Deutschlands große Clans: Die Tchibo-Story

Vierteilige ZDFzeit-Doku-Reihe / 4

Hinter Tchibo steht die Familie Herz und die ist, wie schon Firmengründer Max Herz, bis heute eher medienscheu. Der Film erzählt vom erstaunlichen Aufstieg der Hamburger Kaffeerösterei in den Wirtschaftswunderjahren und von einer verwickelten Familiengeschichte. Den Autoren Christian Bock und Volker Wild ist es gelungen, unbekannte Aufnahmen aus dem Privat- und Firmenarchiv zusammenzutragen, die Einblicke in die Anfangsjahre des Unternehmens geben.

  • ZDF, Dienstag, 4. Oktober 2016, 20.15 Uhr

Texte

Die großen Unbekannten
von Stefan Brauburger, Leiter der ZDF-Zeitgeschichte

"Familienunternehmen erzielen Rekordumsatz", hieß es jüngst in den Medien. Die 50 größten deutschen Wirtschafts-Dynastien machten 2015 mehr als eine Billion Euro Umsatz. Großfirmen, die noch von Familien geführt werden, stehen auch im 21. Jahrhundert für ein Erfolgsmodell. Vor allem aber sind es die Gründerfiguren, die den Firmen ihren eigenen Stempel aufprägten. Ihr Unternehmergeist, ihre Eigenheiten und der unbedingte Wille, die Zügel in der Hand zu halten, führten ihre Marken zum Welterfolg.

Während viele Konzerne offenbar darunter leiden, dass hochbezahlte Manager kommen und gehen, setzen viele Unternehmer-Clans auf Tradition und Beständigkeit. "Es kann von Vorteil sein, wenn Managerfunktionen mit eigenem Personal bestückt werden können", meint der Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Abelshauser (Universität Bielefeld), " weil dann die Vertrauensbasis oder die Gleichheit der Interessen vorausgesetzt werden kann."

Was ist das Geheimnis dieser Familien? Wer steckt hinter den Marken? Ihre Produkte kennt fast jeder, seit Generationen begleiten sie unser tägliches Leben,  seien es der Tchibo-Kaffee, der Vanillepudding von Dr. Oetker, die Gummibärchen von Haribo oder Mode von C&A. Doch wer kennt die Männer und Frauen, die solche Unternehmen aus der Taufe gehoben haben oder heute lenken? Die meisten sind unbekannt. "In Amerika gibt es eine andere Haltung zur Öffentlichkeit. Man steht in ihrer Mitte, man stiftet, man spendet, will die Gesellschaft bewegen", sagen Wirtschaftshistoriker. In Deutschland findet all das mehr im Verborgenen statt. Reich zu sein, stößt auf mehr Kritik. Die meisten Unternehmer stellen ihr Vermögen nicht zur Schau, manche leben bewusst bescheiden, auch aus Überzeugung, aus Sparsamkeit. Es hat auch mit Vorsicht zu tun. Immer wieder wurden Angehörige großer Familienunternehmen Opfer von Entführungen, von krimineller Gewalt.

Die vier Firmen-Portraits sollen Einblicke geben, wer sich hinter den bekannten Markennamen verbirgt. Wie gelang es den Gründern, international operierende Wirtschaftsimperien aufzubauen? Welche Visionen, welche Schicksale, welche Leistungen waren der Schlüssel zum Erfolg? Welche persönlichen Opfer verlangte der Aufstieg seinen Protagonisten ab, welche Rückschläge waren zu verzeichnen? Dass die Sorge um das Wohlergehen der Firma oft mehr galt als die um das Schicksal von Familienangehörigen, gehört zu den Schattenseiten vieler Unternehmer-Stories.

Unsere vierteilige Doku-Reihe ist auch eine Zeitreise, die wir – nach dem Vorbild unserer erfolgreichen Dokumentation "Die Aldi-Story" (2014) gestalten – mit teils unbekannten Filmen aus Unternehmensarchiven, mit unverwechselbaren, oft amüsanten Werbespots, mit historischen Archivaufnahmen, szenischen Rekonstruktionen und modernen CGI (Computer Generated Imagery). Historiker, Wirtschaftsexperten und Journalisten ordnen die Geschichte der vier großen Clans ein. Mitglieder der Familien kommen zu Wort, enge Weggefährten, darunter prominente Zeitgenossen, Mitarbeiter und Ehemalige. Sie gewähren Einblicke hinter oft nur scheinbar makellose Fassaden von Unternehmen, die unser Land, unseren Alltag mit prägten und prägen, deren Erben auch künftig zeigen müssen, dass sie in der Lage sind, die Familientradition mit Erfolg weiterzuführen.

Sendetermine, Stab und Besetzung

Vier Folgen, ab Dienstag, 13. September 2016, jeweils dienstags, 20.15 Uhr
Deutschlands große Clans
ZDFzeit-Dokus über die Clans von Oetker, C&A, Haribo und Tchibo

Die Oetker-Story: Dienstag, 13. September, 20.15 Uhr
Die C&A-Story: Dienstag, 20. September, 20.15 Uhr
Die Haribo-Story: Dienstag, 27. September, 20.15 Uhr
Die Tchibo-Story: Dienstag, 4. Oktober, 20.15 Uhr

Stab:
Buch und Regie               Christian Bock, Annebeth Jacobsen, Jörg Müllner, Heike Nelsen-Minkenberg, Manfred Oldenburg,
                                         Volker Wild
Regie (Szene)                  Sebastian Dehnhardt
Kamera                            Jörg Adams, Alex Hein, Johannes Imdahl BVK, Torbjörn
                                         Karvang, Bartek Latosinski, Niklas Lindschau, Benedict
                                         Sicheneder, Johannes Straub, Klaus Sturm
Schnitt                               Markus Belde, Robert Handrick, Jan Richter, Julian Ringer,
                                         Ramin Sabeti, Bernhard Schulder, Patrick Sell, Florian Zimmermann
Grafik                               Jan Schulz, Picturelock
Szenenbild                       Eva Bertlings
Ausstattung                      Jörg Fahnenbruck
Kostümbild                       Elly Schelte
Maske                               Lisa Labusga
Produktionsleitung            Sascha Lienert (Februar Film), Ariane Metzner
                                         (Dehnhardt Film), Isa Rekkab (History Media), Isabell Weihing
                                         (BROADVIEW TV), Susanne Zimmermann (Eco Media),
                                         Carola Ulrich (ZDF)
Produzenten                    Sebastian Dehnhardt (Dehnhardt Film),
                                         Florian Hartung (Februar Film),
                                         Leopold Hoesch (BROADVIEW TV),
                                         Jörg Müllner (History Media),
                                         Thomas Schuhbauer (Eco Media)
Redaktion                         Anja Greulich, Stefan Mausbach
Leitung                             Stefan Brauburger

Besetzung:
Clemens Brenninkmeijer   Felix Lampert
August Brenninkmeijer      Nico Ehrenteit
Max Herz                           Ulrich Schmissat
Ingeburg Herz                    Annette Weitzmann
Carl Tchilinghiryan             Hans Holzbecher
Günter Herz                       Sebastian Schlemmer
Lina Oetker                        Janina Burgmer
August Oetker                    Frank Auerbach
Rudolf Oetker (Kind)          Luca Schöler
Rudolf-August Oetker        Nikolai Radke
Maja Oetker                       Carmen Montigel
Richard Oetker                  Tim-Fabian Hoffmann
Dieter Zlof                          Markus Kloster
Hans Riegel senior            Thomas Bastkowski
Gertrud Riegel                   Ulrike Röseberg
Hans Riegel junior             Ben Artmann
Paul Riegel                        Sergius Buckmeier

"Die Oetker-Story"

Dienstag, 13. September, 20.15 Uhr
Deutschlands große Clans: Die Oetker-Story
ZDFzeit-Doku von Heike Nelsen-Minkenberg

Backpulver und Pudding. Mehr als 90 Prozent der Deutschen bringen diese Produkte mit dem Namen Oetker in Verbindung. Dabei macht der Unternehmer-Clan sein Geld längst nicht mehr nur mit Backzutaten. Brauereien, Luxushotels und eine eigene Reederei spülen inzwischen mehr Gewinn in die Kassen von "Dr. Oetker" als die klassischen Produkte zum Kochen und Backen.
Die Oetker-Gruppe ist ein breit gefächerter Konzern mit über 400 Unternehmen und mehr als 25.000 Mitarbeitern weltweit. Das Privatvermögen der Oetkers wird auf vier Milliarden Euro geschätzt. Mit 125 Jahren Geschichte gehören die Oetkers zu den ältesten Industriellenfamilien Deutschlands, dabei sind die Gesichter der Unternehmer-Dynastie wenig bekannt. Das hat seinen Grund: Wie kaum ein anderer deutscher Clan haben die Oetkers viele Schicksalsschläge hinnehmen müssen und scheuen seither die Öffentlichkeit: Noch heute leidet Richard Oetker, der im Jahre 1976 entführt wurde, an den Folgen des Verbrechens. 
Bislang konnten alle Rückschläge dem Aufstieg des Bielefelder Familienunternehmens nichts anhaben: Der frühe Tod des einzigen Gründersohnes im Ersten Weltkrieg, mehrere Todesopfer in der Familie bei einem alliierten Luftangriff auf Bielefeld 1944. Allerdings ist der inzwischen weit verzweigte Clan heute zerstritten – wegen der Nachfolgeregelung. Droht Deutschlands bekannteste Wirtschaftsdynastie in der fünften Generation auseinander zu brechen?

Der Film erzählt die Familiengeschichte der Oetkers beginnend mit August Oetker, der als Gründerfigur das entscheidende Produkt entdeckt. Als gelernter Apotheker versucht er sein Glück zunächst mit dem Verkauf von Sommersprossensalbe, Warzentinktur und Porzellankitt, doch erst das Backpulver "zündet". Dabei hat August Oetker das weiße Triebmittel gar nicht selbst erfunden. Oetker aber perfektioniert das Pulver, füllt es in kleine Tütchen ab, versieht es mit einer Anleitung für die Hausfrau und schon ist das "Gelingprodukt" geboren. "Er hat es geschafft, ein ganzes Universum zu entwickeln und aufzubauen, so dass die Menschen am Ende gar nichts mehr anderes machen mussten als Dr. Oetker-Produkte zu kaufen, Dr. Oetker-Rezepte nachzukochen und in einer Dr. Oetker-Welt zu leben", meint der Werbeexperte Stefan Wegner.
Beinahe hätte der Erste Weltkrieg die Erfolgsgeschichte der Oetkers beendet: 1916 fällt der einzige Sohn des Gründers, Rudolf, bei Verdun; Vater August überlebt ihn nur um zwei Jahre. Dann stirbt auch er – aus Trauer um den geliebten Sohn, heißt es. Die Nachfolgefrage scheint unlösbar, bis Richard Kaselowsky auf den Plan tritt. Der Bielefelder Fabrikantensohn heiratet die Witwe seines Jugendfreundes Rudolf Oetker und wird Teilhaber der Firma. Seinem Ziehsohn Rudolf-August, 1916 geboren, will er ein florierendes Unternehmen hinterlassen. Geschickt führt er die Backmittel-Firma durch die Wirren der Weimarer Republik. In Hitlers Reich sucht Kaselowsky die Nähe zu den neuen Machthabern. Er dient sich SS-Chef Heinrich Himmler an und erkauft sich seine Gunst durch regelmäßige Geldspenden, wird Mitglied im "Freundeskreis Reichsführer SS". "Kaselwosky gilt als überzeugter Nationalsozialist. Das, was er tut, geschieht aus Überzeugung", sagt Historiker Prof. Jürgen Finger, der einer Forschergruppe angehörte, die Zugang zum Oetker-Archiv erhielt, um die Geschichte während des "Dritten Reiches" aufzuarbeiten. Im Film sind zum ersten Mal Tonaufnahmen einer Rede Kaselowskys zum 50jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1941 zu hören.
Drei Jahre später stirbt der Firmenteilhaber bei einem alliierten Bombenangriff auf Bielefeld, bei dem auch seine Frau Ida und die gemeinsamen Töchter ums Leben kommen. In der Dokumentation sind Originalaufnahmen aus einem Bielefelder Privatarchiv zu sehen, welche die Zerstörung der Oetker-Villa und anderer Häuser zeigen.
Erneut ist die Zukunft des Unternehmens Oetker ungewiss. Der junge Rudolf-August Oetker übernimmt nach dem Tod seines Ziehvaters die Firmenleitung  und bewährt sich. Rudolf-August wird zum zweiten Patriarchen. Er beschließt die Diversifizierung des Unternehmens, investiert ins Reederei- und Brauereigeschäft. Im Film erzählt Rudolf-Augusts ältester Sohn August Oetker über die schwierige Beziehung zum Vater, der den Bielefelder Konzern zum Global Player macht.
Denn so erfolgreich er das Unternehmen Oetker auch lenkt, so sehr leidet das Familienleben unter den Anstrengungen. Drei Ehefrauen Rudolf Augusts und acht Kinder lassen den Clan wachsen, die Nachfolgefrage wird damit immer komplizierter. Eigentlich soll nach dem Willen des Gründers der älteste Sohn bis zum 65. Lebensjahr das Schicksal der Firma bestimmen. So übernimmt August Oetker nach seinem Vater 1981 die Konzernleitung. Doch als er 2010 ausscheidet, streiten sich die Geschwister untereinander um die Führungsposition. Überraschend folgt ihm sein nur sechs Jahre jüngerer Bruder Richard nach, der 1976 brutal entführt und dabei schwer verletzt wurde. Noch im Jahr 2016 wird die Nachfolgefrage erneut aufflammen, wenn Richard Oetker zum Jahresende die Leitung abgibt.

Für die Dokumentation öffnete Oetker die Firmen- und Privat-Archive; der neue wie der alte Firmenchef (Richard und August Oetker) waren bereit, über die Geschichte ihres Clans zu sprechen. Dabei ist ein Film entstanden, der auch zeigt, wie schicksalhaft die Geschichte des großen Unternehmens mit der jüngsten deutschen Vergangenheit verknüpft ist. Eine bewegte und bewegende Familien-Saga, die noch nicht zu Ende geschrieben ist.

"Die C&A-Story"

Dienstag, 20. September, 20.15 Uhr
Deutschlands große Clans: Die C&A-Story
ZDFzeit-Doku von Manfred Oldenburg und Annebeth Jacobsen

Wenn ein Familienunternehmen die Bezeichnung "Clan" verdient, dann ist es C&A: Eine der größten und beliebtesten Kaufhaus-Ketten für Bekleidung ist im Besitz einer weit verzweigten Sippe, der über 500 Mitglieder angehören. Die Brenninkmeijers – so der Name der Großfamilie – zählen mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 25 Milliarden Euro zu den reichsten Familien Europas. Wie die meisten der Superreichen leben auch sie weitgehend zurückgezogen, scheuen die Öffentlichkeit und achten peinlichst genau darauf, dass ihr Name nicht allzu oft in der Presse erscheint. "Die Brenninkmeijers sind traditionell sehr, sehr verschlossen. Das Motto lautet: "Einigkeit macht stark und möglichst nichts der Öffentlichkeit zu erzählen", meint der Wirtschaftsjournalist Jens Bergmann, "da es sich aber um eine Marke handelt, die sehr präsent ist, die ja in fast jeder Stadt zu finden ist, ist das natürlich ein sehr interessantes Spannungsverhältnis".

Eine Herausforderung für die Autoren, denen es dennoch gelungen ist, Unbekanntes und Verblüffendes über den Clan ans Licht zu bringen: Die Familienmitglieder besitzen zwar einen niederländischen Pass, ihre Wurzeln aber liegen in Westfalen. Alle bekennen sich zum katholischen Glauben; die Unternehmensstruktur ist von außen kaum zu durchschauen. "Die Brenninkmeijers wirkten wie Männer ohne Gesicht, weil man immer nur von der Familie hörte, man hatte aber nie Einzelpersonen vor Augen", meint Bettina Weiguny, Autorin des Buchs "Die geheimnisvollen Herren von C&A". "Es war eine große Masse an Familienmitgliedern, die diesen Weltkonzern regierte, ohne dass man sagen konnte wer was machte. Das wirkte nach außen hin wie eine Sekte." Außenstehenden bleibt der Zugang zu den Führungsebenen verwehrt – nur Familienmitglieder, die eine strenge, interne Ausbildung durchlaufen haben, dürfen in der Geschäftsführung mitreden. Diese Regel galt lange ausschließlich für die männlichen Mitglieder der Sippe, Frauen waren ausgeschlossen. Doch die Zeit steht nicht still – auch nicht für die Brenninkmeijers. Inzwischen begehren einige Frauen des Clans auf, fordern gleiche Rechte und drängen in die Führungsetagen. Immerhin gehört heute auch eine junge Frau zu den Inhabern des Unternehmens. Mehrere Clanmitglieder wehren sich gegen die archaischen Sitten und überkommenen Rituale.
Die Anfänge des Bekleidungsimperiums liegen weit zurück. Im 19. Jahrhundert machen sich die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer  aus dem kleinen Städtchen Mettingen auf, um im benachbarten Holland als wandernde Tuchhändler ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sich später mit ihrem ersten Geschäft niederzulassen: C&A – Clemens und August. Statt wie bisher Mode nach Maß anzufertigen, krempeln ihre Nachfahren mit einer revolutionären Idee die gesamte Textil-Welt um: Sie fertigen "Mode von der Stange", bieten  Kleider in Konfektionsgrößen an. "C&A waren Pioniere, weil sie durch die Kleidung, die sie mit geringer Gewinnmarge in großen Mengen verkauft haben, im Grunde eine "Demokratisierung der Mode" bewirkt haben. Das heißt: Es war jetzt nicht nur das Privileg der oberen Schichten, sich auch Alltagskleidung neu leisten zu können, sondern auch in den unteren Schichten war man jetzt in der Lage, sich anständige Kleidung, auch modische Kleidung für nicht allzu viel Geld zu kaufen", erklärt der Historiker Prof. Mark Spoerer.
Doch Clemens und August legen nicht nur den Grundstein für das erfolgreiche Familienunternehmen, das heute bereits in der sechsten Generation besteht. Bis heute gelten dem Clan feste Wertvorstellungen als Richtschnur für sämtliche Lebensbereiche: in Sachen Geld, Moral und Liebe.
"Die Familie hat sehr starke Überzeugungen und das sind natürlich Werte, die sie auch im eigenen Unternehmen den Mitarbeitern und Führungskräften oktroyiert haben", sagt der Journalist Jens Bergmann: "Man hatte katholisch zu sein. Man hatte glücklich verheiratet zu sein, oder jedenfalls so zu tun. Man hatte nicht mit dem Ferrari vorzufahren und das hat auch sehr gut funktioniert über lange Jahrzehnte. Irgendwann war es dann natürlich nicht mehr zeitgemäß." Im 21. Jahrhundert steht der Clan vor der großen Herausforderung, einerseits den Familientraditionen gerecht zu werden, andererseits nicht den Anschluss zu verlieren.
Bisher ist C&A der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer wieder geglückt, zum Beispiel, als der Minirock Ende der 60er Jahre die Generationen spaltete. "Die waren ganz weit vorne mit ihren Designern, die Modetrends entdeckt haben", erklärt die Autorin Bettina Weiguny. "Es war gleich sehr umstritten, dieses kurze Kleidungsstück. Und damals waren es die Brenninkmeijers, dieser katholische Familien-Clan, der gesagt hat: "Der Minirock ist das, was sich durchsetzen wird." Und sie hatten die Miniröcke vor allen anderen in den Geschäften und haben damit dem Minirock im Massenmarkt zum Durchbruch verholfen."
Ähnlich anpassungsfähig verhält sich der Clan auch im sogenannten "Dritten Reich". Als strenggläubige Katholiken mit niederländischem Pass verbindet die Brenninkmeijers zunächst nichts mit den Nazis. Dann jedoch wird die Sippe verdächtigt, jüdische Wurzeln zu haben und muss sich verteidigen. Als auch der Nachweis der "rein arischen Abstammung" nichts hilft, wendet sich der Clan ratsuchend an Reichsmarschall Hermann Göring. Der lässt die Brenninkmeijers seine Gunst freilich etwas kosten. Ein paar erlesene Gemälde zum Geburtstag des hohen NS-Funktionärs und schon können die Großfilialisten ihre Geschäfte weiter ausbauen. Erst vor kurzem öffneten die Brenninkmeijers  ihre Archive dem Historiker Prof. Mark Spoerer, der zu seinen Ergebnissen im Film Stellung bezieht.

Die C&A-Story zeichnet ein überraschendes Portrait eines traditionsbewussten Clans. Einst war C&A seiner Zeit weit voraus. Nun muss sich weisen, ob das Unternehmen auch auf der Leitungsebene über den eigenen Schatten springt und für die Zukunft gewappnet ist.

"Die Haribo-Story"

Dienstag, 27. September, 20.15 Uhr
Deutschlands große Clans: Die Haribo-Story
ZDFzeit-Doku von Jörg Müllner

Was 1920 in einer Waschküche in Bonn-Kessenich mit einem Sack Zucker, einer Marmorplatte, einem Kupferkessel und einer Walze begann, ist heute Weltmarktführer für Fruchtgummi und Lakritze, produziert täglich 100 Millionen Goldbären und wirbt damit, Kinder froh zu machen – "und Erwachsene ebenso". Haribo, benannt nach seinem Gründer HAns RIegel aus BOnn, ist ein Familienunternehmen in dritter Generation, und es ist eine  "Erfolgsstory, die natürlich auch viele Neider hervorgerufen hat", meint Firmenbiographin Bettina de Cosnac. "Dennoch ist die Familie hinter dem Unternehmen niemals abgehoben. Die Riegels sind Milliardäre, aber sie haben sich das Bodenständige, das "Bönnsche" behalten. In der Familie macht man nicht so viel Wirbel um die eigene Person."

Um eine Person im Clan hat es jedoch stets viel Wirbel gegeben: Dr. Hans Riegel, von vielen nur "der Doktor" oder "Mr. Haribo" genannt. Der legendäre Haribo-Chef gilt als einer der bedeutendsten Familienunternehmer der Nachkriegszeit und als eines der seltenen Urgesteine, die ihr Unternehmen auch in stürmischen Zeiten auf Kurs halten. Freunde und Weggefährten beschreiben ihn als willensstark und ideenreich, mit einem untrüglichen Gespür für neue Trends. Rekordverdächtige 67 Jahre herrschte Hans Riegel im Reich der Goldbären – gemeinsam mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Paul, der stets den stilleren Part einnimmt, aber am Erfolg des Unternehmens mindestens ebenso viel Anteil hat. Paul kümmert sich um die Produktion und erfindet innovative Maschinen, während Hans als Mann mit der Werbetrommel Haribo in alle Munde bringt – zwei unterschiedliche Brüder, die einander ergänzen.
Bis ins hohe Alter erfindet Dr. Hans Riegel neue Produkte und treibt die Expansion von Haribo, zu dem auch die Marke Maoam gehört, voran. Als 2009 sein Bruder Paul stirbt, wird offensichtlich, dass sich Hans Riegel um vieles in der Firma gekümmert hat, nur nicht um einen Nachfolger. Es fällt ihm schwer, von seinem Lebenswerk loszulassen, denn "Hans Riegel war und ist Mr. Haribo", wie es der Wirtschaftsjournalist Hagen Seidel beschreibt. Er ging fürsorglich mit der Belegschaft um, duldete aber wenig Widerspruch und ließ sich auch von Gewerkschaftlern ungern reinreden. Die Frage nach einer neuen Firmenspitze wird zur Belastungsprobe für die Familie und das ganze Unternehmen, denn die Familienverhältnisse sind kompliziert. Während Dr. Hans Riegel unverheiratet und kinderlos geblieben ist, hinterlässt sein Bruder Paul vier Kinder aus zwei Ehen und elf Enkel – alles potenzielle Erben. Eine neue Firmenstruktur schafft schließlich Frieden und soll den nächsten Generationen den Weg ebnen. Als 2013 Dr. Hans Riegel stirbt, übernimmt die dritte Generation der Familie Riegel die Regie.
Neuer Mann an der Spitze von Haribo ist heute Hans Guido Riegel, Sohn von Paul Riegel und geschäftsführender Gesellschafter der Haribo Holding. Im Gegensatz zu seinem Onkel Hans scheut er die Öffentlichkeit. Es gibt keine Fotos von ihm, keine Auftritte vor der Kamera und bisher hat er nur sehr wenige Interviews mit Printmedien zugelassen. Für den Film "Die Haribo-Story" macht der in der Öffentlichkeit nahezu unbekannte neue Haribo-Chef eine Ausnahme und stellt sich erstmals Fragen vor der Kamera. Hans Guido Riegel äußert sich zur Geschichte und Zukunft des Familienunternehmens, das gerade bei Grafschaft in Rheinland-Pfalz eine neue Firmenzentrale mit angeschlossener Produktion und Logistikzentrum baut.
"Wir haben es bei Haribo wirklich mit einem Familienunternehmen zu tun und da ist die Familie immens wichtig, vor allen Dingen auch der Gründer", beobachtet Firmenbiographin Bettina de Cosnac. "Ein Gründer, der etwas begründet, was sich über Jahrzehnte hält, ist doch etwas Großartiges und man kann niemals den Gründer aus der Firmengeschichte streichen, er muss immer dabei sein." So haben es die Riegels stets gehalten.
Als Paul und Hans nach dem Krieg den Betrieb ihres 1945 gestorbenen Vaters übernehmen, gehört das Rezept des "Tanzbären", Urahn des heutigen Gummibären, zu den kostbarsten Gütern beim Neustart des Unternehmens.
Das schmackhafte Gummitier ist für Haribo damals zwar nur ein Nischenprodukt, Geld wird vor allem mit Lakritz verdient, aber der Tanzbär fand schon in den 20er Jahren prominente Freunde, etwa Albert Einstein oder Erich Kästner. Und auch der alte Kaiser Wilhelm II schrieb in der für ihn typischen Manier aus dem Exil: "Die Gummibären aus Bonn sind das Beste, was die Weimarer Republik hervorgebracht hat."  Doch erst unter Paul und Hans Riegels Führung wird aus dem Mitläufer ein Kassenschlager. Hans und Paul verändern das Rezept und erfinden den Goldbären – ein Erfolgsschlager, mit dem das Unternehmen Milliarden umsetzt.
Heute produziert Haribo an 16 Standorten in Europa und beschäftigt über 7.000 Mitarbeiter, davon die Hälfte in Deutschland. Haribo-Produkte sind weltweit in über 100 Ländern erhältlich. Der Umsatz liegt nach Branchenschätzungen bei mehr als zwei Milliarden Euro im Jahr, doch Einblicke in die Geschäftszahlen hat die Firma noch nie gewährt. "Das ist einer der großen Unterschiede, dass wir als Familienunternehmen keine Zahlen publizieren müssen oder auch keine Zahlen publizieren wollen", sagt etwa Martin Schlatter, Geschäftsführer der Haribo-Holding.

Für den Film hat das zurückhaltende Familienunternehmen jedoch seine Archive und auch viele private Fotoalben geöffnet. Bilder aus frühen Tagen, wie Hans senior Riegel als Soldat im Ersten Weltkrieg, seiner Frau Gertrud, den Söhnen Hans und Paul in Kriegsgefangenschaft und ihrer Rückkehr nach Bonn, zeichnen ein lebendiges und nahes Bild des Clans, der in der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannt geblieben ist.

"Die Tchibo-Story"

Dienstag, 4. Oktober, 20.15 Uhr
Deutschlands große Clans: Die Tchibo-Story
ZDFzeit-Doku von Volker Wild und Christian Bock

Statistisch gesehen trägt heute jede zweite Deutsche einen BH und jeder vierte Deutsche Socken von Tchibo. Die Marke steht schon lange nicht mehr nur für Kaffee, sondern auch für Textilien, Haushaltswaren und vieles andere mehr. Sogar Inseln verkaufte Tchibo schon, Ökostrom, Kredite und Reisen – es ist eines der größten deutschen Einzelhandels- und Konsumgüterunternehmen, das längst auch international tätig ist. Doch nur wenigen ist bekannt, dass es eine Familie namens Herz gibt, die hinter dem Konzern steht.
Mit dem Hamburger Kaffeeröster und Großhändler verbindet sich nicht nur ein erstaunlicher Aufstieg in den Wirtschaftswunderjahren, sondern auch eine verwickelte Familiengeschichte – inklusive einer unüberwindlichen Scheu vor den Medien.

Begonnen hat alles mit dem Hanseaten Max Herz, der schon in den 20er Jahren in der Hamburger Speicherstadt "in Kaffee machte". Der gelernte Rohkaffeehändler stellte nach der Weltwirtschaftskrise die Importfirma seines Vaters Walter Herz wieder auf die Beine. Die Geschäftskontakte des 1905 geborenen Max überstanden den Krieg und waren nun Gold wert.
Gemeinsam mit dem armenischstämmigen Geschäftspartner Carl Tchilinghiryan gründete er 1949 das zukunftsträchtige Unternehmen. Vom Partner, der wenig später wieder ausstieg, blieb nur der Namensteil "Tchi", der zusammen mit der Silbe "bo" aus "Bohne" den ungewöhnlichen Firmennamen ergab.
Max Herz, die Gründerfigur, war ein Patriarch wie er im Buche steht, ein hanseatischer Kaufmann, mit Ideen und Spleens, die Wirtschaftsgeschichte schreiben sollten. "Kaffee, das war sein Metier. Er lebte für Kaffee, und er lebte mit Kaffee", beschreibt ihn Kaffee-Agent Otto-Heinrich Steinmeier, der Max Herz noch selbst kennen lernte.
Die ersten Kaffeepakete verkaufte Herz, indem er hunderte Rechtsanwälte und Ärzte anschrieb und ihnen preisgünstigen Kaffee per Postversand anbot. Mit diesem Trick gelang es dem cleveren Kaufmann, den Versandhandel zu erobern und obendrein keine flächendeckende Lieferkette aufbauen zu müssen – was in Trümmerdeutschland illusorisch gewesen wäre. Gratisprodukte wie bunte Blechdosen, Stoffservietten und Handtücher, die er den Paketen beilegte, sorgten für Kundenbindung und schufen bald einen ganz neuen Markt, den Tchibo mit Textilien, Haushaltswaren und mehr bediente. In den Mangeljahren nach dem Krieg rissen sich die Deutschen förmlich um den mit hohen Steuern belegten Kaffee und waren bereit, selbst horrende Preise zu bezahlen. "Kaffee war, wenn Sie so wollen, das schwarze Gold", meint im Film der Hamburger Wirtschaftshistoriker Sven Tode. " Und dieses schwarze Gold hat man natürlich entsprechend hochpreisig als solches verkauft." Auch die Sehnsucht der deutschen Hausfrauen nach dekorativen Haushaltsartikeln spülte Herz in den "Wirtschaftswunderjahren" Millionen in die Kassen.
Das eigene "Tchibo-Magazin", 1952 gegründet, erfreute die Leser mit Horoskopen, Rezepten und Modetipps. Als der Versand nicht mehr zog, eröffnete Herz Verkaufs- und Probierfilialen. Binnen weniger Jahre verzehnfachte sich der Umsatz. Bis 1954 nahm Herz jedoch keine Mark Gewinn aus dem Unternehmen heraus, sondern investierte alles und bestritt seine Privatausgaben allein aus den Einnahmen eines Lotteriegeschäfts und einer Kaffeeimportfirma, die er nebenbei betrieb. Erst um 1960, als Tchibo bis zu 12 Millionen Mark Gewinn erwirtschaftete, legte er den sparsamen Lebensstil ab, gönnte sich eine Villa in Hamburg und an der Ostsee, urlaubte an der Mittelmeerküste und erwarb ein Trabergestüt. Doch bescheiden blieb der Kaffee-Millionär dennoch. Mitarbeiter beschreiben Herz im Film als Patriarchen, der alle Zahlen im Kopf oder auf Notizzetteln hatte und jeden Bleistift auf Kostenersparnis überprüfte. Dabei konnte Herz durchaus großzügig sein, wenn es um seine Angestellten ging. Traditionell bekam jeder der zweitausend Mitarbeiter der Zentrale einen Weihnachtsbraten: Roastbeef, Lachs oder Gans.

Der Film beschreibt neben dem Aufstieg des Familienunternehmens Tchibo den erbitterten Kampf um den Kaffeemarkt, bei dem sich Herz vor allem mit seinem Konkurrenten Jacobs aus Bremen so manche Schlacht lieferte. "Der Konkurrenzkampf war unglaublich scharf zwischen den Firmen, die sich ganz oft sogar im Gerichtssaal gestritten und natürlich ganz große Marktschlachten geliefert haben", meint Historikerin Monika Sigmund. "Da sind vor allem Tchibo und Jacobs als große Gegenspieler, die sich ja auch mit der Marktführerschaft oft abgewechselt haben." Die Fehde sollten später die Kinder der Kaffee-Dynastien weiterführen.
1965 starb der Patriarch Max Herz überraschend an einem Herzinfarkt. In seinem Testament bestimmte er, dass "zwei seiner befähigsten Jungen" die Firma übernehmen sollten – aber wen meinte er damit? Günter, Joachim, Michael oder Wolfgang? Und was ist mit Daniela, der Jüngsten? Zunächst übernehmen Günter und Michael die Verantwortung für Marketing und Vertrieb bei Tchibo; Günter ist Vorstandsvorsitzender. Zusammen machen sie Tchibo zu einem Versandhändler mit 800 Filialen und 20.000 Depots bei Bäckereien und Supermärkten, schlucken den Konkurrenten Eduscho und erreichen bald 4 Milliarden Umsatz und zahlreiche lukrative Beteiligungen. Doch in den 90er Jahren trennen sich die Wege. Durch den Verkauf der Reemtsma-Anteile können Günter und Daniela 2001 mit 4,2 Milliarden Euro ausbezahlt werden. Nach dem tragischen Tod Joachims – er wird beim Baden von einer Schiffschraube erfasst – führen die Brüder Michael und Wolfgang die Geschäfte in ihrer Norderstedter Holding alleine weiter. Die Öffentlichkeit hat nach dem Tod des Gründers Max Herz 1965 keiner mehr aus der Familie gesucht. Im Gegenteil, es heißt, dass die Herz-Familie außerordentlich streng auf ihre Privatsphäre achtet.

Den Autoren ist gelungen, viele unbekannte Aufnahmen, darunter einen bislang ungezeigten Film über Max Herz, zusammenzutragen. Aber auch alte Werbefilme aus der "Wirtschaftswunderzeit" sowie den 60er und 70er Jahren, an die sich viele Zuschauer noch erinnern werden, machen das Firmen- und Familienportrait zu einem unterhaltsamen Bilderbogen der Zeitgeschichte.

Zitate aus der "Oetker-Story"

"Der Name verpflichtet natürlich."
Richard Oetker

"Er hat es geschafft ein ganzes Universum zu entwickeln und aufzubauen, so dass die Menschen am Ende gar nichts anderes mehr machen mussten, als Dr. Oetker-Produkte zu kaufen, Dr. Oetker-Rezepte nachzukochen und in einer Dr. Oetker-Welt zu leben. Und das ist natürlich der Traum von jedem, der Marketing macht, der Werbung macht – dass die Menschen am Ende sich komplett zu Hause fühlen in einer Markenwelt."
Stefan Wegner, Werbeexperte

"Dr. Oetker war einer der ersten, der das gesamte Potential der Massenmedien verstanden hat. Er hat es dann auch sehr schnell voll ausgeschöpft, dort, wo damals Bewegtbild möglich war – als Kinowerbung, weil er gesehen hat: Wenn ich die Masse erreichen will, dann muss ich die Massenmedien nutzen."
Stefan Wegner, Werbeexperte

"Zwangsarbeiter werden vor allem in den Firmen eingesetzt, an denen Dr. Oetker beteiligt ist, und die auch in der Rüstungsproduktion sind. Das ist vor allem der Gundlach-Verlag und Kochs Adler Nähmaschinen in Bielefeld, wo Zwangsarbeiter eingesetzt werden. Und zwar unter Bedingungen, die sogar das Gewerbeaufsichtsamt Bielefeld moniert."
Prof. Jürgen Finger

"Da kam eine Zeit, die war für ihn gemacht, und er war für diese Zeit gemacht. Das waren die Auswirkungen des Krieges und dann das Wirtschaftswunder. Und unser Ausschnitt des Wirtschaftswunders, das war die Fresswelle."
August Oetker
Über seinen Vater Rudolf-August Oetker

"Er war sehr arbeitsam, sehr fleißig. Und er war auch sparsam. Sparsam war er insbesondere im Kleinen."
August Oetker
Über seinen Vater Rudolf-August Oetker

"Mein Vater hatte schwierige Seiten. (...) wir konnten beide schreien, wenn es notwendig war, oder laut werden. Und manchmal hatte ich den Eindruck, er wollte sogar wissen, ob ich das auch könnte."
August Oetker
Über seinen Vater Rudolf-August Oetker

"Ich habe ja während der Entführungsphase wiederholt dem Tod bewusst ins Auge geschaut. Und wenn sie überleben und auf der anderen Seite erleben mussten, wie schnell das Leben zu Ende sein kann, dann stärkt sie das."
Richard Oetker
Über seine Entführung 1976

"Unsere Familie macht Bescheidenheit im Auftreten aus und mit Sicherheit Fleiß. Dann das Verantwortungsgefühl für die Menschen und  das war beim Firmengründer sicher auch so."
Richard Oetker
Über die Familienwerte

Zitate aus der "C&A-Story"

"Ein Brenninkmeijer soll einmal gesagt haben, nachdem die Konkurrenten etwas abfällig meinten 'Die bieten nur Mäntel für Dienstmädchen an': 'Naja, mögen bei den anderen Konfektionären die Kunden in der Kutsche vorfahren. Wir bedienen die, die mit der Straßenbahn oder zu Fuß in unser Geschäft kommen' Diese Idee ist sicherlich grundlegend gewesen für den späteren Erfolg von C&A."
Kai Bosecker, Historiker

"Das Prinzip, mit dem C&A groß geworden ist, ist eigentlich ganz einfach. Es klingt ganz trivial. Man kauft Textilien ganz günstig ein in Billiglohnländern, hängt sie auf den Bügel, verkauft sie, bevor man den Lieferanten überhaupt bezahlt hat und macht damit ein gigantisches Geschäft. Damit ist C&A Jahrzehnte lang sehr, sehr gut gefahren und ganz groß geworden."
Jens Bergmann, Journalist brand eins Wirtschaftsmagazin

"Entscheidend für den Zusammenhalt im obersten Unternehmerkreis war, dass man sich auf diese direkte, ununterbrochene Nachfolge zu den Unternehmensgründern Clemens und August berufen konnte. Und das hieß auch, dass wenn einer dieser Unternehmer entweder vorzeitig aus dem Unternehmen ausschied oder sich auch mal scheiden ließ, seine Kinder nicht mehr die Möglichkeit hatten in den Unternehmerkreis aufzusteigen."
Prof. Mark Spoerer, Historiker

"Diese Einigkeit ist gelebte Tradition. Es sind Wurzeln, die bei den Brenninkmeijers durchaus auch einen religiösen Charakter haben, die sowohl in der Familie als auch in der Firma gelebt werden und das schon seit langen Zeiten. Diese Tradition und diese Historie hat eine eigene Kraft."
Prof. Birgit Felden, Expertin für Familienunternehmen

"Die große Krise in den 90er Jahren wird auch von den Brenninkmeijers selbst als Menetekel gesehen. C&A hat sich auf seinen Erfolgen zu lange ausgeruht. Es hat den Blick für die Welt nicht mehr gehabt. Vielleicht auch weil man intern so sektenartig aufgestellt und dann vollkommen überrascht war, dass neue Player auf dem Markt auftauchten, die das Geschäft ganz anders betrieben haben. Die schneller waren, die modischer waren, die sexy waren. Da haben sich Teenager getroffen in ihrer Mittagspause, nach der Schule, statt der Schule. Das gab es bei C&A nicht. Zu C&A ist man nur mit den Eltern gegangen, wenn die einen da rein gezwungen haben."
Jens Bergmann, Journalist brand eins Wirtschaftsmagazin

Zitate aus der "Haribo-Story"

"Er war gelernter Maurer und vom Typus her ein Mensch, der gerne anpackte, der Dinge vorwärts bringen wollte und der sehr früh beschloss, dass er sein eigener Herr sein wollte."
Bettina Grosse de Cosnac, Firmenbiographin
Über den Firmengründer Hans Riegel sen.

"Das Gummibärchen war am Anfang eher eine Zufallserfindung oder ein Nebenprodukt, denn ursprünglich handelte Riegel ja mit Lakritze, mit Salmiakpastillen, mit allen möglichen Pharmazeutika."
Bettina Grosse de Cosnac, Firmenbiographin

"Hans Riegel, sowohl der Senior als auch der Junior, waren Industriekapitäne der alten Schule, aus einem ganz bestimmten Holz geschnitzt, da galt: ein Mann, ein Wort."
Bettina Grosse de Cosnac, Firmenbiographin

"Hans Riegel junior war der Platzhirsch, der hatte die Publicity und stellte Haribo nach außen dar, so dass man zum Schluss fast denken konnte, Haribo sei ein Ein-Mann-Betrieb. Aber Paul Riegel fand das absolut in Ordnung. Er sagte: ‘Ich brauche den Rummel nicht, ich weiß, was ich darstelle für das Unternehmen und was das Unternehmen mir bedeutet‘. Er war gerne der Mann im Hintergrund und hatte dadurch eine gewisse Ruhe und mehr Freiheiten."
Bettina Grosse de Cosnac, Firmenbiographin
Über die Brüder Paul Riegel und Hans Riegel junior

"Je älter ein Mensch wird und je länger er Platzhirsch an der Spitze ist, desto schwieriger wird es natürlich auch, mit ihm offen zu diskutieren und ihm die Meinung zu sagen. (…) Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann wurde es gemacht. Punkt."
Bettina Grosse de Cosnac, Firmenbiographin
Über Hans Riegel junior

"Das ist ein klassisches Familienunternehmen (…), wenn Sie über den Gang gehen, in der Verwaltung oder auch durch die Produktionshallen in Europa, dann sehen Sie Mitarbeiter, die sie seit Jahrzehnten kennen. Das ist nicht mehr in vielen Großkonzernen so üblich, dass man sich über Jahre kennt, dass man befreundet ist. Dass man nicht nur zusammen Betriebsfeste feiert, sondern sich auch privat trifft. Diese Zugehörigkeit macht für mich den Charakter eines Familienunternehmens aus."
Marco Alfter, ehemaliger Firmensprecher von Haribo

"Die Meinung von Kindern war für ihn immer extrem wichtig. Deswegen hat er auch immer wieder neue Produkte im hauseigenen Haribo-Kindergarten getestet. Weil die Kinder einem ins Gesicht die Wahrheit sagen. Die spucken Ihnen das Produkt vor die Füße, wenn es nicht schmeckt (…). Er hat mit 80 auch noch selber Playstation gespielt, um sich einfach in die Köpfe von Kindern und Jugendlichen zu versetzen."
Marco Alfter, ehemaliger Firmensprecher von Haribo
Über Hans Riegel junior

"Er war der Kopf der Firma. Wo er war, war oben. Er war ein Patriarch. (…)
Widerspruch konnte er sehr schlecht vertragen. Da war er sehr vorsichtig zu genießen."
Willi Schlaus, Freund und Fluglehrer von Dr. Hans Riegel
Über Hans Riegel junior

"Unter dem Strich war er oder ist er einfach Mr. Goldbär. Hans Riegel ist Haribo und wie ich das so sehe, gibt es immer noch Mitarbeiter, die auf ihren Schreibtischen das Bild von Hans Riegel haben mit einem Trauerflor und das sagt, glaube ich, eine ganze Menge."
Hagen Seidel, Wirtschaftsjournalist
Über Hans Riegel junior

Zitate aus der "Tchibo-Story"

"Kaffee wurde mit einer hohen Steuer belegt von der Alliierten Kontrollkommission, weil man das nicht als Lebensmittel einstufte, sondern als Luxusgut."
Otto-Heinrich Steinmeier, Kaffee-Agent
Über Kaffee in den 50ern

"Man hat Kaffee in sehr, sehr kleinen Mengen gekauft und vor allem für den festlichen Anlass vorbehalten, Sonntagskaffee oder Familienfeier."
Dr. Monika Sigmund, Historikerin
Über Kaffee in den 50ern

"Max Herz war der erste, der sagte, mein Kaffee kommt direkt von der Plantage (…), dadurch wird der Kaffee billiger. Das war eine sehr gute Idee von Max Herz und das verstanden die Leute."
Joachim Heyden, Tchibo-Archivar
Über die Firmenstrategie in den 50ern

"Der Konkurrenzkampf war unglaublich scharf (…). Da sind vor allem Tchibo und Jacobs als große Gegenspieler, die sich auch mit der Marktführerschaft oft abgewechselt haben."
Dr. Monika Sigmund, Historikerin
Über den Konkurrenzkampf zwischen Tchibo und Jacobs

"Sicherlich sind die Personen Jacobs und Herz völlig unterschiedlich. Das kommt ja auch daher, dass Jacobs aus einer Dynastie kommt, die über Jahrzehnte den Kaffeehandel beherrscht hat, und Max Herz ist ein Selfmademan, der in diesen Bereich hinein gewachsen ist."
Sven Tode, Wirtschaftshistoriker
Über den Konkurrenzkampf zwischen Tchibo und Jacobs

"Sie sind unauffällig, nett, wohlerzogen. Sie sehen aus wie normale Menschen und sie benehmen sich wie normale Menschen, die Familie Herz gehört aber einfach zu den reichsten Deutschen."
Katrin Sachse, Chefredaktion "Bunte"
Über die Familie Herz

"Als wir den ersten großen Vertrag mit Tengelmann abgeschlossen haben, hat mich Michael Herz zum Mittagessen eingeladen, weil ich einen guten Job gemacht hatte. Das Mittagessen bestand aus einem Brötchen und einer Tüte Milch in einem Selbstbedienungsrestaurant am Flughafen in Düsseldorf. Und ich nahm dann noch einen Kuchen und er sagte: 'Sie hauen ganz schön rein.'"
Hasso Kaempfe, Ex-Manager Tchibo
Über Michael Herz

"Sie sind in einem ganz klaren Wettbewerb. Der Wettbewerb fing vielleicht schon in der Sandkiste an, und das machen sie eigentlich bis heute. Sie haben bestimmte Beteiligungen, und sie zeigen sich bei den Beteiligungen, sie zeigen sich beim Pferderennen. Da wird also nicht geguckt, wie der Aktienkurs ist oder wie irgendwelche Erfolge sind, sondern da wird geguckt, dein Pferd hat mehr Prämien eingelaufen als meins."
Sven Tode, Wirtschaftshistoriker
Über das schwierige Erbe

"Die Familie Herz treibt, glaube ich, nach wie vor das an, was Max Herz in seinem Testament festgelegt hat: Wer ist der Beste von uns? Wer ist der wahre Erbe von Max Herz? (…). Der Wettbewerb fing vielleicht schon in der Sandkiste an, und das machen sie eigentlich bis heute."
Sven Tode, Wirtschaftshistoriker
Über das schwierige Erbe

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