Aktenzeichen XY... ungelöst

Die 500. Sendung

Am Mittwoch, 14. Oktober 2015, 20.15 Uhr, verzeichnet die Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" die 500. Ausgabe. Das Anliegen der Sendung ist auch nach 48 Jahren so aktuell wie bei der Erstausstrahlung im Oktober 1967: die Unterstützung der Verbrechensbekämpfung. Die Zuschauer können interaktiv während und nach der Live-Sendung dabei helfen, ungelöste Kriminalfälle aufzuklären, unbekannte Täter zu identifizieren und flüchtige Verbrecher aufzuspüren.

  • ZDF, Mittwoch, 14. Oktober 2015, 20.15 Uhr

Texte

500. Ausgabe der Sendung "Aktenzeichen XY… ungelöst"
Vorwort von ZDF-Redakteurin Nadja Grünewald-Kalkofen

Mit den legendären Worten: "Den Bildschirm zur Verbrechensbekämpfung einzusetzen – das, meine Damen und Herren, ist der Sinn unserer neuen Sendereihe ‚Aktenzeichen XY… ungelöst‘, die ich Ihnen heute vorstellen möchte", begrüßte Eduard Zimmermann am 20. Oktober 1967 die Fernsehzuschauer und legte damit den Grundstein für die bis heute andauernde Erfolgsgeschichte des Fahndungsformats. Am 14. Oktober 2015 verzeichnet die Sendung die 500. Ausgabe und kann auf mittlerweile 48 Jahre konstante Bildschirmpräsenz zurückblicken. Eine bemerkenswerte Jahreszahl für eine Sendung, die damit ein bedeutender Teil der deutschen Fernsehgeschichte ist.

Die Fahndungssendung gilt als die erste interaktive Reality-TV- Sendung und ist bis heute ein einzigartiges Format in der deutschen Fernsehlandschaft und wurde in der Zwischenzeit weltweit in zahlreichen Ländern adaptiert. Die Seriosität und die Sachlichkeit der Falldarstellung gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der Sendung, die auf dem langjährigen Vertrauen zwischen der Redaktion Eduard Zimmermann – Deutsche Kriminalfachredaktion, den Justiz- und Polizeibehörden und dem ZDF beruht. Die Zuschauer erkennen die Ernsthaftigkeit und Angemessenheit im Umgang mit Verbrechen und honorieren diese Leistung mit der konstanten Bereitschaft, bei der Aufklärung von Verbrechen zu helfen. Dies führt sowohl zu der beachtlichen Aufklärungsquote von über 40 % als auch dazu, dass die ZDF-Programmarke aktuell zu den erfolgreichsten regelmäßigen Informationsformaten im deutschen Fernsehen gehört.  "Aktenzeichen XY... ungelöst" erzielt überdurchschnittliche Marktanteile. Das gilt insbesondere für die Zielgruppe der jüngeren Zuschauer: Im aufgelaufenen Jahr beträgt die Quote bei Zuschauer gesamt im Durchschnitt 5,33 Mio. (17,9 % MA) und bei den 14 bis 49-Jährigen 1,36 Mio. (12,7 % MA). Eine Win-Win-Situation – denn je höher die Sehbeteiligung umso höher die Chancen auf zahlreiche Hinweise. Damit steht die Sendung für öffentlich-rechtliches Public Value.

Um als wirksames Instrument der Verbrechensbekämpfung langfristig Bestand zu haben, wird die Sendung unter Beibehaltung des seriösen Markenkerns an einen sich wandelnden Fernsehmarkt mit veränderten Sehgewohnheiten stetig behutsam angepasst und modernisiert. Zu den prägnantesten Veränderungen der letzten Jahre gehört die Verlängerung der Sendezeit von 60 auf 90 Minuten im Jahr 2008 mit einem neuen Sendeplatz mittwochs, 20.15 Uhr. Auch die zeitgemäß inszenierten Filmbeiträge und die optischen Anpassungen der Studiobauten sowie des Grafikdesigns stehen für den konstanten Erfolg.

Seit 2002 prägt Rudi Cerne mit seiner souveränen und seriösen Moderation maßgeblich die Sendung mit. Im selben Jahr wurde auch der "XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen" vom ZDF und der XY-Produktionsfirma Securitel ins Leben gerufen. Diese Auszeichnung für Zivilcourage, die unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers steht, ehrt je drei Personen oder Gruppen, die sich vorbildlich im Kampf gegen die Kriminalität für ihre Mitmenschen eingesetzt haben. Die Kriminalprävention nimmt so weiterhin einen hohen Stellenwert im Rahmen des Sendungskonzepts ein.

Das positive Image des Fahndungssendung führte im Jahr 2011 dazu, unter der Dachmarke "XY" eine Sondersendung mit dem Titel "Aktenzeichen XY... ungelöst-Spezial: Wo ist mein Kind? " ins Leben zu rufen. Der bisher schönste Erfolg der Sondersendung konnte in diesem Jahr verbucht werden, als unmittelbar nach der sechsten Ausgabe am 3. Juni 2015 ein verschwundenes Mädchen zu seiner Familie zurückkehrte. Derzeit sind weitere Spin-Offs in Planung, die das Erfolgskonzept von "Aktenzeichen XY… ungelöst" ausbauen.

Wir freuen uns, auch weiterhin mit "Aktenzeichen XY… ungelöst" einen wichtigen Beitrag zur Verbrechensbekämpfung leisten zu können.

Nadja Grünewald-Kalkofen
HR Fernsehfilm / Serie I Reihen und Serie I

Stab und Sendungskonzept

Live-Regie:Utz Weber, Günter Mitgutsch, Michael Bentele
Regie Einspielfilme:Thomas Pauli, Boris Keidis, Bettina Braun, Robert Sigl, Peter Ladkani, David Carreras und andere
Produktion:Securitel Film + Fernsehproduktions- und Verlagsgesellschaft m.b.H.
Produzent:Martin Groß
Chefredakteurin: Ina-Maria Reize-Wildemann (Redaktion Eduard Zimmermann – DKF Deutsche Kriminalfachredaktion GmbH)
Redaktion ZDF:Nadja Grünewald-Kalkofen
Länge:ca. 88 Minuten

 

Sendungskonzept

"Aktenzeichen XY... ungelöst" gehört zu den beliebtesten Sendungen im deutschsprachigen Raum und ist im Programm des ZDF zu einem Markenzeichen geworden. Die Sendung hat Tradition, doch ihr Anliegen ist heute mindestens so aktuell wie bei der Erstausstrahlung im Oktober 1967: die Verbrechensbekämpfung zu unterstützen. 

Die Zuschauer können dabei helfen, ungelöste Kriminalfälle aufzuklären, unbekannte Täter zu identifizieren und flüchtige Verbrecher aufzuspüren. In kurzen Filmen werden Verbrechen von Schauspielern nachgestellt. Danach werden die Zuschauer einbezogen – ob jemand sachdienliche Hinweise zu den gezeigten Personen oder Gegenständen geben kann? Oft führen die Angaben der XY-Zuschauer zur Aufklärung der Taten. Die XY-Statistik beweist es.

"Themenlieferanten" für die Beiträge in XY sind die Strafverfolgungsbehörden, also die örtlichen Kripo-Stellen, die Staatsanwaltschaften, die Landeskriminalämter und das BKA. Auch ausländische Fälle werden regelmäßig ausgestrahlt, sofern es einen Bezug ins Sendegebiet gibt.

Zahlen und Fakten

Fälle insgesamt:4436
Fälle gesamt geklärt:1810
Aufklärungsquote gesamt 40,8%
Anzahl der festgenommenen Täter gesamt:2254
Tötungsdelikte gesamt:1456, davon geklärt: 598 (41,1%)
Entführung/Geiselnahme:45, davon geklärt: 27 (60%)
Sexualstraftaten gesamt:173, davon geklärt: 74  (42,8%)
Raubstraftaten gesamt:1228, davon geklärt: 393,92 (32,1%)
Betrug gesamt:584, davon geklärt: 347 (59,5%)
Einbruch gesamt:257, davon geklärt: 106 (41%)
Vermisstenfälle  gesamt:129, davon geklärt: 42 (32,6%)

 

Auszug aus der XY-Statistik 2015 (Stand: 18. August 2015). Berücksichtigt sind alle in XY behandelten Fälle von Sendungsstart bis Juli 2015. Als aufgeklärt vermerkt sind dabei alle von der Polizei als geklärt eingestuften Fälle, von denen die Redaktion Kenntnis erlangt hat.

"2254 Straftäter konnten bisher festgenommen werden"
Statement von Ina-Maria Reize-Wildemann, Chefredakteurin Redaktion Eduard Zimmermann

Als "Aktenzeichen XY… ungelöst" 1967 am 20. Oktober das erste Mal auf Sendung ging, kam dies einer kleinen Revolution gleich. Den Bildschirm zur Verbrechensbekämpfung zu nutzen und das Publikum aktiv an einer TV-Sendung zu beteiligen, das war in der Form noch nie da gewesen und sorgte für großes Aufsehen. XY hatte sehr bald Straßenfeger-Qualität. Wenn freitags um 20.15 Uhr Eduard Zimmermann mit ernster Miene die Nation zur Mithilfe aufrief, versammelten sich die Zuschauer mit ihren Familien vor dem Bildschirm und hatten Papier und Bleistift zur Mitarbeit parat. 

Von Anfang an funktionierte die Sendung nicht nur als Fahndungshilfe für die Polizei sehr gut, sondern war auch beim Publikum ein voller Erfolg. Ein Zuschauerhinweis führte gleich noch während der ersten Sendung zur Festnahme: der Melkmaschinenschwindler Johannes K. war von den Zuschauern erkannt und von der Polizei festgenommen worden. Und so sollte es weitergehen. Auch in der zweiten und dritten Sendung konnten Straftäter noch während der Sendung hinter Schloss und Riegel gebracht werden. Damit verstummten die meisten Kritiker an diesem neuen Sendekonzept.

Die Hoffnungen der Macher und der Polizei hatten sich voll und ganz erfüllt: 4436 Straftaten wurden in der Sendung bislang vorgestellt. Davon konnten 1810 geklärt und 2254 Straftäter festgenommen werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 40,8 %. Dieser Erfolg hat wohl auch damit zu tun, dass man bei der filmischen Umsetzung der Kriminalfälle immer wieder neue und nicht selten überaus aufwändige Wege geht: Da wird schon mal der Tunnel der Berliner "Tunnelräuber" 1:1 für die Dreharbeiten nachgestellt – für den mit über 30 Minuten bislang längsten Filmbeitrag in der Geschichte von "Aktenzeichen XY... ungelöst". In einigen Fällen verlängert sich zum Beispiel die Sendezeit von sonst 90 Minuten auch mal auf 120 Minuten. Auch sonst geht die XY-Redaktion immer wieder neue Wege. Unter anderem wurde auch von der Deutschen Kriminalfachredaktion ad hoc ein Spendenkonto für einen jungen Mann organisiert, der mit 14 Jahren aus Afrika nach Deutschland gelockt und dort gefangen gehalten und missbraucht worden war. Die Zuschauer ermöglichten dem schwer traumatisierten Jugendlichen nach Ausstrahlung des Falls mit ihren Spenden eine adäquate Therapie und trugen dazu bei, dass der Minderjährige bis zur Volljährigkeit in Deutschland bleiben darf.

Schlagzeilen wie "Mord nach 29 Jahren gelöst – der Fall Lolita Brieger", gehören mittlerweile zur Erfolgsgeschichte des Formats. Längst erwarten Polizei und Zuschauer die Ausstrahlung spektakulär empfundener Verbrechen in XY. Da muss ein vieldiskutierter Fall wie das vermisste Mädchen Madeleine McCann (XY Spezial 2013) aus England ebenso Thema sein, wie die Fahndung nach dem Mörder der entführten Bankiers-Gattin Maria Bögerl aus Heidenheim oder der Fall Peggy Knobloch aus Lichtenberg in Franken. Nicht nur die Zuschauerzahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, sondern auch die Anzahl der Hinweisgeber steigt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr.

"Aktenzeichen XY... ungelöst ist ein Vorläufer des interaktiven Fernsehen"
Drei Fragen an Rudi Cerne

Sie sind seit über zehn Jahren das Gesicht der Sendung. Was macht das Format für Sie als Moderator einzigartig?

Bei "Aktenzeichen XY… ungelöst" wird der Fernsehbildschirm seit Jahren erfolgreich zur Verbrechensbekämpfung genutzt. Der Zuschauer kann direkt auf Fragen reagieren und trägt aktiv zur Aufklärung von Kriminalfällen bei. Die Sendung ist damit auch ein Vorläufer des interaktiven Fernsehens.

Was hat sich aus Ihrer Sicht seit Bestehen der Sendung bis heute verändert?

Grundsätzlich sind wir uns treu geblieben. Natürlich wird im Laufe der Zeit immer an den Stellschrauben gedreht. Unter anderem sind die Filme zu den einzelnen Fällen in ihrer Qualität über die Jahre herausragend geworden. Und die Studio-Regie hat heute Hochglanz-Charakter.

Gibt es Fälle, die Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben sind?

Es gibt natürlich mehrere Fälle, an die ich mich erinnere. Ein besonderer war für mich der Fall von Lolita Brieger, der nach 29 Jahren durch den Hinweis eines Zuschauers geklärt werden konnte. Die junge Frau war damals von ihrem Liebhaber ermordet worden. Ein weiterer Fall, an den ich mich besonders erinnere, ist der Fall der Joggerin Kirsten S. im Spandauer Forst in Berlin 2009. Ihr Mann war schon vorausgelaufen und die Frau war dort das Zufallsopfer eines Messerstechers geworden. Im Sterben sagte sie noch, dass man ihrem Mann ausrichten soll, wie sehr sie ihn liebt.

 

Die Fragen stellte Elisa Schultz

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