtig die Menschen nicht nur als Opfer darzustellen, sondern auch zu sehen, wie aus Opfern Täter werden können – die auch die Chance haben ihren Peinigern zu vergeben.

    Was bedeutet der Titel "Schattenlinien" für Sie?

    Der Titel stammt von einem Roman Joseph Conrads. Dort ist die "Schattenlinie" die Linie 8° 20′ nördlicher Breite, die ein Schiff überqueren muss, um der Flaute und der Malaria zu entkommen, und gleichzeitig ist das in dem Buch auch der Schritt, den der Ich-Erzähler tut, um erwachsen zu werden. In unserem Film ist es die Linie, die das ehemalige Opfer mit dem Anschlag auf die Yacht kreuzt, und die ihn zum Täter werden lässt und eine Tragödie in Gang setzt.

    Was kann man in der Reihe "Stralsund" im Gegensatz zu anderen Reihen erzählen, was macht sie für Sie besonders?

    "Stralsund" ist eine der wenigen Reihen, die abgeschlossene Geschichten erzählt und gleichzeitig auch die persönlichen Horizontalen der Ermittler weitertreibt. Ein dunkles, realistisches Format mit sehr guten Schauspielern, das regelmäßig auch gesellschaftliche Themen zum Beispiel aus der ehemaligen DDR in die heutige Zeit bringt.

    Missbrauch ist zurzeit ein Thema, dem man in vielen Lebensbereichen begegnet. Wie wichtig sind für Sie auch im Unterhaltungsprogramm gesellschaftlich relevante Themen?

    Eine Geschichte kann auch ohne gesellschaftliche Relevanz funktionieren, solange sie menschlich und psychologisch nachvollziehbar bleibt.

    Mit Johannes Zirner wird in "Schattenlinien" eine neue Figur als Kollege von Nina Petersen eingeführt. Erzählerisch eine Möglichkeit, neue Interaktionen zwischen den Hauptdarstellern zu konzipieren. Worauf kann man gespannt sein?

    In "Schattenlinien" wird der undurchsichtige SEK-Mann Thomas Jung zum Liebhaber von Nina Petersen. Beide Figuren umkreisen sich – nicht nur im Boxring. Man darf sich also auf eine längere Geschichte mit den beiden freuen, auch weil Jung ganz andere Ambitionen verfolgt als Nina und ihr Beruf den beiden immer wieder im Weg stehen wird.

    Über die Entwicklung der Figur Thomas Jung - von Producer Florian Strebin

    Mit den beiden "Stralsund"-Filmen "Waffenbrüder" und "Schattenlinien" tritt Thomas Jung, gespielt von Johannes Zirner, als neue Figur im Umfeld von Nina Petersen und Karl Hidde erstmals in Erscheinung.

    In der Phase der Figurenentwicklung war uns im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Reihe und vor allem der Bindung an die Nina-Petersen-Figur wichtig, keine weitere Polizistenfigur im klassischen Sinn einzuführen, sondern vielmehr die Bewegungsrichtung zwischen den Figuren mit neuer Energie aufzuladen, das typische "Stralsund"-Binnenverhältnis, welches für Konflikte, Misstrauensverhältnisse und eine innere Spannung steht, zu beleben.

    Ein entscheidender Aspekt in der Entwicklung von neuen Figuren ist in unseren Augen der Bezug zur Realität, um Charakteren ein Fundament an Glaubwürdigkeit zu verleihen. So basiert Thomas Jung auf einer Person, die für eine deutsche Behörde im engen Bezug der innerdeutschen Sicherheitsarchitektur arbeitet. Diese Person konnte uns Einblicke in die Arbeit von polizeiexternen Beratern verleihen sowie über Einsätze in Afghanistan berichten, die in die Backstory von Thomas Jung einflossen. Natürlich gehört es dann dazu, die immer mehr an Gestalt gewinnende Figur weiter zu fiktionalisieren. Das Fundament jedoch bleibt erhalten und ist fest verankert an eine Person mit wahren Erlebnissen und Erfahrungen.

    Johannes Zirner über …

    die Figur Thomas Jung:

    Thomas Jung ist ein SEKler mit großer Loyalität zu seinen Kollegen, aber mit der nötigen Professionalität. Sein Einsatz in Afghanistan als Ausbilder für Polizisten hat ihn seine Beziehung gekostet und ein tiefes Trauma bei ihm hinterlassen. Zurück in Deutschland hat er sich entschieden, ein neues Leben als Ausbilder und Berater anzufangen. Jung ist Sprengstoffexperte, spezialisiert sich zusätzlich aber auch als Profiler auf dem Gebiet der Verhörmethoden.

    … sein Verhältnis zu Nina, Karl und Karim:

    Nina beeindruckt ihn, sowohl als Kriminalistin als auch als Mensch. Da die beiden gleiche Interesse haben, wie zum Beispiel das Boxen, kommen sie sich schnell näher. Es wird sich zeigen, wie gut sie Privates und Berufliches trennen können. Mit Karl hingegen kann Thomas schon mal aneinandergeraten, begegnet ihm aber immer mit großem Respekt. Karim mag er, in ihm sieht Thomas einen professionellen aufstrebenden Polizisten und Kriminologen.

    ... die Vorbereitung auf die Rolle:

    Zur Vorbereitung auf die Rolle habe ich das Buch von Thomas Müller "Die Bestie Mensch" hinzugezogen. Darüber hinaus habe ich mir viele Dokumentationen über Afghanistan angesehen.

    … die Krimireihe "Stralsund":

    Die Reihe behandelt komplexe Themen und hat gute Fälle, die diese Komplexität für den Zuschauer zugänglich machen. Oft werden Themen, die weit in der Vergangenheit liegen, aufgegriffen, was ich sehr spannend finde.

    ... Stralsund:

    In Stralsund gefällt mir besonders gut der Hafen mit der alten Gorch Fock und der Blick von der anderen Seite des Strelasunds auf die Stadt. Auch das verschneite Rügen hat mich beim letzten Dreh nachhaltig beeindruckt.

    Weitere Informationen

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