Bad Banks

Zweite Staffel des Serien-Events

"Bad Banks" nimmt die Zuschauer auch in den neuen Folgen mit auf eine waghalsige Reise in die Welt der Hochfinanz, die nach der Krise mehr denn je vor einem gewaltigen Umbruch steht. Neue Player wirbeln das althergebrachte System auf, und das Spiel um Macht, Manipulation und persönlichen Ehrgeiz dreht sich weiter. Doch geht es diesmal für unsere Figuren um alles oder nichts. Ein Kampf der Generationen, bei dem am Ende die Frage bleibt, wer die Zukunft des Systems bestimmen wird.

  • ZDF, Samstag, 8. Februar 2020, 21.45 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 31. Januar 2020
  • ARTE, Donnerstag, 6. Februar 2020, 20.15 Uhr

Texte

Sendetermine

TV-Erstausstrahlung ARTE:
Donnerstag, 6. Februar 2020, ab 20.15 Uhr Folgen 1-3
Freitag, 7. Februar 2020, ab 20.15 Uhr Folgen 4-6

TV-Erstausstrahlung ZDF:
Samstag, 8. Februar 2020, ab 21.45 Uhr, Folgen 1-2
Sonntag, 9. Februar 2020, ab 22.15 Uhr, Folgen 3-4
Montag 10. Februar 2020, ab 22.15 Uhr, Folgen 5-6

Alle Folgen sind ab dem 31. Januar 2020 in der ZDF Mediathek verfügbar, ab dem 30. Januar 2020 online bei Arte.

 

Sendetermin der Begleit-Doku im ZDF:

Montag, 10. Februar 2020, 23.55 Uhr

Stab

Regie: Christian Zübert
Autor:Oliver Kienle
Produzenten: Lisa Blumenberg, LETTERBOX FILMPRODUKTION, Nicolas Steil, IRIS Productions
Story created by: Oliver Kienle
Nach einer Idee von Lisa Blumenberg
Konzeptentwicklung: Jana Burbach, Jan Galli,
Ron Markus (auch Koautor Folge 4), Wolf-Alexis Puttfarken
Fachberatung: Wolf-Alexis Puttfarken
Bildgestaltung: Ngo The Chau, Moritz Kaethner
Montage: Jens Klüber, Julia Karg, Kai Minierski
Musik: Kyan Bayani
Ton: Max Meindl
Kostümbild: Sabine Keller
Szenenbild: Silke Buhr
Maskenbild: Katja Reinert, Hannah Fischleder, Jana Filipp
Casting: Anja Dihrberg
Executive Producer: Günther Russ
Co-Executive Producer: Christian Friedrichs
Producer: Lisa Arndt, Katharina Haase
Creative Producer            Oliver Kienle
Redaktion: Caroline von Senden, Alexandra Staib (ZDF), Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
Länge: 6 x 52 Min.

"Bad Banks" ist eine Produktion der LETTERBOX FILMPRODUKTION und IRIS Productions in Koproduktion mit der REAL FILM Berlin, in Koproduktion mit dem ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert durch Film Fund Luxembourg, German Motion Picture Fund, HessenFilm und Medien, Medienboard Berlin Brandenburg und Creative Europe – Media Programme of the European Union.
Im Weltvertrieb von Federation Entertainment.

Besetzung

Jana Liekam - Paula Beer
Gabriël Fenger -  Barry Atsma
Christelle Leblanc - Désirée Nosbusch
Adam Pohl - Albrecht Schuch
Thao Hoang - Mai Duong Kieu
Quirin Sydow - Tobias Moretti
Robert Khano - Jean-Marc Barr
Luc Jacoby - Marc Limpach
Ties Jacoby - Germain Wagner
Alexander Schunk - Trystan Pütter
Ben Kaufmann - Noah Saavedra

In weiteren Rollen:
Shantimay - Utsav Agrawal
Peter Richard - Tobias Langhoff
Vicky - Mathilde Irrmann
Felix Bender - Christoph Schechinger
David Kubiak - Tedros Teclebrhan
Lilou Guerin - Elisabet Johannesdottir
Pascal Rubens - Anton von Lucke
Isabelle - Larisa Faber
Maria - Canan Samadi
Mohamed - Hadi Khanjanpour
Herr Hoang - Pham Manh Cuong
Frau Hoang - Hue Nguyen Minh
Taemin - Johannes Ahn
Karin Kaufmann - Angela Roy
Sabine Pohl - Annika Olbrich
sowie Sandra Navidi, Hermann-Josef Tenhagen
und andere

Redaktionsnotiz

"Bad Banks" – dieser Titel ist zum Synonym für herausragende Qualität im Bereich der deutschen Serienproduktion geworden. Das kreative Team der ersten Staffel hat einen Wurf hingelegt, der Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert. Die Macher*innen durften daher zahllose Nominierungen und Preise entgegen nehmen. Ein Erfolg, der zugleich die Latte hoch legte für die zweite Staffel. Dem Geschenk, auf Großartigem aufbauen zu können – einem so noch nicht erzählten Kosmos, einem tollen Figurenensemble und einer fantastischen Visualität – stand also die Herausforderung gegenüber, an dieser Erstklassigkeit in der zweiten Staffel gemessen zu werden.
Alle Beteiligten haben sich mit großer Freude dieser Herausforde­rung gestellt. Creator Oliver Kienle hat faszinierende Erzählansätze aus einer Finanzwelt im Umbruch recherchiert und entwickelt, die die Charaktere in noch extremere Entscheidungs-situationen treiben als in der ersten Staffel.

So hoffen wir, dass die Fans und Freunde von "Bad Banks" bekommen, was sie zu Recht erwarten, und wir auch noch neue ZuschauerInnen begeistern können.

Caroline von Senden, Redaktionsleiterin Fernsehspiel I,
Alexandra Staib, Redakteurin

Producer's Note

Bereits bei den Recherchen zur ersten Staffel hat sich angedeutet, dass die gesamte Bankenbranche vor einem gewaltigen Umbruch steht. Neue wendige Player, sogenannte FinTechs, drängen mit Gewalt auf den Markt. Das haben wir hautnah miterlebt. Drei unserer Fachberater, die vor zwei Jahren noch Investmentbanker waren, haben mittlerweile bei FinTech-Start-ups angeheuert und dort neue Aufgaben gefunden. Die digitale Revolution wirbelt die althergebrachten Großbanken mit derselben unerbittlichen Konsequenz durcheinander, wie sie dies in der Vergangenheit mit anderen Branchen wie zum Beispiel der Musikbranche getan hat.
Das wahre Asset (so würden es Banker sagen) unserer Serie aber sind die Figuren. Und die hatten nach den ersten sechs Folgen wahrlich einige offene Rechnungen und sich weiter hochschaukelnde Konflikte hinterlassen. Die krisenhafte Zuspitzung, die in der ersten Staffel in eine Bankenkrise mündete, findet jetzt bei unseren Figuren statt. Es geht ans Eingemachte.

Im Kern von "Bad Banks" geht es um Macht und noch mehr um persönliche Erfüllung. Ein Hauch von Revolution hat unsere jungen Banker ergriffen. Sie haben in der ersten Staffel erlebt, wie instabil das Finanzsystem ist, das sie selbst fast an die Wand gefahren haben. Hat es in der alten Form überhaupt noch eine Zukunft? Die Führungsriege klebt an ihren Stühlen und versucht mit allen Mitteln, ihre Macht zu erhalten für die wenigen Jahre im Beruf, die ihnen noch bleiben. Aber Jana, Thao und Adam müssen weiter denken, um ihre Karriere als Banker (denn das sind sie aus Überzeugung) zu sichern. Wir haben in der ersten Staffel erlebt, was sie antreibt und wie weit sie bereit sind zu gehen. Zudem haben sie viel von den Alten gelernt. Wir werden sehen, ob – wie so oft – die Revolution ihre eigenen Kinder frisst.

Lisa Blumenberg, Produzentin

Kurzinhalt

In der zweiten Staffel erzählt Oliver Kienle, wie sich die Finanzwelt sechs Monate nach der Krise, mit der die erste Staffel endete, neu erfindet. Verschärfte Auflagen machen das Geschäft der fusionierten Deutschen Global Invest (DGI) extrem mühsam. Der ersehnte Aufstieg in den Vorstand rückt für die neue Investmentchefin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) in weite Ferne. Auch für Jana Liekam (Paula Beer) läuft es in Frankfurt nicht nach Plan. Doch längst hat sie sich mit ihrem Team in Stellung gebracht. Während die alte Bankenwelt nur noch mit halber Kraft fährt, erlebt die junge Finanzbranche in kleinen beweglichen Start-ups und FinTechs einen fundamentalen Wandel. Um die riesige Herausforderung der Digitalisierung zu meistern, baut die DGI einen Inkubator in Berlin auf, einen "Brutkasten" für junge FinTechs, die mit dem Investment der Bank großgezogen und an den Markt gebracht werden sollen. Jana soll die Leitung eines FinTechs übernehmen, das auf nachhaltige Finanzprodukte setzt. Doch heimlich fährt sie ihre eigene Agenda – schließlich hat sie noch eine Rechnung mit Leblanc offen. Die schillernde, turbulente Hauptstadt wird für Jana Chance und Herausforderung zugleich, nicht zuletzt weil ein alter Bekannter wieder in ihr Leben tritt, der charismatische Gabriël Fenger (Barry Atsma).

Bad Banks" nimmt die Zuschauer auch in den neuen Folgen  mit auf eine waghalsige Reise in die Welt der Hochfinanz, die nach der Krise mehr denn je vor einem gewaltigen Umbruch steht. Neue Player wirbeln das althergebrachte System auf, und das Spiel um Macht, Manipulation und persönlichen Ehrgeiz dreht sich weiter. Doch geht es diesmal für unsere Figuren um alles oder nichts. Noch nie lagen Aufstieg und Fall so nah beieinander und treiben unsere Helden in noch tiefere Abgründe. Ein Kampf der Generationen, bei dem am Ende die Frage bleibt, wer die Zukunft des Systems bestimmen wird.

Inhaltsangaben

Folge 1: Schöne neue Welt
Ein halbes Jahr nach dem Crash und der staatlichen Rettung der Deutschen Global Invest werden die Karten neu gemischt. Gabriël Fenger sitzt in U-Haft, die große Strippenzieherin, Christelle Leblanc, steht als Leiterin des Investmentbankings auf dem Abstellgleis – und Jana, Adam und Thao gleich mit ihr. Das Vertrauen in die Banken ist schwer beschädigt, aber die wirkli­chen Drahtzieher der Krise sind davongekommen. Doch dann sieht Jana endlich eine Möglichkeit, sich an Leblanc zu rächen und gleichzeitig aus Frankfurt in den Berliner "Inkubator" zu wechseln, wo neue Formen des Bankings entwickelt werden. Der Haken an der Sache ist: Sie müssen das hippe, idealistische Start-up GreenWallet und deren schmierigen Investor davon überzeugen, sich der DGI anzuschließen und alles zu verraten, wofür sie kämpfen – koste es, was es wolle.

Folge 2: Bankensterben
Kaum ist GreenWallet in den Inkubator gezogen, steht das Start-up vor einem riesigen Problem. Das Team braucht personelle Verstärkung. Der Versuch, eine Spitzenkraft bei der Konkurrenz "Fin21" abzuwerben, führt zu einer unangenehmen Begegnung mit einem alten Bekannten. Jana läuft die Zeit davon, denn Ties Jacoby will schnelle Erfolge sehen und setzt das Team zusätzlich unter Druck. Gleichzeitig müssen Jana und Adam ihr Konto auf Mauritius verschwinden lassen, auf dem das Schwarzgeld aus dem Insiderdeal der ersten Staffel geparkt ist, um nicht länger erpressbar zu sein. Dabei müssen die beiden erneut zu illegalen Mitteln greifen, was zunehmend einen Keil zwischen sie und Thao treibt. Die wiederum hat mit privaten Problemen zu kämpfen, von denen Jana auf keinen Fall erfahren soll. Um Zeit zu gewinnen, lässt Jana sich auf einen Deal mit Leblanc ein. Doch auch diese spielt ein doppeltes Spiel.

Folge 3: Kollateralschaden
Um die Konkurrenz zu schlagen, muss GreenWallet international aktiv sein. Adam fliegt nach London, um eine Zulassung für den britischen Finanzmarkt zu erwirken, allerdings machen ihm private Probleme einen Strich durch die Rechnung. Auch Jana wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, als plötzlich Fenger bei ihr auftaucht und ihre Beziehung zu ihrem Kollegen Ben verkompliziert. Jana findet heraus, dass es für Ben bei GreenWallet um mehr geht als seine professionelle Karriere. Währenddessen geht Leblancs Racheplan in die nächste Runde. Sie zwingt Jana und Thao, kompromittierende Daten zum Bankencrash auf Ties Jacobys Tablet zu verstecken. Gleichzeitig versucht sie, Fenger ins Boot zu holen, und rekrutiert Janas ehemaligen Kollegen Luc, der sich von seinen alten Freunden im Stich gelassen fühlt.

Episode 4: Die Gewinner von heute
Die Schwierigkeiten für GreenWallet häufen sich. Jana und Adam müssen ihren Plan, ihr Schwarzgeld zu verstecken, erst einmal auf Eis legen. Sie brauchen es, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Doch dann steht das Start-up vor dem Aus, denn es gibt größere Interessen. Ben und Janas Beziehung wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Leblanc kommen die Veränderungen im Inkubator dagegen sehr zugute. Sie will Ties Jacoby und Jana ein für alle Mal loswerden. Sydows Plan, sich die Finanzaufsicht vom Hals zu halten, wird währenddessen durch Fengers Einmischung verkompliziert. Und auch Thaos doppeltes Spiel nimmt ein abruptes Ende, was Jana dazu zwingt, ihre eigenen Pläne zu beschleunigen. Parallel gerät die Situation auf Mauritius zunehmend außer Kontrolle.

Folge 5: Paranoia
Der neue dynamische Finanzminister rüttelt die Bankenwelt ordentlich auf. Die Regularien sollen gelockert, gleichzeitig die Haftungsregeln für Banker verschärft werden. Während die einen in Panik ausbrechen, versuchen die anderen, der Bankenaufsicht zuvorzukommen. Jana und Adam können dagegen aufatmen. Ihre Konten auf Mauritius wurden gelöscht, und Leblanc hat eigentlich nichts mehr gegen sie in der Hand. Allerdings zu einem hohen Preis. Adam ist kurz davor, die Nerven zu verlieren und entscheidet sich für einen Alleingang. Er sieht seine persönliche und berufliche Existenz bedroht und ist zum Äußersten bereit. Auf der anderen Seite werden Fenger und Sydow zu unfreiwilligen Komplizen, was Sydow zu einer folgenschweren Planänderung bewegt. Und auch mit Leblancs nächstem Schachzug hat niemand gerechnet.

Folge 6: Long live the Queen
Der Machtkampf in Frankfurt spitzt sich zu. Ein raffinierter Schachzug bringt alle Kontrahenten an einen Tisch. Doch wer hat am Ende die besten Allianzen geschmiedet? Wer bei diesem Spiel verliert, der verliert alles. Auch für Jana hat sich das Blatt erneut gewendet. Doch es gelingt ihr einfach nicht, die von Leblanc angelegten Fesseln vollständig abzuwerfen. Adam hat nichts mehr zu verlieren und gerät völlig außer Kontrolle. Am Ende muss Jana nach einer aufgewühlten Nacht eine schwierige Entscheidung treffen – wie weit wird sie gehen, um sich ihre Freiheit zu erkämpfen? Als könnten die Abgründe nicht mehr tiefer werden, macht ausgerechnet Leblanc Jana ein unmoralisches Angebot.

Statement von Drehbuchautor Oliver Kienle

Die europäische Bankenbranche ist im Umbruch. Während große deutsche Banken versuchen, würdevoll zu schrumpfen, sich auf ihr altes Kerngeschäft zu konzentrieren und das Investmentban-king weiter zu verstümmeln, erlebt die junge Finanzbranche in Start-ups, FinTechs und Blockchain-Technologien eine Revolution. Die alte, in Verruf geratene Bankenwelt auf der einen Seite, die junge, digitale Technologiewelt auf der anderen. Ein Spannungsfeld, wie geschaffen für unsere zweite Staffel: Alteingesessene Vorstandsbanker, die den Umbruch ausbremsen, weil sie selbst nur noch wenige Jahre in der Branche haben, kämpfen gegen unsere jungen, hungrigen Hauptfiguren, die Jahrzehnte in die Zukunft blicken und keine Sekunde zögern, stabile Säulen einzureißen.

Nach Ausstrahlung der ersten Staffel der Serie haben sich einige "Insider" bei mir gemeldet, die über illegale Machenschaften in der Finanzbranche sprechen wollten. Manche haben sich darüber amüsiert, wie harmlos das war, was ich in der ersten Staffel erzählt habe. In meiner jahrelangen Recherche bin ich immer auf dasselbe Muster kriminellen Handelns gestoßen, von der ersten Ausnahmetat bis hin zur Selbstverständlichkeit des Betrügens, Stehlens oder Diffamierens. Die Grenzen, die man heute überschreitet, werden morgen zum Status quo. So geht es auch den Figuren von "Bad Banks". Alle werden von ihren bisherigen Taten heimgesucht, und alle müssen bereit sein, die nächste Grenze zu überschreiten, um im Spiel zu bleiben.

Die Arbeit an der zweiten Staffel, von der ersten Drehbuchfassung bis zum letzten Schnitt, war noch herausfordernder und intensiver als die an der ersten. Als großer Serienfan weiß ich, dass man in jeder Staffel die Figuren und ihre Geschichten gleichzeitig weiterführen und neu erfinden muss. Ich habe all meine Energie darauf verwendet, dem Zuschauer das Serienerlebnis zu geben, das ich selbst gerne haben würde.

Kurzinterview mit Regisseur Christian Zübert

Wie war Ihre Herangehensweise an den komplexen Stoff von "Bad Banks"? Welche persönlichen Schwerpunkte setzen Sie?

Mein Ansatz beim Regieführen sind immer die Figuren. Ich nehme mir jede einzelne Figur in einem Drehbuch vor und schaue mir an, wo sie anfängt und wo sie endet und ob ich die Schritte dazwischen emotional nachvollziehen kann, ob mich das packt. Zudem ist es wichtig, dass die Welt, in der sich diese Figuren bewegen, höchst präzise und authentisch erzählt wird. Was die Bankenwelt anbelangt, hat die erste Staffel da schon gut vorgelegt und ich konnte auf die Recherchen von Produktion und Schauspielern aufbauen. Deswegen habe ich mich bei meiner Recherche vor allem auf die neue Welt, die wir erzählen, konzentriert, die FinTech-Welt. Dafür haben wir viele Leute getroffen, haben an Konferenzen teilgenommen und auch einfach mal einen halben Tag in einem FinTech verbracht, um die Atmosphäre dort aufzusaugen.

Wie haben Sie sich der Bankszene angenähert? Und gibt es für Sie eine Ästhetik von Macht und Geld?

Um Geld geht es den Bankern meiner Meinung nach nur peripher. Für die ist Geld nur Mittel zum Zweck. Die arbeiten keine 18 Stunden am Tag, um reich zu werden. Die arbeiten 18 Stunden am Tag, um sich zu spüren, um der Beste zu sein und Respekt zu bekommen. Um das zu verstehen, musste ich gar nicht lange suchen. Die Filmbranche funktioniert genauso. Auch dort arbeiten die Leute bis zur Selbstaufgabe und das auch nicht nur für Geld. Sondern um Teil von etwas Besonderem zu sein, um Anerkennung und Respekt zu bekommen.

Wie eng haben Sie im Vorfeld mit dem Autor Oliver Kienle zusammengearbeitet?

Ziemlich eng und sehr auf Augenhöhe. "Bad Banks" ist Olivers Baby, und es war mir sehr wichtig, dass er sich in der Umsetzung der Geschichte wiederfindet und das mag. Wir haben sehr viel über die Drehbücher diskutiert, ich habe meine Meinung dazu eingebracht, und zusammen haben wir eine Richtung gefunden, mit der wir beide glücklich sind.

Bad Banks – Die Dokumentation

Montag, 10. Februar 2020, 23.55 Uhr, ZDF

Bad Banks – Die Dokumentation

Wie neue Player die alte Bankenwelt herausfordern

Film von Hannes Vogel

Produktion: B.vision media
Redaktion: Beate Höbermann
Länge: ca. 45 Minuten

Anknüpfend an die zweite Staffel der Serie "Bad Banks" schaut die anschließende Back-to-back-Dokumentation auf die reale Situation in der Bankenbranche. Dabei greift die 45-minütige Doku immer wieder auf Szenen aus der Serie zurück. In der zweiten Staffel von "Bad Banks" trifft die alte Bankenwelt auf die neue FinTech-Branche. Welchen Einfluss üben beide Seiten aufeinander aus? Gelingt es den FinTechs, neue Impulse in die alte Finanzwelt zu bringen?

Im Schatten der globalen Bankenkrise entstand im Bereich der Finanzdienstleister ein neues Segment, das vor allem von Start-up-Unternehmen geprägt wird. Diese konkurrieren mit den Banken um Marktanteile oder genauer: Sie möchten den etablierten Häusern Marktanteile streitig machen. FinTechs sind Finanzdienstleister, die ihre Geschäfte ausschließlich über digitale Technologien, also online, abwickeln. Sie werben damit, durch weniger Bürokratie näher am Kunden zu sein und kostengünstiger zu arbeiten. In einigen Fällen sind Ideen von Nachhaltigkeit und Transparenz ein wichtiger Unterschied zu den traditionellen Finanzinstituten. Nach Großbritannien ist Deutschland mit über 340 aktiven Unternehmen das zweitwichtigste FinTech-Land in Europa und Berlin das deutsche Zentrum. Herkömmliche Bankenhäuser versuchen, durch Übernahmen bestehender oder der Gründung eigener FinTechs ihre Position auf dem Finanzmarkt zu verteidigen und auszubauen. 

Die Dokumentation beleuchtet zudem grundsätzliche Fragen wie: Was sind FinTechs? Wie funktionieren sie? Wer sind die Macher? Wodurch unterscheiden sich die neuen Player von den alten Banken? 

Fotohinweis

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