Das ZDF auf der Berlinale 2019

Bereits zum 16. Mal ist das ZDF Medienpartner der Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Wie immer begleiten das ZDF und seine Partnerkanäle die Berlinale mit einer umfangreichen Berichterstattung. Auch in diesem Jahr sind die Sender der ZDF-Familie mit zahlreichen Filmen auf dem Festival vertreten, darunter mit vier Filmen im Wettbewerb.

    Texte

    Das ZDF und die 69. Berlinale

    Bereits zum 16. Mal ist das ZDF Medienpartner der Internationalen Filmfestspiele in Berlin. ZDF-Intendant Thomas Bellut: "Wir blicken zurück auf 15 Jahre Medienpartnerschaft mit den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Dieter Kosslick hat einen super Job gemacht, und ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit. Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr mit besonders zahlreichen Koproduktionen vertreten sind, darunter vier Filme im Wettbewerb. Allen Beteiligten eine erfolgreiche Berlinale!"

    Wie immer begleiten das ZDF und seine Partnerkanäle die Berlinale mit einer umfangreichen Berichterstattung. Ausführlich werden die aktuellen Redaktionen der "heute"-Familie ebenso wie "ZDF-Morgenmagazin", "Volle Kanne", "ZDF-Mittagsmagazin", "drehscheibe ", "hallo deutschland", "Leute heute", "logo!"und andere in Beiträgen, Live-Schalten und Interviews berichten, unter anderem mit 360°-Filmen direkt vom Ort des Geschehens. Alle Beiträge gebündelt sowie Interviews und Bilderstrecken sind unter berlinale.zdf.de zu finden.

    Am Freitag, 8. Februar 2019, um 23.00 Uhr zeigt die ZDF-Kultursendung "aspekte" die traditionelle Reportage mit den ersten Highlights und den herausragenden Themen des diesjährigen Filmfests. Außerdem gibt es ein Porträt des jungen Schauspielers Jonas Dassler, Hauptdarsteller in Fatih Akins Wettbewerbsfilm "Der goldene Handschuh", und es geht um François Ozons Drama über sexuellen Missbrauch in einem Erzbistum in Frankreich.

    In der Sendung am Freitag, 15. Februar 2019, 23.00 Uhr, ist die Verleihung des Goldenen Ehrenbären für das Lebenswerk der großen britischen Schauspielerin Charlotte Rampling ein Thema; "aspekte" zeigt ein Porträt. Außerdem: Hollywoods Verwandlungskünstler Christian Bale im Politdrama "VICE", und zur Berlinale-Reihe "Das Kulinarische Kino": "The Heat" – Dokumentarfilm über Frauen in der Spitzengastronomie. Warum gibt es so wenige Sterne-Köchinnen?

    Berlinale 2019 in 3sat

    Die 69. Berlinale in 3sat: Galas live, aktuelle Berichte und die Filmreihe "Arthouse Kino"

    3sat begleitet die Berlinale von Mittwoch, 6., bis Montag, 18. Februar, in seinem Programm, überträgt die Eröffnungsgala sowie die Verleihung der Bären live, berichtet werktäglich im Magazin "Kulturzeit", zieht Bilanz und zeigt die Reihe "Arthouse Kino". Live-Streams von der Verleihung der "European Shooting Stars" und des Goldenen Ehrenbären sind auf 3sat.de abrufbar.

     

    "Berlinale 2019: Die Eröffnung"

    3sat zeigt die Eröffnung der Berlinale am Donnerstag, 7. Februar 2019, ab 19.20 Uhr, live im Programm und im Internet unter 3sat.de Bei der Gala im Berlinale Palast am Potsdamer Platz werden die Jury und die Wettbewerbsfilme vorgestellt. Anke Engelke führt durch den Abend. Bevor es losgeht, berichtet Rainer Maria Jilg vom roten Teppich, – und "Kulturzeit"-Moderatorin Cécile Schortmann nimmt mit Kritikerin Katja Nicodemus die Trends und Themen der Filmszene unter die Lupe.

    Das 3sat-Magazin "Kulturzeit" berichtet von Freitag, 8. Februar 2019, an werktäglich ab 19.20 Uhr vom Berlinale-Geschehen und vom Wettbewerb um die begehrten Bären in Gold und Silber – und zieht am Montag, 18. Februar 2019, 19.20 Uhr, Bilanz.

    Bereits am Mittwoch, 6. Februar 2019, startet die Filmreihe "Arthouse Kino" mit vier Erstausstrahlungen, in der 3sat anlässlich der Internationalen Filmfestspiele bis Samstag, 16. Februar 2019, 14 Filme zeigt; darunter internationale, deutsche, österreichische und Schweizer Produktionen. Den Auftakt macht am Mittwoch, 6. Februar 2019, um 22.25 Uhr "The Lobster" mit Colin Farrell. Der Film von Yorgos Lanthimos erhielt 2015 in Cannes den Preis der Jury. In Erstausstrahlung zeigt 3sat John Carroll Lynchs Film "Lucky". Darin spielt Harry Dean Stanton an der Seite von David Lynch seine letzte Rolle vor seinem Tod 2017. Weitere Erstausstrahlungen sind Stefano Solimas Film "Suburra", "Maggies Plan" von Rebecca Miller und "Mein Leben als Zucchini" von Claude Barras.

    Am Samstag, 9. Februar 2019, zeigt 3sat um 19.20 Uhr außerdem die Dokumentation "Die Ära Kosslick" von Nadia Nasser, Carola Wedel und Stephan Merseburger. Seit 18 Jahren leitet und prägt Dieter Kosslick die Berlinale. Nun stemmt er zum letzten Mal das größte deutsche Filmfestival. In Filmausschnitten und mit Statements vieler Schauspielstars und Regisseure lässt die Dokumentation die Ära Kosslick Revue passieren.

     

    European Shooting Stars

    Am Montag, 11. Februar 2019, sind die European Shooting Stars ab 18.15 Uhr im 3sat-Live-Stream ab  aus dem Berlinale Palast: Wer sind Europas vielversprechendste Nachwuchstalente?
    Zehn junge Schauspielerinnen und Schauspieler werden im Rahmen einer glanzvollen Gala ausgezeichnet.
    Moderation: Annabelle Mandeng

     

    Der Goldene Ehrenbär

    Der Goldene Ehrenbär für das Lebenswerk wird in diesem Jahr der Schauspielerin Charlotte Rampling im Rahmen einer großen Gala verliehen. Außerdem widmen die Filmfestspiele die diesjährige Berlinale-Hommage der britischen Filmdiva. 3sat ist am Donnerstag, 14. Februar 2019, ab 21.30 Uhr mit einem Live-Stream aus dem Berlinale Palast dabei.

    Moderation: Annabelle Mandeng

     

    "Berlinale 2019: Die Bärenverleihung"

    Außerdem überträgt 3sat die von Anke Engelke moderierte Gala am Samstag, 16. Februar 2019, um 19.00 Uhr live aus dem Berlinale Palast – im Live-Stream unter 3sat.de. Rainer Maria Jilg spricht mit den Preisträgern, und Cécile Schortmann diskutiert mit Filmkritikerin Katja Nicodemus über die ausgezeichneten Filme.

    3sat-Pressetreff-Link: https://ly.zdf.de/Q1Y/

    3sat – das Programm von ZDF, ORF, SRG und ARD

    Die Berlinale in ARTE

    Metropolis – Spezialsendung zur Berlinale

    Sonntag, 10. Februar 2019, 16.35 Uhr

    "Der Bär ist los: Metropole Oslo"

    Die 69. Internationalen Filmfestspiele in Berlin richten ihren Blick auf Norwegen.Der norwegische Film ist anders, er pfeift auf politische Korrektheit, feiert mit skurrilen Geschichten das Anderssein und setzt mit kleinem Budget herrliche Geschichten um. Grund genug für die Berlinale, ihren Fokus in diesem Jahr gen Norden zu richten. Und "Metropolis" schaut sich in der norwegischen Hauptstadt Oslo um. Zwischen majestätischen Fjorden und hippem Kulturleben: Was schmiert den Kultur-Motor der Stadt?

     Wettbewerb
    “Systemsprenger”
    Spielfilm, Deutschland 2019

    Vorführungen:
    8.2.2019, 15.30 Uhr, Berlinale Palast
    9.2.2019, 9.30 Uhr, Friedrichstadtpalast
    9.2.2019, 12.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    9.2.2019, 20.30 Uhr, HAU 1
    14.2.2019, 17.00 Uhr, JVA Plötzensee
    17.2.2019, 18.30 Uhr, Berlinale Palast

    Stab:
    Buch und Regie: Nora Fingscheidt
    Kamera: Yunus Roy Imer
    Schnitt: Stephan Bechinger, Julia Kovalenko
    Musik: John Gürtler
    Ton: Jonathan Schorr
    Kostüm: Ulé Barcelos
    Szenenbild: Marie-Luise Balzer
    Produktion: Eine Produktion der Weydemann Bros. GmbH, Kineo Filmproduktion in Koproduktion mit Oma Inge Film und ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Produzenten: Jonas Weydemann, Jakob Weydemann, Peter Hartwig, Frauke Korbmüller
    Redaktion: Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge: 118 Minuten

    Besetzung:
    Benni – Helena Zengel
    Micha – Albrecht Schuch
    Frau Bafané – Gabriela Maria Schmeide
    Bianca, Bennis Mutter – Lisa Hagmeister
    Pflegemutter Silvia – Victoria Trauttmansdorff
    Dr. Schönemann – Melanie Straub
    Michas Frau Elli – Maryam Zaree
    Erzieher Wolfgang – Matthias Brenner
    Erzieher Robert  Tedros Teclebrhan
    und andere

    Inhalt:
    Spielfilmdrama über die Odyssee eines neunjährigen Mädchens durch Erziehungseinrichtungen, in denen sich viele um sie bemühen und ihr doch niemand helfen kann.
    Sie ist wild, sie ist aggressiv und unberechenbar. Benni heißt eigentlich Bernadette. Aber wehe jemand nennt sie so! Pflegefamilien, Wohngruppen, Sonderschule: Alles hat Benni schon hinter sich und überall fliegt sie wieder raus. Die äußerlich zarte Neunjährige ist jetzt schon das, was man beim Jugendamt einen "Systemsprenger" nennt. Doch das ist Benni egal, denn sie hat nur ein Ziel: wieder bei Mama wohnen! Aber Bianca ist völlig überfordert mit ihrer Tochter.
    Die warmherzige Frau Bafané vom Jugendamt droht zu verzweifeln. Niemand will Benni mehr aufnehmen. Von der Schule ist sie dauerhaft suspendiert. Nicht einmal der Alltag mit ihr ist zu schaffen: wegen traumatischer Erfahrungen in frühester Kindheit darf niemand ihr Gesicht berühren. Frau Bafané wagt ein letztes Experiment und engagiert Micha, einen Anti-Gewalt-Trainer für straffällige Jugendliche. Nach anfänglichem Widerstand lässt Benni sich auf Micha ein und statt einer erneuten Einweisung in die Kinderpsychiatrie ermöglicht er ihr einen gemeinsamen Aufenthalt in der Natur. Drei Wochen Erlebnispädagogik, ohne Strom und fließendes Wasser.
    Die Zeit im Wald stellt nicht nur Benni, sondern auch Micha auf eine harte Probe. Der sonst so selbstbewusste Mann kommt an seine Grenzen. Doch es gelingt ihm schließlich, ein Erlebnis für Benni zu schaffen, auf das sie stolz sein kann, und einen wirklichen Zugang zu ihr zu finden.
    Zurück in der 'Zivilisation' klammert Benni sich an Micha und möchte bei ihm bleiben. Aber Micha hat eine eigene Familie und erkennt, dass er seine professionelle Distanz verliert. Als Bennis Mutter plötzlich wieder auftaucht, nehmen die Dinge ihren eigenen Lauf.

    Nora Fingscheidt (Buch und Regie) verbrachte ihre Schulzeit in Deutschland und Argentinien. Ab 2003 war sie in Berlin am Aufbau der selbst organisierten Filmschule filmArche e.V. beteiligt und organisierte als Vorstandsmitglied für internationale Kooperationen Jugendfilmprojekte in mehreren europäischen Ländern. Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zum Schauspielcoach bei Sigrid Andersson und arbeitete als Regiepraktikantin bei dem Kinofilm „Goethe!“. Von 2008 bis 2017 studierte sie Szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg, mit ihrem Zweitjahresfilm „Synkope“ wurde sie für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. 2012 nahm sie an einem Austausch mit der University of California Los Angeles (UCLA) teil und drehte dort ein Jahr später den Dokumentarfilm „Boulevard‘s End“. Seitdem arbeitet Nora Fingscheidt fiktional sowie dokumentarisch. Ihr Studium beendete sie mit dem in Argentinien gedrehten Dokumentarfilm „Ohne diese Welt“, der in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel entstand und mit dem Max-Ophüls-Preis 2017 und dem First Steps Award Bester Dokumentarfilm 2017 ausgezeichnet wurde. „Systemsprenger“ ist ihr erster Langspielfilm. Nora Fingscheidt ist eine von zwei Filmemacherinnen, die im Juli 2018 für das Regieförderprogramm des ZDF ausgewählt wurden.

    Wettbewerb
    Eine Geschichte von drei Schwestern (Kiz Kardeṣler)
    Spielfilm, Türkei, Deutschland, Niederlande, Griechenland 2019

    Vorführungen:
    11.2.2019, 22.00 Uhr, Berlinale Palast
    12.2.2019, 12.30 Uhr, Zoo Palast
    12.2.2019, 15.15 Uhr, Friedrichstadtpalast
    12.2.2019, 19.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    17.2.2019, 19.00 Uhr, Friedrichstadtpalast

    Stab:
    Buch und Regie: Emin Alper
    Kamera: Emre Erkmen
    Schnitt: Cicek Kahraman
    Musik: Giorgos Papaioannou, Nikos Papaioannou
    Produzenten: Nadir Öperli, Muzaffer Yildirim, Jonas Dornbach, Stienette Bosklopper, Yorgos Tsourgiannis
    Produktion: Liman Film, Nu Look, Komplizen Film, Circe Films, Horsefly Productions
    Redaktion: Alexander Bohr (ZDF/ARTE)
    Länge: 107 Minuten

    Besetzung:
    Reyhan – Cemre Ebuziyya
    Nurhan – Ece Yüksel
    Havva – Helin Kandemir
    Veysel – Kayhan Açikgöz
    Sevket – Müfit Kayacan
    Necati – Kubilay Tunçer
    und andere

    Inhalt:
    In Anatolien war es bis vor nicht allzu langer Zeit weit verbreitet, Pflegekinder, sogenannte "Besleme", aufzunehmen. Das Verhältnis beschreibt weder eine Hausdienerschaft im europäischen Sinne, noch eine tatsächliche Adoption, sondern etwas dazwischen. Im Gegensatz zu einer Bediensteten, wird eine "Besleme" als Familienmitglied aufgenommen und spricht ihre Arbeitgeber als Mutter und Vater an, ihre Aufgabe ist es aber, als Bedienstete und Kindermädchen zu arbeiten.
    Als eine solche "Besleme" lebt die 15-jährige Havva glücklich bei einer wohlhabenden Familie in der Stadt. Sie kümmert sich um den Haushalt und das kleine Kind der Familie. Als das Kind jedoch plötzlich stirbt, wird Havva wieder in ihr entlegenes Bergdorf zurückgebracht. In ihrem Elternhaus lebt nur noch der Vater gemeinsam mit Reyhan, der ältesten Tochter und deren Mann. Reyhan wurde schon viele Monate zuvor wegen einer ungewollten Schwangerschaft aus der Familie des angesehenen Arztes Necati Bey als nicht ehrenhaft entlassen und obendrein gegen ihren Willen mit Veysel, dem ärmsten Mann des Dorfes verheiratet. Als sie ins Dorf zurückgeschickt wird, verliert sie jeglichen Status. Nur ihr Sohn Gökhan und die Hoffnung einen neuen Weg in die Stadt zu finden, geben ihr die Kraft weiterzumachen.
    Auch Nurhan, die dritte Schwester, zieht das Leben als "Besleme" dem Dorfleben vor, ist aber unglücklich über ihre Position in ihrer "Adoptivfamilie". Sie muss jeden Morgen die gebettnässte Wäsche des Jungen der Familie waschen. Ihr Zorn darüber steht im Konflikt zu ihrem Anspruch, zu wissen wie man Kinder erzieht. Als sie nun Neriman, die Frau des Hauses, herausfordert, wird auch sie wieder nach Hause geschickt. So sind die drei Schwestern unglücklich im Dorf vereint und suchen nach einem neuen Ausweg, der ihrem Leben eine Perspektive eröffnet.
    Reyhans Mann Veysel ist in einem ähnlichen emotionalen Dilemma wie die drei Schwestern. Denn Veysel ist der ärmste Mann im Dorf. Er hat unter den gegeben Umständen das Glück eine schöne junge Frau wie Reyhan heiraten zu können, was ihm ansonsten nicht möglich gewesen wäre. Er muss dafür akzeptieren, zum Vater eines illegitimen Kindes zu werden. In diesem Sinne erlebt Veysel einen ähnlichen Konflikt wie eine "Besleme". Er erhält einen neuen Status, von dem er sonst nur hätte träumen können, aber er muss die Demütigungen ertragen, die damit einhergehen. Als Mann ist dieses Dilemma noch verstärkt. Veysels Hoffnungslosigkeit und Identitätskrise bewegen ihn zu einer schrecklichen Tat.
    Die Kernthemen von Emin Alpers Filmen sind die Spannungen, Ängste und Instabilität des sozialen Verbundes Familie als exemplarisches Beispiel innerhalb einer Gesellschaft. Während sich bei seinem Erstlingsfilm "Beyond The Hill"eine Familie in ihren Leben zwischen Land und Stadt neu ordnet und die Traumata des Militärdienstes und Krieges den Sohn der Familie einholen, stehen seine Ängste und die immanente physische Bedrohung stellvertretend für die Ungewissheit des ganzen Landes.
    Bei dem politischen Thriller und Endzeitfilm "Frenzy" stellt Emin Alper Familie und Gesellschaft in den Kontext einer Zukunft, die von Terror geprägt wird. Emin Alpers politische Vision wurde zu einer Prophezeiung, der Prophezeihung der Demonstrationen im Gezi-Park, der verschärften Inlands- und Auslandspolitik Recep Tayyip Erdogans und der derzeit stattfindenden Zensur und Zerschlagung der demokratischen Strukturen.
    "Eine Geschichte von drei Schwestern" erzählt von sozialer Ungleichheit in ihren unterschiedlichen Ausprägungen – die Suche nach Auswegen, die Erwartungen, die an Veränderung geknüpft sind, das Gefühl von Entwurzelung und die Hoffnungslosigkeit von Unmöglichkeiten, denen besonders arme Menschen ausgesetzt sind.

    Wettbewerb
    Ich war zuhause, aber (I was at Home, But)
    Spielfilm, Deutschland/Serbien 2019

    Vorführungen:
    12.2.2019, 16.00 Uhr, Berlinale Palast
    13.2.2019, 9.30 Uhr, Friedrichstadtpalast
    13.2.2019, 12.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    13.2.2019, 18.00 Uhr, Friedrichstadtpalast
    14.2.2019, 15.30 Uhr, Odeon
    Di.12.02.2019,  09:00, Berlinale Palast (Presse)

    Stab:
    Buch, Regie, Schnitt : Angela Schanelec
    Kamera: Ivan Markovic
    Ton: Andreas Mücke-Niesytka, Rainer Gerlach
    Ausstattung: Reinhild Blaschke
    Kostüm: Birgitt Kilian
    Maske: Monika Münnich
    Casting: Ulrike Müller
    Ausführende Produzentin: Jana Cisar
    Förderungen: BKM, Medienboard Berlin-Brandenburg, FFA, mit Unterstützung des Filmcenter Serbien
    Produktion: Nachmittagfilm Angela Schanelec, Dartfilm in Koproduktion mit ZDF/3sat
    Redaktion: Ingrid Gränz, Maik Platzen (ZDF/3sat)

    Besetzung:
    Astrid - Maren Eggert
    Phillip - Jakob Lassalle
    Flo - Clara Möller
    Lars - Franz Rogowski
    Claudia - Lilith Stangenberg
    Herr Meissner - Alan Williams
    Astrids Freund - Jirka Zett
    Junger Regisseur - Dane Komljen
    und andere

    Inhalt:
    Phillip lebt mit seiner Mutter und seiner achtjährigen Schwester Flo in bürgerlichen Verhältnissen. Der Film beginnt, als er nach einer Woche, in der er spurlos verschwunden war, zurück nach Hause kehrt. Was er gesucht hat - ein Ausgeliefertsein an die Natur oder eine Annäherung an den Tod, ausgelöst durch den Tod seines Vaters -, können die Mutter und seine Lehrer nur vermuten. Erzählt werden die ersten Wochen nach seiner Rückkehr, in denen die Normalität des täglichen Lebens, das stolpernd wieder in Gang kommt, in hartem Gegensatz zur Nähe des Todes steht, in die sich Phillip begeben hat.
    Seine Mutter scheitert an der Notwendigkeit, akzeptieren zu müssen, dass ihr Sohn ein eigenes Leben führt, das sie nur begrenzt beeinflussen kann. Nachdem sie glaubte, sich zumindest um seine körperliche Unversehrtheit nicht mehr sorgen zu müssen, kommt Phillip mit einer Blutvergiftung ins Krankenhaus. Aufgerieben zwischen erneuter Sorge um das Kind, Versagensängsten und Schuldgefühlen, verliert die Mutter die Nerven. Aber die Kinder wenden sich nicht ab. Das Gefüge der Familie zerfällt, um sich neu zu bilden.
    "Ich war zuhause, aber" ist eine Auseinandersetzung mit dem Überleben bzw. damit, was der Tod im Leben bedeutet. Die Annäherung an diese Frage geschieht auf einer zweiten Ebene durch die Theaterproben zu einer "Hamlet"-Aufführung in Philipps Schulklasse: Die Schüler proben Szenen, die indirekt auf die Konflikte der Protagonisten verweisen. Die Rollen und literarischen Texte, in die Phililpp und seine Klassenkameraden eintauchen, interpretieren sie mit der ihnen gegebenen kindlich-jugendlichen Lebenserfahrung.

    Angela Schanelec, geboren 1962. Schauspielstudium in Frankfurt am Main, Engagements am Thalia Theater Hamburg und der Schaubühne Berlin. 1990 bis 1995 Regiestudium an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin. Nach "Orly" (2010), der im Forum der Berlinale lief und den deutschen Filmkunstpreis Ludwigsburg erhielt, ist "Ich war zuhause, aber" die zweite Zusammenarbeit mit ZDF/3sat. 

    Wettbewerb
    L'adieu à la nuit (Abschied von der Nacht)
    Frankreich/Deutschland 2018

    Vorführungen:
    12.2.2019, 22.00 Uhr, Berlinale Palast
    13.2.2019, 10.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    13.2.2019, 15.00 Uhr, Friedrichstadtpalast
    13.2.2019, 21.45 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    17.2.2019, 21.30 Uhr, Friedrichstadtpalast

    Stab:
    Regie: André Téchiné
    Buch: André Téchiné, Léa Mysius
    Produktion: Curiosa Films, Films Boutique, ARTE France Cinéma, ZDF/ARTE

    Besetzung:
    Muriel – Catherine Deneuve
    Alex – Kacey Mottet-Klein
    Lila – Oulaya Amamra
    Fouad – Kamel Labroudi
    Bilal – Stéphane Bak
    und andere

    Inhalt:
    Muriel führt im französischen Südwesten ein sorgenfreies Leben als Pferdezüchterin und Betreiberin eines Mandelhains. Am Freitag, 20. März 2015, ist eine Sonnenfinsternis. Muriels Enkel Alex erscheint, um sich von ihr zu verabschieden. So erfreut sie anfangs ist, so verstört ist sie wenig später, als sie entdeckt, von Alex bestohlen worden zu sein. In seinem Rucksack findet sie einen Abschiedsbrief, der darauf hindeutet, dass Alex sich Islamisten anschließen will. Ihr Partner Youssef rät ihr, zur Polizei zu gehen, doch Muriel erinnert sich an den Bewerbungsbrief eines abgelehnten Saisonarbeiters, der als Dschihadist in Syrien war und nach seiner Verurteilung wieder ins bürgerliche Leben zurückfinden will. Sie bittet ihn, ihr dabei zu helfen, Alex von seinem Vorhaben abzubringen. Dazu lockt sie ihren Enkel unter einem Vorwand in den Stall und sperrt ihn ein. Faoud soll ihn mit seinen Erfahrungen davon abhalten, in den Heiligen Krieg zu ziehen. Doch Alex kann sich befreien und fliehen. Er trifft sich mit seinem Anwerber Bilal und seiner Freundin Lila, die er in einer kleinen Zeremonie heiratet. Sie ist noch fanatischer als er selbst und will unbedingt in den Dschihad, als Frau eines Kämpfers. Währenddessen entschließt sich die verzweifelte Muriel, die Polizei zu informieren. Danach fällt sie in eine Art Schockstarre und verliert die Lust am Leben. Alex, Lila und Bilal werden festgenommen, doch gibt es noch eine Hoffnung für Muriel?

    Regisseur und Ko-Autor André Téchiné zählt zu den bekanntesten Regisseuren Frankreichs. Seit 1969 drehte er zahlreiche Filme, die in den Wettbewerben der großen Festivals wie Cannes, Berlin und Venedig zu sehen waren und vielfach ausgezeichnet wurden. Immer wieder bewies er ein Gespür für die Befindlichkeiten moderner Gesellschaften und junger Menschen. In Catherine Deneuve fand er schon früh seine bevorzugte Darstellerin. 

    Panorama (Eröffnungsfilm)
    "Flatland"
    Spielfilm, Südafrika, Deutschland, Luxemburg, 2019

    Vorführungen:
    7.2.2019, 21.00 Uhr, CinemaxX 7
    7.2.2019, 21.15 Uhr, CinemaxX 5
    7.2.2019, 21.30 Uhr, CinemaxX 4
    8.2.2019, 22.45 Uhr, CineStar 3
    9.2.2019, 16,00 Uhr, Cubix 9
    12.2.2019, 11.30 Uhr, CineStar 7
    16.2.2019, 14.00 Uhr, Cubix 9

    Stab:
    Buch und Regie: Jenna Bass
    Kamera: Sarah Cunningham
    Szenenbild: Sara Hartinger
    Schnitt: Jacques de Villiers
    Kostüm: Chantell Lungiswa Joe
    Musik: Bao-Tran Tran "Mobilegirl"
    Casting: Belinda Kruger,
Monique Murray du Plessis
    Produzent: David Horler
    Produzenten: Désirée Nosbusch, Alexandra Hoesdorff, Roshanak Behesht Nedjad
    Koproduzent: Titus Kreyenberg
    Produktion: Proper Film, Deal Productions, IGC Films in Koproduktion mit unafilm und ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE
    Redaktion: Claudia Tronnier, Lucas Schmidt, (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
    Länge: 117 Minuten

    Besetzung:
    Faith Baloyi – Beauty
    Nicole Fortuin – Natalie
    Izel Bezuidenhout – Poppie
    De Klerk Oelofse – Bakkies
    Eric Nobbs – Jaap
    Brendon Daniels – Billy
    Clayton Evertson – Branko
    Albert Pretorius – Theunis
    Kim Goncalves – Sanie

    Inhalt:
    Flatland" ist ein zeitgenössischer Western. Drei unterschiedliche, doch gleichermaßen in ihrem Leben gefangene Frauen, begeben sich auf eine Selbstfindungsreise. Der Film zeigt ein lebendiges Porträt von Weiblichkeit in einer ihr feindlichen Umwelt, und hinterfragt, was es heutzutage bedeutet, eine Frau in Südafrika und in der Welt zu sein.
    Nachdem Natalie in ihrer katastrophalen Hochzeitsnacht unabsichtlich einen Mord begeht, läuft sie ihrem Ehemann und der kleinen Provinzstadt in Südafrikas trostloser Karoo-Halbwüste davon.
    Wiedervereint mit ihrer rebellischen und hochschwangeren besten Freundin Poppie, fliehen die beiden jungen Frauen auf dem Rücken von Natalies Pferd quer durch die endlose Winterlandschaft. Dicht auf ihren Fersen ist Captain Beauty Cuba, eine einsame Polizistin, die die Unschuld ihres Ex-Verlobten an dem Mord beweisen will.
    Immer weiter verflechten sich die Schicksale dieser drei unterschiedlichen, doch gleichermaßen verzweifelten Frauen. Im Angesicht der stetig präsenten Gefahr von psychischer und physischer Gewalt, bahnen sie sich ihren Weg und finden dabei vor allem zu sich selbst.

    Jenna Bass ist eine südafrikanische Autorinund Regisseurin, deren preisgekrönten Filme auf internationalen Festivals liefen, darunter beim Sundance film Festival, bei der Berlinale und beim Toronto IFF. Dazu zählen der Kurzfilm "The Tunnel" (2010) und die Spielfilme "Love the one you love" (2014) und "High Fantasy" (2017). Als Ko-Autorin schrieb sie gemeinsam mit Wanuri Kahiu den Coming-of-Age Film "Rafiki", der 2018 in Cannes bei 'Un Certain Regard' seine Premiere feierte. "Flatland"“ ist Jennas dritter Spielfilm als Autorin und Regisseurin.

    Panorama
    Das Wunder im Meer der Sargasso
    (To thávma tis thálassas ton Sargassón)
    Spielfilm, Griechenland, Deutschland, Niederlande, Schweden 2019

    Vorführungen:
    9.2.2019, 21.30 Uhr, Zoo Palast 1
    10.2.2019, 12.00 Uhr, CinemaxX 7
    11.2.2019, 17.00 Uhr, Cubix 9
    13.2.2019, 22.30 Uhr, CinemaxX 7
    16.2.2019, 17.00 Uhr, Cubix 9

    Stab:
    Buch: Syllas Tsoumerkas, Youla Boudali
    Regie: Syllas Tsoumerkas
    Kamera: Petrus Sjövik
    Schnitt: Andreas Wodraschke
    Musik: Drogatek, Phoebus, Jean-Paul Wall
    Produzenten: Maria Drandaki, Titus Kreyenberg, Tomas Eskilsson, Ellen Havenith, Olle Wirenhed
    Produktion: Homemade Films, Unafilm, PRPL, Film I Väst, Kakadua Filmprduktion
    Redaktion: Meinolf Zurhorst (ZDF/ARTE)
    Länge: 120 Minuten

    Besetzung:
    Elisabeth – Angeliki Papoulia
    Rita – Youla Boudali
    Manolis – Hristos Passalis
    Vassilis – Argyris Xafis
    Michalis – Thanasis Dovris
    Andreas – Laertis Malkotsis
    Axel – Maria Filini

    Inhalt:
    Elisabeth (40) ist alleinerziehende Mutter und Chefin der Polizei von Messolonghi, einer Kleinstadt im Westen Griechenlands, die nur für ihre Aalzucht bekannt ist. Elisabeth eilt ein zweifelhafter Ruf als rücksichtslose Polizistin voraus, als jemand, der zu viel trinkt und es mit jedem treibt. Dabei hat sie eine sehr gute Ausbildung genossen und galt als vielversprechende Beamtin. Doch als sie sich weigerte, das Geständnis eines Jugendlichen zu fälschen, der wegen Verdacht auf Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung in Untersuchungshaft saß, wurde sie kurzerhand aus der Anti-Terror-Einheit entlassen und in die Provinz versetzt. Ihre Karriere war zerstört.
    Rita (30) ist in Messolonghi geboren und aufgewachsen. Sie arbeitet in der örtlichen Aalzucht und putzt in ihrer Freizeit die Kirche im Ort, um überhaupt ein Auskommen zu haben. Sie wirkt ein bisschen derb und hat keine Freunde. Ihr Bruder Manolis, eine Größe im lokalen Showgeschäft, schikaniert sie nach Strich und Faden. Er überstrahlt alles und jeden in dieser Kleinstadt und keiner merkt, wie gefährlich er Rita geworden ist. Systematisch durchkreuzt er ihre Pläne, der Kleinstadt zu entkommen.
    Nach einer wilden Strandparty mit jeder Menge Drogen und Alkohol wird Manolis am nächsten Morgen erhängt aufgefunden. Elisabeth beginnt zu ermitteln. Je weiter sie kommt, je mehr Details sie über Manolis mysteriösen Tod, die örtlichen Honoratioren und Ritas Schicksal erfährt, desto klarer wird ihr die Parallelität ihrer beiden Schicksale: Beide Frauen haben genug von ihrem bisherigen Leben und wünschen sich nichts mehr als einen Neuanfang.

    Der junge griechische Regisseur Syllas Tzoumerkas, von dem zuletzt das Erotik-Drama "A Blast" zu sehen war, orientiert sich in seinem neuen Projekt, einem modernen "film noir" an den Klassikern des Genres, in dem häufig die Frauen die dominanten Figuren waren. Außerdem variiert er die Dramaturgie von Hitchcocks "Psycho", was insgesamt zu einem ebenso ungewöhnlichen wie spannenden und irritierenden Thriller führt, in dem Fragen der Moral neu gestellt werden. Vermeintlich Vertrautes wird in seiner Sicht plötzlich ungewohnt oder beklemmend und erinnert dabei an David Lynch und die Brüder Coen.

    Panorama
    Der Atem
    Dokumentarfilm, Deutschland 2019, schwarz-weiß

    Vorführungen:
    Mittwoch, 13.2.2019, 21.30 Zoo-Palast
    Donnerstag, 14.2.2019, 12.30 CinemaxX 7
    Freitag, 15.2.2019, 22.00 Colosseum1
    Samstag, 16.2.2019, 20.00 International

    Stab:
    Regie: Uli M. Schueppel
    Kamera: Cornelius Plache
    Musik: Christina Vantzou
    Schnitt: Ernst Carias
    Produzent: schueppel-films in Koproduktion mit dem ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE
    Gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg
    Redaktion: Doris Hepp (ZDF/ARTE)
    Länge: 120 Min.

    Inhalt:

    Ein Filmessay über den Atem als das existentiell Verbindende, den Rhythmus des Lebens. Eine strenge Komposition: Eine Stadt. Eine Nacht. Bewegung. Atem. Film als Körper. Ein Wanderer zwischen den Welten, ein Film wie ein Traum.
    Kurze Begegnungen mit Menschen, die aus der Großstadtnacht auftauchen, um wieder darin zu verschwinden. Ihre Erzählungen von einem persönlichen Moment, in dem es ihnen den Atem verschlug, werden zu einer Komposition im Off; ihr Atem wird zum Rhythmus des jeweiligen 'Gesangs'. Die einzelnen Begegnungen werden wie 'Strophen/Gesänge' behandelt, sowohl visuell als auch in ihrer musikalischen Begleitung. So heben sie sich aus dem realen Kontext des rein dokumentarischen Geschehens heraus.
    Wir hören den Erzählungen der Porträtierten zu. Es werden existentielle Erlebnisse beschrieben, in denen sich 'alles' verändert hat (oder hätte können), in denen der Atem aussetzte. In dem nichts mehr ging. Ein Stillstand. Ein Aussetzen der Bewegung, jeglicher Zeit, der eigenen Existenz. Vor Angst, vor Schmerz, vor Kummer, Panik, Glück oder auch nur einer Ahnung von all dem.
    Irgendwann mal. Irgendwo. Bei jedem. Bis sich alles wieder in Bewegung setzt. Als endlose (Atem-)Bewegungen. Als 'Gesänge' aus dem Dunkel der Stadt Berlin.

    Panorama
    Eynayim Sheli (Chained)
    Spielfilm, Israel, Deutschland 2019

    Vorführungen:
    9.2.2019, 19.30 Uhr, International
    10.2.2019, 14.30 Uhr, CineStar 3
    11.2.2019, 14.00 Uhr, Cubix 9
    14.2.2019, 19.30 Uhr, International
    17.2.2019, 21.30 Uhr, Zoo Palast 1

    Stab:
    Buch, Regie, Schnitt: Yaron Shani
    Kamera: Shani Skiff, Nizan Lotem
    Ton: Nir Alon
    Sounddesign: Aviv Aldema
    Producer: Alona Refua
    Produktion: Black Sheep Film Productions in Koproduktion mit The Post Republic und ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE
    Produzenten: Saar Yogev, Naomi Levari
    Koproduzent: Michael Reuter
    Redaktion: Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp (ZDF/ARTE)
    Länge: 112 Minuten 

    Besetzung:
    Rafi "Rashi" – Eran Naim
    Abigail – Stav Almagor
    Jasmine – Stav Patay
    Barda – Asher Ayalon
    Asi – Yaniv Assaraf
    Dimri – Yaniv Dimri
    Hezi – Udi Ohana
    und viele andere

    Inhalt:
    Rashi ist seit 16 Jahren Polizist – hochdekoriert, hilfsbereit und immer Herr der Situation. Trotz der ihn täglich umgebenden Gewalt auf den Straßen Tel Avivs sehnt er sich nach einem gemeinsamen Kind mit seiner Frau Abigail. Doch dann gerät Rashis Welt aus den Fugen. Nach einem Routineeinsatz mit Leibesvisitation an zwei Teenagern aus besserem Hause sieht er sich plötzlich mit der Anschuldigung sexueller Belästigung konfrontiert. Er wird vom Dienst suspendiert. Während er verzweifelt versucht, seine Unschuld zu beweisen, eskalieren die Auseinandersetzungen mit seiner lolitahaften Stieftochter. Seine Frau wird ihm fremd. Unfähig, dem Verlust seiner Autorität zu begegnen, wird Rashi zur Gefahr für sich und seine Familie.

    Der 1973 geborene Regisseur studierte Film an der Universität von Tel Aviv. Sein Spielfilmdebüt "Ajami" (Ko-Regie: Scandar Copti) – ebenfalls in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE entstanden – erhielt eine Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film, eine 'Besondere Erwähnung' in Cannes, fünf Auszeichnungen bei den israelischen Filmpreisen Ophir, darunter für den Besten Film, die Beste Regie und das Beste Drehbuch, sowie 15 weitere internationale Preise. "KMishpatei HahaimK" (Co-Regie: Nurit Kedar) wurde auf dem Jerusalem Film Festival 2013 als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. "Eynayim Sheli" ("Chained") ist der zweite Teil seiner "Love"-Trilogie, der erste Teil "Erom" ("Stripped") feierte beim 75. Internationalen Filmfestival in Venedig Premiere.

    Panorama
    O Beautiful Night

    Vorführungen:
    12.2.2019, 20.00 Uhr, International
    13.2.2019, 12.30 Uhr, CinemaxX 7
    14.2.2019, 22.00 Uhr, Colosseum 1
    15.2.2019, 17.45 Uhr, CineStar 3
    16.2.2019, 19.00 Uhr, Zoo Palast 3

    Stab:
    Buch: Ariana Brandl, Xaver Böhm
    Regie: Xaver Böhm
    Kamera: Jieun Yi
    Schnitt: Florian Miosge
    Musik: Xaver Xylophon & Paul Eisenach
    Ton: Manuel Vogt
    Sounddesign: Linus Nickl
    Szenenbild: Oliver Meidinger
    Kostüm: Aline Hollstein
    Produzenten: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade
    Produktion: Eine Komplizen Film Produktion  in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE.
    Redaktion: Lucas Schmidt, Jörg Schneider (ZDF), Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
    Länge: 89 Minuten

    Besetzung:
    Juri – Noah Saavedra
    Der Tod – Marko Mandić
    Nina – Vanessa Loibl
    Jungs im Aufzug – David Ali Rashed & Vincent Rosenow
    Nachbar –Elmar Gutmann
    Gefährlicher Russe – Frank Künster
    Casinobesitzer – Peter Henze
    Sookhi – Soogi Kang
    Frida – Karin Neuhäuser
    Svenni – Sven Hönig
    Busfahrerin – Manuela Wisbeck
    Die Barfrau – Eva-Maria Kurz
    Schmetterlingsmann – Gerhard Bös
    Tankstellenwart – Adrian Sical Ernst
    Mann im Bademantel – Peter Clös

    Inhalt:
    "O Beautiful Night" ist ein tragikomisches Roadmovie eines ungleichen Paares, das durch das Berliner Nachtleben zieht.
    Obwohl Juri jung ist, hat er vor allem eines: Angst zu sterben. Nächtliche Panikattacken sind Routine – nur begegnet er diesmal einer düsteren Gestalt, die behauptet, der leibhaftige Tod zu sein. Ein faustisch-bizarrer Trip in die Nacht beginnt, bei dem sich Juri in Nina verliebt und am Ende einer sterben muss.

    Xaver Böhm ist freischaffender Zeichner und Filmemacher. Er studierte am "London College of Communication" und an der "Kunsthochschule Berlin Weißensee" Visuelle Kommunikation sowie Interactive Media & Moving Image. Sein preisgekrönter Abschlussfilm "Roadtrip" (Animation, Kurzfilm) lief auf über 100 internationalen Festivals und war 2015 für den First Steps Award und für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. Xavers Arbeit als freischaffender Regisseur umfasst unter anderem Arbeiten für die New York Times, die National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC) und Musikvideos für diverse Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin.

    Panorama Dokumente
    "Searching Eva"
    Dokumentarfilm, Deutschland 2018

    Vorführungen:
    11.2.2019, 20.00 Uhr, CineStar 7
    12.2.2019, 14.30 Uhr, CineStar 7
    14.2.2019, 17.30 Uhr, Cubix 7
    16.2.2019, 22.30 Uhr, CineStar 7
    17.2.2019, 17.30 Uhr, Cubix 7

    Stab:
    Buch und Regie: Pia Hellenthal
    Kamera: Janis Mazuch
    Ton: Marcus Zilz, Stephan Bergmann, Frank Bubenzer
    Schnitt: Yana Höhnerbach
    Producerin: Daniela Dieterich
    Produzenten: Erik Winker, Martin Roelly
    Produktion: CORSO Film in Koproduktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit VICE sowie Pia Hellenthal und Giorgia Malatrasi
    Redaktion: Lucas Schmidt, Christian Cloos, Max Schäffer (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge: 85 Minuten

    Inhalt:
    Die Geschichte einer jungen Frau, die im Internet erwachsen wurde und ihre Selbstsuche zu einem öffentlichen Spektakel erklärt hat. Das Porträt eines modernen Menschen.
    Mit 14 erklärte die junge Italienerin Francesca Privatsphäre zu einem überholten Konzept, gab sich den Namen Eva und stellte ihr Tagebuch online. Seither teilt sie ihr Leben bis ins intimste Detail mit Kids aus aller Welt. In den kommenden Jahren avancierte sie zum Internet-Star, zu einer Underground-Ikone der Blogger-Welt, die jeden, der wollte, an ihrem Reifeprozess teilhaben ließ. Heute ist Eva 25, Model, Dichterin, Jungfrau, Sex-Arbeiterin, Feministin, Musikerin. Sie changiert zwischen ihrem "echten" Leben als anarchische Vagabundin, (Lebens-)Künstlerin und sozialer Randfigur, aber auch dem Leben ihrer Internet-Persona als Leitfigur des Authentischen. Im Bruchstückhaften ihrer Persönlichkeit spiegelt sich das Lebensgefühl einer neuen Generation, für die das Konzept einer festen Identität der Vergangenheit angehört.

    Pia Hellenthal (Regie) ist Filmemacherin in Köln. Dort erwarb sie 2013 das Diplom im Studium der medialen Künste an der Kunsthochschule für Medien. Die dort entstandenen Arbeiten wurden auf internationalen Festivals wie Karlovy Vary, Solothurn und Oberhausen gezeigt und erhielten Preise wie den Prix H.R. Giger "Narcisse" für den besten Kurzfilm. Außerdem arbeitet Pia Hellenthal für Publikationen wie Vice. Diese Arbeit wurde für die "Lovie Awards" nominiert. Seit 2017 kuratiert sie gemeinsam mit den Filmemachern Visar Morina, Hannah Dörr und Janis Mazuch die Kölner Filmreihe "Under the Influence". "Searching Eva" ist ihr Debütfilm, für den sie unter anderem das Gerd-Ruge-Stipendium erhielt. Eine Spin-off-Installation des Films mit dem Titel "anonymos asks" wird ab Ende April 2019 im Fotomuseum Winterthur ausgestellt.  

    Panorama 40
    Bungalow
    Spielfim, Deutschland 2002

    Vorführungen:
    10.2.2019, 17.00 Uhr, International
    11.2.2019, 19.15 Uhr, Arsenal 2

    Stab:
    Regie: Ulrich Köhler
    Buch: Ulrich Köhler, Henrike Goetz
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Gergana Voigt
    Ton: Johannes Grehl
    Mischung: Pierre Brand
    Sounddesign: Thomas Knop
    Produktion: Peter Stockhaus Filmproduktion GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Redaktion: Christian Cloos, ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Länge: 85 Minuten

    Besetzung:
    Paul – Lennie Burmeister
    Max – Devid Striesow
    Lene – Trine Dyrholm
    Kerstin – Nicole Gläser

    Inhalt:
    Paul desertiert vom Bund und versucht, seinem älteren Bruder Max die Freundin auszuspannen. Das Drama um einen jugendlichen "Rebellen ohne Grund" in der deutschen Provinz war das Spielfilmdebüt von Ulrich Köhler.
    Hochsommer in einer deutschen Mittelgebirgslandschaft. Auf dem Rückweg vom Manöver zur Kaserne bleibt der Rekrut Paul unbemerkt an einer Raststätte zurück. Die Kompanie fährt ab und Paul nach Hause, in den Bungalow seiner abwesenden Eltern. Sein "Heimaturlaub" wird schnell kompliziert: Die Bundeswehr sucht ihn, seine Freundin Kerstin macht mit ihm Schluss, und unerwartet taucht sein älterer Bruder Max mit seiner dänischen Freundin Lene auf. Am Ort der Kindheit setzen wie in einem Reflex alte Rollenmuster wieder ein. Der Bruderkonflikt wird bald zur Konkurrenz um eine Frau.
    "Bungalow" war das vielfach preisgekrönte Spielfilmdebüt von Ulrich Köhler. "Bungalow" hatte seine Uraufführung im Panorama der Berlinale 2002, danach lief er auf über 30 nationalen und internationalen Festivals, unter anderem in Buenos Aires, Singapur, New York, St. Petersburg und San Francisco. "Bungalow" erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Preis der deutschen Filmkritik als bester Debütfilm, den Hessischen Filmpreis, den Preis für den besten Erstlingsfilm bei "Berlin & Beyond" in San Francisco, den MFG-Star für den besten Nachwuchsfilm in Baden-Baden und den Preis für den besten Darsteller an Lennie Burmeister in Buenos Aires. Der Film lief in Deutschland auch im Kino.

    Ulrich Köhler wurde 1969 in Marburg geboren und lebte in seiner Kindheit mehrere Jahre in Zaire. Er studierte Kunst in Quimper (Frankreich), anschließend in Hamburg Philosophie und dann Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste, wo er preisgekrönte Kurzfilme drehte. Seine in Zusammenarbeit mit der Redaktion Das kleine Fernsehspiel entstandenen Spielfilme "Bungalow" (Berlinale Panorama 2002), "Montag kommen die Fenster" (Berlinale Forum 2006) und "Schlafkrankheit" (Berlinale Wettbewerb 2011) liefen auf zahlreichen Festivals und erhielten Preise im In- und Ausland, so den Silbernen Bären für die Beste Regie für "Schlafkrankheit". Derzeit läuft im Kino sein vierter Langfilm "In My Room".

    Forum
    Erde
    Dokumentarfilm, Österreich, Deutschland 2019

    Vorführungen:
    8.2.2019, 15.00 Uhr, CineStar 8
    9.2.2019, 11.30 Uhr, CineStar 7
    10.2.2019, 19.00 Uhr, Zoo Palast 2
    17.2.2019, 14.00 Uhr, Delphi

    Stab:
    Regie und Kamera: Nikolaus Geyrhalter
    Ton: Pavel Cuzuioc, Simon Graf, Lenka Mikulová, Hjalti Bager-Jonathansson, Nora Czamler
    Schnitt: Niki Mossböck
    Sound Design: Florian Kindlinger
    Mischung: Alexander Koller
    Produktionsleitung: Katharina Posch
    Herstellungsleitung: Michael Kitzberger
    Produzenten: Michael Kitzberger, Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus GeyrhalterFörderungen: Österreichisches Filminstitut, Film Fonds Wien, ORF Film/Fernsehabkommen
    Produktion: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/3sat
    Redaktion: Udo Bremer
    Länge: 115 Minuten

    Inhalt:
    Die Oberfläche der Erde ist seit jeher Veränderungen unterworfen. Wind und Wasser, Feuer und Eis modifizieren permanent ihr Aussehen. Der wichtigste geologische Faktor ist inzwischen aber der Mensch: Mehrere Milliarden Tonnen Erde, weitaus mehr als durch natürliche Phänomene, werden jedes Jahr durch menschliche Eingriffe bewegt - mit Schaufeln, Baggern, Bohrern oder, wenn das alles nicht ausreicht, mit Dynamit. Dabei stoßen die Arbeiter und Ingenieure immer wieder auch auf Zeugnisse der Erd- und der Menschheitsgeschichte.
    Nikolaus Geyrhalter filmt in Minen, Steinbrüchen und Großbaustellen über- und untertage in Europa, Amerika und Kanada und zeigt den Menschen bei seinem Bestreben, sich den Planeten in einem ständigen Kampf anzueignen. Wie bei allen seinen vorherigen Filmen (darunter "Unser täglich Brot", 2005, "Abendland", 2011) fungiert Geyrhalter auch hier als Produzent, Regisseur und Kameramann. Geyrhalter dringt gerne in sonst unbeachtete Bereiche vor und schafft Bilder von großer Intensität, die er kommentarlos für sich selbst sprechen lässt. Dabei dokumentiert er komplexe Themen, indem er durch die Montage der Bilder und der eindringlichen Porträts seiner Protagonisten einen größeren Zusammenhang entwirft. Er lässt dem Zuschauer den Raum, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Diese konsequente Haltung und seine einzigartige Bildsprache machen Geyrhalters Filme zu Kinoerlebnissen.

    Forum
    Heimat ist ein Raum auf Zeit
    Dokumentarfilm, Deutschland;Österreich 2019

    Vorführungen:
    9.2.2019, 16.00 Uhr, Delphi
    12.2.2019, 19.30 Uhr, CinemaxX 4
    15.2.2019, 15.00 Uhr, Arsenal 1
    17.2.2019, 17.00 Uhr, CinemaxX 6

    Stab:
    Buch und Regie: Thomas Heise
    Kamera: Stefan Neuberger
    Ton: Johannes Schmelzer-Ziringer
    Tonbearbeitung: Markus Krohn
    Sprecher: Thomas Heise
    Mischung: Martin Steyer
    Montage: Chris Wright
    Produktionsleitung: Prisca Beyer, Hanne Lassl
    Herstellungsleitung: Tina Börner, Katharina Mosser
    Ko-Produzenten: Johannes Holzhausen, Johannes Rosenberger, Constantin Wulff
    Produzent: Heino Deckert
    Förderungen: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; Bundeskanzleramt Österreich, Sektion für Kunst und Kultur; Mitteldeutsche Medienförderung; FISA – Filmstandort Austria; Zukunftsfonds der Republik Österreich; Wien Kultur
    Produktion: Ma.ja.de Heino Deckert, Navigator Film in Koproduktion mit ZDF/3sat
    Redaktion: Udo Bremer
    Länge: 218 Minuten

    Inhalt:
    Thomas Heise geht den Spuren seiner eigenen deutsch-jüdischen Familiengeschichte nach, die seit dem Ersten Weltkrieg bis zum Ende der DDR von oppositionellem Geist und erlittener Verfolgung geprägt war. Dabei stellt er drei prägende Erfahrungen heraus: die Opposition des Großvaters Wilhelm gegen den Ersten Weltkrieg, die Verfolgung, der Wilhelm als engagierter Kommunist und seine Frau, eine Jüdin aus Wien, in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs ausgesetzt waren, und das zwiespältige Verhältnis der DDR-Intellektuellen zur Obrigkeit am Beispiel von Heises Eltern.
    Heise zeigt, wie sich Zeitgeschichte auf seine Familien ausgewirkt hat und wie sich unabhängig von den Systemen Herrschaftsverhältnisse wiederholen. Dadurch weisen die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen über das individuelle Schicksal hinaus und werden als Merkmale der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sinnfällig. Heise verwendet Materialien seines Familienarchivs (Berichte, Aufsätze, Fotos, Briefe, Tagebücher) sowie Aufnahmen von Transitorten, über die Reisende wie Flüchtlinge damals wie heute ankommen und weiterziehen.

    Thomas Heise ist einer der angesehensten Dokumentarfilmregisseure Deutschlands. Seine frühen Dokumentarfilme konnten in der DDR nicht gezeigt werden. Mit seinen kontroversen Filmen über die Neo-Naziszene in Ostdeutschland ("Stau", "Neustadt") erregte er in den 1990er Jahren Aufsehen. Heises vielfach preisgekrönte Filme spüren immer das Politische im Privaten auf.

    Perspektive Deutsches Kino
    Born in Evin
    Dokumentarfilm

    Vorführungen:
    9.2.2019, 19.00 Uhr, CineMaxX 3
    10.2.2019, 12.00 Uhr, Colosseum 1
    10.2.2019, 20.00 Unr CinemaxX 1

    Stab:
    Buch und Regie: Maryam Zaree
    Kamera: Siri Klug
    Schnitt: Dieter Pichler
    Ton: Michael Klöfkorn, Tom Schön
    Produzenten: Alex Tondowski, Ira Tondowski
    Koproduzenten: Arash T. Riahi, Sabine Gruber, Karin C. Berger
    Produktion: Tondowski Films in Koproduktion mit Golden Girls Film, ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ORF Film/Fernseh-Abkommen
    Redaktion: Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel),Susanne Spellitz (ORF)
    Länge: 95 Minuten

    Mit
    Maryam Zaree, Nargess Eskandari-Grünberg, Kasra Zareh, Kurt Grünberg, Mira Grünberg, Shadi Amin, Sima Boulanger, Marya Sirous, Chahla Chafiq, Haydeh Ravesh, Farah Zadi, Effat Mahbaz, Soraya Zangbari, Chowra Makaremi, Nina Zandkarimi, Sahar Delijani

    Inhalt:
    Als die Schauspielerin, Autorin und Filmemacherin Maryam Zaree erfährt, dass sie im iranischen Evin-Gefängnis geboren wurde, begibt sie sich auf die Suche nach den wahren Umständen ihrer Geburt und stellt die Frage: Was bedeutet diese Vergangenheit heute?
    "Born in Evin" erzählt die Geschichte der Regisseurin und Schauspielerin Maryam Zaree, die sich auf die Suche nach den gewaltvollen Umständen ihrer Geburt in einem der berüchtigten politischen Gefängnisse der Welt macht. Vor genau vierzig Jahren wurden der Shah und die iranische Monarchie gestürzt. Ayatollah Khomeini, der neue religiöse Führer, ließ nach seiner Machtergreifung Zehntausende von politischen Gegnern verhaften und ermorden. Unter den Gefangenen waren auch die Eltern der Filmemacherin, die beide nach Jahren im Gefängnis überlebt haben und nach Deutschland fliehen konnten.
    Innerhalb der Familie konnte nie über die Verfolgung und das Gefängnis gesprochen werden. Maryam Zaree, heute erfolgreiche Schauspielerin und Autorin, stellt sich dem jahrzehntelangen Schweigen und geht den eigenen Fragen nach dem Ort und den Umständen ihrer Geburt nach. Sie trifft andere Überlebende, spricht mit Experten und sucht nach Kindern, die wie sie im gleichen Gefängnis geboren wurden. Dabei versucht sie Antworten zu finden auf ebenso persönliche wie politische Fragen. Was sind die persönlichen Konsequenzen von Verfolgung und Gewalt, wenn dieselben Täter bis heute an der Macht sind und die Opfer ihre Geschichten internalisieren. Und was bedeutet es politisch, sich innerhalb der Familie dem Schweigen zu nähern? Das Private ist politisch und das Politische privat – nach dieser Überzeugung arbeitet sich Maryam Zaree durch das Dickicht des Verdrängten.

    Maryam Zaree wurde 1983 in Teheran geboren. Politisch verfolgt, floh ihre Mutter mit ihr nach Deutschland, als Maryam Zaree zwei Jahre alt war. Sie wuchs in Frankfurt auf und studierte Schauspiel an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. In Burhan Qurbanis Film "Shahada" _– einer Koproduktion von ZDF/Das kleine Fernsehspiel“ –, der 2010 im Wettbewerb der Berlinale lief, spielte sie die Hauptrolle. Seither trat sie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen auf. 2018 wurde sie für ihre Rolle in der Serie "4 Blocks" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Ihr Theaterstück "Kluge Gefühle" wurde beim Heidelberger Stückemarkt mit dem Autorenpreis ausgezeichnet. "Born in Evin" ist ihr Debütfilm.

    Perspektive Deutsches Kino
    Oray
    Spielfilm, Deutschland 2018

    Vorführungen:
    11.2.2019, 19.00 Uhr, CinemaxX 3
    12.2.2019, 12.00 Uhr, Colosseum 1
    12.2.2019, 20.00 Uhr, CinemaxX 1

    Stab:
    Buch und Regie: Mehmet Akif Büyükatalay
    Kamera: Christian Kochmann
    Ton: Armin Badde
    Schnitt: Denys Darahan
    Produzenten: Bastian Klügel und Claus Reichel
    Produktion: filmfaust in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Redaktion: Christian Cloos (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge: 110 Minuten

    Besetzung:
    Oray – Zejhun Demirov
    Bilal – Cem Göktaş
    Burcu – Deniz Orta
    Tanju – Faris Yüzbaşıoğlu
    Ebu Bekir – Mikael Bajrami
    Abdussamed – Fırat Barış Ar
    Muhammed – Kais Setti
    Süleyman – Ferhat Keskin
    Hamza – Şahin Eryılmaz

    Inhalt:
    Spielfilm über einen jungen frommen Muslim im Konflikt zwischen seinen weltlichen Bedürfnissen und den strengen Glaubensregeln seiner Kölner Gemeinde.
    Oray, ein junger Muslim aus Hagen, lebt bei seiner Ehefrau Burcu. In einem Streit spricht er die islamische Scheidungsformel 'talaq' aus. Der Imam seiner Heimatgemeinde klärt ihn über die Konsequenzen auf: Oray muss sich für drei Monate von Burcu trennen. Er nutzt die Zwangspause für einen Neuanfang und zieht nach Köln. Hier findet er einen Job auf einem Trödelmarkt und eine neue Gemeinde, die vom jungen Imam Bilal geleitet wird. Bald fängt er an zu predigen und ist beliebt bei allen, was bei Bilal Neid auslöst.
    Als Burcu Oray überraschend besucht, merken sie, dass die Pause ihnen gut getan hat. Sie lieben sich nach wie vor. Deshalb fragt er Bilal um Rat. Doch dieser vertritt eine strengere Auslegung des islamischen Rechts, nämlich, dass das Aussprechen von 'talaq' nicht Pause, sondern endgültige Scheidung bedeutet. Oray verdrängt Bilals Fatwa und ist hin- und hergerissen zwischen seinem Glauben an die Liebe und seiner Liebe zum Glauben. Die Anspannung zwischen Bilal und Oray endet in einem heftigen Streit, woraufhin er die Gemeinde verlässt. Als auch Burcu nach Hagen zurückkehrt, vereinsamt er. Oray muss eine Entscheidung treffen – für seine Liebe oder für seinen Glauben.

    Geboren 1987 in Bad Hersfeld, aufgewachsen in Hagen, lebt und arbeitet der Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay in Köln. Er studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) mit den Schwerpunkten Film und Literatur. Büyükatalay erhielt verschiedene Auszeichnungen für seine Kurzfilme und ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. "Oray" ist sein Abschlussfilm an der KHM. Er wurde 2018 für den First-Steps-Award in der Kategorie Abendfüllende Spielfilme nominiert, Büyükatalays Hauptdarsteller Zejhun Demirov erhielt den Götz-George-Nachwuchspreis.  

    Perspektive Deutsches Kino (Gast)
    Tackling Life

    Vorführung:
    17.2.2019, 20.00 Uhr, CinemaxX 1

    Stab:
    Buch und Regie: Johannes List
    Kamera: Tim Kuhn, Eugen Gritschneder
    Schnitt: Eric Asch, Johannes List
    Musik: Jakob Klotz
    Ton: Konstantin Kirilow
    Sounddesign: Jochen Frenzl
    Produzenten: Ingo Fliess
    Produktion: if… Productions in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und der Hochschule für Fernsehen und Film München
    Redaktion: Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge: 93 Minuten

    Mit
    Colin Comfort, Burkhard Honsek, Jan "Su" Möllers, Nico Vasilevski, Adam Wide

    Inhalt:
    Eine Saison der ersten schwul-integrativen Rugby-Mannschaft Deutschlands zwischen quälenden Niederlagen und hart erkämpften Siegen.
    Adam, Nico und Su sind Mitglieder der ersten schwulen Rugby-Mannschaft Deutschlands, den "Berlin Bruisers". "Tackling Life" schildert ihren Alltag und die Welt ihres gefährlichen Nischensports. Der Film zeigt, wie sie um Anerkennung im Kampf gegen Hetero-Mannschaften der Regionalliga ringen, wie sie bei bunten Events Geld sammeln und wie sie an Schulen Anti-Mobbing Seminare geben. Neben Sport und Selbstinszenierung geht es bei den "Bruisers" – zwischen Selbstverwirklichung und der Suche nach Zugehörigkeit – um Verantwortung und Daseinsbewältigung. Im Wechsel zwischen überhöhtem, rauschhaftem Sporterlebnis und der stillen Beobachtung der Protagonisten entsteht ein Bild von sensiblen und tiefgründigen Menschen, die immer wieder auch Spaß daran haben, spektakulär und laut zu sein.

    Johannes List wurde 1984 in Berlin geboren. Er assistierte bei verschiedenen Spiel- und Dokumentarfilmprojekten. 2005 gründete er eine Produktionsfirma mit Kultur- und Musikschwerpunkt. 2009 begann er sein Studium der Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). 2010 gründete List die Firma "Fritzzfilm", mit der er Künstlerporträts und andere Formate im Kulturbereich produzierte. "Tackling Life" ist sein Abschlussfilm, für den er beim Münchner Dokumentarfilmfestival 2018 mit dem Publikumspreis und mit dem First-Steps-Award als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.

    Generation Kplus (Eröffnungsfilm)
    Cleo
    Spielfilm, Deutschland 2019

    Vorführungen:
    8.2.2019, 15.30 Uhr, Haus der Kulturen der Welt
    13.2.2019, 15.30 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain
    15.2.2019, 9.30 Uhr, Zoo Palast 1
    17.2.2019, 20.15 Uhr, Cubix 8

    Stab:
    Buch: Stefanie Ren, Erik Schmitt
    Regie: Erik Schmitt
    Kamera: Johannes Louis
    Schnitt: David J. Rauschning
    Musik: Johannes Repka
    Ton: Dominik Leube, Oscar Stiebitz, Emre Tuerker
    Szenenbild: Claudia Steinert
    Kostüm: Melina Scappatura
    Producer: John Pablo Elsner, Julia Golembiowski
    Produzenten: Fabian Gasmia
    Produktion: Detailfilm Berlin GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Redaktion: Jörg Schneider (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge: 99 Minuten

    Besetzung:
    Cleo – Marleen Lohse
    Paul – Jeremy Mockrige
    Zille – Max Mauff
    Günni – Heiko Pinkowski
    Frau Sonnenberg – Us Conradi
    Franz Sass – Ben Münchow
    Erich Sass – Max Befort
    Bärbel – Anna Böttcher
    Cleo als Kind – Gwendolyn Göbel

    Inhalt:
    Eine abenteuerliche Zeitreise und eine Schatzsuche quer durch die deutsche Hauptstadt bis unter die Erde des Teufelsbergs.
    An der Zeit drehen und alles vergangene Unglück rückgängig machen: Cleos größter Wunsch rückt plötzlich in greifbare Nähe, als sie von einer Schatzkarte erfährt, die das Versteck einer magischen Uhr verrät.
    Cleo ist ein ganz besonderer Mensch. Sie ist verträumt, liebenswürdig, aber verschlossen anderen gegenüber. Ihre besondere Fähigkeit liegt darin, Dinge zu sehen, die sonst niemand sieht. Sie sieht die Stadt aus einer ganz eigenen, besonderen Perspektive – Türen und Fenster werden zu Gesichtern, auf Parkbänken trifft sie historische Figuren wie Albert Einstein und Marlene Dietrich.
    Gemeinsam mit Zufallsbekanntschaft Paul und zwei schrulligen Hobby-Schatzsuchern macht sie sich auf eine turbulente Reise durch die Zeiten und quer durch Berlin. Am Ende der Reise muss sie sich entscheiden: Die Eltern retten oder die Gegenwart akzeptieren lernen.

    Erik Schmitt, geboren 1980 in Mainz. Vor seinem Langfilmdebüt "Cleo" inszenierte er unter anderem die Kurzfilme "Nashorn im Galopp" (2013) und "Berlin Metanoia" (2016), die beide bei der Sektion Generation 14plus Premiere feierten. Mit dem Kurzfilm "Nun Sehen Sie Folgendes" (2011) gewann er den deutschen Kurzfilmpreis. Insgesamt erhielt Schmitt mit seinen Kurzfilmen über 100 internationale Festival- und Filmpreise. 2018 gründete er zusammen mit der Regisseurin Julia von Heinz, dem Regisseur David Falko Wnendt und dem Produzenten Fabian "Bassmia" Gasmia die Produktionsfirma Seven Elephants GmbH. Derzeit arbeitet er an dem Sci-Fi-Film "Rebels". 

    LOLA at Berlinale
    Hi, A.I. – Liebesgeschichten aus der Zukunft
    Dokumentarfilm, Deutschland 2019

    Vorführung:
    12.2.2019, 10.15 Uhr, delphi LUX 1

    Stab:
    Buch und Regie: Isa Willinger
    Produzent: Stefan Kloos
    Kamera: Julian Krubasik
    Schnitt: Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer
    Line Producer: Maria Shilik, Veronika Janatková
    Filmmusik: Robert Pilgram
    Originalton: Tim Höfer, Yoshitake Hashimoto
    Sound Design und Tonmischung: Clemens Becker, Philipp Sellier
    Produktion: Kloos & Co. Medien in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Redaktion: Claudia Tronnier (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge: 86 Minuten

    Inhalt:
    Was man wissen muss, wenn man eine Beziehung zu einem Roboter eingeht. Ein Science-Fiction-Dokumentarfilm.
    Humanoide Roboter sind die neuen Lebewesen auf unserem Planeten. Sie sind an der Rezeption tätig, in Shopping Malls oder als Köche. Und sie führen bereits Beziehungen mit Menschen. "Bei einer A.I. musst du deine Sätze knapp und pointiert halten", gibt der Roboterentwickler Matt seinem Kunden Chuck mit auf den Weg, als dieser seine neue Roboter-Partnerin Harmony in der Fabrik abholt und die beiden zu einem Roadtrip durch die USA aufbrechen. Der Sex-Roboter Harmony, so stellt sich auf den zweiten Blick heraus, mag Bücher und kann aus dem Stegreif Ray Kurzweil zitieren.
    Am anderen Ende der Welt, in Tokio, bekommt Oma Sakurai von ihrem Sohn den niedlichen Roboter Pepper geschenkt. "Damit ich nicht verkalke", sagt die alte Dame selbstironisch. Doch Pepper entpuppt sich als Lausbube, den Omas Gesprächsthemen wenig interessieren. Stattdessen flirtet er lieber mit der Schwiegertochter.
    Während Harmony und Chuck nach Liebe suchen und Pepper und Oma die Zeit totschlagen, stellt sich zunehmend die Frage: Wie werden wir mit künstlicher Intelligenz zusammenleben? Was werden wir gewinnen, was verlieren? Und: Wer sind eigentlich die Hauptfiguren dieser schönen, neuen Welt?

    Isa Willinger studierte Slawistik, American Studies und Soziologie in Berlin und war außerdem für Studienaufenthalte in New York und Moskau. Darüber hinaus absolvierte sie ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München, wo sie als Lehrbeauftragte tätig war. 2013 erschien ihre Monographie "Kira Muratova. Kino und Subversion". "HI, A.I." wurde im Januar 2019 beim Max-Ophüls-Preis als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

    LOLA at Berlinale
    Das Ende der Wahrheit

    Vorführung:
    12.2.2019, 16.45 Uhr, delphi LUX 1

    Stab:
    Buch und Regie: Philipp Leinemann
    Kamera: Christian Stangassinger
    Schnitt: Max Fey
    Musik: Sebastian Fillenberg
    Ton: Uve Haußig
    Szenenbild: Petra Albert
    Kostümbild: Anna Wübber
    Produzenten: Philipp Worm, Tobias Walker
    Produktion: Walker + Worm Film in Co-Produktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE, Hellinger/Doll Filmproduktion, Philipp Leinemann und in Zusammenarbeit mit Rotor Film
    Redaktion: Jörg Schneider (Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp(ZDF/ARTE), Andreas Schreitmüller (ARTE)
    Länge: 105 Minuten

    Besetzung:
    Martin Behrens – Ronald Zehrfeld
    Dr. Aline Schilling – Claudia Michelsen
    Patrick Lemke – Alexander Fehling
    Lucia Wendtland – Katharina Lorenz
    Antonia Behrens – Lene Oderich
    Aurice Köhler – Antje Traue
    Dr. Joachim Rauhweiler – Axel Prahl
    Dr. Grünhagen – August Zirner
    Dr. Vossmeier – Walter Kreye
    Mansoud Behzad – Alireza Bayram
    Hendrik Lohmeier – Sebastian Weber
    und andere

    Inhalt:
    Politthriller über die Verstrickungen von Geheimdiensten in den internationalen Waffenhandel
    Martin Behrens, Zentralasien-Experte beim Bundesnachrichtendienst, ist sich sicher, durch seine Arbeit einen großen Beitrag zur Wahrung der nationalen Sicherheit zu leisten. Nicht nur beruflich, auch privat läuft es gut für ihn, auch wenn er seine Beziehung zu der Journalistin Aurice aus Neutralitätsgründen geheim hält.
    Aurice Köhler betreibt Recherchen in Bezug auf ein illegales Waffengeschäft, über das ein Insider sie informieren möchte. Angeblich ist auch der BND in dieses Waffengeschäft verwickelt. Wenig später ist Aurice Köhler tot. Sie wird das Opfer eines Attentats in einem Münchner Café.
    Als Martin Behrens am Tatort davon erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Offensichtlich handelt es sich bei dem Anschlag um einen Vergeltungsschlag islamistischer Terroristen. Doch ist Aurice Köhler wirklich ein zufälliges Opfer von religiösen Fanatikern geworden? Gerade jetzt, als sie der Geschichte um die illegalen Waffengeschäfte auf die Spur gekommen ist? Martin Behrens hat seine Zweifel daran und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Doch seine Beziehungen zum BND nutzen ihm dabei wenig. Denn Patrick Lemke drängt erfolgreich darauf, ihn zu beurlauben. Als Behrens in einen immer tieferen Strudel aus Intrigen, Machtmissbrauch und Korruption gerät, begreift er, dass der Feind vor allem im Innern lauert.

    In seinem vielbeachteten Debütfilm "Wir waren Könige" warf der Regisseur Philipp Leinemann 2014 bereits einen Blick hinter die hochkomplexen Organisations- und Arbeitsweisen einer staatlichen Institution. Für seinen aufwendig produzierten Spionage-Thriller "Das Ende der Wahrheit" konnte er ein namhaftes Ensemble gewinnen, zu dem neben Ronald Zehrfeld ("Das schweigende Klassenzimmer", "Der Staat gegen Fritz Bauer") unter anderem Alexander Fehling ("Inglourious Basterds", "Sturm", "Der Hauptmann"), Claudia Michelsen ("Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm"), Axel Prahl ("Gundermann", "Der ganz große Traum"), August Zirner ("Wackersdorf", "Colonia Dignidad) und Antje Traue ("Ballon", "Der Fall Barschel") zählen.

    Philipp Leinemann wurde 1979 in Braunschweig geboren. 2004 begann er ein Regiestudium im Bereich Spielfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sein Debütfilm "Wir waren Könige" entstand in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seine ZDFneo-Serie "Tempel" wird derzeit für den US-Markt neu verfilmt. "Das Ende der Wahrheit" war Eröffnungsfilm beim Max-Ophüls-Festival 2019.

    LOLA at Berlinale
    Glück ist was für Weicheier
    Tragikomödie, Deutschland 2018

    Vorführung:
    9.2.2019, 14.45 Uhr, delphi LUX 1

    Stab:
    Regie: Anca Miruna Lăzărescu
    Buch: Silvia Wolkan
    Kamera: Christian Stangassinger
    Schnitt: André Bendocci-Alves, Hansjörg Weißbrich
    Musik: Vivan & Ketan Bhatti
    Produzenten: Tobias Walker, Philipp Worm
    Szenenbild: Iris Trescher-Lorenz
    Kostümbild: Anna Wübber
    Maskenbild: Annika Rahner, Christina Neuss
    Ton: Max T. Meindl
    Casting: Suse Marquardt
    Produktion: Walker+Worm Film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    Redaktion: Jörg Schneider (ZDF/Das Kleine Fernsehspiel)
    Länge:

    Besetzung:
    Jessica Gabriel – Ella Frey
    Stefan Gabriel – Martin Wuttke
    Sabrina Gabriel – Emilia Bernsdorf
    Dr. Wolfgang Teuter – Christian Friedel
    Melanie Kranz – Tina Ruland
    Horst Kranz - Stephan Grossmann
    Renate Gems – Sophie Rois

    Inhalt:
    Eine Familiengeschichte mit allen Höhen und Tiefen als Hymne auf das Leben.
    Stefan Gabriel ist Bademeister, engagierter Vater und stets darum bemüht, das Leben positiv zu sehen. Während er versucht, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben und sich als Sterbebegleiter engagiert, kämpfen seine beiden Töchter, die zwölfjährige Jessica und ihre ältere Schwester Sabrina, mit ihren ganz eigenen Problemen. Jessica wird oft für einen Jungen gehalten und muss ständig gegen ihre vielen seltsamen Ticks ankämpfen. Sabrina ist schwerkrank. Jessica würde gerne mit ihrer hübschen Schwester tauschen, die trotz Krankheit ihr Leben scheinbar voll im Griff hat. Je mehr sich Sabrinas Gesundheitszustand verschlechtert, desto schlimmer werden auch Jessicas Ticks. Ein Plan muss her und zwar schnell. In einem alten Buch stoßen die beiden auf ein spezielles Ritual, das die Rettung bringen soll. Dafür müssen Sabrina und Jessica allerdings einen Jungen finden, der mit Sabrina schläft. Ihnen bleibt nur noch wenig Zeit, und Jessica setzt alles daran, den lebensrettenden Plan in die Tat umzusetzen, egal wie verrückt er auch sein mag.

    Anca Miruna Lăzărescu wurde 1979 in Timişoara, Rumänien, geboren. 1990 zog sie gemeinsam mit ihren Eltern nach Deutschland. "Glück ist was für Weicheier" ist die zweite lange Regiearbeit der deutsch-rumänischen Regisseurin nach ihrem Erstling "Die Reise mit Vater" (2016) und dem vielfach ausgezeichneten Kurzfilm "Silent River" (2011). Nach "Glück ist was für Weicheier" inszenierte sie für HBO Europe und TNT Serie mehrere Episoden der Thrillerserie "Hackerville". Lăzărescu ist Mitglied der Rumänischen und der Europäischen Filmakademie.

    Retrospektive

    In der Retrospektive "Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen" werden Werke von Regisseurinnen aus der Zeit von 1968 bis 1999 präsentiert. Dass Das Kleine Fernsehspiel von Anfang an Regisseurinnen stark gefördert hat, zeigt sich hier mit sechs Filmen: Den vier Dokumentarfilmen "Tue Recht und scheue niemand2 (1975) von Jutta Brückner, "Ich denke oft an Hawaii" (1978) von Elfi Mikesch, "Von wegen Schicksal" (1979) von Helga Reidemeister, "Mit Haut und Haar" (1999) von Crescentia Dünßer und Martina Döcker sowie dem Spielfilm "Unter dem Pflaster ist der Strand" (1975) von Helma Sanders-Brahms und dem essayistischen Film "Die allseitig reduzierte Persönlichkeit – Redupers2 (1978) von Helke Sander.

    Im Forum/Archival Constellations werden die Kleinen Fernsehspiel-Koproduktionen "Variety" (1983) von Bette Gordon und "The Garden" (1990) von Derek Jarman gespielt. 

    Impressum

    Fotos über:

    Telefon: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/berlinale

    Weitere Infos auch unter http://twitter.com/ZDF

     

    ZDF Hauptabteilung Kommunikation
    Presse und Information
    Verantwortlich: Alexander Stock

    E-Mail: pressedesk@zdf.de

    © 2019 ZDF

    Ansprechpartner

    Name: Sabine Dreher
    E-Mail: presse.berlin@zdf.de
    Telefon: (030) 2099 1098