Terra X: Rätsel Mensch

Zweiteilige Dokumentation

Was ist das Geheimnis unserer Evolution, unseres Fühlens und Denkens? Was haben wir mit Schimpansen gemeinsam, was unterscheidet uns von ihnen? "Terra X" ist dem „Rätsel Mensch“ auf der Spur. Wie viele Relikte der Frühzeit tragen wir in uns? Was verrät unsere Mimik und Gestik? Was können wir von den noch ursprünglich lebenden Stämmen über die Wurzeln unseres Verhaltens lernen? Was können Kinder, was Schimpansen nicht können? Wie gelingt es dem Menschen sowohl in der Wüste als auch im ewigen Eis zu überleben? Und was ist die Formel für seinen Erfindungsgeist? Diesen Fragen geht die zweiteilige Dokumentation nach.

  • ZDF, Sonntag, 16. und 23. August 2015, 19.30 Uhr
  • ZDF neo, Samstag, 15. und 22. August 2015, 16.30 Uhr

    Texte

    Terra X: Rätsel Mensch
    1. Wie wir fühlen

    Samstag, 15. August 2015, 16.30 Uhr, ZDFneo
    Sonntag, 16. August 2015, 19.30 Uhr, ZDF

    Themen der 1. Folge:
    Menschenaffen wie wir: Wie viele Relikte der Frühzeit tragen wir in uns?
    Fahndung im Reich der Gefühle: Was verrät unsere Mimik und Gestik?
    Expedition zu den Himba: Was können wir von den noch ursprünglich lebenden Stämmen über die Wurzeln unseres Verhaltens lernen?

    Was ist das Geheimnis unserer Evolution, unseres Fühlens und Denkens? Was haben wir mit Schimpansen gemeinsam, was unterscheidet uns von ihnen? In der zweiteiligen Dokumentation ist "Terra X" dem „Rätsel Mensch“ auf der Spur.

    Die weltbekannte Schimpansen-Forscherin Jane Goodall war die erste, die Menschenaffen im afrikanischen Urwald hautnah beobachtete. Sie blickt zurück auf die emotionalsten Momente, die sie mit Schimpansen erlebt hat.

    Fühlen sie genauso wie wir? Wie sieht das Liebesleben unserer nächsten Verwandten aus? Warum verlieben wir Menschen uns? Sind wir auf Sex oder auf Bindung programmiert? Ein Test enthüllt verborgene Signale, mit denen Frauen Männer in ihren Bann anziehen.

    Wissenschaftler vermuten den Schlüssel zum Geheimnis des Menschen in seinen Kindern. Sie werden im Gegensatz zu fast allen anderen Tieren mit einem unreifen Gehirn geboren. Unsere hilflosen Babys sind vielleicht das größte Phänomen unserer Evolution. Und ob man es glaubt oder nicht, damit ist ein Überlebensvorteil verbunden.

    Mit mehr als sieben Milliarden Artgenossen besiedeln wir heute die ganze Erde. Welche Fähigkeiten mussten wir entwickeln, um in immer größeren Gruppen leben zu können? Eine winzige kleine Veränderung im kindlichen Gehirn könnte dafür verantwortlich sein und uns von anderen Primaten unterscheiden.

    Von Geburt an kommunizieren wir Menschen über unsere Mimik - die Sprache der Gefühle, die uns weltweit verbindet und komplexer als bei allen anderen Lebewesen ist. Mit Thorsten Havener, Entertainer und Experte für Körpersprache, zeigt "Terra X" den Code der Gesichter.

    Adrenalin pur: Beim Bungee-Jumping im Hamburger Hafen zeigt Thorsten Havener mit einem Experiment, wie viel Alpha-Tier in uns steckt und wie wir mit "Power-Posen" unsere Gefühle manipulieren können.

    Terra X: Rätsel Mensch
    2. Wie wir denken

    Samstag, 22. August 2015, 16.35 Uhr, ZDFneo
    Sonntag, 23. August 2015, 19.30 Uhr, ZDF

    Themen der 2. Folge:
    Experimente im Leipziger Zoo: Was können Kinder, was Schimpansen nicht können?
    Survival of the Fittest: Wie gelingt es dem Menschen sowohl in der Wüste als auch im ewigen Eis zu überleben?
    Ausflug ins All: Was ist die Formel für den menschlichen Erfindungsgeist?

    Wie schafft es der Mensch, selbst unter extremsten Bedingungen zu existieren? In den entlegensten Winkeln der Erde hat sich der Fotograf Jimmy Nelson auf die Suche nach den letzten indigenen Völkern begeben, um ihrem Überlebensprinzip auf die Spur zu kommen.

    Wie ist es zu erklären, dass die Stämme der Vergangenheit zu immer größeren Gruppen zusammengewachsen sind und die Weltbevölkerung immer weiter wächst? Was ist die Ursache für unseren "Gruppeninstinkt"?

    Der Mensch hat ein tief verwurzeltes Bedürfnis, sich mit anderen auszutauschen und zu vernetzen. Wie wurden wir vom Steinzeitmenschen zum Smartphone-User? Liegt der Schlüssel zum Menschsein in unserer Fähigkeit zur Kooperation? Am Max-Plack-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig vergleichen Entwicklungspsychologen das Verhalten von Schimpansen und Kindern, um den Unterschied zu erklären.

    Als einziges Lebewesen hat der Mensch die Grenzen seines Heimatplaneten überwunden. In unseren Köpfen reifen die unglaublichsten Szenarien. Was treibt uns an, sie in der Realität zu erproben? Was hat uns dazu befähigt, Raketen zu bauen und ins All zu fliegen? Auf der Internationalen Raumstation erzählt der deutsche Astronaut Alexander Gerst, was aus seiner Sicht die Evolution des Menschen ausmacht.

    Zitate aus dem Film: Interview mit Jane Goodall

    "Dieser eine Moment, in dem sich Wounda plötzlich zu mir umdrehte, mir direkt in die Augen sah, zu mir kam und mich umarmte, das war wahrscheinlich der unglaublichste Moment meines ganzen Lebens. Ich hatte gedacht, sie würde Rebecca umarmen, die Tierärztin. Schließlich hatte sie Wounda geheilt als sie so krank war. Und es war eine so lange, innige Umarmung. Danach sagte einer der afrikanischen Tierpfleger: 'Wie konnte Wounda wissen, dass diese Lady für alles verantwortlich ist?' Das werden wir wohl niemals erfahren."

    "Es ist interessant, dass man mir immer die Frage stellt, ob Tiere und Menschen dieselben Gefühle haben. Wenn Sie zu mir sagen, sie seien glücklich, dann kann ich das nachempfinden und es macht mich dann ebenfalls glücklich. Alle Menschen empfinden Glück. Doch je weiter Kulturen voneinander entfernt sind, desto unterschiedlicher wird wahrscheinlich auch das Verständnis von Glück. Das Gleiche passiert bei Schimpansen: Wir glauben, dass sie Freude und Traurigkeit fühlen können. Und davon bin ich absolut überzeugt. Doch fühlen sie wirklich genauso wie wir? Wir werden es eben niemals beweisen können."

    "Wissenschaftlich betrachtet erlebte ich den erstaunlichsten Moment während meiner ersten Jahre in Gombe. Das Schimpansen-Männchen David Greybeard riss Grashalme ab und benutzte sie als Werkzeug. Er stocherte damit nach Termiten. Bis dahin hieß es immer noch dass ausschließlich Menschen in der Lage wären, Werkzeuge herzustellen. Darüber definierten wir uns – wir: die Werkzeugmacher. Es war also eine wissenschaftliche Beobachtung von großer Relevanz. Für mich auch deswegen, weil nun die National Geographic Society einstieg und Geld mitbrachte, sodass ich meine Forschungen weiterführen konnte."

    "Der berührendste Moment, den ich niemals vergessen werde, passierte mit Flo, einem älteren Weibchen. Zuerst war sie weggerannt, wie alle anderen auch, als ich das erste Mal bei ihnen war. Denn sie hatten ja noch nie zuvor einen 'weißen Affen' gesehen, und nichts anderes war ich. Dann vertraute sie mir aber irgendwann so sehr, dass sie sogar Flint, ihr kleines Neugeborenes, zu mir rüberkommen ließ. Sie hielt ihn zwar beschützend fest, doch sie ließ ihn ganz zu mir krabbeln und meine Nase berühren. Das war einfach unglaublich."

    "Und da war noch ein Moment, als ich David Greyberad eine Palmnussanbot. Er drehte sein Gesicht weg, er wollte die Nuss nicht haben. Als ich meine Hand noch ein Stückchen näher heranschob, schaute mir direkt in die Augen, nahm die Nussund ließ sie fallen – er wollte sie offensichtlich wirklichnicht haben. Aber er drückte ganz sanft meine Finger, was bei Schimpansen eine Geste der gegenseitigen Beruhigung ist. Kommunikation aus der Zeit noch vor der Entwicklung der menschlichen Sprache, mit Berührungen, Körperhaltung, Gesten. Und diese Geste der Beruhigung teilen wir mit den Schimpansen noch heute, sie entwickelte sich evolutionär mit uns während der letzten sechs Millionen Jahre."

    "Es ist wichtig zu verstehen, dass wir nicht das Ziel haben, einen direkten Kontakt mit den Wild-Schimpansen zu etablieren. Schimpansen können unsere ansteckenden Krankheiten bekommen, deswegen halten wir Abstand oder versuchen es zumindest. Doch wenn wir mit unseren Waisenkindern kommunizieren, deren Mütter von Wilderern erschossen wurden für den Wildfleisch-Handel, dann nutzen wir die gleichen Gesten, Körperhaltung und Laute, die die Schimpansen nutzen. Die kleinen Waisen haben ihre Mutter verloren, sie sind traumatisiert, sie brauchen alle Zuwendung, die wir ihnen geben können. Eine Begrüßung ist ein 'A-a-a-a-a', das wäre dann ein liebevoller Gruß. Und natürlich das Kitzeln, um sie zum Lächeln und zum Lachen zu bringen. Wir nutzen so viele Gesten. Um etwas bitten. Und 'o-o-o-' - geh weg!. Und das Streicheln zur Beruhigung, die Hand drücken, begrüßen, umarmen, küssen, Händchen halten. Ihre Gesten und ihre Körperhaltung sind die gleichen wie unsere und wir benutzen sie im gleichen Zusammenhang. Es ist offensichtlich, dass sie die selbe Bedeutung haben."

    "Ich denke, der größte Unterschied zwischen uns Menschen, den Schimpansen und anderen Tieren ist die rasante Entwicklung unseres Intellekts. Schimpansen sind sehr viel intelligenter, als wir es jemals für möglich gehalten haben, und andere Tiere ebenfalls. Doch selbst der klügste Schimpanse, der mehr als 400 Zeichen der amerikanischen Gebärdensprache erlernt hat, kann verstandesmäßig nicht mit jemandem verglichen werden, der Raketen entwickeln kann, die zum Mars fliegen, aus denen ein kleiner Roboter aussteigt, um die Oberfläche des Roten Planeten zu erkunden und uns dann Fotos zurückschickt. Hier liegt der große Unterschied. Höchstwahrscheinlich sind nur wir in der Lage, eine Sprache zu entwickeln, mit der wir über Vergangenes reden , Pläne für die Zukunft schmieden und Erklärungen für Dingen ableiten können, die noch nicht da sind. Und wir sind in der Lage dazu, weil wir eine Sprache mit Wörtern und Symbolen entwickelt haben."

    "Ich stelle mir ständig die Frage: Wie kann es sein, dass die intelligenteste Kreatur, die jemals auf diesem Planeten gewandelt ist, ihr eigenes und einziges Zuhause zerstört? Wir zerstören es wirklich rasant. Wir benehmen uns als ob unsere natürlichen Ressourcen unerschöpflich sind. Sie sind es nicht. Wir brauchen sie auf. Unsere menschliche Population wächst ständig. Und mir kommt es so vor, als ob uns unsere Weisheit abhanden gekommen ist. Die Weisheit, die wir noch immer in manchen Urvölkern finden können, die sich fragen: 'Wie wird unsere heutige Entscheidung unsere nachfolgenden Generationen beeinflussen?' Wir entscheiden nur, wie weit sich etwas für uns im Jetzt lohnt, wie kann es mir in meiner politischen Kampagne zugutekommen, was für einen Einfluss könnte es bei der nächsten Aktionärssitzung in drei Monaten haben. Es scheint, als ob dieser kluge Verstand tragischerweise von dem menschlichen Herzen, seiner Liebe und seinem Mitgefühl getrennt wurde. Ich bin davon überzeugt, dass wir unser wahres menschliches Potential nur erreichen und ausschöpfen können, wenn wir mit Kopf und Herz zusammen in harmonischer Zweisamkeit agieren."

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