Der Kriminalist

Sieben neue Folgen

"Der Kriminalist" geht ins 10. Jahr!
Seit 2006 ermittelt Christian Berkel als Berliner Hauptkommissar Bruno Schumann für den erfolgreichen ZDF-Krimi. Er ist Viktimologe und sucht über das Schicksal des Opfers den Weg zum Täter. Unterstützt wird er von der jungen Kommissarin Esther Rubens (Anna Blomeier) und dem Kriminalbeamten Max Winter (Janek Rieke), der in der zweiten Folge von Kommissar Jan Michalski (Timo Jacobs) abgelöst wird.

  • ZDF, Ab Freitag, 2. September 2016, immer freitags, 20.15 Uhr

    Texte

    10 Jahre "Der Kriminalist" von Redakteurin Jutta Kämmerer

    Ein neuer ZDF-Freitagskrimi startete im Spätherbst 2006 und geht nun, 10 Jahre und mehr als 80 Folgen später, erneut auf Sendung mit sieben neuen Folgen. Mitten in den Dreharbeiten der 11. Staffel und schon an der Bucharbeit für die 12. Staffel wollen wir uns – und Sie! – gerne an gut zehn Jahre, an zehn gute Jahre, "Der Kriminalist" erinnern.

    Waren wir uns "damals" unserer Sache sicher? Konnten wir uns des andauernden und wachsenden Zuspruchs eines "verwöhnten" ZDF-Krimi-Publikums gewiss sein? Was wir einschätzen konnten, worauf wir sehr bald schon während der Entwicklung selbstbewusst setzten, waren die Originalität des Formats und die Attraktivität des Protagonisten. Das galt für die Figur des viktimologisch agierenden Kriminalisten gleichermaßen wie für ihren Darsteller, den Schauspieler Christian Berkel. Wir wussten: Das ist die ideale Paarung.

    Ein Berliner Hauptkommissar des LKA also, der ganz ungewohnt an die Sache herangeht, der als Viktimologe, wie es manchmal scheint, das Pferd von hinten aufzäumt. Denn anders als ein Profiler, dessen Blick auf die Tat und die Motivation des Mörders gerichtet ist, beschäftigt sich der Viktimologe zunächst ausschließlich mit den ursächlichen Zusammenhängen aus der Welt des Opfers. Das war und ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung für unsere Autoren. Denn für sie bedeutet das: Die spannendste Figur ihrer Geschichte muss geopfert werden und das gleich zu Beginn des Films. Wie aber wird diese dann für die Zuschauer erfahrbar? Durch Bruno Schumanns spezielle Methode! Er versteht es, durch die ihm eigene Empathie und sein Vertrauen in die eigene Intuition, den Menschen, der durch ein Verbrechen zu Tode gekommen ist, in seiner Vorstellung wieder "aufleben" zu lassen. Durch diese Schumann-Perspektive, die der Film im weiteren Verlauf nie verlässt, erfährt der Zuschauer eine jeweils fesselnde Geschichte. Und es ist nicht die Geschichte des Täters, sondern es ist die Geschichte und es bleibt das Drama des Opfers. Angesichts unserer weit verbreiteten täterorientierten gesellschaftlichen und medialen Wahrnehmung sind wir darauf im Übrigen auch richtig stolz!

    Inzwischen können sich die Zuschauer seit 10 Jahren darauf verlassen, dass sie einen themenorientierten, intensiven, emotionalen und nachwirkenden Krimi zu sehen bekommen. Dafür stehen auch unsere Regisseure, die allesamt Kreativität und Stilsicherheit mitbringen. Ihre jeweilige Handschrift bricht sich Bahn in der eigenen Tonalität eines jeden Films, denn die überrascht stets aufs Neue, da sie sich konsequent aus dem speziellen Drama ableitet. Zu unseren Stammregisseuren zählen der erfahrene Grimme-Preisträger Christian Görlitz mit seinem feinen Gespür für die Figurenpsychologie oder der sehr visuell arbeitende Regisseur Filippos Tsitos. Daneben engagieren wir auch gerne Nachwuchs-Regietalente wie zuletzt Stephan Lacant ("Freier Fall") oder aktuell Theresa von Eltz, die gerade für ihr Spielfilmdebüt "4 Könige" mit vielen Preisen, u.a. der LOLA in Bronze, ausgezeichnet wurde.

    Neben all dem Guten und Geglückten hatten wir leider auch einen sehr traurigen Schicksalsschlag zu verkraften. Der wunderbare und so besondere Schauspieler Frank Giering, der von Beginn an dem Kriminalisten als Henry Weber zur Seite stand, verstarb plötzlich, für uns alle unerwartet. In Folge 39 ("Tod eines Begleiters") wird Henry Weber beigesetzt – sein Herz hatte plötzlich aufgehört zu schlagen. Frank Giering bleibt in unserer Erinnerung und in unserem Herzen.

    Auf Frank Giering folgte Janek Rieke. Als Max Winter gehört er seither gemeinsam mit Anna Blomeier (seit 2013 in der Rolle Esther Rubens) zum Team des Kriminalisten. Susan Anbeh als Schumanns geliebte Gefährtin, Antonia Holfelder als Assistentin Inge Tschernay und Niels Nelleßen als Gerichtmediziner Dr. Timo Hildebrandt sind von der ersten Stunde an dabei.

    In der Auftaktfolge der neuen Staffel ("Asche zu Asche") verabschiedet sich nun Janek Rieke. Ihm folgt Schauspieler Timo Jacobs als neues Teammitglied Jan Michalski. Jan hat bei der Schutzpolizei gelernt und ist 15 Jahre lang Streife gefahren. Er brauchte Veränderung, zumal er es einfach satt hatte, weggeschickt zu werden, wenn es interessant wurde, nämlich immer dann, wenn der Kriminalist und seine Kollegen auftauchen.

    Last but not least – ein "Geschenk" gibt es auch zum 10-jährigen Jubiläum: Im Herbst diesen Jahres drehen wir zum ersten Mal den "Kriminalist" in Spielfilmlänge!

    Stab und durchgehende Besetzung

    Der Kriminalist
    Sieben neue Folgen, ab 2. September 2016, immer freitags 20.15 Uhr

    Stab
    Buch                                 Jens Urban,Daniel Schwarz, Thomas Schwebel
                                             Frank Koopmann, Jeanet Pfitzer, Georg Heinzen
                                             Christoph Busche, Poppy Bernstein, Michael Comtesse
    Regie                                Filippos Tsitos, Stephan Lacant
    Kamera                             Ralph Netzer, Jonas Schmager
    Schnitt                               Dimitris Peponis, Birgit Gasser
    Musik                                 Stefan Schulzki, Thomas Mehlhorn, Sergej Lubic
    Produktionsleitung            Nicole de Haas
    Herstellungsleitung           Thomas Höbbel
    Producerin                         Kathrin Tabler
    Produzentinnen                 Claudia Schneider, Katja Herzog
    Produktion                         Monaco Film
    Redaktion                          Jutta Kämmerer, Wolfgang Witt
    Länge:                               7x. 60 Min.

    Die durchgehenden Rollen und ihre Darsteller
    Hauptkommissar
    Bruno Schumann                Christian Berkel
    Kommissar Max Winter       Janek Rieke (bis 2.9.2016)
    Kommissarin
    Esther Rubens                     Anna Blomeier
    Kommissar Jan Michalski    Timo Jacobs (ab 9.9.2016)
    Kommissarin
    Inge Tschernay                      Antonia Holfelde
    Lara Solovjev                         Suzan Anbeh
    Polizeiarzt
    Dr. Hildebrandt                       Nils Nelleßen

    Sendetermine, Episodendarsteller, Inhalte

    Freitag, 2. September 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Asche zu Asche

    Buch:                                 Jens Urban
    Regie:                                Filippos Tsitos

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    Rüdiger Radczinsky          Torsten Michaelis
    Verena Radczinsky            Heike Hanold-Lynch
    Laurenz Steeger                Thomas Scharff
    Anton Winkler                     Patrick Heyn
    Herr Gabe                           Max Hopp
    u.a.

    In einem Waldstück am Rande Berlins machen Schumann und sein Team einen makabren Fund: In einem Lieferwagen befinden sich drei Leichen in Sperrholzsärgen und eine blutüberströmte junge Tote.
    Die ersten Ermittlungen ergeben, dass der Lieferwagen zu dem Berliner Bestattungsinstitut Radczinsky gehört. Für die drei Leichen liegen rechtmäßige Totenscheine vor, die eine natürliche Todesursache bestätigen. Die junge Frau jedoch wurde gewaltsam erschlagen.
    Die Leiche der jungen Frau wird schnell als die Tochter des Bestatters identifiziert: Jenny Radczinsky. Schumann überbringt den Eltern die Todesnachricht, die unterschiedlich aufgenommen wird. Der Vater ist entsetzt, die Mutter reagiert ablehnend. Sie ist psychisch krank und hat bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich. Aufgrund des schwierigen Verhältnisses zu ihrer Mutter ist Jenny in den Anbau des Instituts gezogen, direkt über den Kühlraum.
    Als Hauptverdächtiger gerät der Angestellte des Bestattungsinstituts, Anton Winkler, ins Visier der Kommissare. Er sollte die Leichen im Lieferwagen am Morgen nach Polen ins Krematorium fahren. Außerdem scheint er noch in andere ominöse Machenschaften im Bestattungswesen verstrickt zu sein.
    Schumann ermittelt im Leben des Opfers und stellt fest, dass sich Jenny hingebungsvoll um die Angehörigen gekümmert hat. Sie hat versucht, ihnen einen versöhnlichen Abschied von ihren Verstorbenen zu bereiten. So hat sie zum Beispiel als Andenken Fotos der Toten gemacht oder die Angehörigen an Leichenwaschungen teilhaben lassen.
    Doch Jenny ist noch weiter gegangen: Mit einem der Angehörigen hatte sie sogar Sex, um ihn über den Tod seines Sohnes hinweg zu trösten. Jenny wurde von vielen Kunden mit Dankbarkeit überhäuft. Anderen bereitete Jennys ungezwungener Umgang mit dem Tod Probleme.

     

     

    Freitag, 9. September 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Ihr letzter Hit

    Buch:                                 Daniel Schwarz und Thomas Schwebel
    Regie:                                Stephan Lacant

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    X-it                                      Sergej Lubic
    Jörn "Jacky" Ender             Daniel Michel
    Verena                                Tinka Fürst
    Katharina Möbius               Julia Thurnau
    Mutter Nele                         Helene Grass
    u.a.

    Nele Schäfer wird tot in ihrer Wohnung in einer Plattenbausiedlung gefunden. Wie es scheint, hatte die junge Frau niemand vermisst, denn Nele ist bereits seit drei Monaten tot.
    Kein schöner Anblick für die Kommissare. Der Neue, Jan Michalski, hätte sich seinen ersten Arbeitstag im Team von Bruno Schumann anders vorgestellt. Der Ort des Geschehens wirft viele Fragen auf. Die Wohnungstür war von innen verriegelt, keinerlei Einbruchspuren.
    Was genau ist mit Nele Schäfer passiert? Die Todesursache führt zu ersten Ergebnissen. Nele ist an einer Hirnblutung gestorben. Nach dem tödlichen Schlag hat sie es noch bis nach Hause geschafft und ist dort ihren Verletzungen erlegen. Die Haare sind kurz, ihr Körper weist Kampfspuren auf, sie war stark durchtrainiert. Eine einsame Kämpferin, aber gegen wen oder was?
    Schumanns Ermittlungen führen ihn zu einer angesagten Plattenfirma. Nele hat als Songwriterin in der Rap-Musikszene gearbeitet. War früher sogar selbst Rapperin mit eigener Band. Die Plattenfirma hat Nele kurz vor ihrem Tod 50. 000€ überwiesen. Wegen des Erfolgs des Rappers X-it, meint die Label-Chefin, dessen Texte Nele geschrieben hat. Doch für Schumann, der die Songtexte von Nele genauer unter die Lupe nimmt, ergeben sich große Fragen. Neles poetische Texte von früher und die frauenverachtenden Macho-Texte von X-it passen nicht zusammen. Hat sich Nele für die Karriere und das große Geld verkauft? Ihr Ex-Freund und früherer Bandkollege Jacky ist dabei sowohl privat als auch musikalisch auf der Strecke geblieben. Er neigt zu Gewaltausbrüchen. Hat er Nele getötet aus Eifersucht und verletztem Stolz?
    Schumann taucht ein in Neles "Hood". Obwohl sie viel Geld auf dem Konto hatte, wohnte sie im Plattenbau. Aber Nele war nicht allein. Sie hatte eine fragwürdige Freundin, Verena. Mit ihr hat sie trainiert. Hat Verena ihr wirklich nur gezeigt wie man sich wehrt? Schumann begegnet einem Opfer, das hin- und hergerissen zwischen zwei Welten, zwischen Realness und Kommerz, irgendwann eine Entscheidung traf und sich radikalisierte.

     

     

    Freitag, 16. September 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Die Mensch-Maschine

    Buch:                                Frank Koopmann und Jeanet Pfitzer
    Regie:                               Stephan Lacant

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    Tanja Grotkamp                Birge Schade
    Deborah Nolte                  Sophie Pfenningstorf
    Ernst Grotkamp                Hans-Martin Stier
    Steffen Schmidt                Pit Bukowski
    Fin Grotkamp                    Willow Voges Fernandes
    u.a.

    Leo Grotkamp wird unweit eines Skateparks tot auf einer Industriebrache gefunden. Er hat Verbrennungen an den Unterarmen, die von einem tödlichen Stromschlag herrühren.
    Schumann und sein Team nehmen die Mord-Ermittlungen auf. Der Leichnam wirft große Fragen auf. An den Armen des Toten sind mehrere Erhöhungen zu erkennen, die auf undefinierbare Implantate hinweisen. Außerdem trug Leo ein hochmodernes Hörgerät.
    Der Gerichtsmediziner liefert erste Antworten. Im Körper des Toten befanden sich mehrere in Silikon gegossene technische Bauteile. Schumann wundert sich über die selbstgebaute Elektronik, die sich, wie es scheint, das Opfer selbst implantiert hat: ein Kompass im Arm, ein Magnet in der Fingerkuppe. Auch das Hörgerät scheint manipuliert worden zu sein. Es zeichnet seltsame Geräusche auf.
    Erste Antworten findet Schumann bei Leos Mutter, Tanja Grotkamp. Sie arbeitet in der Forschung im Familienunternehmen Grotkamp Medical und entwickelt Software für modernste Medizintechnik. Aus dem Hause Grotkamp stammt auch Leos Hörgerät. Mit Entsetzen muss Tanja feststellen, dass ihr Sohn das Betriebssystem gehackt und das Hörgerät modifiziert hat, so dass es elektromagnetische Felder hörbar macht. Leo ging es um eine Erweiterung der Sinne.
    Schumann taucht ein in das Leben des Opfers, das sich in der sogenannten Bio-Hacker-Szene abgespielt hat. Zusammen mit seiner Freundin Deborah, die einen Tattoo-Laden betreibt und selbst einige Implantate trägt, hatte Leo versucht, seinen Körper durch Technik weiter zu entwickeln. Er verspürte die Sehnsucht, die Defizite des menschlichen Körpers zu überwinden, ja den Körper ganz verlassen zu können. Woher kam diese Sehnsucht, die Leo zu solch Extremen antrieb? Leos Mutter, Tanja Grotkamp scheint keine Antwort zu haben. Doch Schumann vermutet mehr hinter der Familienfassade, denn auch Leos kleiner Bruder Fin ist empfänglich fürs Bio-Hacking. Deborah hingegen sieht Großkonzerne wie Grotkamp Medical als Bedrohung für die Weiterentwicklung der Menschheit und will den kommerziellen Datenkraken auf keinen Fall das Feld überlassen. Kam es zum Streit zwischen ihr und Leo?
    Auf den Spuren des Opfers trägt Schumann das modifizierte Hörgerät von Leo, um hören zu können, wie er. Was sich zunächst wie ein ohrenbetäubendes Chaos aus Frequenzen und Rauschen anhört, wird schließlich für Schumann zu einer heißen Spur.

     

     

    Freitag, 23. September 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Luna ist tot

    Buch:                               Georg Heinzen
    Regie:                              Filippos Tsitos

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    Tom Stein                         Hary Prinz
    Jan Berger                        Peter Schneider
    Anna Atmatova                 Henrike von Kuick
    Udo Müller                        Hans Uwe Bauer
    Luna Mars                        Denise Rech
    u.a.

    In einem angesagten Szeneclub Berlins wird Luna Mars erwürgt auf der Toilette gefunden. Die junge Frau trägt ein ausgefallenes Manga-Kostüm.  Bruno Schumann nimmt die Ermittlungen auf, die zunächst ergeben, dass Luna Mars nur der Künstlername der Toten war. Luna – eigentlich Melanie Müller – ist Performancekünstlerin. Als Manga Girl hätte sie am Abend eine Performance in dem Club gehabt.
    Schumann und sein Team tauchen ein in die Kunstwelt von Luna Mars: Sie war eigenwillig, provokant, selbstzerstörerisch, aber auch extrem erfolgreich. Ihre Performances haben für Aufsehen gesorgt. Luna hat sich in unkontrollierbare, nicht selten gefährliche Situationen begeben, indem sie sich den Zuschauern bewusst ausgeliefert hat. So wurde sie Meisterschülerin bei dem berühmten Künstler Tom Stein. Doch den Erfolg hat man Luna Mars nicht gegönnt. Anna Atmatova, die ihr Atelier neben Luna Mars‘ betreibt, behauptet, Luna hätte ihre Ideen geklaut.
    Im familiären Background der Toten versuchen die Kommissare Antworten zu finden für Lunas Radikalität. Sie hat alle Verbindungen zu ihrer Vergangenheit abgebrochen, sich als Kunstfigur neu erfunden mit einer ausgedachten Biografie. Lunas Vater leidet unter dem Bruch mit seiner Tochter. Er wurde vor Jahren von Lunas Mutter verlassen, nun auch von seiner Tochter.
    Schließlich stößt Schumann auf eine Skype-Adresse. Luna hat in Vorbereitung auf ihre Performance mit Menschen über Gewalt gesprochen. Jedoch nicht Luna selbst, sondern ein programmiertes Computerprogramm, das sich mittels eines Algorithmus individuell auf sein Gegenüber einstellt. Das gibt Schumann quasi die Möglichkeit mit der Toten zu kommunizieren und die begegnet ihm kompromisslos und äußerst provokant. Ist Luna Mars mit ihren Provokationen irgendwann zu weit gegangen?

     

     

    Freitag, 30. September 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Der Kämpfer

    Buch:                                Christoph Busche
    Regie:                               Filippos Tsitos

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    Bettina Winkler                 Maria Simon
    Adrian Kruse                    Sascha Alexander Geršak
    Amal Turan                       Ali Orcan
    Tobi Hauser                      Anton Hansen
    Markus Brenner                Markus Beyer
    u.a.

    An einer verlassenen Bushaltestelle, mitten in einem Industriegebiet wird die Leiche von Markus Brenner gefunden. Er wurde übel zugerichtet.
    Die Blessuren am Körper des Opfers stammen von harten Faustschlägen. Todesursache ist jedoch ein Schlag auf den Kopf mit einem stumpfen Gegenstand. Brenner war nicht sofort tot, sondern muss in die vereinsamte Bushaltestelle geflüchtet sein.
    Was hatte er in dieser Gegend zu suchen und wo befindet sich der eigentliche Tatort? Die Ermittlungen von Schumann und seinem Team ergeben zunächst: Brenner war Ex-Profiboxer und der Betreiber eines Boxclubs in Neukölln, dazu vorbestraft. War Brenner in kriminelle Machenschaften verstrickt? Andererseits hat er sich an einer Problemschule im Kiez engagiert und sozialschwache Jugendliche in seinem Boxclub trainiert. Die Vernehmungen von fünf Jugendlichen bringen jedoch wenig Ergebnisse. Alle fünf sind mehrfach straffällig geworden und besonders bei dem 16jährigen Amal und dem 17jährigen Tobi hat Schumann das Gefühl, dass ihm beide etwas verschweigen. Die Lehrerin der Jungs, Bettina Winkler, nimmt ihre Schüler in Schutz. Sie kämpft dafür, dass die Jungs eine Chance auf ein besseres Leben bekommen.
    Schließlich fällt Schumann mehrfach ein mysteriöser Motorradfahrer auf, der sich sowohl bei Brenners Boxclub, als auch in der Nähe des Leichen-Fundorts herumtreibt. Schumann nimmt dessen Spur auf und findet den Tatort: eine illegale Kampfarena für lebensgefährliche "Bare Nuckle Fights", Kämpfe mit bloßen <s>Fingern</s> Fäusten, ohne Boxhandschuhe. Im Rahmen eines solchen Kampfes ist Brenner zu Tode gekommen. Der ominöse Motorradfahrer, Adrian Kruse, entpuppt sich als der Organisator dieser illegalen Kämpfe.
    Schumann taucht ein in eine Welt aus Blut, Schweiß und Tränen, deren Faszination sich Brenner nicht entziehen konnte. Er war süchtig nach dem Kämpfen und wie es scheint, hat er seine Schützlinge Amal und Tobi in diese gefährliche Szene hineingebracht. Schumann ist hin- und hergerissen. War Brenner wirklich so verantwortungslos und hat ihm dies das Leben gekostet?

     

     

    Freitag, 7. Oktober 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Rabenmutter

    Buch:                                Poppy Bernstein
    Regie:                               Filippos Tsitos

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    Delali Soussou                 Dela Dabulamanzi
    Lars Riemann                   Tobias Oertel
    Markus Schmitt                 Frank Auerbach
    Juliane                               Annika Blendl
    u.a.

    Katja Stade wird erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie ist Mutter von zwei Kleinkindern. Gefunden hat sie die westafrikanische Kinderfrau Delali.
    Schumann und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Bei Delali handelt es sich um keine gewöhnliche Kinderfrau. Katja und Delali waren eng befreundet und lebten seit sich Katja von Lars Riemann, dem Vater der Kinder trennte, zusammen.
    Beide Frauen haben von dem ungewöhnlichen Familienmodell profitiert: Katja war beruflich sehr stark in einem Berliner Frauenhaus eingebunden, brauchte also dringend Unterstützung mit den Kindern und im Haushalt. Delali war eines der Opfer, die im Frauenhaus Schutz suchten. Die Arbeitsstelle bei Katja hat Delali die Perspektive gegeben, in Deutschland bleiben zu können.
    Doch diese Art der Familienorganisation warf auch Fragen und Kritik auf. War Katja eine Rabenmutter oder hat sie einfach nur die klassische Rolle des Mannes eingenommen? Schumann findet einen Drohbrief mit Foto in Katjas Post. Offenbar wurde Katja verfolgt und gestalkt. Im Frauenhaus war sie tagtäglich mit Opfern gewalttätiger Männer konfrontiert. Steckt einer dieser Männer dahinter? Immerhin hatte Katja gegen einige von diesen vor Gericht ausgesagt. Auch gegen Delalis Ex-Mann Markus Schmitt, der in den Fokus der Ermittlungen gerät. Er hat nach seiner Gefängnisstrafe alles verloren und bis heute Kontaktverbot zu Delali.
    Schließlich aber führt die Spur des Stalkings zu Lars Riemann. Unter dem Vorwand, die Umgangsregelung für die gemeinsamen Kindern anzufechten, hat er Katja regelrecht observiert und mit aggressiven SMS-Nachrichten, Briefen und Mails bombardiert. Damit gerät er unter dringenden Tatverdacht. Eine Entdeckung in Riemanns Überwachungs-Material von Katja führt Schumann letztlich auf die richtige Spur.
    Dieser Fall konfrontiert Schumann und sein Team mit einem gesellschaftlich relevanten und aktuellen Thema, dem sich die Ermittler auch in einer persönlichen Auseinandersetzung nähern.

     

     

    Freitag, 14. Oktober 2016, 20.15 Uhr
    Der Kriminalist: Die zwei Tode des Igor Dovgal

    Buch:                               Michael Comtesse
    Regie:                              Filippos Tsitos

    Die Episodenrollen und ihre Darsteller
    Lydia Dovgal                     Natalia Bobyleva
    Andreas Schlink               Peter Benedict
    Ahmed Shakiri                  Tamer Yigit
    Damian Kieslowski           Adam Markiewicz
    Frederike Schlink              Luise Wolfram
    u.a.

    Die Leiche des 15jährigen Jonas Schlink wird aus dem Landwehr-Kanal geborgen. Der Junge wurde erschlagen. Besonders auffällig sind drei große Muttermale auf seiner Brust.
    Schumann hat beim Anblick der Male eine unangenehme Assoziation. Ihn überfällt die Erinnerung an einen Fall, in dem er vor 16 Jahren ermittelt hat. Auch hier war das Opfer ein Jugendlicher, der tot im Landwehrkanal trieb. Er hieß Igor Dovgal.
    Igor Dovgal wurde mit drei Messerstichen in die Brust getötet. Die Anordnung der Stiche bei Igor und die der Muttermale bei Jonas sind nahezu identisch, wie Fotos aus der damaligen Ermittlungsakte beweisen.
    Schumann und sein Team sind verblüfft. Alles reiner Zufall? Jan Michalski verweist auf Theorien, die besagen, dass ausgeprägte Muttermale auf Verletzungen aus einem vorigen Leben hindeuten können. Spricht Jan da etwa von Wiedergeburt, Reinkarnation? Schumann will davon erst einmal nichts wissen.
    Doch was Schumann im Zimmer des Opfers findet, verstört ihn. Jonas hatte Informationen zum genauen Tathergang im Fall Igor. Er malte befremdende Bilder und sprach bereits als Kleinkind über den Mord an Igor. Jonas' Vater will davon nichts gewusst haben. Er schiebt die Seltsamkeiten seines Sohnes auf den frühen Verlust der Mutter und seine Überforderung als alleinerziehender Vater. Jonas' Halbschwester Frederike jedoch behauptet: Jonas war die Reinkarnation von Igor.
    Schumann versucht sich an die Fakten zu halten und den Weg zu beschreiten, den Jonas womöglich gegangen ist. Zunächst sucht Schumann Igors Mutter Lydia Huschwa auf. Die Frau hat den Tod ihres Sohnes nie verkraftet. Hat sich Jonas mit ihr in Verbindung gesetzt, Kontakt zu der Mutter aus dem früheren Leben gesucht? Lydia verneint, sie will nicht in alten Wunden stochern. Die Mörder von Igor konnten schließlich nie gefasst werden. Hat sich Jonas womöglich verantwortlich gefühlt, Igors Tod zu rächen? Schumann stattet den Tatverdächtigen von damals einen Besuch ab: Achmed Shakiri und Damian Kieslowski. Und tatsächlich, Jonas ist bei ihnen gewesen. Schumann muss erst den Fall Igor lösen, um Jonas' Mörder zu finden.

    "Mutig bleiben und den Weg kennen" von Produzentin Claudia Schneider

    "Der Kriminalist" ist mit einer visuellen und inhaltlichen Eigenständigkeit gestartet – damals vor 10 Jahren – zu einer Zeit, die sich bis heute rasant verändert und Großes im seriellen Fernsehen hervorgebracht hat. Gut für den "Kriminalisten"! War vor 10 Jahren innovatives Erzählen gewünscht, so ist es heute mehr denn je zu einer herausfordernden Notwendigkeit geworden. "Der Kriminalist" hält dafür alle Parameter bereit. Wir können mit der Figur Schumann den klassischen Whodunit überschreiten, die Genre-Vielfalt ausspielen und finden im Kontext internationalen, innovativen Erzählens statt. Christian Berkel ist unser Mann hierfür. Seine Interpretation des Viktimologen verleiht dem Format Individualität und charakterliche Authentizität. Schumann wendet eine spezifische Methodik an, um das größte Vergehen an einem Menschen, dessen Ermordung, aufzuklären. Er vermag eine Begegnung mit den Opfern herzustellen, er visualisiert für sich die Toten und entdeckt ihr bestgehütetes Geheimnis. Diese erfolgreiche, stark emotionalisierende  Erzählform des Genres Krimi kann man heute ebenso in international erfolgreichen Serien wie "The Returned" (Frankreich, 2012) oder "River" (BBC One, 2015) sehen. Mutig bleiben und den Weg kennen, die Mittel dafür haben, um die Vielfältigkeit und Stärke des Formats auf visueller und dramaturgischer Ebene einzubringen – das ist unsere Vision für die Zukunft. Augen auf! Es wird einiges passieren, die Hexenküche brodelt.

    Fragen an Christian Berkel (Hauptkommissar Bruno Schumann)

    Sie sind seit 10 Jahren "Der Kriminalist". Wie hat sich Ihre Figur seitdem weiterentwickelt?

    Das kann der Zuschauer sicher besser beantworten als ich. Die Veränderung lässt sich auch nicht in zwei bis drei Sätzen erklären. Die Figur verändert sich von Block zu Block, das hat natürlich mit den Regisseuren zu tun, die Schumann mit unterschiedlichen Augen sehen. Ich versuche, die Kontinuität beizubehalten, aber es macht mir auch großen Spaß, mich auf die jeweiligen Fantasien der Regisseure einzulassen. Ich denke, "Der Kriminalist" ist ein Regisseur-Format und ich als Schauspieler bin auf die Zusammenarbeit angewiesen.

    Hätten Sie vermutet, dass Sie 2016 immer noch den "Kriminalist" spielen?

    Nein, darüber habe ich 2006 nicht nachgedacht. Ich hatte einen Vertrag über ein Jahr mit der Option auf weitere zwei Jahre. Dass die Reihe so lange läuft, kam mir damals nicht in den Sinn.

    Was denken Sie, ist das Geheimnis, dass "Der Kriminalist" schon so lange erfolgreich läuft?

    Zum einen glaube ich, dass es eine eigene und eigenwillige Figur ist, die sich ihre Position in der deutschen Krimilandschaft erobern konnte. Bruno Schumann ist jemand, der stiller ist als viele andere TV-Kollegen: jemand, der aus Empathie, Fantasie und Perfektion handelt, bei dem sich Intuition und Analyse vermischt. Und wir haben bewusst auf jegliche Privatgeschichte verzichtet, das war von Anfang an so gewollt. Wir bleiben bei den Geschichten und den Figuren. Schumann lernt man am besten kennen, wenn man ihm bei der Arbeit zuschaut. Das war für mich der Reiz von Anfang an.

    "Der Kriminalist" spielt häufig an Berliner Brennpunkten. Wie erleben Sie als Berliner die Stadt? Was mögen Sie und was eher nicht?

    Vor allem habe ich die Stadt durch die Arbeit gut kennengelernt. Es gibt kaum einen Bezirk, in dem wir nicht gedreht haben. Ich glaube, das Spannende an der Stadt ist ihre Wandlungsfähigkeit. Wenn man sich die Geschichte von Berlin anguckt, dann ist die Stadt permanent im Werden. Sie gibt nie ein abgeschlossenes Bild wie Paris oder Rom ab. Zum einen ist sie sehr modern, zum anderen lässt sie alle Wunden und Risse des 20. Jahrhunderts erkennen. Die Stadt verändert sich ständig, sie kann sich nicht verstellen und gibt kein eindeutiges Bild von sich ab. Berlin ist schonungslos offen, kann unangenehm und hart sein, aber auch ganz zart und weich.

    Was wünschen Sie Bruno Schumann für die nächsten zehn Jahre?

    Ich bin nicht jemand, der in großen Perspektiven denkt. Ich wünsche Schumann für die nahe Zukunft weiter so viel Wahrheit, viele erfahrene, aber auch junge Regisseure, die dieses Format mitprägen werden. Und ich wünsche ihm vor allem ganz starke, autarke, intelligente und feinfühlige Autoren.

    Die Fragen stellte Rolf Grabner

    Interview mit Anna Blomeier (Kommissarin Esther Rubens)

    Sie gehören seit vier Jahren fest zum Team. Was ist für Sie das Besondere an "Der Kriminalist"?

    Für mich ist das Besondere diese Teamarbeit, die schon so lange besteht. Natürlich gibt es wechselnde Regisseure und Kameramänner, aber die "Grundfamilie" unterscheidet sich für mich von anderen Arbeiten am meisten. Es ist eine sehr schöne Zusammenarbeit.

    Was unterscheidet Sie als junge Ermittlerin vom "alten Hasen" Bruno Schumann?

    Er ist wie mein Zen-Meister, mein Vorgesetzter und Respektsperson. Er ist kompetent und Esther kann viel von ihm lernen. Früher war Esther fordernder und provokanter, aber inzwischen hat sie sich gut in sein Team eingefügt.

    Wie ist das Verhältnis von Esther Rubens zu ihrem Chef?

    Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, auch wenn sie anfangs immer etwas aufmüpfig war, blieb es auf Augenhöhe. Man findet sich kompetent in dem, was man tut. Das unterscheidet sich gar nicht so sehr zum privaten Verhältnis zu Christian. Wir haben einen großen Respekt füreinander und das fließt auch in die Rolle ein.

    Im Mittelpunkt der Krimireihe steht auch Berlin. Was verbinden Sie mit der Stadt?

    Berlin ist mein Zuhause, hier ist mein soziales Umfeld und ich fühle mich hier wohl. Ich sage immer, mein Zuhause ist da, wo mein Bett steht und das ist jetzt Berlin. Manchmal vermisse ich die Ruhe, denn die Stadt ist auch rummelig, laut und man findet selten einen Ort, wo man ungestört ist.

    Die Fragen stellte Rolf Grabner

    Interview mit Timo Jacobs (Kommissar Jan Michalski / Neu im Team)

    Sie sind der "Neue" im Team. Wie waren Ihre ersten Drehtage und wie sind Sie aufgenommen worden?

    Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und ich war auch sofort in der Rolle drin. Grundsätzlich ist die Stimmung im Team top. Und ich glaube, ich war allen gleich sympathisch, zumindest habe ich es so empfunden. Somit lief alles ohne Komplikationen.

    Was hat Sie gereizt, in dem Format mitzuspielen?

    Die Qualität des Formats, das sich von anderen Reihen unterscheidet. Hier geht man noch auf eine Entdeckungsreise, hat ein gutes Publikum und man bewegt sich auf qualitativ hohem Niveau. Es ist eine großartige Kommissaren-Rolle, die man ernst nimmt und die Spaß macht. Der Rest läuft von allein. Und für mich als Wahlberliner ist es jetzt ein Heimspiel.

    Was zeichnet den Ermittler Jan Michalski aus?

    Er ist sehr klar strukturiert, geht einfache Gedankengänge und ist nicht so verkopft. Er ist einer, der aus dem Bauch heraus seinem Gespür folgt. Der aber auch seine Rückschläge hat und daraus wieder neue Erfahrungen sammelt. Jan Michalski lernt aus der Praxis, nicht aus der Theorie. Er ist einer, der auch mal mit dem Kopf gegen die Wand rennt und dann merkt: Okay, man hätte auch vorher mal bremsen können.

    Was schätzen Sie besonders an der Arbeit mit den neuen Kollegen?

    Den lockeren Umgang miteinander. Man respektiert sich und hat viel Feingespür füreinander. Niemand zieht nur sein eigenes Ding durch. So macht es Spaß zu arbeiten, weil man sich gehört fühlt.

    Die Fragen stellte Rolf Grabner

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