Copyright: ZDF / Michael Clemens
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Klassik im Club

Klassik trifft auf Beats

Moderator Jo Schück (links, Panoramafoto oben) im Gespräch mit Violinistin Eldbjørg Hemsing und DJ Westbam. In der ZDF-Show aus dem Berliner "Theater im Delphi" treffen Klassikkünstler auf Star-DJs.

Ein aktuelles Online-Interview mit den beiden Star-DJs sowie Moderator Jo Schück finden Sie in "Clip 1" (Video) und "Clip 2" (Audio) - beides downloadfähig.

  • ZDF, Zweite Show: Freitag, 21. August 2020, 23.00 Uhr

Texte

"Klassik im Club" Allgemeine Infos

Klassik trifft auf Beats, junge Klassikstars teilen sich mit einem DJ die Bühne: Bei "Klassik im Club" gibt es keine musikalischen Grenzen, dafür überraschende Sounds und Arrangements.

Die passende Berliner Szene-Location dazu ist das "Theater im Delphi", bekannt als der 20er Jahre-Nachtclub aus der Serie "Babylon Berlin". Der Kulttempel gibt den Rahmen für Musik von Gershwin und Satie, für spanische Zarzuela und Neo-Klassik, für orchestrierte DJ-Versionen von "Das Boot" und Bachs "Air" bis hin zu dem Mega-Hit "Rhythm Is a Dancer". Gastgeber bei "Klassik im Club" ist Jo Schück ("Aspekte").

"Klassik im Club" am Freitag, 3. Juli 2020, 23:15 Uhr

Stab

 

Mitwirkende:

Alex Christensen
Alice Sara Ott
Fatma Said
Camille Thomas

Berlin Music Ensemble
Leitung: Johannes Zurl

 

Moderation:Jo Schück

Buch:Christian Busemann

Lichtdesign:Nik Evers

Tonregie:Rainer Maillard

Regie:Dirk Ludwig

Redaktion: Jörg Hitzemann, Daniel Konhäuser

Eine Produktion der DEF Media GmbH im Auftrag des ZDF

 

Inhalt

Die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott hat schon als Kind zahlreiche wichtige Wettbewerbe gewonnen. Heute sind die großen Dirigenten und Orchester ihre musikalischen Partner, wenn sie nicht solistisch auftritt. Alice Sara Ott ist eine moderne Künstlerin mit vielen unterschiedlichen Interessen. Ihr Credo: die klassische Musik einem möglichst breiten Publikum nahezubringen.

Fatma Said wuchs in Kairo auf, wo sie auch ihren ersten Gesangsunterricht bekam. Heute lebt die junge Sopranistin in Berlin. Sie gehörte dem Opernstudio der Mailänder Scala an und singt mittlerweile auf internationalen Bühnen. Sehr wichtig ist ihr soziales Engagement. So wirkte sie unter anderem bei einem Projekt zum Arabischen Frühling mit und trat beim Tag der Menschenrechte vor den Vereinten Nationen in Genf auf.

Die in Paris lebende Cellistin Camille Thomas wurde 2014 von den "Les Victoires de la Musique", dem französischen Pendant zu den Grammys, als "Newcomerin des Jahres" ausgezeichnet. Es folgte eine steile Karriere mit Konzerten in aller Welt und zahlreichen TV-Auftritten. 2017 wurde sie mit dem "ECHO KLASSIK" prämiert. Ihre neue große Liebe: ein Cello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1730, das sie als Leihgabe für ein Jahr bekommen hat.

Der deutsche DJ und Produzent Alex Christensen errang in den 90er Jahren mit dem Titellied zu "Das Boot" (U 96) internationale Aufmerksamkeit. In 22 Ländern stürmte der Track an die Spitze der Charts. Christensen mixt verschiedene Musikrichtungen und hält sich an keine Genregrenzen. So entstanden in Zusammenarbeit mit dem Berlin Orchestra bereits drei Alben, in denen Techno-Dance-Tracks der 90er mit klassischer Musik kombiniert werden.

Das Berlin Music Ensemble unter der Leitung von Johannes Zurl vervollständigt in beiden Sendungen das Line-up von "Klassik im Club“. Die Musiker aus verschiedenen Berliner Orchestern haben sich mit Einspielungen für internationale CD-Produktionen, Fernsehen und Kinofilme einen Namen gemacht.

"Klassik im Club" am Freitag, 21. August 2020, 23:35 Uhr

Stab

 

Mitwirkende:

WestBam
Eldbjørg Hemsing
Isata Kanneh-Mason
Louie’s Cage Percussion

Berlin Music Ensemble
Leitung: Johannes Zurl

 

Moderation: Jo Schück

Buch: Christian Busemann

Lichtdesign: Nik Evers

Tonregie: Rainer Maillard

Regie: Dirk Ludwig

Redaktion ZDF: Jörg Hitzemann, Daniel Konhäuser

Eine Produktion der DEF Media GmbH im Auftrag des ZDF


Inhalt

Ihre Heimat Norwegen und deren Natur prägen das Spiel von Eldbjørg Hemsing, das oft als unprätentiös und kraftvoll beschrieben wird. Mit 22 Jahren wurde die Geigerin international bekannt, als sie bei der Verleihung des Friedensnobelpreises auftrat. Heute gibt sie weltweit Konzerte. Eldbjørg Hemsing engagiert sich auch für soziale Projekte. Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise 2015 wurde sie Botschafterin eines Musikprogramms für Kinder zur Förderung der Integration.

Die englische Pianistin Isata Kanneh-Mason kommt aus einer sehr musikalischen Familie. Alle ihre sechs Geschwister sind klassisch ausgebildete Musiker. Isata, Absolventin der Royal Academy of Music in London, erhielt das renommierte Elton-John-Stipendium und trat auch zusammen mit ihrem populären Förderer in Los Angeles auf.  Die international erfolgreiche Pianistin hat zwei musikalische Idole: Clara Schumann und Beyoncé.

Eines ist bei Louie’s Cage Percussion garantiert: jede Menge Spaß und großes Staunen. Denn wie die sechs jungen Musiker auf verschiedensten Instrumenten rhythmisch performen und dazu noch ihre eigene Choreo inszenieren, das ist großes Kino. Wenn die klassisch ausgebildeten Schlagwerker, die in verschiedenen Orchestern spielen, zusammenkommen, heißt das Motto: Grenzen sprengen.

Maximilian Lenz alias WestBam gilt als Pionier der deutschen Techno-Szene und Mitbegründer der Loveparade. Seit Jahrzehnten legt der aus Münster stammende DJ auf der ganzen Welt auf, produziert, komponiert und schreibt. 2004 trat er gemeinsam mit Afrika Islam beim Vorentscheid zum Eurovision Contest an. WestBam arbeitet gerne und viel mit anderen Künstlerinnen und Künstler. So kamen auch Kooperationen mit internationalen Stars wie Lil Wayne, Iggy Pop und Kanye West zustande.

Das Berlin Music Ensemble unter der Leitung von Johannes Zurl vervollständigt in beiden Sendungen das Line-up von "Klassik im Club“. Die Musiker aus verschiedenen Berliner Orchestern haben sich mit Einspielungen für internationale CD-Produktionen, Fernsehen und Kinofilme einen Namen gemacht.

Interview mit Jo Schück (ZDF-Moderator), den Star-DJs Alex Christensen und WestBam (bürgerlich: Maximilian Lenz)

Was ist das Besondere an dem Projekt "Klassik im Club"?

Jo Schück: Der große Reiz an dem Format ist, die Klassik zu befreien von diesem Elitären, Distinguierten, was manchmal mit der Klassik einhergeht. Dass Alex Christensen jetzt in einem Club elektronische Tanzmusik auflegt, ist jetzt nicht so ungewöhnlich. Dass er das aber zusammen mit Stars aus der Klassikszene tut und dabei Grenzen zwischen den Genres einreißt, die sowieso künstlich sind, das macht den Reiz aus. Das wird da überdeutlich in diesem wunderschönen Theater, Club. Da merkt man einfach, dass es diese angeblichen Grenzen zwischen E- und U-Musik einfach gar nicht gibt.

Alex Christensen: Wenn ein DJ oder ein elektronischer Musiker auf Klassik-Künstler trifft, gibt es normalerweise erst einmal Berührungsängste, und jeder checkt sein Terrain ab. Dann merkt man aber relativ schnell, dass wir alle im Prinzip die gleiche Gesinnung haben: Wir wollen die Menschen unterhalten, wir wollen Emotionen wecken – und das jeder auf seine eigene Weise.

 

Klassische Musik trifft auf DJs und Dance Music. Was erwartet die Zuschauer?

Jo: In der Sendung kommen ja alle Genres im Einzelnen vor. Das heißt, wenn man wirklich ausgewiesener Klassikfan ist, dann kommt man so oder so auf seine Kosten, weil alle KünstlerInnen auch Solo-Parts spielen. Übrigens: Wenn man elektronischer Tanzmusikfan ist, dann wird man auch auf seine Kosten kommen, weil natürlich Alex und Westbam auch ihre Solo-Parts spielen. Und wenn man dann beides zusammenführt – und das ist ja nicht nur einfach, dass er einen Beat laufen lässt und drüber läuft eine Geige, sondern das ist ja ein ausgetüfteltes Arrangement.

 

Für einen DJ bedeutet dies eine grenzenlose musikalische Spielwiese.

Alex: Ich habe 2017 mein erstes Album veröffentlicht: Classical Dance der 90er, 17 Titel zusammen mit einem Orchester. Ich fühle mich eigentlich in diesem Genre, Orchester und Dance Music, total wohl und bade da auch drin. Mittlerweile habe ich drei Alben davon gemacht. Aber es ist schon noch etwas ganz anderes, wenn man das live macht, vor Publikum, in so einem tollen Theater.

 

Maximilian, Du hast in einem Interview zu Deinem aktuellen Album "Risky Sets" gesagt, ein DJ-Set sei ein Abenteuer. Ist "Klassik im Club" auch ein Abenteuer?

Maximilian/WestBam: Es sollte ein Abenteuer sein, auch wenn für solch eine Sendung viel vorausgeplant wird: Drei Monate vorher muss das DJ-Set abgegeben werden, damit die Lightshow, Pyrotechnik und das Ballett dazu abgestimmt werden können. Trotzdem ist dieser TV-Auftritt für meinen Geschmack auf jeden Fall auch ein Abenteuer.

 

Und für den Moderator?

Jo: Total interessant. Es gibt für mich nichts Besseres, als mit MusikerInnen aus verschiedenen Genres über ihre Passion zu sprechen. Das ist der gelebte Traum eines Moderators im Kulturbereich. Ich habe das "Wacken Festival" moderiert, genauso wie Teile vom "Echo Klassik", jetzt ist es "Klassik im Club". Ich finde, Genregrenzen sind künstlich eingezogen und für mich ist es einfach fantastisch, dass man Welten zusammenbringt, die schon längst zusammengehören.

 

Welchen Bezug habt Ihr eigentlich zu klassischer Musik?

Jo: Ich bin schon in jungen Jahren in klassische Konzerte gegangen, hatte damals lange Haare und bin dann abends auf Heavy-Metal-Konzerte gegangen.

Alex: Mein Vater war selber Musiker, riesiger Elvis- und Beatles-Fan und hat mir so früh Musik nähergebracht. Später habe ich nur Reggae gehört, dann Punk. Und dann gab es eine Phase, in der ich nur Klassik gehört habe.

Maximilian/WestBam: Ich bin ein Kind der 60er, als Johann Sebastian Bach einen relativ großen Einfluss auf die populäre Musik hatte, die mein Vater hörte – und ich als kleines Kind: "A Whiter Shade of Pale", ein Stück, das sich sehr eng an diesem Stück von Bach orientiert. Bach ist der Komponist, bei dem ich immer genau verstehe, warum jetzt was passiert. In dem Sinne ist Bach für mich eben der wahre Popkünstler unter den Komponisten.

 

Wer musste von Euch als Kind ein Musikinstrument lernen?

Jo: Ich habe Klavier gespielt und fand es früher nervig zu üben. Aber tatsächlich kam dann relativ schnell die Möglichkeit, in Bands zu spielen. Da war ich froh,  eine leichte musikalische Ausbildung gehabt zu haben.

 

Und wie machen es die Väter heute mit ihren Kindern?

Alex: Ich versuche, meinem Sohn, soweit es geht, klassische Musik näherzubringen. Der hat auch fünf oder sechs Jahre lang Klavierunterricht bekommen, hat sich jetzt in seinen Teenagerjahren sehr dem Hip-Hop verschrieben. So bekomme ihn schwer weg auf eine andere Musikrichtung, was ich aber auch in Ordnung finde. Es ist auch ein Stück weit Abgrenzung von seinen Eltern.

 

Alex und Max, wie beobachtet Ihr die DJ-Szene in Corona-Zeiten?

Max: Ich gehe davon aus, dass Locations, wo tausend Leute auf engem Raum zusammen schwitzen, tanzen und herumschreien, die letzten Orte sein werden, die wieder öffnen dürfen. Ich verhungere deshalb zwar nicht, aber ich glaube, da gibt es einige DJs, die an den Ausfällen wirklich zu knacken haben.

Alex: Für die kulturelle Szene ist das der absolute Super-GAU. Schlimmer geht es nicht. Ich höre von Clubsterben und Agenturen, die keine Bookings mehr haben und aufgeben. Das sind alles ganz schlimme Zeichen. Und für mich ist Kultur wie Atmen und Essen, das gehört einfach dazu, und das ist schützenswert. Das Schlimmste daran ist ja, dass dein Geist so verödet. Dieses geistige Austrocknen, das geht ja ganz vielen so, ist gruselig.

Max: Ja. Andererseits kann ich wiederum sagen, in dieser ganzen Zeit, in der ich keine Gigs mehr hatte, bin ich auf die verrücktesten Sachen gekommen. Ich habe Blues immer gehasst und habe diese Zeit der Einkehr genutzt, um mich über Robert Johnson und Big Mama Thornton und Son House (und wie sie alle heißen) schlau zu machen. Also ich hätte mich nicht mit Blues beschäftigt, wenn das nicht passiert wäre.

 

Hat die Pandemie auch positive Seiten?

Jo: Dass viele Menschen jetzt erst einmal merken, was ihnen fehlt: Kultur! Das waren früher eher Lippenbekenntnisse über Jahre hinweg. aber jetzt merken ganz viele Menschen, dass tatsächlich der Theaterbesuch, der Kinobesuch, das Clubkonzert oder die Ausstellung ganz wesentlicher Bestandteil ihres Lebens waren.

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