Copyright: ZDF/Oliver Vaccaro
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Der Kommissar und das Kind

Der Fernsehfilm der Woche

Als Fernsehmoderatorin Caroline Schäfer (Anja Kling) abends ins Kinderzimmer ihrer
zweijährigen Tochter schleicht, um einen Blick auf ihr "schlafendes Engelchen" zu werfen, ist das Bettchen leer! Nur eine fremde Puppe liegt da – alles deutet auf eine Entführung hin. Für Hauptkommissar Martin Brühl (Roeland Wiesnekker) beginnt ein Albtraum, den er bereits Jahre zuvor durchleben musste.

  • ZDF, Montag, 20. November 2017, 20.15 Uhr

    Texte

    Stab und Besetzung

    Montag, 20. November 2017, 20.15 Uhr
    Der Kommissar und das Kind
    Thriller

    Stab:

    Buch_____Christoph Darnstädt, Annette Simon
    Regie_____Andreas Senn
    Kamera_____Markus Hausen
    Musik Florian_____Tessloff
    Schnitt_____Melanie Margalith
    Szenenbild_____Anke Osterloh
    Produktion_____good friends Filmproduktion
    Produzent_____Moritz von der Groeben
    Redaktion_____Daniel Blum
    Länge_____89 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller:

    Martin Brühl_____Roeland Wiesnekker
    Susanne Koch_____Meike Droste
    Caroline Schäfer_____Anja Kling
    Till Schäfer_____Magnus Krepper
    Anne Roth_____Silke Bodenbender
    Janosch Frings_____Dario Prodoehl
    Eli Wiesner_____Marc Ben Puch
    Frauke_____Sarah Fazilat
    Ines Piakowski_____Almut Zilcher
    Mattuschek_____Michael Schenk
    und andere

    Inhalt

    Ein Villenwohnviertel am bewaldeten Rand von Berlin. Eingemummelte Kinder und Eltern ziehen singend mit ihren Laternen durch den eiskalten Novemberabend: Laternenumzug. Der neunjährige Janosch aus der Nachbarschaft kennt alle – bis auf eine junge seltsame Frau, die etwas abseits vom Gedränge einen Buggy schiebt. Das dick eingepackte Kind darin hat die Mütze über die Augen gezogen. Als Janosch die Mütze lupft, ist er irritiert: Das Kind ist eine Puppe!
    Als Janosch längst schläft und die Laternen in den Vorgärten liegen, sitzen Fernsehmoderatorin Caroline Schäfer und ihr Mann Till mit Gästen beim Abendessen in ihrer Villa am See. Für Caroline ist es der erste Abend mit Freunden seit der Geburt ihrer Tochter Paulina vor knapp zwei Jahren. Erst seit kurzem schläft Paulina durch, endlich. Als Caroline mit ihren Freundinnen ins Kinderzimmer schleicht, um einen Blick auf das "schlafende Engelchen" zu werfen, ist das Kinderbett leer. Statt Paulina liegt eine fremde Puppe im Bett.
    Die umliegenden Straßen und Waldstücke werden noch in derselben Nacht durchkämmt. Polizeiboote und Taucher suchen die dunklen Gewässer um das Ufergrundstück der Schäfers ab. Routine, denn es scheint ausgeschlossen, dass Paulina mit knapp zwei Jahren das Haus selbst verlassen hat. LKA-Psychologin Susanne Koch sieht die berufliche und private Überlastung der prominenten Fernsehmoderatorin als möglichen Hintergrund für die Entführung. Denn es gibt einige, die Caroline für eine schlechte Mutter halten – womöglich auch ihr Mann Till? Der leitende Ermittler Martin Brühl glaubt eher daran, dass das Promikind gekidnappt wurde und erwartet eine Lösegeldforderung. Er sieht Parallelen zum Entführungsfall Michel vor zwei Jahren, bei dem ebenfalls ein Kind aus dem Bett verschwand.
    Zwischen dem hochsensiblen Martin und der pragmatischen Susanne, die privat schon länger liiert sind, entwickelt sich ein latenter Wettstreit – zumal Martin argwöhnt, dass Susanne nicht nur auf den Fall, sondern auch auf ihn "angesetzt" ist. Seit dem Fall Michel leidet er unter massiven Schlafproblemen und Schuldkomplexen. Das Kind wurde bis heute nicht gefunden. Susanne weiß als Einzige, dass Martin regelmäßig starke Psychopharmaka schluckt. Ist es zu riskant, diesen labilen Ermittler auf einen so ähnlichen Fall zu setzen?
    Dann geht tatsächlich doch noch eine Lösegeldforderung ein und Martin hält es für wahrscheinlich, dass es sich um denselben Kidnapper handelt wie damals. Zu Susannes Entsetzen begeht Martin auch denselben Fehler: Er verspricht der Mutter, ihr Kind wiederzubringen.
    Martin, der nun schlaflos von Spur zu Spur, von Widerspruch zu Widerspruch hetzt, droht sich endgültig in dem Fall zu verlieren. Als dann auch noch Nachbarsjunge Janosch spurlos verschwindet, scheint die Situation auf eine Katastrophe zuzusteuern.

    Statements der Schauspieler
    Roeland Wiesnekker, Anja Kling, Silke Bodenbender

    Roeland Wiesnekker (Rolle: Martin Brühl)

    … über seine Filmfigur:
    "Seine Hartnäckigkeit und Sturheit sind gleichzeitig seine stärkste und schwächste Charaktereigenschaft. Der zurückliegende Fall lag in seiner Verantwortung. Das Gefühl, etwas übersehen zu haben, einen Fehler gemacht, versagt zu haben, das raubt ihm sprichwörtlich den Schlaf."

    Anja Kling (Rolle: Caroline Schäfer)

    … über die innere Zerrissenheit der Mutter Caroline Schäfer:
    "Caroline ist eine gehetzte Person. Sie möchte allen und jedem gerecht werden. Erfolg im Job, ein Kind großziehen, Zeit für Familie und Freunde. Und da sie feststellen muss, dass sie alles ein bisschen schafft, aber nicht ganz, ist sie ein von Schuldgefühlen getriebener Mensch, der die innere Ruhe und Sicherheit komplett verloren hat. Dazu ist die Ehe der Schäfers nicht gerade von Wärme und Schutz geprägt. Ihr Mann gibt seiner Frau indirekt einen Teil der Schuld an der Entführung des Kindes: Es ist für ihn der Preis ihres "In-der-Öffentlichkeit-Stehens". Aber ihr Mann hat genau wie sie, wenig Zeit für das gemeinsame Kind. Und dennoch gilt er als Vorzeige-Papa, wenn er sich dann mal kümmert. Für eine Frau hingegen hat das selbstverständlich zu sein. Diese Meinung gibt es heute tatsächlich noch."

    … darüber, wie man als Prominenter seine Familie schützen muss:
    "Jeder muss für sich entscheiden, wieviel er von sich und seiner Familie preisgeben will. Sicherlich ist die Angriffsfläche größer, wenn man sein Leben transparent macht. Ich selbst verstecke meine Familie nicht, gehe aber davon aus, dass meine Mitmenschen meine Privatsphäre genauso respektieren, wie ihre eigene."

    Silke Bodenbender (Rolle: Anne Roth)

    … über das Unrechtsbewusstsein der Figur Anne:
    "Das Interessante an der Figur war für mich, dass ihr Bewusstsein für Recht und Unrecht nicht eindeutig definiert ist. Anne befindet sich in so tiefer Trauer, dass der Übergang von einer normalen Wahrnehmung der Wirklichkeit in einen pathologischen Zustand der Verdrängung fließend ist. Sie scheint ein Gefühl für ihr Fehlverhalten zu haben und auch eine Bedrohung sofort zu erkennen. Aber das Glück, welches sie in der Zweisamkeit mit dem Kind empfindet, lässt sie immer tiefer in ihre eigene Wirklichkeit rutschen, die sie gegen Eindringlinge verteidigen muss. In diesen Momenten leidet sie sicher an Realitätsverlust und ist sich ihrer Tat nicht wirklich bewusst."

    … über besondere Erinnerungen an den Dreh:
    "Eine der schönsten Herausforderungen war das spontane Spiel mit den Kindern. Bei so kleinen Kindern weiß man nie, ob sie mitmachen, man kann auch nicht an einzelnen Sätzen hängen, es ist eher ein Jonglieren in der jeweiligen Situation und das macht Freude. Es war eine wirklich schöne Erfahrung, gerade weil Andreas Senn mir diese Ruhe und Sicherheit und damit große Spielfreude geschenkt hat."

    Meike Droste (Rolle: Susanne Koch)

    … über das Verhältnis der Figuren Martin Brühl und Susanne Koch:
    "Sie liebt sein Geheimnis. Seine Männlichkeit. Seinen Ehrgeiz. Susanne hat kein Problem damit, mit ihrem Kollegen auch liiert zu sein. Für sie verläuft diese Grenze fließend, ohne Schwierigkeiten. Vielmehr findet sie es überflüssig und kindisch, dass Martin mit dieser Situation 'Kollege und Lover' ein Problem zu haben scheint."

    … darüber, wie man als Prominenter seine Familie schützen muss:
    "Es gibt so viele unterschiedliche Menschen auf der Welt mit so vielen unterschiedlichen Bedürfnissen – da kann und möchte ich kein Urteil abgeben. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, was es bedeutet, seine Privatsphäre nicht zu schützen sondern nach außen zu tragen. Ich persönlich mache das nicht."

    Zusammengetragen von Karoline van Baars

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