Stubbe - Tödliche Hilfe

Im zweiten Special der Reihe wird Stubbes Tochter Christiane (Stephanie Stumph), freie Journalistin in Hamburg, von einem Dresdner Jugendfreund um Hilfe bei der Aufklärung des Todes seiner pflegebedürftigen Mutter gebeten. Christiane kombiniert einen Familienbesuch in Dresden mit ihrer journalistischen Neugierde. Stubbe (Wolfgang Stumph), Kriminalist im Ruhestand, und seine berufstätige Partnerin Marlene (Heike Trinker) ahnen zunächst nichts von Christianes Recherchevorhaben. Wissend, dass ihr Vater sich niemals raushalten würde, verheimlicht Christiane ihre als Praktikum getarnten Recherchen beim Pflegedienst.

  • ZDF, Samstag, 30. Januar 2021, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 29. Januar 2021

Texte

Stab

Regie: Andreas Herzog
Buch: Peter Kahane
Kamera: Wolfgang Aichholzer
Szenenbild: Björn Nowak
Kostüm: Antje Gebauer
Schnitt: Jochen Retter
Musik: Andreas Weidinger
Ton: Andreas Kluge
Ton-Mischung: Christoph Metke
Music Supervision: Kai Schoormann
Casting: Tina Böckenhauer
Aufnahmeleitung: Anita Schenk
Produktionsleitung: Frank Huwe
Produktionsmanagement ZDF  Carolin Klapproth
Producer: Viktor Witte
Co-Produzent: Wolfgang Stumph
Produzent: Christoph Bicker
Produktion: Polyphon GmbH
Redaktion: Pit Rampelt
Länge: ca. 89 Min.

Besetzung

Wilfried Stubbe - Wolfgang Stumph
Christiane Stubbe - Stephanie Stumph
Marlene Berger - Heike Trinker
Caroline Stubbe - Greta Kasalo
Alex Wolkow - Sebastian Urzendowsky
Zabel - Stephan Grossmann
Boris Krol - Oliver Mommsen
Birgit Wellbrock - Tessa Mittelstaedt
Carmen - Nadine Wrietz
Malte Stern - Patrick Güldenberg
Pförtner Raschke - Tom Quaas
Olga Müller - Christine Schorn
Helge - Wanja Mues
Milena - Monika Oschek
Dr. Fred Hübner - Patrick Wolff
Anda - Malina Ebert
Max Triebel - Florian Schmidtke
Kurt Sielski - Werner Lustig
u.v.a.

Inhalt

Im zweiten Special der erfolgreichen Stubbe-Reihe wird Stubbes Tochter Christiane (Stephanie Stumph), freie Journalistin in Hamburg, von ihrem Dresdner Jugendfreund Malte (Patrick Güldenberg) um Hilfe bei der Aufklärung des Tods seiner pflegebedürftigen Mutter gebeten. Malte wirft einem lokalen Pflegedienst Diebstahl und Mord vor.
Als alleinstehende Mutter der achtjährigen Tochter Caro kombiniert sie einen Familienbesuch in Dresden mit ihrer journalistischen Neugierde. Stubbe, Kriminalist im Ruhestand, und seine berufstätige Partnerin Marlene (Heike Trinker) ahnen zunächst nicht von Christianes Recherchevorhaben.
Wissend, dass Stubbe sich niemals raushalten würde, verheimlicht sie ihre als Praktikum getarnten Recherchen beim Pflegedienst. Pensionär Stubbe nutzt dagegen die Gelegenheit, Zeit mit seiner Enkeltochter (Greta Kasalo) zu verbringen. Die Kontaktversuche des ungeübten Opas mit der Enkelin verlaufen allerdings anfangs nicht ganz spannungsfrei.
Parallel zu Christianes Nachforschungen häufen sich auch bei der Dresdner Polizei die Verdachtsmomente gegen den Pflegedienst. Als Stubbe davon durch Marlene erfährt, muss der Pensionär handeln. Für Vater und Tochter wird es brenzlig, als Christianes Undercover-Einsatz auffliegt und es zum Showdown in der sächsischen Schweiz kommt.

"Wie der Vater so die Tochter"
Statement von Redakteur Pit Rampelt

Die langjährige Erfolgsreihe "Stubbe – Von Fall zu Fall" (1995 - 2014) kehrt mit einem zweiten Special an den Ort ihres Anfangs zurück. Kriminalhauptkommissar Stubbe zog im Pilotfilm mit seiner Familie von Dresden nach Hamburg. Nach einem gemeinsamen Ausflug mit seiner Freundin Marlene nach Amrum im ersten Special "Tod auf der Insel" lebt Stubbe nun als Pensionär wieder in Dresden. Der herbeigesehnte Besuch seiner Tochter und seiner Enkelin in der sächsischen Landeshauptstadt verläuft dann aber in jeder Hinsicht anders als geplant.

Das Drehbuch mit dem aktuellen Thema Altenpflege hat der nicht nur um Stubbe verdiente Autor und Regisseur Peter Kahane geschrieben, die Regie hat Andreas Herzog ("Unter Verdacht ", "Tatort", "Usedom-Krimi") übernommen.

In dem rechtzeitig zu seinem Geburtstag ausgestrahlten Film zeigt der Protagonist Wolfgang Stumph Größe und überlässt seiner mittlerweile auch sehr prominenten Tochter Stephanie Stumph die Hauptrolle – im Gegensatz zu seiner Figur Stubbe, die Vertrauen in die eigene Tochter noch lernen muss.

Wolfgang Stumph hat nicht nur als Stubbe bewiesen, was für ein wunderbarer Volksschauspieler er ist. In seiner Heimatstadt Dresden hat er nach einer Mechanikerlehre und einem Ingenieursstudium als Kabarettist angefangen und nach Auftritten im DDR-Unterhaltungsfernsehen in dem Kinofilm "Go Trabi Go" 1991 seinen Durchbruch als Schauspieler erlebt. Im ZDF reüssierte er in den 90ern mit 24 Folgen "Salto Postale" und 26 Folgen "Salto Kommunale". Mit seiner geerdeten Art und seiner aufrechten Haltung kommt er nun seit Jahrzehnten in Deutschland, weit über Sachsens Grenzen im Osten wie im Westen, bei einem großen Publikum bestens an. Nicht nur in der von Rainer Kaufmann inszenierten Verwechslungs-Komödie "Der Job seines Lebens" (2003, leider bei der ARD), in der er als Arbeitsloser in die Rolle des Ministerpräsidenten schlüpft, und als provinzieller Dorfwirt in der Culture-Clash-Komödie "Salami Aleikum" (2009, Kino und ZDF) erinnert er mit seiner schelmischen Komik an Heinz Rühmann.

Wolfgang Stumph ist (nicht nur) als herzerfrischender Komödiant ein gesamtdeutsches Phänomen. Bei diesem Stubbe-Special fungiert er auch als Koproduzent. Seit einigen Jahren dreht er lebensnahe Dokumentarfilme wie beispielsweise  "Heimatliebe". Stubbe bleibt seine Paraderolle. Dafür danken wir den Zwillingsbrüdern Stumph und Stubbe sehr und gratulieren Wolfgang Stumph herzlich zu seinem Geburtstag!

„Familiengeschichte“
Producer's Note von Christoph Bicker

"Stubbe" mit Wolfgang und Stephanie Stumph bedeutet, einzutauchen in die fiktional-reale Welt des Stumphschen Familienunternehmens. Seniorchef und Juniorchefin ringen um den Weg zum Ziel, manchmal auch um das Ziel selbst. Vor der Kamera und hinter der Kamera. Und ähnlich jedem Familienunternehmen ist zu Hause nicht Feierabend.

"Stubbe" war immer Familie. Lange bevor der Begriff des linearen Erzählens benutzt wurde, war die Familiengeschichte und die Entwicklung des von Ost nach West versetzten Polizisten Stubbe samt seiner Familie das tragende Element durch alle Folgen. Die Zuschauer haben mehr als 25 Jahre lang eine wachsende und heranwachsende Stephanie Stumph alias Christiane Stubbe beobachtet. Dabei hat die Filmfigur wenig ausgelassen.

Nach fast sieben Jahren Pause stehen jetzt Vater und Tochter wieder vor der Kamera. Und dann ist es plötzlich soweit: Die Tochter hat sich gegen den manchmal fast übermächtigen Vater emanzipiert. Vor der Kamera steht eine eigenständige Christiane Stubbe, und natürlich nimmt sie sich in guter "Stubbe"-Tradition eines aktuellen gesellschaftlichen Themas an. Ihr Filmleben als alleinerziehende freiberufliche Journalistin entfernt sich vom Erfahrungshorizont des Vaters und löst auch etwas Unverständnis aus. Den Instinkt des Vaters hat sie, seine Empathie auch und den Willen sowieso.
Und Stubbe? Der entdeckt als Großvater nochmal ganz neue Welten und als Kriminalist im Gespann mit seiner Filmpartnerin Marlene (Heike Trinker) ist er der Dresdner Polizei einen kleinen, aber wesentlichen Schritt voraus.

"Die Katze lässt das Mausen nicht – Wilfried Stubbe im Unruhestand"
Interview mit Wolfgang Stumph

Herr Stumph, der letzte Krimi der ZDF-Reihe "Stubbe", nämlich der fünfzigste mit dem Titel "Mordfall Maria", lief im Januar 2014 und endet mit Stubbes Pensionierung und dem Auszug der Tochter Christiane. Wie geht es ihm heute?

Eigentlich erzählt die Stubbe-Reihe ein Familiengeschichte eines ganz normalen Kriminalkommissars. Seit 1995 wird der private und berufliche Weg dieses Kommissars bis 2020 widergespiegelt. Christiane Stubbe hat im 50. "Stubbe"-Film als selbständige Journalistin mit einem Kleinstkind und einem Freund das Elternhaus verlassen. Nicht nur die Fernsehzuschauer, auch die Macher dieser Reihe waren neugierig auf den weiteren Weg dieser Fernsehfamilie. Die Entwicklung der Familie interessiert uns in ihrer Widerspieglung der Veränderung im weiteren Gesellschaftlichen Umfeld. Stubbe hat so auch viel von der Sicht des Stumphs in seiner "Stubbe"-Figur.

Das zweite Stubbe-Special zeigt, dass die Katze das Mausen nicht lassen kann und der Täter immer an den Tatort zurückkommt. In diesem Fall ist das Stubbe selbst, der, wie Stumph auch, nun im Unruhestand ist. Er ist mit seiner Lebensgefährtin nach Dresden gezogen. Sie ist noch berufstätig und Stubbe weiß nicht so recht, wohin mit sich in seinem Ruhestand.

Gehört Stubbe bei Ihnen mittlerweile zur Familie?

Ja, denn auch ich habe ja, wie Stubbe, eine Tochter. Und dessen Tochter wird von der Schauspielerin Stephanie Stumph gespielt, und das seit ihrem neunten Lebensjahr. Und nicht nur Stubbe wird im neuen Film 24 Jahre älter sein.

Wie kam es zur erneuten Zusammenarbeit mit Ihrer Tochter Stephanie?

Mit dem 50. "Stubbe"-Film konsequent neue eigene Wege zu gehen, war ein gemeinsame Entscheidung. Aber ebenso übereinstimmend entstand nun auch eine Sehnsucht, ein Stückchen Lebensgeschichte wie auch persönliche Erfahrungen der vergangenen Jahre im "Stubbe" weiter zu erzählen. Im ersten Special war von Christiane Stubbe nur ein Foto, zusammen mit Stubbes Enkelkind, zu sehen. Damals gab es viele Zuschauerfragen nach Christiane und was wohl aus ihr geworden sei.

Ich kann mich glücklich schätzen, mit einem so großartigen Cast in all den Folgen gearbeitet zu haben. Der Erfolg der "Stubbe"-Reihe ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern vor allem eine Teamleistung.

Die neue Geschichte hat einen nicht erst seit Corona ernsten Hintergrund. Christianes Recherchen beleuchten die Situation in einem Pflegeheim.

Wir haben immer versucht, in meinen Filmen ein gesellschaftliches Spiegelbild zu zeichnen. Bei der Entwicklung der Stoffe mit den Autoren war es immer unser Bedürfnis, auch noch zum Sendetermin mit einem relevanten, langlebigen Thema aktuell zu sein, um die Wirklichkeit mit künstlerischen Mitteln wiederzugeben. Als wir diesen Stoff mit Peter Kahane entwickelten, war uns Corona noch kein Begriff, aber die Wichtigkeit der Pflegeberufe in den Mittelpunkt zu stellen war uns schon damals ein Anliegen. Wir wollten einerseits die Achtung vor deren Leistung zeigen, aber auch die möglichen Fehler in den Strukturen offenlegen. Jeder Erfolg dabei ist ähnlich wie beim Film: Es läuft nicht nur, weil die Hauptdarsteller funktionieren, sondern weil im Hintergrund alles stimmen muss. Die, die in der Pyramide oben stehen, sollten sich immer bewusst machen, dass sie das einer breiten Basis, einem großen Hinterland zu verdanken haben. Und diese Menschen an der Basis haben es heute am schwersten. Eigentlich müsste man jetzt gleich mit Arbeit am nächsten Film über genau diese Zeit beginnen – was passiert mit den Menschen, verändert sich der gesellschaftliche Zusammenhalt, was ist mit unserer Empathie und Solidarität für andere?

"Stubbe" war als Dresdner in Hamburg immer eine gesamtdeutsche Figur. Woher kommt seine Beliebtheit?

"Stubbe" hat über die Jahre immer wieder Geschichten und Themen aufgegriffen, mit denen die Menschen ihre eigenen Lebensabschnitte in Verbindung bringen konnten. Hüben wie drüben, oder umgekehrt, haben Themen wie Medikamentenmissbrauch, Babyhandel, Rechtsradikalismus, Gentrifizierung, all die gesellschaftlichen Themen, die uns zu einer bestimmten Zeit berührt haben, eine Reflektion in der Lebenszeit der Menschen. Das ist vielleicht das Geheimnis – die Leute verbinden die familiären mit den zeitspezifischen Themen und denken sich: Die Familie Stubbe kenne ich aus der und der Zeit. Wie die Familie eines Nachbarn, in zeitlichem wie familiärem Kontext.

Ihre Rollennamen beginnen alle mit "St". Welche Bedeutung hat das für Sie?

Ja, Stankoweit, Stille, Stolze, Strutz, Struntz und vieles andere.  Es muss immer ein bisschen von meinem "Stumph-sinn" dabei sein, damit es eine wirkliche "St"-Figur wird. Das ist meine Homestory, eine Langzeitstudie mit mir und meiner Zeit. So ticke ich, oder so könnte ich auch ticken. Unsere Erde ist nicht mehr so riesengroß und alles sehr weit weg. Durch die Globalisierung sind wir viel näher zusammengerückt. Wir sitzen in einem kleinen Haus und hören heute den Nachbarn husten.
Ich wollte mich immer persönlich einbringen, und das ist der Sinn eines Kabarettist-Seins. Kabarett kann man nicht vorspielen, das ist eine Haltung, ein Weltanschauen. Sich damit öffentlich zu machen, bringt Verantwortung mit sich, und auf diesem Weg, auch als Schauspieler, gibt’s auch mal Stolpersteine. Na und. Ganz schön wird’s nie, obwohl ich immer will, dass es schön wird.

Es gibt was zu feiern – das zweite "Stubbe-Special" läuft am Vorabend Ihres 75. Geburtstages.

Den Sendetermin betrachte ich als Geburtstagsgeschenk für mich, welches ich dankbar an die Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, an alle Mitstreiter*innen der Reihe weitergebe. Darüber hinaus würde Stubbe dasselbe sagen wie Stumph: Unruhestand heißt, nicht stehenbleiben. Eben "St" bleiben.

Das Interview führte Sabine Dreher.

"Ans Herz gewachsen"
Fragen an Stephanie Stumph

Im Januar 2014 waren Sie und Ihr Vater im letzten gemeinsamen "Stubbe"-Krimi "Mordfall Maria" zu sehen. Was hat sich bei Christiane in der Zwischenzeit getan?

Sie hängt zwischen Karriere und Muttersein fest. Ist mittlerweile von Helge, dem Vater ihrer Tochter Caro, getrennt und strampelt sich nach wie vor in der Zeitungsredaktion ab, um Anerkennung und Erfolg zu ernten.

Wie hat Stubbe sich verändert? Ist er eher Opa oder „Unruheständler“?

Beides. Christiane weiß sehr wohl zu schätzen, dass es den Opa gibt für Caro und braucht ihn auch, um ihren beruflichen Ambitionen nachzugehen. Nichtsdestotrotz hat sie immer noch das Gefühl, sich freischwimmen zu müssen und dem Vater beweisen zu müssen, dass es auch ohne ihn geht.

Sie und Ihr Vater sind professionell eine lange Strecke zusammen gegangen. Macht das die gemeinsame Arbeit leichter oder auch mal schwieriger?

Wir haben jetzt so lange nicht mehr zusammen gedreht, dass es am Ende wie mit jedem anderen Kollegen auch ist – nur eben vertrauter. Es ist größtenteils von Vorteil, Berufliches und Privates verbinden zu können.

Was bedeutet für Sie die Entscheidung, sich noch mal auf den „Stubbe“ eingelassen zu haben?

Die Figur Christiane ist mir nach wie vor ans Herz gewachsen und ich freue mich sehr, sie nach der langen Pause wieder zum Leben zu erwecken. Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich bin ja mit ihr erwachsen geworden. Ich würde mich freuen, sie vielleicht in Zukunft noch ein wenig mehr kennenzulernen.

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