Killerspiele! Der Streit eskaliert

Zweite Folge der Doku-Reihe zur Geschichte der First-Person-Shooter

"Der Streit eskaliert": ZDFinfo sendet am Freitag, 13. Mai 2016, 11.10 Uhr erstmals die zweite Folge der dreiteiligen "Killerspiele"-Reihe (Weitere Sendetermine: Samstag, 14. Mai 2016, 7,30 Uhr und Montag, 16. Mai 2016, 23.00 Uhr). Die erste Folge "Killerspiele: Der Streit beginnt" hatte erstmals am 6. Februar 2016 in ZDFinfo veranschaulicht, dass bereits vor 40 Jahren, als die ersten Videospiele auf den Markt kamen, auch die erste Gewaltdiskussion zu verzeichnen war. Am 13, 14. und 16. Mai 2016 sendet ZDFinfo diese Startfolge "Der Streit beginnt" jeweils vor der neuen "Killerspiele"-Folge "Der Streit eskaliert".

  • ZDF info, Freitag, 13. Mai 2016, 11.10 Uhr

Texte

Sendetermine "Killerspiele"

Killerspiele: Der Streit beginnt

Mittwoch, 6. April 2016, 10.00 Uhr, ZDFinfo

Freitag, 13. Mai 2016, 10.30 Uhr, ZDFinfo 

Samstag, 14. Mai 2016, 6,45 Uhr, ZDFinfo

Montag, 16. Mai 2016, 22.15 Uhr, ZDFinfo

 

Killerspiele: Der Streit eskaliert

Freitag, 13. Mai 2016, 11.10 Uhr, ZDFinfo 

Samstag, 14. Mai 2016, 7,30 Uhr, ZDFinfo 

Montag, 16. Mai 2016, 23.00 Uhr, ZDFinfo

Killerspiele – Eine Doku-Reihe zur Geschichte der First-Person-Shooter

Killerspiele – kaum ein Wort in der deutschen Gaming-Landschaft ist so aufgeladen, kaum eine Debatte wurde so emotional geführt. Wer heute das Wort Killerspiele hört, denkt an "Counter Strike", an "Doom", mit großer Wahrscheinlichkeit aber auch an: Erfurt, Winnenden – den Tatorten von Schul-Amokläufen, die Anfang der Nullerjahre Deutschland erschütterten. Schnell waren die Schuldigen damals gefunden: sogenannte First-Person-Shooter, im Boulevard-Duktus hießen sie fortan Killerspiele.

Doch hinter der Geschichte dieser Computerspiele verbirgt sich so viel mehr – ZDFinfo erzählt sie, in einer dreiteiligen Doku-Reihe.

Schon Mitte der 70er Jahre erschien mit "Death Race" das erste Spiel, das eine Gewalt-Diskussion provozierte – auch wenn man damals nur pixelige Autos auf pixelige Strichmännchen zusteuern musste. Dieser erste Teil der Doku-Reihe erzählt, wie die Gewalt in die Computerspiele kam – von den Anfängen an Daddel-Automaten in den USA bis hin zur Entwicklung von "Doom", der Mutter aller Killerspiele. Für den 45-minütigen Film hat Autor Christian Schiffer unter anderem Doom-Mitschöpfer John Romero in seiner Wahlheimat in Irland besucht und über seine Pionier-Rolle im Genre der First Person-Shooter gesprochen.

Im Deutschen Computerspiel-Museum in Berlin und dem Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe hat der Autor sich die Exponate aus 40 Jahren Gaming-Geschichte zeigen lassen und Szene-Größen wie den ehemaligen "Powerplay"-Redakteur Boris Schneider-Johne und "Gamestar"-Chefredakteur Gunnar Lott getroffen. Weitere Gesprächspartner: Hans Ippisch, Schöpfer des frühen Ballerspiels "Soldier!", Andreas Lange, Direktor des Deutschen Computerspiel-Museums, Elke Monssen-Engberding, Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien und Stephan Schwingeler, Kunsthistoriker am ZKM.

Killerspiele: Der Streit eskaliert - Zweite Folge

Verbieten oder nicht verbieten? In den Nullerjahren kommt es in Deutschland zu einer Reihe von Amokläufen und in deren Folge eskaliert auch der Streit um sogenannte "Killerspiele".

Der zweite Teil der dreiteiligen Doku-Reihe "Killerspiele" blickt zurück auf die intensive deutsche Debatte. Erfurt, Emsdetten, Winnenden. Orte, an denen Schulamokläufe begangen wurden und die dadurch bundesweit traurige Bekanntheit erlangt haben.

In den Nullerjahren schockieren gleich mehrere dieser Verbrechen die Republik und Schuldige sind schnell gefunden: Es sind gewalthaltige Computerspiele, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass junge Männer unschuldige Menschen erschießen. Schnell fordern Politiker ein Verbot für sogenannte "Killerspiele", Ego-Shooter wie etwa "Counter Strike" sollen auch die Erwachsenen nicht mehr spielen dürfen. Doch die Gamer wehren sich, beginnen sich für ihr Hobby zu engagieren, und sie haben Erfolg: Das Killerspielverbot scheitert - auch, weil Computerspiele irgendwann sogar zum Kulturgut erklärt werden.

Unter anderem berichten der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, und der Fernsehmoderator Budi Budiman darüber, wie sie die Debatte erlebt haben.

"Vor 40 Jahren rief ein Videospiel bereits eine Gewaltdiskussion hervor"
Interview mit Filmautor Christian Schiffer 

Wie hat sich die Diskussion um die Killerspiele und deren angebliche oder tatsächliche Auswirkungen auf die Gemüter der Heranwachsenden in den vergangenen Jahren entwickelt?

Die Frage, was Automaten und Computerspiele mit Blick auf die Gewaltdarstellung dürfen, wurde schon sehr früh diskutiert: Bereits 1976, also vor 40 Jahren, gab es zum ersten Mal ein Spiel, das eine Gewaltdiskussion hervorrief, also bereits im "Paläolithikum" der Computerspiel-Geschichte – erst vier Jahre zuvor hatte Atari mit Pong den ersten Videospielautomaten auf den Markt gebracht. Doch die Debatte verschärfte sich vor allem in den Nuller-Jahren: Der Amoklauf an der Columbine Highschool brachte das Thema 1999 weltweit in die Diskussion, weil die beiden Täter, zwei Schüler, auch mit dem Computerspiel "Doom" und "Quake" sehr vertraut waren. In Deutschland wurde die Rolle von Killerspielen nach dem Amoklauf von Erfurt 2002 öffentlich debattiert, als der 19-jährige Robert Steinhäuser in seiner ehemaligen Schule ein Massaker veranstaltete. Nach dem Amoklauf von Winnenden 2009 erreichte die Diskussion ihren Höhepunkt und die Frage stand im öffentlichen Raum: Sollten diese Spiele nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern sogar für Erwachsene verboten werden? Damals setzte allerdings auch eine argumentative Gegenbewegung ein – von den Gamern selbst, aber auch von Kulturinstituten initiiert: Der Deutsche Kulturrat nahm den Game-Bundesverband in seine Reihen auf und positionierte sich eindeutig gegen ein Verbot von sogenannten Killerspielen, weil er dadurch die Kunstfreiheit bedroht sah. Heute ist die Diskussion in den Hintergrund getreten, es gibt andere Probleme: Datenschutz in den sozialen Medien, Cybermobbing, Videos im Netz mit realer Gewalt.

Hat demnach mittlerweile die Phase eingesetzt, in der Killerspiele differenzierter betrachtet werden können und nicht mehr unisono als gewaltverherrlichend abzutun sind?

Natürlich gibt es weiterhin Killerspiele, die militaristisch und gewalttätig sind, aber es gibt auch Killerspiele, die schon fast philosophisch daherkommen. Und es gibt mittlerweile die Walking Games, in der der Spieler in der Ego-Perspektive spazieren geht und gar nicht mehr geschossen wird. Die Frage, ob bestimmte Computerspieler dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche zu Killern werden können, konnte auch gar nicht klar beantwortet werden. In der Wirkungsforschung geht die Tendenz dahin, dass es einen solchen Zusammenhang in der direkten Form nicht gibt. Es wird keiner zum Killer, weil er Killerspiele spielt – da muss noch viel mehr zusammenkommen.

Wie wurde denn vor 40 Jahre die erste Killerspiel-Gewaltdiskussion geführt?

Mit ähnlichen Argumenten wie sie in der Debatte auftraten, die in den Nuller-Jahren in Deutschland geführt. Der Hersteller eines Videospiels, in dem Autos ineinander fuhren, hatte letzteres insofern verändert, dass die Autos nun durch Skelette ersetzt wurden. Durch diese Änderung wurde das Automatenspiel deutlich erfolgreicher und somit lukrativer für den Hersteller. Über diesen kleinen Hype gab es dann damals einen Bericht im US-amerikanischen Politmagazin "60 Minutes", in dem ein Psychologe sagte: Mit dem Spiel wird das Töten von Menschen eingeübt – eine Argumentation, die auch nach den Amokläufen von Erfurt und Winnenden zu vernehmen war.

Welchen Aufbau wählt Ihre dreiteilige Dokumentation, um die Geschichte der Killerspiele zu erzählen?

Im ersten Teil, der am 6. Februar 2016 gesendet wird, rückt die schon erwähnte Frühzeit der Video- und Computerspiele in den Blick. Wir schauen zum Beispiel auf Spiele, die damals von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften beanstandet wurden. In dem Spiel "River Raid", das 1982 auf den Markt kam, schießt ein Pixelflugzeug andere Pixelflugzeuge ab – das wurde damals als kriegsverherrlichend eingeschätzt, heute versteht man nicht mehr zwingend, was daran brutal sein soll. Damals wollte man nicht, dass Heranwachsende Krieg spielen. Auch "Doom", die Mutter aller Killerspiele, kam gut zehn Jahre später noch auf den Index der Bundesprüfstelle – auch das schildern wir in der ersten Folge. Im zweiten Teil geht es um die Killerspiel-Diskussion nach dem Amoklauf von Columbine bis zu dem Moment, in dem ein Killerspiel zum ersten Mal mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet wurde. Die dritte Folge schildert schließlich, wie sich die Killerspiele weiterentwickelt haben – auch Richtung Antikriegsspiele. Und es gibt einen Ausblick, wie Virtual Reality die Zukunft des Gamings verändern dürfte.

Mit Christian Schiffer sprach Thomas Hagedorn.

Biografische Angaben zu Christian Schiffer

Christian Schiffer, Jahrgang 1979, ist Redakteur und Radiomoderator beim Bayerischen Rundfunk und dort als BR-Netzexperte vorrangig mit digitalen Themen befasst. Der studierte Politikwissenschaftler gibt zudem das von ihm gegründete Magazin "WASD – Bookazine für Gameskultur" mit heraus. "Killerspiele" ist sein erster Film für ZDFinfo.

Infos zu ZDFinfo

ZDFinfo hat auch 2015 seinen Wachstumskurs insbesondere in den jüngeren Zuschauergruppen fortgesetzt und 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen erreicht. 2014 lag der Marktanteil noch bei 0,9 Prozent. Auch bei den Zuschauern gesamt hat sich der Anteil erhöht: von 0,9 Prozent (2014) auf 1,0 Prozent (2015).

Der Digitalsender mit hochwertigen Dokumentationen aus den Themenfeldern Zeitgeschichte, Politik, Wissen und Service hat dabei von seinem stetig wachsenden Programmangebot profitiert. 2015 sind pro Monat etwa 50 neue ZDFinfo-Dokus gestartet. Besonders erfolgreich waren dabei die mehrteiligen Dokumentarreihen, die zum Markenzeichnen von ZDFinfo geworden sind.

Die 154 Ausstrahlungen der zwölfteiligen Reihe "Countdown zum Untergang" erreichten im Schnitt 1,3 Prozent Marktanteil. Mit im Schnitt 1,2 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen bestätigen die 137 Ausstrahlungen der sechsteiligen Reihe "Die Geschichte der RAF", dass gerade jüngere Zuschauergruppen solche historischen Themen in ZDFinfo suchen. Im Ranking der erfolgreichsten Dokumentationen in ZDFinfo liegt der Film "Tödliches Stalking – Der Fall Jonathan Vass" ganz vorne. Diesen sahen am 2. Januar 2015 450.000 Zuschauer in ZDFinfo, bei einem Marktanteil von 1,5 Prozent und 2,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Im Ranking der erfolgreichsten Wissensdokumentationen in ZDFinfo ist der Film "Katastrophen der Erdgeschichte: Stunde Null" top: Diesen sahen am 24. September 2015 410.000 Zuschauer in ZDFinfo, bei einem Marktanteil von 1,6 Prozent und 1,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Robert Bachem, Leiter des Programmbereichs ZDFinfo, Gesellschaft und Leben: "Es freut mich, dass wir mit so hochwertigem und anspruchsvollem Programm jüngere Zuschauergruppen für die ZDF-Programmfamilie zurückgewinnen konnten. Gerade Menschen, die mitten im Leben stehen, schätzen unser Programmangebot, bei dem man immer etwas lernt. Mit diesem klaren Profil wollen wir auch 2016 weiter erfolgreich sein."

Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

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