The Fall - Tod in Belfast

BBC-VERSION, 11-teilige Krimiserie, GB 2015

Gillian Anderson als Stella Gibson macht Jagd auf einen Frauenmörder

ZDFneo zeigt die Koproduktion von Artists Studio, BBC Northern Ireland und ZDFenterprises/ZDF in der
BBC 2-Fassung. Diese Version verteilt sich auf elf Episoden. Die ZDF-Fassung (Ausstrahlung November 2015) wurde in sechs 90-minütigen Episoden ausgestrahlt.

 

 

 

  • ZDF neo, Ab Freitag, 1. April 2016, 23.30 Uhr

Texte

Ein Katz- und Maus-Spiel Vorwort von Frank Seyberth, ZDF-Redaktion Spielfilm

Über zehn Jahre hat es gedauert, bis Gillian Anderson nach "Akte X" wieder in einer Serienrolle auftauchte. 2013 wurde sie von der BBC für die Hauptrolle der internationalen Koproduktion "The Fall – Tod in Belfast" verpflichtet. Die letzten Folgen liefen dort im Dezember 2014 mit großer Resonanz bei Presse und Publikum.

In der Rolle von Detective Superintendent Stella Gibson wird Anderson von London ins nordirische Belfast gerufen, wo sie die örtlichen Behörden bei einem ungeklärten Mordfall unterstützen soll. Dabei kreuzen ihre Ermittlung immer wieder die Wege eines vermeintlich vorbildlichen Familientherapeuten: "Fifty Shades of Grey"-Star Jamie Dornan spielt Paul Spector, den glücklich verheirateten Vater zweier Kinder, der in seinen dunkleren Stunden allerdings auch ein akribisch vorgehender Serienmörder ist.

Es ist ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb des Krimigenres, dem Verbrecher und seiner Ambivalenz so viel Aufmerksamkeit zu widmen. Aus dessen vielschichtigem Psychogramm gewinnt "The Fall – Tod in Belfast" seinen Reiz. Kontrastiert mit Andersons ungewöhnlich starker Frauenfigur erleben wir so ein Zusammentreffen zweier wesensverwandter Jäger auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes. Das Ergebnis wurde von der amerikanischen Zeitschrift "The Atlantic" als "most feminist show on television" gefeiert.

Der präzise Realismus einer intensiven Polizeiarbeit steht im ständigen Wechselspiel mit dem außergewöhnlichen Schauplatz Belfast, dessen politische Dimension beiläufig und hochwirksam zugleich in die Handlung eingewoben ist. Es spricht für die Entschlossenheit und künstlerische Konsequenz der Macher, mit dem jungen belgischen Regisseur Jakob Verbruggen zusammenzuarbeiten, der gemeinsam mit Showrunner Allan Cubitt in der Inszenierung und der Schauspielarbeit ein geschlossenes Gesamtwerk geschaffen hat, dessen emotionale Sprengkraft weit über die insgesamt neun Stunden Fernsehunterhaltung hinausweist.

In der ZDF-Mediathek wird die komplette Serie in allen elf Einzelfolgen sowohl in der synchronisierten Version, als auch in der deutsch untertitelten Originalfassung abrufbar sein.

Die zwei Fassungen der Serie

In der Koproduktionsgemeinschaft von Artists Studio mit BBC Northern Ireland und ZDFenterprises/ZDF wurden von vorneherein zwei unterschiedliche Fassungen hergestellt: die Fassung für BBC 2 (insgesamt 10 x 60 und einmal 90 Minuten), die ZDFneo nun ausstrahlt, sowie die ZDF-Fassung (6 x 90 Minuten) für den Sonntagskrimi-Sendeplatz im ZDF um 22.00 Uhr, die bereits Ende 2015 lief. Diese zweifache Formatierung gibt es auch bei Serien wie "Die Brücke - Transit in den Tod", "Kommissarin Lund" oder "The Team". Hier werden bereits in der Entwicklung zwei unterschiedliche Formate geplant.

Stab 

Buch                          Allan Cubitt
Regie                    Jakob Verbruggen (Folge 1-3), Allan Cubitt (Folge 4-6)
Kamera         Ruairí O'Brien
Schnitt                 Steve Singleton
Musik                   David Holmes & Keefus Ciancia
Produzenten Gub Neal, Julian Stevens
Ausführende Produzenten     Allan Cubitt, Patrick Irwin, Justin Thomson-Glower,
Gillian Anderson, Stephen Wright
Koproduzenten Fergus Haycock, Kok-Yee Yau, Tasja Abel
Produktion                         Eine Fables Limited Production in Zusammenarbeit mit Ingenious, Canutus Productions Plc, Redbrige Productions Plc und Artists Studio für BBC; in Zusammenarbeit mit ZDF, RTÉ, Endemol Worldwide Distribution und ZDF Enterprises International Sales and Distribution
Redaktion          Wolfgang Feindt, Frank Seyberth
Länge                   10 x ca. 60 Min und 1 x ca. 90 Min.

Die Rollen und ihre Darsteller

Stella Gibson                           Gillian Anderson
Paul Spector                      Jamie Dornan
Sally Ann Spector                            Bronagh Waugh
Danielle Ferrington                         Niamh McGrady
Jim Burns                           John Lynch
Reed Smith                        Archie Panjabi
Liam Spector                     David Beattie
Olivia Spector                   Sarah Beattie

Inhalt

Die BBC-Serie "The Fall – Tod in Belfast" ist in Nordirland angesiedelt. Stella Gibson, soeben zum Detective Superintendent befördert, wird nach Belfast versetzt. Dort soll sie die Ermittlung in einem Mordfall unterstützen. Schnell stellt sich heraus, dass ein Serienkiller am Werk ist. Paul Spector ist tagsüber ein einfühlsamer Therapeut und  liebevoller Familienvater – nachts mutiert er zum brutalen Frauenmörder.

Folgeninhalte

The Fall - Tod in Belfast (1)

Freitag, 1. April 2016, 23.30 Uhr

Detective Superintendent Stella Gibson soll die irische Polizei in Belfast bei der Untersuchung des Mordfalls Alice Monroe unterstützen. Die smarte Kommissarin entdeckt Parallelen zwischen diesem und einem weiteren unaufgeklärten Mord. 18 Monate zuvor wurde eine junge, attraktive und aufstrebende Brünette, ähnlich wie Alice Monroe, erwürgt. Gibson glaubt, dass ein Serienmörder am Werk ist, doch ihr Vorgesetzter Jim Burns zweifelt an dieser Theorie. Dies kommt dem Trauer-Therapeuten und Familienvater Paul zugute. Sein düsteres Verlangen hat ihn zu den Morden an den jungen Frauen getrieben. Doch seine Gier ist noch lange nicht gestillt und sein nächstes Opfer, Anwältin Sarah Kay, ist bereits auf seinem Radar.

 

The Fall - Tod in Belfast (2)

Freitag, 1. April 2016, 0.30 Uhr

Am Abend vor ihrer Ermordung hatte Anwältin Sarah Kay bei der Polizei angerufen, da sie einen Eindringling bei sich in der Wohnung bemerkt hatte. Doch die Polizeibeamten Ferrington und Stone konnten niemanden finden und den polizeilichen Schutz wollte Sarah nicht in Anspruch nehmen. Mit verheerenden Folgen. Spector kehrt in das Haus von Sarah Kay zurück und tötet die junge Frau. Nachdem er ihren leblosen Körper in Pose gelegt, eine Haarlocke abgeschnitten und ihre Halskette an sich genommen hat, fotografiert er sie und verschwindet anschließend unbemerkt.

Während Paul sich mit seinem neuesten Mordopfer beschäftigt, lädt Gibson ihren Kollegen Detective James Olsen für eine unverbindliche Nacht in ihr Hotelzimmer ein.

Als Sarahs Schwester Marion am nächsten Tag die Leiche entdeckt, erreicht der Notruf zuerst die Polizisten Ferrington und Stone. Die beiden sind schockiert, denn sie hatten den Unterwäschen-Vorfall falsch eingeschätzt. Als Stella Gibson am Tatort eintrifft, erkennt sie an der Inszenierung der Leiche sofort die Handschrift des Serienmörders. Sie bittet Burns, den Fall übernehmen zu dürfen, da sie der Auffassung ist, dass es sich erneut um denselben Täter handeln muss. Unterstützung erhält die Kommissarin von Pathologin Prof. Reed Smith. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlung auf. Nach der Untersuchung der Leiche steht fest, dass Sarah zum Zeitpunkt ihres Todes schwanger war.

In der Zwischenzeit bekommen die Spectors unangemeldeten Besuch von ihrer Babysitterin Katie. Sie gibt vor, einige Musiktitel von Pauls Rechner kopieren zu wollen. Sally Ann macht sich auf den Weg zur Arbeit und lässt Katie mit ihrem Mann allein. Dabei schaut sich das junge Mädchen in Spectors Arbeitszimmer um, öffnet eine Schublade und findet Sarah Kays Haarlocke.

 

The Fall - Tod in Belfast (3)

Freitag, 8. April 2016, 23.00 Uhr

Nach den Morden an Fiona Gallagher, Alice Monroe und Sarah Kay stellt Ermittlerin Stella Gibson eine Taskforce zusammen. Denn sie ist sich sicher: Der Serienmörder plant bereits seinen nächsten Mord und wird in immer kürzeren Abständen weiter töten.

Tatsächlich hat Paul Spector jetzt Liz Tyler im Visier, eine Klientin, die bei ihm in Trauertherapie ist. Als er sich jedoch in der Nähe ihres Hauses herumtreibt, um sie auszuspähen, wird er bemerkt und erhält kurz darauf Besuch von Liz' gewalttätigem Ehemann. Der droht Paul, ihn und seine Familie umzubringen, wenn er sich Liz noch einmal nähert. Spector muss umdisponieren und sich ein neues Opfer suchen.

 

The Fall - Tod in Belfast (4)

Freitag, 8. April 2016, 0.20 Uhr

Die Belfaster Polizei beschäftigt noch ein anderes Verbrechen: James Olson, der Kollege, mit dem Stella Gibson einen One-Night-Stand hatte, wurde erschossen. Gibson muss sich unangenehmen Fragen von Polizeichef Burns und Ermittlungsleiter Eastwood stellen. Auch Olsons Partner Rob Breedlove gerät durch die Ermittlungen in Bedrängnis: Er hat offenbar einen zwielichtigen Nebenjob, der jetzt aufzufliegen droht. Als sein Vorgesetzter Matt Eastwood ihn wegen möglicher Verstrickung in Drogengeschäfte und Prostitution zur Rede stellt, sieht Rob keinen Ausweg mehr und erschießt sich vor den Augen seines Chefs.

 

The Fall - Tod in Belfast (5)

Freitag, 15. April 2016, 23.55 Uhr

Paul Spector hat Probleme mit seinen Vorgesetzten. Der Hausbesuch bei seiner Klientin Liz Tyler war gegen die Vorschriften, er könnte dafür seinen Job zu verlieren. Um sein Handeln nachträglich rechtfertigen zu können, drängt er Liz, ihren Mann wegen häuslicher Gewalt anzuzeigen und sich in die Obhut eines Frauenhauses zu begeben. Dennoch wird er von seinen Chefs verwarnt.

Stella Gibson ermittelt weiter unter Hochdruck im Mordfall Sarah Kay. Neue Hinweise liefert ein anonymer Brief von Spector, den er an Sarahs Vater geschrieben hat. Darin drückt er sein Bedauern darüber aus, dass er eine Schwangere erdrosselt habe, denn ein unschuldiges Kind hätte er niemals getötet.

Dieses "Missgeschick" ist nicht das einzige Problem des Killers: Der geplante genussvolle Mord an Annie Brawley ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Er musste einen chaotischen Tatort zurücklassen – und ein Opfer, das jetzt im Koma liegt.

Weitere Schwierigkeiten drohen, als die Polizei Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie er kurz nach Sarah Kay, seinem letzten Opfer, einen Park betritt. Jetzt muss er sich, um keinen Verdacht aufkommen lassen, freiwillig bei der Polizei melden. Dort wird er wie ein Verdächtiger behandelt, muss Fingerabdrücke und Speichelprobe abgeben. Und er braucht ein Alibi für die Tatnacht.

 

The Fall - Tod in Belfast (6)

Freitag, 15. April 2016, 0.55 Uhr

Der stellvertretende Polizeichef Jim Burns macht Stella Gibson weiterhin Druck bezüglich eines Durchbruchs in den Ermittlungen. Langsam entdeckt auch Katie, die Babysitterin der Spectors, die gefährliche Seite des vermeintlich harmlosen Familienvaters.

Spectors Frau Sally ist derweil bereit, ihrem Mann ein Alibi zu geben und die Polizei für ihn zu belügen, aber sie will wissen, wo er wirklich gewesen ist. Also erfindet Spector eine Affäre mit Babysitterin Katie und riskiert damit, dass Sally ihn verlässt. Um das zu verhindern, sieht er nur einen Ausweg: mit ihr und den Kindern wegzugehen, alles hinter sich zu lassen und in Schottland neu anzufangen.

Doch vorher will er sich von seiner Jägerin Stella Gibson, die ihm immer näher kommt, verabschieden, ihr sagen, dass jetzt mit dem Morden Schluss ist. Aber Stella ist sich sicher: Es ist nicht vorbei.

 

The Fall - Tod in Belfast (7)

Freitag, 22. April 2016, 23.25 Uhr

Zehn Tage nach Spectors kaltblütigem Anruf bei Gibson, dass sie ihn niemals fassen würde, sitzt die Ermittlerin bei seinem jüngsten Opfer Annie Brawley. Aus dem Koma erwacht, versucht die junge Frau krampfhaft, sich an irgendein hilfreiches Indiz im Zusammenhang mit dem Übergriff zu erinnern. Der stellvertretende Polizeichef Jim Burns übt weiterhin Druck auf Gibson und alle Kollegen aus.

Katie, die Babysitterin der Spectors, entdeckt nach und nach die gefährliche Seite des vermeintlich harmlosen Familienvaters: Nach einer unerfreulichen Begegnung mit Spectors Frau Sally Ann weiß sie, dass der Mann, von dem sie so fasziniert ist, behauptet, er habe mit ihr eine Affäre gehabt. Sie fängt an, die Puzzleteilchen zusammenzusetzen. Als Spector, der allein in einer verlassenen Hütte in Schottland geblieben ist, davon erfährt, beschließt er, nach Belfast zurückzukehren und Katie einen Besuch abzustatten.

Und nicht nur ihr: Viel Kombinationsgabe hatte er nicht gebraucht, um darauf zu kommen, dass seine Exfreundin Rose der Polizei geholfen hat, das inzwischen überall verbreitete Phantombild von ihm zu erstellen. Spector bricht deshalb nachts in ihr Haus ein, bringt sie in seine Gewalt und entführt sie. Als Rose am nächsten Tag nicht zu einem vereinbarten Termin mit Stella Gibson erscheint, ahnt die Ermittlerin bereits, in welcher Gefahr Rose schwebt.

Gibson muss sich der Tatsache stellen, dass es ihre eigenen Worte waren, die Spector den Hinweis auf Rose gegeben haben, wodurch sie nur noch verzweifelter Rose retten und den Mörder fassen möchte.

 

The Fall - Tod in Belfast (8)

Freitag, 22. April 2016, 0.25 Uhr

Da die Polizei nun die Identität des Mörders kennt, konzentriert Gibson ihre Anstrengungen darauf, Paul Spector, aufzuspüren, indem sie seine Familie überwachen lässt.

Gibson ordnet die umfassende Überwachung von Spectors Familie an, da sie glaubt, dass diese sie zu Paul führen wird. Doch trotz dieses immensen Polizeieinsatzes bleibt sein Aufenthaltsort unbekannt. Während die Suche nach Rose Stagg mit jeder weiteren Stunde immer hoffnungsloser wird, gelangt ihr Katz-und-Maus-Spiel durch ein Beinahe-Zusammentreffen zwischen Spector und Gibson auf eine persönliche Ebene. Spector, der seine Wut nun gegen Gibson richtet, dringt in ihr Privatleben ein und genießt es, sie zu verhöhnen und zu provozieren. Während Stella in einer Bar versucht, Reed zu verführen, bricht Spector in ihr Hotelzimmer ein. Als Stella von ihrer Kollegin abgewiesen wird und allein auf ihr Zimmer geht, ahnt sie nicht, wie nah sie dem Täter ist. Dann taucht auch noch ihr Vorgesetzter Burns völlig betrunken vor ihrer Tür auf. Bei seinem Annäherungsversuch schlägt Stella ihm die Nase blutig und muss ihn anschließend verarzten. Erst als Burns wieder von dannen zieht, bemerkt die Kommissarin, dass jemand in ihrem Zimmer gewesen sein muss und entdeckt in Ihrem Traumtagebuch eine persönliche Nachricht von Spector.

 

The Fall - Tod in Belfast (9)

Freitag, 29. April 2016, 23.10 Uhr

Während sich Gibson damit abfindet, dass Paul Spector in ihre Privatsphäre eingedrungen ist, zeigt eine schockierende Entdeckung erneut, dass Spector sowohl ein Meister im Manipulieren als auch eine beängstigende Kraft ist, mit der zu rechnen ist.

Während Gibson Burns darüber informiert, dass ihr Zusammentreffen in ihrem Hotelzimmer möglicherweise von Paul Spector beobachtet wurde, ist sie schockiert zu entdecken, dass er einem seiner überlebenden Opfer im Krankenhaus einen Besuch abgestattet hat. Sie packt diese Gelegenheit beim Schopfe und so gelingt es Gibson endlich, Spector zu lokalisieren und ihn überwachen zu lassen.

Als eine Leiche gefunden wird, die auf Rose Staggs Beschreibung passt, ist Gibsons Freude über diesen Erfolg schlagartig dahin und sie muss sich nun ihren schlimmsten Befürchtungen stellen.

 

The Fall - Tod in Belfast (10)

Freitag, 29. April 2016, 0.10 Uhr

Da Spector nun unter Beobachtung steht, möchte Gibson sicherstellen, dass eine solide Strategie für dessen Verhaftung aufgestellt wird, damit kein Beweisstück verloren geht und sie beste Chancen haben, Rose Stagg zu retten. Spector ist jedoch unberechenbar. Somit ist Gibson gezwungen, schnell zu handeln, als ihre sorgfältig aufgestellten Pläne vor ihren Augen zusammenfallen. Während sie sich auf die Stärke ihres Teams um sie herum verlässt, führen Gibsons Ermittlungen dazu, dass sie Zeugin der schockierenden Brutalität von Spectors Verbrechen wird.

Beim Joggen kann Spector seine Beschatter abschütteln. Dabei läuft er ausgerechnet James Tyler und seinem Gang-Freund Nash in die Arme. Tyler geht sofort auf Spector los, doch der kann ihn schnell überwältigen. Als Nash seine Waffe zieht und Spector bedroht, ruft ein Beobachter die Polizei. Beim Eintreffen der Streife kommt es zu einer Schießerei, bei der Nash stirbt. Tyler kann jedoch fliehen. Und Spector wird Stellas neuem Kollegen Tom Anderson wegen der Entführung von Rose Stagg verhaftet.

 

The Fall - Tod in Belfast (11)

Freitag, 6. Mai 2016, 23.35 Uhr

Nachdem sich Spector in Gewahrsam befindet, beginnt die eigentliche Arbeit. Dem Team steht nur begrenzte Zeit zur Verfügung, bevor es ihn offiziell unter Anklage stellen oder freilassen muss. Ohne sein Geständnis gilt es, jedes einzelne Beweisstück zu analysieren, um eine belastbare Indizienkette zu erhalten. Die Durchsuchung des Geländes, auf dem das ausgebrannte Auto von Spector gefunden wurde, führt Gibson zu einer Hütte. Doch ihre Hoffnungen, Rose hier zu finden, zerschlagen sich sogleich. Spector hatte die junge Frau dort wohl gefangen gehalten, ihr jetziger Aufenthaltsort bleibt jedoch weiter unklar.

Zwischenzeitlich erzählt Sally Ann den Ermittlern alles, was sie weiß. Die Belastung ihrer Festnahme führt dazu, dass sie eine Fehlgeburt erleidet und das Team sie ins Krankenhaus bringen muss. Die Polizei muss auf eine ihrer wichtigsten Zeuginnen verzichten.

Katie dagegen erfindet weiter raffinierte Geschichten, nur um Spector für die Tatzeiten der Morde ein Alibi zu liefern. Da die Minderjährige nur eine begrenzte Anzahl an Stunden befragt werden darf, gerät das Team, das glaubt, ihr Lügenkonstrukt auseinandernehmen zu können, noch weiter unter Zeitdruck.

Spector fordert, nur mit Gibson zu sprechen und von ihr befragt zu werden. Stella Gibson willigt trotz aller Warnungen ein, ihn zu verhören. So treffen die beiden erstmals direkt aufeinander. Sie liefert sich Spector damit aus, denn er hat ihr Tagebuch gelesen und weiß intime Details über sie. Spector nutzt das im Verhör gnadenlos aus, aber er offenbart auch Einblicke in seine eigene Gedankenwelt, die von tiefer Verachtung für alle Menschen geprägt ist.

Doch auch Gibson weiß die Situation geschickt zu nutzen: Spectors weiche Stelle ist seine Tochter Olivia. Nach einem Besuch Olivias im Gefängnis bietet Spector schließlich an, die Polizei zu Rose Stagg zu führen. Doch der Plan, ihn dafür unauffällig aus der U-Haft zu eskortieren, geht nicht auf. Ein Gefängniswärter steckt einem Reporter die Aktion, der wiederum Jimmy Tyler davon erzählt. Beide machen sich ebenfalls auf den Weg zu einem Waldstück, in dem sich die Ereignisse bald überschlagen.

Die Rollenprofile

Stella Gibson (Gillian Anderson)

Stella Gibson ist Kriminalkommissarin der Londoner Metropolitan Police. Sie bringt nach Belfast Erfahrung in komplexen Fällen mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit mit, so wie der vorliegende Fall für die Polizei Nordirlands gerade einer ist. Rasch im Polizeibetrieb aufgestiegen, hat Gibson bereits im Personenschutz und als Verhörspezialistin gearbeitet, bevor sie zur Kriminalkommissarin ernannt wurde. Im Job gibt sie alles und ist der Wahrheitsfindung verpflichtet. Gibson ist durch und durch eine Kämpferin, und jeder, der nicht an der Lösung eines Problems mitarbeitet, ist in ihren Augen Teil des Problems. Ihr Privatleben jedoch ist ein Rätsel. Sie ist mit Schönheit und Kreativität gesegnet, ist phantasievoll, wirkt aber fast unnahbar. Sie empfindet eine tiefe Sehnsucht für das Leben. Mit einem ruhelosen Gemüt gestraft, kennt Gibson einzig das exzessive Bahnen ziehen im Schwimmbad als Mittel, ihre Gedanken zur Ruhe zu bringen und einen klaren Kopf zu bekommen. In einem Traumtagebuch, das sie neben dem Bett liegen hat, trägt sie alle Gedanken zusammen; selbst wenn sie ihr mitten in der Nacht durch den Kopf gehen.

 

Paul Spector (Jamie Dornan)

Paul Spector ist der Gegenspieler von Stella. Er ist Ehemann und Vater, doch es sind seine Taten, die sein Wesen ausmachen. Auch er möchte die Welt um sich herum kontrollieren, anders als Gibson aber überschreitet er vorsätzlich eben jene Regeln der Gesellschaft, die sie versucht, durchzusetzen. Seine Familie mag ein Gefühl von Liebe vermuten lassen, aber sie ist für ihn hauptsächlich Deckmantel für die Demonstration von Normalität nach außen. Auf den ersten Blick ist er sozial kompetent, überzeugend und meinungsstark. Indem er eine Fantasie zum Leben erweckt, sexuell oder anderer Art, glaubt er seine eigene hochkontrollierte tatsächliche Wirklichkeit zu erschaffen, seinen eigenen Mikrokosmos. Er ist intelligent – wenn auch vielleicht nicht so brillant wie er zu sein glaubt. Er arbeitet als Familientherapeut und sein einzigartiger Mangel an Mitgefühl macht ihn zu einem vordergründig kompetenten Berater. Die Taten jedoch, die er im Schatten der Gesellschaft begeht, sind es, die Spectors wahren Charakter offenbaren. Paul Spector ist ein Serienmörder. Sein Beuteschema sind junge, qualifizierte Frauen, die nicht dazu tendieren, leicht aufzugeben. Seine sexuelle Befriedigung zieht er aus der völligen Kontrolle über seine Opfer. Das ist seine Sucht, und wie jeder Süchtige braucht er mit jedem Mal mehr von der Droge um ein ähnliches Hoch zu erleben, was ihn am Ende ins Verderben führen wird.

 

Jim Burns (John Lynch)

Burns ist stellvertretender Polizeipräsident der Polizei von Nordirland. Hier im Polizeidienst zu sein, ist politisch und Burns bekommt zunehmend Druck vom Vorsitzenden des Polizeivorstands, Morgan Monroe. Es war Burns' Idee, Gibson für die Alice Monroe-Morduntersuchung an Bord zu holen, eine Entscheidung die Morgan – der verzweifelt darauf aus ist, dass die Untersuchung vorankommt und sein Sohn entlastet wird – unterstützt hatte.

 

Tanya Reed Smith (Archie Panjabi)

Professor Reed Smith ist die verantwortliche Pathologin für die Mordfälle, die Gibson bearbeitet. In England geboren, studierte sie später in Belfast Medizin und blieb dort. Sie ist genauso alt wie Gibson, lebt jedoch ein ganz anderes Leben, mit Mann und zwei Kindern. Stella und Reed entwickeln im Laufe der Zeit eine berufliche Freundschaft und gegenseitige Anerkennung.

 

Sally Ann Spector (Bronagh Waugh)

Sally Ann ist Pauls Ehefrau und Mutter ihrer gemeinsamen Kinder Olivia und Liam. Sie arbeitet als Krankenschwester auf einer Neugeborenen-Station. Sie ist ebenso fürsorglich wie geradlinig. Kompetent und erwachsen, sieht Sally Ann dann am glücklichsten aus, wenn sie ein Baby im Arm hält. Sie hatte eine schöne Kindheit auf dem Land und hat liebevolle und fürsorgliche Eltern.

 

Danielle Ferrington (Niamh McGrady)

Dani Ferrington ist eine Streifenpolizistin der PSNI, Police Service of Northern Ireland, also der reformierten nordirischen Polizei. Sie ist Ende zwanzig. Danielle ist intuitiv und einfühlsam, was man von ihrem Arbeitskollegen auf Streife, Brian Stone, nicht unbedingt sagen kann. Ferrington ist zudem auch sportlich und robust. Ergibt sich für sie eine Gelegenheit, ihr Können zu zeigen, ergreift Ferrington diese mit beiden Händen: Als Gibson sie zur Untersuchungseinheit hinzuzieht, ist Dani wild entschlossen, sich zu bewähren.

 

Matthew Eastwood (Stuart Graham)

Kriminalkommissar Eastwood ist ein zuverlässiger Berater des stellvertretenden Polizeipräsidenten Burns und hat hohes moralisches Gewicht – er ist das Paradebeispiel eines guten Polizisten. Als er zur Untersuchung des komplexen Falles hinzugezogen wird, lässt sich Eastwood bei seinen Nachforschungen nicht von polizeipolitischen Faktoren beeinflussen – selbst wenn ihn das in direkten Konflikt mit Burns bringt.

 

Jerry McElroy (Simon Delaney)

Jerry ist ein Polizist der "alten Schule", der verlebt aussieht. Er hat bis vor kurzem die Mordermittlungen geleitet, zu denen Gibson nun hinzugezogen wurde. Die Presse begleitet die Ermittlungen; man stellt in diesem Zusammenhang Jerry McElroy als den die Ermittlungen leitenden Kommissar ins Rampenlicht und hinterfragt ganz generell seine bisherige Karriere und Kompetenz als Polizist. Jerry ist verständlicherweise verärgert darüber und fühlt sich auf diesem "heißen Stuhl" zunehmend unwohl. Als die Außenseiterin Stella Gibson die Führung im Fall übernimmt, knickt Jerry unter dem Druck ein.

 

Katie (Aislin Franciosi)

Die Babysitterin der Kinder von Sally Ann und Paul Spector ist eine attraktive Fünfzehnjährige, die ihre Weiblichkeit und Sexualität gerade erst entdeckt hat. Als Songwriterin glaubt Katie in Paul Spector eine verwandte Seele gefunden zu haben, aber ihr Flirt ist der Beginn eines gefährlichen Spiels, das sie nicht überblicken kann.

"Ich wollte mich darauf konzentrieren, wie und warum Verbrechen geschehen"
Interview mit Autor und Regisseur Allan Cubitt

Woher kam die Idee zu "The Fall - Tod in Belfast"?

Ich habe natürlich schon vorher in diesem Genre gearbeitet – das reicht bis ins Jahr 1991 zurück, als ich die zweite Staffel von "Prime Suspect" schrieb. Es war übrigens Gub Neal, der mit diesen Job angeboten hatte und wir gewannen sogar einen Emmy. Ich entdeckte damals den Reiz einer Polizeiserie – sie ermöglicht es, Figuren in Extremsituationen zu zeigen und große dramatische Themen zu erkunden. Ich hatte schon immer selbst eine starke weibliche Hauptrolle entwickeln wollen, das konnte ich in diesem Genre umsetzen.

In klassischen Detektivgeschichten wird die Psychologie des Ermittlers unter die Lupe genommen. Viel schwieriger ist es, die Psychologie des Verbrechers, ganz zu schweigen die des Opfers, zu erforschen. Daher ist die Idee hinter "The Fall" vielleicht am einfachsten damit erklärt, dass ich versuchen wollte, die "Whodunit-Frage" als Element gänzlich herauszunehmen, um mich mehr darauf zu konzentrieren, wie und warum Verbrechen geschehen – zusammen mit der Frage, ob die Polizei diesen Mann finden und ihn stoppen kann.

Was ist das Einzigartige an den beiden Hauptfiguren?

Ich bezweifle, dass irgendetwas an ihnen wirklich einzigartig ist! Bei Stella war es mir wichtig, nicht zu sehr auf die bekannteren Charaktereigenschaften zurückzufallen, die sonst mit TV-Polizisten assoziiert werden. Oft sind sie unglückliche Einzelgänger oder Außenseiter, die mit dem System auf Kriegsfuß stehen oder von vergangenen Vorkommnissen verfolgt werden. Ich habe entschieden, dass all das keinen Einfluss darauf nehmen sollte, wie ich die Figur darstelle. Ich wollte, dass Stella nach und nach durch die Klugheit ihrer privaten und beruflichen Entscheidungen hervorsticht. Ich finde, das macht sie zu einer ziemlich schillernden Figur gemessen an TV- Standards. Wirklich aufregend zudem war, einen psychopathischen Mörder zu studieren, der offensichtlich am helllichten Tag perfekt funktioniert – ein Ehemann, Vater, berufstätiger Mensch.

Warum haben Sie sich für Belfast als Schauplatz entschieden, und wie haben Sie die Stadt während des Schreibens erfasst?

Als ich die ursprüngliche Idee zu "The Fall" hatte, bin ich damit zu Gub und Julian bei Artists Studio gegangen – Gub Neal kenne ich schon lange; er hat eine einzigartige Persönlichkeit, sowohl als Mann wie auch als Produzent. Von da an war es nur ein kurzer Weg, das Ganze an Stephen Wright und die BBC in Nordirland heranzutragen. Jemand, der tut, was Spector tut, und gleichzeitig nicht entdeckt wird, ist ganz klar ein Außenseiter im existentiellen Sinne, so dass es ebenfalls Sinn machte, den Polizistenpart ähnlich abzulegen. Bis zu einem gewissen Grad jedenfalls sind die beiden zwei Seiten derselben Medaille. Und schön war, ein Drama in Belfast spielen zu lassen, in dem es mal nicht um die Unruhen und Bürgerkriege in Nordirland geht! Belfast ist eine kleine Stadt und stellt eine großartige Kulisse für ein Drama dar. Außerdem ist es toll, an einem Ort zu filmen und nicht so zu tun, als sei man woanders – viel zu oft wird in Südafrika gedreht und so getan, als sei man London oder was auch immer, und das schien mir nie richtig zu sein. Der andere große Vorteil ist, dass es in diesem Land viele sehr talentierte Schauspieler gibt. Tolle Crewmitglieder und Experten für die Postproduktion ebenfalls. Durch die Bank tolle Kollegen.

Inwiefern hat sich diese Produktion von vergangenen unterschieden?

Der Hauptunterschied ist, dass dies meine Serie ist. Ich war schon bei vielen Drama-Produktionen Executive Producer, aber das ist oft "nur" ein etwas ehrenhafter Titel. "The Fall" war anders und erlaubte es mir, auf jedem Level involviert zu sein und dabei eng mit dem jungen Produzenten Julian Stevens und unserem talentierten Regisseur Jakob Verbruggen zusammenzuarbeiten. Ich war von Anfang bis Ende jeden Tag am Set, im Schneideraum und im Tonstudio. Die Serie gibt ein viel besseres Zeugnis davon ab, wer ich bin, als einige der Dinge, die ich in der Vergangenheit gemacht habe.

Sie haben für die Serie auch Ihr musikalisches Talent eingesetzt. Wie kam es dazu?

In der Tat begann mein künstlerisches Leben wirklich im Musikbereich. In der Schule gründete ich mit meinem guten Freund Mick Ford eine Partnerschaft für Songwriting. Eine der wirklich tollen Sachen an der Arbeit in Belfast war, dass ich Van Morrison hier zweimal treffen durfte. Ich saß da und weinte bei beiden Gelegenheiten – allein in Gegenwart von jemandem zu sein, dessen Musik mir schon so lange Freude bereitet, war etwas so Besonderes, dass ich davon fast betrunken war.

Als mir die Idee kam, dass die Figur Katie in "The Fall" einige ihrer Sing-Clips auf einen YouTube-ähnlichen Kanal hochladen könnte, schien es naheliegend, etwas aus meinem Fundus zu verwenden. Das erste Lied, das sie singt, ist eines der ersten, das ich überhaupt geschrieben und aufgenommen habe, als ich ungefähr siebzehn war. Das zweite Lied, das sie singt, ist eine neuere Komposition – ich habe einen neuen Text für sie geschrieben. Musik bleibt vielleicht meine größte Leidenschaft, ich schreibe ständig und hoffe, in naher Zukunft noch mehr davon herausbringen zu können. Ich habe außerdem auch das GKS – Gitarren-Kauf-Syndrom, aber das muss man jetzt nicht vertiefen.

Interview mit Auor und Regisseur Allan Cubitt

 

Quelle: Content Film Television Digital /

Übersetzung: Sarah Eichenlaub

"Verschiedene Episoden am gleichen Tag zu drehen, war eine Herausforderung"
Interview mit Gillian Anderson

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Ich habe einiges über Kriminalkommissare gelesen – ich kaufte mir auf Anraten des Autors ein Buch, in dem es tatsächlich um die Vorgänge und Abläufe geht, die ein leitender Ermittlungsbeamter bei einer Untersuchung berücksichtigen muss. Ich fand es wirklich interessant. Als ich zum ersten Mal das Drehbuch las, hatte ich direkt ein konkretes Bild von meiner Figur Stella Gibson, wer sie ist und wie ihre Welt und ihre Vergangenheit aussehen.

Was mochten Sie bei diesem Projekt am meisten?

Auf jeden Fall das gute Drehbuch. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist es hier so gewesen, dass das Drehbuch alles hergibt, ob es nun um die Betonung oder den Takt der Szenen geht – und das ist eine Freude. Auch die Zusammenarbeit und das Gefühl, wirklich zu einem großen Team zu gehören und mit Produzent Julian Stevens und Autor Allan Cubitt und Gub Neal und allen zu arbeiten, war fabelhaft.

Wie fanden Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Schauspielkollegen?

Die Besetzung ist toll – die Arbeit mit John Lynch hat Spaß gemacht – er kann eine Augenbraue, ein Haar in seiner Augenbraue bewegen, und man versteht sofort, was er damit ausdrücken möchte, so genau ist er. Aber es waren wirklich alle Kollegen großartig.

Was war für Sie die größte Herausforderung an dieser Rolle?

Ich habe zum ersten Mal in einer Produktion gespielt, die eine lineare Geschichte innerhalb vieler Stunden erzählt. Die längste Geschichte für mich in Bezug auf den Bogen des Charakters war bislang in einem zweieinhalb Stunden Film erzählt. Deshalb war das in meinen Augen einer der herausforderndsten Aspekte. Auch fünf Episoden gleichzeitig und verschiedene Episoden am gleichen Tag zu drehen und dabei nicht zu vergessen, an welchem Punkt der Reise sich die Figur gerade befindet und auf welchem Stand die Untersuchung gerade ist, war eine Herausforderung. Eine Sache, die ich sehr schnell lernen musste, um nicht verrückt zu werden, war, zwischen den einzelnen Episoden nicht zu große Veränderungen im Auftreten meiner Figur zu haben.

Wie haben Sie den Dreh in Belfast erlebt?

"The Fall" zeigt Belfast auf eine Art und Weise, wie ich es zuvor noch nicht gesehen habe. Eine sehr schöne Stadt. Man fühlt ihre Präsenz sehr genau. Einige der Orte, an denen wir filmten, sind ein sehr starkes Element dieser Serie. Und das unterscheidet sich deutlich davon, was man beim Filmdreh in London bekäme.

Wie würde sich Gillian Anderson von Stella Gibson unterscheiden, wenn sie solche Verbrechen zu untersuchen hätte?

Der Unterschied zwischen mir und jeder dieser ermittelnden Figuren, die ich spiele, ist der, dass ich ein "Schussel" bin. Ich wäre ein furchtbarer Ermittler. Ich habe ein schlechtes Gedächtnis und würde nicht mal den Namen des Serienmörders behalten, geschweige denn merken, ob er irgendwelche DNA oder anderes hinterlassen hat.

 

Quelle: Content Film Television Digital /

Übersetzung: Sarah Eichenlaub

"Paul ist das Böse in dieser Serie"
Interview mit Jamie Dornan

Beschreiben Sie bitte Ihre Figur ...

... Ich spiele Paul Spector, einen Familienmenschen, der sich in einer scheinbar normalen Familienexistenz befindet: eine Ehefrau, zwei kleine Kinder und einen guten Job als Therapeut. Auf dem Papier sieht also alles ziemlich normal aus, doch Paul hat auch eine andere Seite: Er stellt Frauen nach und ermordet sie. Er ist das Böse in dieser Serie.

Was hat Sie an dieser Rolle gereizt?

Es hat mich gereizt diese Rolle zu spielen, weil Allan Cubitt sie fantastisch geschrieben hat. Ich hatte noch nie für so eine Rolle vorgesprochen und vermute, nicht viele Schauspieler bekommen die Gelegenheit dazu. Die Figur Paul Spector ist so toll erfasst und jede ihrer Facetten wird so deutlich, dass sie einfach viel mehr ist als das, was sich auf den Drehbuchseiten befindet. Das Ganze wird durch die Tatsache noch grauenvoller, dass Paul sein Doppelleben leben und ein wirklich guter Ehemann und Vater sein kann, dessen Familie jedoch völlig ahnungslos in Bezug auf seine abscheulichen Taten ist. Ich für meinen Teil habe noch nicht viele solcher Stories gelesen. Und nicht nur meine Figur, das Ganze ist einfach toll geschrieben und zieht einen in seinen Bann.

Wie haben Sie sich auf solch eine Rolle vorbereitet?

Es ist interessant, zwei sehr unterschiedlich ausgeprägte Seiten  unterschiedlich darzustellen. Ich bin das so angegangen, als spiele ich tatsächlich zwei verschiedene Figuren. Und das war dadurch leichter, dass Paul bei seinen grauenhaften Mordtaten ein bestimmtes Outfit anzieht und ein Ritual befolgt. Mir hat das geholfen, in diese Seite seines Daseins eintauchen zu können.

Wie war es, einen Vater zu spielen?

Tatsächlich ist das eins der Dinge, mit denen ich am meisten gekämpft habe. Ich weiß, ich möchte eines Tages gern eigene Kinder haben, aber im Kopf bin ich da noch nicht ganz angekommen. Ich habe in dieser Rolle nicht nur plötzlich zwei Kinder, sondern muss dem Zuschauer auch noch glaubhaft machen, dass ich sie seit ihrer Geburt kenne. Glücklicherweise waren die Kinder, die wir für die Rollen gefunden haben, brillant. Sie sind auch im wahren Leben Bruder und Schwester, sie hatten sofort eine Leichtigkeit im Umgang und Spielen miteinander. Diesen Aspekt fand ich toll. Und Paul ist ein guter Vater, der seine Kinder genauso heiß und innig liebt wie sie ihn. Er glaubt wohl, so lange seine Kinder nicht direkt von seinen Gräueltaten betroffen sind, trotzdem ein guter Vater sein zu können.

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet, einen Mörder darzustellen?

An jedem Tag, an dem ich mit Karen Hassan als Annie Brawley und Laura Donnelly als Sarah Kay gedreht habe, habe ich mich zu Drehbeginn entschuldigt. Ich sagte: "Ich entschuldige mich für alles, was wir heute tun, denn es fällt mir nicht leicht und macht mir nicht wirklich Spaß, Euch eure Unterwäsche um den Nacken zu wickeln und euch damit zu strangulieren, wirklich." Aber sie sind phantastisch mit der Situation umgegangen. Komischerweise gaben sie der Sache sogar eine gewisse Leichtigkeit, und die Tage, an denen wir diese Dinge drehen mussten, waren nicht ganz so furchtbar wie die Drehbuchseiten dazu.

Sie sind ja bekanntermaßen aus Nordirland. Wie war es für Sie, in Belfast zu drehen?

Ich habe zwanzig Jahre in Belfast gelebt, die letzten zehn aber in London, und nie zuvor in Belfast gedreht. Und ich habe mich noch nie mehr zuhause gefühlt als in den letzten beiden Monaten. Man realisiert plötzlich, dass dieser Ort voll ist mit wirklich brillanten Menschen. Auch wenn mir das eigentlich klar war, vergisst man so etwas irgendwie, wenn man lange weg ist. Und die Crew war fantastisch.

 

Quelle: Content Film Television Digital /

Übersetzung: Sarah Eichenlaub

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