Neid ist auch keine Lösung

Komödie

Marie und Markus sind ein Bilderbuch-Paar. Doch der berufliche Alltag und zwei Kinder lassen die Eheleute kaum durchatmen. Wie gerufen kommt da die überraschende Einladung zum 40. Geburtstag von Maries ehemals bester Schulfreundin Heike. Auf der Geburtstagsparty zeigt sich, dass Heike alles erreicht hat, was sich die beiden Freundinnen früher für sich erträumt hatten: Sie sieht gut aus, hat Erfolg als Fotografin und gemeinsam mit ihrem smarten Ehemann Hans ein Traumhaus am See. In Marie keimt ein Gefühl von Neid auf, und plötzlich ist für sie nichts mehr gut genug.

Regie: Tobi Baumann, Drehbuch: Martin Dolejs und Johann A. Bunners.

  • ZDF, Donnerstag, 2. Juni 2016, 20.15 Uhr

Texte

Stab, Besetzung, Inhalt

Buch     Martin Dolejs, Johann A. Bunners
Regie       Tobi Baumann      
Kamera      Michael Boxrucker
Musik       René Dohmen, Joachim Dürbeck
Szenenbild   Josef Sanktjohanser
Ton       Uwe Schiefer
Kostüm      Matthias Vöcking
Produktionsleitung    Monika Krück
Herstellungsleitung      Andreas Breyer
Produktion      Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH, Köln
Produzent      Wolfgang Cimera
Redaktion     Thorsten Ritsch
Länge      ca. 90 Minuten

                           

Die Rollen und ihre Darsteller

Marie Baumgartner     Stefanie Stappenbeck
Markus Baumgartner      Matthias Koeberlin
Heike Steiner       Christina Hecke
Hans Steiner     Götz Otto
Carolina        Bibiana Beglau
Florian    Stephan Luca
Eva      Sanne Schnapp
Stephanie     Victoria Fleer 
Andrea      Brigitte Zeh
Walter Baumgartner     Peter Prager
Vivien     Marie Nasemann
Jana      Hannah Schiller
Jakob      Leopold Schmidt, Konstantin Schmidt
Ärztin     Katja Lechthaler
und viele andere

        

Marie und Markus Baumgartner sind ein Bilderbuch-Paar. Doch beruflicher Alltag und zwei Kinder lassen die Eheleute kaum durchatmen. Wie gerufen kommt da die Einladung zum 40. Geburtstag von Maries ehemals bester Schulfreundin Heike, inklusive langem Wochenende.

Kurzerhand engagieren die Baumgartners Opa Walter als Baby­sitter und fahren in Maries alte bayerische Heimat. Die Überra­schung vor Ort ist groß: Heike hat all das erreicht, was die beiden Freundinnen früher für sich erträumt hatten. Aus dem pummeligen Entlein ist ein schöner Schwan geworden, sie lebt ihren Traumbe­ruf Fotografin. Mit ihrem smarten Mann Hans bewohnt sie ein Traumhaus am See.

Während Markus die angenehme Atmosphäre im Haus der Freunde gleich genießt, keimt in Marie ein Gefühl von Neid auf. Warum ist sie nicht auch so erfüllt und glücklich? Waren denn alle Entscheidungen, die sie für ihr Leben getroffen hat, am Ende falsch? Und warum ist sie Sprechstundenhilfe und nicht die Ärztin geworden, für die sie sich nun aus Scham ausgibt? Sogar Markus ist ihr plötzlich nicht mehr gut genug.

Als Marie auf ihren alten Jugendschwarm Florian trifft und anfängt, ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen, ist für Markus die Grenze erreicht. Er startet eine Gegenoffensive: soll Marie doch sehen, was ihr durch die Lappen geht! Ist ja nicht so, dass er keine Träume hatte, die dem Konzept Familie "geopfert" wurden. Schließlich war er mal ein ganz ambitionierter Jungschriftsteller – wo war doch gleich noch das alte Manuskript? Im neuen Anzug, attraktiv und eloquent punktet Markus auf der Geburtstagsfeier bei den weiblichen Gästen, nicht zuletzt mit einer unterhaltsamen Lesung aus seinem alten Manuskript. Prompt ist die attraktive Verlegerin Carolina nicht nur fachlich an Markus interessiert.

Obwohl Marie durch Florian abgelenkt ist, entgeht ihr der Sinnes­wandel ihres Angetrauten nicht. Und so wird Heikes Geburts­tagsfeier zum Tanz auf dem Vulkan für das Ehepaar, bis beiden plötzlich klar wird, was sie da aufs Spiel setzen. Doch wie rudert man zurück, ohne sein Gesicht zu verlieren?

"Eine typische Geschichte unserer Generation"

Interview mit Regisseur Tobi Baumann

Was hat Sie an der Geschichte von "Neid ist auch keine Lösung" überzeugt?

Ich konnte sofort etwas mit dem Thema anfangen, denn die Geschichte von "Neid" ist für mich eine typische Geschichte unserer Generation. Die Hauptfigur unseres Films stellt anlässlich dieses Wiedersehens mit einer alten Freundin ihr eigenes Leben komplett in Frage. Für mich ist das mehr als nur eine typische Midlife-Crisis-Geschichte. Wir sind heutzutage wahnsinnig geprägt von Bildern, die wir vom Leben anderer haben, sei es durch Medien oder auch durch dieses permanente Herzeigen des Privatlebens in den sozialen Netzwerken. Und dieser Wettbewerb darum, wer, was, zu welchem Zeitpunkt im Leben geschafft hat, führt zu einem extrem verbreiteten Hinterfragen des eigenen Lebens und in der Folge auch zu dem teilweise absurden Verlangen nach Selbstoptimierung. Die Frage danach, ob man glücklich ist, ob man genug erreicht hat, wirklich so lebt, wie man es sich irgendwann einmal vorgenommen hatte, doch vielleicht alles hätte anders machen sollen. Unsere Generation beschäftigt sich für mein Empfinden übermäßig viel mit diesen Zweifeln an ihrem aktuellen Leben, und das, obwohl wir ja eigentlich in einer Zeit mit viel dringlicheren und größeren Problemen leben. Aber es scheint unserer Gesellschaft so unglaublich gut zu gehen, dass wir uns extrem viel und in den absurdesten Facetten mit uns selbst beschäftigen können. Daher mochte ich die Idee sehr, diese tiefe völlig irrationale Krise mit all ihrer Verwirrung komprimiert auf ein verrücktes Wochenende zu erzählen, eine Art "Coming of Age-Geschichte" der um die Vierzigjährigen.

Wann haben Sie sich für diese Besetzung entschieden?

Der Film kam zu mir zusammen mit Matthias Koeberlin, den die Autoren bereits beim Schreiben im Kopf hatten. Matthias und ich sind schon lange befreundet und waren sofort beide von dem Gedanken begeistert, bei diesem Projekt einmal wieder zusammenzuarbeiten. Ich mag Matthias' direkte Art und seinen trockenen Humor sehr. Seine komödiantischen Fähigkeiten werden leider viel zu selten eingesetzt, und ich bin wahnsinnig froh, ihn hier einmal genau diese Seite zeigen lassen zu können. Stefanie Stappenbeck hatte ich kurze Zeit vorher beim Casting zu einem Kinoprojekt getroffen und sie war mir da sehr im Kopf geblieben. Sie hat eine freche Schnauze und ist wahnsinnig schnell. Auch hat sie eine sehr pragmatische Art mit der Figur gemein. Ich hatte ziemlich schnell das Gefühl, dass die beiden gut zusammenpassen könnten.

Gegen dieses Paar wollten wir einen starken Kontrast setzen. Die Steiners sollten coole, entspannte Leute sein, die offensichtlich sehr glücklich sind und vordergründig alles erreicht haben, dabei aber nie prätentiös oder arrogant wirken. Christina Hecke verkörpert für mich einen sehr modernen Frauentyp mit einer starken Haltung, Smartness und trotzdem unheimlich viel Wärme. Götz Otto kannte ich bis dahin nur privat als unfassbar netten und coolen Typen. Er ist allein durch seine Körperlichkeit sehr beeindruckend und dazu noch wahnsinnig aufmerksam, ein echter Gentleman. Außerdem verfügt er durch seine internationale Erfahrung über eine große Selbstironie, die der Figur sehr gut tat. Mir war es sehr wichtig, dass wir ein Ensemble zusammenbekommen, das miteinander die Freude am Spiel teilt. Die für mich persönlich größte Entdeckung dabei ist übrigens, neben vielen tollen Nebenrollen, Bibiana Beglau, die ich nur gefragt habe, weil ich ein Interview mit ihr gelesen hatte, in dem sie den Wunsch äußerte, endlich einmal Komödie zu spielen. Sie hat mir meine mutige Anfrage mit wahnsinnigem Spaß bei der Arbeit gedankt.

Welche Aspekte waren Ihnen bei der Inszenierung besonders wichtig?

Wir wollten das Thema mit einer spielerischen Leichtigkeit erzählen. Mir schwebten die luftigen französischen Sommerkomödien vor, die schon immer sehr stark vom Dialog leben und eigentlich in erster Linie die Situation und die Figuren sehr sorgfältig beobachten.

Wie sah Ihr Gesamtkonzept für den Film aus?

Das eine Paar ist eigentlich permanent auf der Flucht vor der Konfrontation mit dem Glück des anderen. Es gibt wunderbare Streitszenen, die immer so ausgetragen werden, dass es die Anderen nicht mitbekommen. Vordergründig lassen sie es immer so aussehen, als sei alles in Ordnung, obwohl es hinter den Kulissen bereits mächtig brodelt. Bereits das Drehbuch war geprägt von großer Selbstironie der Figuren, einer hohen Dichte im dialogischen Schlagabtausch und einem daraus resultierenden hohen Tempo. Wir haben versucht, dieses Tempo und den komprimierten Wahnsinn eines verrückten Wochenendes zu transportieren und dabei aber immer die Tiefe der Figuren und den von Nostalgie geprägten Spirit zu erhalten.

Gibt es eine Szene, mit der Sie besondere Erinnerungen verknüpfen?

Die Szene auf dem Golfplatz hat großen Spaß gemacht. Das ist eine der Szenen, wo wir mit den Jungs mal "dem Affen Zucker geben" durften. Ich mag diese Art von Inszenierung sehr, bei der im Hintergrund etwas völlig Bescheuertes passiert, während im Vordergrund ganz selbstverständlich und normal agiert wird. Auch der Dreh der gesamten Party über mehrere Nächte hat viel Spaß gemacht. Hier hatten alle Figuren ihre Momente, und ein kleines Highlight für mich ist die Szene, in der im Hintergrund eine der drei Freundinnen in den Pool kotzt, denn das wollte ich immer schon mal auf einer Erwachsenenparty sehen.

Sie haben sich dem Genre Komödie und Comedy verschrieben. Warum haben Sie sich explizit dafür entschieden? Könnten Sie sich vorstellen, auch mal einen Krimi zu inszenieren?

In erster Linie sehe ich mich einmal als Unterhalter. Ich möchte Filme machen, die ich auch als Zuschauer gerne sehe, und da interessieren mich eigentlich wahnsinnig viele verschiedene Genres. Ich hatte das Glück, in diesem Genre aufzuwachsen und mit ihm erwachsen zu werden. Diesem Genre fühle ich mich deshalb auch irgendwie verpflichtet.

Ich möchte immer wieder versuchen, es weiterzuentwickeln, Aspekte zu entdecken, die ich bisher darin noch nicht gefunden habe. Das Genre hat ja in sich schon unheimlich viele Facetten. Man kann sehr albernen Humor erzählen, eine tragische Komödie mit großer Tiefe oder auch ein spannendes Abenteuer mit leichten Momenten. Ich habe das Gefühl, hier lange noch nicht alle Spielarten ausgelotet zu haben. Manchmal fehlen mir allerdings ein wenig die Hybriden der verschiedenen Genres in unserer Landschaft. Ich würde mir wünschen, wir könnten insgesamt noch ein wenig offener für die Genrevielfalt werden.

Das Interview führte Ellen Wirth

"Gelebte Realität und hochfliegende Träume"

Interview mit Stefanie Stappenbeck

Was mochten Sie an der Geschichte von "Neid ist auch keine Lösung" und hat Sie überzeugt, die Rolle der Marie anzunehmen?

Wir kennen ja alle das Dilemma zwischen gelebter Realität und hochfliegenden Träumen. Wir leiden an dem Kummer über vermeintlich falsche Entscheidungen und verpasste Gelegenheiten. Davon erzählt dieses Drehbuch auf eine wunderbar leichte und berührende Art – und das zusammen mit einem so tollen Regisseur und Team plus allerallerfeinste Kollegen – da konnte ich nur laut ja sagen!

Was geht in Marie vor, als sie sieht, wie ihre alte Schulfreundin Heike lebt und arbeitet?

Marie ist geschockt! Heike hat all ihre Mädchenträume wahrgemacht und lebt ein scheinbar perfektes Leben. Marie glaubt zu erkennen, dass sie ihre Träume aus den Augen verloren und sich vom Alltag hat auffressen und ausbremsen lassen.

Liegt es in der Natur des Menschen, nie zufrieden zu sein?

Zu schauen, was möglich wäre, groß zu träumen, nach den Sternen zu greifen – das treibt uns an und bringt uns vorwärts. Nicht zufrieden zu sein, ist ein großer Ansporn, wenn man sich davon nicht erdrücken lässt.

Gibt es Momente, in denen Sie neidisch sind, und wenn ja, worauf?

Im Moment habe ich eine ganz entspannte Phase, in der ich mich über mein Leben von oben bis unten freuen kann und nicht nach dem schaue, was eventuell doch noch möglich wäre, wenn... Aber ich kenne es auch anders, kenne verzweifelte Tage, an denen ich mich begrenzt und eingeschränkt fühle und alle beneide, denen es scheinbar nicht so geht. Dann bin ich neidisch auf alle, die viele Sprachen sprechen, tanzen können, tiefenentspannt und superkreativ sind.

In dem Film geht es auch um vermeintlich verpasste Entscheidungen im Leben. Hat Marie sich denn falsch entschieden?

Ganz am Ende trifft sie die richtige Entscheidung, und das ist doch die Hauptsache!

Haben Sie eine Lieblingsszene im Film?

Ich mag die große Szene am Schluss sehr, wenn alle mit ihren Missverständnissen, Nöten und Geständnissen aufeinandertreffen. Das ist wahnsinnig lustig und anrührend zugleich.

 Das Interview führte Ellen Wirth

"Komödien bedeuten mir viel"

Interview mit Matthias Koeberlin

Herr Koeberlin, man sieht Sie häufig in Krimis, seltener in Komödien. Hat Ihnen der Ausflug in dieses Genre Spaß gemacht?

Komödien bedeuten mir viel. Und ich freue mich immer, wenn ich ein Buch angeboten bekomme, das meinen Humor trifft. Generell versuche ich, den vielen Krimis, die produziert und mir angeboten werden, auch immer wieder andere Rollen und Genres entgegenzusetzen.

Welche Charakterzüge Ihrer Figur Markus sind Ihnen nah, welche eher fremd?

Markus ist ein Mensch, dem die Familie über alles geht und der den Wirren und Unbilden des Lebens mit Humor entgegentritt. Darin sind wir uns ähnlich. Überhaupt eint uns eine gewisse "Leichtigkeit des Seins", auch wenn nicht immer alles glatt läuft.

Gibt es Szenen im Film, die Ihnen bekannt vorkommen?

Die alltäglichen Reibereien und kleinen Spitzen innerhalb einer Ehe und Partnerschaft kenne ich natürlich, auch wenn sie im Film überspitzt sind.

Wie es scheint, kann Markus die Unzufriedenheit seiner Frau nicht wirklich nachvollziehen. Ist das typisch "Mann", sich zu arrangieren und den Weg des geringsten Widerstands zu gehen?

Ich denke, dass Markus mit seinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden ist. Natürlich hat auch er Sehnsüchte und Wünsche, aber im normalen Rahmen und ohne dass es zum Problem für ihn wird. Ich glaube nicht, dass es typisch männlich ist, sich mit bestimmten Situationen zu arrangieren. Es ist eine Typ- und Charakterfrage und ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen gleichermaßen vorhanden.

Im Film fällt der Satz: "Die Midlife-Crisis bekommen heute nur die Männer". Würden Sie dem zustimmen? Kennen Sie ein Rezept gegen die vielzitierte Midlife-Crisis?

Ich glaube, sie ist nicht zwangsläufig an das männliche Geschlecht gebunden. Ich bin allerdings sehr gespannt, ob sie mich auch trifft und wie ich damit umgehe. Ich denke aber, dass ich gefestigt und glücklich genug bin, um nicht alles auf den Prüfstand zu stellen und umkrempeln zu müssen.

"Neid ist nur die hässliche zickige Schwester der Bewunderung", sagt Markus. Wie sehen Sie das?

Es gibt das Sprichwort "Neid ist die höchste Form der Anerkennung". Das trifft es hierzulande leider sehr genau. Ich empfinde Neid als etwas komplett Überflüssiges und Dummes. Gerade, was den weitverbreiteten materiellen Neid angeht. Es kostet Energie, macht unglücklich und ändert nichts an der eigenen Situation. Wozu also?

Im Film gibt es eine Szene auf dem Golfplatz. Wie ist Ihr Handicap?

Da ich privat nur Minigolf spiele, ist mein Handicap übersichtlich (lacht). Ich halte es da mit Markus: "Was ist dein Handicap?" "Golf!"

 Das Interview führte Ellen Wirth

"Ich musste schon beim Drehbuchlesen lachen"

Interview mit Christina Hecke

Was mochten Sie an der Geschichte und hat Sie überzeugt, die Rolle der Heike anzunehmen?

Ich musste schon beim Drehbuchlesen lachen! Und: Ich habe mich in diesen Klischees so wiedergefunden. Das ist der Finger auf die Wunde der Zeit eines Enddreißiger/Anfang Vierziger! Dann noch das Ensemble und Tobi Baumann als Regisseur… Und die Gelassenheit und Ausgeglichenheit meiner Figur, Heike Steiner, die mochte ich auch sehr!

Gibt es Charakterzüge bei Heike, die Ihnen vertraut oder gänzlich fremd sind?

Vertraut ist mir eben dieses gelassene und ausgeglichene Wesen. Zumindest heute. Eine Frau, die um die Welt gereist ist, und in einem Haus am See in einer ehrlichen und liebevollen Beziehung lebt, mit ihren Macken ihren Frieden gefunden hat. Und ihr Leben liebt. Nicht ganz mir eigen ist die leichte Überdrehtheit. Eine Eigenschaft, in die zu schlüpfen, richtig Spaß gemacht hat!

Thai-Chi im Garten, Life-Balance, Networking –ist die Welt, in der Heike lebt, pures Glück und Harmonie? Oder doch nicht?

Hinter jeder Geschichte vermuten wir die Leichen im Keller, suchen den Haken, wie kann jemand wirklich sein Leben lieben? Diese Frage finde ich traurig. Es ist möglich sein Leben zu lieben – in Harmonie und Liebe, leicht und fröhlich! Das ist allerdings auch Arbeit (lacht) .Dazu muss man dann schon bereitsein – und das sind eben die Wenigsten: deshalb dieser "Neid-Faktor"!

Heike sagt im Film: "40 ist das neue 30. Das perfekte Alter für uns." Was halten Sie von solchen Aussagen?

Perfekt? Es gibt kein "perfekt"! Wir sind vollkommen, ja – nur haben wir uns eben alle ein paar Macken zugelegt! Also ein "perfektes" Alter?!? Zumindest eins ist neu: Großstadtfrauen, die erst einmal ihren beruflichen Weg gelebt haben und doch noch Kinder wollen und Erstgebärende mit Ende 30, Anfang 40 sind – sind nicht mehr ungewöhnlich! Das ist Fortschritt.

Haben Sie eine Lieblingsszene im Film?

Also Qigong mit Götz war zum Niederknien komisch.

 Das Interview führte Ellen Wirth 

"Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner"

Interview mit Götz Otto

Hans wirkt nach außen wie Mr. Perfect, oder wie Markus beim ersten Treffen feststellt: "Der große Bruder von Richard Gere ist der Poolboy." Was hat Ihnen an der Figur besonders gefallen?

Es hat mich wirklich sehr gewundert, dass meine Figur niemanden umbringen musste. Das war eine völlig neue berufliche Erfahrung für mich. Und – ganz im Ernst, es ist gar nicht so leicht, jemanden zu spielen, der keine wirklichen Probleme hat. Dem Mann geht es einfach rundum gut. Aber die Problematik des Filmes dürfte doch jedem von uns bekannt sein. Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner...

Was würden Sie sagen, dass der Titel "Neid ist auch keine Lösung" stimmt?

Neid ist ein furchtbares Wort. Jeder von uns fühlt sich doch mal vom Leben ungerecht behandelt. Ich zum Beispiel frage mich fast täglich, warum ich noch keinen Oscar oder noch immer kein Millionen-Konto in Panama habe. Das ist doch einfach nicht fair... (lacht)

Im Film fällt der Satz: "Die Midlife-Crisis bekommen heute nur die Männer". Würden Sie dem zustimmen? Kennen Sie ein Rezept gegen die vielzitierte Midlife-Crisis?

Auf diese Frage gibt es sicherlich auch humorige Antworten, aber ich finde tatsächlich, dass es gut ist, sich und sein Leben öfter zu hinterfragen. Das bringt einen weiter und man kann sich entwickeln. Wenn dieses Hinterfragen dann eklatant negativ ausfällt, kann es auch mal zu Krisen kommen. Man darf die Krise nur nicht zu hoch hängen.

Life-Balance, Networking und Thai-Chi im Garten. Die heile Welt von Hans und Heike. Wie steht es um Ihre Life Balance?

Die Wortschöpfung "Life-Balance" habe ich das erste Mal in unserem Film gehört. Ich bewege mich viel, weil es mir Spaß macht. Esse, was mir schmeckt, und versuche, meine Familie und Freunde nicht allzu sehr zu nerven. Damit geht es mir eigentlich ganz gut.

Haben Sie eine Lieblingsszene im Film?

Natürlich die Sex-Szene mit Heike, aber die wurde leider rausgeschnitten (lacht).

Das Interview führte Ellen Wirth

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