"Katie Fforde: Zimmer mit Meerblick". Fotocredit: ZDF/Keiko Hiromi.
"Katie Fforde: Zimmer mit Meerblick". Fotocredit: ZDF/Keiko Hiromi.

Katie Fforde: Zimmer mit Meerblick

"Herzkino" mit Catherine Bode und Thomas Unger

Schuldirektorin Julia vertraut zum ersten Mal in ihrem Leben einem Mann blind und bereut es bitter: Ausgerechnet sie soll auf einen Heiratsschwindler hereingefallen sein?

  • ZDF, Sonntag, 4. November 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 3. November 2018, 10.00 Uhr

Texte

"Die rote Tür zum Glück"

"Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast." Diesem Motto folgt die gestandene und bisher stets vorsichtige New Yorker Schuldirektorin Julia Gardener, hinreißend gespielt von Catherine Bode. Zum ersten Mal lässt sie alle Sicherheitsleinen los, um das so nahe Glück zu ergreifen: Ein Sommerhaus am Meer mit roter Tür, über deren Schwelle John (Jeremy King) sie nach der Hochzeit  tragen wird.

Doch zu Julias maßlosem Schrecken hat sie ausgerechnet einem Heiratsschwindler blind vertraut und nun auch ihre Mutter Carla (Beatrice Richter) mit in den finanziellen Ruin gezogen. In ihren Grundfesten erschüttert, fragt sich Julia, ob sie je wieder fähig sein wird, einem Menschen zu vertrauen?

Das Drehbuch für die komödiantische Glückssuche stammt aus der Feder von Astrid Ruppert und wurde von Helmut Metzger temporeich an der Bostoner Küste inszeniert: Der neue "Katie Fforde"-Liebesfilm feiert im "Herzkino" das Leben, das tatsächlich so manche Träume erfüllt – nur eben ganz anders als geplant, auf seine eigene unkontrollierbare Weise.

Verena von Heereman
HR Fernsehfilm / Serie II

Stab

Buch                         Astrid Ruppert       
Regie                   Helmut Metzger
Kamera                    Meinolf Schmitz
Musik                Jens Fischer
Ton  Matthias Wolf, Ivo Seewald   
Schnitt          Friederike von Normann
Szenenbild       Lars Brockmann   
Kostüm         Carola Neutze, Meike Pitke
Aufnahmeleitung    Sandra Böttger-Thieme, Sebastian Schanze-Arnold
Produktionsleitung  Christa Lassen
Herstellungsleitung    Roger Daute
Produktion            Network Movie Hamburg
Junior-Producerin           Jenny Maruhn
Producerin    Nina Tanneberger
Produzentinnen       Jutta Lieck-Klenke, Sabine Jaspers
Redaktion           Verena von Heereman
Länge                ca. 90 Minuten

Besetzung

Julia Gardener       Catherine Bode   
Rick Seymour    Thomas Unger 
Carla Gardener       Beatrice Richter
Molly Pepper      Petra Kleinert 
Dan Miller      Michael Lott
Nellie Gardener     Merle Collet  
John Mackenzie      Jeremy King
Phoebe Gardener       Niamh Barrios
Walter Middleton       Stephen Radochia
Marge   June Baboian
Kim     Monica Giordano
Fährkapitän      Jackson Royal
Hausbesitzerin    Marybeth Paul
Hausbesitzer    Dan Burke 
und andere

Inhalt

Die toughe New Yorkerin Julia ist beruflich erfolgreich und hat immer alles im Griff. Doch selten hat sich die Schuldirektorin so auf die Sommerferien gefreut wie dieses Jahr: Sie wird heiraten! Traummann John erwartet sie bereits in dem idyllischen Sommerhaus "Fisherman's Cove" auf einer verträumten Insel vor der US-Ostküste nahe Boston.

Aber als Julia dort ankommt, traut sie ihren Augen kaum: Das Strandhaus entpuppt sich als muffiges Diner, und statt John wohnt dort ein mürrischer Fischer namens Rick. Julia ist auf einen Heiratsschwindler hereingefallen, und ihr gesamtes Erspartes plus die Altersvorsorge ihrer Mutter Carla stecken in einem Haus, das nicht zu existieren scheint. Dabei hat Carla ihren beiden Töchtern von Kindesbeinen an ein tiefes Misstrauen gegenüber Männern eingeimpft. Nun schämt sich Julia so sehr, dass sie sich nicht einmal ihrer Schwester Nellie anvertraut.

Bevor doch noch alles herauskommt, will Julia ihren verschwundenen Bräutigam stellen. Gemeinsam mit der patenten Inselpolizistin, Sergeant Molly Pepper, begibt sie sich auf Johns Spur. Gleichzeitig bringt sie aus ihrem nervösen Tatendrang heraus Ricks Diner auf Vordermann – im Gegenzug spielt Rick vor Julias Familie ihren Verlobten. Zwar entdeckt Julia mit der Zeit sehr nette Seiten an Rick, zu ihrem Entsetzen jedoch auch eine Verbindung zwischen ihm und dem verschwundenen John. Zum zweiten Mal fühlt sie sich verraten und betrogen.

"Mein Vater hat mich zu einem starken Menschen gemacht" – Interview mit Catherine Bode

Sie spielen in "Katie Fforde: Zimmer mit Meerblick" Schuldirektorin Julia. Obwohl sie sehr selbstbestimmt lebt, kann sie sich nicht von der hohen Erwartungshaltung ihrer Mutter befreien.

Julia steht mitten im Leben, sie ist erfolgreich und hat es für sich allein weit geschafft, nur mit den Männern hatte sie bisher das gleiche Pech wie ihre Mutter. Julia ist ohne Vater aufgewachsen. Er ist auf und davon, als sie und ihre Schwester klein waren. Mutter Carla hat deswegen ihren Töchtern beigebracht, unabhängig zu leben.

Man erbt ja nicht nur das Genetische, sondern auch die Traumata, Ängste und Sorgen seiner Eltern. Julia hat von ihrer Mutter so einiges weitergegeben bekommen, es verinnerlicht und daraus eine unglaubliche Stärke gewonnen. Sie ist sehr kämpferisch, hat alles unter Kontrolle. Sie funktioniert jedoch so gut, dass sie bei allem Perfektionismus bisher zu wenig in Kontakt mit ihren eigenen Bedürfnissen gelebt hat. Nun scheint endlich das ganz große Glück gefunden zu sein: Ein Partner, der all ihre Träume erfüllen wird.

Irgendwo zu stranden oder eine Auszeit zu nehmen, ist ja für manche ein Traum – haben Sie schon mal in einer Hütte ohne fließendes Wasser Urlaub gemacht?

Julia macht das unfreiwillig, sie hat ja eigentlich genau das Gegenteil vor. Ich persönlich liebe das Einfache, habe tatsächlich eine meiner wunderschönsten Ferien mit Familie in einem uralten Bauernhaus ohne fließendes Wasser, elektrischen Herd oder Kühlschrank verbracht. Man ist den ganzen Tag damit beschäftigt, elementare alltägliche Dinge wie einheizen, kochen, erhellen oder einkuscheln zu organisieren. Ich sehe seitdem auch Schmortöpfe mit anderen Augen. Wenn der Herd eh den ganzen Tag mit Holz am Laufen gehalten werden muss, kann man auch wunderbar stundenlang ein köstliches Fleischgericht darauf köcheln lassen. Und morgens dann rauszugehen und mit frischem Quellwasser am Becken vor dem Haus die Zähne zu putzen, ist besonders schön. In der Hütte gab es natürlich – wie im Film auch – keinen Handy-Empfang. Das ist dann Fluch und Segen zugleich. Eine Entschlackung, bei der man erst mal merkt, wie sehr man davon bestimmt wird. Es tut gut, sich mit Brettspielen und Büchern zu beschäftigen.

Warum strandet Julia überhaupt auf der Insel?

Julia erhofft sich auf dieser Insel ihr Traumhaus mit Traumgatten – das pure Glück. Sie hat sich Hals über Kopf in einen Mann verliebt, bei dem sich magischerweise plötzlich all ihre Träume von einem Zuhause zu erfüllen scheinen – der sie rettet. Das passiert nicht so wenigen. Heiratsschwindler schnappen sich häufig Frauen, die Männer als Heilsbringer sehen. Sie agieren sehr gewieft. Mein Vater war immer präsent und wir haben ein enges Verhältnis. Er hat mich zu einem starken Menschen gemacht. Da muss kein Mann kommen, der mich rettet. Mir scheint aber, dass die Abwesenheit oder mangelnde Unterstützung von Vätern auch manche starken Frauen anfällig dafür machen, auf berechnende Männer hereinzufallen.

Gehen Männer und Frauen ähnlich mit Enttäuschungen um?

Ich spiele verschiedene Figuren und schaue bei jeder nach der Facette, die mit mir persönlich zu tun hat. Darin kann ich mich dann austoben und das Spezifische hochfahren. Das macht wahnsinnig viel Spaß und das Witzige ist, dass man bestenfalls von den Figuren etwas für das eigene Leben lernt. Julia ist ein Stehaufmännchen. Sie rappelt sich immer wieder auf, rückt die Krone gerade und macht weiter. Ich nehme auch gern alles in die Hand und nichts haut mich so leicht um. Aber den Aspekt habe ich bisher nicht so bewusst gelebt: Aufstehen und immer weitermachen, ob große oder kleine Enttäuschungen. Das wird ja eher Jungs beigebracht, kann aber eine Qualität sein: Nicht die Schuld bei sich zu suchen, nicht grübeln, nicht damit aufhalten. Beim Yoga heißt es: "Gedanken ziehen lassen." Ich versuche, dies nun mehr für mich zu kultivieren.

Mutter Carla weiß vieles besser als ihre Töchter. Welchen Rat haben Sie Ihren Kindern schon früh mit auf den Weg gegeben?

Carla sagt ihren Töchtern: "Bleibt unabhängig." Ich habe von meiner Mutter auch diesen Rat bekommen, möchte dem auch gar nicht widersprechen. Aber die große Kunst ist, sich trotz Unabhängigkeit auf jemanden einlassen zu können. Wir sind nicht dafür gemacht, stark und allein durchs Leben zu rauschen und niemandem zu trauen. Große Schutzmauern sind fürchterlich, man ist zwar autark, aber eben auch einsam.

Sobald man zum Beispiel gemeinsame Kinder bekommen hat, ist man immer emotional abhängig, aber dafür ist es dann auch mehr als doppelt so schön und groß, also etwas sehr Positives. Ich versuche, meinen Kindern ein glückliches Leben vorzuleben. Das spricht für sich, ist der beste Ratschlag und die größte Möglichkeit, gesellschaftlich etwas zu verändern. Eines Tages wird sich die Suggestivfrage "Wie machst Du das bloß mit vier Kindern und deiner Arbeit" an Frauen genauso erledigt haben, wie sie Männern nie gestellt wurde. Es ist ganz einfach: Ich habe den richtigen Mann dafür, kann gut organisieren, will es so und es macht mich glücklich.

"Ich sorge nie für irgendwas vor" – Interview mit Beatrice Richter

In der Konstellation mit ihren Töchtern weiß Mutter Carla ja gern mal alles besser...

Carla ist eine Frau, die sich auf den Beruf konzentriert hat. Eine dominante Person, die wohl auch Enttäuschungen in sich trägt, ein wenig Bitternis schwingt mit in ihren Ratschlägen. Die jüngere Tochter nimmt es mit Humor, Julia kann nicht ganz aus dem Schatten ihrer Mutter heraustreten. Obwohl sie mittlerweile Schuldirektorin ist, kann sie sich immer noch nicht von der hohen Erwartungshaltung ihrer Mutter befreien. Sie möchte weiter als perfekte Tochter dastehen. Letztlich möchte Mutter Carla Stabilität und Sicherheit für Julia.

Das ist ein wenig wie bei meiner eigenen Mutter, die mir schon früh geraten hat, einen Ingenieur, Bank- oder Steuerberater zu heiraten. Das hat mich aber als Kind schon nicht interessiert und so habe ich geantwortet: "Ein Ingenieur ingeniert mich nicht!" Ich bin ganz das Gegenteil: Ich sorge nie für irgendwas vor. Wenn ich damit jetzt anfangen würde, ginge vielleicht alles schief.

Mal ehrlich, haben Sie sich denn nicht selbst auch schon dabei erwischt, in Klischees über die Männer Ihrer Tochter zu denken?

Natürlich! Man denkt sich tausend Sachen, die man vielleicht nicht denken sollte.

Welchen Rat haben Sie ihrer Tochter schon früh mit auf den Weg gegeben?

Ich habe immer gesagt: "Schau, wer neben dir steht und wenn derjenige Hilfe braucht, musst du sie ihm geben." Man nennt uns auch die 'Kümmerer'. Heute weiß ich, dass man es damit nicht übertreiben darf. Wenn man andere mehr liebt, als sich selbst, geht das auch nicht gut aus.

Vielen Müttern fällt es nicht leicht, wenn Kinder sich abnabeln. Was sagen Sie - Loslassen ist gut, Kontrolle ist besser?

Mit dem Wort "loslassen" kann ich überhaupt nichts anfangen, es ist so abgenudelt und hat so einen esoterischen Beigeschmack. Genauso wie "Ich muss mich finden." Was soll das überhaupt heißen? In einem Comedy-Bühnenprogramm habe ich darüber sogar Witze gemacht: Ich habe auf dem Boden der Bühne überall nach mir gesucht, bis ich mich gefunden hatte: "Ah, da bin ich, jetzt habe ich mich gefunden!" Dann kam der Pausengong.

Irgendwo zu stranden, ist ja für manche ein Traum – haben Sie schon mal in einer Hütte ohne fließendes Wasser Urlaub gemacht?

Grundsätzlich ist für mich Urlaub der Horror das Wort allein schon! Strand mag ich nicht, Natur ist mein Tod. Wasser mag ich auch nicht. (lacht)

Also sind Sie ein absoluter Stadtmensch, der nie eine Auszeit braucht?

Auszeit? Horror. Als ich vor 16 Jahren nach Berlin kam, habe ich darauf bestanden, eine möglichst laute Wohnung zu bekommen. Schickimicki ist überhaupt nicht mein Ding. Ich mag gemischtes Publikum. Ich habe damals eine Wohnung in einer schönen, lauten Ecke gefunden. Nach hinten raus ist sie etwas ruhig, aber es wird dort gerade gebaut, ich hoffe lange. Lärm ist mein Glück. Wenn es zu leise ist, bekomme ich Angst. (lacht)

Apropos Angst: Sind Sie jemand, der generell vom Schlimmsten ausgeht?

Meine Tochter würde das vermutlich bestätigen. Aber ich finde, auf alles gefasst zu sein, ist etwas anderes, als vom Schlimmsten auszugehen.

Strandhaus mit roter Tür oder Penthouse mit Blick auf Skyline?

Für mich beides gleich schrecklich, ich brauche ein paar Mülltonnen und das Tohuwabohu der Stadt um mich herum. Mutter Carla würde das Penthouse nehmen: Sicherheit mit Ausblick – nicht mein Fall. (lacht) Ich lebe lieber ungewöhnlich, habe als Bayerin Asyl in Berlin beantragt, weil ich von dem spannenden Multikulti profitieren will. "Hallo", „"Wie geht's?", "Danke", "Auf Wiedersehen" kann ich zum Beispiel auf Türkisch, Arabisch, Iranisch oder Albanisch sagen. Das ist mein Beitrag zur Integration. (lacht)

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/katiefforde

Weitere Informationen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information

Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2018 ZDF 

Ansprechpartner

Name: Anja Scherer
E-Mail: scherer.an@zdf.de
Telefon: (06131) 70-12154