Copyright: ZDF/Michael Ihle
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Das Gesetz sind wir

Krimikomödie

Maja Witt (Julia Koschitz) und Klaus Burck (Aljoscha Stadelmann) sind Polizisten in der Hansestadt Bremen und schon seit ein paar Jahren als Team unterwegs. Sie sind daran gewöhnt, dass viele von denen, die sie verhaftet haben, am nächsten Tag wieder auf freiem Fuß sind. Doch irgendwann reicht es ihnen.

Der Film, der starke komödiantische Züge hat, ist ein Krimi über ein Polizeipärchen, das sich aus dem frustrierenden Beamtenalltag befreit und beschließt, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen.

  • ZDF, Mittwoch, 25. März 2020, 20.15 Uhr

Texte

Es ist leider eine alltägliche Erfahrung von Streifenpolizisten, dass die Menschen, die sie mit Mühe bei Delikten geschnappt und dem Richter vorgeführt haben, gleich wieder in Freiheit sind. Sehr nett verhalten sich die Delinquenten zu Frau und Mann in Uniform auf der Straße auch nicht. Und so beschließen die beiden Bremer Polizisten Maja Witt und Klaus Burck, die Sisyphos-Arbeit zu beenden und fürderhin das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen, es also für sich großzügiger zu interpretieren oder es auch mal zu übersehen. Allerdings geraten die beiden sogleich an die Sprösslinge und dann den mächtigen Boss eines Araber-Clans, der vor nichts zurückschreckt. In einer sich zuspitzenden, harten Auseinandersetzung bewahren Burck und Witt Mut und Köpfchen.

Das klingt nach furchtbarem Ernst, aber der Film ist beinahe das Gegenteil. Er unterhält, weil die Story natürlich Gefahren- und Gewaltmomente nicht auslässt, aber mit viel hintersinnigem, feinen Humor erzählt wird. Beschwerliche Polizeiarbeit, wie wir sie heute kennen, und arabische kriminelle Großfamilien können eben auch in einem komödiantisch grundierten, überspitzt erzählten Krimi gezeigt werden. Es muss nicht immer biederer Realismus sein.

"Das Gesetz sind wir" ist vor allem auch ein Meisterstück von Julia Koschitz und Aljoscha Stadelmann sowie dem Autor Holger Karsten Schmidt und dem Regisseur Markus Imboden. Man merkt dem Film an, mit wie viel Spaß sie diesen besonderen Kriminalfilm gemacht haben.

Der Film ist einer der ganz wenigen ZDF-Fernsehfilme, die komplett in Bremen gedreht wurden. Zu hoffen ist, dass auch die Einwohner der Hansestadt das Amüsante des Films genießen.

Stab und Besetzung

Mittwoch, 25. März 2020, 20.15 Uhr
Das Gesetz sind wir
Krimikomödie

Buch_____Holger Karsten Schmidt
Regie_____Markus Imboden
Kamera_____Michael Wiesweg
Schnitt_____Marco Baumhof
Kostüme_____Dorothée Kriener
Musik_____Florian Tessloff
Szenenbild_____Marion Strohschein
Produktion_____Kordes & Kordes Film Süd
Produzenten_____Meike Kordes, André Zoch, Alexandra Kordes
Redaktion_____Günter van Endert
Sendelänge_____ca. 88 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller
Maja Witt_____Julia Koschitz
Klaus Burck_____Aljoscha Stadelmann
Julia Krohn_____Bernadette Heerwagen
Jan Bender_____Michael Wittenborn
Stefan Misovic_____Marc Hosemann
Djamal Issa_____Merab Ninidze
Horst Burck_____Heiner Stadelmann
Martin Lütjens_____Werner Wölbern
Emin Issa_____Kais Setti
Ahmed Issa_____Rauand Taleb
und andere

Inhalt

Der Film "Das Gesetz sind wir", der starke komödiantische Züge hat, ist ein Krimi über ein Polizeipärchen, das sich aus dem frustrierenden Beamtenalltag befreit und beschließt, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen.

Maja Witt und Klaus Burck sind Polizisten in der schönen Hansestadt Bremen und schon seit ein paar Jahren als Team an der Weser unterwegs. Ihr beruflicher Alltag besteht aus Verhaftungen wegen Körperverletzung, Drogenhandel, Betrug und Sittlichkeitsverbrechen. Witt und Burck haben sich daran gewöhnt, dass viele von denen, die sie verhaftet haben, am nächsten Tag wieder auf freiem Fuß sind. Maja ist schon längst der Meinung, dass polizeiliche Arbeit bei der effektiven Verbrechensbekämpfung nicht zum Ziel führt, und für Klaus reicht das Einkommen nicht mal, um ein Pflegeheim für seinen dementen Vater zu bezahlen.

Eine besonders dreiste und provokante Aktion bringt das Fass zum Überlaufen. Maja und Klaus sehen sich gezwungen zu handeln und beschließen, den kriminellen Issa-Clan mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen. Sie lassen einen Drogendeal auffliegen und setzen den Dealer unter Druck, dem Clan etwas anzuhängen. Dabei haben sie bald nicht nur einen keinesfalls zimperlichen Gegner samt cleveren Anwalt, sondern auch korrupte Polizeikollegen gegen sich. Doch die Arbeit macht ihnen auf einmal wieder Spaß...

Fragen an Regisseur Markus Imboden

"Das Gesetz sind wir" ist ihre sechste Verfilmung eines Drehbuchs von Holger Karsten Schmidt. Was machen dessen Bücher aus?

Sie sind immer anregend und besonders, keine 08/15-Ware. Ich mag den schrägen Humor, die Zuspitzung und die Radikalität der Figuren. Seine Bücher sind gut geplottet. Da kann man sich darauf verlassen, dass die Geschichte stimmt und einen Zug haben wird. Meist sind es die normalen Nöte von einfachen Menschen, die er beschreibt. Das mag ich, denen bin ich auch nahe.

Ist man an einem Drehort wie Bremen automatisch näher an der Lebenswirklichkeit?

Bremen ist toll, abwechslungsreich und schon normaler als andere Städte. Ja, hier ist man näher an der Lebenswirklichkeit.

Fehlt dem deutschen Krimi die Satire?

Das weiß ich nicht. Dazu schaue ich zu wenig fern. Aber es wird doch oft sehr ernst und nicht gerade humorvoll inszeniert im deutschen Film. Mir fehlt da das Leichte, Coole.

Was war Ihr erster Gedanke, als sie erfuhren, dass "Das Gesetz sind wir" für den Deutschen Fernsehkrimipreis nominiert ist?

Prima, super. Hoffentlich gewinnen wir!

Die Fragen stellte Martina Kalweit

Fragen an die Hauptdarsteller Julia Koschitz und Aljoscha Stadelmann

Ist die Polizeiuniform ein Kostüm wie jedes andere?

Aljoscha Stadelmann: Ja, aber nicht unbedingt das Bequemste.

Was ist das Besondere am Polizisten-Team Maja Witt und Klaus Burck?

Julia Koschitz: Man weiß nicht so richtig, ob sie Freunde sind, oder ob sie sich vielleicht auch anderweitig gut finden. Sie reden nicht so viel, aber sind ein unglaublich gutes Team. Unausgesprochen halten sie zusammen, ganz gleich, ob sie damit ihren Job oder weit mehr riskieren.

Welchen Reiz haben die knappen Dialogen zwischen den beiden?

Aljoscha Stadelmann: Der Reiz liegt darin, dass die Figuren nur das sagen, was sie in der jeweiligen Situation für nötig, angebracht oder witzig erachten. Knappe Dialoge sind, wie das Leben meistens, situationsbedingt und nicht dramaturgisch erklärend. Oft steckt in solchen Dialogen sowohl mehr tragisches als auch komisches Potential, zuweilen auch beides gleichzeitig.

Was ist das Besondere am Schauspiel-Team Stadelmann und Koschitz?

Julia Koschitz: Über seine eigene Wirkung zu sprechen ist seltsam. Es wäre mir lieber, wenn andere das beschreiben. Ich kann nur sagen, ich mag Aljoscha, als Schauspieler und als Mensch. Und mit Sicherheit sind die Unterschiedlichkeiten, die wir beide mitbringen, im Zusammenspiel ein Potential, das man gut nutzen kann.

Burck weiß, dass es zwischen Gut und Böse keine sichere Grenze gibt. Ist das Balancespiel, das sich daraus ergibt für einen Schauspieler interessanter als nur "der Gute" oder "der Böse" zu sein?

Aljoscha Stadelmann: Ja, erst im Widerspruch entstehen Tragik und Komik gleichermaßen. Nur "Gut" oder nur "Böse" ist meines Erachtens nur spannend als Reaktion auf eine gesellschaftliche Situation oder auf persönliche Lebensumstände. Wobei innerhalb eines Handlungsverlaufs die Auserzählung der jeweiligen Umstände meist außerordentlich fade daherkommt und nur dann von Interesse ist, wenn sich die Umstände aus der Situation selbst heraus erzählen, oder aber selbst der eigentliche Inhalt der zu erzählenden Geschichte sind, wie zum Beispiel bei "Joker", bei "There will be Blood" oder auch bei "Breaking Bad".

Die Polizistin Maja muss in ihrem Job viel Frust wegstecken. Hätten Sie einen Tipp für sie?

Julia Koschitz: Selbstjustiz wäre jetzt nicht mein Tipp des Tages gewesen, aber mein Tipp hätte wahrscheinlich auch zu keinem interessanten Drehbuch geführt. Ich glaube, dass Majas Gestaltungsbereich in ihrem beruflichen Umfeld tatsächlich begrenzt ist. Deswegen würden sich meine Ratschläge wahrscheinlich eher auf ihr Privatleben beziehen. Maja lebt zurückgezogen, fast ein wenig einsam. Der engste Vertraute ist ihr Hund Penny. Freunde gibt es wenige, nur Klaus und die beiden Hundebesitzer, mit denen sie die Gassi-Runde teilt. Sie ist ein rücksichtsvoller Mensch, der immer ein offenes Ohr für alle anderen hat und sich selbst nur ihrem Hund anvertraut. Ich glaube, dass sie ihre Nöte und Sorgen teilen müsste, mit verständnisvollen Freunden und sich dort Mitgefühl und Solidarität holen sollte, dass sie mit ihnen schöne Dinge unternehmen, mehr aus sich herausgehen sollte, um ihrem problematischen beruflichen Alltag ein gutes Gegenwicht zu geben. Für mich sind meine Freunde dieses Auffangnetz und der Ort, wo ich auftanken kann, – und ich hoffe natürlich, ich für sie auch.

Worin liegt – im Unterschied zu historischen Rollen – der Reiz den Alltag einer Frau wie Maja Witt zu spielen?

Julia Koschitz: Da mache ich keinen großen Unterschied. Für mich ist ausschlaggebend, ob mich die innere Reise der Rolle, die Herausforderungen, die sie im Laufe der Geschichte meistern muss, interessiert. Ob der Mensch, den ich dann spiele, im letzten Jahrhundert lebt oder heute, macht keinen so großen Unterschied. Die Umstände, in denen eine Figur vor hundert Jahren oder heute ihren Weg meistert, oder daran scheitert, sind natürlich verschieden, aber das sind sie ja immer. Historische Rollen haben den Reiz, dass man sich mit einer andere Zeit auseinandersetzt, einen näheren Blick in die Gesellschaft von damals wirft. Alles andere, wie ein Mensch spricht, sich bewegt, denkt, handelt, welchen Nöten und Pflichten er unterliegt, und welche Sehnsüchte ihn treiben, sind Fragen, die ich mir immer stellen muss.

Klaus Burck zweifelt an der Sinnhaftigkeit seines Jobs. Unter welchen Umständen könnte das auch Aljoscha Stadelmann passieren?

Aljoscha Stadelmann: Es ist immer mal wieder angebracht, die Sinnhaftigkeit des Berufs auf "egozentrisches Arschlochpotential" hin zu überprüfen. Das Maß an schulterklopfender Selbstbeweihräucherung und Eitelkeit, das ich ertragen kann, ist sehr beschränkt.

In "Das Gesetz sind wir" spielen Sie Polizisten. Wie ist Ihr eigenes Verhältnis zur Polizei?

Aljoscha Stadelmann: Ich habe in meinem Leben sehr tolle Menschen kennengelernt, die Polizisten sind und Freunde. Ich habe aber auch Polizisten erlebt, die sich menschlich so verhalten haben, dass ich unter keinen Umständen mit ihnen befreundet sein möchte, und die, meines Erachtens nach, der verantwortungsvollen Aufgabe zur Polizei zu gehören, nicht gewachsen sind.

Julia Koschitz: Der Kontakt mit der Polizei ist, wenn überhaupt, nur entstanden, weil ich irgendwas nicht ganz Regelkonformes getan habe. Ich würde sagen, zu 99 Prozent hatte es mit unterschiedlichen Interpretationen der Straßenverkehrsordnung zu tun. Da sind die Voraussetzungen für eine angenehme Unterhaltung schon mal nicht so großartig. Trotzdem habe ich dabei nette und weniger nette Polizisten kennengelernt. Wie bei allen anderen Menschen auch, die mir, oder denen ich in meinem Leben über den Weg gelaufen bin.

Die Fragen stellte Martina Kalweit

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