Desire will set you free

Spielfilm - ZDF/ Das kleine Fernsehspiel

Der amerikanische Schriftsteller Ezra (Yony Leyser) lernt in Berlin den russischen Strichjungen Sasha (Tim-Fabian Hoffmann) kennen und lieben. Durch Ezra erfährt Sasha zwar mehr über  die hedonistische Queer- und Underground-Szene Berlins und auch über seine eigene sexuelle Orientierung, aber die emotionalen Erwartungen des Amerikaners kann er nicht erfüllen. Der Film basiert auf realen Biografien und erforscht Diskurse über sexuelle und geschlechtliche Identität auf kritische, aber auch humorvolle Weise.

  • ZDF, Montag, 7. November 2016, 00.30 Uhr

    Texte

    Stab

    Buch und RegieYony Leyser
    SchnittRob Myers
    KameraAli Olcay Gözkaya
    MusikJoey Hansom/Steve Morell
    TonAchim Burkart
    SounddesignDennis Beckmann
    ProduzentenPaula Alamillo Rodriguez und Sonja Klümper
    ProduktionAmard Bird Films /Desire Productions in Kooperation mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel, gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg, Rudolf Augstein Stiftung
    RedaktionLucia Haslauer (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
    Länge84 Min.

    Besetzung

    EzraYony Leyser
    SashaTim-Fabian Hoffmann
    CathrineChloé Griffin
    JayneAmber Benson
    OrakelNina Hagen
    Blixa BargeldBlixa Bargeld
    Ezras AgentRosa von Praunheim
    RummelsnuffRummelsnuff
    PeachesPeaches
    Punk Girl im ClubSookee
    und andere

    Inhalt

    Der junge amerikanische Autor Ezra verliebt sich in den russischen Strichjungen Sasha und führt ihn in die hedonistische Berliner Queer- und Underground-Szene ein. Durch Ezra lernt Sasha seine sexuelle Orientierung kennen, in kleinen Schritten nähert er sich seiner empfundenen Gender-Zugehörigkeit an. Ezra muss am Ende akzeptieren, dass er zwar Katalysator für Sashas Coming-Out war, der seine Liebe aber nicht erwidert.

    "Desire will set you free" erforscht aktuelle Diskurse über sexuelle und geschlechtliche Identität in einer kritischen, aber auch humorvollen Weise. Berlin war und ist gegenwärtig ein Epizentrum Europas für avantgardistische Kunst und unkonventionelle Lebensweisen, die in diesem Film lebensnah portraitiert werden.

    "Desire will set you free" beruht auf realen Biografien, unter anderem der des Regisseurs Yony Leyser, der gleichzeitig Autor und Hauptdarsteller ist. Der Film fühlt sich dabei in weiten Teilen wie ein Dokumentarfilm an: Viele Charaktere sind an konkrete Personen aus der Szene angelehnt, viele spielen sich selbst, wie zum Beispiel Peaches, Rummelsnuff oder Labana Babalon, aber auch Rosa von Praunheim und Nina Hagen sind in kleinen Rollen zu sehen. Es wurde fast ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht.

    Zitat aus Regiestatement von Yony Leyser

    Ich will den Menschen nicht zeigen, wie die Welt ist, ich will den Menschen zeigen, wie die Welt in all ihrer dreckigen, sexuellen, verrückten, überladenen und bunten Vielfalt sein kann.

    [...] Ich weiß, dass die Szene in Berlin, in die ich hineingeworfen wurde, einmalig ist. Sie bestand aus Sexclubs und Freudenhäusern, Partynächten und Drogen, sexueller Erschöpfung und Aktivismus. Kurz vor Dezember 2012, in dem Monat, in dem die Maya das Weltende prophezeiten, war ich in Aktivitäten der LGBT (englische Abkürzung für: Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender)-Bewegung involviert und arbeitete zusammen mit Queer-Leuten aus Russland. Einer der jungen Männer erzählte mir, dass er das Weltende gerne in Berlin erleben würde. Ich lud ihn ein, in meiner WG, die ich mit Queer-Künstlern teilte, zu wohnen.

    Er traf am 15. Dezember 2012 ein, sieben Tage vor dem geplanten Ende der Welt. Ich zeigte ihm mein Leben in Berlin. Er konnte kaum sprechen, beobachtete still und kritzelte in seiner freien Zeit nur in seine Tagebücher. Er war vollkommen überwältigt. Sechs Tage später, einen Tag vor dem Weltende, outete er sich mir als Transgender. Die Welt endete nicht, aber mein russischer Besuch erklärte mir all die Dinge, die sie in Berlin wahrgenommen hatte und zum ersten Mal sah ich mein Leben durch ihre Augen. Die Verrücktheit, der Hedonismus und die Disparität, ein Leben ohne Konsequenzen. Wir gingen zu einer Vorstellung des 1980er Kultfilms "Liquid Sky". In der nächsten Nacht fing ich an "Desire will set you free" zu schreiben. Sie erzählte mir später, dass es ihr die größte Ehre war, der Auslöser für den Film gewesen zu sein. […]

    (Übersetzt aus dem Englischen)

    Kurzbiografie von Yony Leyser

    Yony Leyser wurde in Chicago geboren, seine Mutter hat palästinensisch-iranische, sein Vater deutsch-jüdische Wurzeln. Nach seiner Studienzeit am California Institute of the Arts begann er seinen ersten Dokumentarfilm "William S Burroughs: A Man Within" zu drehen. Der Film lief auf über 60 Festivals und wurde von über 20 TV-Stationen weltweit übernommen. 2010 zog Leyser nach Berlin und drehte sein Fiction-Debut "Desire will set you free", für das er auch das Drehbuch schrieb.

    Preise und Auszeichungen

    Preis für den besten Soundtrack beim Chicago International Movie & Music Festival

    Festivals

    Filmfestival Max Ophüls Preis, Januar 2016 (Wettbewerb) Deutschland-Premiere

    Montreal World Film Festival, August 2015 – Welt-Premiere

    Istanbul Independent Film Festival, Februar 2016

    Chicago International Movie& Music Festival, April 2016

    Achtung Berlin Festival, April 2016

    TLV Film Festival Tel-Aviv, Juni 2016

    Cinedelphiafilmfestival Philadelphia, April 2016

    Transgender Film Festival Kiel, April 2016

    München LGBT Film Festival, April 2016

    Boston LGBT Film Festival, März – April 2016 u.v.m.

    Bildhinweis

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 7016100.

    Weitere Informationen

    Impressum