Copyright: ZDF/Martin Rottenkolber
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Der Chef ist tot

Der Fernsehfilm der Woche

Petra Kleinert, Götz Schubert, Fritzi Haberlandt, Julia Hartmann und Lucas Prisor spielen die Hauptrollen in dem Krimi, den Markus Sehr nach dem Drehbuch von Stefan Rogall inszeniert hat: Der Zweigstellen-Chef eines Logistikunternehmens ist tot, und alle Angestellten hätten ein Mordmotiv. Als die unberechenbare Kommissarin Maxi Schweiger (Fritzi Haberlandt) ihre unkonventionellen Ermittlungen aufnimmt, sorgt sie mit ihren provozierenden Fragen dafür, dass bestehende Allianzen in der Firma zerbrechen und neue Freundschaften geschlossen werden.

  • ZDF, Montag, 22. Mai 2017, 20.15 Uhr

Texte

Stab, die Rollen und ihre Darsteller, Inhalt

Stab:

Drehbuch     Stefan Rogall
RegieMarkus Sehr
KameraStephan Schuh
SchnittRenata Salazar-Ivancan
LichtMichael Koschorreck
Ton Bernd Hackmann
Szenenbild  Katja Schlömer
KostümElisabeth Schelte
ProducerinNina Altrogge
Produktion Zieglerfilm Köln GmbH
Produzenten Elke Ried, Thorsten Flassnöcker
Redaktion  Martin R. Neumann

                                                                   

Die Rollen und ihre Darsteller:

Doris Meller     Petra Kleinert
Michael Baumgartner   Götz Schubert
Maxi Schweiger  
Fritzi Haberlandt
Gesa Porizkova Julia Hartmann
Sören Koperski Lucas Prisor
Benno Wengerich  Daniel Christensen
Peer Althoff
Guido Lambrecht
Ellen Baumgartner   
Regine Schroeder
Bodo Wehner Rudolf Kowalski

                                         

Inhalt:

Für die Mitarbeiter der Zweigstelle eines Logistikunternehmens fängt der Arbeitstag mit einem Paukenschlag an: Ihr Chef ist tot. Erst einen Tag zuvor hatte Peer Althoff verkündet, dass auf Geheiß der Zentrale eine Stelle eingespart werden muss. Er wollte aber jedem Mitarbeiter die Chance geben, sich durch entsprechendes Engagement bis zum Ende der Woche zu beweisen und so den eigenen Arbeitsplatz zu sichern.

Was Althoff als menschliche Form der Auslese ansieht, empfinden seine Mitarbeiter als zynisches Schaulaufen. Doris Meller, die abgeklärte Dienstälteste, verkündet sofort, dass sie dieses Spielchen nicht mitspielen wird. Michael Baumgartner, der im Privatleben bereits darum kämpft, dass seine Frau ihm nicht die Ehe kündigt, macht sich hingegen große Sorgen – schließlich verbindet ihn eine langjährige Feindschaft mit Althoff. Allerdings könnte der sich auch dazu entschließen, Sören Koperski zu kündigen, um so die sexy Angestellte Gesa Porizkova ohne Konkurrenz umgarnen zu können. Und Außenseiter Benno Wengerich empfiehlt sich wiederum durch seine latente Gewaltbereitschaft als Kündigungskandidat.

Klar ist: Alle Angestellten hatten ein Mordmotiv. Als die unberechenbare Kommissarin Maxi Schweiger ihre unkonventionellen Ermittlungen aufnimmt, sorgen ihre provozierenden Fragen erst recht dafür, dass bestehende Allianzen zerbrechen und neue Freundschaften geschlossen werden.

Interview mit Petra Kleinert (Rolle: Doris Meller)

Frau Kleinert, was hat Ihre Figur Doris Meller als Dienstälteste den anderen Mitarbeitern voraus?

Doris Meller ist die graue Eminenz der Firma, sie ist am längsten da, kennt sowohl Interna als auch alle Mitarbeiter und Strukturen gut.

Sie scheint die Einzige zu sein, die der Kommissarin die Stirn bietet und auf Augenhöhe agiert. Fühlt Sie sich Maxi Schweiger überlegen?

Ein wenig, ja. Sie findet Gefallen am Katz-und-Maus-Spiel, eine schöne Abwechslung in ihrem eigenen tristen Leben. Und sie hat nichts zu verlieren.

Doris Meller strahlt von allen Mitarbeitern am meisten Souveränität aus, wie sieht es in ihr aus?

Sie ist nach außen abgeklärt, aber sie sehnt sich, wie alle Menschen, nach Zuwendung. Verliebt in einen Kollegen, geschieden, die Kinder, die selbst am 50. der Mutter ihr eigenes Leben leben …

Im Verhör beschreibt Doris Meller den verstorbenen Chef als "Allround-Arschloch" – was macht für Sie ein solches aus?

Arroganz, Feigheit, Desinteresse an anderen Menschen, Selbstüberschätzung.

Das Interview führte Karoline van Baars.

Interview mit Götz Schubert (Rolle: Michael Baumgartner)

Vor Jahren ist Peer Althoff an Michael vorbeigezogen und Chef geworden. Was hat das mit Michael gemacht?

Michael ist im dramaturgischen Sinn ein klassischer Verlierer – wie beispielsweise in der Weltliteratur "Jago", und wozu der fähig ist, wissen wir. Meine Figur ist davon überzeugt, dass wenn er sich immer an die Regeln hält, eifrig Dienst nach Vorschrift leistet und die eigenen Ansprüche zurückstellt, dass das unweigerlich zu seinem Erfolg führt und er nur so weiter kommt – falsch gedacht. Gott sei Dank besitzt Michael nicht die kriminelle Energie eines "Jago", aber verletzt, enttäuscht, frustriert, unzufrieden ist auch er. Zudem kämpft er auch in seinem Privatleben um Bestätigung, besser gesagt um Erhaltung des Bestehenden, aber auch da bedient er sich unpassender Mittel, und der Erfolg bleibt aus. Wenn aber der Bogen überspannt wird, dann gehen auch mit Michael Baumgartner irgendwann die Pferde durch, und dann ist Vorsicht geboten.

Michael scheint nicht zu bemerken, dass Doris Meller in ihn verliebt ist, genauso wenig merkt er, dass seine Ehe vorbei ist. Wie würden Sie sein Verhältnis zu Frauen beschreiben?

Michael rafft so einiges nicht in seinem Leben: weder, dass sein Sohn älter geworden ist, noch, dass sich mit einer Gehaltserhöhung keine Ehe retten lässt oder dass er sich zum Chef überhaupt nicht eignet. Er müsste erstmal mit sich selbst klarkommen, zu sich finden, um anderen Beachtung schenken zu können und selbst beachtet zu werden. Insofern ist sein Verhältnis zu Frauen schlichtweg genauso gestört wie jede andere – wie auch immer geartete – Beziehung zu der Welt um ihn herum.

In einer Szene sagt Michael: "Es gibt so viele Wünsche, meistens traut man sich nicht, sie sich zu erfüllen" – welches sind die größten Wünsche, die Sie sich noch erfüllen wollen?

... aber mich nicht traue? Fallschirmspringen zum Beispiel. Konzerte geben, wochenlang Nichtstun oder ins All fliegen ... solche Sachen halt.

Das Interview führte Karoline van Baars.

Interview mit Fritzi Haberlandt (Rolle: Maxi Schweiger)

Die Kommissarin Maxi Schweiger ist alles andere als die typische Kripo-Beamtin.

Maxi Schweiger liebt ihren Beruf und ist begeistert, hier ihren ersten richtigen Mordfall lösen zu dürfen. Daher macht sie sich mit bester Laune und voller Tatendrang an die Arbeit. Dass sie sich dabei komplett verrennt, ignoriert sie fröhlich.

Als Zuschauer möchte man ständig wissen, was Maxi Schweiger gerade denkt. Nimmt sie die Verdächtigen überhaupt ernst?

Sie nimmt sie auf jeden Fall ernst. Aber die Freude am Beruf und an diesem kniffligen Fall lässt die Verdächtigen in Maxis Augen eher zu Spielfiguren für ihr Krimifieber werden.

Welche Rolle spielt der Notizblock, den sie immer bei sich trägt?

Oh, das hat sie gelernt, da weiß sie Bescheid: immer alles aufschreiben, jedes Detail. Kann später enorm wichtig sein.

Maxi Schweiger trägt das Herz auf der Zunge und verblüfft ihr Gegenüber immer wieder mit spontanen Bemerkungen wie zum Beispiel "Wäre es anders gewesen, gäbe es jetzt einen Satz heiße Ohren“. Sind Sie persönlich auch so direkt?

Nur in Situationen, in denen ich mich sehr wohl fühle, mit Menschen, die ich sehr gut kenne. Umso größer war mein Spaß, diese Figur zu spielen. Da konnte ich viel gewitzter sein, als ich es eigentlich bin.

Welche Stellung hat Maxi Schweiger innerhalb ihres eigenen Kommissariats: Ist sie eine ernstzunehmende Kollegin oder eher ein Sonderling?

Um in der Rolle zu bleiben: Sie wird leider immer noch mächtig unterschätzt!

Mögen Sie überhaupt Erdbeer-Smoothies?

Es gibt Schlimmeres: Cola oder Roiboos-Tee zum Beispiel.

Gab es Szenen, bei denen es Ihnen schwerfiel, ernst zu bleiben?

Da ich generell leicht zum Lachen gebracht werden kann, musste natürlich auch hier der Dreh öfter unterbrochen werden. Am Schlimmsten war es bei dem Verhör mit Sören Koperski. Wenn man da ganz genau hinschaut, dann sieht man die Schauspielerin vor Lachen unterm Tisch liegen.

Das Interview führte Karoline van Baars.

Interview mit Julia Hartmann (Rolle: Gesa Porizkova)

Bitte beschreiben Sie kurz die beste und die schlechteste Eigenschaft von Gesa.

Gesas beste Eigenschaft ist ihre Emotionalität, sie lebt ihre Gefühle meist 1:1 aus, dadurch wirkt sie oft naiv oder berechnend. Ihre schlechteste Eigenschaft ist ihr Minderwertigkeitskomplex, sie fürchtet um ihren Arbeitsplatz, hat Existenzängste und glaubt, nur mit ihren weiblichen Reizen noch eine Chance im Büro zu haben.

Man hat nicht den Eindruck, dass Sören Gesas große Liebe ist. Warum ist sie dann überhaupt mit ihm zusammen?

Ich glaube, Gesa sehnt sich nach Geborgenheit. Mit Sören ist es schön, sie mag ihn, schläft und streitet gerne mit ihm, aber liebt ihn nicht wirklich. Sie ist zu feige, um die Beziehung zu beenden und hofft, dass die großen Gefühle noch entstehen.

Welche Gefühle ruft bei Ihnen die Vorstellung hervor, in einem Betriebsklima wie bei "Heiterer Logistik" arbeiten zu müssen?

Oh, das könnte ich wahrscheinlich nicht lange aushalten, es würde mir die Kehle zuschnüren. Immer brav sein, um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren, und dem Chef gefallen müssen, obwohl ich ihn vielleicht nicht mal wirklich mag. Bei dem Gedanken bekomme ich sofort ein Stechen im Bauch.

Das Interview führte Karoline van Baars.

Interview mit Lucas Prisor (Rolle: Sören Koperski)

Was für ein Typ Mann ist Sören Koperski?

Ein weicher, eher introvertierter, genügsamer Mensch, der gerne größere Konflikte meidet und sehr ehrlich mit seinen Mitmenschen, Freunden und Kollegen ist. Diese "ruhige" Art kann aber auch mal aus der Bahn geschmissen werden, wenn es auf existenzielle Dinge ankommt ( in der Beziehung oder im Job).

In einer Szene fragt Gesa rein hypothetisch, ob eine Vergewaltigung Grund genug für Sören gewesen wäre, den Chef zu töten, was dieser nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten kann. Was sagt das über die Beziehung aus?

Gesa will provozieren und stellt eine Fangfrage, verheddert sich mit seinen Antworten. Ob selbst eine Vergewaltigung Grund zum Töten ist, sieht man dann am Ende des Films.Für die Beziehung könnten diese Fragen und Antworten "naive, oberflächliche beziehungsweise übertriebene" Erwartungen an den Partner widerspiegeln.

Möchten Sie jemanden wie Sören zum Freund haben?

Jede Figur aus dem Film hat sowohl positive wie negative Eigenschaften, welche besonders nach dem internen Vorfall klar werden. Man lernt Seiten kennen, die man vielleicht nicht per se mag, die aber zu jedem dazugehören. Sören wie die anderen haben Persönlichkeiten, die man mögen kann, auch vielleicht als Freund. Seine an sich liebe Art mag ich persönlich gern, in wieweit seine Eifersucht einer Freundschaft entgegentreten würde, müsste ich selber erfahren. Nur bin ich ein Mann und habe die Rolle selber gespielt, also werde ich es leider nie herausfinden, wie es ist, mit mir befreundet zu sein.

Das Interview führte Karoline van Baars.

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