Liebe bis in den Mord - Ein Alpenthriller

Der Fernsehfilm der Woche

Nach einem Geburtstagsfest im Allgäu wird Sonja (Felicitas Woll) vergewaltigt. Erst fünfzehn Jahre später, als sie die Vergangenheit einholt und ihr Familienglück bedroht ist, bricht Sonja das Schweigen. Das Thriller-Drama vor bayrischer Alpenkulisse wurde von Regisseur Thomas Nennstiel in Szene gesetzt.

  • ZDF, Montag, 19. September 2016, 20.15 Uhr

    Texte

    Zerstörtes Familienglück

    Sonja und Thomas sind ein glückliches Paar und wollen heiraten. Doch Adrian, der Jugendfreund von Thomas, hat auch ein Auge auf Sonja geworfen und vergewaltigt sie. Fünfzehn Jahre später bricht ein Alptraum über die glückliche Ehe von Sonja und Thomas herein!

    Felicitas Woll, Thomas Unger und Gabriel Raab spielen das auf Gedeih und Verderb einander ausgelieferte Trio mit hoher Glaubwürdigkeit und Kraft. Felicitas Woll spielt mit teilweise verstörender und überzeugender darstellerischer Intensität ein gepeinigtes weibliches Opfer, das sich zur Wehr setzt. Sie setzt ihre ganze Kraft daran, ihre Ehe und ihre Tochter vor ihrem Peiniger in Sicherheit zu bringen.

    Das fesselnde Thriller-Drama vor schöner bayrischer Alpenkulisse wurde spannend und mit überzeugender Schauspielerführung von Regisseur Thomas Nennstiel in Szene gesetzt.

    Gabriele Heuser
    Hauptredaktion Fernsehspiel/Fernsehfilm I

    Stab und Besetzung

    RegieThomas Nennstiel
    BuchJürgen Werner
    KameraReiner Lauter
    MusikEnjott Schneider
    SzenenbildJost Brand-Hübner
    ProduktionJoJo Filmproduktion Wiesbaden
    ProduzentDr. Eberhard Jost
    RedaktionGabriele Heuser
    Längeca. 88 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller

     

    Sonja GruberFelicitas Woll
    Adrian KraillingGabriel Raab
    Thomas GruberThomas Unger
    Anna GruberPaulina Hobratschk
    Katharina GruberGisela Schneeberger
    Birgit ThalbachNina Kronjäger
    Ludwig ThalbachFerdinand Dörfler
    PfarrerMarkus H. Eberhard
    Hauptkommissar SchwertfegerWolfram Rupperti
    und andere

    Inhalt

    Nach einem Geburtstagsfest im Allgäu wird Sonja von Adrian, einem Kumpel aus der Jugend, vergewaltigt. Er macht ihr ein Liebesgeständnis und verschwindet. Verzweifelt wendet Sonja sich an ihre Schwester Birgit, die sie überzeugt, die Sache vor allen zu verschweigen, auch vor der Polizei. Denn Sonja hat sich gerade mit Thomas, dem Sohn der reichen Molkereibesitzerin Katharina Gruber, frisch verlobt. Thomas' Mutter hadert mit ihrer Schwiegertochter in spe, weil sie aus einfachsten Verhältnissen stammt.

    Fünfzehn Jahre später ist Sonja mit Thomas und ihrer Tochter Anna glücklich und hat sich sogar mit Katharina arrangiert. Da taucht Adrian plötzlich wieder auf – unter dem Vorwand, die Molkerei von Thomas finanziell retten zu wollen. Thomas und Sonja ahnen nichts Gutes, müssen aber nach jedem Strohhalm greifen. Und Adrian hat tatsächlich einen anderen Grund, warum er nach Bergheim zurückgekommen ist: Er kann Sonja nicht vergessen und ist fest davon überzeugt, dass er der leibliche Vater von Anna ist. Heimlich lässt ihre argwöhnische Schwiegermutter einen Vaterschaftstest machen – mit einem fatalen Ergebnis. Sonjas Familienglück ist bedroht.

    Als Thomas einen schweren Motorradunfall hat und stirbt, spitzt sich die Lage zu und Sonja bricht endlich ihr Schweigen.

    "Niemals schweigen!"
    Drei Fragen an Felicitas Woll

    "Liebe bis in den Mord" ist nicht nur eine dramatische Familiengeschichte, sondern auch ein spannender Krimi – aufbauend auf einer perfiden Vergewaltigungstat 15 Jahre zuvor. Aus der Innensicht: Warum hat Sonja in all den Jahren geschwiegen?

    Weil es alles verändert hätte in ihrem Leben. Es war eine ganz rationale Entscheidung, die anfangs auch mehr von Sonjas Schwester Birgit getroffen wurde. Eine Vergewaltigung ist ein Brandmahl mit dem viele Frauen leben müssen. Oft werden sie ausgeschlossen, gerade auch aus Familien, daher treffen viele Frauen die Entscheidung, nichts zu sagen und damit zu leben. Sonja hat sich überreden lassen zu schweigen, damit ihr Leben eine Richtung behält, sie weiterhin ein oberflächlich "normales" Leben führen kann. Damit sie niemand im Dorf schief anguckt und ihr Partner immer noch die Frau in ihr sieht, die sie vor der Tat war. Was das bedeutet, mit so einer seelischen Verletzung zu leben, wie viel Kraft man dafür aufbringen muss, mag man sich nicht vorstellen. 

    Welche Gefühle leiten Sonja, als das Unglück seinen Lauf nimmt?

    Sonja ist vielleicht viel stärker, als man zuerst vermuten könnte. Man kann auch nicht ganz in sie hineinschauen. Was macht so eine Tat mit einer Frau? Wird sie immer so verletzt bleiben? Entwickelt sich vielleicht eine große Wut in ihr? Eine Gleichgültigkeit oder sogar eine Gefühlskälte? Ich wollte, dass der Zuschauer nie ganz genau weiß, welche Gefühle Sonja leiten. Dass sie von einer Sekunde auf die andere vollkommen anders reagieren kann, als man annehmen würde. Das macht die Figur reich und nie ganz klar. Was sie in den 15 Jahren innerlich durchgemacht hat, kann ich nur erahnen, aber mit Sicherheit war der Gedanke der Rache, oder der Gerechtigkeit ganz stark in ihr. Aber auch, dass es vielleicht ein Fehler, war zu schweigen.

    Gibt es eine Botschaft, die Sie den Zuschauern – gerade den weiblichen – mit diesem Film mit auf den Weg geben wollen?

    Eine Botschaft sollte sein, niemals zu schweigen! Keinem Mann steht es zu, eine Frau zu missbrauchen und so einem Leid auszusetzen. Auch wenn man den Weg der Wahrheit vielleicht alleine gehen muss, man sollte niemals schweigen. Diese Geschichte ist leider so aktuell, dass ich es nicht glauben kann, dass wir Frauen immer noch um das Recht der Gleichberechtigung kämpfen müssen. Überall auf der Welt werden Frauen vergewaltigt. Und entweder kommt es zu gar keinem Prozess, oder er zieht sich so lange hin, dass sich die Frau den mangelnden Beweisen geschlagen geben muss. Gleichberechtigung ist in der heutigen Zeit immer noch nicht angekommen. Das ist eine ganz traurige Erkenntnis. Von daher hoffe ich sehr, dass immer mehr Frauen sich trauen und den Mut haben, laut zu werden und für ihr Recht zu kämpfen.

    Die Fragen stellte Elisa Schultz.

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