Die "plan b"-Sendung  am 20. Oktober: "Lebenswert bis zum Ende – Vom anderen Umgang mit dem Tod". Foto: ZDF/Renate Werner
Die "plan b"-Sendung  am 20. Oktober: "Lebenswert bis zum Ende – Vom anderen Umgang mit dem Tod". Foto: ZDF/Renate Werner

plan b

Lebenswert bis zum Ende – Vom anderen Umgang mit dem Tod

"plan b" bietet konstruktiven Journalismus. Am Samstag, 20. Oktober 2018, 17.35 Uhr, ist die "plan b"-Dokumentation "WIR sind die Stadt – Wenn Einwohner anpacken" zu sehen. Seit dem 7. Oktober 2017 wirft "plan b" samstags um 17.35 Uhr im ZDF einen lösungsorientierten Blick auf aktuelle Probleme und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie diese in den Griff zu bekommen sind. "plan b" ist die erste Dokumentationsreihe im deutschen Fernsehen, die diesen konstruktiven Ansatz verfolgt.

  • ZDF, Samstag, 20. Oktober 2018, 17.35 Uhr / samstags um 17.35 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Samstag, 20. Oktober 2018

Texte

"plan b" – Neue Dokumentationsreihe

"plan b" bietet seit dem 7. Oktober 2017, samstags um 17.35 Uhr im ZDF, konstruktiven Journalismus. "plan b" ist eine Dokumentationsreihe mit Reportage-Elementen, die das jeweilige Thema anhand verschiedener Beispiele und Protagonisten aufbereitet und dabei den europäischen Aspekt immer mit einbezieht. "plan b" wirft einen lösungsorientierten Blick auf aktuelle Probleme und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie diese in den Griff zu bekommen sind. "plan b" ist die erste Dokumentationsreihe im deutschen Fernsehen, die diesen konstruktiven Ansatz verfolgt.

Sendetermine und Stab

Samstag, 20. Oktober 2018, 17.35 Uhr, ZDF

plan b: Lebenswert bis zum Ende
Vom anderen Umgang mit dem Tod

Film von Renate Werner

Produktion: taglicht media
Redaktion: Christian Dezer
Länge: ca. 30 Minuten

 

Samstag, 27. Oktober 2018, 17.35 Uhr, ZDF

plan b: Heilen ohne Antibiotika
Wie wir in Zukunft Infektionen behandeln können

Film von Torsten Mehltretter

Produktion: Mehltretter Media
Redaktion: Christian Dezer
Länge: ca. 30 Minuten

 

Samstag, 4. November 2018, 17.35 Uhr, ZDF

plan b: Stadt im Wandel
Neuer Schwung für alte Viertel

Film von Boris Quatram und Nanje Teuscher

Produktion: Spiegel-TV
Redaktion: Christian Dezer
Länge: ca. 30 Minuten

 

Samstag, 10. November 2018, 17.35 Uhr, ZDF

plan b: Zum Schutz der Meere
Fisch ohne Reue

Film von Utta Seidenspinner

Produktion: META Productions
Redaktion: Christian Dezer
Länge: ca. 30 Minuten

 

Samstag, 17. November 2018, 17.35 Uhr, ZDF

plan b: Smart Cities
Nachhaltig leben in der Stadt

Film von Jana Ewaldsen und Mirella Pappalardo

Produktion: META Productions
Redaktion: Christian Dezer
Länge: ca. 30 Minuten

 

Samstag, 24. November 2018, 17.35 Uhr, ZDF

plan b: Clevere Cops
Mit Hightech auf Verbrecherjagd

Film von Jenny Roller-Spoo

Produktion: Ghostcat Medienproduktion
Redaktion: Christian Dezer
Länge: ca. 30 Minuten

plan b: Lebenswert bis zum Ende – Vom anderen Umgang mit dem Tod

Jeder zweite Deutsche stirbt im Krankenhaus. Dabei ginge es auch anders: zu Hause, gut umsorgt und nicht allein. "plan b" zeigt, wie wir Sterben und Tod wieder mehr in unsere Mitte holen.

Die 37-jährige Jana ist sterbenskrank, drei Chemotherapien hatten keinen Erfolg. Jetzt hat sie sich entschieden, die letzte Lebensphase mit einem neuen Projekt selbst in die Hand zu nehmen: ein eigener kleiner Laden. Über ihre Krankheit redet sie ganz offen.

Der Tod als Tabu – in England soll damit jetzt Schluss sein. Immer mehr Bürger kümmern sich darum, das Sterben ins alltägliche Bewusstsein zu holen. London erlebt gerade einen Boom der sogenannten "Death Cafés". Dort treffen sich Menschen zu Tee und Kuchen, um mit Fremden über den Tod zu sprechen. Im südenglischen Plymouth werden Sterbende mit einer Vielzahl von Unterstützungsangeboten umsorgt und wieder aus den Krankenhäusern und Hospizen zurück in die Familien gebracht. Die Stadt ist, wie 140 Städte weltweit, eine "Caring Community", zu Deutsch "Sorgende Gemeinde", und verfolgt ein zukunftsweisendes Konzept.

Im schwäbischen Heidenheim hat man viele Ideen aus England übernommen. Die Gemeinde ist die erste "Caring Community" in Deutschland. Nachbarn schließen sogenannte Wahlverwandtschaften und helfen sich gegenseitig. Wer sich gut kennt, sorgt dann auch am Lebensende füreinander. Denn Sterben beginnt dort, wo Menschen leben, lieben und arbeiten, alt werden, trauern und mit ihrer Endlichkeit zurechtkommen müssen: zu Hause.

Die Beschäftigung mit dem Tod "zu Lebzeiten" kann ein Gewinn sein. Deshalb zimmert eine Gruppe Interessierter im niedersächsischen Kirchlinteln gemeinsam einen Sarg. Sägen, bohren, schrauben und dabei über Gott, die Welt und den Sensenmann reden - auch das hilft, um Tod und Trauer wieder mehr in den Alltag zu integrieren. Eine ähnliche Mission verfolgt der Künstler und Buchautor Dada Peng bei seinen Konzertlesungen. Mit Jugendlichen in Schulen diskutiert der Dortmunder über Sterben und Tod.

plan b: Heilen ohne Antibiotika  – Wie wir in Zukunft Infektionen behandeln können 

Immer häufiger kommt es vor, dass Antibiotika nicht mehr wirken. Die Zahl der Todesfälle steigt. Dabei gibt es eine Medizin, die helfen könnte: spezielle Viren, die Keime zerstören.

Die sogenannten Bakteriophagen werden in Georgien seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. In Westeuropa kennt man sie dagegen kaum. Die Zeit drängt, denn Antibiotikaresistenzen gelten als eine der größten medizinischen Herausforderungen unseres Jahrhunderts.

Der Brandenburger Ekkehard Eichler ist nach einer Herz-Operation schwer krank. Antibiotikaresistente Krankheitserreger haben sich in der Operationswunde festgesetzt und auch sein Brustbein angegriffen. Die Folge: eine Knochenhautentzündung. In Deutschland gilt er als austherapiert. Die Ärzte raten ihm zu einer Entnahme des Brustbeins, Eichler will das verhindern. Die Suche nach Alternativen führt ihn nach Tiflis in Georgien, am östlichen Rand Europas.

Die Behandlung mit den Bakteriophagen ist in Georgien, das früher Teil der Sowjetunion war, altbekannt. Weil viele Staaten des "Ostblocks" lange kaum Zugang zu Antibiotika hatten, waren sie gezwungen, Infektionserkrankungen anders zu bekämpfen. Mit Viren: Im Eliava-Institut in Tiflis haben sie mit dieser Art der Behandlung mehr Erfahrung als an jedem anderen Ort der Welt.

In Deutschland versuchen Wissenschaftler, die Phagen aus Tiflis auch für die EU zugänglich zu machen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Viren lassen sich mit den bisher gültigen Zulassungsverfahren für neue Arzneimittel nur schwer unter einen Hut bringen. Immerhin: Eine erste Studie ist auf den Weg gebracht. Mikrobiologen vom Leibniz-Institut suchen nach Phagen, die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts aufbereiten und schließlich von Ärzten der Berliner Charité auf deren Wirkungen geprüft werden. Im Verbund wollen die drei renommierten Institute die bürokratischen Hürden überwinden, damit sich auch Patienten in Deutschland schon bald mit Phagen behandeln lassen können.

plan b: Stadt im Wandel – Neuer Schwung für alte Viertel

Soziale Brennpunkte oder Problemviertel gibt es viele in der Republik. Einige Städte haben berüchtigte Bezirke und dunkle Ecken in sichere und attraktive Gegenden verwandelt.

Hamburg-Wilhelmsburg galt als schwieriges und gefährliches Viertel. Wer hier aufwuchs, hatte meist ein Imageproblem. 2007 startete die Stadt dann den groß angelegten Versuch, mit öffentlichen Mitteln und Investoren das Viertel aufzuwerten.

Aber auch viele der alteingesessenen Wilhelmsburger engagieren sich, denn sie wollen den Wandel mitgestalten. So wie der ehemalige Basketballprofi Marvin Willoughby. Heute ist er der Geschäftsführer des Basketball-Zweitligisten "Hamburg Towers" und vermutlich der sportlichste Sozialarbeiter Hamburgs.

Moin Uddin Ahamed kam vor acht Jahren aus Bangladesch nach Lissabon. Er landete in dem von Migranten geprägten Viertel Mouraria. "Hier sah es damals wie in einem Horrorfilm aus", sagt er heute. Auf der Straße gehörten Drogendealer, Abhängige und Prostituierte zum Alltag. Ahamed lernte die Sprache, suchte Kontakt und hilft heute älteren Nachbarn beim Einkauf. Inzwischen hat sich das Viertel zum Szene-Bezirk für Studenten, Künstler und Touristen gewandelt - auch dank der vielen sozialen und kulturellen Initiativen der Bewohner. Sauberer ist es geworden und sicherer. Aber gleichzeitig wächst die Angst vor Verdrängung, besonders bei den Alten. Denn seitdem überall renoviert und gebaut wird, steigen die Mieten.

Wenn es um mehr Sicherheit geht, wird schnell der Ruf nach "mehr Polizei" laut. Dr. Anke Schröder weiß aber: "Man muss öffentliche Räume so planen, dass Menschen sich dort sicher fühlen und sich auch sicher bewegen können." Die Architektursoziologin arbeitet für das Landeskriminalamt Niedersachsen. In schwierigen Vierteln analysiert Schröder die Lage vor Ort und versucht mit Wohnungsbaugesellschaften, Anwohnern und der Polizei Lösungen zu finden.

Auch das holländische Rotterdam galt lange als unsicheres Pflaster. Einige Ecken der Stadt waren so gefährlich, dass Rotterdamer sie mieden und in Reiseführern vor ihnen gewarnt wurde. Dann setzte der Bürgermeister "Stadsmariniers" ein. Diese "Superbeamten" mit besonderen Befugnissen sind jeweils einem Kiez zugeordnet. Sie können ohne großen bürokratischen Aufwand direkt beim Bürgermeister vorstellig werden, Probleme ansprechen und durch diesen direkten Draht auch sofort anpacken. Ein Modell, das Schule machen könnte.

plan b: Zum Schutz der Meere – Fisch ohne Reue

Die Menschen essen zu viel Fisch: durchschnittlich fast 20 Kilogramm pro Kopf und Jahr. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich der Fischkonsum verdoppelt und der weltweite Bestand halbiert. Industrielle Schiffstrawler fischen die Meere leer. Jährlich landen riesige Mengen Fisch als Beifang in den Netzen. Und selbst das Futter für nachhaltige Aquakulturen kommt in der Regel – aus dem Meer.

Wie kann man Fische schützen und sie trotzdem guten Gewissens essen? "plan b" hat findige Naturschützer gefunden, die dafür Ideen haben. Eine Lösung kommt aus Andalusien. In einer nachhaltigen und ökologischen Fischzucht betreut der Biologe Miguel Medialdea eine Million Fische in Tausenden Hektar großen Teichen – direkt neben einem Naturschutzgebiet. Das Wasser kommt aus einem Fluss, ist reich an Nährstoffen, die Fische gedeihen hier beinahe wie in freier Wildbahn.

Die Wasserfläche ist zugleich Nist- und Rastplatz für 250 Vogelarten. Die fressen den Fisch und überschüssige Algen und sorgen so für eine schonende und natürliche Auslese. "Wir wollen hier zeigen, dass es möglich ist, ein Geschäft zu betreiben und trotzdem im Einklang mit der Natur zu bleiben", beschreibt Biologe Medialdea sein Konzept. Die Fische wachsen langsamer, haben dadurch eine andere Konsistenz und schmecken besser.

Auch in Deutschland denkt man an den Schutz der Fische und anderer Meeresbewohner. Im Thünen-Institut entwickeln Daniel Stepputtis und Isabella Kratzer intelligente Netze, um den Beifang zu reduzieren. So nennt man alles, was ungewollt im Netz landet: nicht nur zu kleine oder falsche Fische, sondern auch unter Naturschutz stehende Tiere wie der Schweinswal.

Immer wieder verheddern sich die Tiere in den Stellnetzen der Fischer in Nord- und Ostsee und verenden kläglich. "plan b" begleitet die Forscher beim Ausbringen speziell entwickelter "Sonarnetze", die die Wale unter Wasser erkennen – und somit "umschwimmen" können. "Wir können uns nicht über die Waljagd in Japan oder Norwegen aufregen und bei uns tatenlos zusehen", sagt Projektleiter Stepputtis.

plan b: Smart Cities – Nachhaltig leben in der Stadt

"plan b" zeigt, wie mit den richtigen Ideen aus Städten lebenswerte und nachhaltige "Smart Cities" werden. Denn mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Welt lebt schon heute in Städten. Bis 2050 werden es weitere 2,5 Milliarden sein. Eine Mammutaufgabe für Stadtplanung, Bürokratie und Verwaltung: Mehr Menschen bedeuten auch mehr Autos, mehr Energie und viel mehr Müll.

Vorreiter für zukunftsgerichtete Stadtplanung sind die Skandinavier. In der finnischen Hauptstadt Helsinki entsteht im Stadtteil Kalasatama eine Smart City. Henri Haho und seine Familie leben jetzt schon dort in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Er und seine Frau sind selbstständig. Doch ein festes Büro brauchen sie nicht. Bei Bedarf buchen Henri Haho oder seine Frau Sana per App ein Office um die Ecke. Drucker und Beamer kommen nach Bedarf dazu. Keine fixen Kosten, kein Pendeln, smart eben. Gleiches gilt für das Auto: Nur, wenn externe Kundentermine anstehen, wird ein Elektroauto reserviert. Dafür stehen in der hauseigenen Garage zwei E-Fahrzeuge eines Car-Sharing-Unternehmens. Apropos Garage: Dort verlaufen auch gleich Röhren, durch die der Müll der Wohnanlage saust. Der wird nämlich geräuschlos, mittels Unterdruck, durch ein unterirdisch verlegtes Rohrsystem transportiert und landet in Sammelcontainern.

Doch was, wenn eine Smart City nicht am Reißbrett entsteht, sondern eine über Jahrhunderte gewachsene Stadt fit für die Zukunft gemacht werden soll? Die spanische Stadt Vitoria-Gasteiz ist über 500 Jahre alt. Seit 2012 trägt sie den Titel "Umwelthauptstadt Europas". Juan Carlos Escudero arbeitet seit über 20 Jahren als Umwelt- und Stadtmanager. Für die Einwohner der mittelalterlichen Stadt hat er schon vieles verändert. Um den alltäglichen Verkehrskollaps zu bekämpfen, wurden die Autos einfach aus der Altstadt verbannt. Anwohner und Besucher erobern den alten Stadtkern über Radwege und Rolltreppen. In der Smart City haben die Menschen den Vorrang vor den Motoren.

Wie die Technologie gehört auch die Natur zu einer vernetzten Stadt. Auch in deutschen Großstädten, wie Frankfurt. Mit dem "Förderprogramm Klimaanpassung" nimmt die hessische Metropole zehn Millionen Euro in die Hand und fördert in den kommenden fünf Jahren begrünte Fassaden, Dächer und Hinterhöfe. Dadurch sollen nicht nur die CO2-Emissionen im Zaum gehalten werden. Im Sommer sollen so die durch Wolkenkratzerfassaden aufgeheizten Temperaturen in der Stadt sinken.

Eine besondere Art der Wärmetechnik wird gerade in Köln erforscht. Ingo Stadler, Professor am Institut für erneuerbare Energien in Köln, stellt das innovative Heizungskonzept einer Schule vor. Sie wird komplett mit Wärme aus Abwasser geheizt. Die steht in der Kölner Kanalisation nämlich unbegrenzt und kostenfrei zur Verfügung. Nur eine von vielen smarten Ideen, die die Stadt der Zukunft sauberer, effizienter, sicherer, grüner und leiser machen.

plan b: Clevere Cops – Mit Hightech auf Verbrecherjagd

Einbrüche verhindern, bevor sie geschehen. Tatorte neu entschlüsseln und Verbrecher jagen mit einer menschlichen Geheimwaffe. Die Polizei revolutioniert ihre Ermittlungsarbeit.

"Der perfekte Mord wird immer schwieriger!", ist Ralf Breker vom LKA Bayern überzeugt. Die Beamten vermessen Tatorte mit 3D-Technik und können ihn so mit Virtual Reality-Brillen immer wieder begehen. Kein Detail wird vergessen, der Tatort bleibt auf ewig.

In Niedersachsen werden Einbrüche mithilfe einer speziellen Software vorhergesehen. Sie errechnet durch statistische Verfahren, wo und wann die Gefahr eines Einbruchs besonders hoch ist. Die Beamten gehen in den Gebieten verstärkt auf Streife und achten genau auf alles, was ungewöhnlich erscheint. Ein verdächtiges Auto mit ortsfremdem Kennzeichen in einem Wohngebiet? Die Polizisten kontrollieren den Fahrer und verhindern so vielleicht einen Einbruch, bevor er passiert.

Die Münchner Polizei setzt auf sogenannte "Super-Recogniser". Das sind Menschen mit der Fähigkeit, sich Gesichter besonders gut einprägen zu können. Oft sind sie sogar besser als technische Gesichtserkennungsverfahren. 30 Münchner Beamten arbeiten als "Super-Recogniser". Sie finden "Gefährder" in Menschenmengen, finden Gesuchte auf Kamerabildern oder identifizieren Personen anhand ihres Passbildes. Dr. Josh Davis von der Universität Greenwich unterstützt die Polizei bei der weiteren Ausbildung ihrer Gesichts-Erkenner. Der Experte weiß: "Nicht jeder kann alles gleich gut, manche sind besser, wenn es darum geht, Videomaterial auszuwerten, andere erkennen Gesichter vor allem dann, wenn ihnen ein Foto vorliegt."

Die Schweizer Ermittlungsbehörden revolutionieren die Leichenschau. In Zürich erfasst ein Computertomogramm jedes noch so kleinste Detail von Opfern eines Mordes oder Verkehrsunfalls. Das Ziel: Jede Verletzung, jede Auffälligkeit wird festgehalten für die Ewigkeit und kann auch in einem späteren Prozess noch genau nachvollzogen werden. Passt die Verletzung zur vermuteten Tatwaffe? Stimmen die Aussagen des Autofahrers nach einem tödlichen Unfall? Das Verfahren, "Virtopsy" genannt, kann dazu beitragen, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Den Tätern auf der Spur: "plan b" fragt, welche modernen Methoden den Ermittlern bei ihrer Arbeit helfen und ob sie vielleicht sogar das Ende des ungesühnten Verbrechens bedeuten.

"Wir verfolgen einen konstruktiven Ansatz"
Interview mit "plan b"-Redaktionsleiter Christian Dezer

"plan b“ bietet ab 7. Oktober 2017, samstags um 17.35 Uhr im ZDF,  konstruktiven Journalismus. Bedeutet das vor allem: Es werden weniger die Probleme, als vielmehr die Lösungsansätze dargestellt?

In der nachrichtlichen Berichterstattung und in etablierten Dokumentationsformaten werden Probleme meist ausführlich und in Gänze dargestellt. Wir wollen in unserem neuen Format das jeweilige Problem dagegen kurz umreißen und dafür zeigen, dass es bereits viele verschiedene Möglichkeiten gibt, diese in den Griff zu bekommen. Insofern wollen wir einen etwas anderen, lösungsorientierten Blick auf die Themen werfen. "plan b" ist das erste Dokumentationsformat im deutschen Fernsehen, das diesen konstruktiven Ansatz in einem Doku-Format verfolgt.

Ist dieser "plan b“ für alle Themenfelder denkbar – oder was greifen Sie auf?

Alles, was das Leben und die Gesellschaft an Themen bereithält, kann auch für "plan b" interessant sein. Wir müssen schauen, ob es beim jeweiligen Thema Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen gibt. Wir werden zum Beispiel das Thema "Wohnen in der City" unter der Fragestellung aufgreifen: Wie lassen sich bezahlbare Mieten in Innenstadtlagen ermöglichen? In großen Städten wie München, Berlin oder Frankfurt, aber auch in vielen ausländischen Metropolen ist es ja bereits ein Riesenproblem, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auf unserer Suche nach Lösungsansätzen haben wir festgestellt, dass es zum Beispiel in Zürich, einer der teuersten Städte Europas, auch bezahlbare Mieten gibt. Statt zum Beispiel 60 bis 70 Euro, nur 15 Euro. Wir zeigen, wie das geht und sich finanziert. Und wir beleuchten, wie in Deutschland einige Städte, die ihre Grundstücke nicht zur Haushaltkonsolidierung verscherbelt haben, nun über die Grundstückspreise Einfluss auf die Bau- und am Ende auch auf die Mietkosten nehmen.

Und wie werden die Themen für das neue Format aufbereitet?

"plan b" ist ein Dokumentationsformat mit Reportage-Ansätzen. Wir erzählen die jeweilige Geschichte anhand verschiedener Beispiele und Protagonisten. Und wir wollen dabei den europäischen Aspekt immer mit einbeziehen und in Erfahrung bringen, wie im Ausland mit den jeweiligen Problemen verfahren wird. Die Herausforderung ist dabei: Für die 30-Doku-Minuten eine Dramaturgie mit verschiedenen Geschichten zu entwickeln, die sich abwechseln. Denn das ist beim konstruktiven Journalismus auch zu bedenken: Lösungsansätze und alternative Entwicklungen leuchten dem Zuschauer oft schnell ein – da gilt es eine Spannungslinie für die verschiedenen Themen zu entwickeln.

Welche Themen haben Sie denn bereits in Arbeit?

Wir greifen das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" auf, beleuchten die schwierige Frage "gerechte Löhne" und planen auch einen Film über die Gleichstellung von Frauen in Firmen und Bezahlung. Wir schauen auf die Konzepte gegen Altersarmut, auf den Individual- und Nahverkehr und nehmen die "Ehe light" in den Blick: In Frankreich ist "Pacs" längst eingeführt – ein zivilrechtlicher Vertrag, der sich auch konfliktfrei wieder auflösen lässt, ist dort als "leichte" Form der Verheiratung möglich. Die Schweiz und die Niederlande denken darüber nach, die "Ehe light" einzuführen. Und wir gehen der Frage nach, ob dies auch hierzulande eine weitere alternative Absicherungsform im Zusammenleben von Paaren sein könnte.

Ist es tatsächlich ein Bedürfnis von Zuschauern und Lesern, gesellschaftliche Problemfelder von den Lösungsmöglichkeiten her präsentiert zu bekommen?

In Skandinavien und Großbritannien haben die Kollegen bereits gute Erfahrungen mit konstruktivem Journalismus gemacht. Die BBC hat in einer Umfrage herausgefunden, dass 64 Prozent ihrer Zuschauer unter 30 Jahren Beiträge mit lösungsorientierten Ansätzen sehen will. Auch die  New York Times und die Washington Post haben Untersuchungen realisiert, dass ausschließliche Negativ-Berichterstattung bei der Leserschaft langfristig Desinteresse erzeugt. Konstruktiver Journalismus kann da zu neuer Begeisterung für politische Themen führen.

"plan b" ist auch ein Synergieprojekt mit der ARTE-Reportagereihe "Re:" Gibt es dennoch unterschiedliche Handschriften?

Ja, die gibt es. Dennoch wollen wir schauen, wie wir die Format-Ansätze gut zusammenführen. ARTE setzt mehr auf die Reportage, bei "plan b" ist es eher eine Dokumentation mit Reportage-Ansätzen, mit einer Geschichte, die wir anhand verschiedener Beispiele und Protagonisten erzählen. Wir arbeiten eng mit "Re:" zusammen und liefern auch Stücke für den ARTE-Sendeplatz.

In einem Satz: Was erwartet die Zuschauer bei "plan b"?

Wer "plan b" einschaltet, sieht: "Die Welt ist voller Ideen!"

Mit Christian Dezer sprach Thomas Hagedorn.

Die bisherigen "plan b"-Sendungen im ZDF

2017 (9 Sendungen)

plan b: Kleine Miete – tolle Wohnung: Günstig wohnen in der City
(7. Oktober 2017)

plan b: Arme Rentner – reiche Rentner: Wege aus der Armutsfalle
(14. Oktober 2017)

plan b: Glückliche Familien – zufriedene Chefs: Die neue Vereinbarkeit von Job und Privatleben
(21, Oktober 2017)

plan b: Fahren ohne Fahrschein – Kostenloser Nahverkehr
(28. Oktober 2017)

plan b: Fair statt billig – Mehr Geld für Bauern
(4. November 2017)

plan b: Ehe "light" – Die etwas andere Art zu heiraten
(11. November 2017)

plan b: Landlust statt Landfrust – Wie sich Dörfer neu erfinden
(25. November 2017)

plan b: Lieferhelden – Wege aus dem Zustellwahnsinn
(9. Dezember 2017)

plan b: Nur die Ruhe – Die Neuentdeckung der Langsamkeit
(23. Dezember 2017)

 

2018 (29 Sendungen)

plan b: Weniger ist mehr – Vom Glück anders zu wirtschaften
(6. Januar 2018)

plan b: Lockruf aufs Land – Wie junge Mediziner wieder Hausarzt werden
(20. Januar 2018)

plan b: Faire Arbeit – gerechter Lohn: Wie der Job uns glücklich machen kann
(27. Januar 2018)

plan b: Im Einklang mit den Bergen – Alpenurlaub auf die sanfte Tour
(17. Februar 2018)

plan b: Die Multi-Kulti-Macher – Wie Integration gelingen kann
(24. Februar 2018)

plan b: Teller statt Tonne – Der Wert des Essens
(3. März 2018)

plan b: Mode ohne Makel – Der Weg zu nachhaltiger Mode
(17. März 2018)

plan b: Zuhause alt werden – Helfer statt Heim
(24. März 2018)

plan b: Faire Ostern – Schokolade von der besten Seite
(31. März 2018)

plan b: Jogging im Matheunterricht – Wie unsere Kinder schlank bleiben können
(7. April 2018)

plan b: Gewinne ohne Gier – Wirtschaften mit Gewissen
(14. April 2018)

plan b: Gleich, gleicher, Gleichberechtigung – Karrierechancen für alle
(21. April 2018)

plan b: Die Reparatur-Revolution – Weiternutzen statt wegwerfen
(28. April 2018)

plan b: Mahlzeit! Köstliche Kantinenküche
(5. Mai 2018)

plan b: Oldies online – Wie digitale Technik Senioren hilft
(12. Mai 2018)

plan b: Rares & Royales – Ein Herz für Schlösser
(19. Mai 2018)

plan b: Mein Geld tut Gutes – Nachhaltiges Sparen und Finanzieren
(26. Mai 2018)

plan b: Null Müll – Schluss mit dem Abfallwahnsinn
(9. Juni 2018)

plan b: Besser grillen – Nackensteak und Nachhaltigkeit
(21. Juli 2018)

plan b: SOS Notaufnahme – Ambulanzen am Limit
(28. Juli 2018)

plan b: Leben ohne Sucht – Raus aus der Abhängigkeit
(4. August 2018)

plan b: Ackern für die Zukunft – Natürliche Landwirtschaft in Feld und Garten
(18. August 2018)

plan b: Das große Brummen – Ohne Insekten geht es nicht
(25. August 2018) 

plan b: Bildung rockt – Chancengleichheit in der Schule
(8. September 2018)

plan b: Eine Frage der Würde – Alltag für Demenzkranke
(15. September 2018)

plan b: Das Haus von Morgen – Wie Bauen revolutioniert wird
(22. September 2018)

plan b: Scharfblick und Fingerspitzengefühl – Mit Behinderung zum Traumjob
(29. September 2018)

plan b: Die Wächter der Bäume – Waldschutz mit Weitblick
(6. Oktober 2018)

plan b: WIR sind die Stadt – Wenn Einwohner anpacken
(13. Oktober 2018)

Link zur Biografie des "plan b"-Redaktionsleiters

Fotohinweis

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