Gerichtsvollzieher Frank Neuhaus in einer vom Mieter verlassenen Wohnung. Foto: ZDF/Trieneke Klein
Gerichtsvollzieher Frank Neuhaus in einer vom Mieter verlassenen Wohnung. Foto: ZDF/Trieneke Klein

ZDF.reportage

Viermal im März: "Geld oder Gefängnis", "Rentner auf Reisen", "Ultras gegen Polizei", "Wohnungslos in Berlin"

Vier "ZDF.reportagen" im März rücken Gerichtsvollzieher, reisende Rentner, Hooligans und Wohnungslose in den Fokus. Zunächst geht es am Sonntag, 4. März 2018, 18.00 Uhr, um "Geld oder Gefängnis – Wenn der Gerichtsvollzieher klingelt". Eine Woche später, am Sonntag, 11. März 2018, 18.00 Uhr, begleitet die "ZDF.reportage" Senioren-Reisetester auf Gran Canaria. Am Sonntag, 18. März 2018, 18.00 Uhr, heißt es in der "ZDF.reportage: Ultras gegen Polizei – Fanrandale und kein Ende". Und am letzten Sonntag im März rücken Wohnungslose in Berlin in den Blick.

  • ZDF, Sonntag, 4. März 2018, 18.00 Uhr / sonntags 18.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 4. März 2018

Texte

Sendetermine und Stab

Sonntag, 4. März 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Geld oder Gefängnis
Wenn der Gerichtsvollzieher klingelt

Film von Trieneke Klein

Produktion: field media
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 11. März 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Urlaubsgrüße aus dem Ruhestand
Rentner auf Reisen

Film von Michael Beck und Michael Hawich

Produktion: 99pro Media
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 18. März 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Ultras gegen Polizei
Fanrandale und kein Ende

Film von Robert Heller

Produktion: MAZab!
Redaktion: Leo Spors
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 25. März 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Ohne Zuhause
Wohnungslos in Berlin

Film von Stephanie Gargosch und Alexander Eschment

Produktion: ZDF
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

ZDF.reportage: Geld oder Gefängnis – Wenn der Gerichtsvollzieher klingelt

In Deutschland haben fast sieben Millionen Menschen Schulden. Jahr für Jahr steigt die Zahl derer, die ihre Rechnungen nicht mehr begleichen können. Irgendwann steht dann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Frank Neuhaus, Vorsitzender des Gerichtsvollzieherbundes NRW und selbst seit über 20 Jahren aktiv im Dienst, hat schon einige Schicksale erlebt. "Das Internet macht es immer schlimmer", sagt der 48-Jährige. Ein Klick, und schon ist die Ware gekauft – auch wenn das Geld dafür eigentlich fehlt. "Manchmal kaufen Eltern sogar auf den Namen ihrer Kinder ein", erzählt Neuhaus.

Doch seit einigen Monaten treiben den Sauerländer Gerichtsvollzieher noch ganz andere Sorgen um: Neuhaus und seine Kollegen werden zunehmend mit Klagen und Drohbriefen überhäuft, vom Grundstück verwiesen, attackiert. "Früher hatten die Menschen noch Respekt vor uns", sagt Neuhaus, "heute werden die Schuldner viel schneller aggressiv. Die Gesellschaft hat sich geändert". In letzter Zeit häufen sich die Meldungen von Geiselnahmen und Anschlägen mit Todesfolge auf Gerichtsvollzieher. Auch Neuhaus selbst ist schon attackiert worden. Der Job wird härter. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass immer weniger junge Menschen Gerichtsvollzieher werden wollen. Die Situation verschärft sich durch Pensionierungswellen und steigende Krankenstände.

Dem wollen die Bundeslänger jetzt mit einem verbesserten Ausbildungskonzept und einer Öffnung der Ausbildung entgegenwirken. Im Ausbildungszentrum für Gerichtsvollzieher in Monschau werden derzeit 129 Anwärter aus neun Bundesländern ausgebildet. Zum ersten Mal sind auch Quereinsteiger dabei – so wie Daniel Rambach, der früher in einer Kanzlei für Insolvenzrecht arbeitete. Seine Kollegin Stefanie Willing ist eine von aktuell 84 Frauen in der Ausbildung. Trotz steigender Aggressivität, trotz Dauerbelastung scheinen Frauen diesen Beruf reizvoll zu finden. In Monschau weiß man um die Gefahren: Anti-Aggressions- und Deeskalationstrainings haben inzwischen einen wichtigen Anteil am Unterrichtsstoff. Die Männer und Frauen wissen: Dort, wo sie in Zukunft unterwegs sein werden, kann sogar ein Kugelschreiber zur Waffe werden.

Die "ZDF.reportage" begleitet Gerichtsvollzieher im Alltag und in der Ausbildung. "Du weißt nie, was dich an der nächsten Haustür erwartet", sagt Frank Neuhaus. Und genau das macht die Arbeit als Gerichtsvollzieher für ihn und die Azubis trotz allen Ärgers zum spannendsten Job der Welt.

Urlaubsgrüße aus dem Ruhestand – Rentner auf Reisen

Deutschlands Rentner verreisen immer häufiger – und lassen sich ihre Urlaube mehr und mehr kosten. Statt Schrebergarten und Kaffeekränzchen gehen die sogenannten "Best Ager" auf Kreuzfahrt. Oder sie buchen Städtetrips. Auf diesen Trend haben sich inzwischen auch die Reiseveranstalter eingestellt und offerieren ein breites Angebot für die Abenteuer suchenden "Silver Surfer", wie sie liebevoll genannt werden. Aber die Generation 65 plus ist nicht leicht zufriedenzustellen: Wenn Komfort und Organisation nicht passen, wird schneller reklamiert als bei manch jüngeren Reisenden.

Die "ZDF.reportage" ist mit Senioren-Reisetestern auf Gran Canaria, die dort Hotels und Anlagen auf Seniorentauglichkeit prüfen. Das Filmteam begleitet eine Gruppe rüstiger Witwen auf Sightseeing- und Männerschau in Budapest und ist dabei, wenn ein bayerisches Rentnerpaar mit seinem pubertierenden Enkel auf Kreuzfahrt geht.

Ultras gegen Polizei – Fanrandale und kein Ende

Jahr für Jahr nimmt die Gewalt in und um Fußballstadien zu – und damit auch der Aufwand, den die Polizei zur Absicherung sogenannter Hochrisikospiele betreibt. Fast jedes fünfte Fußballspiel gilt inzwischen als Hochrisikospiel. Die Folge: Mehr als 1,4 Millionen Polizei-Arbeitsstunden jährlich in der ersten und zweiten Bundesliga, rund 80 Millionen Euro Gesamtkosten.

Diese Kosten trägt im Endeffekt der Steuerzahler – und die Absicherung der Spiele in der dritten Liga und in der Regionalliga kommen noch dazu. Die "ZDF.reportage" begleitet die Polizeiarbeit bei einer Partie der dritten Liga. Dort setzen Landes- und Bundespolizei mehr als 1000 Beamte ein, um die Fan-Gruppen voneinander zu trennen – ein logistischer Kraftakt, der aber notwendig ist.

Die "ZDF.reportage" zeigt den enormen Aufwand, der bei einem Hochrisikospiel betrieben wird: Unzählige Polizeibeamte aus unterschiedlichen Bundesländern, Equipment, Fahrzeuge, Befehlsstelle und eine enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei – all das ist nötig, damit es zu keiner Eskalation kommt und das Spiel überhaupt stattfinden kann. Denn die Problem-Fans gehen immer professioneller und organisierter vor, um ihrem Unmut Luft zu machen und den gegnerischen Fanblock zu provozieren.

Die Reportage begleitet einen Einsatzleiter und einen Bereitschaftspolizisten, der offen und unverblümt seine Meinung zur Aggressivität der Fan-Gruppen sagt. Zudem kommen die Anti-Konflikt-Teams der Bundespolizei, Anwohner und normale Fans und Fanclubs zu Wort.

Ohne Zuhause – Wohnungslos in Berlin

Eine eigene Wohnung – das ist ein Grundrecht, aber immer mehr Menschen können sich dies nicht mehr leisten, werden wohnungslos. Das lässt die Zahl der Obdachlosen explodieren. Die "ZDF.reportage" trifft Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, zeigt ihren Alltag und ihren meist aussichtslosen Kampf zurück in die eigenen vier Wände. Denn in Berlin fehlen Wohnungen. Und der Mangel treibt die Mieten höher.

Jahrzehntelang wurde es politisch versäumt, gegenzusteuern. Nun hat die Wohnungsmisere die untere Mittelschicht erreicht. Familie Rüscher konnte die Nebenkostenabrechnung nicht begleichen. Dann kam die Kündigung. Aufgefangen wurden die allein erziehende Mutter und ihre zwei Kinder in einer Notunterkunft für Familien. Ihr Leben, ihre Dinge stehen nun verpackt in Kisten in einem Keller. Es tut weh, keinen Ort zu haben, sagt Frau Rüscher. Ob sie jemals wieder eine bezahlbare Wohnung in Berlin findet? So richtig glaubt sie nicht daran.

So landen immer mehr Wohnungslose auf der Straße. In Berlin, so Schätzungen, sollen es rund 5000 sein. Etwa 30 Prozent davon Frauen und Kinder – das ist neu. Anja kommt mal da und mal dort unter, in die Notunterkünfte will sie nicht. Sie hat mal studiert und ist gebildet – geriet dann aber in eine Lebenskrise. Nun dreht sich ihr Leben um das Überleben ohne Wohnung. In Berlin, so sagt sie, gibt es dafür eine gute Infrastruktur, Suppenküchen, Kleiderkammern. Eine bezahlbare Wohnung – diesen Traum hat auch sie aufgegeben.

Zunehmend auffällig in den Straßen Berlins sind obdachlose EU-Bürger wie Karoly. Er stammt aus Rumänien und hat in Berlin Billigjobs. Für eine Wohnung reicht das nicht. Er kampiert mit anderen Rumänen in einem Zeltlager. Immer wieder wird es geräumt, was rechtlich grenzwertig ist. Denn eigentlich wären die Bezirke verpflichtet, alle Bürger, die wohnungslos sind, unterzubringen, auch EU-Bürger. Doch wohin, wenn es den Wohnraum nicht gibt?

Das Versagen der Wohnungspolitik bekommt in Berlin immer schärfere Kontur. Die Hauptstadt ist wie ein Brennglas, sie könnte aber auch zum Motor für die Lösung der Wohnungsmisere werden. Denn Politik kann und will dort nicht mehr wegsehen.

Infos zur "ZDF.reportage"

Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden. 

Die Redaktion der "ZDF.reportage" wird geleitet von Heike Schnaar.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfreportage 

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