Nächste "ZDF.reportage" am 18. November 2018 "Erst frei, dann pleite: Selbstständige in Not". Foto: ZDF/Matthias Ruuck
Nächste "ZDF.reportage" am 18. November 2018 "Erst frei, dann pleite: Selbstständige in Not". Foto: ZDF/Matthias Ruuck

ZDF.reportage

Erst frei, dann pleite – Selbstständige in Not

Ob Schneiderin, Lottoladen-Besitzerin oder Kleinbauer: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um sich etwas zurücklegen zu können. Erst frei, dann pleite – leider keine Ausnahme. Die Kleinunternehmer arbeiten oft unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Die "ZDF.reportage Erst frei, dann pleite – Selbstständige in Not" erzählt von Selbstständigen, die ihr Rentenalter schon erreicht haben, und jenen, die noch auf dem Weg dahin sind. Die Realität der Älteren ist die Perspektive der Jüngeren und lautet zu oft: "Armut".

  • ZDF, Sonntag, 18. November 2018, 18.00 Uhr / sonntags 18.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 18. November 2018

Texte

Die nächsten "ZDF.reportagen" / Sendetermine und Stab

Sonntag, 18. November 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Erst frei, dann pleite
Selbstständige in Not

Film von Felix Krüger

Produktion: Clipfilm
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 9. Dezember 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Zu alt zum Fahren?
Senioren am Steuer

Film von Enrico Demurray und Saara von Alten

Produktion: Wilde Bilder
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 16. Dezember 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Kein Geld für'n Supermarkt
Der schwere Gang zur Tafel

Film von Michael Beck

Produktion: 99pro Media
Redaktion: Mike Stagneth
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 23. Dezember 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage: Christkind ahoi
Flusskreuzfahrt zum Weihnachtsmarkt

Film von Sören Folkens

Produktion: Good Times
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

Erst frei, dann pleite – Selbstständige in Not

Ob Schneiderin, Lottoladen-Besitzerin oder Kleinbauer: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um sich etwas zurücklegen zu können. Erst frei, dann pleite – leider keine Ausnahme. Die Kleinunternehmer arbeiten oft unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Sie fallen durch das soziale Netz.

Dass dies in äußerst prekäre Lebenslagen führt, erkennen viele Selbstständige zu spät. Laut einer DIW-Studie zahlt nur etwa die Hälfte aller Kleinunternehmer in die Rentenversicherung ein. Da die Beiträge für sie freiwillig sind, sparen sie sich diese Kosten oft und hoffen, später genug Gewinn fürs Alter zu machen. Doch das klappt nicht immer.

Dabei wurde der Alleingang in die Selbstständigkeit lange Zeit von der Politik beworben und staatlich gefördert: Über 100 000 "Ich-AGs" entstanden in den Nullerjahren. Viele von ihnen wirtschaften am Existenzminimum.

"Ich trinke nur Leitungswasser. Kleidung – nichts über zehn Euro. Das Auto rostet vor sich hin." Petra K. hat sich vor Jahren mit einer Nähstube selbstständig gemacht. Ihre Auftragsbücher sind voll, trotzdem reicht es am Monatsende oft nicht. So kommt es, dass manchmal mehr als Dreiviertel ihrer Einnahmen allein an die Krankenversicherung gehen. Für Rentenbeiträge - keine Chance.

"Dass mir einmal so wenig bleiben würde, das habe ich nie für möglich gehalten, nein." So bilanziert Wera H. ihr Berufsleben als selbstständige Lottoladen-Inhaberin. Sie lebt mit 700 Euro Rente aktuell etwa 300 Euro unter der Armutsgrenze. Ihr Antrag auf Grundsicherung wurde abgelehnt, weil sie ein Haus bewohnt, für das die Raten noch nicht abbezahlt sind.

Besonders drastisch sind die Notlagen von Selbstständigen bei denen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr stemmen können. Eine halbe Million Menschen sind bei ihrer Krankenkasse verschuldet und bekommen, bis auf lebensrettende Maßnahmen, keine Leistungen mehr. "Besonders erschüttert hat mich, dass 80 Prozent dieser Fälle aus der deutschen Mittelschicht kommen", sagt Dr. Uwe Denker, ein Arzt, der als Pensionär Menschen kostenlos behandelt.

Er sieht die Entwicklung erst an ihrem Beginn: "Wir werden noch eine Flutwelle an Armut erleben." Mit Blick auf die Politik sagt er: "Was wir brauchen, ist ein Rettungsschirm für in Not geratene Selbstständige."

Der Film erzählt von Selbstständigen, die ihr Rentenalter schon erreicht haben, und jenen, die noch auf dem Weg dahin sind. Die Realität der Älteren ist die Perspektive der Jüngeren. Sie lautet leider zu oft: "Armut".

Zu alt zum Fahren? – Senioren am Steuer

Der Führerschein kennt keine Altersgrenze nach oben. Wer den "Lappen" mit 18 Jahren erwirbt, hat eine Fahrerlaubnis auf Lebenszeit – selbst wenn es im Alter gesundheitlich bergab geht.

Rasen, Lichthupe, dichtes Auffahren – vor allem jüngere Autofahrer führen durch aggressives Fahren die Unfall-Statistiken an. Bei den Senioren knallt es dagegen häufiger in Situationen wie Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Einparken. Walter M. ist 91 Jahre alt und ein geübter Fahrer. Auch längere Autofahrten – zum Beispiel Urlaubsreisen bis nach Italien – traut er sich immer noch zu. Seine Sehstärke und Fahrtauglichkeit lässt er regelmäßig überprüfen. Doch dies macht er ganz freiwillig – ohne Druck des Gesetzgebers. Denn verpflichtende Fahrtauglichkeitstests oder Gesundheitschecks, wie es sie in anderen EU-Ländern längst gibt, möchte das Verkehrsministerium in Deutschland nicht einführen. Auch der ADAC und der Auto Club Europa sprechen sich dagegen aus und setzen auf Freiwilligkeit.

Hilde S. aus Neuwied ist 90 Jahre alt. Aus der Garage holt sie ihren Rollator, den sie ins Auto stellt. Für längere Besorgungen in der Stadt braucht sie ihn. Das Auto macht ihr das Leben leichter, nur sehen kann sie nicht mehr ganz so gut. Doch mit einer Spezialbrille kriege sie das noch hin, meint sie. Ihr Sohn sieht das etwas anders, mit 90 könne man doch aufhören.

Warum muss man in Deutschland zur Führerscheinprüfung seine Augen untersuchen lassen und danach nie wieder? Diese Frage stellt sich Optiker Uli Herzog aus dem schwäbischen Biberach öfter. Seiner Kundin, der 87-jährigen Adelheid B., rät er deshalb, lieber nicht mehr mit dem Auto zu fahren. Adelheid ist einsichtig und entscheidet sich, ihren Führerschein ganz abzugeben. Die Stadt Biberach fördert diesen Schritt. Im Seniorenbüro erhält sie dafür im Gegenzug ein kostenloses Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr. "Ich war nie eine Autonärrin, und zum Glück bin ich noch sehr gut zu Fuß", sagt sie.

Wie wird eine zunehmend alternde Gesellschaft in Zukunft mit dem Thema Mobilität umgehen? Wie gehen Angehörige von Demenzkranken damit um, wenn ihre Eltern partout nicht auf das Autofahren verzichten wollen? Die "ZDF.reportage" taucht ein in den Lebensalltag unterschiedlicher Senioren, die alle noch mobil sein möchten.

Kein Geld für'n Supermarkt – Der schwere Gang zur Tafel

Fast 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland auf Lebensmittelspenden angewiesen. Arme, Alte, Männer, Frauen, Kinder holen sich regelmäßig Essen bei der Tafel ab, um satt zu werden. Bedürftige bekommen dort Lebensmittel kostenlos – oder für wenige Euro.

Auch Rentnerin Bärbel Kappus war lange auf die Tafel angewiesen. 700 Euro Rente waren einfach zu wenig, um monatlich über die Runden zu kommen. Zwischenzeitlich schlug sie sich mit Putz-Jobs durch und hat sich mit dem Thema Armut im Alter intensiv beschäftigt. Mittlerweile hilft sie anderen Bedürftigen bei Problemen und rechtlichen Fragen. Bremerhaven gilt als eine der ärmsten Städte Deutschlands –  11.000 Kunden zählt die Tafel dort. Ihr Chef Reiner Giese versucht mit entspannter norddeutscher Gelassenheit, sich von den vielen Problemen nicht entmutigen zu lassen, und unterstützt, wo es geht.

Deutschlandweit werden etwa 1,5 Millionen Tafelkunden von etwa 60 000 ehrenamtlichen Mitarbeitern in mehr als 2000 Läden und Ausgabestellen versorgt. Doch spätestens, seit die Essener Tafel zeitweise keine Ausländer mehr aufnahm und in Bremerhaven gegen Tafelmitarbeiter wegen Unterschlagung ermittelt wurde, wird auch Kritik an der Tafel lauter. Die Tafeln seien weder sozial noch nachhaltig, sagt Soziologe Prof. Dr. Stefan Selke. Der Staat werde durch sie aus seiner sozialen Verantwortung gelassen.

Wie gehen die Tafeln mit solchem Gegenwind um? Wie sieht ihr Konzept für die nächsten Jahre aus? Die "ZDF.reportage" befragt Tafel-Mitarbeiter und ihre Kunden in West und Ost, in der Stadt und auf dem Land.

Christkind ahoi – Flusskreuzfahrt zum Weihnachtsmarkt

Jedes Jahr im Dezember beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres: die Advents-, oder wie manche auch sagen: die "Weihnachtsmarktzeit". Es gibt tatsächlich regelrechte "Weihnachtsmarkt-Fans". Die besuchen verschiedene Märkte in unterschiedlichen Städten, haben den Kennerblick für Deko wie Ware und ein feines Näschen für den richtigen Glühwein.

Auch Reiseveranstalter sind auf den Geschmack gekommen. Weihnachtsmarkttouren boomen. Meist mit dem Reisebus, neuerdings aber auch mit dem Flusskreuzfahrtschiff. Und so wird für die Kreuzfahrer der Weihnachtsmarkt gleich im doppelten Sinne zum wärmenden Hafen der Geselligkeit.

Doch was sind das für Menschen, die sich auf die Reise machen, um die Adventszeit auf diese Weise zu begehen? Und wer sind all diejenigen, die es möglich machen, dass dieser Weihnachtsmarktzauber während der Adventswochen glänzen kann?

Die 30-minütige "ZDF.reportage: Christkind ahoi" wirft einen Blick auf Menschen, die tagelang auf Reisen gehen, um die Vielfalt der Weihnachtsmärkte zu erleben. Der Film begleitet eine mehrtägige Flusskreuzfahrt zu den großen Weihnachtsmärkten entlang des Rheins. Die Kreuzfahrtteilnehmer lassen sich auf ein intensives Adventserlebnis ein. Auf dem Programm steht nicht nur der Besuch traumhafter Weihnachtsmärkte wie der in Heidelberg oder der des "Christkindlsmärik" in Straßburg. Die ganze Flussfahrt wird zu einer einzigen großen Adventsfeier mit adventlich geschmücktem Rheindampfer und abendlichem Weihnachtsliedersingen.

Neben den Gästen kommen auch die Menschen zu Wort, die das alles möglich machen: Das Schiffspersonal steht dieses Jahr vor besonderen Herausforderungen. Seit Wochen herrscht niedriger Pegelstand im Rhein. Der Steuermann muss präzise durch die Fahrrinne lenken, sonst findet die Flussfahrt ein jähes Ende.

Darüber hinaus schildert "Christkind ahoi" den Geschäftsalltag von Betreibern der Weihnachtsmarktstände, welche die Kreuzfahrtgäste bei ihren Landgängen besuchen. Werden sie das Geschäft des Jahres machen oder am Ende draufzahlen?

Infos zur "ZDF.reportage"

Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden. 

Die Redaktion der "ZDF.reportage" wird geleitet von Heike Schnaar.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfreportage 

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