Terra X: Aufbruch ins All – mit Alexander Gerst

Dokumentation

Alexander Gerst wird im Juni 2018 als erster deutscher Kommandant zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Für eine dreiteilige "Terra X"-Dokumentation begleitete ihn ein ZDF-Filmteam bei seinen Vorbereitungen. Der erste Film, der die Erde zum Thema hat, ist Auftakt der Trilogie mit Alexander Gerst, die Ende des Jahres mit Dokumentationen über den Mond und den Mars ihre Fortsetzung findet. Auch "PUR+" beschäftigt sich mit der Mission "Horizons". Moderator Eric Mayer besucht den Astronauten im Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Und in einer langen Nacht der Raumfahrt berichtet Prof. Harald Lesch aus der Supernova der ESO.

  • ZDF, So., 3. Juni 2018, 19.30 Uhr ("Terra X") / Sa., 2.6., 6.20 Uhr ("PUR+") / Mi., 6.6., ab 23.35 Uhr (Nacht der Raumfahrt)
  • KIKA, Sonntag, 3. Juni 2018, 19.25 Uhr ("PUR+")

Texte

Stab, Inhalt "Terra X"-Doku

Terra X: Aufbruch ins All mit Alexander Gerst
Dokumentation

Buch und Regie: Luise Wagner
Kamera und Postproduktion: Jonas Sichert
Zweite Kamera und Ton: Maike Simon
Musik: Jens Hafemann
Grafik: Faber Courtial
Produktionsleitung:  Sabine Eisner
Produzent Gruppe5: Alexander Hesse
Produktion ZDF: Cora Szielasko-Schulz, Freda Wiethoff
Redaktion: Friederike Haedecke
Länge: 43'30 

Alexander Gerst präsentiert für "Terra X" seinen ganz besonderen Blick auf die Erde. Doch ist Leben auch anderswo möglich? Erstmals hat die Menschheit das Wissen und die Technologien, tiefer ins Universum vorzudringen. Die Mission "Horizons" ist ein Testlauf für die nächsten Schritte. Für Alexander Gerst ist es sein zweiter Flug zur ISS Herausforderung und Herzenswunsch zugleich. "Es ist ein Traum von mir", so der Astronaut, "weiter rauszuschauen und Licht ins Dunkel zu tragen. Was ist da draußen noch?" Genauso wichtig ist ihm aber auch der Erkenntnisgewinn über die Erde: "Wenn man im Weltraum ist, realisiert man, dass die Erde ein Wunder ist und so schützenswert."

6000 Trainingsstunden liegen hinter Alexander Gerst. Im russischen "Sternenstädtchen" Swjosdny Gorodok, in Houston/USA und in Deutschland hat er sich mental und körperlich auf die große Herausforderung vorbereitet. Ob Feueralarm im All, ein Defekt im Raumanzug oder ein Systemausfall bei der Landung der Rückkehrkapsel – alles muss geübt werden.

Noch größer ist der Aufwand, um die wissenschaftlichen Versuche auf der ISS zu planen. Mehr als 1000 Experten sind beteiligt, um Experimente mit größtmöglichem Erkenntnisgewinn vorzubereiten. Der Fokus der Wissenschaftler richtet sich auch auf die Erde selbst. Denn der Blick aus dem All ermöglicht eine neue Perspektive auf die Funktionsweisen des Planeten. Die neuen Erkenntnisse bereichern die Wissenschaft für die Suche nach der "zweiten Erde", einem Planeten mit ähnlichen Bedingungen, den es möglicherweise irgendwo im Universum geben könnte. Tatsächlich gehen die Experten davon aus, dass ein solcher Zwilling des blauen Planeten existiert, doch wenn, dann nur in erheblicher Entfernung, die bislang für den Menschen nicht zu überwinden ist.

Die Rückkehr zum Mond und der erste bemannte Flug zum Mars rücken indessen in greifbare Nähe. Wie können Mensch und künstlich intelligente Maschine auf künftigen Fernreisen im All zusammenarbeiten? Alexander Gerst nimmt CIMON, eine Art "fliegendes Gehirn" mit an Bord. Der Roboter, der "sehen", "hören", "verstehen" und "sprechen" kann, soll die Astronauten entlasten. Auf der Raumstation wird auch untersucht wie sich das menschliche Gehirn in der Schwerelosigkeit verändert. Erkenntnisse, durch die Forscher ähnliche Prozesse beim Altern verstehen wollen. Die Mission soll auch klären, ob der einzigartige Schutzmechanismus des Erdmagnetfeldes auf technische Systeme übertragen werden kann. Wüsste man das, könnte das Prinzip genutzt werden, um energiesparende Flugzeuge und die Raumschiffe der Zukunft zu bauen.

"Raumfahrt ist gelebte Völkerverständigung"
Interview mit Alexander Gerst

Was unterscheidet Ihre neue Mission von Ihrem ersten Aufenthalt im All?

Mit der "Blue Dot"-Mission wollten wir zeigen, wie wichtig die Perspektive aus dem Weltraum auf unseren Heimatplaneten ist. Durch sie sehen wir, wie zerbrechlich der kleine blaue Punkt im Universum ist, und uns wird bewusst, dass wir nur diese eine Heimat haben. Auf der "Horizons"-Mission werden wir den Blick über den Erdhorizont hinaus richten. Mich hat schon immer die Frage fasziniert, was da draußen noch ist, in diesem großen "schwarzen Meer", das uns umgibt, das so unendlich und leer erscheint. Wir kennen nur unseren Planeten, der von Leben bewohnt ist. Aber vielleicht gibt es noch andere erdähnliche Himmelskörper. Das möchten wir gerne herausfinden.

Wie hat Ihr erster Aufenthalt auf der ISS Ihren Blick auf die Erde verändert?

Wenn man im Weltraum ist, realisiert man: Unsere Erde ist einfach nur eine Steinkugel mit einer hauchdünnen Atmosphäre, einer zarten blauen Hülle, die so aussieht, als könne man sie mit einem Atemzug wegpusten. Dass wir auf so einem Planeten wohnen können, dass er überhaupt existiert in einem großen schwarzen Universum, in dem es ein bisschen Staub und viele Sterne gibt, dafür müssen so viele Zufälle zusammenkommen. Das ist wie ein Wunder.

Warum sollte der Mensch ins All vordringen?

Wir Menschen sind Entdecker. Seit Jahrtausenden erforschen wir jeden Winkel der Erde und sind auf jeden Kontinent vorgedrungen – das liegt uns im Blut. Seit 50 Jahren schaffen wir es nun, in den Weltraum zu fliegen. Das ist ein Wimpernschlag in unserer Geschichte. Wir stehen also noch am Anfang der Weltraumfahrt. Wenn die Menschen in 10.000 Jahren zurück auf unser Zeitalter schauen, werden sie davon sprechen, dass das der Zeitpunkt war, an dem zum ersten Mal irdisches Leben den Planeten verlassen hat. In der Rückschau wird das so einschneidend sein wie der Zeitpunkt, als der erste Fisch den Ozean verließ, da bin ich mir sicher.

Was ist Ihr Antrieb, hinaus ins All zu gehen?

Auch ich bin der Entdeckertyp, der erst zufrieden ist, wenn er alles herausgefunden hat. "Captain Future", der Kapitän eines Raumschiffs, der das Unbekannte erkundet hat, war einer meiner Kindheitshelden. Für mich war es aber nie genug, mir vorzustellen, wie es sein könnte. Ich wollte wissen, wie es ist. Deswegen bin ich losgezogen, um Licht in das Dunkel zu bringen, und ich versuche, Antworten zu finden auf Fragen wie: Was ist da draußen noch? Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich sofort auf dem Mond landen oder auf dem Mars, um zu schauen, ob es dort auch Leben gibt. Wir fliegen in den Weltraum, um uns selbst neu zu entdecken, um zu erforschen, wie das Leben funktioniert.

Die Öffentlichkeit blickt immer sehr stark auf die einzelnen Astronauten. Wer ist aber darüber hinaus an den Missionen beteiligt?

Es gibt ein afrikanisches Zitat, das heißt: "Wenn Du so schnell wie möglich vorankommen willst, dann geh allein. Wenn Du so weit wie möglich kommen willst, dann geh mit anderen zusammen." Und genau das tun wir bei der Raumfahrt, weil wir bei so einem großen Projekt als Einzelner nicht weit kommen würden. Mehr als 100.000 Experten aus mehr als 16 Gründungsnationen haben ihren Beitrag geleistet, um die komplexeste Maschine zu erschaffen, die die Menschen je gebaut haben: die Internationale Raumstation. Insofern ist Raumfahrt gelebte Völkerverständigung.

Die Bilder von abhebenden Raketen sind fast schon Routine geworden. Aber wie fühlt sich der Start für den Astronauten an?

Ich werde oft gefragt, wie das eigentlich ist, wenn man auf so einer Raketenspitze sitzt, drei Minuten vor dem Start, und man weiß, gleich gehen die Triebwerke an, gleich gehen 26 Millionen PS unter einem los. Als Astronaut schafft man es ganz gut, das in diesem Moment beiseitezuschieben. Wichtiger ist es mir immer, dass meine Angehörigen beruhigt sind. Um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, sind die russischen Rettungskräfte vor Ort – Helikopter, Allradfahrzeuge und Schiffe mit mehr als 1000 Menschen. Das ist für mich eine faszinierende Vorstellung, dass in diesem Moment so viele mit uns mitfiebern und bereit sind, uns zu helfen. Das ist beruhigend, wenn man seiner Familie ein letztes Mal in die Augen schaut und sagt: "Passt schon, es wird alles gut, wir sprechen uns bald von der Raumstation, ich ruf' euch an, macht euch keine Sorgen."

Wie passt man sich an die extremen Bedingungen auf der ISS an?

Die schwierigste Zeit im Orbit ist die kurz nach dem Ankommen. Man wird übermannt von der Komplexität der Raumstation, und für zwei, drei Wochen ist man erst einmal überfordert. Alle Prozeduren sind neu, man macht alles zum ersten Mal. Und man ist noch nicht richtig effizient darin, in der Schwerelosigkeit mit Werkzeugen zu arbeiten. Ständig verliert man etwas. "Man trinkt aus einem Feuerwehrschlauch", sagen die Amerikaner dazu. Ich hatte zunächst meine Zweifel, ob ich das schaffen kann. Zum Glück fingen die ersten Prozesse dann an, sich zu wiederholen. Man ist plötzlich viel schneller, viel effizienter und realisiert: Okay, ich glaub, ich bin über den Berg. Ab diesem Moment hat bei mir die fröhliche Phase im Orbit angefangen, ich wusste: Okay, ich kann das. Ich musste mich nicht mehr fragen, ob diese Arbeit im Weltraum eine Nummer zu groß für mich ist.

Wird Ihr zweiter Start anders sein als der erste?

Wenn man zum zweiten Mal fliegt, kann man die Zeit vor dem Start entspannter verbringen, weil man weiß, was auf einen zukommt. Beim ersten Flug ist man unsicher, ob man wirklich dafür gemacht ist, oder ob es da oben nicht eine Stufe zu krass für einen ist. Beim zweiten Flug weiß man, dass man es schon einmal überstanden hat. Ich freue mich deshalb sogar mehr auf meinen zweiten Start: Ich kann mit allen Sinnen intensiver erleben. Obwohl ich natürlich dieses Mal viel mehr arbeiten muss auf dem Pilotensitz.

Wie werden Sie der Öffentlichkeit von Ihren Erlebnissen berichten?

Für mich ist es sehr wichtig, dass ich meine Eindrücke während der Mission teilen kann. Ich habe das damals schon bei meinen Expeditionen in die Antarktis gespürt: Im ewigen Eis auf dem Vulkan zu sitzen und in den Sonnenuntergang zu schauen, das ist sehr schön. Aber ich konnte einfach nicht anders, als Bilder zu machen und sie später mit meinen Freunden zu teilen. Und jetzt über die sozialen Medien kann ich es mit allen teilen. Drauf freue ich mich. Es ist auch ein Privileg und eine Verantwortung, dass wir als Astronauten da oben sein dürfen und mit dieser besonderen Perspektive auf unseren Planeten herunterschauen können – das sollten wir an alle weitergeben, die hier unten auf der Erde leben.

Die Fragen stellte Luise Wagner für den Film "Aufbruch ins All mit Alexander Gerst". 

Auf Space Tour mit Alexander Gerst
Von Autorin Luise Wagner

Mit das Schönste am Leben als Dokumentarfilmerin ist, dass man an Orte kommt, an die kaum jemand darf, und dass man außergewöhnliche Menschen kennenlernt. Die Erlaubnis, Alexander Gerst bei seinen Vorbereitungen für seine zweite ISS-Mission begleiten zu dürfen, toppte allerdings alles bisher Dagewesene. Als die Zusage der ESA bei uns eintraf reagierten wir in dieser Reihenfolge: Erstauntes "Ok", ungläubiges "Echt" und dann das jubelnde "Jaaaaaa!!!"

Alexander Gerst kannte ich natürlich aus den Medien und ihn persönlich zu treffen, bestätigte das Bild, das ich von seiner ersten Mission "Blue Dot" von ihm hatte. Ein extrem kluger, bedachter und auch nachdenklicher Mensch. Und vor allem einer, der seinen Job mit einer beeindruckenden Präzision macht.

Als mein Kameramann Jonas Sichert und ich ihn zum ersten Mal nach Moskau ins legendäre Sternenstädtchen und zur NASA nach Houston begleiteten, wurde uns schnell klar, was Alltag für einen Astronauten bedeutet. Wir hatten das Gefühl, erst einmal eine neue Sprache lernen zu müssen. Auf dem Programm im Johnson Space Center standen Abkürzungen wie "EPS Major Case", "Robo T&C", "ISS EVA Pogo2" und "P Sextant Ops". Beruhigend war für uns, dass unsere Kollegen der NASA und ESA oft auch nicht wussten, was sich dahinter verbirgt. Nur eines war uns sofort klar: Astronauten müssen für ihre Missionen im All sehr viel lernen und beherrschen.

Alexander und viele andere Astronauten betonen, dass die russische Sprache, die für den Flug in der Soyuz-Rakete obligatorisch ist, zu den größten Herausforderungen zählt. Überwältigend ist aber die Komplexität des ganzen Trainingsprogramms. Die körperlich extrem anstrengende Simulation von Außeneinsätzen an der Raumstation aushalten: sechs Stunden im 165 Kilogramm schweren Raumanzug unter Wasser bleiben. Oder die Simulation des manuellen Rückflugs in der Soyuz-Kapsel bei sechs G (Kraft pro Masse) in der Zentrifuge im russischen Sternenstädtchen. Dann das Training an einem Modell der ISS in der virtuellen Realität, das ein außergewöhnliches räumliches Vorstellungsvermögen verlangt. Schnell kann man kopfüber an dem technischen Monstrum die Orientierung verlieren und bei einem falschen Handgriff ins Weltall davonschweben. Alexander aber navigiert sich beim sogenannten "Safer-Manöver" im VR-Lab mit äußerster Ruhe und Perfektion zurück. Man fragt sich oft: "Könnte ich das auch?" Aber die Antwort steht meist schon fest, bevor diese Frage zu Ende gedacht ist: "No way!"

Am härtesten war es beim Überlebenstraining in Moskau, gleich hinter der Mauer von Star City. Drei Tage und drei Nächte müssen die Kosmonauten mit ein paar trockenen Keksen draußen ausharren, und mit einer Machete und dem Rettungsfallschirm der Soyuz eine Notlandung simulieren, Feuer machen und Tipis bauen. Unser Dreh fand am kältesten Tag des Winters bei minus 27 Grad statt und wir waren ausgerüstet wie für eine Expedition zum Nordpol: mit Heat Packs für die Kameras, dicken Daunenjacken und Fellmützen. Was wir nicht wussten: Wir durften immer nur für eine halbe Stunde zur Crew. Zwischendurch ging es in eine überheizte Jugendherberge, für die unsere Outfits dann reichlich übertrieben waren.

Mit unseren Filmen möchten wir auch eine Idee davon vermitteln, welch ein wissenschaftlicher Aufwand hinter einer Weltraummission steht. Rund 1000 Experten sind an der Konzeption der Experimente beteiligt, die Alexander auf seiner Mission im All durchführen wird. Hautnah durften wir zum Beispiel die Entwicklung von "CIMON" miterleben, einem autonom fliegenden Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, der auf der ISS zum Einsatz kommen soll.

Mich hat der Team-Spirit beeindruckt, mit dem Wissenschaftler und Techniker aus ganz unterschiedlichen Disziplinen diese Projekte realisieren, Erfolge aber auch Rückschläge gemeinsam durchleben. Menschen, die gegen Widerstände etwas wagen, das es nie zuvor gab und das andere für viel zu fantastisch halten. Ich gebe es zu: Ich habe Monate gebraucht, um zu verstehen, wie man dank eines Supraleiters an Bord der ISS vielleicht eines Tages Magnetschutzschirme für Raumschiffe bauen kann. Bis mich der "Principal Investigator" beruhigte, dass auch er Jahre benötigt hatte, um in solche Dimensionen der Astrophysik vorzudringen. 

Im Dezember durften wir Alexander beim Back-up-Start in Baikonur besuchen. Für jede Crew, die zur ISS fliegt, gibt es einen Ersatz für den Fall, dass im letzten Moment jemand ausfällt. Sechs Monate vor seinem eigenen Start war ihm das Reisefieber schon anzumerken. Die Vorfreude, dass dort auf dem Kosmodrom bald "seine" Rakete startbereit in den Himmel ragt. Aber auch das Nachdenken über das Risiko und die nachvollziehbaren Sorgen der Angehörigen. Auch für uns, die wir Alexander fast zwei Jahre begleitet haben, wird es ein Gänsehautmoment, wenn er dort oben in der Spitze der fauchenden Rakete mit ihren 26 Millionen PS sitzt.

Umfangreiches "Terra X"-Online-Angebot

Die drei "Terra X"-Dokumentationen werden in der ZDFmediathek und den Social-Media-Kanälen umfangreich begleitet: https://bit.ly/2Gwdzok. Bereits zu den Dreharbeiten 2017 wurde eine Reihe von Webvideos über die Vorbereitungen von Alexander Gerst veröffentlicht. Ein innovatives 360°-Filmprojekt über den Mond und den Mars, das teilweise zur Ausstrahlung der ersten Folge veröffentlicht werden soll, ist in Vorbereitung. Darüber hinaus berichtet "Terra X" aktuell online mit vielen Bildern und kurzen Geschichten über den Einsatz von Alexander Gerst auf der ISS. 

Auf dem YouTube-Kanal von "Terra X" https://www.youtube.com/terrax sind Videos mit Alexander Gerst zu sehen. Sie sind zum Einbetten für alle Interessierten freigegeben.

Alle Inhalte in der ZDFmediathek über http://terra-x.zdf.de und über https://bit.ly/2Gwdzok

"PUR+ Mission Weltall"

Für die Folge "PUR+ – Mission Weltall" des ZDF-Wissensmagazins reiste Moderator Eric Mayer vorab ins Europäische Astronautenzentrum in Köln, um Alexander Gerst den "Astro-Mainzel" für die geplante Reise auf die ISS zu übergeben. In der Sendung am Samstag, 2. Juni 2018, um 6.20 Uhr im ZDF und am Sonntag, 3. Juni 2018, um 19.25 Uhr bei KiKA, zeigt der Astronaut Eric Mayer den Nachbau des europäischen Columbus-Moduls der ISS und beantwortet spannende Fragen: Wie schläft man gut, wenn man seine Lage nicht verändern kann? Und was passiert im medizinischen Notfall oder bei Feuer an Bord? Gemeinsam mit Gerst testet Eric Mayer außerdem Astronauten-Nahrung. "PUR+" zeigt die wichtigsten Trainingseinheiten der ISS-Crew, und Eric Mayer darf mit Astronaut Matthias Maurer selbst einen Raumanzug anprobieren. Auf der Sendungsseite von "PUR+" können User den ausführlichen Beitrag und alle Infos zur Übergabe des Astro-Mainzel an Alexander Gerst abrufen.

"Nacht der Raumfahrt"

Mittwoch, 6. Juni 2018, ab 23.35 Uhr

"Nacht der Raumfahrt"

23.35 Uhr

"Aufbruch zu neuen Horizonten"

Mit Professor Harald Lesch aus der Supernova der ESO

Länge: 90 Minuten

Mit dem Start von Alexander Gerst zur Raumstation ISS am 6. Juni richten sich viele Blicke auf seine Mission. Doch die Mission ist auch Anlass über das nachzudenken, was danach kommt. Schließlich sprechen viele von einer erneuten Reise zum Mond – etwa als Zwischenstation auf dem Weg zum Mars – und darüber hinaus.

Harald Lesch präsentiert die Sendung aus der "Supernova" der ESO in Garching, dem kürzlich eröffneten Besucherzentrum und Erlebnisraum für die eigene Erforschung des Universums: ein Platz wie geschaffen für die Suche nach Antworten auf die großen Fragen der Raumfahrt in kurzen Filmen und Gesprächen. Schaltgespräche zur ESA-Missionsdirektorin Gerti Meisinger beim Kontrollzentrum der DLR in Oberpfaffenhofen vermitteln, wo sich die Sojus-Kapsel mit Alexander Gerst und seinen Mitreisenden gerade befindet und wie sie auf ihrer 34-stündigen Reise zur ISS und während ihrer Mission überwacht werden.

In der Sendung lässt Harald Lesch noch einmal Revue passieren, was Alexander Gerst auf seinem Weg zum ersten deutschen Kommandanten der ISS erlebt und auf sich genommen hat. Was treibt ihn an, welche Ängste, welche Visionen nimmt er mit ins All? Samantha Cristoforetti, Kampfpilotin und Astronautin hat schon einmal 195 Tage auf der ISS verbracht und ist als Gast von Harald Lesch angefragt. Sie kann aus eigenem Erleben schildern, welche Anforderungen auf Alexander Gerst zukommen. Sie selbst würde gerne noch einmal ins All reisen und den Weltraumspaziergang nachholen, der ihr bei ihrem ersten Aufenthalt nicht vergönnt war.

Kurze Filme und weitere Gäste vermitteln, welche Forschungsprojekte auf die Unterstützung der ISS-Crew angewiesen sind. So gibt es sehr irdische Fragen, wie die Vorhersage von Erdbeben und Vulkanausbrüchen oder die Veränderung von Klimazonen, welche sich durch global zu studierende Tierwanderungen zu erkennen geben.

Manche Experten haben ihre technischen "Babies" auf die Reise geschickt und in die Hände von Alexander Gerst und seinen Astronautenkollegen gegeben. Darunter CIMON, der mit künstlicher Intelligenz ausgestattet zum Gefährten und zum Helfer für die ISS-Crew werden soll. An einem "Zwilling" demonstrieren Experten von Airbus Orbital Systems & Space Exploration, IBM und DLR was CIMON kann und welche Ziele mit dem Projekt verfolgt werden. Die Nachfolger sollen einmal Astronauten viel weiter hinaus ins All – wenigstens bis zum Mars – begleiten und als lernfähige Partner schließlich den Support ersetzen, den jetzt noch Kollegen und Kolleginnen am Boden leisten.

Da die Erde ein Magnetfeld hat, das die Menschen vor kosmischer Strahlung bewahrt, sind wir im Weltall auf schützende Technik angewiesen. Auch sonst ist der menschliche Körper nicht "gemacht" für Reisen ins All. So hinterlässt ein Aufenthalt in Schwerelosigkeit erkennbare Spuren. Was wissen wir über die physischen wie auch psychischen Folgen einer Fernreise im kosmischen Maßstab? Worauf müssen sich Reisende zum Mars einstellen? Fragen, für die sich Harald Lesch einen Experten eingeladen hat, schließlich wollte er einmal selbst Astronaut werden.

Privatunternehmen preschen vor und schicken Lasten mit den derzeit schubkräftigsten Raketen ins All. Noch sind es aufwändige Werbeaktionen, doch das Ziel Mars haben viele dabei im Blick. Auf "Mars-Analog-Missionen" werden schon einmal Techniken getestet, die zum Einsatz kommen könnten. Harald Lesch lässt sich zeigen, was es bedeutet, sich mit einem marstauglichen Raumanzug zu bewegen. Vielleicht wird das Ziel, einmal weit über den Mond hinaus ins All zu reisen, irgendwann zu einer globalen Frieden stiftenden Menschheitsaufgabe. Um es mit einer afrikanischen Weisheit auszudrücken, die Alexander Gerst zitierte: "Wenn Du so schnell wie möglich vorankommen willst, dann geh allein. Wenn Du so weit wie möglich kommen willst, dann geh mit anderen zusammen." Und dass die Menschen "immer weiter hinaus" ins Universum vordringen wollen, so weit es eben die verfügbaren Techniken erlauben, daran zweifelt wohl niemand.

1.20 Uhr

"Terra X: Faszination Universum"

"Aliens: Der erste Kontakt"

Moderation: Prof. Harald Lesch

Wiederholung

Unfassbar viele Sterne, unzählige Möglichkeiten: durchaus denkbar, dass es irgendwo da draußen Aliens gibt. Wie können wir sie finden - und sie uns? Oder gab es schon einen ersten Kontakt? Harald Lesch untersucht den UFO-Glauben mit wissenschaftlichem Blick. Und er stößt dabei auf einen Kontakt, der vielleicht tatsächlich stattgefunden hat. Auch wenn dieser anders ausgesehen haben dürfte, als es die meisten Science-Fiction-Filme nahelegen.

2.05 Uhr

"Terra X: Faszination Universum"

"Eine Frage der Zeit"

Moderation: Prof. Harald Lesch

Wiederholung

Die Zeit-Skalen des Universums sprengen die menschliche Vorstellungskraft. Harald Lesch blickt zurück auf 13,8 Milliarden Jahre kosmischer Geschichte, die uns Menschen zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Im Großen Refraktor auf dem Potsdamer Telegrafenberg geht Harald Lesch den Fragen der Zeit nach. Das historische Gebäude beherbergt die erste speziell für Astrophysik errichtete Sternwarte und gehört zum Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam.

2.50 Uhr

"Terra X: Faszination Universum"

"Ohne Limit"

Moderation: Prof. Harald Lesch

Wiederholung

Wenn der Mensch an Grenzen stößt, will er sie überwinden. Wir reisen immer schneller und bauen immer höher. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Harald Lesch lotet die Grenzen des Universums aus. Dazu öffnen sich wieder die Türen des Großen Refraktors auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Mit solchen Teleskopen wurden einst die Grenzen der Beobachtung des Himmels stetig weiter hinausgeschoben. Das historische Gebäude beherbergt das Doppelteleskop, mit dem 1904 die interstellare Materie entdeckt wurde. Heute gehört es zum Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam.

3.35 Uhr

"Terra X: Aufbruch ins All - mit Alexander Gerst"

Film von Luise Wagner

Wiederholung

4.20 Uhr

"Frag den Lesch"

"Botschafter im All: Voyager"

Wiederholung

Harald Lesch erzählt von Voyager-Sonden und macht begreiflich, wie unglaublich groß das Universum und wie unvorstellbar weit entfernt die nächsten erdähnlichen Planeten sind.

"ZDF.reportage: Mission Weltall - Das harte Training der Astronauten"

Sonntag, 10. Juni 2018, 18.00 Uhr

"ZDF.reportage: Mission Weltall - Das harte Training der Astronauten"

Film von Felix Kohler

Astronauten arbeiten hart, um sich auf Weltraummissionen vorzubereiten. Einer der wichtigsten Ausbildungsstandorte der Europäischen Weltraumorganisation ESA liegt in Köln. Im Europäischen Astronautenzentrum EAC sind mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Ehemalige Astronauten und Experten aus verschiedenen Ländern kümmern sich darum, dass die zukünftige ISS-Besatzung optimal vorbereitet ist. Chris Capelle zum Beispiel ist zuständig für die Tagesplanung von Gerst. Der Belgier organisiert dessen Arbeitsalltag minutiös. Nur so lassen sich die weltweit stattfindenden praktischen und theoretischen Trainingsmodule koordinieren. Zum Beispiel der Auffrischungskurs fürs ISS-Modul, den Gerst bei Trainerin Serena Bertone absolviert.

Neuestes Mitglied im Kreis der ESA-Astronauten ist ein weiterer Deutscher: Matthias Maurer. Der 48-Jährige durchlief 2009 das gleiche Auswahlverfahren wie Alexander Gerst. Doch erst 2017 erfolgte seine Berufung zum Astronauten. Maurer spricht von einem wahr gewordenen "Erwachsenentraum".

Auch hinter Maurer steht ein ganzes Team an Trainern und Ausbildern. In Köln treibt ihn Personalcoach Nora Petersen täglich mehrere Stunden lang zur körperlichen Fitness. Unterwasser-Trainer Hervé Stevenin bereitet Maurer im Übungsbecken auf seine wichtigste Prüfung vor. Die findet im Johnson Space Center der NASA in Houston statt. Hier muss der 48-Jährige reale Notfallszenarien lösen – im Raumanzug und unter Wasser.

Die "ZDF.reportage" begleitet die Stationen dieser einzigartigen Ausbildung und trifft die Ausbilder und die Astronauten jenseits des Blitzlichtgewitters um anstehende Raketenstarts. Der Film begleitet Alexander Gerst bei den Vorbereitungen für seinen Einsatz im All und ist dabei, wenn Matthias Maurer in seine letzte und wichtigste Prüfung geht.

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und unter https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

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