Copyright: ZDF/Sebastian Woithe
Copyright: ZDF/Sebastian Woithe

Auf der Flucht

4 Filme über eine Welt in Bewegung

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2018 zeigt das ZDF die Reihe "Auf der Flucht – 4 Filme über eine Welt in Bewegung".

  • ZDF, ab Montag, 18. Juni 2018, 23.55 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Montag, 18. Juni 2018

Texte

Auf der Flucht  - 4 Filme über eine Welt in Bewegung

Die Welt ist in Bewegung. Gewalt, Krieg, Umweltprobleme oder mangelnde wirtschaftliche Perspektiven treiben jedes Jahr Millionen von Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Den Geschichten dieser Menschen nähern sich die Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure des Kleinen Fernsehspiels in der Reihe "Auf der Flucht" sowohl dokumentarisch wie auch fiktional. Dabei gilt ihre Aufmerksamkeit in erster Linie den Flüchtenden - ihren Erlebnissen und Gefühlen, ihrer Vitalität und Ausdauer, ihren Traumata, ihrem Mut und ihren Bedürfnissen.

Auf der Flucht sind die ProtagonistInnen der vier Filme nicht nur schutzlos Wind und Wetter, sondern vor allem auch Kriminellen und Nutznießern ihrer prekären Situation ausgeliefert. Von ihnen sind sie abhängig, benötigen aber ebenso die Hilfe der Menschen in den jeweiligen Ländern, die sie auf ihrer Flucht durchqueren oder in denen sie landen. Das zeigen alle vier Filme, und auch, was für ein Glück es ist, nicht allein unterwegs zu sein. Freundschaften und Solidarität begleiten die Protagonistinnen und Protagonisten auf ihrem Weg in die Fremde. So haben der dokumentarische Auftaktfilm "Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung" sowie die drei Spielfilme "Implosion", "Geschwister" und "Die Flucht" auch eine positive Botschaft: Fremde können zu Freunden werden, und vieles ist möglich, wenn man zusammenhält.

Claudia Tronnier, Redaktionsleiterin Das kleine Fernsehspiel

Die Sendetermine und -titel

Montag, 18. Juni 2018, 23.55 Uhr
Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung

Montag, 25. Juni 2018, 0.30 Uhr
Implosion

Montag 9. Juli 2018, 0.00 Uhr
Geschwister

Montag, 16. Juli 2018, 0.10 Uhr
Die Flucht

Als Paul über das Meer kam - Tagebuch einer Begegnung 

Montag, 18. Juni 2018, 23.55 Uhr

Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung
Dokumentarfilm, Deutschland 2017

Das kleine Fernsehspiel

Stab

Buch und Regie

Jakob Preuss

Kamera

Juan Sarmiento G., Emma Rosa Simon, Florian Schewe, David Boisseaux-Chical

Schnitt

Franziska von Berlepsch, Karoline Vielemeyer, Annette Muff, Natali Barrey

Ton

Stephan Frantz, Julian Cropp

Musik

Bennet Cerven, Florian Eisenschmidt – THE TROUBLE NOTES, Gary Marlowe

Produktionsleiterin

Sarah Fliessbach

Produzenten

Jakob Weydemann, Jonas Weydemann

Produktion

WEYDEMANN BROS. GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW und NORDMEDIA

Redaktion

Diana Kraus, Milena Seyberth

Länge

95 Minuten

 

Ein Dokumentarfilm über eine ungewöhnliche Freundschaft in einem politisch und weltgeschichtlich brisanten Umfeld.

Inhalt
Paul ist ein Migrant aus Kamerun. Er hat sich durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen, wo er auf eine Chance wartet, über das Meer nach Europa zu gelangen. Hier lernen sich Paul und der Berliner Filmemacher Jakob kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherche ist. Kurz darauf schafft es Paul, in einem Schlauchboot nach Spanien überzusetzen. Er überlebt – doch die zweitägige Überfahrt kostet die Hälfte seiner Mitreisenden das Leben. Anstatt psychologischer Betreuung erwartet Paul in Spanien Abschiebehaft. Erst nach seiner Freilassung trifft er Jakob in Granada wieder. Aufgrund der Wirtschaftskrise in Südeuropa will Paul nach Deutschland weiterreisen, der ehemaligen Kolonialmacht in Kamerun und dem Land seiner Träume. Jakob muss sich entscheiden, wenn Paul es in sein Heimatland schafft: Wird er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben helfen oder bleibt er der beobachtende Filmemacher? Am Ende nimmt der Film eine Wendung, die weder Paul noch Jakob bei ihrem ersten Treffen im marokkanischen Wald für möglich gehalten hätten.

Festivals und Auszeichnungen - eine Auswahl

38. Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2017
Weltpremiere im "Dokumentarfilm Wettbewerb"

13. achtung berlin – new berlin film award 2017
Lobende Erwähnung durch die Ökumenische Jury

35. Bergamo Film Meeting 2017
Auszeichnung: Bester Dokumentarfilm

Internationales Filmfestival Innsbruck 2017

26. Internationales Filmfestival Rotterdam 2017

27. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern 2017
Lobende Erwähnung im Dokumentarfilm-Wettbewerb

DOCUDAYS UA – International Human Rights Documentary Film Festival
Auszeichnung: Gewinner DOCU / RIGHTS (Hauptpreis)

8. Kirchliches Filmfestival Recklinghausen

57. Krakow Film Festival

20. Shanghai International Film Festival
Auszeichnung: Bester Dokumentarfilm (Golden Goblet Award)

Fünf Seen Filmfestival, Deutschland

Kino!, New York, USA

Lux City Festival, Luxemburg

Tour de Lorraine, Schweiz

Sollte es ein Recht auf Migration geben?
Statement von Filmemacher Jakob Preuss

Bereits 2011, noch bevor der Begriff "Flüchtlingskrise" von den Medien geprägt wurde, begann ich, an den Außengrenzen der EU für mein Filmprojekt zu recherchieren, das damals den Arbeitstitel "Europes Borderlands" trug. Ich traf Grenzbeamte und Geflüchtete in Griechenland und Malta, besuchte ein Flüchtlingslager in Tunesien, fuhr an die polnisch-ukrainische Grenze, befragte Mitarbeiter von Frontex in den Headquarters in Warschau und begleitete Abgeordnete bei ihrer Arbeit im Europaparlament in Brüssel. Mein Fokus lag auf der europäischen Innenansicht.

Diese Drehs waren hochspannend, aber als ich 2014 Paul, einen kamerunischen Migranten, in den Wäldern bei Nador in Marokko traf, wurde mein Konzept durcheinandergewirbelt – wer den Film sieht, wird verstehen, warum. Es entstand die ganz persönliche Geschichte im Spannungsverhältnis zwischen Pauls langem Weg von Afrika nach Europa und meiner Suche nach einer angemessenen Rolle dabei. Während ich die Rolle, die Ziele und die Mittel des Staates, der Europäischen Union und auch der Migranten selbst hinterfragte, fing ich gleichzeitig mehr und mehr an, meine eigene Aktionsweise als außenstehender Beobachter kritisch zu reflektieren. Hatte ich das Recht – und vor allem: Wollte ich mich meiner gefühlten Verantwortung entziehen? Durfte ich es zulassen, Sympathie, Empathie und Freundschaft für meinen Protagonisten zu empfinden?

Wichtig war mir weiterhin, die "andere Seite", die Seite der Grenzschützer zu zeigen, sozusagen meine Seite, zu der ich jederzeit wechseln konnte. So diskutiere ich im Film angeregt am angsteinflößenden Zaun von Melilla mit einem spanischen Polizisten, ein weiteres Mal begleite ich portugiesisches Militär auf einem Patrouillenboot im Rahmen einer Frontex-Mission auf dem Mittelmeer, und bei einer Schleierfahndung mit zwei jungen Bundespolizisten an der deutschen Grenze erfahre ich viel über die Gemütslage dieser jungen deutschen Beamten. Auch wenn die persönliche Geschichte mit Paul in den Mittelpunkt rückte, bleibt diese Seite staatlichen Handelns ein wichtiges Puzzleteil oder auch Gegenstück im Film. Dabei stellte ich fest, dass keiner dieser Figuren als Feindbild taugte – ihr Credo war meistens "Das ist unser Job", und der ist nicht immer angenehm.

Dass mein Film Pauls Film werden würde, wurde mir klar, als ich ihn zitternd in einem spanischen Clip im Internet von einem Rettungsboot steigen sah – wohl noch nie war ich so von einem Nachrichtenbild bewegt und schockiert. Wir alle sind schreckliche Bilder aus Nachrichten gewohnt, aber ihre verstörende Kraft ist umso größer, wenn man jemanden auf ihnen kennt. An Filmschulen wird gelehrt, Distanz zu seinen Protagonisten zu wahren – vielleicht war es unser Glück, dass ich auf einer solchen nie war. Obwohl jede Geschichte einzigartig ist, scheint mir unsere Begegnung stellvertretend für viele zu stehen, die Menschen in Anbetracht der großen Fluchtbewegungen derzeit erleben. Meine Begegnung mit Paul war für mich sowohl sehr persönlich als auch stark politisch und viele meiner Ansichten wurden auf die Probe gestellt. Im Kern bleibt für mich die Frage, die ich mit Zitaten am Anfang des Films aufwerfe und die für mich weit über die derzeitige Asyldebatte hinausgeht: Sollte es ein Recht auf Migration geben?

"Ich wünsche mir nur ein bisschen Freiheit"
Interview mit Paul Nkamani

Wie war Ihre erste Begegnung mit Regisseur Jakob Preuss?

Wir haben uns zufällig in Marokko getroffen. Ich war am Anfang ein bisschen vorsichtig, da ich nicht genau wusste, warum er diesen Film bzw. diese "Bildungsarbeit" machen will oder was er damit beabsichtigt. Aber mit der Zeit hat er uns gut erklärt, warum er diesen Film macht und warum er mich begleiten will. Seitdem haben wir zusammen weitergemacht – bis heute.

Der Film fokussiert sich auf Sie und Ihre persönliche Geschichte. Weshalb haben Sie sich dazu entschieden, sich von Jakob Preuss begleiten zu lassen? Hatten Sie auch Bedenken, sich auf das Projekt einzulassen?

Er ist zwar persönlich – aber eigentlich gibt es viel mehr Dinge, auf die der Film natürlich nicht eingehen konnte.

Ja, ich hatte auch ein bisschen Angst, mich auf das Projekt einzulassen, ich kann nicht sofort jemandem, den ich nicht kenne, vertrauen. Man muss ein bisschen aufpassen. Aber es war für mich vor allem eine Gelegenheit, etwas zu sagen und unsere Perspektive zu erzählen. Die Situation zum Beispiel in dem Wald in Marokko war und ist bis heute nicht so gut für die Menschen, die dort campieren. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, mehr von uns zu erzählen und über diese Situation zu informieren, um unsere Realität und unsere Perspektive zu erklären und aufzuzeigen, weil es leider zu viele Klischees darüber gibt. Viele wissen nicht, warum Menschen aus Afrika nach Europa kommen und welche Gründe sie antreiben. Es wird zu wenig darüber und vor allem zu wenig miteinander gesprochen, dadurch sind die Leute zu wenig informiert.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Jakob Preuss heute beschreiben?

Anfangs war die Beziehung die zwischen einem Protagonisten und einem Filmemacher. Mit der Zeit, hat sich unsere Beziehung auch ein bisschen weiterentwickelt und ist freundschaftlicher geworden. Zum Beispiel wohne ich jetzt bei seinen Eltern und kann schon sagen, dass wir Freunde geworden sind und dass wir uns gegenseitig vertrauen. Dadurch fühlt es sich schon fast wie eine Familie an.

Der Film zeigt, welche Schwierigkeiten Sie auf Ihrem Weg nach Deutschland hatten und dass auch jetzt Ihre Zukunft in Deutschland noch ungewiss ist. Würden Sie alle Entscheidungen wieder so treffen?

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Mein Weg war nicht so leicht, zum Beispiel war ich durch diesen Unfall im Meer traumatisiert und habe schlechte Zeiten erlebt. Bis heute bin ich nicht frei – nicht in meinem Kopf und auch generell nicht.

Dazu kommt, dass ich noch immer auf die Entscheidung der Behörde warte, ich weiß nicht wer die Entscheidung trifft und warum. Und auch meine jetzige Arbeit im Pflegeheim macht mir viele Sorgen – manchmal mehr manchmal weniger. Ich habe eigentlich großes Glück und kann nichts bedauern. Europa ist jedoch nicht das Paradies, wie die Leute immer meinen. Ausländer werden nicht so akzeptiert, besonders nicht wenn sie aus Afrika sind. Sie haben eine bestehende Meinung über Afrikaner, und man muss kämpfen, um Anerkennung zu finden und etwas zu erreichen. Es ist alles nicht so leicht für uns.

Welchen Rat würden Sie Ihren Familienmitgliedern in Kamerun oder Personen, die in einer ähnlichen Situation sind wie Sie vor vier, fünf Jahren, geben?

Ich habe zwei oder drei Freunde, die auch diesen Weg nehmen wollen, aber ich habe ihnen gesagt, dass es nicht geht und sie diesen Weg nicht einschlagen dürfen. Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht und kann es keinem empfehlen. Erstmal ist der Weg alles andere als einfach – ich habe gesehen wie die Leute in der Wüste und im Meer gestorben sind. Dazu kommen das Leben im Wald, das auch nicht einfach war, und Probleme mit der Polizei in Marokko und Algerien. Es ist sehr schwer, und wenn man dann in Europa ankommt, wird man nicht akzeptiert. Seit zwei Jahren bin ich jetzt schon hier, und meine Situation ist noch immer unklar – man muss kämpfen, um zu leben. Irreguläre Migration kann ich keinem empfehlen.

Bei uns ist es so: Die Leute, die schon in Europa angekommen sind, erzählen nicht die Wahrheit. Sie verstecken immer die schlechte Seite und zeigen nur die schönen Bilder auf Facebook, mit schönen Frauen und mit großen Autos. Auch wenn sie in einer Höhle leben, können sie nicht zeigen, wo sie leben, sondern zeigen eher schöne Bilder von schönen Straßen. Deswegen wollen die anderen auch hierher kommen, sie sehen nur die schönen Bilder, aber wenn sie herkommen, sehen sie hier die Realität und bedauern ihre Entscheidung. Ich zeige den Leuten nicht die Klischees, sondern das, was für mich die Wahrheit und die Realität ist, damit jeder für sich selbst entscheiden kann, ob das gut ist oder nicht beziehungsweise, ob man das trotzdem machen möchte. Dadurch kann meine Erfahrung vielleicht auch denjenigen helfen, die nach Europa reisen möchten.

Wie würden Sie Ihre aktuelle Situation in Deutschland beschreiben?

Meine aktuelle Situation ist nicht so einfach, ich muss jeden Tag kämpfen. Zum Beispiel gibt es bei meiner jetzigen Arbeit auch Diskriminierung, und ich werde nicht immer gut behandelt. Das ist nicht so einfach. Aber Jakobs Familie hilft mir sehr, moralisch und auch finanziell haben sie mir sehr geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar! Sie sind sehr nett zu mir, und da ist zum Glück alles gut.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft? Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

Ich wünsche mir nur ein bisschen Freiheit. Vor allem, dass ich verstehe, warum welche Entscheidungen getroffen werden in der Behörde und dass sich aufklärt, ob ich hierbleiben darf oder nicht. Wenn ich hier bleiben darf, kann ich meine Arbeit weitermachen und danach auch meine Zukunft organisieren. Aber jetzt habe ich noch keinen Plan, weil ich nicht sicher bin, wie sich meine Situation entwickeln wird. Ich würde mir also wünschen, dass ich bald eine Entscheidung bekomme und dass diese positiv ausfällt.

Ich habe alles verloren, als ich meine Familie vor fünf Jahren verlassen habe. Daher habe ich in Kamerun keine Zukunft mehr, hier bin ich jetzt schon angekommen und habe Arbeit.

Ansonsten würde ich gerne unsere Situation und Beweggründe erklären, darüber sprechen und informieren. Ich würde mir wünschen, dass die Vorurteile gegenüber Afrikanern abgebaut werden und Menschen auch mehr mit uns sprechen beziehungsweise ein Austausch zwischen uns entsteht. 

Biografien

Jakob Preuss
Jakob Preuss (Buch und Regie), geboren 1975, ist Dokumentarfilmer aus Berlin. Seine Filme, die er im Iran, Bosnien und der Ukraine drehte, wurden in merh als zehn Ländern gesendet und auf zahlreichen Festivals gezeigt. "The Other Chelsea", sein erster abendfüllender Dokumentarfilm für Das Kleine Fernsehspiel, gewann den Max-Ophüls-Preis, den FirstSteps Award, den Grimme-Preis 2012 und war für den deutschen Fernsehpreis 2011 nominiert. Neben seiner Arbeit als Filmemacher ist Jakob Preuss im politischen Bereich tätig: So koordinierte er 2014 das Schreiben des Wahlprogramms für Bündnis 90/Die Grünen für die Europawahlen. Zuvor arbeitete er als Fraktionsreferent im Deutschen Bundestag zu europäischen Fragen. 2014 gründete er mit befreundeten Künstlern die Initiative GehtAuchAnders (www.geht-auch-anders.de) bei der sich Künstler mit politischen Themen auseinandersetzen und Position beziehen. Seit 2012 tritt Jakob Preuss regelmäßig als Migrationsexperte auf, zu dem er durch die vierjährige Recherche für sein Filmprojekt geworden ist. Er studierte Jura in Köln und Paris sowie Europastudien in Warschau. Jakob Preuss spricht fließend Russisch, Englisch, Französisch und Spanisch und lebt in Berlin und Tunis.

Paul Nkamani
Paul René Nkamani, geboren 1979 in Douala, Kamerun, studierte von 1997 bis 1999 Jura und Politikwissenschaften an der Universität in Douala und war dort Mitglied im Studentenrat. Im zweiten Studienjahr wurde er nach einem Streik von der Universität ausgeschlossen. Danach erhielt er ein Stipendium am Collège April-Fortier in Montréal, aber kein Visum für Kanada. Bis 2011 arbeitete Paul Nkamani in seinem Heimatdorf als selbständiger Züchter von Ölpalmen, wurde aber aufgrund seiner Stammeszugehörigkeit zunehmend im Dorf angefeindet. Im Dezember 2011 verließ er ohne Visum sein Heimatland, um Europa zu erreichen. Nach Durchquerung der Sahara arbeitete Paul Nkamani drei Jahre auf Baustellen in Algerien und Marokko. Im Dezember 2014 erreichte er in einem Schlauchboot die spanische Küste. Ende März 2015 kam er nach Deutschland und beantragte im Mai 2015 Asyl in Eisenhüttenstadt. Von Dezember 2015 absolvierte er einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst. Im Oktober 2016 begann er eine Vollzeitstelle als Pflegeassistent in Berlin.

Implosion

Montag, 25. Juni 2018, 0.30 Uhr

Implosion
Drama, Deutschland/Spanien 2011

Das kleine Fernsehspiel

Stab

Buch und Regie Sören Voigt
Kamera Olaf Hirschberg
Szenenbild Mani Martinez
KostümSusa Sasserath
Schnitt Gergana Voigt
TonMichael Bartylak, Jesús Casquete
MusikJakob Ilja, Oscar Kaiser
ProduktionsleitungEnrique Fernández
Ko-Produzenten Frank Evers, Carlos Pastor, Sören Voigt
ProduzentenKai Künnemann, Hans Eddy Schreiber, Jordi Rediu, Norbert Llarà
Produktion Produktion Karibufilm GmbH, Zeppelins Integrals Produccions s.l. Living Films O.H.G. in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und Televisió de Catalunya, Gaia Audiovisuals s.l. und cine plus filmproduktion GmbH, gefördert von Film und Medienstiftung NRW, Institut Català de les Indústries Culturals (ICIC), Instituto Valenciano de Cinematografía (IVAC) und Media FFA
Redaktion Lucas Schmidt
Länge88 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller

ThomasSven Gielnik
DjamileEye Haidara
AngélicaCarolina Clemente
NielsHans-Jochen Wagner
WillemEriq Ebouaney
und andere

Inhalt

Während des Sommerurlaubs in Spanien begegnet der 17-jährige Thomas dem Flüchtlingsmädchen Djamile. Als er versucht ihr zu helfen, gerät er in Konflikt mit seinem Vater.

Der 17-jährige Thomas fährt mit seinem Vater Niels, einem Staatsanwalt, in den Sommerurlaub nach Spanien. Die nächsten Wochen versprechen ihnen Abwechslung, vor allem von dem anhaltenden Scheidungskrieg von Thomas' Eltern. Am Abend treffen Thomas und sein Vater in einem Restaurant auf Angélica, Thomas' Spanischlehrerin am heimischen Gymnasium. Durch den vermeintlichen Zufall, der - wie sich herausstellt, keiner ist - erfährt Thomas von der Beziehung des Vaters zu seiner Lehrerin. Während Niels und Angélica von nun an versuchen, ihr neues Glück unbeschwert zu genießen, geht Thomas eigene Wege.

Mit einem gemieteten Motorrad driftet er durch die fremde Stadt und Umgebung. Dabei begegnet er Djamile, die gerade mit einem havarierten Flüchtlingsboot aus Libyen an der Küste Spaniens gestrandet ist. Thomas nimmt sie kurz entschlossen auf seinem Motorrad mit und versteckt sie heimlich in seinem Hotelzimmer. Während Djamile sich von den Strapazen der Überfahrt erholt, lernen sich die beiden besser kennen. Niels und Angélica bleibt die Anwesenheit des Mädchens nicht lange verborgen. Während Niels auf eine legale Lösung drängt, ist Thomas überzeugt davon, dass das nur zu Djamiles sofortiger Abschiebung führen würde. Angélica stellt sich überraschend auf Thomas' Seite.

Niels muss begreifen, dass Thomas zu allem entschlossen ist. Um ihre Reise nach Europa zu finanzieren, musste Djamile einen Vertrag mit der Schleusermafia eingehen. Als sie von dieser entdeckt und sehr deutlich aufgefordert wird, ihren Vertrag zu erfüllen, verlässt sie Thomas. Er sucht verzweifelt nach ihr und findet sie schließlich als Prostituierte auf der Straße wieder. Beherrscht von seinem unbedingten Willen Djamile zu helfen, nimmt Thomas Kontakt zu den Schleusern auf und kauft Djamile mit Niels' Mietwagen frei. Niels steht dem Tun seines Sohnes hilflos gegenüber und reagiert mit einem brutalen Wutausbruch, der alles zu zerstören droht.

Auszeichnungen
Bestes Darstellerensemble, Festival des deutschen Films, Mannheim 2012

Festivals
Internationale Hofer Filmtage 2011
Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2012
Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2012
Festival des deutschen Films 2012
Fünf Seen Filmfestival 2012
Cologne Conference 2012
Biberacher Filmfestspiele 2012
European Filmfestival Miami 2012
Giffoni Filmfestival 2012 (Italien)
Prix Europa 2012
Internationales Filmfestival Sao Paulo 2012

Äußere und innere ImmigrationInterview mit Regisseur Sören Voigt

Herr Voigt, momentan vergeht kaum ein Tag, an dem wir in der Presse nicht von dramatischen Szenen mit afrikanischen Flüchtlingen an den Küsten Südeuropas hören. Wie sind Sie auf das Thema aufmerksam geworden?

Das Aufeinanderprallen der Gegensätze zwischen der unbekümmerten Welt des Urlaubstourismus und der bedrückenden Situation von heimatlosen, gestrandeten Bootsflüchtlingen, die – wenn sie Glück haben und die Überfahrt überleben – an den Grenzen Europas anlanden, war der wichtigste Auslöser für die Entscheidung, dieser Situation filmische Aufmerksamkeit zu widmen.

Das Thema Migration wird in "Implosion" durch einen entscheidenden Faktor ergänzt: der äußeren Immigration des afrikanischen Flüchtlingsmädchens Djamile steht die innere Immigration des europäischen Teenagers Thomas gegenüber. Zusammen versuchen sie, gegen alle Hindernisse, in eine gemeinsame Zukunft aufzubrechen. 

Wie und wo haben Sie das Thema recherchiert?

Während der Bucharbeit recherchierte ich in mehreren Ländern. Spanien, Bulgarien, Portugal sowie auf Malta. Einblick in die Welt der Bootsflüchtlinge konnte ich 2007 auf Gran Canaria nehmen. Ich traf dort afrikanische Jugendliche, die die Reise auf einem "Cayuco" (Flüchtlingsboot, d.R.)) überlebt hatten, und konnte mit ihnen sprechen.

Sind die Flüchtlinge im Film als illegale und rechtslose Billigstarbeitskräfte fast schon so etwas wie ein geduldeter Bestandteil des Wirtschaftskreislaufs in Spanien beziehungsweise Europa?

Die Flüchtlinge, die nichts anderes wollen, als hier zu arbeiten, bilden ein immer größer werdendes Subproletariat in Europa, von dem schon jetzt viele industrielle Branchen abhängig sind. Außerdem schicken die Illegalen, die es nach Europa geschafft haben, regelmäßig kleine Geldbeträge in ihre Heimat, die im Gegensatz zu der milliardenschweren Entwicklungshilfe wirklich bei den Menschen dort ankommen und ihnen helfen.

Der Film erzählt eine Familiengeschichte, einen Konflikt zwischen Vater und Sohn. Welche Verbindungen interessieren sie zwischen dem familiären Mikrokosmos und den Konflikten unserer globalisierten Welt?

Die Brisanz dieser Geschichte liegt meiner Meinung nach in der Weigerung des Vaters auf die brennende Thematik adäquat zu reagieren. Es sind keine wirklichen Bemühungen für eine Lösung vorhanden. Es ist klar, dass unser europäischer Blickwinkel das Ausmaß dieser Problematik oft nicht wirklich erfasst. Das afrikanische Drama beginnt lange, bevor die EU eingreifen und helfen könnte. Viele afrikanische Länder haben in den letzten hundert Jahren mindestens einen Genozid erlebt. Die Auswirkungen der Klimakatastrophe bekommen die verarmten afrikanischen Länder unmittelbarer und existenzieller zu spüren. Nach wie vor werden die Ressourcen von Wenigen "geplündert" und außer Landes gebracht, anstatt eine Lebensgrundlage für die Einheimischen aufzubauen und für bessere Lebensbedingungen zu sorgen. Das vorherrschend praktizierte Modell der staatlich organisierten Entwicklungshilfe unterstützt – vielleicht ungewollt – diese Fehlentwicklung.

Wofür steht für Sie der Titel "Implosion"? 

Die familiäre und die gesellschaftliche Bindekraft reichen nicht aus, um die Widersprüche im konkreten Erleben des Jugendlichen Thomas auszugleichen. Er entsolidarisiert sich zu Recht von der hilflosen Bevormundung seines Vaters Niels und versucht in einem verzweifelten Akt der "Selbstjustiz" seine afrikanische Freundin zu befreien. Er versucht damit, unsere gemeinsamen europäischen gesellschaftlichen Grundwerte von Freiheit, Gleichheit und Würde eines jeden Menschen konkret umzusetzen und scheitert damit fast.

Biografie von Regisseur Sören Voigt
Sören Voigt wurde 1968 in Pinneberg in Schleswig-Holstein geboren. Nach dem Abitur war er von 1990 bis 1991 als Regieassistent am Kölner Schauspielhaus unter anderen bei Dimiter Gottcheff tätig. Von 1991 bis 1993 studierte er an der polnischen Filmschule in Lodz Regie, um anschließend von 1993 bis 2000 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) sein Regiestudium abzuschließen. Sören Voigt besuchte Drehbuchseminare bei Peter Märthesheimer, Peter Probst, Don Bohlinger, Burkhart Driest und Dick Ross sowie Regieseminare mit Uwe Schrader, Alexander von Eschwege, Rosa von Praunheim und Wolfgang Becker. Sein vielfach nominierter Kinospielfilm "Tolle Lage" ("Perfect Sight") war sein Abschlussfilm an der dffb. Sören Voigts zweiter Kinofilm "Identity Kills" wurde auf über zwanzig internationalen Festivals gezeigt. "Implosion" ist sein dritter Spielfilm.

Geschwister

Montag, 9. Juli 2018, 0.00 Uhr

Geschwister
Drama, Deutschland/Österreich 2016

Das kleine Fernsehspiel

Stab

Buch und RegieMarkus Mörth
KameraSorin Dragoi
LichtCostel Dinu
Szenenbild Graziella Tomasi
Maske Ellen Nicklas
Kostüm Laura Fries, Carolin Schreck
SchnittJulia Drack
Ton Marc Parisotto
Produktionsleitung Bruno Fritzsche
Produktion Nominal Film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und dem ORF, gefördert durch FilmFernsehFonds Bayern sowie durch das Österreichische Filminstitut
Produzenten Markus Mörth, Maximilian Plettau
Redaktion Lucia Haslauer (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Lucas Schmidt (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp (ZDF/ARTE)
Länge105 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller

BebeAda Condeescu
Mikhail Abdulkadir Tuncer
Gigi Mark Filatov
AlonaKathrin von Steinburg
Mutter Isolde Barth 
Renata Angelika Fink  
Niels Michael Kranz  
VerfahrensleiterinMartina Schölzhorn 
Kunstlehrerin Anna Schumacher 
Robert WeigertFrederic Welter
Kurt "Traubi"Pospisil Vitus Wieser

Inhalt
Die 18-jährige Bebe und ihr jüngerer Bruder Mikhail sind gezwungen, ihr Heimatland Moldawien zu verlassen. Mit nichts als einem Sack Heimaterde begeben sie sich auf eine
Odyssee Richtung Deutschland.

Der künstlerisch hochbegabte 16-jährige Mikhail und seine zwei Jahre ältere Schwester Bebe leben in einem Waisenhaus auf dem Land in Moldawien. Die beiden haben eine sehr enge Beziehung, sie helfen und schützen sich gegenseitig, doch als Roma sind sie in ihrer Heimat auf Dauer nicht sicher. Auf ihrer gefährlichen und illegalen Flucht über Rumänien und Serbien werden die beiden zu Gejagten: Sie geraten in die Hände von mafiösen Schlepperbanden, Menschenhändlern und Bordellbetreibern. Die Sicherheit, die ihnen Deutschland als Zielland ihrer Flucht anfangs zu bieten scheint, wird schnell brüchig – zu viel ist auf der Reise passiert, zu lang ist der Arm derer, denen sie entkommen sind und die sich nun an den Flüchtlingen rächen wollen. Die beiden müssen zudem nicht nur versuchen, Arbeit zu finden, neue Beziehungen zu knüpfen, die Sprache und mehr über die Kultur zu lernen,  sie kämpfen auch mit traumatischen Erfahrungen, kriminellen Verstrickungen und der Schwierigkeit, Vertrauen in die Chance auf eine bessere Zukunft zu fassen.

Preise und Auszeichnungen
"Geschwister" lief 2016 auf der "Diagonale. Festival des österreichischen Films", auf den Internationalen Hofer Filmtagen und beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. 2017 wurde der Film beim "Bolzano Filmfestival" mit dem Publikumspreis der Stadt Bozen ausgezeichnet.

Statement von Regisseur Markus Mörth
2005 habe ich im Grazer Flüchtlingshaus meinen Zivildienst absolviert und viele Dinge, die in "Geschwister" vorkommen, haben sich aus diesen Erinnerungen zusammengesetzt. Als wir den Film 2015 gedreht haben, sind wir der Reiseroute des Geschwisterpaares von Moldawien/Rumänien bis Deutschland chronologisch gefolgt. Nur wenige Tage, bevor die Grenzen geschlossen wurden, kamen wir nach Österreich. Die Realität hatte uns eingeholt. Erfahrungen wie diese haben die ganze fiktionale Situation des Drehbuches sehr stark erlebbar werden lassen und jeden im Team sensibel gemacht für dieses hochaktuelle und komplexe Thema.

Biografie von Regisseur Markus Mörth
Markus Mörth, 1973 in Graz geboren, studierte unter anderem Regie an der HFF München. Für seinen Abschlussfilm "Allerseelen" wurde er 2004 mit dem First Steps Award ausgezeichnet. Das Drehbuch zu "Geschwister" wurde 2011 mit dem "Carl-Mayer-Drehbuchpreis/Förderpreis" ausgezeichnet, es entstand nach Mörths gleichnamigem Roman. Hintergrund sind seine Erfahrungen während des Zivildienstes, den er in einem Flüchtlingshaus der Caritas Graz leistete. Markus Mörth unterrichtet heute unter anderem an der Universität Graz zum Thema "Interkulturalität und Medien".

Die Flucht

Montag, 16. Juli 2018, 0.10 Uhr

Die Flucht
Drama, Deutschland/Türkei 2017

Das kleine Fernsehspiel

Stab

Buch und RegieKenan Kavut
Kamera Florent Henry
SchnittNaim Kanat, Agnieszka Glinska
MusikAntoni Komasa-Lazarkiewicz
TonMustafa Bölükbaşi
Szenenbild Savaş Özdemir, Neslìhan Görücü
Kostümbild Aydan Alptürker
Producer Ali Suliman, Eki Peynirci
Produzenten Yeşìm Ustaoğlu, Kenan Kavut, Titus Kreyenberg  
Produktion Ustaoglu Film&K2 in Koproduktion mit unafilm, Berlin, ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE
Redaktion Claudia Tronnier (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp (ZDF/ ARTE)
Länge ca. 91 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller 

CabirAli Suliman
Aliye Jale Arıkan
Sadık Mustafa Avkıran
Kurbağacı Yahya Burak Çimen
MuhtarYusuf Demircioğlu
KomutanErdogan Eğmen
PatronBurak Türker
Alacaklı S. Hakan C. Tuna

Inhalt

Das Flüchtlings- und Liebesdrama handelt von einem Syrer, der sich in der Türkei auf einem Bauernhof versteckt. Zwischen ihm und der von ihrem Mann verlassenen Landwirtin entwickelt sich eine zunehmend intensive Liebesbeziehung.

Auf seiner Flucht aus Syrien kommt Cabir nach Edirne, einer türkischen Stadt an der Grenze zu Griechenland. Mit einer Gruppe von Flüchtlingen will er bei Nacht den Grenzfluss Maritsa überqueren. Sie werden jedoch von einer Grenzpatrouille gestellt. Cabir gelingt die Flucht. Er versteckt sich in einer einsamen Gegend. Es ist eiskalt, und seine Vorräte sind aufgebraucht. Auf der Suche nach Essen begegnet er einem Mann, der auf der Jagd nach Fröschen ist, eine verbreitete Einnahmequelle in dieser Gegend.

Cabir versucht, Essen von dem Mann zu stehlen und wird dabei erwischt. Der Jäger greift Cabir an, und beim Versuch, sich zu verteidigen, tötet Cabir ihn versehentlich, wie er glaubt. Verzweifelt über seine vermeintliche Tat, sucht er nach einem Versteck auf einem Bauernhof. 

Bei Einbruch der Nacht entdeckt die Türkin Aliye den Geflüchteten in ihrem Schuppen. Es geht ihm nicht gut. Er ist ausgehungert und durchgefroren. Sie bringt es nicht übers Herz, Cabir bei der Polizei zu melden. Sie und Cabir können sich nur mit Händen und Füßen verständigen, er spricht Arabisch, sie Türkisch. Dennoch finden sie allmählich eine gemeinsame Sprache und auch zueinander. Aliye bewirtschaftet den großen Hof, den sie mit ihrem Ehemann gepachtet hat, weitgehend alleine. Ihr Mann hält sich lieber in der nächstgelegenen Stadt auf. Als Cabir im Haus ein Foto von Aliyes Ehemann entdeckt, meint er darin den Froschjäger zu erkennen, den er getötet hat. Der Froschjäger fängt an, ihm als Geist zu erscheinen. Cabir ist drauf und dran, den Verstand zu verliefen. Doch dann taucht Aliyes Ehemann lebendig wieder auf. Es kommt zur finalen Konfrontation.

Preise und Auszeichnungen
Preis für das Drehbuch beim coco Post Pitch Award 2014 bei Connecting Cottbus;
Istanbul Film Festival, National Competition – Preis für die Beste Kamera: Florent Herry

Festivals
37. Istanbul Filmfestival 2018, Wettbewerb Human Rights in Cinema
FILMKUNSTFEST Schwerin MV 2018, Wettbewerb

Biografien

Kenan Kavut (Buch und Regie)
"Die Flucht" ist das Fiction-Debüt des türkisch-kurdischen Regisseurs Kenan Kavut, der auch das Drehbuch schrieb. Kenan Kavut wurde 1980 in Bitlis/Türkei geboren. Nach einem Bachelor-Abschluss in Film Studies schrieb er das Drehbuch für Seyfettin Tokmaks Debütfilm "BROKEN MUSSELS" (2012), der zahlreiche Preise gewann. Er führte Regie bei dem Dokumentarfilm "DREAM GANG" (2010), der bei zahlreichen Festivals lief, darunter beim Thessaloniki Film Festival, Istanbul Documentary Film Festival, Leipzig DOK und Cinemed

Ali Suliman (Rolle Cabir)
Der israelisch-palästinensische Hauptdarsteller Ali Suliman erlangte durch seine Hauptrollen in Filmen wie "Die syrische Braut" (2004) und "Paradise Now" (2005) internationale Bekanntheit.

Jale Arikan (Rolle Aliye)
Die deutsch-türkische Hauptdarstellerin Jale Arikan lebt in Deutschland und in der Türkei und ist eine viel beschäftigte TV- und Film-Darstellerin. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Lars Becker, Mennan Yapo, Neco Celik, Sam Gabarski, Lancelot von Naso und vielen anderen. Für ihre Hauptrolle in dem türkischen Film "Zerre" von Erdem Tepegöz erhielt sie beim Festival in Moskau und in Frankfurt Preise als beste Hauptdarstellerin.  

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/aufderflucht

Weitere Informationen

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