(c) ZDF und Svea Pietschmann
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Mit 80 Jahren um die Welt

Die Reportage über sechs ältere Menschen auf Weltreise

In der zweiten Staffel der sechsteiligen Reise-Reportage begleitet Steven Gätjen wieder eine ungewöhnliche Reisegruppe auf ihrem Weg rund um den Globus.

  • ZDF, ab Dienstag, 13. August 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek,

Texte

Mit 80 Jahren um die Welt

Es ist nie zu spät, Träume wahr werden zu lassen und ein großes Abenteuer zu wagen: Unter dem Titel "Mit 80 Jahren um die Welt" unternehmen sechs ältere Menschen wieder die Reise ihres Lebens im ZDF. Sie entdecken nicht nur fremde Länder und besuchen exotische Plätze, Folge für Folge erfüllt sich für je einen von ihnen auch ein persönlicher Traum. ZDF-Moderator Steven Gätjen begleitet die ungewöhnliche Reisegruppe auf ihrer Reise rund um den Globus.

Die große weite Welt haben die Reiseteilnehmer trotz ihres Alters noch nicht kennengelernt. Verblüffende Begegnungen, fremde Kulturen und exotische Orte erwarten sie in Kuba, Peru, Kanada, Japan, Kambodscha und Thailand. Mit viel Herzlichkeit und der geballten Lebenserfahrung von sechs 80-Jährigen, lassen sie sich auf unbekannte Abenteuer ein. Aber auch persönliche Schicksalsschläge, die Gemeinschaft in der Gruppe und der Umgang mit dem Thema Alter und alten Menschen in unserer Gesellschaft sind wichtige Aspekte dieser faszinierenden Reise.


1. Folge: Kuba Dienstag, 13. August, 20.15 Uhr

Zum Start der Weltreise fliegen die Senioren ins malerische Kuba. Für den Münsterländer Theo ist es die erste Reise ohne seine vor einem Jahr verstorbene Ehefrau Maria. Elf Jahre lang kümmerte sich der heute 79-Jährige um seine kranke Frau, die durch einen Schlaganfall pflegebedürftig wurde. Seine eigenen Bedürfnisse stellte Theo dafür stets hinten an. Steven Gätjen bereitet dem ehemaligen Lastwagenfahrer und leidenschaftlichen Rettungsschwimmer eine Überraschung am traumhaften Karibikstrand Kubas. Außerdem erlebt die Reisegruppe eine Oldtimerfahrt durch die Hauptstadt Havanna und wird in die Herstellung der weltberühmten kubanischen Zigarren eingeweiht.

2. Folge: Peru Dienstag, 13. August, 21.00 Uhr

Als zweites Reiseziel erlebt die abenteuerlustige Truppe das südamerikanische Peru. Der heimatverbundene Ernst ist zum ersten Mal im Leben einen ganzen Monat lang weg von zu Hause. Der bescheidene Thüringer ist Landwirt und Schafhirte mit Leib und Seele. Sein größter Wunsch ist es, einmal auf ein traditionelles Hirtenvolk zu treffen, um die "Kunst der Einfachheit" zu lernen. Dafür begeben sich Ernst und Steven Gätjen ins Hochland der Anden auf fast 4000 Meter Höhe. Bei Familie Modesto kommt der 80-jährige Ernst in den Genuss der berühmten peruanischen Gastfreundlichkeit, lernt aber auch den harten Lebensalltag eines Alpakahirten ohne Strom und fließendes Wasser kennen.

In der Hauptstadt stellen sich die Weltreisenden beim Motorschirmfliegen an der Steilküste einer sportlichen Herausforderung und genießen zur Belohnung Lima aus der Vogelperspektive. Auf dem Inka-Markt entdecken sie traditionelle Heilkräuter und das von Schamanen empfohlene natürliche Potenzmittel "Maca". Die international gefeierte peruanische Küche lernen die Senioren aus erster Hand bei Küchenchef Yurak kennen. Beim Nationalgericht Ceviche und einem Pisco Sour genießen sie die kulinarischen Höhepunkte des Landes.

3. Folge: Kanada Dienstag, 20. August, 20.15 Uhr

Für die Weltreisenden ist es nun an der Zeit, ihre warme Kleidung auszupacken, um die Schönheit der Wildnis Kanadas zu erleben. Die 81-jährige Ruth aus Sachsen-Anhalt hat zum dritten Reiseziel eine ganz besondere Beziehung. Ihr jüngerer Bruder Werner floh in den 1960er Jahren aus der DDR und hat sich im kanadischen Winnipeg niedergelassen. Für den ausgeprägten Familienmenschen Ruth ist es ein Herzenswunsch, die Heimat ihres Bruders und seiner Familie kennenzulernen und ihre Neffen und Großneffen endlich persönlich zu treffen.

Erste Eindrücke Kanadas von ungezähmter Natur sammeln die Senioren auf einem Roadtrip durch Ontario, vorbei an zugefrorenen Seen und endlosen Wäldern. Im offenen Pferdewagen genießen die 80-Jährigen die verschneiten Landschaften und lassen es sich bei Wellness gutgehen. Beim Holzhacken und gemeinsamen Lagerfeuer kommen bei den Senioren Erinnerungen und Emotionen hoch.

4. Folge: Japan Dienstag, 27. August, 20.15 Uhr

Die vierte Etappe ihrer Weltreise verbringen die Senioren in Tokio. Die japanische Hauptstadt ist mit über 37 Millionen Einwohnern die größte Metropolregion der Welt. Hier wird für die 81-jährige Witwe Marianne ein lang gehegter Wunsch wahr: Bei einer großen Modenschau darf die sportlich aktive Rheinländerin japanische Designerkleidung als Model auf dem Laufsteg präsentieren. Natürlich sind ihre Mitreisenden dabei, um Mariannes großen Auftritt mit ihr zu feiern.

Die gelebte Pflege uralter Traditionen lernen die Weltenbummler bei einer klassischen Teezeremonie kennen, um sich dann kurz darauf in das chaotische Gewusel von Tokios Takeshita Street zu stürzen. Marianne und Gisela vertiefen ihre neu gewonnene Freundschaft beim ersten Sushi ihres Lebens. Ohne Sprachkenntnisse verständigen sich die Weltreisenden mit einer lokalen Seniorengruppe und erfahren am eigenen Leib, wie sich die japanischen Senioren im Alter fit halten.

5. Folge: Kambodscha Dienstag, 3. September, 20.15 Uhr

Die sechs abenteuerlustigen Senioren verschlägt es zu den mystischen Kulturen und geheimnisvollen Dschungeltempeln des Königreichs Kambodscha. Im fünften Reiseland kann der Berliner Wolfgang, der von allen nur Nauke genannt wird, sich einen Kindheitswunsch erfüllen und endlich einmal selbst bei einer Ausgrabungsstätte Hand anlegen. Die größte Freude bereitet dem 81-Jährigen aber ein überraschendes Wiedersehen, mit dem er niemals gerechnet hätte.

Für die Senioren gibt es Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen und sich in einem traumhaften Resort verwöhnen zu lassen. In landestypischen knatternden Tuk-Tuks geht es zum größten sakralen Bauwerk der Welt – dem beeindruckenden Tempelkomplex Angkor Wat. Auf dem Night Market begeben sie sich auch kulinarisch auf völlig neues Terrain. Wer aus der Gruppe hat den Mut, gegrillten Skorpion, frittierte Maden oder Grillen am Spieß gemeinsam mit Reiseleiter Steven Gätjen zu probieren?

6. Folge: Thailand Dienstag, 10. September, 20.15 Uhr

Die letzte Station ihrer Weltreise führt die sechs Weltenbummler nach Thailand. Durch ihre Arbeit bei einer Schnellimbisskette und ihre coole Art hat die 80-jährige Gisela viel Kontakt zu jungen Menschen. Eigene Kinder waren der zweifachen Witwe leider nie vergönnt, umso mehr kümmerte sie sich um ihren Stiefsohn und war Ersatzoma für die Nachbarskinder. Heute im Alter will sie sich wieder für Kinder engagieren. Steven Gätjen möchte im "Land des Lächelns" auch der kontaktfreudigen Gisela ein Lächeln ins Gesicht zaubern und besucht mit ihr ein SOS-Kinderdorf.

Auf einem landestypischen Longtail-Boot entdecken die Senioren Bangkok. Sie stürzen sich in das bunte Treiben der schwimmenden Händler auf dem "Floating Market". Buddhistische Mönche laden die Weltreisenden in ihren Tempel zur Teilnahme an einer Zeremonie ein. In einer Elefanten-Auffangstation gehen die Senioren mit den empfindsamen Dickhäutern auf Tuchfühlung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Theo, 79 (1. Teil/Kuba)

Theodor kam 1940 in Alstätte (bei Ahaus) auf die Welt. Die Großfamilie mit elf Kindern lebte in einem Haus und betrieb Landwirtschaft – dabei halfen alle Kinder mit. Theo lernte von klein auf, verantwortungsbewusst zu handeln und die Familie zu unterstützen. Als Beruf lernte er Autoschlosser, arbeitete 35 Jahre lang als Lkw-Fahrer. Theo war 20 Jahre alt, als er seine große Liebe Maria kennenlernte. Sie wurden ein Paar und heirateten nach zehn Jahren Beziehung. Zusammen bekamen sie fünf Töchter. Theo war der Ernährer der Familie.

2007 kam es zur tragischen Wende in Theos Leben. Seine Maria stürzte schwer und war nicht mehr ansprechbar. Die Diagnose im Krankenhaus: Maria hatte einen Schlaganfall und Hirnblutungen erlitten. In der Folge litt sie unter schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Theo, seit zwei Jahren in Rente, musste das Leben neu ordnen. Zuerst nahm er noch Pflegehilfe zu Hause in Anspruch, später machte er alles allein. Er war gezwungen, das gemeinsame Haus zu verkaufen, und zog mit seiner Ehefrau in ein betreutes Wohnheim, um sich zu entlasten. 2018 verstarb Maria. In den Jahren, in denen er sich um seine kranke Frau kümmerte, gaben Theo zwei Dinge Kraft: seine Familie und das Musizieren. Schon seit 68 Jahren spielt Theo leidenschaftlich Tuba. Seine Gruppe "Freunde der Blasmusik – Legden" tritt bis heute regelmäßig auf.  

 

Ernst, 80 (2. Teil/Peru)

Ernst wurde 1938 im thüringischen Gernrode-Eichsfeld geboren. Hier wuchs er mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester auf einem landwirtschaftlichen Hof auf. Als sein Vater im Krieg zeitweise verschollen war, musste der kleine Ernst schon im Alter von sechs Jahren Verantwortung übernehmen: Täglich führte er 50 Schafe auf die Weide und hütete sie. Seitdem stand für Ernst fest, dass er Schäfer sein möchte.

Mit 22 Jahren lernte Ernst die damals 18-jährige Mechthild kennen. Zwei Jahre später heirateten sie. Das Paar bekam vier Kinder. Ernst ist mit Leidenschaft Landwirt und machte sich mit einem eigenen Betrieb selbständig. Mehr als 220 Tage pro Jahr verbrachte er mit den Schafen auf der Weide und schlief nachts in einer kleinen Hütte. Neben seiner Liebe zu den Tieren bildete Ehefrau Mechthild die wichtigste Konstante in Ernsts Leben. Sie hielt ihm den Rücken frei, kümmerte sich um den Haushalt und die Erziehung der vier Kinder. Heute führen Ernsts Söhne Armin und Ingo den Hof. Ernst, der die Vielseitigkeit des Schäferberufes und das Leben im Einklang mit der Natur schätzt, geht noch immer mit seinen Schafen auf die Weide, ganz ohne seine Tiere möchte er einfach nicht sein. Ganz besonders stolz ist der 80-Jährige auf seine Großfamilie. Ernst ist außerdem leidenschaftlicher Karnevalist und bastelt für sein Leben gern – besonders für die Enkel und Urenkel entwirft und baut er regelmäßig große Spielgeräte und Fahrzeuge.

 

Ruth, 80 (3. Teil/Kanada)

Ruth kam 1938 in Hötensleben in Sachsen-Anhalt zur Welt. Sie hat drei jüngere Brüder. Nach dem Krieg lebte Ruths Familie mit drei anderen Familien in einem Haus in Hötensleben. Als Ruths Vater im Jahr 1948 nach dem Krieg nach Hause zurückkehrte, hatte er Ruths Kindheit weitgehend verpasst. Diese war geprägt von Armut, Hunger und Entbehrung. Ruth arbeitete zunächst als Haushälterin, später arbeitete sie als Verkäuferin. 1958 heiratete sie ihren Albert. Das Paar bekam zwei Töchter. Auch als Mutter arbeitete Ruth weiter – in Teilzeit in einem Armaturenwerk. Nach der Wende verlor sie ihre Arbeitsstelle, mit 60 ging sie in Rente. Ruth lebt noch immer in dem Haus, in das sie mit ihrer Familie 1966 gezogen war.

Ruths Bruder Werner floh im Alter von 18 Jahren Anfang der 1960er-Jahre in den Westen. Nach einer Zwischenstation in Köln wanderte er nach Kanada aus. Dort heiratete er Mary und bekam seine Söhne Jeff und Mark. Werner ist ein sehr zurückgezogener Mensch, der viel Freiheit braucht und nur bedingt Nähe zulässt. Ruth hatte schon einmal den Plan, zu ihm nach Kanada zu fliegen. Aber ihr Mann wurde schwer krank und sie musste ihre Reise absagen. Vor zwei Jahren ist Ruths Mann gestorben, allein traut sie sich die weite Reise nun nicht mehr zu. Dabei möchte Ruth unbedingt den kanadischen Teil ihrer Familie kennenlernen. Ihre Neffen Jeff und Mark hat sie nur einmal vor mehr als zwanzig bzw. dreißig Jahren gesehen. Ihren Großneffen kennt sie nur vom Foto. Wie werden ihre Neffen und deren Familien sie in Empfang nehmen? Ruth weiß, dass dies wahrscheinlich ihre letzte Chance ist, ihre Familie in Kanada zu treffen. Und die will sie, trotz aller Bedenken und Sorgen, unbedingt nutzen.

 

Marianne, 81 (4. Teil/Japan)

Marianne wurde 1937 in Velbert im Rheinland geboren und wuchs als Einzelkind auf. Gemeinsam mit ihrer Mutter wurde sie während des Zweiten Weltkrieges nach Allenstein evakuiert. Als Marianne gerade einmal sechs Jahre alt war, wurde ihre Mutter ermordet. Ihr Vater ließ sie oft bei ihren Großeltern oder Bekannten, sodass Marianne sehr auf sich allein gestellt war. Sie begann eine Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten. Mit 17 lernte sie ihren Mann Gerd kennen, den sie drei Jahre später heiratete. Gerd war Klempner, Installateur und Heizungsmonteur und handwerklich begabt. All seine Kenntnisse gab er an seine Frau weiter. Die tierliebe Marianne wünschte sich Kinder, doch die Ehe blieb leider kinderlos. Das Ehepaar erarbeitete sich einen gewissen Wohlstand, baute ein Haus und schafft sich zahlreiche Haustiere an. Vor neun Jahren starb Gerd an einem Hirnschlag. Seitdem übernimmt Marianne alle handwerklichen Arbeiten selbst. Dennoch legt sie viel Wert auf ihre äußere Erscheinung, hält sich fit, achtet auf schicke Kleidung. Täglich trainiert Marianne zuhause auf ihrem Trimm-Dich-Fahrrad. Marianne ist es sehr wichtig, gepflegt und schlank zu sein – auch im Alter.

 

Wolfgang "Nauke", 81 (5. Teil/Kambodscha)

Wolfgang wurde 1937 in Berlin geboren. Er hatte eine Schwester und einen Bruder. Im Alter von sechs Jahren wurde Wolfgang, der von Kindesbeinen an von allen "Nauke" gerufen wurde, mit seinem Bruder Siegfried aus Berlin evakuiert. Seine Mutter starb 1945, der Vater ließ die Familie nach dem Krieg im Stich. Nachdem Nauke und sein Bruder zunächst bei der Großmutter Schutz fanden, kamen sie in verschiedene Heime, Nauke ins Kinderheim Borgsdorf im Berliner Umland. Vom Verbleib seiner Schwester wusste er lange Jahre nichts. Seinen Bruder Siegfried traf Nauke erst Jahre später zufällig auf einer Weihnachtsfeier; sie pflegen seither sporadischen Kontakt. Auch seine Schwester lernte Nauke erst im Erwachsenenalter kennen. Beide Geschwister sind mittlerweile verstorben.

Nach der Schule machte Nauke eine Ausbildung zum Elektriker und war später vor allem als Hausmeister tätig. Bereits vor der Wende arbeitete er mit dem Künstler Lothar Scholz an Keramik- und Mosaikwerken. Die Zusammenarbeit bestand insgesamt 15 Jahre. Bis heute arbeitet er als ehrenamtlicher Hausmeister für seine Hausgemeinschaft. Naukes große Leidenschaft ist das Basteln und Tüfteln an alten Kronleuchtern. Mit 18 lernte Nauke Edith kennen. Mit 19 heirateten sie; einige Jahre später wurde der gemeinsame Sohn geboren. Doch nach 15 Ehejahren, Sohn Stephan war neun Jahre alt, liessen sich die beiden scheiden. Sie ist die einzige Frau, mit der er verheiratet war. Das Ehepaar ging im Guten auseinander. Nauke verbringt im Sommer viel gemeinsame Zeit mit Sohn Stephan und dessen Frau in deren Bungalow in Brandenburg.

 

Gisela, 80 (6. Teil/Thailand)

Gisela wurde 1938 in Iserlohn bei Dortmund geboren. Sie hatte einen zwölf Jahre älteren Bruder, der zur Wehrmacht musste, als Gisela noch klein war. Ihre Kindheit erlebt Gisela als harmonisch. Da ihr Onkel Inhaber einer Bäckerei war, gab es auch in den harten Nachkriegszeiten immer genug zu essen. Als Jugendliche war Gisela meistens mit ihren Freundinnen unterwegs. Gisela liebt Rock'n'Roll-Musik und nutzte jede Gelegenheit, um feiern zu gehen. Hans wurde ihre erste große Liebe, die zwei heirateten. Da sich ihr Kinderwunsch nicht erfüllte, engagierten sich Gisela und Hans sozial, indem sie Waisenkinder zu Weihnachten besuchten und beschenkten. Manchmal unternahmen sie auch Ausflüge mit einigen Kindern aus dem Heim. Später übernahm Gisela immer wieder Betreuungsdienste für Nachbarskinder. Nach 17 Jahren Ehe erkrankte Hans an Kehlkopfkrebs und verstarb binnen eines Jahres. Giselas zweiter Ehemann brachte den zwölfjährigen Sohn Holger mit in die Ehe. Sie baute eine besondere Beziehung zu Holger auf, die bis heute anhält – auch nach dem Tod des zweiten Ehemannes. Heute lebt Gisela allein und geht immer noch tageweise bei McDonalds arbeiten. Dort arbeitet sie schon seit 24 Jahren, die Arbeit mit den jungen Kollegen und Kunden hält sie jung.


„In dieser Sendung geht es ums Leben“ – Interview mit Steven Gätjen

Du hast Senioren wieder auf unterschiedlichen Reisen rund um die Welt begleitet.
Wie war es denn für Dich?

„Mit 80 Jahren um die Welt“ ist ein ganz besonderes Format. Ich war aufgeregt und gespannt auf das, was jetzt auch in der zweiten Staffel passieren würde. Das Team ist das Gleiche geblieben. Wir haben aber sechs neue Menschen begleitet, und da sind natürlich die Vorfreude und die Spannung extrem groß. In dieser Sendung passiert so viel zwischenmenschlich, und das hat eine solche Authentizität und eine schöne ruhige Art und Weise des Erzählens. Ich liebe das Format und ich hoffe, dass das die Zuschauer auch gerne mögen.

 

Welche Rolle nimmst Du dabei ein? Bist Du Beobachter, Reisebegleiter oder Seelsorger?

Ich glaube, es gibt da keine spezifische Rollenbeschreibung für mich, sondern ich würde mich eher als Begleiter ansehen, auch als Seelsorger, aber vor allen Dingen als Freund. Auf Kuba hatten wir mit Theodor ein langes Gespräch am Strand. Und ich habe so mit ihm zusammen geheult. Das konnte ich ja gar nicht kontrollieren, das war ja gar nicht in meiner Intention. Es war einfach so emotional und so toll mit diesen Menschen zu sprechen. Es ist unbeschreiblich, was ich da erleben durfte.

 

Die Sendung zeigt, wie wichtig es ist zu reisen.
Warum sind Deiner Meinung nach Reisen so wichtig?

Ich glaube, Reisen hat nichts mit der Destination oder Distanz zu tun, sondern Reisen hat etwas mit dem Mut zu tun, einmal andere Ecken kennenzulernen. Ich glaube, dass Reisen den Horizont erweitert, da man sich selber auf eine gewisse Art und Weise in einer anderen Umgebung neu kennenlernt. Und zum Zweiten sind wir mittlerweile eine große Weltgemeinschaft. Wir müssen zusammen ganz wichtige Probleme angehen, damit wir noch eine Zukunft haben. Ich glaube, das erweitert einfach diesen Gedankengang.

 

Viele dieser Reiseziele waren auch für Dich neu. Gibt es Orte, an die Du gerne noch einmal zurückgehen würdest oder generell Reiseziele, die bei Dir noch offen sind?

Es gibt eine Menge Reiseziele, die ich noch auf meiner Liste habe, die ich gerne entdecken möchte, obwohl ich schon wirklich viel sehen durfte. Südamerika war für mich jetzt neu. Ich war einmal nur kurz jobmäßig in Mexiko, jetzt waren wir in Peru. Das würde ich gerne noch näher kennenlernen. Was mich total begeistert hat, war Tokio, Japan. Das fand ich gigantisch. Und ich war zum zweiten Mal auf Kuba, und ich fand es beim zweiten Mal genauso geil.

 

Würdest Du sagen „Mit 80 Jahren um die Welt“ ist eine Sendung für alle Generationen?

Bei der Sendung bin ich fest davon überzeugt, dass es etwas für alle Generationen ist. Das hat nichts mit den Protagonisten zu tun, die um die 80 Jahre alt sind oder mit dem Moderator, der Mitte 40 ist. Es geht in dieser Sendung ja ums Leben und darum, was wir erleben sollten. Ich kann nur jedem ans Herz legen, der seine Großeltern noch hat, sich mit ihnen zu unterhalten. Ich glaube, man kann so viel teilen, und es geht einfach darum, dass wir gesellschaftlich viel mehr in einer Gemeinschaft leben sollten. Deswegen denke ich, ist das etwas für die ganze Familie.

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