Dengler - Die letzte Flucht

Der Fernsehfilm der Woche

Der Thriller basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bestsellerautor Wolfgang Schorlau.
Georg Dengler (Ronald Zehrfeld), als erfolgreicher Zielfahnder unter widrigen Umständen beim BKA ausgeschieden, ist Privatermittler in Stuttgart. Sein erster Fall führt ihn nach Berlin: Im Fokus steht ein renommierter Krebsforscher (Ernst Stötzner) , der angeblich eine Krankenschwester vergewaltigt hat. Die Indizien sind erdrückend. Doch bald ahnt Dengler, dass jemand versucht, den Forscher aus dem Verkehr zu ziehen. Es gibt Hinweise auf die Pharmaindustrie.

  • ZDF, Montag, 20. April 2015, 20.15 Uhr

Texte

"Das müssen wir unbedingt verfilmen!"
von ZDF-Redakteurin Elke Müller

Als ich den Roman "Die letzte Flucht" von Wolfgang Schorlau in die Hände bekam, konnte ich das Buch einfach nicht mehr weglegen. Nachdem ich es an einem Wochenende verschlungen hatte, wusste ich: Das müssen wir unbedingt verfilmen! Allerdings war mir auch klar, dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde, denn wie sollten wir mit einem begrenzten Fernsehfilm-Budget diesem Politthriller gerecht werden? Wie die verschiedenen Zeitebenen erzählen? Wie in der notwendigen Reduktion die Glaubwürdigkeit dieses komplexen Konstruktes aufrechterhalten? Und vor allem wie meinen neuen Chef, Reinhold Elschot, davon überzeugen? Letzteres war viel einfacher als gedacht, denn Reinhold Elschot sah das Potential des Stoffes – und er vertraute uns. Was nicht selbstverständlich ist! Zum Glück hatten die Produzenten Raoul Reinert und Oliver Vogel bereits den Regisseur Lars Kraume mit ins Boot geholt, der auch das Drehbuch schreiben wollte. Seine konstruktive, kreative und kooperative Art und die Aufgeschlossenheit von Wolfgang Schorlau für einschneidende Veränderungen machten es überhaupt erst möglich, sich an eine Verfilmung des Romans zu trauen.
Von Anfang an schwirrte Ronald Zehrfeld als Georg Dengler in unseren Köpfen umher. Dieser Dengler war natürlich viel jünger, physisch präsenter und ungestümer als der im Roman. Uns gefiel das – und seinem Erfinder auch. Allen Unkenrufen zum Trotz glaubten wir fest daran, Ronald Zehrfeld auch für diese Rolle gewinnen zu können. Wie schön, dass es dann auch tatsächlich geklappt hat - einen besseren DENGLER kann man sich nicht wünschen. Er sollte jemand sein, den man sich an seiner Seite wünscht, wenn man in eine scheinbar aussichtslose Lage gerät. Wenn er nicht helfen kann, wer soll es dann tun? Aber der Film-Dengler, wie auch der Roman-Dengler ist nicht einfach zu bekommen. Sie lassen sich ködern, aber wenn sie Unredlichkeit wittern, sind sie ganz schnell wieder weg. Wir möchten, dass sie beide uns möglichst lange begleiten.

 Wir hatten uns gemeinsam dafür entschieden, mit Denglers sechsten, dem aktuellsten Fall anzufangen und jetzt arbeitet Lars Kraume bereits an dem Drehbuch für unseren nächsten Dengler. "Am Zwölften Tag" rückt Denglers Sohn, für den wir den Shooting Star 2015, Jannis Niewöhner, gewinnen konnten, in den Mittelpunkt, der sich und seine Freunde mit seinem Engagement gegen Massentierhaltung in Lebensgefahr bringt. Auch hier wird die geheimnisvolle Olga, herausragend gespielt von Birgit Minichmayer, eine entscheidende Rolle für den Fall – und für Dengler spielen.

Wir hoffen, dass die Verfilmungen neben den Romanlesern noch viele weitere Zuschauer finden und Wolfgang Schorlau motivieren wird, viele neue Dengler-Geschichten zu recherchieren und zu schreiben, damit wir diese außergewöhnliche Reihe lange fortführen können. Denn so gelungen wir selbst das Ergebnis finden und so angenehm die Arbeit in dieser Gesamtkonstellation auch war, wegen der gesellschafts-politischen Brisanz ist mir am Ende eines jeden neuen Dengler-Romans klar: Das müssen wir unbedingt verfilmen!

Stab und Besetzung

Der Fernsehfilm der Woche
Dengler – Die letzte Flucht
Thriller nach dem Bestseller-Roman von Wolfgang Schorlau

 

Buch und Regie                  Lars Kraume
Schnitt                                Barbara Gies
Kamera                              Jens Harant
Musikalische Leitung          Kai Schoormann
Musik                                  Christoph Kaiser, Julian Maas
Szenenbild                         Olaf Schiefner
Produzenten                       Raoul Reinert, Cuckoo Clock Entertainment
                                           Oliver Vogel, Bavaria Fernsehproduktion
Redaktion                           Elke Müller
Länge                                 90 Min.

Die Rollen und ihre Darsteller
Georg Dengler                    Ronald Zehrfeld
Olga                                    Birgit Minichmayr
Prof. Dr. Bernhard Voss      Ernst Stötzner
Finn Kommareck                Jenny Schily
Schöttle                               André Szymanski
Dirk Assmuss                     Stefan Kurt
Dr. Müller                             Rainer Bock
Jakob Dengler                    Jannis Niewöhner
Daniel Kommareck             Daniel Krauss
Jasmin Berner                    Cornelia Gröschel
Tufan                                   Aykut Kayacik
Dr. Lehmann                       Falk Rockstroh
Staatsanwalt                       Christian Maria Goebel
Prof. Schulz                        Karl Kranzkowski
Dr. Rüdiger Voss                 Ernst Stötzner
und andere

Inhalt

Privatermittler Georg Dengler war ein ausgezeichneter Zielfahnder, doch er quittierte den Dienst, weil das BKA ihn kalt stellte. Er zieht nach Stuttgart, um seinem fast erwachsenen Sohn näher zu sein. Sein Versprechen, mit ihm von nun an mehr zu unternehmen, muss Dengler gleich wieder einschränken: Sein erster Fall führt ihn nach Berlin.

Der renommierte Mediziner, Prof. Dr. Bernhard Voss, eine Koryphäe für seltene Autoimmunkrankheiten an der Berliner Universitätsklinik, soll eine Krankenschwester vergewaltigt haben. Die Beweislage ist erdrückend, selbst Dengler glaubt nicht, dass er etwas für Voss tun kann. Voss erzählt von einer großen Verschwörung der Pharmaindustrie gegen ihn. In einer spektakulären Aktion gelingt es ihm, der Polizei zu entkommen und sich im Krankenhaus auf die Suche nach verschwundenen Unterlagen zu machen. Denglers Interesse ist geweckt und er will der Sache auf den Grund gehen. Versucht tatsächlich jemand den unbequemen Mediziner aus dem Weg zu räumen, weil er sich mit der Pharmalobby angelegt hat?
Abgründig viele Manipulationen geschehen, die weder Dengler noch die ehrgeizige Kommissarin Finn Kommareck leicht durchschauen können. Von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt wird kurz darauf der Vorstandschef eines weltweit operierenden Pharmakonzerns entführt und einem Verhör unterzogen. Es geht um die Wirkung eines neuen Krebsmedikaments. Dann gerät Dengler selbst ins Visier der Polizei und er ist auf die Hilfe der geheimnisvollen Hackerin Olga angewiesen. Sie kennt Dengler nicht. Aber er kennt sie in- und auswendig, denn Dengler war ihr Zielfahnder!

"Dengler" – ein mitreißender Politthriller
von Produzent Raoul Reinert, Cuckoo Clock Entertainment

"Atemlos", "brisant", "beunruhigend", "mysteriös", "innovativ" schreibt die Presse und: "In Deutschland gibt es derzeit keinen besseren Autor politischer Kriminalromane als Wolfgang Schorlau."

Als John Grisham- und Steven Soderberg-Fan war ich lange auf der Suche nach relevanten und spannend aufbereiteten Politthrillern im deutschsprachigen Raum – und traf auf den Ex-BKA-Zielfahnder und Privatermittler Georg Dengler und den deutschen Krimipreisträger Wolfgang Schorlau. Mit beiden verbindet mich – außer der badischen Herkunft – der Ehrgeiz, Augen für unbequeme Themen zu öffnen und dies auf mitreißende Art.

 An der Grenze zwischen Wahrheit und Wahrscheinlichkeit stößt Schorlaus "Dengler" in bisher acht Fällen mit ungeklärten Geschehnissen auf dunkle Geflechte mit öffentlicher Sprengkraft: In "Die letzte Flucht" wird er in die Praktiken der Pharma-Mafia verwickelt, in dem Fall, "Am zwölften Tag", Drehbeginn ist im Juni, legt Dengler auf der Suche nach seinem Sohn die erschreckende Massentierhaltungspraxis und die dort herrschenden prekären Beschäftigungsverhältnisse offen.

Mit Fernsehpreis- und Grimmepreisträger Lars Kraume haben wir den idealen Drehbuchautoren und Regisseur gefunden, der die hohe Kunst besitzt, Dengler (Ronald Zehrfeld), Olga (Birgit Minichmayr), Denglers Sohn Jakob (Jannis Niewöhner) und BKA-Boss Dr. Müller (Rainer Bock) als Stammensemble geheimnisvoll und filmisch innovativ zu erzählen und den besonderen authentischen Kern und die Erzählweise der Dengler-Romane von Wolfgang Schorlau zu bewahren.

Der erste "Dengler"-Roman von Wolfgang Schorlau war "Die blaue Liste", in dem Dengler seltsame Zusammenhänge zwischen dem Mord an Treuhandpräsident Carsten Rohwedder und dem "Ausverkauf des Ostens" ans Licht bringt. Dengler ist in anderen Romanen mit den Machenschaften von Wasser-Privatisierern konfrontiert, legt Zweifel über die Hintergründe des Münchner-Oktoberfest-Attentats offen, recherchiert über Experimente von Waffenindustrie und Militär in Krisengebieten und muss sich mit der Lynchjustiz an alliierten Soldaten und anderen "heißen Eisen" beschäftigen. Durch seine mutigen Recherchen stößt Dengler auf Intrigen in höchsten Ämtern und gerät selbst ins Fadenkreuz der Strippenzieher im Hintergrund. Und es bleibt die mysteriöse Frage: Warum genau ist Dengler beim BKA ausgeschieden und weshalb deckt er die geheimnisvolle Olga?

Und jetzt die Verfilmung von "Dengler – Die letzte Flucht". Für mich hieß die Losung "Atemlos, brisant, innovativ" .

"Spiegel der heutigen Gesellschaft"
von Produzent Oliver Vogel, Bavaria Fernsehproduktion

Mit "Dengler – die letzte Flucht" ist dem Autoren Lars Kraume ein geniales Drehbuch gelungen. Dabei war die Adaption des gleichnamigen Romans von Wolfgang Schorlau alles andere als einfach. "Die letzte Flucht" ist Schorlaus sechster Roman und wurde bei uns Denglers erster Fall. Allerdings überzeugte mich bereits die erste Drehbuchfassung, ein unglaublich dichtes und spannendes Drehbuch mit cineastischer Qualität. Genau das war aber auch das größte Problem: Dengler war extrem aufwändig. In den weiteren Drehbuchfassungen ging Regisseur Lars Kraume mit Autor Lars Kraume hart ins Gericht, damit wir ein einigermaßen realisierbares Drehbuch bekamen. Dennoch erinnert der Film an einigen Stellen eher an Filme wie "Bourne Identity" als an einen deutschen TV Krimi. Die Umsetzung der Fluchtszenen am Hauptbahnhof in Berlin, in den U-Bahn-Schächten, die Sperrung eines Straßentunnels, wo mit 60 Fahrzeugen und einem SEK Team die ganze Nacht gedreht wurde – und das alles während der Fußball-WM 2014 bzw. der Fan-Meile am Brandenburger Tor – war eine große Herausforderung für das Drehteam.

Herausgekommen ist ein, spannender und aufwändiger Politthriller, dessen Qualität aber nicht nur im hohen Production Value liegt. Lars Kraume und Casting Director Siggi Wagner konnten eine herausragende Besetzung gewinnen, neben dem zweifachen Grimme-Preisträger Ronald Zehrfeld als Dengler und Birgit Minichmayr als Olga auch Shooting Star 2015 Jannis Niewöhner sowie Ernst Stoetzner, Jenny Schily, Stefan Kurt, Falk Rockstroh, Daniel Krauss, Rainer Bock, Corinna Kirchhoff, Karl Kranzkowski und Cornelia Gröschel.
"Dengler – Die letzte Flucht" ist mehr, als ein unterhaltsamer Whodunit-Krimi zum Mitraten für die abendliche Krimi-Fangemeinde. Die von Jens Harant gedrehten und Barabara Gies montierten Bilder ergeben einen ausgesprochen verdichteten Thriller. Schorlau und Kraume verzichten dabei auf einen sympathischen Seriendetektiv, der die Zuschauer an die Hand nimmt und ihnen moralische Orientierung gibt. Dengler hat eine Haltung, die kann man mögen oder nicht. Gut und Böse halten sich bei ihm die Waage und sind nicht eindeutig geschieden. Er will die Welt nicht erklären durch endloses Geschwafel oder belehrende Exkurse, aber je länger man ihm folgt, desto mehr versteht man ihn.

Durch die multiperspektivische Erzählweise bekommt man gleichzeitig eine genaue Analyse dubioser Praktiken der Pharmaindustrie und sieht in den Spiegel der heutigen Gesellschaft. Solche Stoffe haben einen universellen Appeal und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Film auch international Beachtung finden wird. Aber die beste Nachricht ist, dass Wolfgang Schorlau bereits sieben Dengler Romane geschrieben hat und der achte Dengler in Arbeit ist.

Finden und Erfinden - Anmerkungen zu Georg Dengler und "Die letzte Flucht"
von Romanautor Wolfgang Schorlau

Georg Dengler leidet, wie wohl die meisten von uns, an der Kluft zwischen dem Zustand der Welt wie sie ist und der Welt, wie wir sie gerne hätten. Lange, vielleicht zu lange, glaubt er, dass er als Polizist diese Kluft verringern könne. Er will seinen Job richtig machen, die Bösen verhaften und die Guten schützen. Sein Leben und sein Beruf machen Sinn. Er ist zufrieden.
Doch man lässt ihn nicht den "guten Bullen" sein, der er sein will. Bei den Ermittlungen zum Bombenattentat in der Kölner Keupstraße 2004 widersetzt er sich erstmals der offiziellen Ermittlungslinie, die den Bombenleger unter den Opfern der türkischen Gemeinschaft sucht. Der Buchhändler Tufan wird verdächtigt, aber Dengler weiß, dass Tufan, nicht nur weil er so ungeschickt ist und bekanntermaßen zwei linke Hände hat, kein Bombenbastler ist. Als er dann die ersten Indizien entdeckt, dass der Inlandsgeheimdienst in die Tat verwickelt ist und er in diese Richtung weiter ermittelt, bekommt Dengler Ärger. Richtigen Ärger. Er muss eine Entscheidung treffen: Soll er sich unterwerfen und gegen seine Überzeugung falschen Ermittlungssträngen folgen oder sich treu bleiben – und das BKA verlassen.
Er entscheidet sich für letzteres. Er verlässt Wiesbaden, zieht nach Stuttgart, wo seine Ex-Frau und der gemeinsame Sohn Jakob wohnen. Aber was soll er nun tun? Er ist Zielfahnder, ein Mann, der nie etwas anderes gelernt hat, als Menschen zu jagen. Das ist sein Beruf. Er wird, wie es auf seinen Visitenkarten heißt:
Georg Dengler – Privatermittler – Stuttgart.

Als ich die Figur Georg Dengler und die Serie der politischen Dengler-Krimis Anfang der 2000er Jahre entwarf, war mir klar, dass er kein klassischer Kommissar sein konnte. Ich wollte den Kriminalroman als Form nutzen, um gesellschaftliche Zustände zu erkunden. Der Aktionskreis eines Kommissariats ist zu eng für die Art der "Deutschland-Krimis" (Süddeutsche Zeitung über die Dengler-Krimis), wie ich sie schreiben wollte und will. Dengler muss das Polizeihandwerk gelernt haben, aber sich aus den Strukturen befreien. Aus diesem Grund verwickelte ich Dengler in die Intrige im Bundeskriminalamt, aus der er sich nur mit seiner Kündigung retten kann.
Dengler hat den Abschied aus dem BKA jedoch nie als Befreiung empfunden, sondern als persönliche Niederlage. Die Jahre im Staatsdienst haben Spuren hinterlassen, und trotz aller gegenteiligen Erfahrung ist Dengler tief von der urdeutschen Überzeugung durchdrungen, dass "die dort oben" letztlich schon wissen, was sie machen. Vermutlich brauche ich noch ein halbes Dutzend Geschichten, bis ich ihm diese Obrigkeitshörigkeit endgültig ausgetrieben habe.

Für Dengler und mich ist ein neuer Fall stets eine aufregende Expedition in die gesellschaftliche Wirklichkeit. Was uns immer wieder aufs Neue verblüfft, ist, dass wir über Dinge, die existenziell wichtig sind, über Dinge, die uns häufig aufs Intimste nahe sind, in Wirklichkeit keine Ahnung haben. Wir wissen nicht, wie sie in ihrem inneren Kern funktionieren. In "Fremde Wasser" beispielsweise gerät Dengler zwischen die Konfliktlinien der globalen Auseinandersetzung um die Eigentumsrechte an Wasser, diesem für uns alle lebensnotwendigsten Lebensmittel. In "Am 12. Tag" schicke ich ihn in die Hölle der Fleischproduktion, und er erfährt über die Zustände in den Schlachtereien viel mehr, als dass dort Tiere schlecht behandelt werden.

In "Die letzte Flucht" geht es um ein Thema, das jedermann unmittelbar und direkt betrifft. Wir alle sind – buchstäblich von unserem ersten bis zu unserem letzten Atemzug – darauf angewiesen, dass das Gesundheitswesen funktioniert, dass der Arzt uns jene Medikamente und die Therapie verordnet, die für unsere Heilung notwendig sind. Doch bevor ich diese Geschichte schrieb, hatte ich keine Ahnung von den Mechanismen des Gesundheitswesens. Und das, obwohl ich mich für einen aufgeklärten und informierten Zeitgenossen halte. Aber bereits nach einigen Monaten Recherche wusste ich, dass die Dinge ganz anders miteinander zusammenhängen, als ich bisher vermutet hatte – mit dramatischen Konsequenzen für jeden Patienten.
Aus diesen Recherche-Expeditionen entsteht in den Dengler-Stories etwas, was ich "innere Spannung" nenne. Sie entsteht aus dem Tiefenblick in das Thema. Die äußere Spannung, das sind Spannungsbögen in der Handlung und in den Figuren, sie entstehen durch Nachforschung, Flucht, Bedrohung und Verfolgung der Hauptfigur. Man könnte das "Handwerk" nennen. Doch die "innere Spannung" ist der Markenkern der Dengler-Stories. Sie hängt eng mit der Reflektion tatsächlicher politischer und gesellschaftlicher Prozesse zusammen. Die Geschichten sollen ihren Widerhall im Leben des Lesers und der Leserin finden. Und vielleicht sogar Konsequenzen für den Einzelnen haben.
Möglicherweise glaube auch ich daran, die Kluft zwischen der Welt, wie sie ist, und der, wie sie sein könnte, überwinden zu können. Mithilfe der Literatur.

Ich bin froh, dass dieses Konzept auch in Lars Kraumes Film so gut funktioniert. Es sind vor allem die Szenen, in denen Dirk Assmuss in einem Berliner Keller verhört wird, in denen die "innere Spannung" erlebbar wird. Seine Aussagen stehen in einem Spannungsverhältnis zu den persönlichen Erfahrungen der Polizistin Finn Kommareck und den Forschungen von Dr. Bernhard Voss. Assmuss’ Antworten auf die Fragen seiner Bewacher sind unmittelbare Ergebnisse einer zweijährigen, aufwendigen Recherche. In sie sind wörtliche Zitate zweier Interviews eingeflossen, die ich mit hochrangigen Managern großer Pharmakonzerne in Berlin geführt habe. Sie sind teilweise wortwörtlich in den Dialog montiert.

Damit unterscheidet sich "Die letzte Flucht" von anderen Fernsehproduktionen, die gesellschaftliche Themen behandeln. Die "Tatorte" der ARD liefern uns über Jahrzehnte hinweg ein breites Panorama gesellschaftlicher Konflikte. Aber dann entlassen sie uns fast immer mit individuellen Motiven aus den Geschichten, die das Verbrechen erklären – Eifersucht, Habgier und so weiter. "Die letzte Flucht" geht einen entscheidenden Schritt weiter. Wenn wir dem Pharmamanager Assmuss zuhören, wird klar, dass die böse Tat in diesem Fall nicht die unerhörte Verletzung der Regel ist, sondern die Regel selbst, nämlich das nicht strafbewehrte Geschäftsmodell der Pharmabranche. Das Böse tritt uns nicht entgegen als das Außergewöhnliche, sondern als Normalfall.

"Kinotraum fürs Fernsehen"
Interview mit Drehbuchautor und Regisseur Lars Kraume

Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?

Ich bin ein großer Fan von Polit-Thrillern. Aber dieses Genre hat es heute im Kino schon schwer, sogar wenn es aus Amerika mit internationalen Stars kommt. Als deutscher Kinofilm ist einen Polit-Thriller kaum zu denken. Aber Schorlaus Bücher sind genau das: unterhaltsame Thriller mit spannenden politischen Inhalten. Ich konnte hier also einen Kinotraum fürs Fernsehen realisieren. 

War die Drehbuchadaption von Wolfgang Schorlaus Roman ein schwieriger Prozess?

Nein, weil Wolfgang Schorlaus Bücher sehr filmisch geschrieben sind. Er hat gut recherchierte Storys mit lebendigen Figuren und dynamischen Handlungen geschrieben, die sich alle gut filmisch adaptieren lassen. 

Wie war die Regiearbeit mit Roland Zehrfeld und Birgit Minichmayr?

Genauso einfach, wie die Adaption der Romane. Ronald ist einer der ganz wenigen Männer, mit denen man in Deutschland physische Action drehen kann, und dem man trotzdem glaubt, wenn er über komplexere Themen spricht. Und Birgit ist als autonome Hackerin, die vom BKA gejagt wird, genauso eine Top Besetzung. Ich bin sehr froh, dass wir bei diesem Projekt endlich mal zusammen arbeiten konnten.

Was war die größte Schwierigkeit während der Dreharbeiten?

Kino Vorbilder mit TV-Budgets zu erreichen ist nicht so leicht. Schorlaus Roman ist im Kern eine Jagd durch Berlin. Als ich den Roman zum ersten Mal las, dachte ich: Wow, das ist ja wie "Die Bourne Identität". Da müssen wir vom Hauptbahnhof bis zum Alexanderplatz alles sperren...

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?

So zufrieden, dass mir die Arbeit am nächsten Fall schon wieder richtig Spass macht. 

Das Interview führte Claudia Burau

Interview mit Schauspieler Ronald Zehrfeld

Wie sind Sie auf das Projekt "Dengler" aufmerksam geworden?

Der Regisseur Lars Kraume hatte mich auf die Romane von Wolfgang Schorlau hingewiesen und dann haben wir uns einfach mal zusammengesetzt. Dengler als Figur, als Typ der heutigen Zeit, ist sehr spannend. Vor allem die Tatsache, dass er als Beamter für den Staat gearbeitet hat und dann im Zuge dessen auch in Gewissenskonflikte gerät. Es geht um seine Werte, er muss sich selbst hinterfragen: Für was arbeite ich? Was ist meine Motivation? Und dann muss er eine Entscheidung treffen. Ich kann nachvollziehen, dass man sich an einem bestimmten Punkt fragt, wofür man im Leben steht.

Haben Sie die Bücher von Wolfgang Schorlau gelesen?

Nachdem Lars Kraume mich auf Denglers ersten Fall aufmerksam gemacht hatte, habe ich den ersten Roman von Schorlau gelesen und mich dann auch noch an andere gewagt. Für alle sieben Dengler-Fälle fehlte mir bis jetzt leider die Zeit. Aber wir wussten ja am Anfang auch nicht, in welche Richtung das Projekt gehen würde und so hat Lars Kraume erst einmal eine Drehbuchadaption von Denglers sechstem Fall geschaffen und wir haben uns dann Stück für Stück weiter vorgewagt.

Wie würden Sie Georg Dengler als Person charakterisieren? Welche Charaktereigenschaften oder Werte dieser Figur imponieren Ihnen besonders?

Er ist wahnsinnig direkt und stellt sich selbst aber dabei in den Hintergrund. Dengler tritt für etwas ein und vertraut dabei auf sein Wertesystem. Er hat sich am Anfang seiner Karriere nicht grundlos für einen Job beim BKA entschieden und damit auch seine Familie aufs Spiel gesetzt. Er wollte ganz bewusst als Zielfahnder arbeiten, um sich so für Recht und Ordnung einzusetzen, so wie er diese moralischen Grundsätze auch in seinem eigenem Wertesystem verankert sieht. Es geht ihm nicht darum, einfach über Gut und Böse zu entscheiden, sondern, er ist überzeugt davon, in seiner Position beim BKA etwas bewegen zu können. Ich würde ihn nicht als Gutmenschen beschreiben, das würde zu weit führen, aber es geht schon ein bisschen in die Richtung.

Die letzte Flucht enthüllt die kruden Machenschaften einer übermächtigen Pharmaindustrie. War dieses Thema neu für Sie?

Nein, das war es nicht. Ich fand es aber besonders interessant, dass man gerade anhand des Beispiels der Krebstherapie einen Spiegel vorgehalten bekommt. In der heutigen medialen Welt reagiert man ja oft so, dass man sagt: "Ja, klar, das wissen wir alles schon". Aber der Film macht ganz deutlich, dass die Industrie manchmal wirklich genau so funktioniert und dass es diese Abhängigkeiten tatsächlich gibt. Studenten werden früh über Stipendien gefördert, die Lobbyarbeit ist unglaublich stark und so entstehen natürlich auch Abhängigkeiten, bei denen man sich fragen muss, ab welchem Punkt der ein oder andere vielleicht auch gekauft ist. Es geht wieder um die Frage: Für was stehe ich ein? Wenn ich Medizin studiere, arbeite ich danach auf humanitärer Ebene als Arzt in einem Krankenhaus mit 30-Stunden-Schichten oder entscheide ich mich für das Kapital, mache eine Praxis für Schönheitsoperationen auf und fahre dann meinen Porsche? In "Dengler – Die letzte Flucht" geht es dann noch einen Schritt weiter: Man spielt mit der Hoffnung der Menschen. Man bietet jemandem lebensverlängernde Therapien an, für die es keinerlei Belege gibt und dann geht es auch um sehr hohe finanzielle Beträge, die es zu hinterfragen gilt.

Dengler muss sich in einer Szene zwischen seinem neuen Auftrag und seinem Sohn entscheiden. Wie würden Sie die Vater-Sohn-Beziehung beschreiben?

Eine richtige Vater-Sohn-Beziehung hat zwischen den beiden nie bestanden. Das ist der Preis, den Dengler für seine Arbeit beim BKA bezahlt hat. Er ist, damit setzt "Die letzte Flucht" ja auch ein, aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, um sich seinem Sohn wieder anzunähern. Er will herausfinden, was das Wahre ist, worum es eigentlich geht im Leben. Am Anfang seiner beruflichen Laufbahn lagen seine Prioritäten noch anders. Aber als er merkt, dass, bedingt durch die dort herrschenden Hierarchien, Probleme auftreten, wird ihm bewusst, dass er vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen hat. In der angesprochenen Szene will Dengler mit seinem Sohn ins Fußballstadion gehen. Er versucht, auch nachdem er den neuen Auftrag angenommen hat, sich diese Freiheit zu nehmen. Dengler baut darauf, dass er seinem Sohn, der ja auch schon in einem Alter ist, in dem man bestimmte Dinge besser versteht, seine Beweggründe erklären kann. Andererseits ist ihm natürlich bewusst, dass er ihm Liebe und Zuneigung vorenthalten hat aufgrund seiner Entscheidung,  für den Staat zu arbeiten. Er hat Schuldgefühle, befindet sich in einem Gewissenskonflikt, aber er versucht, sich dem Problem zu stellen und es aufzuarbeiten. Und er kann für alles, was er getan hat, einstehen und hofft daher auf das Verständnis seines Sohnes.

Es gibt ja bei "Dengler – Die letzte Flucht" viele spannende Verfolgungsjagden. Man sieht Sie sehr oft sehr schnell rennen. Sie waren ja bereits mit 11 Jahren Judo-Jugendmeister. Hat Ihnen Ihre Fitness bei den Dreharbeiten geholfen?

Fitness ist nie schlecht, aber ohne Laster läuft kein Fuhrunternehmen. Ich rauche zum Beispiel auch. Aber es ist natürlich auch ein interessanter Aspekt an Dengler, dass er auf Zack ist und eine gewisse Flexibilität mitbringt. Eine Figur zu spielen, die auch mal eine Treppe hochrennen kann, ist schon interessanter. Das hat man ja auch an Götz George gemocht, der als Schimanski noch mit 70 über eine Motorhaube springt. Bequemlichkeit ist langweilig, das steht ja heute auch auf jeder Fahne. Gerade weil der Tag nur 24 Stunden hat, muss man die paar Jahre, die man hat, aktiv sein und das genießen.

Nachdem Dengler von Professor Voss' Unschuld überzeugt ist, verhilft er ihm zur Flucht vor der Polizei. Wie steht es mit Ihrer Gesetzestreue?

Wir leben in einem demokratischen Land mit Wahlen und Legislaturperioden, in denen Gesetze beschlossen und verändert werden und an Gesetze muss man sich halten. Dennoch gibt es viele Situationen, wo ich mir einfach mehr Transparenz wünschen würde. Ich finde es schade, dass viele Sachen einfach zu schnell durchgewunken werden. Gerade bei Themen wie Hartz IV, Ausbildung oder Krankenkassen, da gibt es viele Gesetze, bei denen ich den Eindruck habe, da könnte man nochmal dran arbeiten. Aber man weiß ja, dass Politik nicht unbedingt immer nur nach langfristiger Wirkung entscheidet, sondern zu oft in Legislaturperioden denkt. Da würde ich mir mehr Verantwortung wünschen. Aber vielleicht fehlt einem da manchmal auch der Überblick, deswegen plädiere ich vor allem für eine größere Transparenz. Vielleicht schafft Dengler es, den Zuschauer mitzunehmen und ihm im Laufe der Handlung diese komplexen Beziehungsgeflechte näher zu bringen, dann wäre das schon toll.

Olga, die im Film von Birgit Minichmayr verkörpert wird, engagiert sich sowohl bei Occupy, Greenpeace und dem Tor-Projekt und stand nicht zuletzt deswegen unter der Beobachtung des BKA. Was halten Sie von der Rolle der Olga? Wie wichtig ist Ihnen gesellschaftliches Engagement?

Sehr wichtig. Das Rad dreht sich immer schneller, man muss auf der gesellschaftlichen Spur funktionieren und der Tag hat trotzdem nur 24 Stunden. Was kann man also machen? Ich kann nur versuchen, über meinen Beruf, über meine Rollen etwas zu erreichen. Man kann mir dann vorwerfen, dass ich immer nur Gutmenschen spiele, aber das nehme ich gerne in Kauf. Was interessiert mich? Was ärgert mich in meinem Leben? Das sind Fragen, mit denen ich mich auseinandersetze.
Birgit Minichmayrs Figur Olga repräsentiert in Dengler genau diese Steckstelle des Freien Radikals für mich. Sie schreckt vor nichts zurück und weiß gleichzeitig aber um die Gefahren, die von einem bestehenden System ausgehen können. Denn auch in einem demokratischen System geht es um Macht, um Einfluss, um Wahrheiten. Was darf die Gesellschaft wissen, was können wir ihr zumuten und was lassen wir sie lieber nur per Salami-Taktik erfahren? Da haben wir noch Nachholbedarf. Da sind wir in der Politik und im Internet noch ein bisschen zu langsam. Diese Freien Radikale arbeiten mit einer viel größeren Geschwindigkeit. Wir versuchen immer noch, unser GPS-System ins Weltall zu schicken und sind immer noch abhängig von allen anderen. Facebook wurde gekauft und auch was das Tor-Projekt angeht: Was ist da wirkliche Freiheit? Ich wünsche mir, dass das Internet wieder mehr als Chance gesehen wird und bin auch davon überzeugt, dass es so ist. Bisher geht es uns aber glaub ich noch zu gut, um wahrhaftige Veränderungen herbeiführen zu wollen.

In der Romanvorlage sind Dengler und Olga ein Liebespaar. Die Verfilmung weicht hiervon – zumindest in "Die letzte Flucht" – ab. Wie sehen Sie die Beziehung der beiden Charaktere zueinander?

Es wirken auf jeden Fall Anziehungskräfte. Dengler bewundert Olga dafür, dass sie es geschafft hat, einen Weg für sich zu finden, ein Freies Radikal zu bleiben und dass sie sich nicht hat kaufen lassen. Wenn man in die 80er und 90er Jahre schaut und an Filme wie "23" oder an den Chaos Computer Club denkt und daran, wie viele Hacker mittlerweile die Seite gewechselt haben und beispielsweise Unternehmen in Sicherheitsfragen beraten, ist das schon interessant. Sie sind sozusagen von der Wirtschaft gekauft, was ja auch völlig legitim ist, weil es das System ja auch so zulässt. Aber wer hat noch die Option mit seinem Wissen, mit seinem Know-How, die breite Öffentlichkeit aufzuklären? Man muss ja nicht gleich mit Snowden anfangen, aber es geht so in diese Richtung. Was wissen wir wirklich und was traut man uns zu? Da wünsche ich mir einfach eine größere Mündigkeit. Dengler imponiert diese Kraft, die Olga versprüht und die er vielleicht auch in sich selbst spürt und von der er glaubte, sie auch als Beamter beim BKA für die richtigen Dinge nutzen zu können. Dort musste er dann aber lernen, dass es zwar Leitrichtlinien gibt, dass diese aber aufgrund von Machtkämpfen auch einfach mal außer Kraft gesetzt werden können. Das ist dann der Moment, in dem Dengler für sich eine Entscheidung treffen musste.

Wie war die Zusammenarbeit mit Regisseur Lars Kraume, mit dem Sie, nach den Dreharbeiten zu "Dengler", auch für den Kinofilm "Die Heimatlosen" zusammen gearbeitet haben?

Ich bin sehr, sehr glücklich mit unserer Zusammenarbeit. Als wir uns das erste Mal getroffen haben, haben wir sehr schnell eine Ebene gefunden auf der wir ticken, auf der wir denken. Er in dem Bereich Regie, Drehbuch, Film und ich als Schauspieler auf der anderen Seite. Wir haben sehr schnell einen direkten Draht zueinander gefunden. Es war ein sehr produktives und konstruktives Arbeiten. Ich mag seine Frische. In der heutigen Medienlandschaft ist es gar nicht so einfach mit einem geringen Budget zu arbeiten und dennoch dem Anspruch gerecht zu werden, der einem von den Sendern abverlangt wird. Lars ist wahnsinnig gut darin, das Maximale aus dem Möglichen herauszuholen. Das rechne ich ihm hoch an. Er ist da, er ist unwahrscheinlich aufmerksam und hat keinerlei Allüren. Man kommt in der Kommunikation sofort zusammen, es gibt kein Beharren auf bestimmten Dingen. Wenn er mich überzeugt, dann ist das für mich völlig in Ordnung und wenn ich ihn überzeugen kann, ist es andersrum genau so. Das ist eine sehr gute Grundlage für eine gemeinsame Arbeit, weil es nicht um Eitelkeiten oder persönlichen Erfolg geht, sondern man agiert im Interesse des Stoffes.

Was machen Sie, wenn Sie mal nicht drehen? Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?

Am liebsten mit meinen Ladys. Ich versuche außerdem, meine sozialen Kontakte zu pflegen. Ich habe das große Glück, viel arbeiten und mich in meinem Beruf weiterentwickeln zu können. Es ist aber auch wichtig die richtige Balance zu finden. Meine Familie hat viel Verständnis für meinen Beruf. Ich habe eine tolle Frau, die mir den Rücken frei hält und darüber bin ich sehr, sehr glücklich. Ich hoffe natürlich, meinem Anspruch gerecht zu werden in der Auswahl meiner Rollen und bin sehr froh darüber, dass ich mir etwas erarbeiten konnte und mir so auch bestimmte Dinge aussuchen kann.

Das Interview führte Claudia Burau

Zwei Fragen an Schauspielerin Birgit Minichmayr

Was war der Reiz für Sie, dieses Projekt anzunehmen?

Nicht nur, dass mich das Drehbuch sofort überzeugte, auch die Rahmenbedingung für diese beginnende Reihe waren ausschlaggebend. Bei anderen Serien- bzw. Reihenangebote- schreckte ich immer vor der Tatsache zurück, dass sich verschiedenste Autoren und Regisseure abwechseln sollen. Aber bei Dengler weiß ich, dass alles in den selben Händen bleibt. Sprich: die Vorlage, der Regisseur Lars Kraume, der Kameramann und auch mein Partner werden bleiben. Und das gibt mir ein viel sicheres Gefühl im Erzählen der Figur bzw. der Geschichte. Ich fühle mich wohler, wenn ich mich nicht ständig auf einen neuen Menschen einstellen muss, sondern wir im gleichbleibenden Team die Geschichte weiter entwickeln können. Und ein besseres Team hätte ich mir nicht vorstellen können.

Was ist das Besondere an Ihrer Rolle? Können Sie uns kurz etwas über die Figur, die Sie spielen, erzählen?

Mit der Figur Olga konnte ich mich in einen Bereich begeben, der mir persönlich absolut fremd ist, da ich computertechnisch nicht sehr versiert bin. Hinzukommt, dass ich Olga als einen Underdog empfinde, die nach ihren ganz eigenen Vorstellung und Regeln auf die Welt blickt und handelt. Diese Form von krimineller Energie, die nichts mit einem Unrechtsbewusstsein zu tun hat sondern mit einem für sie absolut legitimen Weg an Informationen heranzukommen, hat mich interessiert. Auch ihre nicht lesbare Art anderen Menschen zu begegnen, birgt ein großes Geheimnis in sich, das natürlich viel Raum für die nächsten Folgen bereit hält. Und es macht einfach wahnsinnig viel Spaß mit Lars Kraume darüber zu phantasieren, wie es weiter geht. Die Figur weicht ja doch sehr ab von der Originalversion. Jedenfalls bin ich sehr glücklich bei dieser Reihe mit dabei sein zu können!

Die Fragen stellte Claudia Burau

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