Das ZDF berichtet am Sonntag, 6. Juni 2021, ab 17.45 Uhr, live von der Wahl in Sachsen-Anhalt. Foto: ZDF/Brand New Media
Das ZDF berichtet am Sonntag, 6. Juni 2021, ab 17.45 Uhr, live von der Wahl in Sachsen-Anhalt. Foto: ZDF/Brand New Media

Wahl in Sachsen-Anhalt

Live aus dem ZDF-Wahlstudio in Magdeburg

Am Sonntag, 6. Juni 2021, sind rund 1,9 Millionen Bürger in Sachsen-Anhalt zur Wahl aufgerufen. Schon jetzt scheint klar: Daraus könnten wieder schwierige Machtverhältnisse resultieren. Zudem hat diese Wahl auch etwas von einer Generalprobe für die Bundestagswahl im September: Für die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist es ein erster Stimmungstest. Die CDU bekommt einen Hinweis, ob sie mit Armin Laschet den richtigen Kandidaten gekürt hat. Und auch die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz dürfte Rückschlüsse aus der Wahl ziehen. Das ZDF berichtet am Sonntag, 6. Juni 2021, ab 17.45 Uhr live aus dem Wahlstudio in Magdeburg.

  • ZDF, Sonntag, 6. Juni 2021, 17.45 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 6. Juni 2021, 17.45 Uhr

Texte

Stimmungstest für verschiedene Parteien-Konstellationen?
Von ZDF-Chefredakteur Peter Frey

Die Bundestagswahl in diesem Jahr ist aus drei Gründen einzigartig: Erstens: Die amtierende Kanzlerin tritt nicht mehr an – einen Amtsbonus im Wahlkampf gibt es also nicht. Zweitens: Erstmals treten drei Personen an, die sich Chancen aufs Kanzleramt ausrechnen. Und drittens: Alle Umfragen signalisieren, dass es am Ende verschiedene Parteien-Konstellationen geben könnte, die eine Kanzler(innen)-Mehrheit zustande bringen. Und deshalb wird auch die letzte Landtagswahl, die am 6. Juni 2021, also 16 Wochen vor der Bundestagswahl stattfindet, von der Frage geprägt sein: Inwiefern kann sie als Stimmungstest gesehen werden?

Vom Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt berichtet das ZDF ab 17.45 Uhr live. Zur Bundestagswahl 2021 wird das ZDF seinen Zuschauer*innen eine umfangreiche Vorberichterstattung anbieten: Neben den aktuellen Nachrichtensendungen und -magazinen, dem Online-Nachrichtenangebot in der ZDFheute-App und in den digitalen Netzwerken gehören dazu verschiedene Talk-Formate sowie zahlreiche Dokumentationen. Zudem sind Formate in Planung, die auf die digitale Nutzung zugeschnitten sind. Bei den Planungen der Sendungen zur Bundestagswahl setzt das ZDF auf das Prinzip der abgestuften Chancengleichheit, das sich bereits bewährt hat. Demnach werden die Spitzenvertreter der Parteien entsprechend ihrer aktuellen politischen Bedeutung berücksichtigt. Kriterien sind unter anderem die Stärke im Bundestag, die Nominierung einer Kanzlerkandidatin oder eines Kanzlerkandidaten oder die Regierungsbeteiligung. Aber auch die Vertretung in den Landtagen und aktuelle Umfragewerte bilden einen Gradmesser.

Sendetermine und Stab

Sonntag, 6. Juni 2021, 17.45 Uhr, ZDF

Wahl 2021 im ZDF

Wahl in Sachsen-Anhalt

Live aus dem ZDF-Wahlstudio in Magdeburg

mit Bettina Schausten

Hochrechnungen und Analysen: Matthias Fornoff und die Forschungsgruppe Wahlen

Produktion: ZDF
Redaktion: Ralph Schumacher
Länge: ca. 75 Minuten

 

Sonntag, 6. Juni 2021, 19.00 Uhr, ZDF

heute – mit Wahl in Sachsen Anhalt

Moderation Barbara Hahlweg

mit erster Fragerunde der Spitzenkandidaten für die Wahl in Sachsen-Anhalt aus dem ZDF-Wahlstudio

Produktion: ZDF
Redaktion: Thomas Heinrich
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 6. Juni 2021, 21.45 Uhr, ZDF

heute journal – mit Wahl in Sachsen Anhalt

Moderation: Marietta Slomka

Produktion: ZDF
Redaktion: Wulf Schmiese
Länge: ca. 28 Minuten

Wahl in Sachsen-Anhalt

Am 6. Juni sind rund 1,9 Millionen Bürger in Sachsen-Anhalt zur Wahl aufgerufen. Schon jetzt scheint klar: Es werden wieder schwierige Machtverhältnisse.

Ein "Weiter so" für die zerstrittene Kenia-Koalition scheint kaum denkbar. Damit aber rechnerisch überhaupt etwas anderes als Schwarz-Rot-Grün möglich ist, müsste die FDP den Wiedereinzug in den Landtag schaffen, nach zehn Jahren außerparlamentarischer Opposition.

Es hat etwas von Generalprobe für die Bundestagswahl im September: Für die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist es ein erster Stimmungstest. Die AfD will nach den zuletzt schwachen Wahlergebnissen im Westen Selbstbewusstsein tanken. Und die CDU bekommt einen Hinweis, ob sie mit Armin Laschet den richtigen Kandidaten gekürt hat.

Reiner Haseloff wird wohl Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt bleiben können, doch wie stark präsentiert sich seine Partei? Immer wieder musste er für Disziplin in den eigenen Reihen sorgen, wenn beispielsweise aus der Fraktionsspitze Vorschläge kamen, sich für eine Zusammenarbeit mit der AfD zu öffnen.

Dabei hatte man vor fünf Jahren gemeinsam mit SPD und Grünen ein "Bollwerk gegen rechts" geschmiedet, gegen eine starke Landes-AfD. Der gemeinsame Nenner, doch ansonsten ist das Dreierbündnis bei allen Koalitionären unbeliebt. Nicht nur einmal stand ein Bruch kurz bevor.

Jetzt im Wahlkampf betonen sowohl SPD als auch Grüne, dass sie die Kenia-Koalition fortsetzen würden. Dabei wird gleichzeitig nicht gespart mit Kritik an der CDU. So erklärte die SPD-Spitzenkandidatin Katja Pähle die Union als träge, Reformprojekte im Land seien SPD-Verdienst. Cornelia Lüddemann, die die Grünen in den Wahlkampf führt, bezeichnete den Ministerpräsidenten schon mal als Geisterfahrer in der Corona-Bekämpfung.

Auch von Seiten der AfD gibt es Druck. Bereits vor fünf Jahren wurde sie aus dem Stand zweitstärkste Kraft mit 24,3 Prozent. Und Spitzenkandidat Oliver Kirchner will seine Partei diesmal zur stärksten Fraktion im Magdeburger Landtag machen. Seit Januar wird der Landesverband vom Verfassungsschutz beobachtet.

Gute Aussichten, wieder drittstärkste Kraft im Landesparlament zu werden, hat DIE LINKE, mit der Fraktionsvorsitzenden Eva von Angern als Spitzenkandidatin. Sie fordert einen Politikwechsel, in einer Koalition mit SPD und Grünen. Eine Mehrheit für dieses Bündnis zeichnet sich bisher allerdings nicht ab.

Ordentlich Bewegung in die Mehrheitsverhältnisse könnte die FDP bringen. Seit zehn Jahren in der außerparlamentarischen Opposition, stiegen die Umfragewerte zuletzt. Würde Spitzenkandidatin Lydia Hüskens der Wiedereinzug in den Landtag gelingen, wären die Liberalen vielleicht die Alternative für Haseloff, um eine Wiederauflage von Kenia umgehen zu können.

Es ist eine Landtagswahl, es geht um Landesthemen und um Corona. Doch die anstehende Bundestagswahl macht diesen Wahlabend besonders spannend. Um 17.45 Uhr begrüßt die stellvertretende Chefredakteurin Bettina Schausten die Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Wahlstudio auf der Magdeburger Messe und spricht direkt nach der Prognose um 18.00 Uhr mit führenden Köpfen der Berliner Parteien. Zu Gast im Studio ist Parteienforscher Karl-Rudolf Korte.

Die aktuellen Zahlen und Hochrechnungen liefern ZDF-Politikchef Matthias Fornoff und die Forschungsgruppe Wahlen. Der Ausgang der Landtagswahl ist auch Thema in den 19.00 Uhr-"heute"-Nachrichten. Im Wahlstudio kommen dazu die Spitzenkandidaten zu einer ersten Fragerunde zusammen.

Alle Informationen rund um die Landtagswahlen sind jederzeit abrufbar auf ZDFheute.de, ergänzt um Kurzanalysen der wichtigsten Wahlthemen. Aktuell abrufbar sind die interessantesten Stimmen der Gewinner und Verlierer ebenfalls auf facebook.com/ZDFheute/.

Der gesamte Wahlabend ist live zu verfolgen in der ZDFmediathek.

"Wir sind schon sehr aktiv in der Wahlkampf-Berichterstattung"
Fragen an Andreas Weise, Leiter des ZDF-Landesstudios Sachsen-Anhalt

Wie würden Sie den Stellenwert der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Rahmen des Superwahljahres 2021 beschreiben: Ist es mit Blick auf die Bundestagswahl und den weiteren Landtagswahlen am 26. September ein eher landespolitisches Ereignis oder bekommt es bundesweite Relevanz, weil es der erste Stimmungstest nach den Entscheidungen für den Kanzlerkandidaten der Union und die Kanzlerkandidatin der Grünen ist?

Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist schon sehr von der Bundespolitik geprägt. So ist die CDU auch hier in den Umfragen auf weit unter 30 Prozent abgestürzt. Doch dagegen stehen die sehr guten Werte für CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff. Dessen Arbeit wird allgemein als gut bis sehr gut eingeschätzt, die anderen Spitzenkandidaten sind oft kaum bekannt im Bundesland. Anders als in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist hier auch derzeit nicht mit Verlusten für die AfD zu rechnen. Vom Bundestrend scheinen hier vor allem die Grünen zu profitieren. Zwei Umfragen sehen sie bei über 10 Prozent – das wäre eine Verdoppelung des Wahlergebnisses von 2016.

Ministerpräsident Reiner Haseloff, der seit zehn Jahren in Sachsen-Anhalt regiert, zudem mit der einzigen bundesweiten Kenia-Koalition, geht jetzt noch einmal für die CDU ins Rennen. Nach dem Koalitionsstreit über den Rundfunkbeitrag und der Entlassung von Holger Stahlknecht im vergangenen Dezember und nach der Kanzlerkandidaten-Entscheidung am 20. April: Wie nehmen Sie die landespolitische Situation wahr – ist die erneute Kenia-Koalition die einzige Option?

Wenn die Zusammensetzung des Landtags so bleibt und keine der derzeit fünf Parteien große Gewinne oder Verluste hat, ist Kenia die einzige Option. Es gab zwar in der Vergangenheit einige CDU-Abgeordnete die lieber mit der AfD kooperieren würden, aber diese Stimmen sind derzeit kaum zu vernehmen. Wohl auch, weil die AfD in Sachsen-Anhalt anscheinend vom Verfassungsschutz beobachtet wird – offizielle Informationen dazu gibt es nicht. Sollte aber die FDP nach zehn Jahren wieder den Einzug ins Parlament schaffen, gäbe es deutlich mehr Regierungsoptionen. Außer Kenia (Schwarz-Rot-Grün) wären dann noch Jamaika (Schwarz-Grün-Gelb) oder die sogenannte Deutschland-Koalition (Schwarz-Rot-Gelb) möglich.

Die zurückliegende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fand am 13. März 2016 am selben Tag wie die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt. Ohne solche Konkurrenz – wird Magdeburg diesmal bundesweit intensiver wahrgenommen?

Diese Wahl am 6. Juni wird definitiv deutlicher wahrgenommen. Es ist die letzte vor der Bundestagwahl im Herbst und die Spitzenpolitiker aller Parteien aus Berlin wollen hier – in welcher Form auch immer – im Wahlkampf präsent sein.

Wie bereitet sich Ihr Studio auf die Landtagswahl vor und wo wird das ZDF-Wahlstudio präsent sein?

Wir sind schon jetzt sehr aktiv in der Wahlkampf-Berichterstattung – auch wenn die aus Pandemie-Gründen sehr speziell ist. Außer Wahlplakat-Enthüllungen und Online-Formaten gibt es nicht viel. Nur die AfD macht teilweise Straßenwahlkampf. Aber die anderen Parteien wollen das auch machen, sobald die Inzidenzzahlen das zulassen. Wir sind in den aktuellen Sendungen schon jetzt gut vertreten und natürlich wird die Berichterstattung in Richtung Wahltermin immer intensiver werden. Das "ZDF-Morgenmagazin" ist am Freitag vor der Wahl, am 4. Juni 2021, hier in Magdeburg und da werden wir als Landesstudio auch gefordert sein – mit Beiträgen über die Spitzenkandidaten und ich als Studiogast in der Sendung. Das ZDF-Wahlstudio wird auf der Messe in Magdeburg präsent sein. Dort kann mit ausreichend Abstand gearbeitet werden.

Welche Themen aus Sachsen-Anhalt prägen über die Politik hinaus die Berichterstattung aus Ihrem Studio?

Derzeit natürlich die Corona-Situation. Lange sah es so aus, als ob Sachsen-Anhalt mit relativ wenigen Fällen da durchkommt. Doch mit der zweiten Welle kamen auch hier viele Infizierte und Tote. Vor allem der Süden Sachsen-Anhalts um Halle ist betroffen. Die Landesregierung versucht jetzt mit Modellprojekten in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Restaurants Wege aus dem Shutdown zu finden. Zwei Themen, die auch noch sehr wichtig sind im Bundesland: Schule und Digitalisierung. In Sachsen-Anhalt fehlen jedes Jahr knapp 1000 Lehrer und es ist kein Ende des Problems in Sicht. Und bei der Digitalisierung gibt es auch deutlichen Nachholbedarf. Sachsen-Anhalt hat den Ruf das Land der Funklöcher zu sein

Interview: Thomas Hagedorn

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