Das ZDF auf dem Filmfest München 2014

27. Juni bis 5. Juli 2014

Mit insgesamt 17 Produktionen ist das ZDF auf dem 32. Filmfest München vom 27. Juni bis 5. Juli 2014 vertreten, davon fünf in der Programm-Reihe "Neues Deutsches Fernsehen", zwei in "Neues Deutsches Kino", fünf in der "Hommage|Klaus Lemke – Die Hamburg-Filme", sowie jeweils eine Produktion in den Kategorien "CineVision", "CineMasters", "Spotlight" und "Special Screening". Am Montag, 30. Juni 2014, hat zudem der von ZDF/3sat koproduzierte Dokumentarfilm "Arteholic" beim Filmfest seine Uraufführung.

Texte

Das ZDF auf dem Filmfest München 2014

Mit insgesamt 17 Produktionen ist das ZDF auf dem 32. Filmfest München vom 27. Juni bis 5. Juli 2014 vertreten, davon fünf in der Programm-Reihe "Neues Deutsches Fernsehen", zwei in "Neues Deutsches Kino", fünf in der "Hommage|Klaus Lemke – Die Hamburg-Filme", sowie jeweils eine Produktion in den Kategorien "CineVision", "CineMasters", "Spotlight" und "Special Screening".

Am Montag, 30. Juni 2014, hat zudem der von ZDF/3sat koproduzierte Dokumentarfilm "Arteholic" beim Filmfest seine Uraufführung. Im Mittelpunkt des Films steht der Schauspieler und Kunstkenner Udo Kier, den das Münchner Festival im Rahmen der Premierenfeier auch mit dem Ehrenpreis "CineMerit Award" würdigt. Regisseur Hermann Vaske begleitet den 1944 geborenen Künstler und Kunstbesessenen auf einer Reise durch große europäische Museen.

In "Clouds of Sils Maria" (Programm-Reihe "CineMasters" ) inszeniert Autor und Regisseur Olivier Assayas zwei Star-Schauspielerinnen in ihrem ganzen Können: Juliette Binoche muss sich als Theaterschauspielerin Maria Enders nicht nur mit einem Rollenwechsel auseinandersetzen – auch der Dauerclinch mit ihrer jungen Assistentin Valentine (Kristen Stewart) bringt ihre Selbstsicherheit ins Wanken.

In der Kategorie "CineVision" erzählt Alice Rohrwachers (Buch und Regie) "Le Meraviglie – Die Wunder" vom Familien-Sommer der Schwestern Gelsomina, Marinella, Catarina und Luna – ein ganz besonderer Sommer, in dem die Regeln, die die Familie zusammenhalten, an Geltung verlieren. Der Spielfilm glänzt unter anderen mit Star-Schauspielerin Monica Bellucci und Alba Rohrwacher, der Schwester der Regisseurin.

Die moderne Fabel "Qissa – Der Geist ist ein einsamer Wanderer" (Regie: Anup Singh; Buch: Anup Singh, Madhuja Mukherjee) entwirft das Bild eines Mannes, der verzweifelt danach strebt, einen männlichen Nachkommen zu zeugen, um damit das Fortbestehen der Familie zu sichern. Seine Besessenheit macht auch nicht vor der Identität seiner Tochter halt. In der Hauptrolle ist der indische Schauspieler Irrfan Khan ("Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger") zu sehen. Der Film läuft in der Kategorie "Spotlight".

Die Programm-Reihe "Neues Deutsches Kino" präsentiert mit "Be My Baby" den Debütfilm von Regisseurin und Autorin Christina Schiewe. Ebenfalls ihre Premiere begeht in diesem Spielfilm Hauptdarstellerin Carina Kühne als Nicole, eine selbstbewusste junge Frau mit Down-Syndrom, die von Liebe und einer eigenen Familie träumt. In der gleichen Kategorie erzählt Philipp Leinemann (Buch und Regie) in dem Thriller "Wir waren Könige" eine Geschichte über Freundschaft und Moral in einer Szene gewaltbereiter Jugendgangs und überforderter Polizisten. In den Hauptrollen spielen unter anderen Ronald Zehrfeld und Mišel Matičević.

In der Reihe "Neues Deutsches Fernsehen" hat neben vier weiteren Produktionen des ZDF der Film "Die Frau aus dem Moor" Premiere: Unter Regie von Christoph Stark (Buch: Ariela Bogenberger) mit Marlene Morreis, Florian Stetter und Rosalie Thomass in den Hauptrollen spannt das Drama im bayerischen Voralpenland einen Bogen zwischen 1860 und heute und zeigt, wie Gewalt und Schuld lange in einem Familiensystem weiterwirken können.
Das historische Drama "Die Seelen im Feuer" beschreibt den Höhe- und Wendepunkt der Hexenverfolgungen im Bamberg der Jahre 1626 – 1631. Silke Bodenbender und Mark Waschke spielen die Hauptrollen in dem von Urs Egger gedrehten Film mit vielen weiteren bekannten Schauspielern wie Alexander Held, Axel Milberg, Richy Müller und Max Tidof.
"Für immer ein Mörder – der Fall Ritter"
ist ein zeithistorisches Kriminaldrama, in dem zwei junge Polizisten nach der Wende einen Justizmord der DDR-Sicherheitsorgane in den 80er Jahren aufklären. Inszeniert von Johannes Grieser nach dem Buch von Holger Karsten Schmidt spielen Hinnerk Schönemann, Teresa Weißbach, Oliver Stokowski, Michael Gwisdek und viele andere.
"
Helen Dorn – Unter Kontrolle", der zweite Film der ZDF-Samstagskrimireihe mit Anna Loos als LKA-Kommissarin Helen Dorn, setzt die Zusammenarbeit eines Erfolgsduos fort: Matti Geschonneck führte Regie, das Drehbuch schrieb Magnus Vattrodt. Im zweiten Fall steht ein vermisstes Kind im Zentrum der Ermittlungen des LKA Düsseldorf. An der Seite von Anna Loos spielt Matthias Matschke den Kriminalhauptkommissar Gregor Georgi, in Episodenrollen sind unter anderen Herbert Knaup, Barbara Auer und Chiem van Houweninge zu sehen.
"Neben der Spur - Adrenalin"
ist der erste Film einer möglichen Krimireihe mit Ulrich Noethen ("Ein fliehendes Pferd", "Das unsichtbare Mädchen", "Das Sams"), die den vielfach preisgekrönten Schauspieler und die Stadt Hamburg von einer bisher unbekannten Seite zeigt. Das junge Regie-Duo Cyrill Boss und Philipp Stennert ("Das Haus der Krokodile","Jerry Cotton") haben die atmosphärisch dichte Inszenierung übernommen. Frederik Weis, Cyrill Boss und Philipp Stennert schrieben das Drehbuch, frei nach dem Roman "Adrenalin" des australischen Autors Michael Robotham.

Das Filmfest München widmet Kult-Regisseur Klaus Lemke eine Hommage unter dem Titel "Klaus Lemke – Die Hamburg-Filme". Gezeigt werden in diesem Rahmen fünf ZDF-Produktionen, drei älteren und zwei jüngeren Datums: "Rocker" (1972), "Sylvie" (1973), "Paul" (1974), "Finale" (2006) und "Dancing with Devils" (2007).

Und in der Kategorie "Special Screening": Die Serie "Gomorrha" basiert auf dem gleichnamigen Bestseller Roberto Savianos und Matteo Garrones Spielfilm. "Gomorrah" zeigt uns die Familien, Männer und Frauen eines Clans mit ihren Hoffnungen und Träumen, Siegen und Niederlagen, ihren Liebesbeziehungen und Feindschaften, ihrem Leben, das unserem Leben sehr ähnlich und zugleich ganz anders ist.

Arteholic

Dokumentarfilm, Deutschland 2014

Vorführungen:
Samstag, 28. Juni 2014, 9.30 Uhr City 3 (Pressevorführung)
Dienstag, 1. Juli 2014, 22.30 Uhr HFF AudimaxX
Mittwoch, 2. Juli 2014, 14.30 Uhr Münchner Freiheit 2

 

Regie:Hermann Vaske
Buch:Hermann Vaske
Kamera:Patricia Lewandowska
Schnitt:Bastian Ahrens
Musik:Blixa Bargeld
Produktionsleitung:Kristian Stern
Produzent:Hermann Vaske
Produktion:Emotional Network / ZDF/3sat
Redaktion:Nicole Baum
Länge:ca. 82'

 

Darsteller

Udo Kier, Lars von Trier, Rosemarie Trockel, Udo Kittelmann, Jonathan Meese, Nicolette Krebitz, Max Hollein, Marcel Odenbach und andere

 

Im Mittelpunkt des Films steht der Schauspieler Udo Kier, den das Münchner Festival im Rahmen der Premierenfeier auch mit dem Ehrenpreis"CineMerit Award" würdigt. Kier gehört zu den wenigen deutschen Schauspielern von internationalem Rang. Zugleich hat der in den USA lebende Kölner schon immer einen Hang zur Bildenden Kunst gepflegt und sammelt junge, deutsche Kunst.

Film - und Kunstlegende Udo Kier ist Arteholic. Er lebt und atmet Kunst. Er ist ein Kunstsüchtiger. Ein lebendes Kunstwerk. Kier besucht die legendären Tempel der Moderne: Das Frankfurter Städel, das Museum Ludwig in Köln, das Kunstmuseum in Bonn, den Hamburger Bahnhof in Berlin, das Louisiana Museum bei Kopenhagen, das Centre Pompidou in Paris. Auf seiner Reise trifft er auf viele alte Freunde und Weggefährten. Mit ihnen begibt er sich auf einen Trip durch die Welt der Kunst. Rosemarie Trockel, Udo Kittelmann, Marc Brandenburg, Jonathan Meese, Marcel Odenbach, Nicolette Krebitz, Max Hollein, Tobias Rehberger, Nikolaus Hirsch und Lars von Trier lassen den Zuschauer teilhaben an persönlich Erlebtem. Geschichten, die so noch niemand zuvor gehört hat.

Kier erzählt von seiner Zeit mit Andy Warhol und den rauschenden Feiern zwischen New York und Rom. Wie er mit Guy Maddin im Jahr 2012 ein Filmprojekt über verlorene Filme für das Centre Pompidou gemacht hat oder mit der Künstlerin Rosemarie Trockel gegen den Abriss des Kölner Kunstforums protestierte.

 

Blixa Bargeld, mit dem Vaske bereits in der Vergangenheit zusammenarbeitete, schuf zusammen mit Teho Teardo mit der "Arteholic Suite" die Musik zum Film.

Clouds of Sils Maria

Spielfilm, Frankreich/Deutschland/Schweiz 2014

Programm-Reihe "CineMasters"

Vorführungen:
Montag, 30. Juni 2014, 09.30 Uhr Atelier 1 (Pressevorführung)
Donnerstag, 03. Juli 2014, 19.30 Uhr Sendlinger Tor
Freitag, 04. Juli 2014, 22.30 Uhr Sendlinger Tor

 

Regie:  Olivier Assayas
Buch:Olivier Assayas
Kamera:Yorick Le Saux
Ton:Daniel Sobrino
Szenenbild:François-Renaud Labarthe
Schnitt:Marion Monnier
Musik:Georg Friedrich Händel und andere
Produktionsleitung: Maja Weiser Benedetti, Nathalie Dennes
Produzenten: Charles Gillibert, Karl Baumgartner, Sylvie Barthet, Thanassis Karathanos und andere
Produktion: CG Cinéma, Pallas Film, CAB Productions, Vortex Sutra, ZDF/ARTE und andere mit Unterstützung von Medienboard Berlin-Brandenburg, MDM, DFFF, FFA, Eurimages, CNC und andere   
Redaktion:Meinolf Zurhorst
Länge:104'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Marie EndersJuliette Binoche
ValentineKristen Stewart
Jo-Ann EllisChloe Grace Moretz
Klaus DiesterwegLars Eidinger
Henryk WaldHanns Zischler
Christopher GilesJohnny Flynn
Rosa MelchiorAngela Winkler                      

 

Auf dem Gipfel ihrer internationalen Karriere erhält die Schauspielerin Maria Enders das Angebot, 20 Jahre nach ihrem ersten Theatererfolg in einer Neuinszenierung des gleichen Stückes zu spielen. Nur sind die Rollen dieses Mal verkehrt: Sie soll nicht mehr die junge, wilde Herausforderin spielen, die ihre Chefin verführt und in den Selbstmord treibt, sondern die Herausgeforderte. Mit ihrer jungen Assistentin Valentine zieht sich Maria auf den Berghof des Autors von "Die Maloja Schlange" im Engadin zurück, um die neue Rolle einzustudieren. In der Auseinandersetzung mit dem Rollenwechsel und im Dauerclinch mit ihrer jungen Assistentin gerät ihre Selbstsicherheit ins Wanken. Vor allem, als sie von Valentine verlassen wird.

 

Olivier Assayas ist einer der profiliertesten und vielseitigsten Regisseure/ Drehbuchautoren Frankreichs. Sein Drehbuch "Rendez-vous" (1985) verfilmte André Téchiné mit Juliette Binoche in der Hauptrolle und war der Grundstein für deren Weltkarriere. Assayas' Filme, unter anderen "Clean" und "Après Mai", wurden vielfach prämiert, ebenso wie seine mit dem Golden Globe, dem César und dem europäischen Filmpreis ausgezeichnete TV-Mini-Serie "Carlos".

 

Juliette Binoche ist eine der führenden Schauspielerinnen Frankreichs und hat für so unterschiedliche Regisseure wie Krzysztof Kieslowski ("Drei Farben "), Leos Carax ("Die Liebenden von Pont-Neuf "), Michael Haneke ("Caché ") und Abbas Kiarostami ("Die Liebesfälscher") Hauptrollen übernommen. Daneben spielte sie immer wieder auch in großen Hollywoodproduktionen, wie "Chocolat", "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", "Der englische Patient" und zuletzt in "Godzilla".

 

Kristen Stewart wurde durch ihre Rolle als Bella Swan in den Teenager-Vampir-Filmen der Twilight Saga weltbekannt. Dass sie jedoch nicht nur in dieser und anderen Hollywood-Großproduktionen (wie z.B. "Snow White and the Huntsman") überzeugen kann, bewies sie unter anderem 2012 in "On the road – unterwegs" von Walter Salles. In "Clouds of Sils Maria" zeigt sie ihr ganzes Können als Darstellerin und erlaubt dem Film ein Assoziationsspiel, das auch ihr Privatleben, namentlich die in der Boulevardpresse ausgeweidete Beziehung zu ihrem Co-Star Robert Pattinson, aufnimmt.

Le Meraviglie – Die Wunder

Spielfilm, Deutschland/Italien/Schweiz 2014

Programm-Reihe: CineVision

Vorführungen (Original mit engl. Untertiteln):
Sonntag, 29.Juni 2014, 12.30 Uhr Atelier 2 (Pressevorführung)
Mittwoch, 02.Juli 2014, 20.00 Uhr Münchner Freiheit 1
Freitag, 04.Juli 2014, 15.00 Uhr Münchner Freiheit 1
Samstag, 05.Juli 2014, 17.30 Uhr, HFF Audimax

 

Regie:     Alice Rohrwacher
Buch:Alice Rohrwacher
Kamera:Hélène Louvart
Ton:Christophe Giovannoni
Szenenbild:Emita Frigati
Schnitt:Marco Spoletini
Produzent:Carlo Cresto-Dina, Karl Baumgartner, Tiziana Soudani, Michael Weber
Produktion:Tempesta, Rai Cinema, Amka Films Productions und Pola Pandora Filmproduktion in Koproduktion mit RSI, ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE und mit Unterstützung des DFI (Ufficio Federale Della Cultura, Italien) und der MBB
Redaktion:Doris Hepp (ZDF/ARTE), Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
Länge110'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

GelsominaAlexandra Maria Lungu
Wolfgang (der Vater)Sam Louwyck
Angelica (die Mutter)Alba Rohrwacher
CocòSabine Timoteo
MarinellaAgnese Graziani
MartinLuis Huilca
AdrianAndré Hennicke
Milly CatenaMonica Bellucci

                       

"Le Meraviglie – Die Wunder" erzählt vom Sommer der Schwestern Gelsomina, Marinella, Catarina und Luna. Gelsomina, die älteste der Schwestern, ist von Vater Wolfgang dazu ausersehen, sein kleines Reich zu erben, ein Reich, das er geschaffen hat, um seine Familie zu schützen "in einer Welt, die untergehen wird". Es ist ein ganz besonderer Sommer, in dem die Regeln, die die Familie zusammenhalten, an Geltung verlieren: Einerseits durch Martin, einen deutschen Jungen aus einem Resozialisierungsprojekt, den die Familie aufnimmt, andererseits durch die Fernseh-Wettbewerbs-Show "Land der Wunder", für die die schöne Moderatorin Milly Catena nach traditionellen Familienbetrieben sucht. Dem Gewinner winkt viel Geld.

 

Alice Rohrwacher, 1981 in Fiesole geboren, hat als Musikerin im Theater gearbeitet und Dokumentarfilme gedreht und geschnitten. Ihr erster Spielfilm, "Corpo Celeste", wurde 2011 in Cannes für die "Quinzaine des réalisateurs" ausgewählt und weltweit auf internationalen Festivals gezeigt. "Corpo Celeste" wurde 2012 u.a. mit dem "Silbernen Band" für die Beste Nachwuchsregie, dem Ingmar Bergman International Debut Award und dem "Ciak d’Oro" für den Besten Debütfilm ausgezeichnet. "Le Meraviglie" feierte 2014 seine Premiere im Wettbewerb des Filmfestivals Cannes und erhielt den Großen Preis der internationalen Jury.

 

Alba Rohrwacher ist die Schwester der Regisseurin. Sie war eine der Europäischen Shooting Stars bei der Berlinale 2009. Sie spielte mit Tilda Swinton 2009 in "I Am Love / Ich bin die Liebe" von Luca Guadagnino und bekam 2010 die Hauptrollen in Silvio Soldinis "Cosa voglio di più / Was will ich mehr" und in "Die Einsamkeit der Primzahlen". 2012 war sie in Doris Dörries "Glück" zu sehen. Sie hat bereits zwei Mal den "David di Donatello" erhalten, den bedeutendsten italienischen Filmpreis, einmal als Beste Nebendarstellerin, einmal als Beste Hauptdarstellerin.

 

Monica Bellucci ist ein internationaler Star, den die kleine Rolle der Milly Catena in "Le Meraviglie" sehr angezogen hat. Ihre Karriere als Schauspielerin begann 1990. Sie spielte unter anderem in "Bram Stoker’s Dracula" (1992); "Liebe und Lügen" (1996); "Dobermann" (1997); "Der Zauber von Malèna" (2000); "Pakt der Wölfe" (2001); "Matrix Reloaded" und "Matrix Revolutions" (2003); "Pippa Lee" (2009)und  "Whistleblower" (2010).

Qissa – Der Geist ist ein einsamer Wanderer

Drama, Deutschland/Indien/Niederlande/Frankreich 2013

Programm-Reihe: Spotlight

Vorführungen:
Samstag, 28. Juni 2014, 19.30 Uhr, HFF Kino2 (Pressevorführung)
Montag, 30. Juni 2014, 20.00 Uhr, Sendlinger Tor
Dienstag, 01. Juli 2014, 17.00 Uhr, Sendlinger Tor
Donnerstag, 03. Juli 2014, 16.45 Uhr, Rio 2

 

Regie:     Anup Singh
Buch:Anup Singh, Madhuja Mukherjee
Kamera:Sebastian Edschmid
Ton:Simone Galavazi
Ausstattung:Tim Pannen
Schnitt:Bernd Euscher
Musik:Béatrice Thiriet
Produzent:Johannes Rexin, Bettina Brokemper
Produktion:Heimatfilm, NFDC (National Film Development Corporation Ltd., Indien), Augustus Film (Niederlande) und Ciné Sud Promotion (Frankreich). Gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW, FFA, MBB, DFFF, Eurimages, NFF Netherland Film Fond, Fonds Sud Cinéma, CNC und in Koproduktion mit ZDF/Das Kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE
Redaktion:Claudia Tronnier (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp (ARTE)
Länge:109'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Umber Singh Irrfan Khan
Meha Tisca Chopra
KanwarTillotama Shome
NeeliRasika Dugal
Young KanwarDanish Akhtar
KulbirSonia Bindra
BaaliFaezeh Jalali

 

Der Sikh Umber Singh, der durch die Teilung Indiens 1947 alles verliert und zum Verlassen seiner Heimat gezwungen wird, ist davon besessen, als Vater von drei Töchtern endlich einen Sohn als Erben zu haben. Als seine vierte Tochter geboren wird, kann er dies nicht akzeptieren und nimmt den Kampf gegen das Schicksal auf. Er gibt ihr den Namen Kanwar ("junger Prinz“) und erzieht sie als Mann. Doch je mehr Kanwar in die Mannesrolle hineinwächst, desto stärker begehren die eigenen Ansprüche und Sehnsüchte in ihr gegen den Wunsch des Vaters auf. Als Umber schließlich eine Hochzeit zwischen seinem "Sohn" und Neeli, einem Mädchen aus niedrigerer Kaste, arrangiert, beginnt die Situation zu eskalieren. Die moderne Fabel QISSA entwirft das Bild eines Mannes, der verzweifelt danach strebt, einen männlichen Nachkommen zu zeugen, um damit das Fortbestehen der Familie zu sichern. Seine Besessenheit macht auch nicht vor der Identität seiner Tochter halt.

 

Der Blick auf die Rolle der Frau in der patriarchalen, indischen Gesellschaft und die mangelnde Wertschätzung sind gerade heute hochaktuell. QISSA ist aber auch ein Plädoyer für die Stärke der Weiblichkeit, die in einer von Männern dominierten Gesellschaft der Macht des Mannes trotzt und Hoffnung auf ein selbstbestimmtes, freies Leben macht. Der Film stellt einen Gegenentwurf zum populären Bollywood-Kino dar, da QISSA die Probleme des Landes benennt und Hoffnung auf eine Veränderung macht.

 

"Qissa – Der Geist ist ein einsamer Wanderer" wurde mit dem NETPAC Award auf dem Toronto Filmfestival 2013 und dem Silver Gateway Award auf dem Mumbai Film Festival 2013 ausgezeichnet. Er war Eröffnungsfilm auf dem International Film Festival Rotterdam 2014 und wurde dort prämiert mit dem Dioraphte Audience Award. 2014 erhielt er außerdem den "Special Mention" Award der Internationalen Jury des Festival International des Cinémas d’Asie de Vesoul, Frankreich sowie den Inalco Jury Award, der vom Institut National des Langues et Civilisations Orientales in Paris vergeben wird. Zudem wurde QISSA auf dem Curaçao International Film Festival Rotterdam mit dem "Best of the Fest"-Preis ausgezeichnet.

 

Anup Singh, geboren 1961 in Daressalam/Tansania, wuchs in einer Sikh-Familie auf, die ursprünglich aus Punjab stammte. Ihre Vertreibung ist eine der Hauptinspirationsquellen von QISSA. Anup Singh hat Regie bei Filmprojekten für das indische Fernsehen geführt, war als Berater für BBC2 tätig und hat Filmkritiken für die Fachpresse, darunter Sight&Sound, geschrieben. Anups erster Spielfilm THE NAME OF A RIVER (2002) wurde auf 30 Festivals weltweit gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Anups zweiter Spielfilm LASYA – THE GENTLE DANCE erhielt 2011 auf dem Filmfestival Locarno in der Sektion "Open Doors" den Preis des CNC (Frankreich).

 

Irrfan Khan (*30. November 1962 in Jaipur, Rajasthan/Indien) war bereits in internationalen preisgekrönten Filmproduktionen wie "The Warrior" (2001), "Slumdog Millionär" (2008), "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" (2012), "The Amazing Spider Man" (2012) oder "Lunchbox" (2013) zu sehen. Für seine bisherigen schauspielerischen Leistungen wurde Khan bereits mit zwei Filmfare Awards geehrt, einmal für den besten Schauspieler in einer Schurkenrolle im Film "Haasil" (2003) sowie für die Beste Nebenrolle in "Life in a... Metro" (2007). Er wurde darüber hinaus mit einem Screen Actors Guild Award ausgezeichnet sowie mit einer Nominierung für einen Independent Spirit Award gewürdigt.

Be My Baby

Spielfilm, Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Kino

Vorführungen:
Samstag, 28. Juni 2014, 12.00 Uhr City 3 (Pressevorführung)
Sonntag, 29. Juni 2014, 14.30 Uhr ARRI Kino
Dienstag, 01. Juli 2014, 20.00 Uhr HFF Kino 1
Donnerstag, 03. Juli 2014, 17.30 Uhr HFF Audimax

 

Regie:   Christina Schiewe
Buch:Christina Schiewe, Petra Brix
Kamera:Julia Baumann
Ton:Nic Nagel
Szenenbild:Pierre Brayard
Schnitt:Dorothee Bröckelmann
Musik:Martina Eisenreich
Produzenten:Rüdiger Heinze, Stefan Sporbert
Produktion:Zum Goldenen Lamm Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel mit Unterstützung durch MFG-Filmförderung Baden-Württemberg
Redaktion:Christian Cloos
Länge100'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

NicoleCarina Kühne
MoniqueChristina Große
OlafHolger Stockhaus
IngeGitta Schweighöfer
NickFlorian Appelius
WilliPaul Faßnacht
BurgaCornelia Köndgen
HermannNico Randel

                                          

Nicole ist 18 und hat das Down-Syndrom. Sie möchte einen Freund haben, heiraten, ein Baby bekommen und einfach normal sein. Sie ist mit dem Nachbarsjungen Nick aufgewachsen und als Kinder haben sie geplant, einmal zu heiraten. Doch jetzt ist alles anders. Nick ist 15 und will cool sein, ist aber ein Außenseiter und im permanenten Druck, allen zu genügen. Ausgerechnet Nicole sieht in ihm etwas Besonderes und gibt ihm das, was er sich insgeheim wünscht: bedingungslose Liebe und Zuneigung. Nicoles direkte und ehrliche Art steht im Gegensatz zu ihrem Umfeld, in dem alle ihre wahren Gefühle verleugnen und sich in ihren "ganz normalen" Abgründen verstricken. Als Nicole von Nick ein Baby erwartet, wird die Offenheit und Toleranz der Familien auf eine harte Probe gestellt. Es beginnt ein Wettlauf gegen Sterilisation, Abtreibung, festgefahrene Ansichten und für das Recht auf Selbstbestimmung – einer jungen Frau mit Down-Syndrom.

 

"Be My Baby" ist der Debütfilm von Regisseurin Christina Schiewe und ihrer Ko-Autorin Petra Brix. Für Hauptdarstellerin Carina Kühne ist es die erste Filmrolle. Sie hat das Down-Syndrom und engagiert sich gesellschaftlich für Akzeptanz und Inklusion.

 

Christina Schiewe wurde als Kind deutsch-brasilianischer Eltern 1980 in Brüssel geboren und wuchs in Brüssel, Stockholm und Düsseldorf auf. Von 2002-2007 studierte sie Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Mit ihrem Kurzfilm "Lena" wurde sie 2005 beim Filmfest Granada/Spanien als beste Regisseurin ausgezeichnet. Für Ihren Diplomfilm "Das leichte Leben" erhielt sie neben dem Preis für den besten studentischen Kurzfilm beim Festival in Rom das Prädikat "Besonders Wertvoll". "Be My Baby" ist Christina Schiewes erster Langspielfilm.

 

Anmerkungen von Christina Schiewe
"Be My Baby" erzählt die Geschichte von Nicole (18), einer selbstbewussten jungen Frau mit Down-Syndrom, die von Liebe und einer eigenen Familie träumt. Als ihr Traum endlich in Erfüllung geht und sie schwanger ist, stellt sie damit die gesellschaftlichen und moralischen Konventionen auf den Kopf. Durch ihre liebevolle Beharrlichkeit und Ehrlichkeit erzeugt sie unbewusst einen Druck auf ihre Umwelt, der jeden dazu anregt, eigene Gefühle und Denkmuster grundlegend zu überdenken. Es wird deutlich, dass Nicoles vermeintliches Defizit der Behinderung vielmehr eine emotionale Stärke ist, mit der sie andere sogar seelisch heilen kann. In meiner langen Recherche zum Thema Sexualität von Behinderten habe ich viel Widersprüchliches erfahren. Obwohl Behinderte per Gesetz Sexualität ausleben und sich fortpflanzen dürfen, leiden sie im Privaten oft unter der Unterdrückung ihrer eigenen Sexualität. Eltern von behinderten Menschen kämpfen zwar für Gleichstellung und stärkere Einbeziehung in die Gesellschaft (Inklusion). Doch wenn es um das Thema Sexualität geht oder gar um einen Kinderwunsch, hört die Toleranz auch schon wieder auf. Menschen mit Down-Syndrom wird die Sexualität oft aberkannt, weil sie durch ihr Wesen gerne als "ewige Kinder" gelten. Die Fähigkeit, Verantwortung für ihren Körper zu übernehmen und für das Wohl ihres eigenen Kindes zu sorgen, wird ihnen nicht zugetraut. Zu groß erscheint bei ihren Bezugspersonen die Angst vor weiterer Belastung. Emotionale Manipulation und psychische Entmündigung sind oft die Folgen.

"Be My Baby" will dieses Tabu brechen und aufklären, will Mut machen für echte Selbstbestimmung und eine buntere Welt, in der Menschen wie Nicole als normal und gleichwertig empfunden werden. Das will der Film erreichen und noch mehr – verpackt mit einer guten Portion Humor!

Wir waren Könige

Spielfilm, Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Kino

Vorführungen:
Samstag, 28.Juni 2014, 19.30 Uhr, ARRI Kino
Montag, 30. Juni 2014, 20.00 Uhr, HFF AudimaxX
Freitag, 04. Juli 2014, 22.30 Uhr, ARRI Kino
Mittwoch, 02. Juli 2014, 12.15 Uhr, City 2

 

Regie:Philipp Leinemann
Buch:   Philipp Leinemann
Kamera:Christian Stangassinger
Schnitt:Max Fey, Jochen Retter
Musik:Sebastian Fischer
Ton:Johannes Doberenz, André Bendocchi-Alves, Claudia Enzmann
Szenenbild:Petra Albert
Kostüm:Sonja Hesse
Produzenten:Tobias Walker, Philipp Worm
Produktion:Walker&Worm Film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von MDM, FFF Bayern und Kuratorium junger deutscher Film
Redaktion:Jörg Schneider (ZDF), Doris Hepp & Andreas Schreitmüller (ARTE)
Länge:98'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

KevinRonald Zehrfeld
MendesMišel Matičević
NasimMohammed Issa
ThorstenTilman Strauß
IoannisOliver Konietzny
JacekFrederick Lau
BrandesHendrik Duryn
WillmundBernhard Schütz
HarthmannThomas Thieme
LennardTorben Liebrecht
JenneUrs Rechn
DavidJorres Risse
BorisFelix Goeser
VolkerGodehard Giese
MarkusSimon Werner

 

Gewaltbereite Jugendgangs, überforderte Polizisten. Das Viertel brodelt. Nach einem missglückten Zugriff und zwei toten Polizisten droht das Pulverfass zu explodieren. Denn das Sondereinsatzkommando hat nur ein Ziel: Rache - ohne jede Rücksicht auf das Gesetz. In einer blinden Hetzjagd kämpft jeder gegen jeden, zerrissen von der Frage, was wirklich zählt: Freundschaft oder Moral. 

 

Philipp Leinemann wurde 1979 in Braunschweig geboren. Er begann das Regiestudium im Bereich Spielfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) im Jahre 2004. Seither hat er zahlreiche Kurz- und Werbefilme realisiert sowie gemeinsam mit Matthias Glasner und Jürgen Vogel als Autor an dem Kinoprojekt "Denn wir sind anders" gearbeitet. Sein Abschlussfilm "Transit" wurde auf dem Münchner Filmfest mit dem Produktionspreis ausgezeichnet und lief auf mehreren Festivals, zuletzt auf dem internationalen Filmfestival in Shanghai. "Wir waren Könige" ist Philipp Leinemanns Debütfilm.

Die Frau aus dem Moor

TV-Movie, Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Montag, 30. Juni 2014, 16.30 Uhr, Rio 1
Mittwoch, 02. Juli 2014, 15.00 Uhr HFF

 

Regie:Christoph Stark
Buch:Ariela Bogenberger nach Motiven des Romans "Blut und Wasser" von Roland Voggenauer
Kamera:Frank Blau
Ton:Roman Schwarz
Szenenbild:Michael Köning
Kostüm:Andrea Spanier
Maske:Martine Flener, Tatjana Luckdorf
Schnitt:Manuel Reidinger
Musik:Thomas Osterhoff
Music Supervision:Hansjörg Kohli
Casting:Nessi Nesslauer
Junior Producer:Conradin Hagedorn
Herstellungsleitung:Marion Dany
Produktionsleitung:Ulrike Hauff
Produzenten:Andreas Schneppe, Sven Burgemeister
Produktion:TV60 Film, München
Redaktion:Pit Rampelt
Länge:89'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Matthias StaudacherFlorian Stetter
Nelly StaudacherMarlene Morreis
Anna WimmerRosalie Thomass
Alois Thanner Wolfgang Hübsch
Andreas ThannerGolo Euler
Karl BauerThomas Schmauser
Hotelier AubacherSigi Zimmerschied
Anton SchladererJockel Tschiersch
Onkel HansBranko Samarovski
Sarah Pollinger Anja Antonowicz
und andere

 

Die Eheleute Matthias und Nelly Staudacher (um die 40) können nicht unterschiedlicher sein. Während Nelly, trotz Auslandsstudiums ihrer Familientradition verbunden, den Ort als Gemeindevorstand anführt, sorgt sich der naturverbundene Architekt Matthias um die Bauplanung am Seeufer des Chiemsees. Er liebt den unberührten See von Kind auf. Als er dort eine alte Moorleiche aus dem 19.Jahrhundert findet, müssen die beiden ihre schicksalhafte Verbindung enträtseln und einander loslassen, um ihre Zukunft ohne falsche familiäre Zwänge zu gestalten. Das gefühlvolle Drama spannt mit attraktivem Lokalkolorit einen Bogen zwischen 1860 und heute und zeigt, wie Gewalt und Schuld lange in einem Familiensystem weiterwirken können.

 

Die ausgezeichnete Autorin Ariela Bogenberger ("Marias letzte Reise") hat ein ungewöhnliches Drama geschrieben, das zwischen einem Mord im Jahr 1860 und einer Ehekrise in der Gegenwart einen spannungsreichen Bogen schlägt und von der Wirksamkeit von Schuld über Generationen hinweg erzählt. Kino-Regisseur Christoph Stark ("Tabu") hat die im bayerischen Voralpenland angesiedelte Geschichte gefühlvoll und intensiv inszeniert, in der das Politische privat und das Private politisch ist. Marlene Morreis und Florian Stetter spielen wunderbar direkt das schicksalhaft miteinander verbundene Paar, das nach und nach ein großes, weit zurückreichendes Familiengeheimnis enträtselt, sich aus der Verstrickung entwickelt und so zu sich selber und zum wirklich eigenen Weg findet. Und Rosalie Thomass strahlt aus der Vergangenheit als Opfer und faszinierende Bezugsfigur dieser narrativ raffinierten, psychologisch stimmigen, filmischen Familienaufstellung, die Aufklärung und Emanzipation vielschichtig reflektiert.

Pit Rampelt
ZDF/Fernsehspiel I

 

Ariela Bogenberger, Drehbuchautorin:
"Die Idee, über eine Moorleiche ein Familiendrama aufzudecken, inspirierte mich, ich fand sie schräg und deshalb reizvoll. Da zieht ein Mann seine tote Ururgroßmutter aus dem Moor und wird dadurch mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Ein doch sehr absurdes Geschehen plausibel und nachvollziehbar zu einer Geschichte zu verweben, darin sah ich die Herausforderung. Die eigene Familiengeschichte anzuerkennen und sich damit auszusöhnen, ist für mich das Kernthema des Films. Ob man die Geschehnisse und Geheimnisse, vor allem die dunklen, in der Geschichte einer Familie nun wahrhaben will oder nicht: Sie hinterlassen Spuren. Und sie wirken auch über mehrere Generationen hinweg auf die Menschen ein. Die Wahrheit hat eine Sehnsucht, ans Licht zu kommen: Dafür schien mir die Moorleiche ein gutes Bild. "

 

Andreas Schneppe, Produzent, TV 60 Film:
"Mich reizte an diesem Stoff, dass tragische Ereignisse, die jahrelang unentdeckt vor sich hin gären, sich eines Tages doch ihren Weg bahnen und zutage treten. In unserem Film deckt der Fund einer Moorleiche aus dem 19. Jahrhundert einen grausamen Mord auf, der auf dramatische Weise eng mit den Familien des jungen Ehepaares Nelly und Matthias Staudacher verknüpft ist. Plötzlich gerät die gesamte Familienstruktur des Paares ins Wanken und legt einen lange schwelenden Konflikt zwischen den beiden offen. Die Beziehung scheint zum Scheitern verurteilt, erst recht, als Matthias' hartnäckige Recherchen zum vermeintlichen Mörder führen und offenbar wird, dass vor langer Zeit das ganze Dorf Stillschweigen über die Beziehung zwischen Opfer und Mörder bewahrte. Nelly und Matthias werden von ihrer eigenen Vergangenheit überrollt. Dieser Geschichte liegt die für mich spannende Thematik zugrunde: Was hält eine Familie zusammen? Und ist Blut tatsächlich dicker als Wasser?"

Die Seelen im Feuer

Historisches Drama, Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Donnerstag, 3. Juli 2014, 21.30 Uhr, Rio 1
Samstag, 5.Juli 2014, 14.30 Uhr, City 3

 

Regie:   Urs Egger
Buch:Annette Hess, Stefan Kolditz nach einem Roman von Sabine Weigand
Kamera:Holly Fink
Ton:Thomas Szabolcs
Szenenbild:Petra Heim
Kostüm:Birgit Hutter
Maske:Monika Fischer-Vorauer, Andreas Meixner
Schnitt:Britta Nahler
Musik:Marius Ruhland
Produktionsleitung:Winfried Demuss
Produzenten:Arno Ortmair, Monika Raebel
Produktion:Film-Line Productions, München; Ecylypse Filmpartner, Wien
Redaktion:Karina Ulitzsch
Länge:110'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Cornelius WeinmannMark Waschke
Johanna WolffSilke Bodenbender
Fürstbischof Fuchs von DornheimPaulus Manker
Weihbischof FörnerAlexander Held
Hans SchrammMaximilian von Pufendorf
Hexenkommissar HerrenbergerAxel Milberg
Abdias WolffRainer Bock
Bürgermeister Johannes JuniusRichy Müller
Pater KircherMichael A. Grimm
Kaiser FerdinandMax Tidof
Hansi MoorhauptNino Böhlau
Antoni WolffPhilipp Franck

 

Bamberg um 1630. Der Arzt Cornelius Weinmann kehrt von seinen medizinischen Studien im fortschrittlichen Wien zurück nach Bamberg, um seinen sterbenden Vater zu sehen. Er trifft dort auch auf seine Jugendliebe Johanna Flock, die mit kundigem Engagement die Apotheke ihres Vaters führt, obwohl Frauen diese Amtsausübung untersagt ist. Cornelius ist erneut fasziniert von der klugen und eigenwilligen Frau. Als sein Vater stirbt, steht sein Entschluss jedoch  fest. Er will sofort nach Wien zurückkehren. Die Rückständigkeit Bambergs ist ihm zuwider. Doch der Fürstbischof Fuchs von Dornheim hat Cornelius‘ moderne Methoden schätzen gelernt und zwingt den fähigen Arzt in seine Dienste. In Bamberg zeigen sich mehrere Fälle von Hexerei und Cornelius soll zusammen mit den Hexenkommissaren die Inhaftierten auf Hexenmale untersuchen.

Was als Kampf gegen das Werk des Teufels begann, artet mehr und mehr aus. Fuchs von Dornheim und sein intriganter Weihbischof Förner nutzen die Hexenverfolgung zunehmend für die eigenen Zwecke -  angsttreibende Predigten füllen ihre Kirchen, politische Gegner werden als Hexer denunziert und ausgeschaltet und das Erbe der Hingerichteten wandert in die eigene, fürstbischöfliche Kasse. Cornelius und Johanna geraten in den Bannkreis einer unmäßigen Hexenverfolgung. Und wer einmal in die Mühlen hineingeraten ist, hat kaum eine Chance zu entkommen.

 

"Die Seelen im Feuer" beschreiben den Höhe- und Wendepunkt der Hexenverfolgungen im Bamberg der Jahre 1626 – 1631. Die "kleine Eiszeit" mit ihren schlechten Ernten und dem jahrelangen Hunger, der 30-jährige Krieg, die Gegenreformation und die Umbruchszeit vom Mittelalter zur Neuzeit verunsicherten die damalige Bevölkerung. Erklärungen für das Übel fand man – gerade dort, wo die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht angekommen waren - in dem, was man kannte: in Gott, dem Teufel und den Hexen, die der Teufel für sein Werk nutzte. "Die Seelen im Feuer" behandelt Themen, die uns auch heute wieder beschäftigen: wie sieht es aus mit Recht und Gerechtigkeit, Macht, deren Missbrauch und Zivilcourage?

Dem Drehbuch liegt der Roman der Historikerin Sabine Weigand zugrunde. Weigand verbindet darin authentische Geschehnisse, recherchiert unter anderem in den Archiven der Staatsbibliothek Bamberg, mit einer fiktiven Geschichte.

Die eventerfahrenen und preisgekrönten Autoren Annette Hess ("Weissensee") und Stefan Kolditz ("Unsere Mütter, unsere Väter") achteten bei der Adaption auf eine fesselnde Spannung und größtmögliche Authentizität, die die heutigen Zuschauer das Denken der Zeit nachvollziehen lässt.

Urs Egger (zuletzt "München Mord", "Opernball") übernahm die Inszenierung des selten verfilmten dunklen Kapitels deutscher Geschichte. Die aufwändigen Dreharbeiten fanden in Deutschland und Österreich statt. Unterstützt wurde er durch ein auch international arbeitendes Team: Den Kameramann Holly Fink, dessen Bilder im wahren Wortsinn malerisch sind, die Szenenbildnerin Petra Heim, die Kostümbildnerin Birgit Hutter und die Maskenbildner Monika Fischer-Vorauer und Andreas Meixner, die gemeinsam das Universum der Neuzeit schufen.

Die Schauspieler Silke Bodenbender ("Das unsichtbare Mädchen", "Vater, Mutter, Mörder") und Mark Waschke ("Buddenbrooks"; zusammen mit Silke Bodenbender: "Es ist alles in Ordnung") übernahmen in dem großartigen Ensemble die Hauptrollen. Ihr Spiel ist – wie das des übrigen Ensembles – immer darauf bedacht, im Denken der Zeit verhaftet zu bleiben. Silke Bodenbender in der Figur der gebildeten, aber doch im damaligen Glauben handelnden Apothekertochter; Mark Waschke in dem Denken eines weltläufigen Arztes, der in Wien und Italien schon die Neuzeit mit ihren Errungenschaften kennengelernt hat und mit diesem Blick die Geschehnisse in Bamberg erlebt.

Für immer ein Mörder – der Fall Ritter

Krimi/Thriller, Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Dienstag, 01. Juli 2014, 16.30 Uhr, Rio I (Premiere)
Mittwoch, 02. Juli 2014, 15.00 Uhr, HFF AudimaxX

 

Regie:Johannes Grieser
Buch:Holger Karsten Schmidt
Kamera:Volker Tittel
Ton:Mario Brecht
Szenenbild:Peter Bausch
Schnitt:Esther Weinert, Michael Reysz
Musik:Robert Schulte Hemming, Jens Langbein
Produktionsleitung:George Hiller
Produzent:Michael Smeaton
Producer:Simone Höller
Produktion:FFP New Media GmbH mit Unterstützung der Förderung der Mitteldeutschen Medienförderung und ARTE
Redaktion:Günther van Endert
Länge:88'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Frank Wolf Hinnerk Schönemann
Yvonne WeberTeresa Weißbach
Lutz MüllerOliver Stokowski
Konrad RitterLuca Zamperoni
Wolfgang SchulteKarl Kranzkowski
Walter VossMichael Gwisdek
Rieke MüllerUlrike C. Tscharre
Major BöhlkeHilmar Eichhorn
Carl AndréMax Herbrechter

 

Ein packendes zeithistorisches Kriminaldrama. Was für zwei junge Polizisten auf den ersten Blick ein Routinefall zu sein scheint, wird zur zähen Aufdeckung eines Justizmordes in der Endzeit der DDR.

Anfang 2000: Yvonne Weber, eine junge Kommissarin, wird von Frankfurt a.M. nach Eisenach versetzt. Im Zuge der obligatorischen Überprüfung ungeklärter Mordfälle zu DDR-Zeiten soll sie mit dem jungen Kollegen Frank Wolf einen Frauenmord untersuchen, der bald 15 Jahre zurückliegt. Für alle auf der Dienststelle ist der Fall glasklar: Konrad Ritter war's. Der bekannte Musiker und Dorf-Playboy musste eine lebenslange Haftstrafe zwar nur anderthalb Jahre absitzen und ist in einem zweiten Prozess freigesprochen worden – angeblich durch die Finten eines Anwalts. Doch an seiner Schuld gibt es weit und breit keinen Zweifel – am wenigsten bei Frank Wolf, der als Kind mit dem Frauenhelden in einem Haus gewohnt hat. Zweifel kommen jedoch Yvonne Weber, als sie in den Akten auf haarsträubende Ungereimtheiten stößt: Ermittlungslücken, widersprüchliche Zeitangaben, unterdrückte Zeugenaussagen, Verhöre von 36 Stunden Dauer, unübliche Handhabe bei Recherchen durch die Stasi. Und so manche im trauten Kollegenkreis, die bei Grillpartys und anderen Zusammenkünften auf "die Neue" geradezu familiär wirken, scheinen damals irgendwie involviert gewesen zu sein – auch die Frauen. Doch alle blocken Webers neugierige Fragen ab. Als sie schließlich Frank Wolf überzeugen kann, gerät der in einen tief greifenden Loyalitätskonflikt mit seinen engsten  Freunden. Gerade sein Ziehvater und heutiger Kommissariats-Leiter Schulte spielte mit bei der Verfolgung des Unschuldigen. Schulte ist es auch, der dem Aufdeckungseifer von Weber und Wolf ein Ende setzt. Aber die beiden geben nicht auf…

 

Holger Karsten Schmidt (Autor):
"Als Simone Höller mir den Kontakt zu Kommissar Olaf C., dem Vorbild für Hinnerk Schönemann, vermittelt hat, wusste ich, dass ich diese Geschichte schreiben muss. Der Preis für die Wahrheit ist mitunter schmerzhaft hoch – Menschen wie Olaf C. haben ihn bezahlt. Die Öffentlichkeit dankt es ihnen nicht. In diesem Sinne ist der Film ein Dankeschön."

 

Johannes Grieser (Regisseur):
"Besonders beeindruckend bei der Ritter-Geschichte erscheint mir das Wagnis, ein friedliches, aber eben kein versöhnliches Ende zu schaffen, welches der Realität entspricht, die häufig keine Gerechtigkeit kennt. Was mich darüber hinaus an Holger Karsten Schmidts Figurenkonzeptionen inspiriert, ist die Herausforderung, der sich zunächst Weber und dann auch verstärkt Wolf stellt – den mühsamen Ermittlungen, dem ernüchternden Auf-der-Stelle-Treten und langwierigen Suchen nach der Wahrheit."

 

Simone Höller (Producer):
"Die große Ungeheuerlichkeit des Falles Ritter besteht darin, dass hier – im Gegensatz zu den meisten bekannten Verfilmungen über die DDR – ein völlig unpolitischer Mensch in die Mühlen der Willkür von Staatsanwaltschaft, Stasi, Polizei und politischer Polizei gerät. Dabei wird Ritter nicht nur Opfer von Polizeibeamten und politischen Funktionären, sondern auch von Menschen in seinem Lebensumfeld, von Nachbarn, Kollegen und vermeintlichen Freunden, denen der Frauenheld Zeit seines Lebens ein Dorn im Auge war. Hier zeigt sich, wie stark sich Menschen nicht nur von Obrigkeiten, sondern auch von persönlichen Vorurteilen leiten lassen, wie eng also politische und gesellschaftliche Motive miteinander verzahnt sein können. "

 

Hinnerk Schönemann (Hauptdarsteller):
"Manchmal gibt es Filme, die sind besonders – alles passt, nichts Falsches oder Aufgesetztes. Ein Geschenk von Anfang an. Buch, Regie, Spiel, Produktion sind eins. Etwas wie Magie!"

 

Teresa Weißbach (Hauptdarstellerin):
"Die Story des Filmes finde ich auch nach 25 Jahren Mauerfall sehr spannend, faszinierend, manchmal auch erschreckend. Aber schmunzeln musste ich über die Tatsache, dass ich als gebürtige Ostdeutsche nun eine Kommissarin spielen darf, die aus dem Westen in die ostdeutsche Provinz versetzt wird. Ich, die ihr Debüt mit einem Kultfilm über die DDR feierte, darf nun die befremdliche Westfrau spielen, die aneckt, nervt, hinterfragt, ihren Finger in so manche Wunde steckt. Was für eine schöne Herausforderung!"

 

Günther van Endert (Redakteur):
Es ist bereits sehr viel über die DDR erzählt worden, Versöhnliches, Spannendes, Tragisches. Das Ungewöhnliche am "Fall Ritter" besteht darin, dass die Sicherheitsorgane Macht nicht aus bekannten politischen Gründen missbrauchten, sondern so weit gingen, einen
'gewöhnlichen' Mädchenmörder zu schützen und einen Unschuldigen zu verfolgen, weil es aus verschiedenen Gründen opportun war.

Helen Dorn – Unter Kontrolle

Krimi, Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Montag, 30. Juni 2014, 19.00 Uhr, Rio 1
Dienstag, 1. Juli 2014, 14.00 Uhr, City 2

 

Regie:Matti Geschonneck
Buch:Magnus Vattrodt
Kamera:Theo Bierkens
Ton:Maj-Linn Preiß
Szenenbild:Ulrich Hintzen
Schnitt:Eva Schnare
Musik:Nikolaus Glowna, Ludwig Eckmann
Produktionsleitung:Ute Schnelting
Produzent:Wolfgang Cimera, Silke Schulze-Erdel
Produktion:Network Movie, Köln
Redaktion:Reinhold Elschot, Stefanie von Heydwolff
Länge:89'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Helen DornAnna Loos
Gregor GeorgiMatthias Matschke
Falk MattheissenStephan Bissmeier
Richard DornErnst Stötzner
Inga ThomsenBarbara Auer
Hans ThomsenHerbert Knaup
Sarah ThomsenJella Haase
Daniel de KlerkChiem van Houweninge
Lars de KlerkFedja von Huêt
Ricarda von BergTherese Hämer
Reinhard HenzeHanspeter Müller-Drossaart
Werner AltmannJohann Adam Oest
und andere

        

Mia, die vierjährige Tochter des Unternehmers Hans Thomsen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Eine großangelegte Suchaktion der Polizei ergibt keinerlei Hinweise, was sich an diesem Vormittag in dem Düsseldorfer Wohnviertel abgespielt haben könnte. Ist das kleine Mädchen einfach nur weggelaufen, ist es möglicherweise Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens geworden? Das Innenministerium überträgt dem LKA Düsseldorf die Leitung der Ermittlungen. LKA-Kommissarin Helen Dorn ermittelt mit ihrem Partner Gregor Georgi in alle Richtungen und sucht auch im geschäftlichen Umfeld von Hans Thomsen nach Motiven, die mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben könnten.

Inga Thomsen, zweite Ehefrau von Hans Thomsen und Stiefmutter von Mia, versucht die Familie in diesen schweren Stunden zusammenzuhalten, während ihr Mann mit Hilfe seines Anwaltes selbst nach seiner kleinen Tochter sucht. Sein Weg führt ihn nach Rotterdam zu Daniel de Klerk und seinem Sohn Lars. Die beiden holländischen Unternehmer spielen eine nicht unerhebliche Rolle in einem Geschäft, das Thomsen jüngst abgewickelt hat. Während der schwierigen Ermittlungen entschlüsselt Helen Dorn nach und nach, was mit dem kleinen Mädchen an dem sonnigen Tag passiert ist. Und das Geheimnis, das sich hinter der Fassade von Reichtum, Glück und Erfolg versteckt, ist gleichermaßen tragisch und zerstörerisch.

 

"Helen Dorn – Unter Kontrolle" ist der zweite Film der neuen ZDF-Samstagskrimireihe, die am 8. März 2014 mit dem Auftaktfilm "Helen Dorn – Das dritte Mädchen" mit mehr als acht Millionen Zuschauern erfolgreich startete. Anna Loos spielt darin die LKA-Kommissarin Helen Dorn, die in Nordrhein-Westfalen ermittelt. Auch für den zweiten Film zeichnen Regisseur Matti Geschonneck und Drehbuchautor Magnus Vattrodt verantwortlich, deren gemeinsamer Fernsehfilm "Das Ende einer Nacht" jüngst u.a. mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. "Helen Dorn" steht für modernes Erzählfernsehen. Mit beeindruckenden Schauspielerleistungen und unerwarteten Wendungen besticht der Film durch größtmögliche Krimi-Spannung und packende Intensität.

Neben der Spur – Adrenalin

Krimi/Thriller Deutschland 2014

Programm-Reihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Dienstag, 01. Juli 2014, 21.30 Uhr, Rio 1 (Premiere)
Samstag, 05. Juli 2014, 15.00 Uhr, HFF Kino 1

 

Regie:Cyrill Boss, Philipp Stennert
Buch:Frederik Weis, Cyrill Boss, Philipp Stennert
Kamera:Felix Cramer
Ton:Maj-Linn Preiß
Szenenbild:Iris Trescher-Lorenz
Schnitt:Lucas Seeberger
Musik:Christoph Zirngibl
Herstellungsleitung:Roger Daute
Produktionsleitung:Vanessa Eggers
Produzenten:Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge
Produktion:Network Movie, Jutta Lieck-Klenke
Redaktion:Daniel Blum
Länge:88'

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Dr. Johannes "Joe" Jessen Ulrich Noethen
Vincent RuizJuergen Maurer
Robert MohrenNikolai Kinski
Nora JessenPetra van de Voort
CharlotteLilly Liefers
Anna BartholoméMarie Leuenberger
ElisaLaura Tonke
und andere

 

Frei nach dem Roman "Adrenalin" des australischen Autors Michael Robotham, ist "Neben der Spur – Adrenalin" der erste Film einer neuen Kriminalreihe mit Ulrich Noethen ("Ein fliehendes Pferd", "Das unsichtbare Mädchen", "Das Sams"), die den vielfach preisgekrönten Schauspieler von einer neuen Seite zeigt: Hier agiert Noethen im pulsierenden Hamburg sowie im stimmungsvollen Lübeck als Dr. Johannes "Joe" Jessen, einem Psychiater mit außergewöhnlichem Feingefühl und einem ausgeprägten Gespür für das Böse. Gemeinsam mit der Polizei untersucht er Fälle, die ihn tief hinab in das Dunkel der menschlichen Seele führen. Dass aus den Untersuchungen meistens auch Ermittlungen werden, liegt in der Natur der Figur Joe Jessen.

Niemals hätte der renommierte Hamburger Psychiater Dr. Johannes "Joe" Jessen damit gerechnet, dass sein Leben so aus den Fugen geraten könnte: Der verstörte junge Robert Mohren (Nikolai Kinski) ist nicht nur sein bisher schwierigster Fall, zum ersten Mal hat der Psychiater das Gefühl, dass ihm durch seine Schweigepflicht wahrlich die Hände gebunden sind – denn ihn beschleicht der dunkle Verdacht, dass sein Patient etwas mit dem grausamen Mord an einer jungen Krankenschwester zu tun haben könnte. Doch was kann er tun? Muss er diese Befürchtung mit sich herumtragen, immer in der Angst, dass Mohren ein wirklich ein Mörder ist? Dass die junge Frau vielleicht nicht sein letztes Opfer war? Als sich Joe schließlich Kommissar Vincent Ruiz (Juergen Maurer) anvertraut, tritt er damit jedoch ungeahnt eine Lawine los, die ihn nicht nur seinen Beruf, sondern auch seine Familie kosten könnte. Denn als eine weitere Tote gefunden wird, richten sich die Ermittlungen der Polizei schnell gegen ihn selbst. Um nicht alles zu verlieren, ist Joe Jessen gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln.

 

Frederik Weis, Cyrill Boss und Philipp Stennert schrieben diesen ersten Fall. Ihr Drehbuch basiert auf dem Roman "Adrenalin", dem ersten Teil einer Besteller-Krimi-Reihe des australischen Autors Michael Robotham. Das aufstrebende, junge Regie-Duo Cyrill Boss und Philipp Stennert haben die atmosphärisch dichte Inszenierung übernommen. Sie garantieren Hochspannung und zeigen dabei nicht nur Ulrich Noethen, sondern auch die Stadt Hamburg von einer bisher unbekannten Seite.

 

Cyrill Boss und Philipp Stennert machten beide ihren Abschluss an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Regie. Seit 2000 arbeiten sie zusammen als Autoren- und Regieduo. 2006 drehten sie ihren ersten gemeinsamen Kinofilm "Neues vom Wixxer". 2009 drehten Boss und Stennert ihren zweiten Kinofilm, die Actionkomödie "Jerry Cotton" in Berlin, Hamburg und New York. 2012 adaptierten Boss und Stennert den Kinderroman "Das Haus der Krokodile" von Helmut Ballot für das Kino. Für "Das Haus der Krokodile" erhielten Boss und Stennert 2013 den Bayerischen Filmpreis.

Hommage | Klaus Lemke – Die Hamburg-Filme

Seit nunmehr fast 50 Jahren geht Klaus Lemke (Jahrgang 1940) seiner Leidenschaft, dem Filmemachen, nach - unangepasst und zügellos. Mehr als 40 Filme sind entstanden, die allesamt die ganz eigene Handschrift eines der letzten großen Autorenfilmer tragen. Ein "deutsches Traditionsunternehmen" hat er sich selbst einmal genannt und bis heute bleibt er seinen Prinzipien treu: Gedreht wird mit minimalem Budget, ohne ein Drehbuch, mit Laiendarstellern und kraftvoll-ungeschminkter Authentizität. Das Filmfest München widmet dem führenden Underground-Filmemacher eine Hommage und zeigt fünf ZDF-Produktionen, die Klaus Lemke als seine Hamburg-Filme definiert. 

 

 

Rocker

Deutschland, 1972

Vorführung:
Freitag, 4. Juli 2014, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1

Regie:Klaus Lemke
Kamera:Bernd Fiedler, Anna Harnisch
Schnitt:Jutta Brandstaedter
Ton: Hayo von Zuendt
Länge:86'

Darsteller

Hans-Jürgen Modschiedler, Gerd Kruskopf, Michael-Thomas Krannich, Paul Lyss, Marianne Mim

 

Klaus Lemke: „Prinz Eisenherz mit 16 reloaded“.

 

 

Sylvie

Deutschland 1973

Vorführung:
Mittwoch, 2. Juli 2014, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1

Regie: Klaus Lemke
Kamera Lothar E. Stickelbrucks
Schnitt:Peter Przygodda
Ton:Ottfried Wimmer
Länge:86'

Darsteller

Sylvie Winter, Paul Lyss, Del Negro, Guido Mangold, Ivan Desny

 

Klaus Lemke: "Das Model, der Seemann. Die Liebe kommt wie die Vögel kommen. Man muss sie nur füttern. "

 

 

Paul

Deutschland 1974

Vorführung:
Dienstag, 1. Juli 2014, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1

Regie:Klaus Lemke
Kamera:Lothar E. Stickelbrucks
Schnitt:Peter Przygodda
Ton:Werner Vittiglio
Länge:75'

Darsteller

Paul Lyss, Sylvie Winter, Friedhelm Lehmann, Jimmy Braker, Elke Föry

 

Klaus Lemke: „Hurricane 'Paul' – geballt irrationaler noch als Hamburg.“

 

 

Finale

Deutschland 2006

Vorführung:
Montag, 30. Juni 2014, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1

Regie:Klaus Lemke
Kamera:Paulo da Silva
Schnitt:Florian Kohlert
Ton:Markus von Ahnen
Länge:75'

Darsteller

Saralisa Volm, Anneke Schwabe, Timo Jacobs, Angel Monroe, Stefan Witte

 

Klaus Lemke: "Eine 24jährige Schauspielerin am Anfang ihrer Karriere. Ein 20jähriges Callgirl am Ende ihrer Ehe. Italien schießt Deutschland aus der WM. Das wahre Sommermärchen '06. "

 

 

Dancing with Devils

Deutschland 2007

Vorführung:
Donnerstag, 3. Juli 2014, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1

Regie:Klaus Lemke
Kamera:Paulo da Silva
Schnitt:Rainer Schmidt
Ton:Jan Steffensen
Länge:75'

Darsteller

Saralisa Volm, Nina Schwabe, Rodion Levin, Stefan Witte, Pheline Roggan

 

Klaus Lemke: "Wie sich die Teufel unter der Haut manchmal so gut anfühlen. Und manchmal nicht."

Gomorrha

Serie, Italien/Deutschland 2014
1. Staffel, Episode 1-2

Programm-Reihe: Special Screening

Vorführungen:
Sonntag, 29. Juni 2014, 20.00 Uhr, HFF

 

Regie:Stefano Sollima und andere
Buch:Stefano Bises
Kamera:Paolo Camera
Schnitt:Patrizio Marone
Produktion:Fandango, Cattleya, BETA Film für Sky, ARTE, ZDF neo
Redaktion:Doris Hepp, Olaf Grunert
Länge:12 x 50'

 

Darsteller

Marco D‘Amore, Fortunato Cerlino, Maria Pia Calzone, Salvatore Esposito, Marco Palvetti

 

"Gomorrha" basiert auf dem gleichnamigen Bestseller Roberto Savianos und Matteo Garrones Spielfilm, dem Gewinner der Goldenen Palme in Cannes 2008. Die Serie "Gomorrha" zeigt uns die Familien, Männer und Frauen eines Clans mit ihren Hoffnungen und Träumen, Siegen und Niederlagen, ihren Liebesbeziehungen und Feindschaften, ihrem Leben, das unserem Leben sehr ähnlich und zugleich ganz anders ist. Diese „Arbeiter“ des Verbrechens sind keine Monster, sondern Menschen wie wir. Doch anders als unsere sind ihre Handlungen häufig monströs. Aber stünde man vor der Wahl, zu töten oder getötet zu werden – wer würde sich für letzteres entscheiden?

 

Die neue Kreation vom Regisseur der Kultserie ROMANZO CRIMINALE wirft einen Blick hinter die Kulissen der Camorra, dem italienischen Verbrechersyndikat Neapels – weniger bekannt als die Mafia, aber ganz genauso ruch- und gnadenlos.

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