Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentation

Sieben Kontinente gliedern die heutige Weltkarte. "Terra X" stellt alle Erdteile und ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt vor. Wie hat sich das Leben den geologischen Eigenheiten der jeweiligen Kontinente angepasst, und wie muss es sich heute einer modernen, vom Menschen dominierten Welt anpassen? Neueste Drohnen- und Kameratechniken erlauben es den Filmemachern, Tiere nicht nur aus neuen Perspektiven, sondern auch aus nächster Nähe zu zeigen, ohne ihr natürliches Verhalten zu stören. Die Musik für die Reihe stammt aus der Feder des bekannten deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer.

  • ZDF, ab Sonntag, 24. November 2019, jeweils 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Sonntag, 24. November 2019, (Folge 1-3)

Texte

"Sieben Kontinente – unendliches Staunen"
Vorwort von Prof. Peter Arens und Friederike Haedecke

Seit Jahrmillionen formen unfassbare Kräfte unseren Planeten. Nachdem der Urkontinent Pangäa auseinanderbrach, entstanden jene sieben Kontinente, die heute unsere Weltkarte formen. Es bildeten sich sieben eigene Welten – eine jede mit ihrer ganz eigenen Flora und Fauna. Eine jede voller Wunder und Staunen machender Besonderheiten.

Da gibt sich der Schwanz einer Schlange als leckeres Insekt aus, Fische schichten Steine zu Großbauwerken, und Hamster machen Friedhöfe unsicher. Neue Techniken ermöglichten es, besonders lange Sequenzen aufzuzeichnen. Mit kleineren Kameras und lautlosen Drohnen erfahren die Tiere nahezu keine Störung in ihrem natürlichen Verhalten, sodass ganz neue, hochemotionale Geschichten dokumentiert werden konnten. Manche auch durchaus in einer Intensität, die das Herz berührt. Wie die von der Robbenmutter in der Antarktis, die sich im Sturm entscheiden muss, ob sie ihr Junges allein auf dem Eis zurücklässt, um Nahrung zu besorgen. Oder die wilden Fluchten des Rotwilds in Italien vor einer Horde Wölfe, eindrücklich dokumentiert von Nachtsichtkameras. Geschickt setzen die jagenden Wölfe Landstraßen ein, um der Beute den Weg abzuschneiden. Die Sympathie ist automatisch auf der Seite der Gejagten, doch auch das Wolfsrudel hat ein Recht aufs Überleben.

Jede Geschichte hat ihren eigenen Reiz, und manche bleiben besonders eindrücklich in Erinnerung. In Alaska hocken mächtige Eisbären auf kleinen Felsen im Meer – geduldig und hochkonzentriert. Erst nach langem Warten erschließt sich der Sinn ihres Tuns: sie lauern auf vorbeiziehende Belugawale, um im Sprung von ihrem festen Standplatz Beute zu machen. Eine solche Szene wurde noch nie so dokumentiert, denn sie ist aus einer Not heraus geboren. Das Eis, das Bären früher trug, ist heute nicht mehr da. Die Raubtiere haben sich angepasst und eine neue Jagdstrategie entwickelt. Doch nicht überall kann sich die Tierwelt so schnell auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Auf den sieben Kontinenten wird der Lebensraum der Tiere enger, und fast überall ändern sich die klimatischen Bedingungen. "Sieben Kontinente – Ein Planet" ist somit auch das Bild einer Erde, die vor gewaltigen Veränderungen steht. So, wie viele Tiere in dieser Reihe dokumentiert wurden, werden sie in Bälde nicht mehr zu sehen sein.

Wir freuen uns, dieses einmalige Porträt unseres Planeten gemeinsam mit der BBC und anderen internationalen Koproduktionspartnern realisiert zu haben. Ein Vorhaben dieser Größenordnung erfordert enormen Aufwand: An 1794 Tagen wurde in insgesamt 41 Ländern gedreht, 92 Tierarten auf 2260 Stunden Filmmaterial dokumentiert. 1500 Menschen waren an dieser Produktion beteiligt, und – es ging nur ein einziges Hotelzimmer zu Bruch: Eine Pavianhorde hatte sich auf der Suche nach Futter unerlaubten Zugang verschafft.

"Sieben Kontinente – Ein Planet" ist ein Gemeinschaftsprojekt, in dem sich die talentiertesten Tierfilmer der Welt auf die Reise begeben haben. Es ist eine Reise geworden, die den Zuschauer einlädt, mitzukommen. Sie verspricht Herzklopfen, viele "Ahs" und "Ohs", bisweilen auch Schauder und womöglich auch die ein oder andere Träne. Denn der Kampf der Tiere um Nahrung und das eigene Überleben geht nicht immer so aus, wie wir es uns vielleicht wünschen. Was bleibt ist das Staunen über die unfassbare Vielfalt der Lebensformen, ihre Perfektion und ihre unendliche Schönheit.

Prof. Peter Arens, Leiter der Hauptredaktion "Geschichte und Wissenschaft"
Friederike Haedecke, Leiterin der Redaktion "Terra X"

Sendedatum, Stab

ab Sonntag, 24. November 2019, jeweils 19.30 Uhr, ZDF
Folge 1-3: ab Sonntag, 24. November 2019, ZDFmediathek

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

Executiv Producer: Jonny Keeling
Series Producer
: Scott Alexander
Producer:
Fredi Devas (Antarktis), Emma Napper (Asien und Australien), Chadden Hunter (Südamerika und Nordamerika), Giles Badger (Europa und Afrika)
Kamera und Ton:
John Aitchison, Neil Anderson, Grant Baldwin, Dan Beecham, Howard Bourne, Barrie Britton, John Brown, Santiago Cabral, Rod Clarke, Martyn Colbeck, Tom Crowley, Sophie Darlington, Cristian Dimitrius, Tony Driver, Justine Evans, James Ewen, Bertie Gregory, Ted Giffords, Robert Hawthorne, Justin Hofman, Daniel Hunter, Jonathan Jones, Sandesh Kadur, Paul Klaver, João Paulo Krajewski, Louis Labrom, Tim Laman, Alastair MacEwen, Mark MacEwen, Justin Maguire, Pete McCowen, Jamie McPherson, Hugh Miller, Henry Mix, Roger Munns, Mark Payne-Gill, David Parer, Jacky Poon, Espen Rekdal, Andre Rerekura, Edward Saltau, John Shier, Hector Skevington-Postles, Rolf Steinmann, Toby Strong, Nick Turner, Alex Vail, Tom Walker, Chris Watson, Max Hug Williams
Musikkomposition
: Hans Zimmer, Russell Emanuel
Produktion:
Maria Norman (BBC), Claudia Comprix (ZDF), Cora Szielasko-Schulz (ZDF)
Deutsche Fassung
: Uta von Borries
Redaktion
: Friederike Haedecke
Länge
: 43'30'' (Folge 1-6), 60' (Folge 7)

Folge 1: Antarktika – Kontinent der Überlebenskünstler

Sonntag, 24. November 2019, 19.30 Uhr, ZDF
ab Sonntag, 24. November 2019, ZDFmediathek

Terra X: Sieben Kontinente – Eine Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

1. Antarktika – Kontinent der Überlebenskünstler

Die Antarktis ist der kälteste und lebensfeindlichste Kontinent der Erde. Nur die Härtesten können hier überleben. Wie die Weddellrobben, die das Eis für ihre Atemlöcher mit den Zähnen zurückschleifen, oder die bunten Seesterne, die den eiskalten Meeresboden bedecken.

98 Prozent des Festlandes der Antarktis sind mit Eis bedeckt. Und dennoch hat sich hier eine Fülle des Lebens entwickelt, die ihre Existenz dem unglaublich reichen Ozean verdankt. Die stärksten Strömungen der Welt bringen Nährstoffe an die Oberfläche, von denen sich der antarktische Krill ernährt. Mit durchschnittlich 500 Millionen Tonnen ist dessen Gesamtgewicht größer als bei jeder anderen Spezies der Welt und lockt eine Vielzahl von Interessenten an. Bisweilen entstehen kilometerlange Krillschwärme, an denen sich Tausende von Pinguinen, Robben, Albatrossen und Finnwale laben können.

Unter dem Meereis sind die Bedingungen seit Jahrtausenden stabil. Das Leben, das sich hier entwickelt hat, ist vielfältig. Seesterne, Seespinnen und drei Meter lange Raubwürmer bevölkern den Meeresboden in einer überraschenden Buntheit.

Die Antarktis wurde erst vor 200 Jahren entdeckt, aber der Mensch übt seit dieser Zeit einen enormen Einfluss auf den Kontinent aus. In der Walfangindustrie wurden dort über 1,5 Millionen Wale getötet, was viele Arten an den Rand des Aussterbens brachte. Seit dem Verbot der kommerziellen Jagd im Jahr 1986 kehren die Wale zurück. Darüber hinaus ist der Antarktis-Vertrag beispielhaft dafür, dass Länder aus der ganzen Welt sich zum Schutz der Tierwelt zusammenschließen können. Allerdings: Aufgrund des Klimawandels erwärmt sich der Südliche Ozean, das Eis schmilzt, und der Meeresspiegel steigt. Vielleicht noch beunruhigender ist, dass eine Erwärmung der kältesten Region der Erde tiefgreifende Auswirkungen auf die globalen Wetterverhältnisse haben wird. Obwohl die Antarktis weit weg scheint, betrifft das, was dort passiert, die gesamte Erde.

Folge 2: Asien – Kontinent der Vielfalt

Sonntag, 1. Dezember 2019, 19.30 Uhr, ZDF
ab Sonntag, 24. November 2019, ZDFmediathek

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

2. Asien – Kontinent der Vielfalt

Asien ist der größte Kontinent der Welt – und einer der geografisch vielfältigsten. Es erstreckt sich vom Polarkreis bis zum Äquator. Die Tiere dort sind mit den heißesten Wüsten, dem höchsten Dschungel und den höchsten Bergen der Welt konfrontiert. Diese Welten entstanden, als Indien vor 30 Millionen Jahren mit dem Rest Asiens zusammenstieß und den Kontinent, wie wir ihn heute kennen, prägte. Die Tiere haben sich auf fast unglaubliche Weise an die harten Bedingungen angepasst.

Auf der Halbinsel Kamtschatka in Russland leben Bären an den Hängen aktiver Vulkane. Und an der sibirischen Küste zeigt sich im Sommer für einige Wochen ein bemerkenswertes Schauspiel: Zehntausende Walrosse ziehen an den Strand und bilden dort eine der größten Säugetieransammlungen der Welt. In China gehen mysteriöse blauhäutige Affen aufrecht durch einige der am wenigsten erforschten Wälder der Erde, während die Wüsten des Iran die wohl bizarrste Schlange der Welt beherbergen. Ihre Schwanzspitze ist geformt wie ein appetitliches Insekt. Doch wer es schnappen will, auf den wartet eine böse Überraschung. Und auf den kargen Hochebenen Indiens kämpfen grellfarbige Eidechsen wie Miniatur-Kung-Fu-Meister, die versuchen, eine Partnerin zu finden, bevor sie sterben.

Folge 3: Südamerika – Kontinent des Artenreichtums

Sonntag, 8. Dezember 2019, 19.30 Uhr, ZDF
ab Sonntag, 24. November 2019, ZDFmediathek

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

3. Südamerika – Kontinent des Artentreichtums

Südamerika ist der artenreichste Kontinent der Erde. Von den knochentrockenen Wüsten der Atacama, wo Pinguine sich ihren Weg durch ein "Minenfeld" aus zuschnappenden Seelöwen bahnen, bis hin zu den üppigen Nebelwäldern der Anden, wo Andenbären dreißig Meter hohe Bäume auf der Suche nach schwer greifbaren Früchten erklimmen, ist Südamerika voll von Außergewöhnlichem und Überraschendem.

Im äußersten Süden des Kontinents durchstreifen Raubtiere die zerklüftete patagonische Landschaft. Unter senkrechten Felstürmen muss eine Pumamutter all ihre Erfahrung und Kraft einsetzen, um eine gewaltige Beute zu besiegen: Ein Guanaco, ein Verwandter des Kamels, ist dreimal so schwer wie ein Puma und kann ihn im Kampf sogar in die Luft schleudern.

Östlich der Anden am Amazonas liegt der größte Regenwald der Welt. Um sich von der Masse abzuheben, haben dort männliche Blaubrustpipra, wunderschöne Vögel aus der Familie der Sperlinge, aufwendige und komische Tanzroutinen entwickelt. Pfeilgiftfrösche schützen auf ganz einzigartige Art ihre Jungen: Die Väter tragen ihre Kaulquappen Huckepack zu einzelnen Wassertaschen im ganzen Wald, wo jede Einzelne heranwächst. Allerdings ist es gar nicht so leicht für den sorgenden Vater, sich an alle Wassertropfen zu erinnern. Im Süden Brasiliens sprudeln kristallklare Süßwasserquellen. Piraputanga-Fische tummeln sich hier im türkisfarbenen Wasser und folgen Kapuzineraffen, die sich am Rande des Flusslaufs von Obst ernähren. Wird es fallen gelassen, schnappen sich die Fische die köstliche Nahrung. Zur Not springen die hungrigen Fische sogar weit aus dem Wasser heraus, um an die verlockenden Früchte zu gelangen.

Doch die Regenwälder Südamerikas sind durch Brandrodung und die Beschneidung des Lebensraumes stark bedroht. Ein paar kleine Flecken des kolumbianischen Waldes bilden die letzte verbleibende Zuflucht einer der seltensten Affenarten der Welt, der Lisztaffen. Schauplatz eines bizarren Schauspiels sind auch die Iguazu-Wasserfälle auf der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien. Große dunkle Mauersegler fliegen gefährlich nahe an die Gischt heran und verschwinden dann auf mysteriöse Weise. Sie nisten hinter der Wasserwand, um ihre Küken vor Raubtieren zu sichern – eine atemberaubende, gefährliche Strategie. Damit die Kleinen ihren Erstflug überleben, müssen sie sich irgendwie durch die mächtigsten Wasserfälle der Welt kämpfen.

Folge 4: Australien – Kontinent der Isolation

Sonntag, 15. Dezember 2019, 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

4. Australien – Kontinent der Isolation

Der Kontinent Australien, der auch Landmassen des heutigen Ozeanien umfasst, driftete vor Millionen Jahren in die Abgeschiedenheit. Hier leben die sonderbarsten und prächtigsten Tiere, getrennt vom Rest der Welt. Über 70 Prozent von Australien ist heute trockenes Land. In der sonnigen, verbrannten roten Mitte regieren Reptilien die Wüste. Doch im Norden dieses Inselkontinents liegt Daintree, einer der ältesten tropischen Wälder der Erde – Rückzugsgebiet eines Boten aus der Dinosaurier-Zeit, des Kasuars. Dieser Laufvogel wird bis zu 1,80 Meter groß und gilt als stark gefährdet. Vater Kasuar sichert das Überleben, indem er seine kleinen gestreiften Küken streng umsorgt und beschützt. Im Landesinneren steckt der Kontinent voller weiterer Überraschungen.

Der Wombat, ein kurzbeiniges Beuteltier, durchstreift Australiens Gebirgszüge und überlebt eisige Schneestürme. Und in den weiten, offenen Graslandschaften jagt der Dingo, Australiens Wildhund, nach Kängurus. Jäger und Gejagte sind ausdauernde Langstreckler, so dass sich eine Jagd über viele Kilometer hinziehen kann.

Der Inselkontinent wird von der Kontinentaldrift nach Norden geschoben und liegt heute teilweise wieder in warmem, tropischem Wasser. Das beherbergt ein vielfältiges Spektrum von winzigen farbenfrohen Fischen und die größte Ansammlung von Haiarten der Welt. Etwa alle zehn Jahre versammeln sich Tausende von Haien, um ein erstaunliches Schauspiel zu veranstalten. Auf einer vorgelagerten Insel hat eines der ungewöhnlichsten Säugetiere überlebt: Der rätselhafte tasmanische Teufel, ein kämpferischer Raubbeutler, hat hier eine seiner letzten Festungen.

Doch auch Australiens Tiere stehen durch den Menschen vor einer riesigen Herausforderung. Mehr Säugerarten sind hier ausgestorben als irgendwo sonst auf dem Planeten. Tausende von außergewöhnlichen alten Steinzeichnungen sind Zeugnisse einer reichen Flora und Fauna und alles, was von einigen Arten übrig geblieben ist.

Folge 5: Europa – Kontinent der Wandlung

Sonntag, 22. Dezember 2019, 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

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5. Europa – Kontinent der Wandlung

Europa ist der Kontinent, den die Menschen am meisten verändert haben. Die Tiere haben sich anpassen müssen und sich an teils ungewöhnliche Orte zurückgezogen.

Hoch über der Stadt Gibraltar leben Berbermakaken, Europas einzige Primaten. Immer wieder kommt es innerhalb der Gruppen zu Entführungsdramen, wenn kinderlose Weibchen sich am Nachwuchs der anderen vergreifen. Der Kampf um die Rückeroberung der Babys ist dramatisch – und nicht immer geht er gut aus.

Auf den Friedhöfen von Wien werden europäische Hamster zu Grabräubern und  kämpfen um skurriles Diebesgut. Das Wachs der Grableuchten ist ein schmackhafter Leckerbissen, das die Hamster nur ungern ihren Artgenossen überlassen.

Bei Einbruch der Dunkelheit werden die Wälder im Umkreis alter italienischer Bergdörfer zum Jagdgebiet für Wölfe, während tief unter der Erde in den Höhlen Sloweniens bis zu hundert Jahre alte "Babydrachen", sogenannte Olme, im Tiefschwarz lauern.

Am äußersten nordöstlichen Rand des Kontinents, versteckt in den riesigen Wäldern Finnlands, leben Braunbären, und im Norden, am Rande des Polarkreises, hallen über die offene Tundra Klänge titanischer Schlachten: Moschusochsenbullen gehen aufeinander los, um für ihr Zuchtrecht zu kämpfen.

Das warme stabile Klima in Europa und die langen warmen Sommertage tragen dazu bei, eines der spektakulärsten Naturschauspiele des Kontinents in Szene zu setzen. In Ungarn tauchen im Juni für wenige Tage Millionen von riesigen Eintagsfliegen aus der Theiß auf. Sie alle konkurrieren jetzt um einen Partner – Massen von Männchen stürzen sich auf die Weibchen – ein Leben wie im Rausch. Der Höhepunkt ihres ganzen kurzen Daseins. Innerhalb weniger Stunden sind sie dem Tod geweiht, und das Schauspiel ist für ein weiteres Jahr vorbei.

Europa ist Heimat für 850 Millionen Menschen. Und dennoch offenbart dieser überfüllte Erdteil eine unerwartete Tierwelt in den verbliebenen Refugien und Städten.

Folge 6: Nordamerika – Kontinent der Wetterextreme

Sonntag, 29. Dezember 2019, 19.30 Uhr, ZDF

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

6. Nordamerika – Kontinent der Wetterextreme

Nordamerika ist geprägt von Wetterextremen. Tornados donnern über die Prärie, arktische Luft fegt bis zu den südlichen Sümpfen.

Im kanadischen Yukon-Territorium kann der Winter brutal sein, bis zu zwei Meter Schnee fallen bisweilen an einem einzigen Tag.  Doch der Luchs hat einen Weg gefunden, um dort zu überleben, wo andere nicht überwintern können. Ihm ist es gelungen, weiter nach Norden vorzudringen als jede andere Katzenart der Erde. 

Da es keine Ost-West-Bergkette gibt, die Nordamerika durchquert, kann die arktische Luft ungehindert bis in die südlichen Sümpfe strömen. Dann passiert Ungewöhnliches: Alligatoren werden in der Eisdecke eingefroren, und Seekühe müssen fliehen auf der Suche nach wärmerem Wasser.

Wenn der Frühling kommt, verwandeln sich viele Regionen der Rocky Mountains in ein Meer aus Wildblumen und gefrorene Bäche in reißende Ströme. In den Flüssen von Tennessee scheut das Döbelfisch-Männchen  keine Anstrengung, um eine Gefährtin anzulocken. Er bewegt Tausende von Steinen, um eine imposante Pyramide zu bauen. Und wenn die Temperaturen stimmen, erleuchten Millionen von Glühwürmchen die Wälder von Mississippi.

In den Präriegebieten bringt der Sommer ein außergewöhnliches Wetter. Warme Luft aus dem Golf von Mexiko trifft auf arktische Luft und wirbelt sich zu bedrohlichen Tornados auf. Diese schießen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Meilen pro Stunde über die Great Plains und gehören damit zu den schnellsten Stürmen der Welt. Präriehunde retten sich in die Erde, doch es sind nicht nur Tornados, die sie bedrohen. Amerikanische Dachse schleichen sich durch das lange Sommergras auf der Jagd nach Eulen und arglosen Präriehundewelpen.

Mit dem Klimawandel werden die Sommer in der Arktis im Norden immer länger und heißer. Eisbären haben in der Note eine raffinierte Methode gefunden, die mageren Monate zu überwinden. Eine Gruppe hat gelernt, die steigende Flut zu nutzen, um von Felsen auf den Rücken ahnungsloser Beluga-Wale zu springen.

Folge 7: Afrika – Kontinent der Wildtiere

Mittwoch, 1. Januar 2020, 19.15 Uhr, ZDF (58'30'')

Terra X: Sieben Kontinente – Ein Planet

Siebenteilige BBC/ZDF-Dokumentationsreihe

7. Afrika – Kontinent der Wildtiere

Afrika ist der Kontinent der großen Wildtiere. Noch – denn auch dort steht die Natur vor extremen  Herausforderungen. Für die Tiere Afrikas ist die größte Bedrohung der Mensch. In der Natur haben sie ihre eigenen Strategien.

Der große afrikanische Grabenbruch, das "Great Rift Valley", ist ein wahres Paradies für Tiere. Er entstand vor 30 Millionen Jahren, als eine Masse aus geschmolzenem Gestein das Land nach oben drängte und schließlich die Erdkruste auseinanderriss. Als die tieferen Flüsse des Tals die Ebene überfluteten, entstanden atemberaubende Seen. Sie sind die reichsten Süßwasserlebensräume der Welt. Die Konkurrenz in diesen tropischen Gewässern ist groß. Der Kuckuckswels hat sich dort einen besonderen Trick angeeignet. Er platziert seine Eier so, dass sie von maulbrütenden Buntbarschmüttern aufgenommen werden. Den Job der Brutpflege übernehmen ab dann die Buntbarsche.

Afrikas reiche Serengeti-Graslandschaft ist die Heimat der größten Antilopen-, Gnu- und Zebra-herden. Ihren Wanderungen folgen stets die Raubtiere, die auf Beute aus sind. Um ihre Chancen auf einen erfolgreichen Tötungsangriff zu erhöhen, tut sich eine Gruppe von fünf Geparden-Brüdern zusammen. Erstaunlich, denn eigentlich sind Geparden Einzelgänger.

Die Wüsten Afrikas nehmen ein Drittel des Kontinents ein. Das Leben in diesen trockenen Gebieten ist unvorstellbar rau. In der Namib, der ältesten Wüste der Welt, findet eine braune Hyäne mit ihren Kleinen Zuflucht in einer verlassenen Geisterstadt. Weiteste Strecken legt die ausgehungerte Mutter zurück, um Nahrung für ihre Familie am entfernten Strand zu ergattern. Und in der Kalahari gräbt sich das bizarr anmutende Erdferkel weit in die Tiefe, um überhaupt eine kleine Mahlzeit zu finden.

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

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"Terra X" in der ZDFmediathek: https://terra-x.zdf.de

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