Copyright: ZDF / Simon Vogler, Gordon Timpen
Copyright: ZDF / Simon Vogler, Gordon Timpen

Die verschwundene Familie

Zweiteiler

Vier Jahre nach dem Mord an einer 14-jährigen Schülerin wird die Kleinstadt Nordholm erneut durch einen Schicksalsschlag erschüttert. Ein Familienvater wird tot am Strand aufgefunden, Mutter und Tochter sind spurlos verschwunden. Nur der jüngere Sohn der Familie taucht plötzlich in der verlassenen Wohnung auf. Simon Kessler von der Hamburger Mordkommission und seine ortsansässige Kollegin Hella Christensen übernehmen die Ermittlungen.

  • ZDF, Montag, 7. Januar 2019 und Dienstag, 8. Januar 2019, jeweils 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Sonntag, 6. Januar 2019, ab 10.00 Uhr (beide Filme)

Texte

Stab und Besetzung

Buch und Regie   Thomas Berger
KameraFrank Küpper
SzenenbildThorsten Lau
KostümNatascha Curtius-Noss
MusikFlorian Tessloff
Musik Supervision Kai Schoormann
CastingRebecca Gerling
MontageLucas Seeberger, Julia Kovalenko
ProduktionsleitungAndrea Bockelmann
HerstellungsleitungRoger Daute
ProducerinPolli Elsner
ProduzentenJutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge
ProduktionNetwork Movie Film- und Fernseh-produktion GmbH & Co. KG, Hamburg
RedaktionDaniel Blum
Länge

2 x 90 Minuten

Rollen/Darsteller

Simon Kessler                    Heino Ferch
Hella Christensen               Barbara Auer
Johannes Christensen        Rainer Bock
Silke Broder                       Anja Kling
Ulrike Hansen                    Ulrike Kriener
Gustav Hansen                   Dietrich Hollinderbäumer
Hendrik Holler                   Rüdiger Vogler
Tom Thomsen                     Timo Hack
Jan Wiese                          Max Landgrebe
Nils Brandt                         Rainer Strecker
Anna Thomsen                   Bernadette Heerwagen
Uwe Hahn                          Gustav Peter Wöhler
Carsten Jung                      Stephan Schad
Lilly Thomsen   Zoe Malia Moon
Jakob ThomsenHanno Friedrich
Bürgermeister Marek Erhardt
Sven ChristensenFinn Fiebig
Dierksen Michael Tregor
MandyMersiha Husagic
Staatsanwalt BrückMarkus Boysen
Charlotte Broder Lilly Barshy
und andere

Inhalt

Vier Jahre nach dem Mord an einer 14-jährigen Schülerin wird die Kleinstadt Nordholm erneut durch einen Schicksalsschlag erschüttert. Ein Familienvater wird tot am Strand aufgefunden, Mutter und Tochter sind spurlos verschwunden – ohne eine Notiz zu hinterlassen, ohne die Katze zu versorgen. Niemand weiß, wo sie sind. Nur der jüngere Sohn der Familie taucht plötzlich in der verlassenen Wohnung auf.

Simon Kessler von der Hamburger Mordkommission übernimmt die Ermittlungen. Für ihn deutet alles auf einen erweiterten Suizid hin. Seine Kollegin Hella Christensen, die mittlerweile in Kiel arbeitet, will daran nicht glauben. Sie kennt die Familie und ist sich absolut sicher, dass der Tote zu einer solchen Tat nicht imstande gewesen wäre.

Aber je länger Kessler und Christensen ermitteln, desto mehr häufen sich ihre Zweifel: Wie stand es um die Ehe des Toten und seiner verschwundenen Frau? Während Kessler den wieder aufgetauchten Sohn unter seine Fittiche nimmt und so sein eigenes Familienleben aufarbeiten muss, führen alle Hinweise zu den Bewohnern des Ortes. Für Kessler und Christensen wird es ein Kampf gegen die Zeit. Überall begegnen ihnen Lügen und Geheimnisse. Doch sie geben die Hoffnung nicht auf, Mutter und Tochter noch lebend und gleichzeitig den Mörder zu finden.

Zurück nach Nordholm - Interview mit Thomas Berger

Wie erklären Sie sich den Erfolg von "Tod eines Mädchens" im Jahr 2015?

In erster Linie hat die attraktive Besetzung den Zuschauer angesprochen. Bis in die kleinsten Rollen hatten wir den Film mit herausragenden Schauspielern ausgestattet. Publikumslieblinge, die in anderen Filmen Hauptrollen spielen. Das größte Lob für den Film war allerdings, dass man diese prominente Besetzung schnell vergessen hat, da sich alle Beteiligten dem Ensemble und der Geschichte komplett untergeordnet haben.

Inhaltlich konnte sich "Tod eines Mädchens" von vielen anderen Krimis dieser Zeit unterscheiden, da wir das Opfer – also die Tochter von Anja Kling – nicht als Vehikel für den Krimi verstehen, sondern ihren Tod mit den unmittelbaren Auswirkungen auf eine ganze Kleinstadt erzählen wollten. Jennifer Broder war sinnbildlich der Stein, den wir ins Wasser geworfen haben, um zu schauen, welche Ringe er an der Oberfläche auslösen wird. Das war sehr spannend, hat uns aber vor allem viele emotionale Situationen geschenkt.

Kann man "Die verschwundene Familie" schauen, ohne "Tod eines Mädchens" gesehen zu haben?

Mit "Die verschwundene Familie" kehren wir jetzt nach Nordholm zurück. Zuschauer, die "Tod eines Mädchens" nicht gesehen haben, werden sich ohne Probleme in dem kleinen Küstenort orientieren können. Auch die Figuren haben wir wie in einem eigenständigen Film exponiert. Wer jedoch den ersten Zweiteiler gesehen hat – und das waren 2015 sehr viele Menschen – für den ist der neue Film eine Reise nach "Hause". Eine besondere Qualität der beiden Filme. Sie stehen für sich, und trotzdem trifft man in der "verschwundenen Familie" alte Bekannte wieder, nimmt an deren Leben teil, bangt und hofft mit ihnen.

Wie schafft man es, den Zuschauer emotional zu erreichen? Was war Ihnen wichtig bei der Drehbuchentwicklung?

Bei der Entwicklung der neuen Geschichte stand für uns – und speziell für mich als Autor – immer eine Frage im Mittelpunkt: Warum berührt die Geschichte unsere Figuren? Es ist eben nicht genug, einen spannenden Fall zu skizzieren. Über Fälle dieser Art können Zuschauer jeden Tag in den Printmedien lesen. Wir wollen erzählen, welche Auswirkungen das Verbrechen auf Nordholm und seine Einwohner hat. Wir haben also erneut den berühmten Stein ins Wasser geworfen und dabei zugeschaut, welche Ringe er an der Oberfläche zieht. Nur so kann man den Krimi wirklich mit dem Drama verbinden. Polizeiarbeit ist oft ein langwieriges Stöbern, eine Suche nach Spuren und Indizien. Manchmal finden ermittelnde Beamte nur per Zufall einen endgültigen Beweis. Das ist eine ehrenwerte Arbeit. Emotional wird sie aber nur, wenn der Fall die Polizisten auch persönlich berührt. Wenn die Beamten seine Aufklärung zu ihrer Sache machen. Das sollten eine Geschichte und ein Drehbuch leisten.

Wie kommt man als Drehbuchautor von wahren Begebenheiten zu fiktionalen Stoffen?

"Finden ist besser als Erfinden" hat mal ein großer deutscher Schriftsteller gesagt. So sind Recherchen eine wundervolle Bereicherung für das Schreiben eines Drehbuches. Sie ersetzen aber nie die Dramaturgie einer Geschichte. Wie das Wort schon sagt, muss man seine Recherchen in eine dramatische Struktur gießen und Fragen stellen, die ein Zeitungsartikel oder eine Gerichtsreportage eben oft nicht stellt. Es geht nicht nur darum, was ein Täter gemacht hat, sondern vor allem, warum er etwas gemacht hat. Das ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Manchmal lohnt es sich, einem irrationalen Verhalten des Täters nachzugehen, um dessen wahre Motivation zu erkennen. Äußerlich mag es bei einer Entführung um das Lösegeld gehen. In der inneren Welt des Entführers ist vielleicht Rache das Motiv seiner Tat. Deswegen ist es immer gut, reale Fälle zu recherchieren. Die eigentliche Arbeit fängt jedoch immer erst danach an.

Das Interview führte Claudia Maxelon.

"Eine neue Ebene mit neuen Konflikten" - Interview mit Heino Ferch

Wie erklären Sie sich den Erfolg von "Tod eines Mädchens" im Jahr 2015?

Ich glaube, der Erfolg der Geschichte liegt in der sehr persönlichen Erzählweise. Der Zuschauer kann sich damit identifizieren. Wir erzählen in einem sehr kleinen Ort, einer Community, in der jeder jeden kennt. Die Biographien der Menschen sind zwangsläufig miteinander verwoben. Das erzeugt Druck, macht sie abhängig voneinander, angreifbar und bestechlich. Man begegnet einander mit zunehmender Skepsis, Verdächtigungen stehen im Raum, und das erzeugt große Spannung. Das Ganze ist sehr nah am realen Leben. Wir wissen ja letztlich alle nicht, ob um die nächste Ecke vielleicht jemand mit dem Messer in der Hand auf uns wartet. Das ist das Prinzip. Außerdem ist die Kulisse sehr schön. Das zusammen bietet einen Schauwert, denke ich.

Was war Ihnen besonders wichtig beim Zweiteiler "Die verschwundene Familie"?

Mir war wichtig, eine neue Ebene mit neuen Konflikten zwischen den Hauptfiguren Christensen und Kessler zu zeigen. Der Autor Thomas Berger hat das toll gelöst: Für Kommissarin Christensen sind die Umstände des Verbrechens existentiell, ihr Privatleben steht völlig blank vor Kollege Kessler. Das ist eine andere Ebene als im ersten Zweiteiler. Hella Christensen ist die professionelle Kommissarin im Dorf, aber als Ehefrau auf der privaten Ebene verletzbar wie jeder Mensch. Sie so "angeschossen" zu sehen, geht ins Mark.

Was macht es mit einem als Schauspieler, wenn die Grundlage für das Drehbuch eine wahre Begebenheit ist?

Das ist dann eine ganz andere Arbeit für mich, manchmal kann ich mich sogar mit den Beteiligten der realen Begebenheiten treffen. Simon Kessler ist jedoch eine fiktive Figur. Nur der Fall wurde von Thomas Berger aus der Vergangenheit ins Buch rübergeholt. Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe.

Bespricht Thomas Berger sich mit Ihnen?

Er hat mein vollstes Vertrauen, wir haben ja schon sehr viele Filme zusammen gemacht. Ich hatte das Treatment gelesen, und ich bin interessierter Zuhörer. Thomas fragt nicht "Was willst du haben?", sondern er erzählt zwischendurch, was er mit den realen Begebenheiten im Drehbuch macht.

Hat sich die Figur Kessler im neuen Zweiteiler weiterentwickelt?

Für Simon Kessler wird es persönlicher, er kennt die Menschen noch aus der extremen Situation, als er erstmals in das Dorf beordert wurde. Die Ausgangsbasis bei diesem Zweiteiler ist also anders, denn er ist vorbelastet. Es wird für ihn schwieriger, professionelle Distanz zu bewahren.

Sie leben in Süddeutschland, kommen aber aus dem Norden. Wie finden Sie Norddeutschland als Drehort für Krimis?

Jede Region hat ihre Eigenheiten. Ich glaube, dass wir bei diesem Format mit der Bildsprache an die Sprödigkeit der skandinavischen Krimis andocken. Wer das mag, ist bei uns richtig.

Das Interview führte Claudia Maxelon.

Bedrohtes Familienleben - Interview mit Barbara Auer

Wie erklären Sie sich den Erfolg von "Tod eines Mädchens" im Jahr 2015?

Ich weiß es nicht, aber ich vermute, dass die Zuschauer von der Normalität dieses kleinen Ortes an der Ostsee und seiner Menschen berührt waren, einer kleinen, sehr überschaubaren Welt. Und erst recht werden sie berührt sein, wenn die 14-jährige Tochter einer Freundin der Kommissarin Christensen tot aufgefunden wird und damit diese heile Welt zerbricht.

Was erwartet den Zuschauer im Zweiteiler "Die verschwundene Familie"?

In diesem Zweiteiler ist Hella persönlich noch stärker in den Fall involviert als beim letzten Mal. Das Verschwinden ihrer Nachbarsfamilie fördert Heimlichkeiten zutage, die ihr Familienleben bedrohen und infrage stellen.

Welchen Konflikten muss sich Kommissarin Hella Christensen stellen, als im Ort das nächste große Verbrechen passiert und Kommissar Simon Kessler wiederholt auftaucht?

Hella hat sich gerade entschieden, wegen ihrer Familie ihre Arbeit in Kiel aufzugeben und wieder ganz nach Hause zu ziehen. Sie fährt mit ihrem voll bepackten Auto nach Nordholm und wird in dieser Situation mit einem neuen Verbrechen konfrontiert, muss also erst mal weitermachen. Zum einen ist damit der Konflikt mit ihrem Mann programmiert, der ihr vorwirft, die Familie zugunsten der Arbeit zu vernachlässigen. Und zum anderen begegnet sie bei den Ermittlungen wieder Simon Kessler, mit dem sie bereits in "Tod eines Mädchens" notgedrungen zusammenarbeiten musste. Obwohl sie sich gegenseitig schätzen, macht er ihr auch dieses Mal die Zusammenarbeit nicht immer leicht.

Können Sie das Verhalten der Kommissarin nachvollziehen?

Dass sie Informationen zurückhält, um ihr Familienleben zu schützen? Dass sie an ihrem bisherigen Leben festhält, obwohl es nicht mehr stimmig ist? Ich kann sie verstehen, ja. Es macht Angst, wenn das bisherige, vertraute Leben zerbricht und man noch keine neue Perspektive hat.

Das Interview führte Claudia Maxelon.

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